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Alfred_Schmidt

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Mittwoch, 1. Dezember 2004, 14:37

Pfiffe bei der Uraufführung - Gustav Mahler: Sinfonie Nr 4

Liebe Forianer,

Mahler hatte es nicht leicht. Als Direktor der Wiener Hofoper erschien er einigen zu jung, die meisten seiner Werke erschienen Kritikern und Publikum als zu verworren oder zu schwer, die vierte hingegen wurde vom Publikum der Uraufführung als zu simpel empfunden.



Die Beurteilung dieses Werks ist auch heute sehr unterschiedlich, während manche die Sinfonie als " freundlichstes, heiterstes und optimistischestes Werk" bezeichnen und die betörende Schönheit der Orchestrierung loben, so mäkeln andere wieder, das Werk sei schmalzig und kitschig, dirtte wiederum finden es sei ein doppelbödiges Werk, der scheinbar einfache Zugang sei lediglich dadurch zu erreichen, wenn man das Werk mißverstehe.

Komponiert wurde die Sinfonie 1899/1900, abgesehen vom Vokalteil des letzten Satzes, der schon früher (1892) komponiert und auch aufgeführt worden war und lediglich von der Instrumentation angepasst werden musste.(ursprünglich für die dritte Sinfonie als Schlußsatz vorgesehen)
Die Uraufführung fand am 25. November 1901 in München statt. Am Dirigentenpult stand der Komponist.

Seit der Mahler-Renaissance, ab ca 1960 setzte sich Mahler mehr und mehr in den Konzertsälen durch (sogar in Wien ;) !!) was auch zu einem Schallplattenboom führte. Anfangs waren Kubelik (für die Deutsche Grammophon) und Haitink (für Philips) die Mahler-Pioniere, inzwischen scheint eine komplette Aufzählung der Einspielungen fast unmöglich...

"Tatsächlich kann man in die Klangwelt der Vierten Mahler eintauchen wie in ein wartmes Bad" schrieb der Verfasser des Booklets zur Bernstein Interpretation dieser Sinfonie (Sony/CBS).
Na ja. :stumm:
BTW: in welches warme Bad begegt Ihr euch in diesem Zusammenhang ? :stumm:

(Es dürfen aber auch ausführlichere Statements abgegeben werden :yes: )

Beste Grüße aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

MStauch

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2

Mittwoch, 1. Dezember 2004, 20:26

Liebe Forianer,

Mahlers 4. Sinfonie, die letzte der vier Wunderhorn-Sinfonien, ist trotz des scheinbar einfachen heiteren Tons besonders schwer für die Rezeption. Adorno hat in seiner Wiener Gedenkrede über Mahler gesagt:
"Ein Meisterwerk wie die vierte Symphonie ist ein Als-Ob von der ersten bis zur letzten Note".

Wer sich mit diesem Als-Ob näher beschäftigen möchte:
Renate Ulm, Gustav Mahlers Symphonien, dtv 2001, Seite 135 ff. und ausführlicher Constantin Floros, Gustav Mahler, Band 3, Wiesbaden 1985, Seite 102 ff. Es gibt eingehendere Erläuterungen der Mahler-Freundin Natalie Bauer-Lechner in ihrem Tagebuch. Thematisch prägend das Lied das Himmlische Leben (4. Satz).

Meine Lieblingsaufnahme (aus einer begrenzten Auswahl):



Das Cover sieht bei mir noch geschmackvoller aus. Diese Szell-Aufnahme - auch aufnahmetechnisch eine Klasse für sich - gibt es für unter 6 Euro zu kaufen. Interessant aus meiner Sicht auch die Fritz Reiner Aufnahme (auch unter 6 Euro) BMG 2002. Habe noch die Klemperer und die Solti-Aufnahme.

Ich wäre sehr gespannt noch Hinweise auf besondere Aufnahme aus neuester Zeit zu bekommen. Bin gespannt, welche Schätze ich noch nicht entdeckt habe.
Aber die Szell-Aufnahme ist wirklich wundervoll.

Mit herzlichen Grüßen

Matthias
Tobe Welt, und springe,
Ich steh hier und singe.

Uwe

Moderator

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Registrierungsdatum: 11. August 2004

3

Donnerstag, 2. Dezember 2004, 22:00

Hallo Taminos,

über Gehalt oder Nicht-Gehalt der Sinfonie, ob Verschnaufpause zwischen gewaltigen Werken oder Doppelbödigkeit lässt sich sicher trefflich streiten und noch besser in diversen, vom Vorredner empfohlenen Büchern, nachlesen. Ich belasse es darum bei der Preisgabe meiner Lieblingseinspielungen:

@Matthias: neuere Aufnahmen kann ich leider nicht empfehlen. Die beiden neuesten (allerdings auch nicht mehr ganz neu), die ich kenne (Boulez, Bernstein) bringen's nicht so, als das ich sie empfehlen könnte, so dass ich doch immer weider auf alte, liebgewonnene Aufnahmen zurückgreife. Neben, natürlich, Klemperer, steht bei mir an vorderer Stelle eine Aufnahme mit Herbert Kegel und dem RSO Leipzig, Celestina Casapietra singt im letzten Satz.



Lange Zeit war die sehr klangschöne Solti mit dem CSO und Kiri Te Kanawa mein Favorit, bis ich obige Kegel-Einspielung bekam.

Nicht vergessen werden sollte Michael Gielen mit dem SO des SWR und Christine Whittlesey von 1988. Meines Wissens die erste Mahler-Aufnahme seines erst kürzlich veröffentlichten Gesamtzyklus. Anfangs war es mir zu spröde, zu dünn, aber mit der Zeit lernt man diese Art des 'Durchsichtigmachens' der Partitur zu schätzen - und mögen.



Und meine letzte Neuerwerbung, als Tip von peet (Dank!):
Mengelberg mit dem Concertgebouw Orchestra, Jo Vincent singt. Eine Live-Aufnahme von 1939, aber, ähnlich wie bei Furtwängler, vergisst man nach wenigen Takten über den Klang der CD zu sinnieren, sondern ist fasziniert von der Art, wie der Mann diese 4. spielt.

Grüße aus Hamburg
Uwe

C.Huth

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  • »C.Huth« ist männlich

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4

Samstag, 12. Februar 2005, 16:38

Lange versprochen, jetzt endlich kurz meine Einschätzung zu Daniel Hardings neuer Aufnahme der 4. Sinfonie Mahlers:



David Hurwitz, der nicht sonderlich viel auf Harding hält, hat eine ausgesprochen negative Kritik vorgelegt (unter http://www.classicstoday.com/review.asp?ReviewNum=8524), der ich nicht in allen Punkten folgen kann - dennoch hinterlässt die Aufnahme am Ende eher gemischte Gefühle bei mir.

Weniger Probleme macht mir die relativ kleine Orchesterbesetzung, ich finde die daraus resultierende Präsenz der Holzbläser durchaus interessant und reizvoll (Kent Nagano hat in seiner Einspielung von Mahler-Liedern mit Dietrich Henschel und dem Hallé Orchestra schon sehr erfolgreich mit einer eher kleinen Orchesterbesetzung experimentiert). Technisch ist am Spiel des Mahler Chamber Orchestra wenig auszusetzen - und Hardings Zugang zu der Sinfonie ist solide. Aber eben auch nicht mehr: Für die ironischen Passagen des zweiten Satzes etwa oder das grell Herreinbrechende Schellengebimmel des Schlusssatzes scheint ihm der Mut zu fehlen.

Wirklich gut, ja, teilweise herausragend, ist die Einspielung in den ruhigen, lyrischen Passagen, in denen Harding es auch versteht, die Dynamik sorgfältig abzustufen. So ist der dritte Satz der mich insgesamt überzeugendste. Auch der Kopfsatz ist voller gelungener Stellen, aber beim katastrophischen "Durchbruch" in der Mitte des Satzes fehlt eben wieder der Mut, wirklich zuzupacken. Dorothea Röschmann singt das Solo des Schlusssatzes gut, und die vier Wunderhorn-Lieder, die quasi zugegeben sind, überzeugen insgesamt mehr als die Sinfonie.

Die Tontechnik ist ebenfalls nicht ganz überragend, eher kompakt ist das Orchester aufgenommen, und das Schlagwerk (Glockenspiel!) ist bisweilen merklich "nach vorne" gezogen.

Insgesamt also eine Alternative, die zwischen wirklich tollen und durchschnittlichen Passagen schwankt - für Mahler-Fans sicher eine interessante Alternative, aber nicht erste Wahl, wenn man eine Aufnahme der Sinfonie sucht.

Beste Grüsse,

C.

N.B.: Ich bin kein Fan von Punktewertung, man sehe mir also nach, dass ich keine Punkte vergebe.....
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Ulli

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5

Samstag, 12. Februar 2005, 17:07

Salut,

onwohl die meine eigentlich Mahler's 7. Sinfonie ist, mag ich auch die 4. sehr gerne... mich überzeugt darin vor allem die allgemeine Persiflage, die in meinen Ohren vorherrscht. Ich habe die Gesamtaufnahme von Raphael Kubelik (ich glaube aus den späten 60ern) und bin damit eigentlich sehr zufrieden. Die 7. hatte ich damals in Bonn unter Russel Davies gehört und fand seine Aufführung grandios!!

Viele Grüße
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

peet

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6

Samstag, 12. Februar 2005, 22:24

@C.Huth

Ohne Harding zu verteidigen (nicht mein Dirigent sowieso :-), möchte ich anmerken, daß es mit "Durchbrüchen" in der Vierten nicht leicht ist, wenn man keine sehr große Masse im Orchester hat. Sie ist sehr gut instrumentiert, durchsichtig, und wenn die besetzungesbedingte Möglichkeit zupacken gar nicht vorhanden ist, gibt es keinen Durchbruch. Oft in Konzerten erlebt.

Gruß

C.Huth

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7

Sonntag, 13. Februar 2005, 11:24

@peet

Ja, meine Zustimmung. Ich hätte das auch so nicht formuliert, wenn ich an den betreffenden Stellen nicht deutlich das Gefühl hätte, die Möglichkeiten, die das (auch eher kleine) Orchester bietet, nicht wirklich ausgereizt wären. Dann wäre es in der Tat auf die Besetzung zurückzuführen. Aber es bleibt an den betreffenden Stellen eben immer der Eindruck: die geben noch nicht alles. So war es gemeint, kam nicht rüber, mea culpa ;)

Beste Grüsse,

C.
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peet

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8

Sonntag, 13. Februar 2005, 20:24

Alles klar. :-)

Gruß

Ulli

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9

Donnerstag, 26. Mai 2005, 10:42

Salut,

um den Thread wieder in Erinnerung zu rufen:

Ich habe soeben die Vierte gehört. Ganz besonders aufregend finde ich nach wie vor im 3. Satz, in dem ich mich absolut daheim und geborgen fühle, die Stelle kurz Vorschluss, wo ein grandioser "Wiener Walzer"-Auftakt mich aus der irdischen Gebrogenheit in himmlische Freuden erhebt...

Liebe Grüße
Ulli
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Moritz

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10

Donnerstag, 26. Mai 2005, 19:17

Hallo,


das ist ja lustig, das es zu dieser Symphonie einen Thread gibt, selbige werde ich nämlich morgen Abend von den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado genießen dürfen!!

Bei Interesse berichte ich dann gerne, wie es war..

Grüße, Moritz
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Ludwig van Beethoven

yarpel

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11

Donnerstag, 26. Mai 2005, 19:39

Ne, Moritz,

ganz klar, das interessiert keinen hier. Besonders die nicht, die in diesen Thread posten und/oder ihn lesen. 8)
Also nach dem Konzert sofort heimwärts gestrebt, an den PC oder wo immer er steht und gepostet.

Jawoll, ja
yarpel

Es gibt natürlich auch kein Forum über besuchte Konzerte.

Moritz

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12

Donnerstag, 26. Mai 2005, 19:47

Ok, ok, ok,

ich hab verstanden.... ;) Bin ja Neuling, also bitte etwas Nachsicht...

Werde selbstverständlich gerne posten!! Der Pc steht natürlich in Berlin, ca. 1 km Luftlinie von der Philharmonie entfernt :D

Liebe Grüße, Moritz
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yarpel

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13

Donnerstag, 26. Mai 2005, 19:52

Hallo Neuling, ääh Moritz,

Nachsicht ist gut. Das Nachsehen hätten wir, wenn Du nix über das Konzert erzählst, ob es dir gefallen haben wird oder nicht.

Es grüßt
yarpel

Moritz

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14

Donnerstag, 26. Mai 2005, 20:03

Danke schön,

werde bestimmt berichten!

In besagtem Forum, welches nicht existiert =)

Grüsse, Moritz
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Ludwig van Beethoven

15

Mittwoch, 9. November 2005, 18:43

DIE WEICHE VIERTE

Am 29.7.2001 spielte ein Orchester der ehemaligen Mitglieder des Jugend-Sinfonie-Orchesters des Landes Hessen unter der Leitung von Michael Luig im Kurhaus von Wiesbaden ein Konzert mit Gustav Mahlers 4. Symphonie G-Dur. Der Mitschnitt (Anlass war die Feier des 25-jährigen Bestandes dieses Jugend-Sinfonie-Orchesters) wurde auf CD festgehalten (Eigenverlag, erschienen November 2001). Das Orchester bietet ein weiches Klangbild, sehr einfühlsam nuanciert wird gespielt, man spürt die höchste Aufmerksamkeit und Spielfreude der Mitwirkenden. Der Dirigent setzt einige bewusste Akzente. Der erste Satz verströmt eigentlich kindlich-naive Heiterkeit, nur manchmal unheimlich oder aufschwungvoll durchzogen, vielfach schelmisch. Gelegentlich hört man in der Differenzierung der Orchestergruppen durch, dass dies kein routiniertes, gewachsenes, eingespieltes Orchester ist – aber gerade das macht die Aufnahme besonders spannend. Auch der zweite Satz bringt eine sehr behutsame Interpretation. Mögliche Schärfe erscheint zurückgenommen. Trotz weiterer Akzentuierungen hätte etwas mehr „Feuer“ hier aber nicht geschadet. Das Orchester spielt nichtsdestotrotz immer wunderbar beherzt. Ganz weich, ganz zart beginnt der große langsame Satz, der dann auch sehr gefühlsintensiv emotional wird – eine Offenbarung, wieder einmal! Ein Sopransolist des Tölzer Knabenchores (auch Leonard Bernstein ließ in den 80er Jahren das „Himmlische Leben“ von einem Knabensopran singen) berichtet kindlich unbekümmert aus dem Mahlerschen Himmel. Fazit: Nichts für Perfektions – Puristen, aber eine Aufnahme mit viel Herz! / Gehört am 8.11.2005.

Diese Aufnahme ist über die Homepage des JSO Hessen bestellbar.

Herzlicher Gruß
Alexander
Freundlicher Gruß
Alexander

teleton

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16

Dienstag, 4. April 2006, 09:09

mahler: Sinfonie Nr.4 mit Chailly

Hallo Mahler-Freunde,

ich habe die Mahler-Decca-Chailly-CD-Box jetzt auch seit ca.3 Wochen als Interpretationsvergleich zur Solti-Gesamtaufnahme.

Ich werde mir mit Mahler Wochen Zeit lassen um alles zu hören.
Bisher ist mein Gesamteindruck von Begeisterung bis leicht enttäuscht von der Chailly-Aufnahme. Die Sinfonien Nr.1 und 6 gehen IMO klar zu Gunsten von Solti / Chicago SO.
Die Sinfonie Nr.4 hingegen habe ich so perfekt und eindrucksvoll noch nicht gehört, wie mit Chailly. Bisher hatte ich für die Sinf.Nr.4 nicht den wirklichen Zugang gefunden. Vielleicht kam es mir bisher wegen der seltenen Gipfelpunkte in der Sinfonie vor, wie ein Dahinplätschern ohne Gänsehautfaktor.
:] Die Chailly-Aufnahme ist glänzend gelungen und läßt die Sinfonie Nr.4 in neuem Licht erscheinen.
:angel: Klanglich wird es mit Chailly, neben Solti trotz teilweiser Analogaufnahmen bei der Gesamtaufnahme, kaum etwas besseres geben. Man hört jedes Instrument an seinem Ort - räumlich und audiophil - so macht Musikhören Freude.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Austria

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17

Sonntag, 4. Juni 2006, 10:52

Mahler, Gustav (1860-1911)
SYMPHONIE NR. 4
1. BEDÄCHTIG. NICHT EILEN
2. IN GEMÄCHLICHER BEWEGUNG. OHNE HAST
3. RUHEVOLL (POCO ADAGIO)
4. SEHR BEHAGLICH

The Cleveland Orchestra
Leitung: Boulez, Pierre
Solist: Banse, Juliane (S)



Gestern leider nur im Vorübergehen in Radio Stephansdom gehört - und hab’ sie erst gar nicht erkannt ;-). Aber DIE CD werde ich mir ganz bestimmt kaufen ! (kenne bisher nur die WP unter Lorin Maazel, 1984, mit Kathleen Battle).

Die 4. ist meine Lieblingssymphonie von Mahler. Oder die 1.? oder die 6. ? na egal, bin jedenfalls neugierig.

Austria
Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

Edwin Baumgartner

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18

Sonntag, 4. Juni 2006, 11:05

Für mich ist die Boulez-Einspielung eine der besten überhaupt: Klug, analytisch, das "So-als-Ob" kommt ideal heraus. Und das Orchester klingt, wie immer unter Boulez, einfach wunderbar!
(Aber zum Vergleich sicherheitshalber die Einspielungen mit Szell und Kegel kurz anhören, die sind für mich absolut gleichwertig.)
...

Austria

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19

Sonntag, 4. Juni 2006, 11:38

Zitat von »Edwin Baumgartner«

Für mich ist die Boulez-Einspielung eine der besten überhaupt: Klug, analytisch, das "So-als-Ob" kommt ideal heraus. Und das Orchester klingt, wie immer unter Boulez, einfach wunderbar!
(Aber zum Vergleich sicherheitshalber die Einspielungen mit Szell und Kegel kurz anhören, die sind für mich absolut gleichwertig.)

Jawoll - mach ich. Danke für die Empfehlung.

LG
Austria
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Myschkin

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20

Sonntag, 4. Juni 2006, 13:54

Zitat

Für mich ist die Boulez-Einspielung eine der besten überhaupt: Klug, analytisch, das "So-als-Ob" kommt ideal heraus. Und das Orchester klingt, wie immer unter Boulez, einfach wunderbar!
(Aber zum Vergleich sicherheitshalber die Einspielungen mit Szell und Kegel kurz anhören, die sind für mich absolut gleichwertig.)

Für meine Ohren klingt die Interpretation von Boulez auch sehr klug und passend und ich mag sie sehr.

Umso weniger nachvollziehen kann ich deswegen folgenden Verriss aus dem RONDO-Magazin:

Wäre Mozart hundert Jahre später auf die Welt gekommen, klänge seine Musik wohl wie Mahlers Vierte Sinfonie in der Interpretation von Pierre Boulez. Der „Maestro der Moderne” nimmt den scheinbar klassizistischen Tonfall, den Mahler in seiner grazilsten Sinfonie anschlägt, für bare Münze und präsentiert eine gleichermaßen zügige wie ausgewogene und warmherzige Interpretation des Werks, die wunderschön ausmusizierte Momente und einen vorbildlich aufgefächerten Klang bietet – doch wichtige Grundvoraussetzungen für die Interpretation von Mahlers Musik fehlen: Zwischentöne und der Mut zu Extremen.
Mahlers Vierte ist vom ersten bis zur letzten Takt in Anführungszeichen geschrieben; nichts ist so, wie es zuerst klingt, die scheinbare Idylle wird jeden Moment durch einen scharfen Akzent, ein unerwartetes Fortissimo oder äußerst seltsame Instrumentenkombinationen unterlaufen. Boulez jedoch ebnet das alles ein, erlaubt sich höchstens mal einen harmlosen Spaß, doch die zwischen den Zeilen lauernde Groteske sucht man bei ihm vergeblich. Zum Schluss spaziert Juliane Banse klangschön, doch ungeduldig durch die „himmlischen Freuden”, als ob irgendwo noch himmlischere auf sie warten würden.
- Thomas Schulz

Du Du schon mehrfach so für Kegels Interpretation geschwärmt hast und da mich Kegel bei Schönberg, Lutoslawski und Nono begeistert, habe ich sie mir mal bestellt, obwohl ich eigentlich dachte, genug CDs von der Vierten zu haben...

Mal schaun... :)

Edwin Baumgartner

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21

Sonntag, 4. Juni 2006, 14:10

Alte Sache: Boulez polarisiert. Und wenn man man ihm schon nicht die Kälte vorwerfen kann, wirft man ihm halt vor, zuwenige Extreme zu dirigieren. Für manche kann er eben nichts, absolut nichts richtig machen.
...

rolo betman

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22

Sonntag, 4. Juni 2006, 18:43

ich habe mir vor ein paar Wochen 'aus Versehen' folgende Aufnahme bei ebay ersteigert :



Mahler's 4. mit dem New Symphony Orchestra of Tokio, Dirigent Viscount Hidemaro Konoye. Angeblich die erste elektronische Aufnahme dieses Werks, aus dem Jahre 1930, natürlich in mono und mit einem Klang wie durchs Feldtelefon gespielt. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sie mir nicht zugelegt, denn historische Aufnahmen sind nicht so mein Ding. Aber wer weiß, vielleicht wird die Scheibe ja irgendwann mal viel wert ... :rolleyes:
'Junge, ich habe es doch nur gut gemeint'
aus der Biographie des r.b. 'Mütter und andere Naturkatastrophen'

a.b.

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23

Dienstag, 22. August 2006, 14:55

Zitat von »Uwe«

Und meine letzte Neuerwerbung, als Tip von peet (Dank!):
Mengelberg mit dem Concertgebouw Orchestra, Jo Vincent singt. Eine Live-Aufnahme von 1939, aber, ähnlich wie bei Furtwängler, vergisst man nach wenigen Takten über den Klang der CD zu sinnieren, sondern ist fasziniert von der Art, wie der Mann diese 4. spielt.

Eine große Unterstützung dieser Aufnahme, ide einsta uch bei Philips zu haben war: Mengelbergs 4. (Centurion, Archipel, Artone 4CDs, History 10 CDs, Documents 10CDs) ist genial, weil da endlich einmal wahrlich kein „seeliges, englisches Leben“ herrscht.

Das ist endlich einmal ein Mahler, ohne das übliche bloß seelige, glättende Musizieren, dem der Zahn der Doppelbödigkeit und Grausamkeit, Unerbittlichkeit und Erbarmungslosigkeit gezogen ist. (Das kenne ich sonst in Ansätzen nur noch von Horenstein.)
:jubel: :jubel:
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

petemonova

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24

Dienstag, 1. Januar 2008, 19:56

Entgegen der Ratschläge hier im Forum, nach der "Tragischen" mich auf meinem weiteren Zugangsweg zu Mahler nun der Siebten oder Fünften anzunehmen, habe ich mich dazu entschlossen, mir mal die Vierte etwas genauer zu Gemüte zu führen.

Und ich bin eigentlich ganz glücklich damit, weil ich denke, Mahler wieder ein Stück näher gekommen zu sein. Auch, wenn ich mit der Vierten nicht so sehr eins werde als mit seiner Sechsten.

Aber das hängt bestimmt mit der dominierenden lyrischen Grundhaltung der Sinfonie zusammen.
Sehr schön (und passend zur Weihnachtszeit, als ich mich mit dem Werk beschäftigte) fand ich das anfängliche Schellenmotiv, das ja immer wieder an charakteristischen Stellen wiederkehrte und ja auch seine Rolle im 4. Satz spielt.
Besonders beeindruckt hat mich die motivische Arbeit in dieser Sinfonie. Was da an Kontrapunktik drin steckt, ist wirklich enorm!

Am liebsten ist mir der zweite Satz mit der Solo-Fidel und dem pastoralen Teil, wo sich die Musik über einem Orgelpunkt auszuruhen scheint, um dann wieder in die "alte Leier" überzugehen.

Meine Aufnahme ist die hier schon gelobte mit Herbert Kegel und Celestina Casapietra als Sopranistin:



Da ich keinen Vergleich habe, kann ich auch nur sagen, dass mir die Interpretation zusagt und sehr gefällt.
Die CD ist übrigens für gerade mal 10 Euro zu haben, also das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. :]


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

Norbert

Moderator

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25

Samstag, 19. Juli 2008, 10:38

"Mahler vibratolos" propagiert Roger Norrington in seiner Aufnahme mit dem RSO Stuttgart des SWR. Die Art, mit der Norrington musizieren läßt, hat sich inzwischen als "Stuttgart sound" etabliert.

Meine erste Mahler-Begegnung mit Norrington fand kürzlich mit der 4. Sinfonie statt:



Ob man Mahler vibratolos spielen muß, weil zu Mahlers Zeit Dauervirbrato unbekannt war, lasse ich einmal unbeantwortet im Raum stehen, denn die Hörunterschiede zu Dirigenten, die ebenfalls nicht auf ein dickes Dauervibrato, sondern auf Transparenz setzen (hier sei exemplarisch der von Uwe bereits erwähnte Michael Gielen genannt), sind in meinen Ohren nicht außergewöhnlich groß.

Aufhorchen lassen vielmehr Norringtons überaus rasante Tempi, die mit den Satzcharakteren "Bedächtig. Nicht eilen", "In gemächlicher Bewegung. Ohne Hast", "Ruhevoll. Poco adagio" und "Sehr behaglich" zumindest in den ersten beiden Sätzen nichts gemein haben.

Norrington begründet seine Tempowahl mit den Metronomangaben, die für den letzten Satz existieren und den daraus entsehenden Temporelationen im ersten Satz. Das in der Regel langsame Tempo des zweiten Satzes hält er für ein Mißverständnis und legt dar, weswegen der Satz bei ihm derart rasant geriet (u.a. mit der Erkenntnis, daß der Satz ein Scherzo sei und Mahler verlangte, der Satz solle so klingen, "dass euch dabei die Haare zu Berge stehen werden").

Größtes Plus der Einspielung ist der transparente Orchesterklang auf höchstem spielerischen Niveau. Es handelt sich um Live-Aufnahmen vom 22. und 23.09.2005. "Wackler", "Verspieler", verspätete Einsätze etc. sind mir nicht aufgefallen. Norrington ließ in der zu Mahlers Zeit üblichen Orchesteraufstellung spielen, also mit antiphonalen Violinen und Kontrabässen, die hinten in einer Reihe angeordnet sind.

An die rasanten Tempi hat man sich schnell gewöhnt, wobei Tempi an sich nicht das entscheidende Kriterium darstellen, sondern die Temporelationen zueinander in den verschiedenen Sätzen. Auch der dritte Satz ist immer noch im Vergleich zu anderen Aufnahmen recht schnell (19'41''), wenngleich andere Dirigenten (z.B. Klemperer) ein noch schnelleres Tempo anschlugen, aber der Satz wird tatsächlich als "ruhevoll" empfunden.

Leider geht aber dieser Aufnahme vollkommen das "so als ob" ab. Im zweiten Satz spielt kein "Gevatter Hein", sondern eine exponierte Solovioline. Ironie, Doppeldeutigkeit fehlen in meinen Augen vollkommen.

Mit Anu Komsi traf Norington imo keine gute Wahl im Finale. Ihr Vortrag geriet nicht sonderlich wortdeutlich und mehr als einmal "atemlos". Ferner stemmte sie sich ein bißchen zu sehr in die Höhe.

Fazit: Licht und Schatten wechseln sich hier leider ab. Es überwiegt bei mir allerdings der positive Charakter, denn generell schätze ich gute Durchhörbarkeit im Orchesterklang und Detailarbeit. In einer Aussage behielt Norrington Recht: "Das vielleicht Einzige, was eine Mahler-Aufführung nicht ein sollte, ist langweilig". Dem Anspruch wird er in meinen Augen gerecht
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Joseph II.

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26

Sonntag, 10. Januar 2010, 12:53

Ich habe eine allgemeine Frage zur IV. von Mahler: Ist das die einzige seiner Symphonien, wo u. U. ein Knabensopran eingesetzt wird?

Und: Handelt es sich bei folgender Aufnahme um besagte von Bernstein? Dürfte ja die einzige mit Knabensopran sein.



Danke schonmal!

:hello:
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Joseph II.

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27

Mittwoch, 13. Januar 2010, 20:20

Bernstein 1987


Gustav Mahler (1860–1911)
Symphonie Nr. 4
Helmut Wittek
Concertgebouworkest Amsterdam
Leonard Bernstein
1987

Heute hörte ich mir erstmals diese Symphonie an, und ich muß sagen, daß sie mir gefiel. Sie ist für den Mahler, den ich bislang kannte (II., VI., VIIII.), sehr ruhig. Das Highlight ist für mich der 4. Satz, hier mit Knabensopran. Die viel geäußerte Kritik vermag ich nicht recht nachzuvollziehen. Vermutlich klingt eine professionelle Sopranistin perfekter, aber so unschuldig klingt sie gewiß nicht.

Da ich dieses Werk bis dato nicht kannte, kann ich keine genauere Rezension abgeben fürs erste. Mir gefiel es jedenfalls, daher volle Empfehlung für diese Aufnahme!
:jubel:
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

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Registrierungsdatum: 12. August 2005

28

Mittwoch, 13. Januar 2010, 20:30

Die meisten Sopranistinnen klingen in dem Satz leider auch problematisch. Dennoch glaube ich, dass eine Ebene verlorengeht, wenn man einen Knaben verwendet. Es ist einfach ein Unterschied, ob hier (ebenso in "Urlicht" in der 2. Sinf. und einigen anderen Wunderhornliedern) ein Kind singt, oder eine Sängerin angewiesen ist, "naiv", "wie ein Kind" zu singen.

(Ich habe das Werk allerdings auch in dieser Einspielung kennengelernt, selbst wenn ich sie nicht besitze.)

:hello:

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Ulli

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

29

Mittwoch, 13. Januar 2010, 21:25

Mir gefällt das mit dem 'Bubilein' auch sehr gut :lips: :angel:

Es müßt' halt nur noch HIP sein, dann wär's perfekt (dann könnt ich auch über das im Vergleich zu Kubelix zügige Tempo hinweghören...)

:hello:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

wenzeslaus

Anfänger

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Registrierungsdatum: 25. März 2010

30

Dienstag, 16. November 2010, 21:46

Auch ich bin inzwischen ein absolut überzeuter Fan der Bernstein Aufnahme mit dem Knabensopran. Störte mich zunächst der nicht ganz intonationssichere Ansatz so muss ich jetzt sagen, dass gerade dadurch dieser letzte Satz seine ganz irrsinnigkeit bekommt, die im Text besungen wird. Das ist ja kein absoluter Wohlklang sondern da schlachtet Herodes das Lamm und Lukas sein Symboltier den Stier (Ochsen) und da geht es derbe zu. Gerade kein perfekter Wohlklang wie in so viel andern Aufnahmen.
Gruß Wenzeslaus :hello:

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