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katlow

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1

Dienstag, 29. März 2005, 15:46

Saint-Saens Orgelsymphonie

Hat vielleicht schon jemand hier die neue SACD-Reihe probegehört, die RCA als Mercury Living Stereo Reihe herausgibt?

Ich persönlich interessiere mich für folgende Aufnahme der Orgelsymphonie mit Munch:



- allerdings beziehen sich meine Empfehlungen allein auf die frühere CD-Version derselben Aufnahme, die aber bei Amazon, JPC etc. nicht mehr auffindbar zu sein scheint.

Kann mir jemand sagen, ob es sich bei der neuen SACD-Version überhaupt um eine Hybrid-SACD handelt, die ich auch auf meinem reinen CD-Spieler abspielen kann, und falls ja wie es um die Qualität der CD-Spur (Aufnahmequalität, Remastering) bestellt ist?

Wäre dankbar, wenn mir da jemand weiterhelfen könnte - mit Probehören ist das hier in der Gegend so eine Sache...

Gruß

katlow

Richard

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2

Dienstag, 29. März 2005, 16:44

RE: Saint-Saens Orgelsymphonie

Also,

die Aufnahmen, die ich mir von der Serie gekauft habe sind alle Hybrid SACD's.

Gruß
S. Rachmaninov:
Music must first and foremost be loved, it must come from the heart and it must be directed to the heart.’

katlow

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3

Freitag, 20. Mai 2005, 21:23

Es hat etwas länger gedauert, bis ich die oben genannte Aufnahme dann auch tatsächlich meiner Sammlung hinzugefügt habe, aber nunmehr kann ich bestätigen, dass es sich bei dieser tatsächlich um eine Hybrid-SACD handelt, die sich auch auf einem CD-Spieler problemlos abspielen läßt.

Die Aufnahme selbst finde ich überzeugend, und, zumindest was die Orgelsymphonie angeht, auch von der Aufnahmetechnik / dem Remastering her erstklassig - das ebenfalls auf der SACD enthaltene La Mer hört sich im Vergleich etwas "älter", irgendwie merkwürdig gedämpft an - da bevorzuge ich die Version mit dem Royal Concertgebouw Orchestra unter Haitink (Philips).

Aber weshalb ich eigentlich schreibe: ich hätte da mal eine Nachfrage. Schon beim Vergleichen verschiedener erhältlicher Versionen der Orgelsymphonie ist mir aufgefallen, dass die Anzahl der Tracks bei diesem Werk variierte. Beim genaueren Hinsehe stelle ich nunmehr fest, dass, zumindest auf meiner Aufnahme, nur zwei der (vier) Tracks römische Ziffern vorangestellt sind.

Bedeutet das in der Tat, dass die Orgelsymphonie mit ihren knapp 35 Minuten vom Komponisten in nur zwei Sätze unterteilt wurde - und wenn ja, gab es einen besonderen Grund oder eine Erklärung für diese ungewöhnliche Strukturierung ? ?(

Würde mich interessieren, ob jemand dazu etwas sagen könnte

Gruß

katlow

P.S. Das Booklet zu der Hybrid-SACD von Living Stereo verdient noch besondere Erwähnung - dafür, dass es die Erläuterungen zu den enthaltenen Werken (Saint-Saens Orgelsymphonie, Debussy La Mer und Ibert Escales) ausschließlich auf Englisch wiedergibt - die "Technischen Anmerkungen", sprich: ihre Lobhudelei zum Thema, wie toll doch SACD im allgemeinen und ihre im besonderen seien, dagegen auf Englisch, Französisch und Deutsch! Da sollte wohl mal jemand seine Prioritäten sortieren!!!

Alfred_Schmidt

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4

Freitag, 20. Mai 2005, 21:37

Hallo Katlov,

Die Sinfonie besteht aus vier Sätzen, die aber jeweis 2 Sätze zu einer Gruppe verbindet.

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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teleton

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5

Dienstag, 24. Mai 2005, 08:51

Hallo Saint-Saens-Freunde,

ich habe gerade im Themenverzeichnis nachgesehen ob es für die Sinfonie Nr.3 "Orgelsinfonie" einen Thread gibt, denn dieser kam durch Katlows besondere SACD-Nachfrage zustande.
Nein - es ist dieser, obwohl im Thread Camille Saint-Saëns: Orchesterwerk und Konzerte schon einiges über die Orgelsinfonie geschrieben wurde !

Ich habe mir noch eine sehr gute CD von der Orgelsinfonie gekauft, die in den DG-Originals zu haben ist:
Daniel Barenboim / Chicago SO DG (1975 ADD)


Diese Aufnahme bringt eine Super-Klangqualität, die man sonst kaum bei DG gewöhnt ist (es muß an den veränderten Aufnahmebedingungen in den USA liegen - das DG so gut ist, wie ich schon im Gerschwin-Thread schrieb) ; hinzu kommt die geniale Verbindung mit dem Chicago SO. Wenn man einem Dirigenten wie Barenboim so ein Orchester gibt (bin sonst kein Barenbiom-Fan), dann kommt was tolles dabei raus. Die Aufnahme ist bis in die letzten Winkel durchhörbar und Barenboim liefert mit dem CSO eine spannende Interpretation, die sich vor meinen sonstigen TOP-Aufnahmen mit
Ormandy / Philadelphia Orchester auf RCA (1970)
--- meine Lieblingsaufnahme und
Dutoit / Montreal SO auf Decca (DDD) nicht im mindesten zu verstecken braucht.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

JoeBroesel

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6

Samstag, 8. September 2007, 19:15

Hallo,
kürzlich habe ich bei einer Vorführung eine Aufnahme gehört, wo die 3. Sinfonie auf einer der größten Orgeln der Welt irgendwo in den USA gespielt wurde. Ich konnte aber nicht fragen, welche Aufnahme was war.
Kann mir vielleicht jemand weiterhelfen.
Soviel ich weiß, wurde eine SACD gespielt.
mit vielen Grüßen
J.

teleton

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7

Montag, 10. September 2007, 09:13

Saint-Saens aus Philadelphia

Hallo Joe,

die Aufnahme die Du meinst ist mit dem Philadelphia Orchestra unter Christoph Eschenbach neu auf SACD:



Hier die Eindrücke von Schneewittchen vom Februar 2007:

Zitat

Diese Live-Aufnahme (ohne störende Publikumsgeräusche) aus 2006 mit der größten Orgel der USA als Hybrid-SACD ist jetzt meine Referenz der Orgelsinfonie. Hier wurde nichts zusammengeschnitten, denn Orgel und Orchester befinden sich in derselben Konzert-Halle.Das Spiel des Philadelphia Orchesters und Olivier Latry an der Orgel wurden mit neuster Technik auf die SACD gebannt und somit ist diese SACD in technischer Hinsicht allen älteren CDs überlegen. Eschenbachs Dirigat gefällt mir auch.Die Laufzeit der SACD beträgt fast 80 Minuten und alle 3 Werke wurden zur Einweihung der neuen Orgel in der Verizon Hall/Philadelphia mitgeschnitten. Nach den 80 Minuten hätte ich mir gewünscht,live dabei gewesen zu sein.


Diese Worte machen Appetit.
:D Unter Ormandy haben die Philadelphianer ja gelernt, wie Saint-Saens-Orgelsymphonie zu spielen ist.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

JoeBroesel

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8

Montag, 10. September 2007, 11:00

Danke Wolfgang!
mit vielen Grüßen
J.

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9

Montag, 10. September 2007, 12:11

Mir ist unverständlich, warum man das Werk "Orgelsinfonie" nennt. Das Klavier hat weit mehr zu tun; der Komponist schrieb lediglich "avec orgue", also "mit Orgel.
:D
Es gibt Sinfonien für Orgel und Orchester, die diesen Titel meines Erachtens weit mehr verdienen als diese -- z. B. von Widor und Guilmant.
Aber das wäre ein anderer Thread ...
:pfeif:
PS: Mein Kommentar zu der Eschenbach-Aufnahme:
:kotz:

:D :D :D
Ben

-------------
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Klawirr

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10

Montag, 10. September 2007, 12:39

Zitat

Original von ben cohrs
PS: Mein Kommentar zu der Eschenbach-Aufnahme:
:kotz:

:D :D :D

Wieso? :rolleyes:

Mir hat die Einspielung allerdings auch nicht besonders gefallen. Etwas lieblos und unengagiert runtermusiziert, schien mir; sehr brav und tendenziell fade. Richtige Aussetzer konnte ich nicht hören (hab' die CD aber auch nur zwei- oder dreimal im Player gehabt) - aber mitreißend oder gar majestätisch ist doch etwas anderes (Dutoit etwa, oder Bernstein). Vielleicht hör' ich's heute abend mal wieder...

Herzlichst,
Medard

teleton

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11

Montag, 10. September 2007, 12:55

RE: Saint-Saens Sinfonie Nr.3 mit Orgel

Danke ben,

für Deine Antwort zu Eschenbach.

:D Wieder Geld gespart, denn mit meinen CD-Aufnahmen Ormandy (RCA)Aufnahme, Dutoit- (Decca) und sogar Barenboim (DG) bin ich in dieser Reihenfolge voll zufrieden.

Die Martinon-Aufnahme im Rahmen der Saint-Saens-Sinfonien-GA (EMI) wirkt auf mich zu unspektakulär.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Jacques Rideamus

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12

Montag, 10. September 2007, 13:15

RE: Saint-Saens Sinfonie Nr.3 mit Orgel

Zitat von »teleton«

Die Martinon-Aufnahme im Rahmen der Saint-Saens-Sinfonien-GA (EMI) wirkt auf mich zu unspektakulär.

Genau deswegen mag ich sie, denn ich fnde sie sehr idiomatisch. Gerade bei diesem Werk, das, worauf zu Recht hingewiesen wurde, eine SINFONIE mit Orgel ist, scheint mir schon der Hinweis auf die besondere Orgel, auf der es eingespielt wurde, ein grundlegendes Missverständnis zu signalisieren.

Mit der Wahl der Aufnahme von Ormandy mit E. Power Biggs und dem Philadelphia Orchestra zur besten Interpretation des Werkes bin ich dennoch einverstanden, zumal es neben dieser und Janaceks SINFONIETTA viel zu wenig Aufnahmen dieses hervorragenden Dirigenten gibt, welche sich die anscheinend mit der Zeit schwindende Wertschätzung (und Verfügbarkeit) erhalten haben. Bei ihm klingt das Werk zwar in der Tat sehr machtvoll, ohne jedoch die Grenze zum Bombast zu überschreiten, den Saint-Saens überhaupt nicht verträgt.

Dutoit mit Peter Hurford und dem Montréal SO wäre, auf sehr hohem, also empfehlenswerten Niveau meine Nr. 3 für diese Symphonie, die ich schon sehr früh entdeckt und seither sehr geschätzt habe. Allein unter dem Aspekt der Tonqualität, die ja gerade für eine gute Präsentation der Orgel besonders wichtig ist, wäre sie sogar meine erste Wahl.

Danke für den Tipp, sie mal wieder aufmerksam anzuhören.

:hello: Rideamus
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13

Dienstag, 11. September 2007, 13:06

Meine Rezension der Eschenbach-Aufnahme findet sich bei Klassik Heute unter:

klassik-heute.de/kh/3cds/20070214_18095.shtml

Ich finde übrigens die als Nr. 2 bekannte a-moll-Sinfonie das bei weitem bessere Stück.
In diesem Zusammenhang möchte ich einmal mehr auf die fabelhaften Zeng-Zeng-Einspielungen mit der Tapiola Sinfonietta unter Jean Jacques Kantorow bei BIS hinweisen -- auch wenn da leider ausgerechnet die Dritte fehlt ...
:no:
Ben

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honigschlecker

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14

Dienstag, 11. September 2007, 18:45

Ich habe zu der Eschenbachschen Aufnahme eine Trackliste mit Zeitangaben gefunden, vielleicht ganz interessant:
S. Barber
1 Toccata Festiva op. 36 15:42

F. Poulenc, Concerto g-moll f. Orgel, Streicher und Pauken
2 Andante 03:35
3 Allegro giocoso 02:05
4 Subito andante moderato 08:25
5 Tempo allegro, molto agitato 02:37
6 Très calme. Lent 03:08
7 Tempo de l´allegro initial 01:48
8 Tempo introduction. Largo 03:29

C. Saint-Saens, Symphonie Nr. 3 c-moll op. 78 "Orgelsymphonie"
9 Adagio - Allegro moderato 10:39
10 Poco adagio 11:33
11 Allegro moderato - Presto - Allegro moderato 06:56
12 Maestoso - Allegro - Molto allegro - Pesante 08:56

Joseph II.

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15

Montag, 8. Februar 2010, 06:23

Saint-Saens: Orgel-Symphonie

Es gibt da offenbar zwei Ormandy-Aufnahmen: Eine aus den 70ern (RCA) und eine von 1980 (Telarc, auch als SACD erhältlich):



Die Digital-Aufnahme soll eine unglaubliche Klangqualität haben, zumal in SACD. Kennt jemand vielleicht beide?

Ferner würde mich die Aufnahme interessieren:



Darüber liest man höchst Kontroverses: Die einen sehen sie als die beste Aufnahme (vor Ormandy und Co.), die anderen sehen darin ein Desaster (wenn Karajan-Gegner, dann allerdings nicht unbedingt ernstzunehmen). Was stimmt?
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Alfred_Schmidt

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16

Montag, 8. Februar 2010, 09:37

Ich muß zur Karajan Aufnahme anmerken, daß sie sicher kein "Desaster" ist, aber andrerseits auch keine "Jahrhunderteinspielung"

Um das Werk kennenzulernen genügt sie allemal, wenngleich anzumerken ist,daß Karajan kein Spezialist für "französisches Repertoire" ist - und die Berliner Philharmoniker auch nicht.

So wie es "wienerische" Aufnahmen und solche mit "Italianitá", tschechisch weichen Orchesterklang und amerikanisch Knallendes, - jedes für bestimmtes Repertoire besonders prädestiniert - so gibt es auch einen französichen Orchesterklang (den ich allerdings nicht beschreiben kann)

Zudem soll die Aufnahme der Orgel bei dieser Aufnahme extra gemacht, und hinzugemischt worden sein, was man auf räumlich abbildenen Stereoanlagen (vor allem mit Kopfhörern) angeblich hören soll. Ich gestehe aber, daß mich das Werk HEUTE nicht so fesselt, daß ich mich so damit auseinandergesetzt habe.

Beeindruckt war ich beim "Ersthören vor zig Jahren- als ich es auf einer damals schon gestrichenen (Westminster ??) (Gloria??) -Schallplatte mit dem Utah Sinfonieorchester unter Maurice Abravanel hörte. Ich kannte das Werk nicht- und war beim Einsatz der Orgel schlicht und einfach hingerissen. Keine spätere Aufnahme hat mich mehr so begeistern können, was ich auf meinen schlechten Geschmack zurückführe, denn weder Orchester noch Dirigent sind heute noch in der Erinnerung der Klassiksammler verankert. Den Klang der Aufnahme habe ich als überpräsent im Gedächnis- das entsprach meinem Geschmack mit zwanzig......

mfg aus Wien

Alfred

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teleton

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17

Montag, 8. Februar 2010, 12:30

RE: Orgelsinfonie mit Ormandy

:wacky: Wegen der Tatsache, dass die Orgel in der Karajan-Aufnahme (DG) nachträglich zugemischt ist, habe ich mich auch von dieser immer ferngehalten.
Interessenhalber habe ich aber mal vor mehr als 15Jahren in einem CD-Laden ein paar Ausschnitte getestet. Leider sind die Pauken im Finale ziemlich harmlos ins Orchester integriert - gefiel mir auch ansonsten nicht so doll !


**** Ormandy hat sogar 3 verschiedene Einspielungen hinterlassen: an der Orgel mit Edward Power Biggs (CBS), Michael Murry (Telarc) und Viril Vox (RCA).

Meine in den vergangen Beiträgen favorisierte Aufnahme bezog sich immer auf die RCA-Aufnahme mit dem Organisten Virgil Vox von 1974. Diese besaß ich schon zu Schallplattenzeiten und habe vor und nachher nie etwas imposanteres gehört - da stimmt einfach alles.

Die RCA-Aufnahme gibt es in zig Cover-Versionen. Ich habe jetzt nur diese optisch "aufgedonnerte" gefunden; meine CD-Version aus einer RCA-Mittelpreisserie kostete 5,-DM, sieht harmlos aus und oben steht mit gelbem Untergrund RCA Victorola:


Virgil Vox-Orgel, Philadelphia Orchestra, Ormandy
RCA, 1974, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

John Doe

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18

Montag, 8. Februar 2010, 12:38

Saint Saens 3. kenne ich nur in o.g. Karajan-Aufnahme, die Alfred treffend beschrieben hat und von folgender Brilliant-Box Mit Bernard Gavoty an der Orgel und dem Orchestre National de´lO.R.T.E. unter Jean Martinon, einer 73er Aufnahme von EMI.



Letztere ist eine sehr direkte, frische Aufnahme, die Saint Saens 3. durch aus krafrvoll und flott wiedergibt.
Ich persönlich bin mit ihr sehr zufrieden, zum einen weil die Orgelsinfonie trotz ihrer durchaus vorhandenen Qualitäten eben nicht zu den gehaltvollsten Sinfonien der Romantik zählt, zum anderen weil mit der Orgelsinfonie auch noch sämtliche anderer Sinfonien von Saint Saens mit eingespielt sind (plus der ganzen Klavier- und Violinkonzerte, um die es in diesem Thread aber nicht geht.)-
Außerdem handelt es sich bei dieser Box um die vielleicht liebevollst gestalltete von Brilliant, ist doch jede CD ordentlich und sauber mit dem gleichen Bild ihres Schubers bedruckt, wobei auf jedem Schuber ein anderes Bild oben ist. Also von Brilliant ausnahmsweise auch mal etwas für das Auge und nicht nur für die Ohren.

Viele Grüße
John Doe
:hello:

Joseph II.

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19

Montag, 8. Februar 2010, 18:14

RE: Orgelsinfonie mit Ormandy

Hallo Wolfgang,

ich habe nochmal geschaut, und die Aufnahme gefunden:



Dürfte es ja fast sein? ;)
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

teleton

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20

Dienstag, 9. Februar 2010, 12:07

RE: Orgelsinfonie mit Ormandy/Vox

Hallo Joseph,

ja, das ist auch die Aufnahme. Das ist jetzt schon das 6.Cover, das ich für die Fox/Ormandy-Aufnahme gesehen habe.
:yes: Die Aufnahme ist einfach unschlagbar und immer wieder neu aufgelegt worden.

:D Aber es ist auch nicht das Cover meiner 5DM-RCA-CD mit der Aufschrift RCA Victorola.
Bei mir ist auch nur die Sinfonie Nr.3 auf der CD enthalten, ohne Filler.

------------------------------

Die von John Doe gezeigte Brillant-GA der Saint-Saens-Sinfonien unter Martinon habe ich noch in der Original-CD-Ausgabe von EMI.
Diese ist für die anderen Sinfonien wirklich eine Empfehlung, da es anständige Interpretationen sind. Aber die Orgelsinfonie ist mir dort zu harmlos.
Wenn man mit diesem Werk einmal unter Ormandy "Blut geleckt" hat, dann wirkt Martinon nur noch als laues Lüftchen, wie Edwin immer zu sagen pflegte :D .
Gruß aus Bonn, Wolfgang

John Doe

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21

Dienstag, 9. Februar 2010, 13:55

RE: Orgelsinfonie mit Ormandy/Vox

Jetzt habt ihr mich überzeugt: Ich werde mir auch diese Ormady/Vox-Aufnahme besorgen.
Bin gespannt, wie sie ist!

John Doe
:hello:

teleton

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22

Freitag, 5. März 2010, 10:35

Ormandy vs Ormandy

Wie es der Zufall wollte machte mir ein netter Forianer aus einem anderen Klassikforum den Vorschlag die Ormandy-Aufnahmen mit Michael Murray und Virgil Vox auszutauschen.

Gestern habe ich mir die TELARC-CD angehört:


TELARC, 1980, DDD

Es ist eine typische TELARC-Produktion, die auf überdimensionale Klangqualität Wert legt. Die Orgel wird auch überdimensional deutlich abgebildet; der Frequenzgang reicht von tiefsten Subbass bis in die höchsten Frequenzregionen und macht ordentlich Druck.

Die Aufnahme ist von 1980, als die Digitaltechnik der CD gerade ihren Einzug hatte. :wacky: Die Orchesterabbildung bleibt leider relativ undeutlich, sodaß der Vergleich zur wirklichen Referenzaufnahme mit Virgil Vox sechs Jahre zuvor zeigt, dass diese eindeutig den Vorzug verdient. Die detailreiche Analogaufnahme von RCA-1974 ist mir wirklich lieber, als die unklare Telarc-Digitalaufnahme. Vom typischen Philadelphia-Sound ist bei TELARC nichts zu spüren.
Das wird besonders im 2.Satz Adagio deutlich, bei dem die Philadelphia-Streicher iheren wunderbaren Streicherklang zeigen könnten. Bei Telearc artet das im Vergleich zu RCA in Langeweile aus; schon durch die mit 1Minute längere Interpretation, die weit weniger überzeugt, als das wunderbar gestaltete Adagio mit Virgil Vox. Wenn nicht bald der 3.Satz eingesetzt hätte, ich wäre eingepennt.
Die Paukenstelle am Anfang des 3.Satzs ist sehr deutlich, sodass man denkt, dass diese auch im Finale präsent sein müßten. Leider sind alle ruhigen rhythmisierenden Paukenstellen durchweg im undeutlichen Orchesterklang eingebettet, also gar nicht hörbar.
Die schönen Klavierstellen im 3. und besonders am Anfang des 4.Satzes (Klavier ist hier Orchesterinstrument) fallen gar nicht auf, wenn man nicht wüßte, dass diese jetzt einsetzen. Welch ein Detailreichtum bei RCA !
Ja, und der packende Finalschluß hat gar nicht die wunderbaren Pauken, wie bei RCA; die sind total dumpf im Gesamtklang eingebettet und sogar noch undeutlicher als bei Karajan (DG).
Die ebenfalls mitgelieferte Leinsdorf-Aufnahme (RCA, 1959) ist insgesamt besser und was den Orchesterklang angeht, trotz ihres historischen Aufnahmedatums sogar noch besser als Telarc-Digital.

Vielleicht wirken jetzt meine Worte zur Telarc-Aufnahme ein wenig hart; sie ist insgesamt "gut", aber nicht mehr. (Wie sollte es bei Ormandy auch anders sein, der sein Werk kennt !?!). Die Orgel ist jedenfalls vorbildlich - aber reicht das ?
:yes: Wer aber einmal die Ormandy/VOX-RCA-Aufnahme von 1974 schätzen gelernt hat, dem wird alles Andere abgespeckt vorkommen - es ist "Die Perfekte":


RCA, 1974, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Bernward Gerlach

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23

Sonntag, 7. März 2010, 12:40

Saint-Saens Orgelsymphonie

Hallo Wolfgang,

habe bereits die CBS/Sony Aufnahme mit Munch und Biggs.

Habe trotzdem heute bestellt: Munch/Vox und Dutoit mit dem Montreal. Bin mal gespannt.
Wenn sie da sind, habe ich sieben. Das dürfte denn auch reichen.

Grüße aus Burgdorf

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


Klaus 2

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24

Freitag, 17. August 2012, 21:56

ich höre sie momentan gerade. Und zwar in einer Aufnahme, die es anscheinend nicht mehr gibt, jedenfalls nicht bei jpc und amazón. Slovak Philharmonic Orchestra, Solist: Ivan Sokol unter Bystrik Rezucha.
Für mich mit Abstand die beste Aufnahme, die ich kenne. Romantisch, melodienselig und schwungvoll. Die Orgel kommt so richtig von unten her angerauscht und steigert die Emotionen bis ins Unerträgliche. Dabei bleibt alles immer ein wenig liedhaft und vielleicht sogar verträumt.

Besonders schön finde ich auch, dass auf der CD ncihts anderes mehr drauf ist. Das finde ich so schön wertschätzend.

Nach dem Cover zu urteilen ist die Orgel ein WAhnsinnsteil mit riesigen Pfeifen.

Kennt jemand diese Aufnahme? Wie gesagt, für mich das Nonplusultra.
Tschö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

Klaus 2

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25

Freitag, 17. August 2012, 22:23

Direkt noch einmal. Und natürlcih der letzte Satz. Der Organist krempelt die Ärmel hoch "dann lass uns mal loslegen" und haut in die Tasten, während das Piano das überhaupt nciht einsehen will und lieber noch ein wenig spielen will. Und die Arbeit und das Spiel vereinigen sich, kommen zur Ruhe und das Orchester kann wieder übernehmen. Aber ncihts ist mehr wie vorher, denn die Orgel hat gezeigt, wo es langgeht. Die Bratschen und Celli nehmen den Befehl der Tasten ernst und mit den Hörner zusammen wird georgelt. Die Oboen sperren sich noch ein wenig, aber es nutzt nichts. Jetzt heißt es in die Vollen zu gehen. Ein bisschen Elegie, als sei nichts geschehen. Flöten und Geigen, schöne Melodien ohne große Verantwortung. Aber die Pauken melden sich jetzt auch, dass es jetzt langsam losgeht. Die Tuben nehmen das auf und legen ein wenig Nachdruck dahinter. Woraufhin die anderen Bläser nciht zurückstehen wollen. Okay, es soll brausen, dann brausen wir mal. Die Trompeten geben das Signal und die Orgel gibt ihren Segen. - Wunderschön!
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

kalli

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26

Dienstag, 28. August 2012, 19:01

Wie es der Zufall wollte machte mir ein netter Forianer aus einem anderen Klassikforum den Vorschlag die Ormandy-Aufnahmen mit Michael Murray und Virgil Vox auszutauschen.

Gestern habe ich mir die TELARC-CD angehört:


TELARC, 1980, DDD

Es ist eine typische TELARC-Produktion, die auf überdimensionale Klangqualität Wert legt. Die Orgel wird auch überdimensional deutlich abgebildet; der Frequenzgang reicht von tiefsten Subbass bis in die höchsten Frequenzregionen und macht ordentlich Druck.

Die Aufnahme ist von 1980, als die Digitaltechnik der CD gerade ihren Einzug hatte. :wacky: Die Orchesterabbildung bleibt leider relativ undeutlich, sodaß der Vergleich zur wirklichen Referenzaufnahme mit Virgil Vox sechs Jahre zuvor zeigt, dass diese eindeutig den Vorzug verdient. Die detailreiche Analogaufnahme von RCA-1974 ist mir wirklich lieber, als die unklare Telarc-Digitalaufnahme. Vom typischen Philadelphia-Sound ist bei TELARC nichts zu spüren.
Das wird besonders im 2.Satz Adagio deutlich, bei dem die Philadelphia-Streicher iheren wunderbaren Streicherklang zeigen könnten. Bei Telearc artet das im Vergleich zu RCA in Langeweile aus; schon durch die mit 1Minute längere Interpretation, die weit weniger überzeugt, als das wunderbar gestaltete Adagio mit Virgil Vox. Wenn nicht bald der 3.Satz eingesetzt hätte, ich wäre eingepennt.
Die Paukenstelle am Anfang des 3.Satzs ist sehr deutlich, sodass man denkt, dass diese auch im Finale präsent sein müßten. Leider sind alle ruhigen rhythmisierenden Paukenstellen durchweg im undeutlichen Orchesterklang eingebettet, also gar nicht hörbar.
Die schönen Klavierstellen im 3. und besonders am Anfang des 4.Satzes (Klavier ist hier Orchesterinstrument) fallen gar nicht auf, wenn man nicht wüßte, dass diese jetzt einsetzen. Welch ein Detailreichtum bei RCA !
Ja, und der packende Finalschluß hat gar nicht die wunderbaren Pauken, wie bei RCA; die sind total dumpf im Gesamtklang eingebettet und sogar noch undeutlicher als bei Karajan (DG).
Die ebenfalls mitgelieferte Leinsdorf-Aufnahme (RCA, 1959) ist insgesamt besser und was den Orchesterklang angeht, trotz ihres historischen Aufnahmedatums sogar noch besser als Telarc-Digital.

Vielleicht wirken jetzt meine Worte zur Telarc-Aufnahme ein wenig hart; sie ist insgesamt "gut", aber nicht mehr. (Wie sollte es bei Ormandy auch anders sein, der sein Werk kennt !?!). Die Orgel ist jedenfalls vorbildlich - aber reicht das ?
:yes: Wer aber einmal die Ormandy/VOX-RCA-Aufnahme von 1974 schätzen gelernt hat, dem wird alles Andere abgespeckt vorkommen - es ist "Die Perfekte":


RCA, 1974, ADD

hallo,

ja wir haben getauscht - ich hatte mir die telarc aufnahme als sacd gekauft und die cd war obsolet - du hast völlig recht, die ältere aufnahme ist deutlich besser. es ist fast schon ärgerlich wie das klavier bei der telarc cd untergeht ( bei der sacd ist es nicht deutlich besser ) . als boxen tester ist die telarc cd aber schon toll - die ungeheure wucht ist schon beeindruckend. insgesamt ist aber die RCA aufnahme wirklich besser. für mich stehen ormandy RCA, dutoit, barenboim und munch einfach musikalisch ausgewogener da - auf keine möchte ich verzichten.

gruss

kalli

SchallundWahn

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27

Dienstag, 28. August 2012, 21:26

Saint-Saens selbst hat über dieses Werk folgendes gesagt :

Zitat

hier habe ich alles gegeben, was ich geben konnte...was ich also gemacht habe, werde ich nie wieder machen.

Nun könnte ich ja sagen, er hat Recht gehabt, für mich ist es wirklich ein allesgebendes Stück, darin hat er all sein 'Sein' hineingelegt, gerade die letzte Minute schmettert mich metaphorisch betrachtet regelmäßig zu Boden, wie sie mich gleichzeitig erhebt irgendwo hin, wo ich in meinem Leben nie hin kommen würde. Mir ist dann immer als würde mir die Welt und das Leben in ihrer Ganzheit einen Moment lang offen stehen.
"Die Glücklichen sind neugierig."
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zweiterbass

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28

Freitag, 31. August 2012, 19:11

Saint-Saens Orgelsymphonie

Hallo,

die Kurzbezeichnung Orgelsymphonie ist irreführend. Der Begriff Orgelsymphonie wurde von Widor geprägt und von Vierne usw. fortgeführt für die Bezeichnung eines mehrsätzigen Werkes nur für Orgel.

Richtig wäre also "Symphonie für Orgel und Orchester", ich sage …für Orchester und Orgel; Saint Saens hat ja auch reine Orgelwerke geschrieben, warum er in seiner 3. Symphonie - mit Orgel - die Orgel so stiefmütterlich behandelt? Aber der Reihe nach:

Ich habe diese Aufnahme:


1. Satz: Satz: Adagio - Allegro moderato - Poco adagio**

a) Adagio - ohne Orgel: Das 1:20 kurze Adagio ist dynamisch geprägt und baut eine (leichte?) Spannung auf zu

b) Allegro moderato - ohne Orgel: Das (rhythmisch auffallende) 1. Thema ist sehr markant und einprägsam (wie in dem "janusgesichtigen" Thread…als Gabe von Saint Säens schon bemerkt) und der Paukeneinsatz wirkungsvoll. In der Harmonik gibt es keine Besonderheiten, auch in der Orchestrierung nicht. Das 2. Thema (dem 1. verwandt, aber nicht in der Rhythmik) ist weniger markant - in der Verarbeitung wird für mich insgesamt zu oft wiederholt, dabei baut auch die Dynamik wenig Spannung auf; manche "langen Passagen" wirken auf mich ermüdend - es geschieht zu wenig Neues. Auch das bringt keine Spannung, das langsame Hinübergleiten zum

c) Poco adagio - "hurra, die Orgel kommt": Das Thema - sehr elegisch - haben die Celli und die Orgel hat überwiegend nur die Funktion als Akkordstütze (bis 1:00). Dann ist die Orgel überwiegend entbehrlich, weil das Orchester einsetzt und nur bei den Solos der Celli wird die Orgel gebraucht und "darf" auch mal für 5-10 sec. alleine in pp klingen oder den Orchesterklang in Akkordfolgen bereichern und, "wie zur Vergewisserung sie ist noch da", erklingt am Satzende die Orgel solo in pp aus.


2. Satz: Allegro moderato - Presto, Maestoso** - Allegro

a) Allegro moderato - Presto - ohne Orgel: 1 b) wird wiederholt, die Verarbeitung wird geändert. In die Verarbeitung von werden nun die "Orchester-Klaviere" mit einbezogen, wodurch ein recht ungewöhnliches Klangbild entsteht, da die Klaviere ja nicht solistisch im Klang erscheinen, sondern im Orchesterklang eingebunden sind. Mit dim. und rit. wird am Satzende, ähnlich 1 b), auch ohne besondere Spannung, der Übergang bewirkt zu

b) Maestoso - Allegro - mit Orgel: 3 - in Worten drei - mächtige Akkorde von der Orgel, das Orchester führt jeweils weiter und hat den eigentlichen Part, warum nicht die Orgel? Nun kommt die klanglich und auch melodiös reizvolle Passage mit dem Orchester incl. 2 Klaviere - das Orgelpedal darf in 32-Fuß "mitbrummen". Und auch bei der folgenden Wiederholung des anfänglichen Orchesterparts ist die Orgel für ca. 30 sec. - "das ist Spitze" - mal endlich richtig dabei - beim Auffüllen des Orchesterklanges. Nach einem etwas bedächtigen Mittelteil mit Orgel im Hintergrund kommt wieder Maestoso mit chromatischen Veränderungen an die Reihe, bei der die Orgel ("aus T-") taktweise dabei sein darf und beim Schlussakkord gibt sich der Paukist erfolgreich alle Mühe, der Orgel ein akustisch (wie auch sonst?) ebenbürtiger Partner zu sein.


**Es wäre nun falsch, diese Teile des Werks mit Orgelwerken aus dem deutschsprachigen Raum zu vergleichen. Nachdem ich Beiträge über frz. Orgelmusik schreibe, fällt mir also der Vergleich mit anderen frz. (Orgel-)komponisten leicht.

Beitrag Nr. 8 im Thread "Französische Orgelmusik Guilmant" -
Beitrag Nr. 9 im Thread "Französische Orgelmusik Widor" - 5. Orgelsymphonie, 5. Satz
Beitrag Nr.11---------------------wie vor-------------------------- - 9. Orgelsymphonie, 1. Satz und 4. Satz, 7.Variation

Wer sich diese Musik anhört, wird merken, warum für mich die Orgel in der "Orgelsymphonie" viel zu kurz kommt. Und das insbesondere wegen der musikalischen Qualität des Orgelparts, aber auch wegen der Zeitdauer, verglichen mit "Konzerten für…und Orchester", egal welches Soloinstrument.
Es bleibt natürlich Jedem/r unbenommen, die Orgelsymphonie als überwältigend usw. zu empfinden; objektive, nachvollziehbare, musikalische Gründe gibt es dafür m. E. nicht.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

SchallundWahn

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29

Freitag, 31. August 2012, 22:32

Es bleibt natürlich Jedem/r unbenommen, die Orgelsymphonie als überwältigend usw. zu empfinden; objektive, nachvollziehbare, musikalische Gründe gibt es dafür m. E. nicht.

Es würde mich wirklich interessieren welche objektiven, nachvollziehbaren, musikalischen Gründe du für irgendeine Form von Überwältigung anführen würdest, beides scheint mir doch sehr inkompatibel, da es auf verschiedenen Ebenen stattfindet, weshalb ich den Kern des Wunderns nicht nachvollziehen kann.
"Die Glücklichen sind neugierig."
(Friedrich Nietzsche)

Klaus 2

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30

Freitag, 31. August 2012, 22:45

Ich bin immer wieder überwältigt von dieser Symphonie, die mit "Orgelsymphonie" wirklich falsch benannt ist.
Aber dass das jetzt ein Irrtum zu sein scheint, ist ja nun ein Ding.
Aber mal im Ernst, gibt es objektive Ursachen für Überwältigung?
Was sind Musikalische Gründe dafür, überwältigt zu sein?

Nachvollziehbar scheint mir ein rein persönlcihes Kriterium zu sein, das würde ich außen vor lassen. Aber mit den anderen beiden Punkten berühren wir ja hier plötzlich die tiefsten Gründe musikalischer Rezeption.
Jetzt bin ich aber mal echt gespannt.
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.