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Ulli

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1

Montag, 21. März 2005, 21:59

W. A. Mozart: La clemenza di Tito - Eine Würdigung

Zitat


Porcheria tedesca- 1791-

Sagitt meint:

Ich weiss nicht, ob sie einen eigenen thread verdient. La clemenza di tito, eine Auftragsarbeit, opera seria, anlässlich den Inthronisation des neuen Kaisers Leopold II. Uraufgeführt in Prag am 6.9. 1791 in Prag. Dieses Werk steht völlig im Schatten der Cosi und der Zauberflöte. Der Kaiserin soll diese " deutsche Schweinerei" nicht gefallen haben. man fragt sich, warum ? In der Oper tritt ein mildtätiger Herrscher auf, der einen Anschlag auf sich nicht mit Grausamkeit, sondern mit hoheitlicher Milde " ahndet" und so zu seinem höheren Ruhm beiträgt.

Musikalisch ist sie bei weitem nicht so stark wie die genannten Opern. Hätte ein anderer sie komponiert, würde man diese Werke vielleicht mehr schätzen, aber so stehen sie im Schatten der überragenden Geniestreiche. Opera seria- das war nicht so sehr Mozarts Metier,obwohl man zugestehen muss, bei genauern Hinhören sind sowohl Idomeneo als die clemenza Werke mit durchaus immer wieder anhörbaren Passagen. Bei Titus etwa die parto-Arie des Sesto oder die Scene, in der aufgrund des Anschlags ein Teil von Rom brennt, der Aufruhr im Volk.



Salut,

H. C. Robbins Landon schreibt in seinem Buch 1791 – Mozarts letztes Jahr im Kapitel Krönungstagebuch:

Zitat


In der Mozart-Literatur ist immer wieder behauptet worden, Kaiserin Marie-Louise habe La clemenza di Tito >una porcheria tedesca< - eine deutsche Schweinerei – genannt: Es gibt keinen zeitgenössischen Beleg für diesen Ausspruch, doch wenn er tatsächlich wahr ist, und die oben erwähnten Umstände rücken ihn in den Berech des Möglichen, dann hat sie dem Werk für alle Zeiten einen Stempel aufgedrückt […]


Mit den „oben erwähnten Umständen“ geht der Autor auf die gar furchtbare Besetzung ein, von der Niemetschek 1794 schrieb:

Tito wurde zur Krönungszeit als Freioper und dann einige Mal noch gegeben; aber da es das Ungefähr so haben wollte, daß ein elender Kastrat und eine mehr mit den Händen als der Kehle singende Primadonna, die man für eine Besessene halten musste, die Hauptarten hatten […] so gefiel sie minder im Allgemeinen.

in der Tat nimmt Mozarts Opera seria La clemenza di Tito eine besondere Stellung in Mozarts Schaffen ein:

Mozart trägt in sein Verzeichnüß aller meiner Werke unter N° 141 ein:

Den 5t September. – aufgeführt in Prag den 6t September.
La Clemenza di Tito. Opera seria in due atti per l’incoronazione di sua Maestá l’imperatore Leopoldo II.
[…]

Die vorhergehende Verzeichnisnummer ist Die Zauberflöte als N° 140, danach folgen als N° 142 zur Oper Die Zauberflöte der Priester-Marsch und die Ouverture, als N° 143 das Klarinettenkonzert (ohne Datierung, das Werk wurde aber bereits am 7. Oktober 1791 fertig gestellt) und als letzter Eintrag unter N° 144 Eine kleine Freymaurer-Kantate.

Mozart wurde mit der Komposition von La clemenza di Tito angeblich Mitte Juli 1791 beauftragt. Trotz seines Unwohlseins soll er die Oper in nur 18 Tagen geschrieben und mit dem Theater-Ensemble einstudiert haben. Man merkt der Oper schon eine gewisse Hektik an, die sich nach meinem Empfinden in manch kurzer Ensemble-Nummer darstellt; viele Arien und Ensembles erreichen nicht einmal die Taktzahl 100 und wirken etwas abgehackt, die Finali sind extrem gerafft (162 bzw. 127 Takte), während die Zauberflöte – an der er schließlich gleichzeitig arbeitete – Finalsätze von weit aus mehr als 500 Takten aufweist. Das Duettino Nr. 3 zählt gar nur 24 Takte. Die originär dreiaktige vorlage Metastasios wurde auf zwei Akte verkürzt. Die finalen Chöre der Clemenza sind in den Schlustakten mit denen der Zauberflöte absolut identisch. Trotzdem hat Mozart hier nicht schlampige Arbeit „abgeleistet“, sondern schreibt sogar, dass Mazzolà als Librettist die Vorlage erst „zur wirklichen Oper umgearbeitet“ hat. Das war für Mozart durchaus wichtig. Des extremen Zeitdrucks wegen hat Mozart die Komposition der Secco-Rezitative an seinen Schüler Süssmayr abgetreten. Die von Sagitt zitierte Arie Non, piú di fiori vaghe catene der Vitellia hatte Mozart bereits im Frühjahr 1791 komponiert und aufgeführt (der damals unterlegte Text ist heute nicht bekannt). Nun schreibt er in aller Hektik ein paar Takte Überleitung, um vom F-Dur der Arie zum G-Dur (!) des nachfolgenden Chores Che del ciel zu gelangen.

Mozart gilt zwar schlechthin als der Verfechter der „Teutschen Oper“, zu deren Genre er leider nur mit Die Entführung aus dem Serail, Der Schauspieldirektor und letztlich Die Zauberflöte beitragen konnte. Aber er war auch ein großer Meister und Liebhaber der italienischen Opera seria und Opera buffa, sonst hätte er wohl kaum Cosí fan tutte erst wenige Monate vorher – am 26. Januar 1790 – vollendet und aufgeführt. Ursprünglich sollte Antonio Salieri Cosí fan tutte schreiben, er resignierte aber an dem angeblich schlechten Sujet (wir danken ihm sehr) und auch auf jenen viel die erste Wahl zur Komposition der Clemenza, welche er in einem Brief von Ende August 1791 ablehnt:

[…]Und außerdem mußte ich, ohne es zu bedauern, die Komposition der Oper ablehnen, welche für die Krönung in Böhmen in Vorbereitung ist, für welche Oper der Impresario fünfmal von Prag nach Wien kam, um mir den Auftrag aufzunötigen, und mir sogar 200 Zechinen [Dukaten] entgegenhielt, einen Auftrag, den ich nicht annehmen konnte, da ich mich allein den Angelegenheiten des Hoftheaters zu widmen hatte […]

Und außerdem hätte er es nicht vollbracht! Die Auftraggeber hatten sich wegen der Kürze der Zeit – nicht unbedingt wegen des Stoffes – für La clemenza di Tito entschieden, da dieses Libretto bereits vielfach in den Jahren zuvor vertont wurde. Das Ur-Libretto stammt von Pietro Metastatsio, der es 1734 verfasste. Seither gab es rund 60 Vertonungen Metastasios Librettos, unter anderem von Gluck, Hasse, Veracini, Wagenseil, Jomelli, Scarlatti, Myslivecek… und nur dem Glück haben wir Mozarts Titus als „wirkliche Oper“ dem Librettisten Mazzolà zu verdanken.

Was die Musik der Oper betrifft, so kann ich nur wortgetreu an den bereits oben erwähnten Bericht Niemetscheks von 1794 anknüpfend zitieren:

[…] …so gefiel sie minder im Allgemeinen, als sie es vermög ihrer wahrhaft himmlischen Musik verdiente. […] Es ist eine gewisse griechische Simplizität, eine stille Erhabenheit in der ganzen Musik, die das fühlende Herz leise, aber desto tiefer trifft. […]

Eterni dei, vegliate
sui sacri giorni suoi,
a Roma in lui serbate
la sua felicità.


Viele Grüße,
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

2

Montag, 28. März 2005, 00:14

RE: W. A. Mozart: La clemenza di Tito - Eine Würdigung

Hallo Ulli, hallo sagitt,

ich antworte mal unter dem Thread des "würdigen" Namen für dieses "Stiefkind" ...

Ich persönlich schätze Mozarts "Seria"-Opern besonders - das liegt vielleicht daran, das ich als Kind mit der "Zauberföte" oder der "Entführung" zu einer Zeit konfrontiert wurde, als ich ganz andere Dinge im Kopf hatte, und ich deshalb diese Kompositionen eher mit negativen Assoziationen verbinde ...

So habe ich mir als eine von meinen ersten Einspielungen Mozarts Opern "La clemenza di Tito" (Hogwood, Decca '95) zugelegt - es folgten u.a. "Mitridate" (Rousset, Decca '99), "Lucio Silla" (Harnoncourt, Teldec '89) und "La Finta Giardiniera" (Harnoncourt, Teldec '92).

Ich (als Laie) kann nur sagen: "Seria"-Opern mit Leidenschaft - die Form mag gewahrt sein, aber mit "Herz". :)



Johannes_Krakhofer

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3

Donnerstag, 14. April 2005, 08:57

La clemenza di Tito

Hallo!

Ich mag fast jede Mozart-Oper (ausser Idomeneo) und halte Clemenza di Tito für ein Meisterwerk der Opera seria. Es gibt kaum eine Opera seria, die mit diesem Spätwerk Mozarts mithalten kann. Vielleicht Rinaldo von Händel.

An Clemenza di Tito schätze ich vor allem die Duette "Come ti piace imponi", "Deh prendi un dolce amplesso" und andere und die Chöre, vor allem die im zweiten Akt.

Clemenza di Tito verdient es als eine der größten Opern überhaupt angesehen zu werden, auch wenn viele nicht viel mit dem Schema der Opera seria anfangen können.

Mfg Joschi
Den Mozart und den Wagner hör´ich gerne, wenn ich jausen
nur beim Herrn Stockhausen kriegt mein Hamster Ohrensausen

(Erste Allgemeine Verunsicherung)

Ulli

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4

Donnerstag, 14. April 2005, 11:06

RE: La clemenza di Tito

Zitat

Original von DonBasilio

Ich mag fast jede Mozart-Oper (ausser Idomeneo)


Salut,

das lässt auf einen Wochenendthread zu Idomeneo von mir hoffen...

Cordialement,
Ulli
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(Vincenzo Geilomato Hundini)

sagitt

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5

Donnerstag, 14. April 2005, 17:22

RE: La clemenza di Tito

Sagitt meint:

... sehr gespannt bin ich,ob es zum Monteverdi-choir beim Idomeneo überhaupt eine Alternative gibt ? Ich finde diese Leistung so überragend, dass ich diese Aufnahme allein wegen des Chores sehr weiterempfehlen möchte.

P.S. Ideomeneo finde ich-auch wegen der unglaublichen Chöre- ein wenig spannender als die clemenza

Ulli

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6

Donnerstag, 14. April 2005, 19:03

Salut, sagitt,

da will ich Dir gleich mal die Spannung etwas nehmen, denn die von Dir favorisierte Aufnahme kenne ich leider [noch] nicht. Allerdings gebe ich Dir mit Deiner Ansicht über die Gewichtung von Clemenza zu Idomeneo aus dem selben Grunde, die nämlichen Chöre, Recht. Ich werde zügigst den Idomeneo-Thread ins Leben rufen - vielleicht findet sich die ein oder andere interessante Einspielung?

Jetzt sollten wir uns wieder hierzulande der Clemenza widmen!

Cordialement,
Ulli
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(Vincenzo Geilomato Hundini)

MarcCologne

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7

Dienstag, 26. Juli 2005, 15:50

Richtig Ulli, zurück zum "Titus" :]

Ulli schreibt an anderer Stelle hier im Forum:

Zitat

Der Text zu La Clemenza di tito stammt von Mazzolá [nicht Keimöl] unter "Verwendung" der Arbeiten von Pietro Metastasio. Es ist kein Vorwurf, wenn ich behaupte, dass dieser Text von der grandiosen Vorlage Metastasios auf ein kümmerliches Etwas zusammengeschrumpft ist. Das macht Mozart mit seiner Musik natürlich wieder wett.


Zu dem "kümmerlichen Etwas", das nach Mazzolàs Bearbeitung der Vorlage Metastasios von der legendären und viel vertonten Textvorlage "La clemenza di Tito" übrig geblieben ist, muss ich doch auch etwas beitragen ;)

Zunächst mutet es ja schon etwas sehr altmodisch an, wenn die böhmischen Stände zu den Krönungsfeierlichkeiten im Spätsommer 1791 eine Festoper bestellen nach der (altbewährten) Vorlage von "La clemenza di Tito" vom ehemaligen kaiserlichen Hofpoeten Pietro Metastasio. Das hätte in dieser Form auch schon 50 oder 60 Jahre früher so geschehen können - anscheinend wollte man kein Risiko bei der Stoffwahl eingehen und entschied sich dann für den Huldigungsoperntext schlechthin, ein einziges Loblied auf den mildtätig-gütigen und weisen Souverän - Schmeichelei und Wunschtraum der Untertanen gleichermaßen...
Und -vor allem- ein raffiniert getextetes und konzipiertes Drama des in diesen Dingen äußerst talentierten Metastasio, der auch im "Titus" wieder ein über drei Akte währendes Spiel von Intrigen, Verdächtigungen, Täuschungen und Begnadigungen in Gang setzt. Ein präzise laufendes dramaturgisches "Uhrwerk", dessen ausgeklügelte Konstruktion durch jede Kürzung empfindlich gestört würde.

Außerdem gewährleistete die Wahl einer solchen Textvorlage einen schnellen Kompositionsvorgang, da durch die schematische Abfolge von Arien und Rezitativen (die bei Bedarf auch durch ältere Einlagen ersetzbar waren) im Prinzip keine komplizierten, zeitaufwendigen musikalischen "Experimente" erforderlich wurden. So hatte es seit Jahrzehnten bereits zuverlässig funktioniert.

Und mit dieser offiziellen Textvorlage sieht sich Mozart nun plötzlich konfrontiert!
Er kannte -wie wahrscheinlich jeder im Operngenre tätige Komponist seiner Zeit- "seinen" Metastasio in- und auswendig und hatte auch schon Einiges (ganze Libretti und einzelne Arien und Canzonen) von ihm während seiner musikalischen Laufbahn vertont (siehe dazu auch an anderer Stelle unter dem Stichwort "Metastasio"!).
Ich vermute, er war ob dieser Vorgabe ziemlich erschrocken!
Denn zum Einen lag ja nicht allzuviel Zeit zwischen der Auftragserteilung (Juli 1791) und dem angesetzten Uraufführungstermin am 06.09.91, was aber wohl für einen Mozart kein Problem gewesen wäre, zum Anderen aber -und das dürfte viel schwerer ins Gewicht fallen!- stand er sich quasi selber im Weg - mit seinen gewachsenen Ansprüchen an die Dramaturgie einer Opernhandlung!
Ich verweise an dieser Stelle an Mozarts "Ringen" um die für ihn zufriedenstellende Fassung des "Idomeneo" im Herbst 1780, die durch die ausführliche Korrespondenz mit Vater Leopold ja bestens dokumentiert ist! Da wurde teilweise ja um jeden Vers gefeilscht - der etwas betuliche Librettist Giambattista Varesco war vor allem Eines: Langatmig und weitschweifig! Mozart hat ja unmittelbar vor der Premiere des "Idomeneo" Anfang 1781 in München eigenmächtig noch zahlreiche Striche in der Partitur (und damit auch im Libretto) vorgenommen - sonst wäre ihm die Oper dramaturgisch und von der Länge her total aus dem Ruder gelaufen! Dabei bewies er einen geradezu untrüglichen Theaterinstinkt und ein weit in die Zukunft vorausweisendes Gespür für dramaturgische Schwachstellen!

In seiner Jugend hatte er kritiklos einige -teilweise ebenfalls äußerst weitschweifige- Textvorlagen zum Genre "Opera seria" vertont. Stets war er den Text-Vorgaben seiner Auftraggeber willig gefolgt und dürfte in diesem Zusammenhang einiges zum Thema gelernt haben, wie man es eben nicht machen sollte...

Nicht, dass ich Metastasios Libretti (die ich sehr bewundere) in diesen Zusammenhang stellen möchte - aber die Herangehensweise, die Anforderungen, die der Opernkomponist Mozart an ein Textbuch stellte, waren nun einmal grundlegend andere, als die, die ein klassisches Opernlibretto von Metatasio erfüllen konnte.
Mozarts Anforderungen und Wünsche sind in den meisterhaften Opernlibretti von Lorenzo da Ponte erfüllt worden - aber zwischen der Textvorlage zu einer "Nozze di Figaro" und einer "La clemenza di Tito" liegen Welten, nicht nur, weil hier eine komische mit einer ernsten Oper verglichen wird.
Ich denke, die 1781 dann letztendlich aufgeführte Version des "Idomeneo" entspricht noch am ehesten den Vorstellungen Mozarts von einer für ihn zeitgemäßen Form der Opera seria, die zu seinen Lebzeiten in ihrer eigentlichen Form ja schon längst nicht mehr existierte - sie hatte ihre Blütezeit schätzungsweise von den 1720er bis in die 1750er Jahre hinein.
"Für Mozart zeitgemäße Form" bedeutet: Kein bloßer Wechsel von Arien und Rezitativen, sondern eine Mischung aus Solostücken und verschiedenen Ensembles, dazu Chöre und einige Instrumentalstücke - alles "Anleihen" aus der französischen Oper, die in ihrem musikalischen Ablauf wesentlich abwechslungsreicher und weniger schematisch war.

In diesen Zusammenhang dürfte ein Mozart-Brief-Zitat fallen, dass ich im Kopf habe, wo er in seinem wunderbar respektlos-ironischen Tonfall schreibt, er könne keinen "Metastasio mehr mit Haut und Haaren vertonen", wie er es eben in seiner Jugend (z. B. mit "Il re pastore" 1775) noch getan hatte.

Und da die Zeit einfach zu knapp ist, an der "Clemenza di Tito" große dramaturgische Änderungen anzubringen, muss halt eine Art "Notversion" zurechtgezimmert werden - ohne zeitaufwendige Diskussionen und Varianten, wie es sie beim "Idomeneo" noch zahlreich gegeben hatte.
Es spricht für Mozart, dass er in dieser Situation nicht einfach die Zähne zusammen gebissen hat und den Text von Metastasio komplett vertont hat, so wie er war - auf einen gut bezahlten und zugleich ehrenvollen Auftrag wie diesen war er im Sommer 1791 schließlich angewiesen!
Nein, er wollte trotz allem zumindest den Ansatz seiner künstlerischen Vorstellungen und Ansprüche von einer für ihn zeitgemäßen Oper durchsetzen!
In dieser Situation kommt dann der Dresdner Hofpoet Caterino Mazzolà (1745-1806) ins Spiel, der zu dieser Zeit auch in Wien in der Nachfolge des in Ungnade gefallenen Lorenzo da Ponte tätig war.
Und es ist spannend zu sehen, wie Mazzolà mit sicherer Hand und dramatischem Spürsinn das Libretto von Metastasio von drei auf zwei Akte verkürzt, eine retardierende Nebenhandlung (die fast den ganzen 2. Akt einnimmt) komplett verwirft, die Haupthandlung damit nahezu vollständig in seine Version hinüberrettet und noch dazu einige sehr schöne, geradezu ideal platzierte Ensembleszenen hinzudichtet!
Gerade der direkte Vergleich des dreiaktigen Originals mit der zweiaktigen "Kurzversion" ist wirklich interessant.
Mazzolà schafft sogar etwas, was keinem Dichter einer Opera seria jemals wirklich gelungen wäre:
Es entsteht so etwas wie Spannung am Ende des ersten Aktes - der Zuschauer weiß noch nicht, ob und wenn ja wie Titus den Mordanschlag und den Brand des Kapitols überlebt hat! Das bleibt zunächst völlig im Unklaren. Von den Autoren der "klassischen" Opere serie war dies ja auch nie beabsichtigt worden, da es um so etwas wie "Spannung" in einer neapolitanischen Opera seria nun einmal nicht geht!

Und Mozarts Musik (z. B. im erwähnten Finale des ersten Aktes mit den sich ständig steigernden "Ah!"-Rufen des unsichtbaren Chors) schafft es, aus diesen Situationen tatsächlich so etwas wie "lebendige Aktion" herauszukitzeln, was aufgrund der eigentlichen, von ihrer Grundanlage her eher statischen Handlung schon fast ein Ding der Unmöglichkeit ist!

Ulli zitiert hier "Charles Rosen "Der Klassische Stil, IV. Opera seria":

Zitat

Wenn wir den Begriff „Form“ – vielleicht unkluger Weise – auf den Zusammenschluß von Einzelteilen zu einem größeren konzeptionellen Ganzen beschränken, dann ist die seria überhaupt keine Form, sondern nur eine Bauweise. Die Form als Ganzes erwachte nie zum Leben, wenn auch die Einzelformen manchmal sehr lebendig sind. […]


Und diese Statuarik überwindet Mazzolà an einigen Stellen ziemlich virtuos, indem er u. a. Szenen, die im Original als bloße Rezitative ablaufen, in Ensembles umwandelt, z. B. das Terzett Annio-Vitellia-Publio "Vengo! Aspetate!" kurz vor dem Finale des ersten Aktes. Durch solche Szenen, versehen mit der Musik von Mozart, entsteht tatsächlich so etwas wie ein dramaturgischer Spannungsbogen.

Kein Wunder, dass Mozart diese "Textbuch-Kreation" Mazzolàs, der in dieser kurzen Zeit das wohl Bestmögliche aus dem Original herausgeholt hatte, mit dem anerkennenden Hinweis versah: "Ridotta a vera opera dal signor Mazzolà" (Zur wahren/ echten Oper von Herrn M. gemacht) - ein Lob, das in Anbetracht der hohen Ansprüche Mozarts an ein gutes Operntextbuch nicht hoch genug angesiedelt werden kann!

Sollte Kaiserin Marie-Louise dann nach der Premiere tatsächlich die vernichtenden Worte "una porcheria tedesca" (eine deutsche Schweinerei) über den "Titus" gesprochen haben, dann muss man aber auch ein bissel Verständnis mit der hochwohlgeborenen Dame haben: Sie war nun einmal gebürtige Neapolitanerin und von Kindesbeinen an die "richtige" Opera seria in ihrer althergebrachten Form gewohnt (und kannte sicher eine oder mehrere Fassungen der vielen "Clemenza"-Vertonungen) und fühlte sich jetzt angesichts der ihr nun in ganz ungewohnter Form präsentierten Oper (die sie ja zu kennen glaubte), vielleicht ein bisschen düpiert! Die Partie des Annio war zudem mangels Sänger bei der Premiere mit einer Dame als Hosenrolle besetzt worden, dio mio!
So kam Madame dann vielleicht zu dem Schluss: "Diese Teutschen müssen einfach an allem rumwerkeln - nichts ist denen heilig, nicht einmal unser guter alter Metastasio und unsere Opera à la Napoli! Alles glauben diese Leute verbessern zu können! È una porcheria tedesca!" - vielleicht war es so, als echte Italienerin war sie ganz bestimmt mit entsprechendem verbalem Temperament gesegnet... :D
Vielleicht war es aber auch ganz anders: Der lange Festtag, das viele Essen - und dann noch eine Opernvorstellung, da war Madame nervlich eben etwas gereizt! Und dann nach der etwas unerwartet verlaufenen Vorstellung "not amused" - selbst wenn sie diese Worte so nie gesagt haben sollte (was eigentlich schade wäre), kann ich mir zumindest gut vorstellen, dass dieser "Titus" nicht unbedingt ihren Geschmack getroffen haben dürfte ;)
"Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

Ulli

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8

Dienstag, 26. Juli 2005, 16:30

Salut,

Danke für Deinen schönen Beitrag. :jubel:

Ich möchte noch ein Missverständnis aus dem Weg räumen, dass sich durch [mittlerweile] drei Threads zieht [Metastasio, Haydn-Orfeo und diesen hier]:

Wenn ich schrieb:

Zitat

Der Text zu La Clemenza di tito stammt von Mazzolá [nicht Keimöl] unter "Verwendung" der Arbeiten von Pietro Metastasio. Es ist kein Vorwurf, wenn ich behaupte, dass dieser Text von der grandiosen Vorlage Metastasios auf ein kümmerliches Etwas zusammengeschrumpft ist. Das macht Mozart mit seiner Musik natürlich wieder wett.


dann soll dies in erster Linie ein Lob auf Metastasio sein, für den es einen entsprechenden Thread gibt. Metastasio nebst seinen Werken ist, wie alle Künstler und deren Werke [ ?(], ein "Kind seiner Zeit". Somit hatte seine "Lang-Version" in drei Akten ihre Berechtigung und die entsprechend gebührende Ehre verdient. Was MarcCologne sagt, ist natürlich richtig: Mazzolá hat aus dem Libretto ein dem ausgehenden 18. Jahrundert angepasstes hervorragendes Libretto gemacht, eine "wahre Oper" eben, wie ich dies eingangs dieses Threads beschrieb:

Zitat

Die Auftraggeber hatten sich wegen der Kürze der Zeit – nicht unbedingt wegen des Stoffes – für La clemenza di Tito entschieden, da dieses Libretto bereits vielfach in den Jahren zuvor vertont wurde. Das Ur-Libretto stammt von Pietro Metastatsio, der es 1734 verfasste. Seither gab es rund 60 Vertonungen Metastasios Librettos, unter anderem von Gluck, Hasse, Veracini, Wagenseil, Jomelli, Scarlatti, Myslivecek… und nur dem Glück haben wir Mozarts Titus als „wirkliche Oper“ dem Librettisten Mazzolà zu verdanken.


Meine Meinungen sind in der Tat widersprüchlich, wenn man sie nebeneinander stellt. Wenn man Sie aber auf die jeweilige Zeit bezieht, zu der sie gehören, dann sollte sich [hoffentlich] daraus folgender Sinn ergeben [wie ihn auch MarcCologne beschrieb]:

Mazzolá hat die Oper von drei auf zwei Akte "geschrumpft". In Bezug auf eine "echte" Opera seria, die ihre Blüte im ersten und vielleicht noch zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts hatte, sind gerade die Ausschweifungen, die Langatmigkeit, von großer Bedeutung. Somit ist aus dieser Sicht [hoffentlich] meine Äußerung, dass das Libretto nunmehr "ein kümmerliches Etwas" ist, gerechtfertigt. In Mozarts Äußerung, dass Mazzolá daraus nun "eine wirkliche Oper" gemacht habe, fehlt das Wort "seria" bewußt. Deswegen kann ich dem nur zustimmen.

In diesem Zusammenhang sei auf die Neuinszenierung der Oper [Premiere am 30.09.2005, Baden-Baden] hingewiesen. Auf der Internetseite des Festspielhauses Baden-Baden steht folgender [irgendwo bekannter] Text, den ich noch anfügen möchte:

„La clemenza di Tito“ ist eine selbst für Mozart überraschende Oper. Als hätte Mozart kurz vor seinem Tod eine neue Tür aufgestoßen: Die Musik klingt lichter, klarer, schlichter. Ein silbriger Glanz umhüllt seine letzten Werke, die niemandem mehr etwas beweisen wollen und sich in sich selbst zurückziehen. Das gilt gerade für den „Titus“: Dessen Helden wandeln auf Wolken. Ihre Gefühle sind edel und gut, sogar die Vitellia intrigiert wie in Zeitlupe. Dafür wird ihr umso rascher vergeben. Wie hier überhaupt allen und jedem vergeben wird: Vor dem verklärten Blick dieser Helden muss das Böse resignieren, wie vor seinen Widersachern der Titus. Der wird in seiner Machtfülle immer einsam bleiben. Darum setzt er eine Duldermiene auf, ahmt seine Marmorstatuen nach und übt den großen, imperialen Verzicht. Ein steinernes Ideal? Mozart versöhnt es mit dem Menschen. Diese Übereinstimmung zwischen dem Wahren und dem Guten machte diese Oper zu einem Lieblingswerk der deutschen Frühromantiker. Hier, in Mozarts klassizistischer Antikenfantasie fanden sie ihre Gegenwelt: mild, mediterran – wie das Rot der Morgenröte.

bien cordialement
Ulli
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MarcCologne

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9

Dienstag, 26. Juli 2005, 17:26

Der letzte von Dir zitierte Text ist schön - schon auf seine Art sehr poetisch und aus ihm spricht eine Würdigung des "Titus", wie ich sie mir auch wünschen würde:
Für mich ist der "Titus" Klassizismus in Opernform! Diese Bezeichnung verdienen neben diesem Werk -mit ein paar Abstrichen- eigentlich nur noch Glucks Opern "Orfeo ed Euridice", die "Alceste" oder seine beiden "Iphigenien" (in Aulis und auf Tauris).

In Dramenform (also im Sprechtheater) gehört für mich zur Klassik übrigens auf jeden Fall Goethes "Iphigenie auf Tauris" (noch eine Iphigenie - das muss am Stoff gelegen haben ;)) -was für eine wunderschöne Sprache! Und die hier gepriesenen Ideale von wahrer Freundschaft, Ehrlichkeit und gegenseitiger Achtung sind (leider) wohl wirklich nur Ideale einer besseren, für uns unerreichbaren Welt geblieben :(

In Mozarts "La Clemenza di Tito" ist tatsächlich von Anfang bis Ende eine derart abgeklärte, weltentrückte Stimmung zu verspüren, dass man eigentlich gar nicht anders kann, als das ganze Stück ohne Wenn und Aber einfach nur schön zu finden: Nichts ist grell oder drastisch, alles atmet Menschlichkeit, Toleranz und Freundschaft - sogar die erwähnte "böse" Vitellia wird in ihrem letzten großen Soloauftritt (das wundervolle Rondo "Non più di fiori" mit dem obligaten Bassetthorn) als liebende und zur Reue fähige Frau dargestellt.

Und die Tatsache, dass manche der Stücke im "Titus" so betont knapp gehalten sind, ist für mich persönlich nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die Oper in großer Zeitnot entstanden ist, sondern eher dafür, dass Mozart hier nur mit wenigen Takten schon alles gesagt hat, was zu sagen war - jeder weitere Takt wäre zuviel, jeder andere Komponist hätte mindestens doppelt soviele Takte gebraucht!
Ich denke hier z. B. an das wunderschöne klitzekleine Duettino zwischen Sesto und Annio "Deh prendi un dolce amplesso amico mio fedel" am Ende der ersten Szene - was sollte hier noch hinzuzufügen sein? In dieser maximalen Kürze beweist Mozart seine Meisterschaft und sein Genie erneut - man steht als Zuhörer einfach nur fassungslos davor. (Das "Ave verum" ist ungefähr zur selben Zeit entstanden und von ähnlich frappanter Knappheit und Schlichtheit)

Daher: Mozarts "Titus" ist für mich die Vollendung der musikalischen Klassik schlechthin!
"Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

MarcCologne

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10

Montag, 19. Juni 2006, 13:46

neu erschienen und derzeit in der einschlägigen Presse heftig beworben:



Gerade die lebendige Gestaltung der Rezitative wird da besonders hervorgehoben, ein Werbeargument, das mir so bisher noch nicht untergekommen ist - allein deswegen macht es mich neugierig!

Hat jemand bereits Höreindrücke sammeln können? Ich liebäugle mit einer Tito-Neuaufnahme, bin aber ehrlich gesagt skeptisch, dass sie großartig anders klingen dürfte, als Gardiners Einspielung vor ca. 15 Jahren?!?



Wie steif und einschläfernd man die Rezitative im "Titus" zelebrieren kann, beweist die Böhm-Einspielung aus den 70er-Jahren (mit Peter Schreier in der Titelrolle) - die dafür u. a. mit Julia Varady als Vitellia und einem symphonischen Herangehen an die Partitur entschädigt (an neueren Einspielungen wirkt mir manches oft ein bissel zu gehetzt). Aber die Secco-Rezitative sind mir in dieser Aufnahme echt zu "trocken" :D

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(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

musicophil

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11

Montag, 19. Juni 2006, 14:10

Es gibt auch noch die Philips Ausführung, früher auf LPs ausgebracht. später auf CDs.

[IMG]http://www.MyOnlineImages.com/Members/musicophil/images/Mozart%20- La Celemenza di Tito voor a.jpg[/IMG]

Nachher wurde es noch in der Philips Mozart-Edition wieder ausgebracht. Das Bild davon war so klein, daß ich es meiner Ausgabe entnehme.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

MarcCologne

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Registrierungsdatum: 4. Juli 2005

12

Montag, 19. Juni 2006, 17:05

Oh ja - die hatte ich ganz vergessen! Ich hab sie damals im Rahmen der "Complete Mozart Edition" erworben und die ist auch sehr schön. Vor allem die Vitellia wirkt hier in mancher Rezitativ-Szene so herrlich rasend und giftsprühend, das man fast Angst bekommen könnte :D

Die Rezitative in dieser Aufnahme sind sowieso sehr schön (und auch lebendig), zumal sie hier mit Cembalo begleitet werden und nicht -wie heute eher üblich- mit Hammerklavier, was im Streichorchester so schnell untergeht und sich nicht richtig durchsetzen kann.
Ich höre einfach lieber ein Cembalo als Continuo-Instrument in (Secco-)Rezitativen - allein unter diesem Aspekt gefällt mir die Aufnahme schon recht gut!
Und Stuart Burrows (in der Titelrolle), sowie die Damen Popp, Baker , Minton und von Stade lassen eigentlich auch keine Wünsche offen :yes:

Ich seh schon: Eine Mischung aus allen bisher vorgestellten Aufnahmen wäre sicher mein persönliches Titus-Optimum ;)
"Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

Caesar73

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13

Mittwoch, 9. August 2006, 19:45

Liebe Taminos,

heute habe ich mir folgende Einspielung gekauft:



Die Besetzung klingt vielversprechend und nach einem kurzen Hereinhören konnte ich nicht widerstehen. Im Booklet war etwas zu lesen, was mich ein wenig verwundert hat:

"Mozart, allem Anschein nach durch und durch unpolitisch, ahnte das bevorstehende Ende der aristokratischen Kultur wohl nicht."

Ich kenne mich in der Materie zu wenig aus, um diese Feststellung beurteilen zu können. Aber ein wenig spanisch kommt mir das schon vor.

Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
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musicophil

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14

Mittwoch, 9. August 2006, 19:58

Lieber Christian,

Wie die andere Sänger auch mögen sein, Kasarova ist superb :jubel: :jubel:

LG, Paul
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Ulli

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15

Mittwoch, 9. August 2006, 20:21

Zitat

Original von Caesar73

"Mozart, allem Anschein nach durch und durch unpolitisch, ahnte das bevorstehende Ende der aristokratischen Kultur wohl nicht."



Salut,

Du hast den richtigen Riecher! Das Geschriebene ist natürlich durch und durch Quatsch. Ob er es geahnt hat oder nicht, wer weiß das schon? So, wie es zur damaligen Zeit war, war es gut für ihn - auch wenn er es nicht so arg mochte...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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Caesar73

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16

Mittwoch, 9. August 2006, 21:11

Liebe Leute,

die Plattenfirma hat sich noch einen kleinen Ulk geleistet: Das Libretto wurde nicht mit abgedruckt- immerhin platzsparend- der Benutzer darf sich selbiges von der CD 1 als PDF-Datei herunterladen, wie originell ... :D:D


Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
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Ulli

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17

Mittwoch, 9. August 2006, 21:33

Zitat

Original von Caesar73
Liebe Leute,

die Plattenfirma hat sich noch einen kleinen Ulk geleistet: Das Libretti wurde nicht mit abgedruckt- immerhin platzsparend- der Benutzer darf sich selbiges von der CD 1 als PDF-Datei herunterladen, wie originell ... :D :D



Wirklich originell... offenbar gleich zweisprachig! :D

:hello:

Ulli
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Caesar73

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18

Mittwoch, 9. August 2006, 21:43

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von Caesar73
Liebe Leute,

die Plattenfirma hat sich noch einen kleinen Ulk geleistet: Das Libretti wurde nicht mit abgedruckt- immerhin platzsparend- der Benutzer darf sich selbiges von der CD 1 als PDF-Datei herunterladen, wie originell ... :D:D



Wirklich originell... offenbar gleich zweisprachig! :D

:hello:

Ulli


Sogar noch mehr: Dreisprachig ...deutsch, englisch und französisch :D :D

Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
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tom

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19

Mittwoch, 9. August 2006, 22:17

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von Caesar73

"Mozart, allem Anschein nach durch und durch unpolitisch, ahnte das bevorstehende Ende der aristokratischen Kultur wohl nicht."



Salut,

Du hast den richtigen Riecher! Das Geschriebene ist natürlich durch und durch Quatsch.



Daß Mozart "durch und durch unpolitisch" gewesen sein soll, erscheint mir vor dem Hintergrund seiner Zauberflöte - eine Vielzahl von Aufklärungsmotiven - und seiner Freimaurerkompositionen kaum nachvollziehbar. Insoweit kann ich mir schon vorstellen, daß Mozart mit seiner Musik einen Beitrag zur Schaffung einer neuen, vernünftigen und gerechteren Ordnung des menschlichen Zusammenlebens beabsichtigt hat. Oder sehe ich das falsch?

Liebestraum

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20

Mittwoch, 9. August 2006, 22:23

Hallo Caesar,

du hast doch bestimmt noch andere Einspielungen vom "Tito", dann verwende doch ein anderes Libretto.

Oft bin ich froh, eine bestimmte Aufnahme überhaupt zu bekommen, da ist es nicht gar zu schlimm, wenn das Textbuch fehlt...


Herzliche Grüße
von LT :hello:
Arm bin ich auf die Welt gekommen,
alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
---
Beharrlichkeit führt zum Ziel!
---
Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
---
... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
---
Soli deo gloria
(CMvW -- Carl Maria von Weber)

Ulli

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21

Mittwoch, 9. August 2006, 22:43

Zitat

Original von tom

Daß Mozart "durch und durch unpolitisch" gewesen sein soll, erscheint mir vor dem Hintergrund seiner Zauberflöte - eine Vielzahl von Aufklärungsmotiven - und seiner Freimaurerkompositionen kaum nachvollziehbar. Insoweit kann ich mir schon vorstellen, daß Mozart mit seiner Musik einen Beitrag zur Schaffung einer neuen, vernünftigen und gerechteren Ordnung des menschlichen Zusammenlebens beabsichtigt hat. Oder sehe ich das falsch?


Nein, siehst Du nicht.

:hello:

Ulli
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Caesar73

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22

Mittwoch, 9. August 2006, 22:53

Zitat

Original von Liebestraum
Hallo Caesar,

du hast doch bestimmt noch andere Einspielungen vom "Tito", dann verwende doch ein anderes Libretto.

Oft bin ich froh, eine bestimmte Aufnahme überhaupt zu bekommen, da ist es nicht gar zu schlimm, wenn das Textbuch fehlt...


Servus Liebestraum,

nein, ein Problem ist das fehlende Libretto wirklich nicht- ich habe mich auch eher amüsiert ob dieses geistreichen Einfalls der BMG :D :D

Freilich: Noch mehr amüsiert hat mich das oben zitierte Statement über den armen, ach so ahnungslos-unpolitischen Mozart, der von den um ihn herum vorgehenden gesellschaftlichen Entwicklungen angeblich keinen Schimmer hatte, aber immerhin in der Lage war ein gesellschaftskritisches Sujet wie Beaumarchais Stück angemessen zu vertonen. Es wäre vielleich zu überlegen zu dem Thema einen eigenen Thread zu formulieren. Mal schauen. Vielleicht werde ich in der Richtung kreativ.

Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
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Barezzi

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23

Donnerstag, 10. August 2006, 01:43

Hallo Christian,

Zitat

Original von Caesar73
Liebe Leute,

die Plattenfirma hat sich noch einen kleinen Ulk geleistet: Das Libretto wurde nicht mit abgedruckt- immerhin platzsparend- der Benutzer darf sich selbiges von der CD 1 als PDF-Datei herunterladen, wie originell ... :D:D


Dieser Gag scheint immer mehr in Mode zu kommen, da er Druckkosten für die Libretti spart - ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass die so hoch sind, aber na ja... ?( (ich würde ja lieber mehr bezahlen, wenn man mir eins mitliefert)

Bei der neuen Midprice-Opera-Serie von EMI ist es wieder der gleiche Spaß, nur dort kann man sich die Booklets im Internet runterziehen; das hat den Vorteil, dass auch alle anderen vom Download Gebrauch machen können, die sich z.B. eine Budget-Archiv-Aufnahme von anderen Herstellern zugelegt haben. Für EMI-Kunden bleibt es hingegen umständlich: was will man mit den ausgedruckten Dingern machen? In nen Ordner wie die Studienunterlagen und dann wieder hervorkramen, wenn man das Werk wieder hören will?!
Glücklicherweise (wusste das damals wirklich nicht) hab ich mir vor ca. einem Monat noch den Figaro unter Giulini (mit Libretto :jubel: ) in der alten Serie gekauft - zwar ist er jetzt 5 euro teurer, dafür aber im Schuber ohne Libretto...
Aus der neuen Serie kam auch schon der erste Vertreter bei mir an: Prokoffiefs "Liebe zu den drei Orangen" - der Witz hierbei: scheinbar besteht noch irgendein Urheberrecht, so dass sie´s doch nicht ins Netz stellen konnten. Um doch noch an mein Libretto zu gelangen musst ich quasi aus Eigeninitiative dem EMI-Kundenservice (nach GB denk ich) eine (englische) Mail schreiben, woraufhin die dann die Datei als Attachment zurückgeschickt haben - ging schnell ist aber irgendwie total affig :rolleyes:
Da stand auch sowas drauf von wegen urheberrechtl. Material, nicht weiterverbreiten und wenn es aus Versehen der Falsche gekriegt hat, bitte (per Mail 8o ) zurückschicken und eigene löschen :hahahaha:

[Tut mir leid, eigentlich gehört dies nicht in diesen Thread, aber ich fand keinen geeigneten dazu und dachte, es passt zu Christians Ausführungen dazu :angel: zur Not kann man es ja verschieben...]

:hello:
Stefan
Viva la libertà!

Ulli

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24

Donnerstag, 10. August 2006, 07:09

Salut Barezzi,

Du meinst das?

Zitat

Der Inhalt dieser E-Mail ist vertraulich. Falls Sie nicht der angegebene Empfänger sind oder falls diese E-Mail irrtümlich an Sie adressiert wurde, verständigen Sie bitte den Absender sofort und löschen Sie die E-Mail sodann. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Übermittlung sind nicht gestattet. Die Sicherheit von Übermittlungen per E-Mail kann nicht garantiert werden. Falls Sie eine Bestätigung wünschen, fordern Sie bitte den Inhalt der E-Mail als Hardcopy an.

The contents of this e-mail are confidential. If you are not the named addressee or if this transmission has been addressed to you in error, please notify the sender immediately and then delete this e-mail. Any unauthorized copying and transmission is forbidden. E-Mail transmission cannot be guaranteed to be secure. If verification is required, please request a hard copy version.


:wacky:

Viele Grüße
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25

Donnerstag, 10. August 2006, 11:01

Zitat

Original von Caesar73
Die Besetzung klingt vielversprechend und nach einem kurzen Hereinhören konnte ich nicht widerstehen. Im Booklet war etwas zu lesen, was mich ein wenig verwundert hat:

"Mozart, allem Anschein nach durch und durch unpolitisch, ahnte das bevorstehende Ende der aristokratischen Kultur wohl nicht."

Ich kenne mich in der Materie zu wenig aus, um diese Feststellung beurteilen zu können. Aber ein wenig spanisch kommt mir das schon vor.


Ja, das ist so dämlich, das könnte fast von Pahlen stammen (oder ist ebendort abgeschrieben..). Auch wenn Mozart völlig unpolitisch und kein Maurer gewesen wäre, nicht Figaro und Don Giovanni komponiert hätte, hätte er nicht nur ein naiver Götterliebling, sondern ziemlich ignorant sein müssen, um 1791 (!) das bevorstehende Ende der aristokratischen Kultur nicht zu ahnen. So etwas in einem kürzlich erschienenen Booklet ca. 15 Jahre nach den entsprechenden Büchern von Robbins-Landon und Braunbehrens ist sehr dürftig.

viele Grüße

JR
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Donnerstag, 10. August 2006, 11:23

Zitat

Original von Johannes Roehl
Auch wenn Mozart völlig unpolitisch und kein Maurer gewesen wäre, nicht Figaro und Don Giovanni komponiert hätte, hätte er nicht nur ein naiver Götterliebling, sondern ziemlich ignorant sein müssen, um 1791 (!) das bevorstehende Ende der aristokratischen Kultur nicht zu ahnen.


Wieso? Nur wegen der französische Revolution?
Im England wurde bereits 140 Jahr eher der König geköpft. Und das führte ja aucht nicht zum Ende der aristokratischen Kultur. Nur zeitweilig wurde sie dort unterdrückt (während Cromwells Leben).

LG, Paul
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Donnerstag, 10. August 2006, 12:11

Zitat

Original von musicophil

Zitat

Original von Johannes Roehl
Auch wenn Mozart völlig unpolitisch und kein Maurer gewesen wäre, nicht Figaro und Don Giovanni komponiert hätte, hätte er nicht nur ein naiver Götterliebling, sondern ziemlich ignorant sein müssen, um 1791 (!) das bevorstehende Ende der aristokratischen Kultur nicht zu ahnen.


Wieso? Nur wegen der französische Revolution?
Im England wurde bereits 140 Jahr eher der König geköpft. Und das führte ja aucht nicht zum Ende der aristokratischen Kultur. Nur zeitweilig wurde sie dort unterdrückt (während Cromwells Leben).


Nicht nur die franz. (es gab BTW auch noch eine amerikanische ein paar Jahre vorher) Revolution. Sondern das allgemeine Aufstreben des Bürgertum, wie es in England (vielleicht auch in den Niederlanden und anderswo) schon zu Beginn des 18. Jhds. deutlich wurde. Die gesamte Aufklärung usw. Die Freimaurer standen ja auch dafür und einige vernünftige Herrscher (wie Joseph) sahen das selbst ein und reagierten entsprechend. In der Tat waren die Aufklärer ja etwas zu optimistisch; zu Beginn des 19. Jhds. folgten ja erstmal Jahrzehnte der Restauration mit Metternichs Stasi, Zensur und allem drum und dran.

Die Opera seria des Hochbarock allerdings lag (wohl nicht ganz, aber doch einigermaßen) unabhängig von diesen politische Veränderungen um 1790 schon 50 Jahre in den letzten Zügen, auch wenn noch Einzelwerke wie die Mozarts komponiert wurden, so hatten die Buffa und Glucks "Reformoper" längst den Siegeszug angetreten.

viele Grüße

JR
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Donnerstag, 10. August 2006, 13:10

Zitat

Original von Johannes Roehl
[Nicht nur die franz. (es gab BTW auch noch eine amerikanische ein paar Jahre vorher) Revolution. Sondern das allgemeine Aufstreben des Bürgertum, wie es in England (vielleicht auch in den Niederlanden und anderswo) schon zu Beginn des 18. Jhds. deutlich wurde. Die gesamte Aufklärung usw.


Es führt zu weit und ist off topic, um hier über dieses Thema zu diskutieren. Aber ich glaube, du erkennst Mozart zuviel Kentnisse zu.
Er lebte in jener Zeit; Du kannst, zurückschauend, Zusammenhänge sehen.

LG, Paul
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29

Donnerstag, 10. August 2006, 15:23

Salut Ulli,

bei mir sah´s so aus (ist ja alles auf Englisch bei denen):

Zitat

Music from EMI

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Das mit dem via Mail zurückschicken war natürlich etwas überzogen übersetzt, aber das ganze ist schon mehr als seltsam :hahahaha: die wissen ja gar nicht mal, ob man das wirklich gekauft hat, also kann jeder anfragen; andererseits kommen wohl die wenigsten Käufer (sofern sie überhaupt die richtige Seite finden wollen und können) auf die Idee, einfach mal den Kundenservice frech anzuschreiben und nachzufragen ?(
Na ja, ich hatte jedenfalls meinen Spaß :hahahaha: nur das mit den ausgedruckten Libretti ist etwas nervig, bei mir gammelt immer noch der Ausdruck von Glucks "Orpheo ed Euridice" (Gardiner :jubel: ) der seltsamen CD-Libretto-Edition von Universal irgendwo herum :wacky: wirklich reinpassen in die Hülle will das Ding ja nicht...

:hello:
Stefan
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Montag, 14. August 2006, 17:11

Zitat

Caesar73 schrieb:
Die Besetzung klingt vielversprechend und nach einem kurzen Hereinhören konnte ich nicht widerstehen.


... um nochmal aufs Thema zurückzukommen ;)

Es ging um die von Caesar73 vorgestellte neue Einspielung der Clemenza di Tito mit Vesselina Kasarova als Sesto - hattest Du, lieber Caesar (oder sonst einer von Euch) schon Gelegenheit, Dir ein Urteil über die von der Kritik ja bereits hochgelobte Aufnahme zu bilden?
Wie hält man es z. B. mit den Seccorezitativen? Hammerklavier oder Cembalo? Ungekürzt oder "beschnitten"? :D

Gegen diese Aufnahme scheint mir die kürzlich erst erschienene Jacobs-Einspielung tatsächlich etwas ins Hintertreffen geraten zu sein ?(



Kann evtl. sogar jemand einen Vergleich hierzu posten?

Würde mich sehr interessieren :yes:

Ach ja - die Aufnahme hier ist auch relativ neu auf dem Markt (auch wenn sie aus den Archiven des WDR stammt)!
Hierüber habe ich bisher noch gar nichts vernehmen können?



Außerdem gibt es auch noch diese neue Einspielung vom Frühjahr 2006:



Mal im Ernst: Wer soll das alles hören?
Oder stellt Euch vor, man geht ins Geschäft und bittet um eine möglichst neue Aufnahme der Clemenza di Tito und muss dann zwischen mindestens 4 (!!!) allein in diesem Jahr erschienenen Produktionen entscheiden? Was für ein Irrsinn.... :wacky:
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(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)