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moderato

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Montag, 17. Februar 2014, 03:57

Hm, was sehe ich?

Der blonde Jungen steckt im blauen Zweireiher. Er hat ein weisses Unterhemd an, dessen Kragen sichbar ist. In Händen hält er ein weisses Blatt Papier, Karton oder eine Leinwand. Er steht oder sitzt vor einer hellbeigen Wand. Das Haar ist kurz geschnitten. Er trägt also keine Perücke. Das Gesicht ist leicht nach hinten geneigt im Halbprofil gemalt. Der Raum ist lichtdurchflutet. Beinahe kein Schlagschatten im Gesicht des Buben.

Es scheint mir, der Sohn des Malers oder eines Verwandten zu sein. Das Kind ist gelöst, obwohl es Modell sitzen muss. Ein wenig Ernst ist auch im Blick. Ich schätze der Knabe ist 10 Jahre alt. Die Individualität ist sichtbar. Nichts Puppenhaftes oder Formelhaftes, wie dies in Bildern vor 1800 oft anzutreffen ist.

Der Komponist Franz Xaver Richter lebte von 1709-1789. Geboren in Böhmen, tätig in Kempten, Mannheim und Strassburg, Europas musikalische Metropolen bereisend. Die Quartette op. 5 entstanden nach 1756. Das Gemälde ist in meiner Einschätzung deutlich später entstanden, erste Hälfte 19. Jahrhundert, um 1800 und später.

Das Label Alpha fällt durch die Auswahl der Coverbilder auf. Im Booklet wird jeweils eingehend das Bild besprochen, welches für die Einspielung ausgewählt wurde.
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Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer

Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
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JLang

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Montag, 17. Februar 2014, 22:22

Lieber Alfred,
das war eine harte Nuß, obwohl ich mich im Klassizismus eigentlich ein bisschen auskenne.
Aber jetzt hab ich es:

Johann Zoffany (1733 - 1810): Reverend R. Burroughes and his son Ellis
Aufbewahrungsort: London, Private Collection Agnew's

Wie hab ich es gefunden? Eine Verbindung des Malers zum Kolonisten habe ich nicht gefunden, bin also vom Bild selbst ausgegangen: es ist auf jeden Fall ein klassizistisches Gemälde. Dargestellt ein Knabe in blauer Uniform, der irgend etwas hält. Schaut man, was Knaben in dieser Zeit auf Gemälden halten können, kommt man auf Mappen oder Bücher. Hier schien es mir eine Art Mappe zu sein. Mit diesen Suchbegriffen in diversen Sprachen traf ich nach langer Recherche auf einige Bilder des Malers Zoffany, die mir hinsichtlich der Gesichter ähnlich schienen. Dann habe ich auf dieser Spur weitergesucht und bin fündig geworden.

Mit bestem Gruß
JLang
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Alfred_Schmidt

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Montag, 17. Februar 2014, 22:35

Das ist ausgezeichnet - Das nächst Rätsel kommt von Dir - und eine genaue Bildvorstellung (hoffentlich !!!) von moderato

Liebe Grüße aus Wien
Alfred

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JLang

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Montag, 17. Februar 2014, 22:40

Ich habe nun das gesamte Bild herausgesucht, in der Hoffnung, moderato nicht zu sehr vorzugreifen.
So sieht es aus:


Also, es ist doch ein Buch, in dem der Knabe blättert, der Vater steht leicht über den Stuhl gebeugt und hat einen kritischen Blick darauf. Der Junge sieht allerdings nicht ins Buch, sondern hat sein Gesicht dem Betrachter zugewandt. Es ist also das in Szene setzen eines Bildungsvorgangs.

Mein Rätsel folgt
Mit bestem Gruß
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JLang

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Montag, 17. Februar 2014, 22:49

Ich fürchte Alfred kann hier nicht mitraten, weil er diese (im Übrigen sehr empfehlenswerte) CD besitzt (?),
aber dennoch:

Wie heißt der Maler?
Wie heißt das Bild?



Viel Spaß beim Rätseln wünscht
JLang
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moderato

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Dienstag, 18. Februar 2014, 03:53

Lieber Alfred Schmidt

Eine sehr harte Nuss war dein Rätsel. Keiner der Suchbegriffe "Sohn, Vater, Künstler" weder auf Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Niederländisch in verschiedenen Kombinationen brachte Erfolg.
1769 wurde das Bild gemalt. Meine Annahme war nach 1800...

Johannes Josephus Zaufallij nannte sich der Maler mit böhmischen Wurzeln, als er noch in Deutschland lebte. 1760 kam er nach England, wo er sich in Zoffany unbenannte. Er war ein beliebter Maler von Familienportraits und Theaterszenen. Der Schauspieler
David Garrick führte ihn in die Gesellschaft ein. Hier hat Zoffany ihn in einer Rolle in Vanbrugh's Provoked Wife festgehalten.



Am englischen Hof des Königs Georg III verkehrte er ebenso wie am östereichischen der Maria-Theresia. Dass er Bürgerliche in ein Bild des Königs integrierte, verärgerte den Regenten. Er zog seinen Auftrag zurück und Zoffany ebenso verärgert, weil dies nicht die beste Werbung für seine Arbeit darstellte, reiste in den 70er Jahren nach Florenz. (Ehrlich gesagt, wenn ich die Wahl hätte, würde ich dem Wetter Englands auch entfliehen und wärmere und sonnigere Gefilde aufsuchen.) 1783 übersiedelte er nach Kalkutta in Indien. 1789 kehrte er vermögend nach London zurück.

Zoffany war der erste Maler, der die königliche Familie in ungezwungener Atmosphäre portraitieren durfte.

Übrigens: Der Maler war schon einmal Gegenstand eines Coverbild-Rätsels in Beitrag 958. Du hattest den Künstler damals herausgefunden.
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Dienstag, 18. Februar 2014, 04:30

Lieber JLang

Dann löse ich noch dein Rätsel auf: Alexandre Calame: Palmen an der Riviera, 1858

Museum Oskar Reinhart, Winterthur, Schweiz



Das Gemälde weicht wesentlich in der Farbgebung vom Coverbild ab. Ich hab's trotzdem erkannt, weil ich es im Museum schon gesehen habe.
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Mittwoch, 19. Februar 2014, 14:36

Lieber JLang

Wenn du die Lösung bestätigt, werde ich ein neues Rätsel stellen.

lg moderato
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Mittwoch, 19. Februar 2014, 19:21

Lieber moderato,

wie immer hast Du Rätsel richtig gelöst und erklärt. Daneben auch noch einen vollständigen Lexikoneintrag zum vorherigen Rätsel mitgeliefert. Herzlichen Dank.

Zitat

Übrigens: Der Maler war schon einmal Gegenstand eines Coverbild-Rätsels in Beitrag 958. Du hattest den Künstler damals herausgefunden.

Das habe ich erst im Nachhinein festgestellt, da ich den dortigen Malstil aus dem Kopf nicht mit dem neuen Rätselbild verbinden konnte.

Und natürlich: Du stellst vollkommen zu Recht das neue Rätsel
Herzliche Grüße
JLang
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Mittwoch, 19. Februar 2014, 19:36

Wer hat's gemalt?

Wie heisst der Vogel, der zu sehen ist?
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Alfred_Schmidt

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Mittwoch, 19. Februar 2014, 20:07

1) Giovanna Garzoni (1600-1670)
2) Rotkehlchen

Liebe Grüße aus Wien
Alfred

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Mittwoch, 19. Februar 2014, 21:58

Lieber Alfred,

der Maler mag ja stimmen. Aber der Vogel scheint mir kein Rotkehlchen zu sein. Möglicherweise ist es ein Fink oder Stieglitz?

Unser Freund moderato wird das sicher auflösen.


Liebe Grüße

Portator

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Mittwoch, 19. Februar 2014, 22:08

Lieber Alfred Schmidt

Die Malerin Giovanna Garzoni (1600-1670) hast du richtig herausgefunden. Eine der wenigen Malerinen im Coverbild-Rastespiel. Sie malte vornehmlich Stilleben. Auf jedem ist ein Tier zu sehen: Käfer, Heuschrecken, Wespen und Vögel.

Das Vögelchen auf dem Gemälde ist kein Rotkehlchen. Es hat einen roten Fleck im Kehlbereich. Der gemalte Vogel hat einen roten Fleck um die Augen: Es handelt sich um einen Distelfink, auch Stieglitz genannt. Er gehört zu den Sperlingsvögeln.
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Donnerstag, 20. Februar 2014, 03:37

Lieber Alfred Schmidt

Gestern nach der anstrengenden Chorprobe, war ich zu müde noch die Bilder und Informationen zur Lösung zu suchen. Das hole ich noch nach.

Das Bild der Feigen in einer chinesischen Schale der Malerin Giovanna Garzoni zeigt, wie weit die Handelsbeziehungen der italienschen Fürstentümer im 17. Jahrhundert reichten. Schön wie das Rot des Vogels im Rot der Kirschen und der halbierten Feige seine Entsprechung findet.



Hier sieht man, wozu der kurze, spitze und kräftige Schnabel des Distelfinks (lat. Carduelis carduelis) oder Stieglitz dient: Damit knackt er die Fruchtstände der Disteln, um an die Samen zu gelangen.



Als Jungvogel sieht das Gefieder des Distelfinks oder Stieglitz so aus:



Eine informative Seite zu unseren heimischen Vögeln, insbesondere dem Distelfink, ist dieser Link. Hier ist auch sein Gesang zu hören, der ihm den Namen Stieglitz gab. http://www.vogelwarte.ch/distelfink.html

Olivier Messiaen, der begeisterte Ornithologe unter den Komponisten, hat dem Gesang des Chardonneret, französisch für Distelfink, in Fauvette des Jardins, auch einen Takt gewidmet (Seite 49 in der Partitur, oben vif, 176). Die Rufe von 18 Vögeln hatte er in das Werk aufgenommen. Im Vorwort beschreibt der Komponist den Verlauf eines Tages in der Natur. Olivier Messiaen erwähnt die genauen Ortsangaben, gibt die wechselnden Stimmungen in der Natur wieder und wann der Gesang der Vögel zu hören ist.


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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »moderato« (20. Februar 2014, 05:28)


moderato

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Donnerstag, 20. Februar 2014, 18:53

Lieber Alfred Schmidt

Nach den Regeln des Coverbild-Ratespiels (Beitrag 1) muss nur der Maler, in diesem Fall der Name der Malerin, gefunden werden. Zusatzfragen sind nur Beigemüse. Das nächste Rätsel kommt daher aus Wien!
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Alfred_Schmidt

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Donnerstag, 20. Februar 2014, 22:05

"ich nehme das Urteil an!" :baeh01:

Und wieder die zwei bekannten Fragen:
Wer ist der Maler ?
Wie heißt das Bild ? - bzw was ist dargestellt ?

mit freundllichen Grüßen aus Wien
Alfred

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moderato

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Donnerstag, 20. Februar 2014, 22:41

Hm, was sehe ich? Die Bildqualität ist nicht so gut, dass man Details erkennen könnte. In einem hohen, von Säulen umgebenen Raum stehen Männer und Frauen. Erhöht auf einem Podest an einem Pult ist ein Mann, auf dem die Blicke der Leute ruhen. Vor ihm sitzen auf Stühlen einige Personen. Auf den Balustraden sind weitere Menschen zu erahnen. Im Vordergrund liest ein Mann im Gehrock in einem Buch oder Heft. Zu seinen Füssen liegt ein Dreispitz. Etwas Schwarzes ist links. Es ist nicht eindeutig, was es genau ist.

Welche Schlüsse kann man aus diesen Details ziehen? Eine Freimaurer-Loge ist es definitiv nicht, da eine Frau zu sehen ist.
Ein Konzert scheint es nicht zu sein, weil das Orchester fehlt. Spielt der dunkel gekleidete Mann im Zentrum ein Soloinstrument? Dann würde er frei stehen.
Wird ein politisches Ereignis dargestellt? Wird eine Rede gehalten? Ist es eine Gründungsversammlung? Das scheint mir das Wahrscheinlichste zu sein.
Der Komponist Johann Christian Cannabich lebte von 1731-1798 an drei verschiedenen Orten: Mannheim, Paris und München. Wenn der Grafiker Raum und Zeit beachtet hat, müsste das Bild eine Ereignis festhalten, das mit einem dieser drei Orten im Zusammenhang steht.

Dieses Rätsel hat eine dicke, harte Schale.
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Freitag, 21. Februar 2014, 05:07

Ist es ein Kirchenraum? Dazu fehlen mir religiöse Symbole. In einer Synagoge sitzen die Frauen getrennt von den Männern. Die Anwesenheit der Frau im hellen Kleid rechts spricht dagegen, dass es sich um den Raum eines Tempels handelt. Ist eine jüdische Hochzeitsfeier dargestellt? Ich bin der Meinung, dass dann die Frau näher im Zentrum beim Mann auf dem Podest stehen würde. Seit wann, ist Weiss die Farbe des Brautkleides? Wikipedia gibt da Auskunft. Die helle Farbe der Unschuld war den höheren Ständen vorbehalten. Die niederen Stände heirateten in der regionalen Tracht oder im Sonntagskleid. War die Braut schwanger, war schwarz angesagt.
Ein Kursaal einer Bädereinrichtung oder ein Saal in einem Schloss wären auch naheliegend.

Die Garderobe der Herren und der Dame würde ich Ende 18. Jahrhundert ansiedeln. Kniestrümpfe, der am Boden liegende Dreispitz, Gehröcke, der Mann ganz rechts hat einen Stock in der Hand. Die beiden Männer bei den beiden Säulen im Vordergrund tragen keine Perücken.

Den von mir verwendeten architektonischen Begriff Balustrade, den ich im vorherigen Beitrag verwendet hatte, musste ich nachschlagen. Damit sind die Einfassungen eines Balkons oder Empore gemeint. Die vermuteten Leute sitzen also nicht auf, sondern hinter den Balustraden. ;)

Das Coverbild der Aufnahme, das man beim anderen Werbepartner findet, besitzt eine bessere Auflösung. Da sind mehr Details zu erkennen. Das Schwarze vorne links ist eine Frau, die etwas vom Boden aufnimmt. Man erkennt, dass es Damen sind, die um den Mann am erhöhten Rednerpult sitzen. Die Männer stehen, wie es sich gehört, hinter ihnen. Das Manuskript, aus dem er liest wird auf der grauen Halterung liegen. Wirklich hilfreich, sind die besser zu sehenden Einzelheiten des Bildes nicht. :rolleyes:


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Freitag, 21. Februar 2014, 22:28

Lieber Alfred Schmidt

Ich habe die Lösung:

Sebastian Staasens (1752-nach 1821)

Fastenpredigt des Dr. Mai im Konzertsaal des Nationaltheaters in Mannheim
, Gemälde 1793



Sehr, sehr, sehr schwierig war es den richtigen Suchbegriff für dieses Bild zu finden. Mannheim, der Ort wo Christian wirkte, war der Schlüsselbegriff.
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JLang

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Freitag, 21. Februar 2014, 22:29

Eigentlich gebührt die Ehre des nächsten Rätsels moderato, er hat mich auf die richtige Spur gebracht.
Die Wirkungsstätten von Cannabich gaben den entscheidenden Hinweis. Ein wenig irreführend ist, daß zwar eine Stätte der Musik bildlich umgesetzt wurde, aber keine Musik gespielt wird.

Denn der Konzertsaal im Nationaltheater in Mannheim ist dargestellt: "Fastenpredigt des Dr. Mai im Konzertsaal des Nationaltheaters" ist der Titel.
Sebastian Staasens (1752-1821) hat es gemalt.
Im Jahre 1777 wurde das Rüsthaus unter Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz von L.Quaglio zum Theater umgebaut.

Gefunden habe ich es über den Hinweis auf die Wirkungsstätte und mit der ersten angefangen. Dann bin ich wichtige Säle aus der Zeit, in welcher der Komponist lebte, durchgegangen. Natürlich habe ich mit Orten angefangen, an denen Musik gespielt wurde, auch wenn das nicht dargestellt ist. Getreu dem Motto: wo Musik drin ist, kann auch etwas mit Musik in Verbindung stehendes drauf sein.

Mit bestem Gruß
JLang

PS Sekunden zu spät :(
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Freitag, 21. Februar 2014, 22:49

Lieber JLang

Gleich erging es mir vor einigen Tagen, als ich in der gleichen Minute die Lösung einstellte. Ich war auf dem Sofa eingeschlafen… und habe die Lösung eingetippt. Diesmal war ich etwas schneller. Ich wollte die 24 Stunden abwarten, seit Alfred Schmidt uns dieses Rätsel stellte. Nehmen wir die Sache sportlich.

Wer ist Dr. Mai? Pflege-Wikipedia hilft. (Diese Seite gibt es wirklich!)

Zitat: "Franz Anton Mai (1742 – 1814; auch May), ein Heidelberger Professor der Geburtshilfe, wird als wichtige Persönlichkeit auch der professionellen Pflege betrachtet, weil er u. a. eine Hebammenschule und bereit 1781 eine erste Krankenpflegeschule als dreimonatige Krankenwärterschule im Land Baden gründete. Er war auch Medizinalrat in Mannheim und Leibarzt der dortigen Kurfürstin Elisabeth Auguste.
Sein Lehrbuch: Franz May, Unterricht für Krankenwärter, wird in Mannheim 1782 veröffentlicht. Seine Vorlesungen für die Bürgerschaft hält er im damaligen Theatersaal ab."


Und was sind "Fastenpredigten"?

"Im Jahre des Heil 1793 - im Glanz und Blüte der Aufklärung - hielt der Arzt und Geburtshelfer Franz Anton Mai vor dem Mannheimer Hof seine vielbeachteten "Medizinische Fastenpredigten": Predigten also eines Arztes nach der Manier der Zucht- und Bussprediger - zu gesunder Lebensführung, gehalten wie es hiess "von Faschings-Belustigungen freien Samstagen" der Fastenzeit, …"

Zitat gefunden gefunden in: Medizin in Geschichte, Philologie und Ethnologie, Festschrift für Gundolf Keil, Heinrich Schippergers S. 107, 2003

Zum Maler habe ich im Internet keinerlei Angaben gefunden, ausser seinen Lebensdaten.
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Freitag, 21. Februar 2014, 22:53

Ich bin überwältigt - Es ist von BEIDEN eine HERVORRAGENDE Leistung
Ich bin mir nicht sicher, daß ICH die Geduld gehabt hätte.

@JLang - Willkommen Leidensgenosse
Einst hatte ich die Lösung eines Rätsels fix und fertig parat - aber das Abendessen rief......
Als ich nach einer knappen halben Stunde wieder an den Computer zurückkehrte hatte moderato die richtige Lösung bereits gepostet....

Ich habe mich dann mit dem Gedanken getröstet*, daß auch ein Genie mal Pech haben kann.

Das nächste Rätsel kommt aus der Schweiz.....



(*und mit einem Glas französischen Cognacs)

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Freitag, 21. Februar 2014, 23:01

Wer hat's gemalt?

Ein Hinweis, der hilfreich, (vielleicht auch verwirrend), für die Lösung sein könnte: Der Komponist veröffentlichte seine Sammlung in … .

Den Ratefüchsen wünsche ich viel Erfolg.

lg moderato
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Freitag, 21. Februar 2014, 23:27

Hier meine Antwort:

Ivan Aivazovsky

Der Gondoliere auf dem Meer in der Nacht

:untertauch:

Liebe Grüße in die Schweit
Alfred

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Freitag, 21. Februar 2014, 23:36

Lieber Alfred Schmidt:

Ich gratuliere! :jubel:

Ivan Aivazovsky, den Maler des Meeres, wie er auch genannt wird, hatten wir schon im Coverbild-Ratespiel!

Ich bin gespannt, mit welchem Rätsel du uns foltern wirst… ;(



Der Maler hatte ein ähnliches Sujet gemalt. Diesmal befindet sich der Mond links des Segelschiffes und die Gondel hat bei einem Bildstock Halt gemacht.



Als ich das Coverbild das erste Mal sah, dachte ich an Franz Schuberts Liedzyklus "Schwanengesang", daraus das Lied "Die Stadt" mit Heinrich Heines Gedicht.

Am fernen Horizonte
Erscheint, wie ein Nebelbild,
Die Stadt mit ihren Türmen,
In Abenddämmrung gehüllt.

Ein feuchter Windzug kräuselt
Die graue Wasserbahn;
Mit traurigem Takte rudert
Der Schiffer in meinem Kahn.

Die Sonne hebt sich noch einmal
Leuchtend vom Boden empor
Und zeigt mir jene Stelle,
Wo ich das Liebste verlor.



lg moderato
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Freitag, 21. Februar 2014, 23:51

Wenn auch etwas verspätet: ich nehme es ganz sportlich, tröste mich damit, daß ich des Rätsels Lösung gefunden habe.
Außerdem empfinde ich es als überhaupt nicht schlimm, gegen die herausragenden Rätsler in diesem thread den Kürzeren ziehen :)

Nun habe ich eine Zeit nicht aufgepaßt und sofort das nächste Rätsel samt hervorragender Lösung verpasst.
Nun denn: ich gehe nicht davon aus, daß der thread bald endet, habe also noch einige Chancen, richtig zu liegen und auch noch schnell zu sein.

Auf ein Neues beim nächsten Rätsel aus Wien
Herzlich
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Samstag, 22. Februar 2014, 00:01

Eigentlich wollte ich das nächste Rätsel erst morgen absenden - aber da bin ich draufgekommen, daß es eigentlich schon morgen ist, bzw. daß heute bereits gestern war....
Die Frage lautet diesmal überraschenderweise: Wie nennt sich der Maler ?
Wie heisst das Bild ?
möget ihr bis 6 Uhr früh dran knobeln -
wünscht sich und Euch
Alfred
:baeh01:

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Samstag, 22. Februar 2014, 00:47

Hm, keine Ahnung, wer dieses Bild gemalt haben könnte. Die beste Strategie in solchen Fällen ist, genau hinzusehen und zu beschreiben. Eine Landschaft mit einem See, Bergen und einer Stadt ist im Hintergrund . Im Vordergrund zerschneidet ein dunkler Stamm das Bild. Die Blätter sind einzeln gezeichnet. Im Mittelgrund ist eine menschliche Gestalt zu erkennen, die sich wahrscheinlich auf einem Kahn befindet. Ein Fluss nimmt die ganze Bildbreite ein. Wasserpflanzen wachsen an den Ufern. Mit der Staffelung der Bildebenen und dem Einsatz der Farbe Blau (je weiter entfernt, desto höher der Blauanteil der gemalten Landschaftselemente) erreicht der Maler optische Tiefenwirkung.

Ein Gemälde aus der Zeit Vivaldis könnte man annehmen, wenn sich der Grafiker an Raum und Zeit gehalten hat. Das würde für Italien und den Zeitraum 1678 - 1741 sprechen. Die Malweise, finde ich, passt nicht zu dieser Zeit. Ich nehme an, dass das Bild hundert Jahre früher gemalt wurde. Geographisch möchte ich mich nicht festlegen, da Landschaften zu dieser Zeit nicht eindeutig bestimmt werden können, eher eine Idee von Landschaft und Natur wiedergeben.
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Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer

Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
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JLang

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Samstag, 22. Februar 2014, 01:04

Um nicht zu spät zu sein:

Annibale Carracci, Paesaggio con fiume, 1590
Gute Opern zu hören, versäume nie
(R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

JLang

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Samstag, 22. Februar 2014, 01:10

Wie bin ich darauf gekommen?
Gezeigt ist eine Landschaft mit Fluß, entstanden sein muß das Gemälde wie moderato um recht bemerkt vor Vivaldis zeit: es gehört auf jeden Fall in den Zeitraum Barock. Wo sich die Landschaft befindet, weiß ich nicht. ich bin aber davon ausgegangen, daß der Maler ein Italiener war. Das habe ich einfach aufgrund des Komponisten angenommen. Also habe ich die Suchbegriffe Landschaft mit Fluß auf italienisch gesucht (paesaggio con fiume) und nach etwas Suchen und Kombinieren bin ich auf das Bild und den Maler gestoßen.

Mit bestem Gruß
JLang
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(R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

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