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Joseph II.

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1

Montag, 12. November 2007, 18:48

Helmuth Rilling - Der Bach-Großmeister

Kann es wirklich der Fall sein oder gibt es wirklich noch kein eigenes Helmuth Rilling-Thema? Sofern dies der Fall ist, behebe ich diesen Mißstand und eröffne ies hiermit.



Wohl kaum ein (lebender) Dirigent ist ein derartiger Experte, was die Musik von Johann Sebastian Bach angeht (allenfalls vielleicht Harnoncourt); man könnte fast sagen, Rilling habe die Nachfolge von Karl Richter angetreten.
Dennoch scheint der nunmehr 74jährige hier im Forum relativ wenige Anhänger zu haben.
Ich kenne von ihm etliche Kantaten-Aufnahmen und den Händel-Messias und kann nur betonen, daß mir die Aufnahmen immer sehr gut gefielen.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

ThomasBernhard

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2

Montag, 12. November 2007, 19:00

RE: Helmuth Rilling - Der Bach-Großmeister

Sein Engagement für Liszts Christus, Francks Seligpreisungen (obwohl ich die Aufnahme nicht kenne) und einiges andere finde ich sehr löblich, auch gefällt mir seine jüngste Matthäuspassion durchaus gut, aber wenn ich viele seiner Kantateneinspielungen aus den Siebzigern höre und an dieses furchtbare, viel zu laute und unnatürliche Cembalo denke.... [weitere Kritikpunkte aber auch vereinzeltes Lob findet man im Bachkantatenforum] nein, den Titel Großmeister möchte ich ihm doch energisch absprechen!
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

thomasbernhards-1[ätttttt]yahoo[punkt]de

Siegfried

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3

Montag, 12. November 2007, 19:31

RE: Helmuth Rilling - Der Bach-Großmeister

Danke, Felipe, daß du diesen Großen unter den Bach-Interpreten erwähnst. Wer je einmal ein Gesprächskonzert oder ein von ihm geleitetes Konzert erleben durfte, wird ehrfürchtig den Hut vor diesem Künstler ziehen. :angel:
Freundliche Grüße Siegfried

Rosenkavalier

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4

Montag, 12. November 2007, 19:46

RE: Helmuth Rilling - Der Bach-Großmeister

Zitat

Original von Siegfried
Danke, Felipe, daß du diesen Großen unter den Bach-Interpreten erwähnst. Wer je einmal ein Gesprächskonzert oder ein von ihm geleitetes Konzert erleben durfte, wird ehrfürchtig den Hut vor diesem Künstler ziehen. :angel:


Nun ja....

Ich habe in den letzen Jahren zwei Konzerte von live erlebt, einmal Mendelssohns "Heimkehr aus der Fremde" sowie Auszüge aus dem "Onkel aus Boston" (2003) und letzes Jahr "Elias" in Prag.

Das Mendelssohn-Konzert will ich hier nicht bewerten, da mir die Vergleichsmöglichkeiten fehlen.
Aber beim Elias hat er sehr viel von der dem Stück innenwohnenden Dramatik verschenkt. Und das, obwohl er mit dem Prager Philharmonischen Chor einen hervorragenden Chor zur Verfügung hatte und sich die Solisten auch durchaus hören lassen konnten.

Mag sein, dass Rilling dem Alter Tribut zollen muss und er in jüngeren Jahren anders war. Allerdings habe ich auch eine Aufnahme des Lobgesangs aus dem Jahr 1998 von ihm - da sind mir die Tempi eindeutig zu langsam.
Ich gestehe jedoch - mir Bach habe ich ihn noch nie gehört - vielleicht liegt ihm dieser Komponist ja tatsächlich besser als Mendelssohn-Bartholdy.

Ohne Zweifel hat er sehr viel für die Reputation der Chormusik getan und allein dafür gebührt ihm Anerkennung.

LG
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa

wimmus

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5

Montag, 12. November 2007, 20:37

Ja, es stimmt alles. Rillings Kenntnisse des Bachschen Kosmos' (und Händels und sicher des Barockzeitalters im Allgemeinen) ist tief und belehrend. Seine Booklets zeugen davon, ich habe viel von ihm gelernt.

Auch was seine Musiker betrifft: Artikulation, Tonsprache, einfach perfekt.

Aber das scheint mir immer wieder ein Grundproblem. Gleich, was gerade vom Kontext zu erwarten ist, häufig wird zwar hochvirtuos aber doch in Überschallgeschwindigkeit losgelegt. Sicher hat das Tempo für ihn eine Bedeutung, er macht's ja nicht aus Spass. Aber mir ist nicht klar, wieso eigentlich rast er so?
Wimmus

Zwielicht

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6

Montag, 12. November 2007, 20:47

Zitat

Original von wimmus
Aber das scheint mir immer wieder ein Grundproblem. Gleich, was gerade vom Kontext zu erwarten ist, häufig wird zwar hochvirtuos aber doch in Überschallgeschwindigkeit losgelegt. Sicher hat das Tempo für ihn eine Bedeutung, er macht's ja nicht aus Spass. Aber mir ist nicht klar, wieso eigentlich rast er so?



Hm, das finde ich jetzt erstaunlich. Ich kenne nicht sehr viele Rilling-Einspielungen (überwiegend Bach), aber unter die Raser hätte ich ihn jetzt nicht eingeordnet. Da gehört für mich eher Gardiner in seiner Turbo-Phase in den 90ern hin.

Bezüglich der alten Kantateneinspielungen aus den 70ern würde ich Markus zustimmen - die finde ich relativ schwer erträglich, gerade im instrumentalen Bereich. Aber später hat er dann schon sehr schöne, transparente, vokal gut besetzte Aufnahmen hingelegt. Ich gebe aber zu, dass ich zumindest bei Musik bis einschließlich Bach inzwischen ziemlich HIP-verseucht bin.

Überaus lobenswert in der Tat der Einsatz für die Liszt-Oratorien! Auch in der Chormusik des 20. Jahrhunderts hat Rilling ja einiges gemacht, u.a. Wolfgang Rihm.


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

Joseph II.

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7

Montag, 12. November 2007, 20:52

Zitat

Original von wimmus
Gleich, was gerade vom Kontext zu erwarten ist, häufig wird zwar hochvirtuos aber doch in Überschallgeschwindigkeit losgelegt. Sicher hat das Tempo für ihn eine Bedeutung, er macht's ja nicht aus Spass. Aber mir ist nicht klar, wieso eigentlich rast er so?

Sicherlich ist er schneller dran als Ramin oder Richter, aber auch ich finde, daß es sich in Grenzen hält - da ist man Schlimmeres gewohnt von Gardiner, Herreweghe, Koopman und Co.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

ThomasBernhard

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8

Montag, 12. November 2007, 21:32

Nein, das kann man eben nicht pauschal sagen, dass man in Sachen "Höchstgeschwinigkeit" bei Gardiner "schlimmeres" gewohnt ist als bei Rilling! Immer wieder sage ich gerne: man vergleiche die Kantate/Motette BWV 118 und staune!



Rilling rast unsensibel durch die Partitur, dass man denken muß, man hat hier Bachs langweiligste Kantate, während Gardiner mit vergleichsweise extremer Langsamkeit einen unglaublich ergreifenden Klangzauber entfacht!

Wer den Gardiner-Rilling-Vergleich mit BWV 118 unternomen hat, wird nie wieder leichtfertig behaupten dass Gardiner ein sinnloser Raser wäre und Rilling das größere Fingerspitzengefühl hätte!
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

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Gerd

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9

Montag, 12. November 2007, 22:27

Epigone

Salve miteinander !

Abgesehen davon, daß Karl Richter in seiner genialischen Eigenwilligkeit gar keinen Nachfolger fand (selbst seine "Schüler", die ihn zu kopieren versuchten, sind kläglich gescheitert - siehe Günter Jena), war Rilling, was Popularität anlangt, ihm sicher vergleichbar -
auch in der Wahl modernen Instrumentariums.

Doch verglichen mit Richters Einspielungen scheinen sich mir jene Rillings zu verhalten wie der Duft einer Apfelsine zu dem einer Boccia-Kugel - solide, aber freilich nicht mehr als onkelhaft nett; Richters Tod hatte seinerzeit halt eben tatsächlich eine fühlbare Lücke gerissen.

Aber dieses Urteil ist natürlich - wie immer - von Subjektivität geprägt...

Gruß, GERD

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Gerd« (12. November 2007, 22:28)


Alviano

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10

Montag, 12. November 2007, 22:51

Der "Grossmeister"?

Zitat

Original von Rosenkavalier
Ohne Zweifel hat er sehr viel für die Reputation der Chormusik getan und allein dafür gebührt ihm Anerkennung.


Das, was Rosenkavalier hier anführt sollte man, bei aller Kritik an Rilling, wirklich würdigen.

Rilling hat sich immer gegen jede Form der historischen Aufführungspraxis ausgesprochen und wurde somit zum Antipoden von vor allem Nikolaus Harnoncourt.

Seine Bach-Auffassung wirkt auf mich eher gediegen, denn spannend und - da schliesse ich mich Markus an - die Verwendung des ständig zirpenden Cembalos bei Rilling kann schon etwas enervierendes haben, auch der dicke Streicherklang ist nicht nach meinem Geschmack.

Dazu kommt die häufige Verwendung eines Sängers, der mich Grausen macht: Philippe Huttenlocher ist nichts, was ich wirklich gerne höre, im Gegenteil...

Andere Sänger/innen fallen da positiver auf. Vor allem Arleen Auger, aber auch Julia Hamari und zumindest als Evangelist gefällt mir Adalbert Kraus persönlich nicht schlecht.

Grundsätzlich würde ich sagen, dass ich lieber zu den Einspielungen anderer Dirigenten greife, als zu denen von Rilling, die sich allerdings auch zahlreich in meiner Sammlung befinden.
Alles was ist, endet

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11

Mittwoch, 14. November 2007, 23:27

RE: Der "Grossmeister"?

Zitat

Original von Alviano

Zitat

Original von Rosenkavalier
Ohne Zweifel hat er sehr viel für die Reputation der Chormusik getan und allein dafür gebührt ihm Anerkennung.


Das, was Rosenkavalier hier anführt sollte man, bei aller Kritik an Rilling, wirklich würdigen.

Rilling hat sich immer gegen jede Form der historischen Aufführungspraxis ausgesprochen und wurde somit zum Antipoden von vor allem Nikolaus Harnoncourt.


Er hat allerdings in den neueren Aufnahmen seit den 90ern, obwohl weiterhin ein recht großer Chor und moderne Instrumente verwendet werden, einiges der historischen Praxis übernommen. Die Tempi etwa in den neueren Einspielungen der Matthäus- und Johannespassion sind stellenweise sehr zügig (u.a. die Eingangschöre, ca 7 min in der Matthäus weniger als 9 in der Johannes, das ist sehr viel näher an Gardiner als an Richter), auch in der Artikulation u.ä. scheint er HIP-beeinflußt. Ich kenne eher weniges mit ihm. Diese beiden Passionen finde ich ziemlich gut (nicht zuletzt aufgrund einer hervorragenden Solistenriege, auch der Chor scheint mir besser, deutlicher, virtuoser als bei den alten Aufnahmen), die h-moll-Messe aus den 70ern war solide, aber eher langweilig. Und ich fürchte, er ist nicht ganz unschuldig daran, dass ich nie die Energie aufbringen konnte, mich näher mit "Paulus" zu befassen... :rolleyes:

:hello:

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Alviano

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12

Donnerstag, 15. November 2007, 12:26

Rilling zum zweiten

Gut die neueren Einspielungen von Rilling kenne ich kaum - ich hab mich auf seine Aufnahmen aus den früheren Jahren bezogen - aber ich denke, es ist dann nicht nur das absolute Tempo von z. B. den Passionen, auch wenn ich selbst eher die gedrängteren Versionen bevorzuge.

Wenn ich so in die Vergangenheit zurückschaue würde ich bei Bach wohl eher zu Richter greifen, als zu Rilling...

Rilling spricht mich persönlich nicht so stark an, das lässt mich alles relativ kalt.
Alles was ist, endet

der Lullist

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13

Donnerstag, 15. November 2007, 15:28

Ich habe eine Aufnahme der Matthäus Passion (70er) von Rilling.
Es war ähnlich wie bei der h-moll Messe mit Karajan - kaum zu ertragen.


Alles was Recht ist, aber der Titel Großmeister scheint mir doch etwas arg verfehlt.
Das würde doch schon eher auf Koopman zutreffen.

Bei der Fono Forum war ja auch vor einigen Monaten eine Sampler CD (Hänsler) mit seinen Einspielungen mit dabei.
Auch neuere Aufnahmen ändern nichts daran, ich mag seinen Interpretationsstil noch weniger als den von Harnoncourt.
Deshalb befinden sich von beiden Herren auch recht wenige Einspielungen in meiner Sammlung - und das wird sich auch nicht ändern.


Übrigens, hier wird immer die Tempofrage gestellt - das Tempo ist nicht das entscheidende, sondern das gute Musizieren, eben den Funken überspringen zu lassen - das fehlt mir eben bei Rilling.

Carola

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14

Donnerstag, 15. November 2007, 21:53

Nur zu gerne würde ich Rillings Gesamtaufnahme der Bachkantaten empfehlenswert finden, denn dann könnte ich sämtliche Lücken meiner Kantatensammlung endlich schließen, noch dazu alles ohne Altus. Nur leider: Diese Aufnahmen versprühen in meinen Ohren den Charme einer Schlaftablette. Ich fand z.B. Rillings "Wie schön leuchtet der Morgenstern", BWV 1 -Aufnahme immer ganz in Ordnung, bis ich diese Kantate mit Gardiner gehört hatte. Danach habe ich Rilling sofort aussortiert. Der Qualitätsunterschied war einfach zu offensichtlich.

Neuere Aufnahmen kenne ich nicht, vielleicht sind die ja besser. Aber bei der starken Konkurrenz, nicht nur Gardiner, auch Koopman, Suzuki, Herreweghe und wie sie alle heißen, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass Rilling soo viel besser geworden ist, dass er da mithalten könnte. Nein, den Titel "Bach-Großmeister" würde ich ganz gewiss nicht an Rilling vergeben,

Mit Gruß von Carola
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

dietergoebler

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15

Freitag, 16. November 2007, 17:33

Auch ich kann nur zustimmen: Helmuth Rilling ist ein wirklicher Großmeister und nicht nur von Bach!!

Seine Förderung junger Talente / Gründung der Bach Festivals / Die Ausschreibung von Passionen im 20 Jahrhundert können nicht genug gewürdigt werden.
Auch die Ergänzung von Schuberts Fragment :Auferweckung des Lazarus ; durch die Auftragsarbeit von E. Denisor muß gewürdigt werden.

Bei Rillig kann man zum Teil die gleichen Werke in anderen Einspielungen hören.
Im Gegensatz zu Harnoncourt , gefallen mir die Rilling Aufnahmen besser.
Wichtig ist für mich auch das die Sopran und Altstimmen von Frauen gesungen werden.
Harnoncourt Aufnahmen (und ähnliche) klingen meist etwas "Gequetscht" .



Helmuth Rilling :
Wir danken für sehr schöne Aufnahmen und für die Einspielung aller Bach - Werke!


d.g.


:)
Glaube - Hoffnung - Liebe
Miteinander - Füreinander

Pius

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Montag, 19. November 2007, 21:47

Hallo!

Nachdem ich hier aufgeräumt habe, ist der thread wieder freigegeben.

Ich möchte der Vollständigkeit halber noch auf folgenden thread hinweisen, in dem schon über Rillings Interpretation von Bach-Kantaten diskutiert wurde:

Rilling, Richter, Harnoncourt --- Bach - Kantaten

Die Off-topics findet man hier:

Countertenor

Viele Grüße,
Pius.

salisburgensis

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17

Mittwoch, 28. November 2007, 18:23

Servus,

obwohl ich wie viele meiner Vorschreiber, speziell wenn sie die HIPpe Interpretationskunst bevorzugen, mit Rillings Bach wenig bis gar nichts anfangen kann, so gehe ich dennoch nicht soweit, seine Verdienste um Bachs Musik herab zu würdigen. Ganz zweifellos ist Rilling ein exzellenter Bachkenner und – um bei Begriff zu bleiben – ein Bachgroßmeister. Wer auf eine derart umfängliche Bachdiskographie verweisen kann, wer sich so lange mit diesem Komponisten beschäftigt hat und wer sich so für Bach stark gemacht hat (und noch immer macht) wie Rilling, dem kann man diese Anerkennung gar nicht verweigern.

Zu welchen Schlüssen Rilling bei seiner Beschäftigung mit Bach gekommen ist, welches Klangideal und welche Musizierpraxis er dafür einsetzt, mag heutzutage antiquiert wirken. Das konservative Publikum weiß es aber zu schätzen und für alle anderen, die auf schlankes bewegliches Musizieren stehen, gibt es jede Menge Alternativen. Immerhin zeigt beispielsweise seine letzte h-moll Messe, dass er sich den Erkenntnissen der historisch informierten Aufführungspraxis nicht völlig verweigert.

Man muß ja bei Rillings Bachauffassung mittlerweile von einem Nischenprodukt sprechen, da man heutzutage barocke Musik kaum noch so un-HIP wie bei ihm zu hören bekommt. Selbst die großen Orchester der Rundfunkanstalten holen sich für Programme mit Barockmusik Dirigenten entsprechender Provenienz ans Pult. Und auch die Kantoren in der Provinz holen sich für ihre Konzerte immer häufiger Originalklangensembles.

Also, so wenig ich mit Rillings Musizierstil anfangen kann, so weiß ich doch seinen Einsatz für Bach (und nicht nur für Bach, Mendelssohn ist ja auch einer, dem Rilling viel Zeit und Engagement widmet) zu schätzen.

herzliche Grüße,
Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

Harald Kral

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

18

Mittwoch, 29. Mai 2013, 09:46

zum 80. Geburtstag

Er wird heute 80:


Rilling, Helmuth, * 29.5.1933 Stuttgart; deutscher Dirigent, Organist und Musikpädagoge, studierte an der Stuttgarter Musikhochschule (J. N. David, Hans Grischkat) und an der Accademia Nazionale di S. Cecilia in Rom.
1954 gründete er die Gächinger Kantorei; 1957 wurde er Organist und Kantor an der Stuttgarter Gedächtniskirche, deren Figuralchor er aufbaute. Mit der Gächinger Kantorei und dem Stuttgarter Figuralchor unternahm er Konzertreisen (1971 USA, 1974 Japan).

Glückwünsche zum 80. Geburtstag! :jubel: :jubel: :jubel:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Felix Meritis

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19

Mittwoch, 29. Mai 2013, 10:36

Bei Rilling - genauso wie bei allen anderen Dirigenten, die Bachkantaten einspielen - muss man von Fall zu Fall urteilen. Es gibt gewisse Kantaten, die gelingen ihm überhaupt nicht, andere sind für mich Referenz. Schon sein Stab an Solisten ist von ganz unterschiedlicher Qualität. Wenn Arleen Augér oder Julia Hamari singen, kann schon fast nichts mehr schiefgehen. Aber es gibt leider auch andere Besipiele. Prinzipiell hat sich aber sein Stil in den 90ern im Vergleich mit den 70ern und frühen 80ern sehr stark verändert. Seine Einspielungen der Bachpassionen und der h-Moll Messe aus den 90ern und frühen 00ern finde ich ganz hervorragend.

Alfred_Schmidt

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

20

Donnerstag, 30. Mai 2013, 10:06

Nur ganz allgemein zu Rilling - und zur HIP Aufführungspraxis.

Die Aufnahme der Bachkantaten unter Rilling zählten als sie gemacht waren zum Besten, was die Welt zu bieten hatte, ebenbürtig mit Karl Richter. Man kann von keinem Interpreten erwarten, daß er die Entwicklung der Zeit voraussieht oder vorausahnt, und diejenigen wenigen, denen diese Gabe gegeben war, wurden meist zu Lebzeiten verlacht oder ignoriert.
Es ist ja nicht so, daß die heute als "konservativ" verschrienen Interpreten nicht wussten, daß Bach zur Entsehungszeit anders geklungen hat als - sagen wir beispielsweise 1965. Man war sogar STOLZ darauf, eine MODERNE Interpretation abzuliefern, welche die Substanz der Werke unangetastet ließ und dennoch "ZEITGEMÄSS" war.
Während Richter den Stilwandel nicht erleben musste, durfte Rilling sehenden Auges dabei sein, wie sein einst unantastbarer Ruf als Bach-Interpret immer mehr hinterfragt wurde. Er hatte jedoch das Glück, daß Hässler eine sehr kluge Firmenpolitik vertrat und im Bachjahr 2000 ein sehr kluges Statement von sich gab , sinngemäß in der Richtung, daß die Rilling-Aufnahmen ein Stück Schallplattengeschichte einerseits und ein Stück Bach-Interpretation des 20. Jahrhunders andrerseits seien - Einspielungen, die man nicht einfach durch neue ersetzen könne.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

William B.A.

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

21

Dienstag, 29. Mai 2018, 16:35

85. Geburtstag

Auch hier möchte ich heute

Helmuth Rilling zum 85. Geburtstag




gratulieren,

wie ich es bereits dort getan habe:



Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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