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Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

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Registrierungsdatum: 19. November 2010

121

Donnerstag, 16. August 2018, 12:45

Lieber Nemorino!
Doch zurück zur BOHEME: Der Vergleich di Stefano / Carreras wäre ganz sicher spannend, aber, wie gesagt, ich kenne beide Aufnahmen nicht. Vielleicht werde ich mal bei Youtube nachschauen, ob man dort die Schlußszene mit den beiden aufrufen kann.
Auf Youtube wirst Du wohl die Schlußszene nicht allein bekommen, fürchte ich. Also werden wir darauf verzichten müssen. Schade. Für die von Holger Kaletha gestellte Frage, wäre das meines Erachtens sehr aufschlussreich. Es wäre freilich ein Vergleich, der vermutlich Dein Urteil über Carreras bestärken würde.
Übrigens: hast Du Carreras live gehört? Ich habe den Eindruck, dass er von Stimmenliebhabern und Melomanen völlig unterschiedlich beurteilet wird, je nach dem, ob sie ihn live gehört haben (natürlich vor seiner Stimmkrise, die ja nicht erst durch seine Krankheit ausgelöst wurde,) oder nur von Mitschnitten oder Studioaufnahmen kennen.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 7 172

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

122

Donnerstag, 16. August 2018, 17:28

Auf Youtube wirst Du wohl die Schlußszene nicht allein bekommen, fürchte ich. Also werden wir darauf verzichten müssen. Schade. Für die von Holger Kaletha gestellte Frage, wäre das meines Erachtens sehr aufschlussreich.
Da gäbe es verschiedene Möglichkeiten, lieber Caruso. Eine wäre, Datein im MP3-Fromat zu erstellen und sie zu versenden. Wie wäre es? Oderm an muss die Stelle dann bei Youtube mit genauer zeitangabe finden. :hello:

Liebe Grüße
Holger

nemorino

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  • »nemorino« ist männlich

Beiträge: 918

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2017

123

Donnerstag, 16. August 2018, 17:54

Auf Youtube wirst Du wohl die Schlußszene nicht allein bekommen, fürchte ich. Also werden wir darauf verzichten müssen.
Nicht ganz, lieber Caruso41!

Zumindest konnte ich mir Giuseppe di Stefano bei Youtube anhören (in der Serafin/Callas-Studioproduktion). Die ist komplett dort abzurufen, aber man kann ja leicht auf die letzten 5 Minuten gehen …..
Also, sein Schluß ist fast so grauslich wie der von Tucker bei Leinsdorf, nur nicht so lang! Gesanglich stand er damals noch auf der Höhe seines Könnens, aber hier gebärdet er sich wie ein Schmierenkomödiant. Ich bin sicher, daß Karajan ihm das so nicht hätte durchgehen lassen.
Die GA mit Ricciarelli/Carreras ist nicht bei Youtube eingestellt. Man kann sie zwar für ein paar läppische Cent bei Amazon erwerben, aber ich muss an meinen (fehlenden) Platz denken.

Ich habe aber soeben noch aus der 10 CD-Box mit Fritz Wunderlich das (gekürzte) Finale angehört. Das ist die Berliner Aufnahme unter Richard Kraus mit Trude Eipperle. Sie ist wohl um 1956 entstanden, in Mono. Auch hier hält sich Wunderlich streng an die Partitur - und ans Libretto. D.h. er singt ganz korrekt zweimal "Mimi" (nicht, wie im Electrola-Querschnitt Mimi ….. Geliebte) und enthält sich jedweder weiteren Schmerzensbezeugungen. Puccinis Schlußtakte drücken den Schmerz und die ganze Verzweiflung des Rodolfo treffend aus, da bedarf es keiner künstlichen Nachhilfe.

Zum Schluß möchte ich aber noch auf eine alte Aufnahme hinweisen, die künstlerisch für meine Begriffe zu den besten überhaupt gehört. Soweit ich feststellen kann, ist sie hier noch gar nicht erwähnt worden:

In den Hauptrollen singen: Rosanna Carteri (Mimì), Elvira Ramella (Musetta), Ferruccio Tagliavini (Rodolfo), Giuseppe Taddei (Marcello), Cesare Siepi (Colline),
mit dem Chor und Orchester des Italienischen Rundfunks RAI Turin, Dirigent: Gabriele Santini (Aufnahme: Juli 1952, Turin).

Es handelt sich um eine Original Fonit-Cetra-Produktion, klanglich nicht sonderlich gut, aber brauchbar. In einer alten Plattenbesprechung heißt es dazu: "Hier haben wir eine ideale Verschmelzung der stimmlichen und orchestralen Klangwerte, die allein schon das intime Milieu dieses Künstler- und Literatenvölkchens veranschaulicht …… Die Sänger, besonders Rosanna Carteri, Tagliavini, Taddei und Siepi, sind nicht nur stimmlich hervorragend, sondern sie treffen auch gesangschauspielerisch den Charakter dieser höchstpersönlichen Welt, in der sie sich bewegen."
Und ich bin erstaunt, daß Tagliavini, Italiener wie di Stefano, sich, ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen, in der Finalszene wohltuend zurückhält. Ein paar dezente Schmerzlaute, und damit hat es sich …… Auch er veranschaulicht allein mit dem Ausdruck seiner herrlichen Stimme, wie man Schmerz auch ohne histrionische Übertreibungen trefflich ausdrücken kann. Eine schöne, eindrucksvolle Aufnahme!
Und, auch das sei noch gesagt, Tagliavinis "Che gelida manina" zählt für mich zu den allerbesten Versionen dieser vielstrapazierten Arie. Ich habe überhaupt eine Schwäche für diesen wunderbaren Tenor, der leider immer im Schatten von di Stefano, del Monaco und Bergonzi gestanden hat. Wahrscheinlich war er bei der falschen Firma engagiert …..

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

kurt2

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  • »kurt2« ist männlich

Beiträge: 14

Registrierungsdatum: 4. September 2018

124

Freitag, 7. September 2018, 18:31

Der Schluss von La Boheme, wie die ganze Oper empfinde ich eindrucksvoll mit Karl Terkal, Trude Eipperle, Alfred Poell, deutsch gesungen in der Aufnahme vom Bayer. Rundfunk aus dem Jahre 1951 unter der Leitung von Clemens Krauss.

Kurt

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. April 2010

125

Freitag, 7. September 2018, 19:42

Für mich gehört neben Richard Tucker auch Alfredo Kraus zu den besten Interpreten des Rodolfo. Zu hören in der folgenden Gesamtaufnahme:
W.S.

nemorino

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  • »nemorino« ist männlich

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Registrierungsdatum: 31. Dezember 2017

126

Montag, 22. Oktober 2018, 18:17

Durch den Tod der großen Sängerin sind die Aufnahmen mit Montserrat Caballé bei mir wieder in den Fokus des Interesses geraten.

U.a. habe ich mir folgende Aufnahme gekauft, die ich am 14.10. unter "Frisch erstanden (Klassik 2018)" bereits vorgestellt und mit der Bemerkung versehen hatte: Bei dieser Traumbesetzung kann sie doch eigentlich sooo schlecht gar nicht sein. Das deswegen, weil sie von der Kritik bei ihrem ersten Erscheinen 1974 fast einmütig verrissen wurde:

Inzwischen habe ich sie gehört.

Meine Eindrücke will ich kurz zusammenfassen: Montserrat Caballé, wegen der ich sie gekauft habe, singt, wie nicht anders zu erwarten, traumhaft schön, mit herrlichen Pianissimo-Tönen. Gestalterisch bleibt sie etwas schwach, aber das macht sie mühelos wett durch ihren großartigen Gesang. Sie steht m.E. der damaligen Favoritin für diese Rolle, Mirella Freni, gesanglich in keiner Weise nach, wie man anhand der GA unter Thomas Schippers (EMI, 1962) und Herbert von Karajan (Decca, 1964) leicht feststellen kann.
Sherrill Milnes, der 6 Jahre später die Rolle des Marcello auch unter Levine (EMI) gesungen hat, ist hier stimmlich und darstellerisch auf der Höhe, die Musetta der Judit Blegen ist gut, aber nicht herausragend, und Ruggero Raimondi singt die kurze, aber bedeutende Partie des Colline mit profunder Baßstimme. Die übrigen Mitwirkenden sind o.k.
Nun zum zweiten Star der Aufführung: Plácido Domingo ist ein ganz großartiger Rodolfo, er füllt die Rolle in jeder Hinsicht vorbildlich aus, sein strahlender Tenor ist ein idealer Widerpart für Caballés Mimì. Leider enttäuscht er mich im Finale sehr: Nach Mimìs Tod führt er IMO ein Schmierentheater ersten Ranges auf, das selbst das seines Kollegen Giuseppe die Stefano (1956 unter Votto, mit Maria Callas) noch in den Schatten stellt, und das will wahrlich etwas heißen. Vorbild bleiben hier für mich Björling und Wunderlich, die ohne dieses unsägliche Gejammer weitaus größere Wirkung erzielen. Hier bewahrheitet sich wieder der Satz: Weniger wäre mehr gewesen …..
Schließlich noch der Dirigent: Sir Georg Solti leitet feurig das London Philharmonic Orchestra, aber es ist, wie so oft bei Solti, ein Feuer, das nicht erwärmt. Schade, bei dieser Besetzung. Das bestens disponierte Orchester spielt tadellos, aber oft, viel zu oft auftrumpfend, fast aufdringlich. Von der Atmosphäre des Pariser Künstlervölkchens und ihrer kleinen Welt kommt viel zu wenig rüber ….. Da waren Beecham und Karajan, auch Serafin (Decca) eine andere Liga! Schade.

In summa eine gute, aber - und das vor allem wegen des Dirigenten - keine überragende Aufnahme. Nach wie vor bleiben für mich Beecham (EMI), Karajan und Serafin (beide Decca) erste Wahl, wenn es um Puccinis "La Bohème" geht.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

chrissy

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127

Montag, 22. Oktober 2018, 22:09

erste Wahl, wenn es um Puccinis "La Bohème" geht.


Hallo, lieber nemorino
Vielleicht hast Du mal mitbekommen, "La Bohéme" ist meine absolute Lieblingsoper.
Und wenn es um "erste Wahl" geht, erlaube ich mir Dir mal meine allerste Wahl, meinen Favoriten vorzustellen, bzw. zu empfehlen:
Es ist ein Live - Mitschnitt einer Aufführung vom November 1988 aus dem Opernhaus San Francisco.
Für mich ist diese Bohéme das Nonplusultra, für mich die "Jahrhundert - Bohéme"! Ich sage, besser geht nicht, hier stimmt für mich als Liebhaber alles,
(und wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf, als Kenner dieser Oper), wirklich alles - die Inszenierung /die Regie, das Orchester, jede (!!!) Rolle ist ideal besetzt -
stimmlich und darstellerisch. Allen voran - Freni /Pavarotti - ein Traumpaar in allem, zum Niederknien schön. Beide sind Mimi und Rodolfo!
Aber dies ist meine Meinung, mein Geschmack und mein Empfinden, das muß niemand mit mir teilen, jeder darf das auch gern anders sehen und beurteilen.
Ich habe Dir unten die GA reingestellt. Leider ist die Qualität nicht besonders. Und mit zunehmender Länge sind Ton und Bild dann nicht mehr ganz kongruent.

Sie gibt es aber als DVD und auch als Bluray. Wie ich gelesen habe, interessiert Dich besonders der Schlußteil. Er beginnt hier ab 1.37. 00 - "Sono andati"...
Evtl. viel Freude wünscht Dir
CHRISSY


PS.: Deine Meinung würde mich interessieren. Und selbst wenn Du meine Euphorie nicht teilen solltest, keine Sorge, macht überhaupt nichts.
https://www.youtube.com/watch?v=4TCjs3Ifr0c
Jegliches hat seine Zeit...

9079wolfgang

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128

Montag, 22. Oktober 2018, 22:44

Lieber chrissy!

Die Oper "La Boheme" ist nicht unbedingt meine Nr. 1, aber ich höre sie recht oft. Deine 1. Besetzung gehört auf jeden Fall zu den besten Einspielungen. Aber es gibt bei mir auch andere, mindestens gleichwertige Aufnahmen. Ich weiß nicht, ob Du diese kennst und gehört hast:




Liebe Grüße
Wolfgang
W.S.

nemorino

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  • »nemorino« ist männlich

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129

Dienstag, 23. Oktober 2018, 11:10

Allen voran - Freni /Pavarotti - ein Traumpaar in allem, zum Niederknien schön. Beide sind Mimi und Rodolfo!
Lieber chrissy,

für viele Jahre waren sie tatsächlich das Traumpaar in La Bohème.
Ich kenne aber leider nicht die Aufführung aus San Francisco vom November 1988. Es ist ein Live-Mitschnitt, und um die mache ich im allgemeinen einen Bogen, einmal wegen der unvermeidlichen, aber (mich) sehr störenden Publikumsgeräusche, und nicht minder wegen der technischen Unzulänglichkeiten. Mal ist das Orchester im Vordergrund und ertränkt die Sänger, mal brüllt ein Tenor oder Bass überlaut und verschwindet anschließend im Ungefähren ….. das alles läßt bei mir keine rechte Freude aufkommen.
Ich habe aber das Traumpaar Freni/Pavarotti in der berühmten Karajan-Studioproduktion vom November 1973, für mich bis heute eine der schönsten und schlüssigsten Aufnahmen des Werks. Mit Elizabeth Harwood (Musette) und Rolando Panerai (Marcello) auch in den anderen Hauptrollen bestens besetzt, und Karajan mit seinen Berliner Philharmonikern ist in Top-Form! Ich denke aber, daß Du die Aufnahme kennst. Live hat natürlich den Vorteil der Lebendigkeit, während einer Studioaufnahme immer etwas Steriles anhaftet. Das ist leider so.

Neben dieser Karajan-Aufnahme gibt es für mich noch zwei Spitzenproduktionen, die ich hier kurz nennen möchte:

mit Victoria de los Angeles (Mimì) & Jussi Björling (Rodolfo), auch das übrige Sängerteam ist hervorragend, der Dirigent ist Sir Thomas Beecham. Die Aufnahme wurde 1956 in New York gemacht, leider nur in Mono. Aber der Klang ist recht gut, und die künstlerische Beschaffenheit läßt das auch zur Nebensache werden.

Eine weitere Aufnahme halte ich ebenfalls für fantastisch, sie wurde bereits von wolfgang im Beitrag 128 genannt. Bei mir sieht sie so aus:

Sie ist identisch mit der von Wolfgang gezeigten Aufnahme. Mit Renata Tebaldi und Carlo Bergonzi hat sie gleichfalls ein Traumpaar aufzubieten, wenngleich die Tebaldi für die Mimì vielleicht eine Spur zu reif klingt. Die weiteren Mitwirkenden, darunter Ettore Bastianini (Marcello), Gianna d'Angelo (Musetta) und Cesare Siepi sind ebenfalls erste Sahne. Ich möchte sogar sagen, daß diese alte Aufnahme von 1959 über alles gesehen sängerisch die ist, die (für mich) der Vollendung am nächsten kommt. Zudem ist sie klanglich ausgezeichnet (Stereo!), die Decca-Ingenieure haben glänzende Arbeit geleistet.

Die von 9079wolfgang gezeigte Solesz-Aufnahme in deutsch kenne ich nur aus den Katalogen, ich habe sie nie gehört. Dafür gibt es in meinem Regal eine sehr schöne deutsche Version, die ich zum Schluß noch vorstellen möchte:

mit einer glanzvollen Besetzung: Die junge Pilar Lorengar als Mimì, Sandor Kónya (Rudolf), Rita Streich (Musette) und Dietrich Fischer-Dieskau (Marcel).
Die Staatskapelle Berlin wird geleitet von dem Italiener Alberto Erede, der viele Jahre an der Düsseldorfer Rheinoper tätig war (ich habe ihn dort mehrfach erlebt). Eine sowohl sängerisch wie auch musikalisch wunderbare Aufführung, die das Fehlen der italienischen Sprache fast vergessen macht. Die Aufnahme wurde 1960 in sehr guter Stereo-Qualität produziert.

Ich werde mir in Kürze mal die von Dir favorisierte Live-Aufführung anhören, zumindest das Finale (da ich momentan etwas in Zeitnot bin, wie alle Rentner :D ). Ich komme dann darauf zurück.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

nemorino

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130

Dienstag, 23. Oktober 2018, 13:30

Die berühmte, inzwischen schon legendäre Karajan-Aufnahme von 1973 mit Mirella Freni und Luciano Pavarotti ist inzwischen auch in einem Luxus-Album erschienen, mit einer dritten CD, die u.a. auch ein Interview mit Frau Freni über die Aufnahme und ihr Rollenverständnis der Mimì enthält. Das mehrsprachige Booklet wartet mit zahlreichen schönen Fotos und weiteren reichhaltigen Informationen auf:


Die erste CD-Ausgabe sah so aus:

und ist z.Zt. zu einem Spottpreis beim großen Urwaldfluß zu haben.

LG Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

chrissy

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131

Dienstag, 23. Oktober 2018, 22:02



Allen voran - Freni /Pavarotti - ein Traumpaar in allem, zum Niederknien schön. Beide sind Mimi und Rodolfo!

Lieber chrissy,
für viele Jahre waren sie tatsächlich das Traumpaar in La Bohème.
Ich kenne aber leider nicht die Aufführung aus San Francisco vom November 1988. Es ist ein Live-Mitschnitt, und um die mache ich im allgemeinen einen Bogen, einmal wegen der unvermeidlichen, aber (mich) sehr störenden Publikumsgeräusche, und nicht minder wegen der technischen Unzulänglichkeiten. Mal ist das Orchester im Vordergrund und ertränkt die Sänger, mal brüllt ein Tenor oder Bass überlaut und verschwindet anschließend im Ungefähren ….. das alles läßt bei mir keine rechte Freude aufkommen.

Lieber Nemorino
Ich kann Deine Argumente und Bedenken verstehen - sie sind hier aber zum Glück nicht zutreffend.
Es versteht sich von selbst, daß ich diese Aufnahme sowohl als DVD, wie auch als Bluray habe.
Und ich kann Dir versichern, in Bild und Ton (anders und natürlich besser als der Youtube - Link), ist diese von ganz hoher Qualität.
Außer dem hochverdienten (!!!) Beifall vom Publikum, keinerlei störende Nebengeräusche. Wenn Du diese Oper magst, wird ganz sicher Freude bei Dir aufkommen.

Ich habe aber das Traumpaar Freni/Pavarotti in der berühmten Karajan-Studioproduktion vom November 1973, für mich bis heute eine der schönsten und schlüssigsten Aufnahmen des Werks. Mit Elizabeth Harwood (Musette) und Rolando Panerai (Marcello) auch in den anderen Hauptrollen bestens besetzt, und Karajan mit seinen Berliner Philharmonikern ist in Top-Form! Ich denke aber, daß Du die Aufnahme kennst. Live hat natürlich den Vorteil der Lebendigkeit, während einer Studioaufnahme immer etwas Steriles anhaftet. Das ist leider so.

Da stimme ich Dir zu und selbstverständlich kenne und habe ich diese Aufnahme. Beide sind hier in bestem Sängeralter, wo sie stimmlich absolut auf dem Höhepunkt sind.
Zugegeben, 1988 haben beide, im Gegensatz zu damals, diesen sängerischen Zenit vielleicht leicht überschritten. Aber das machen sie, stimmlich immer noch überragend,
mit einer intensiven, glaubhaften, überaus gefühlvollen Darstellung wett. In meiner Beurteilung - sie singen und spielen nicht nur Mimi und Rodolfo - sie sind es!!!
Hinzu kommen die anderen Solisten - Sandra Pacetti, Gino Quilico, Nicolai Ghiaurov - wie man sie sich nicht besser wünschen kann.
Ebenso hervorragend besetzt sind die kleineren Partien, sowie Chor und Orchester und das alles in einer tollen, werkgetreuen Inszenierung.
Wie gesagt - für mich ist diese Aufnahme das Nonplusultra, ich nenne sie die "Jahrhundert - Bohéme".
Vielleicht schafft Dir der von mir reingestellte Link einen kleinen Eindruck und Vorgeschmack.

gibt es in meinem Regal eine sehr schöne deutsche Version, die ich zum Schluß noch vorstellen möchte:

mit einer glanzvollen Besetzung: Die junge Pilar Lorengar als Mimì, Sandor Kónya (Rudolf), Rita Streich (Musette) und Dietrich Fischer-Dieskau (Marcel).
Die Staatskapelle Berlin wird geleitet von dem Italiener Alberto Erede, der viele Jahre an der Düsseldorfer Rheinoper tätig war (ich habe ihn dort mehrfach erlebt). Eine sowohl sängerisch wie auch musikalisch wunderbare Aufführung, die das Fehlen der italienischen Sprache fast vergessen macht. Die Aufnahme wurde 1960 in sehr guter Stereo-Qualität produziert.

Natürlich habe ich auch diese GA. Ich war noch sehr jung, meine Eltern hatten den LP - Querschnitt. Und es war vor allem Sandor Konya, der mir mit seiner
warmen, gefühlvollen Stimme, diese Oper interessant und nahe brachte. Damals hat mich auch der grausliche deutsche Text noch nicht gestört.
Der Wunsch diese Oper mal live zu erleben, wurde immer größer. Und Jahre später war es dann so weit. Ich erlebte diese Oper zum ersten Mal live
in der Deutschen Staatsoper Berlin in hervorragender Inszenierung und Besetzung. In den beiden Hauptpartien ebenfalls ein echtes ital. überragendes Traumpaar.
Ich war so beeindruckt, begeistert und überwältigt, daß ich diese Oper dann dort noch viele, viele Male gesehen habe und natürlich auch noch andere ital. Opern.

Ja, und diese jahrelang erlebten hochqualitativen Aufführungen, haben mich in meinen Ansichten und meinem Geschmack für immer beeinflußt und nachhaltig geprägt.
Herzliche Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

chrissy

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132

Dienstag, 23. Oktober 2018, 23:19

Lieber Nemorino
Ergänzung zu meinem obigen Btr.:

Natürlich kenne ich auch die meisten von Dir und Wolfgang genannten Aufnahmen. Danke dafür Euch beiden.
Drei Aufnahmen, die ich auch großartig finde, möchte ich da nicht unerwähnt lassen - die Bohéme mit Gianni Raimondi und ebenfalls Mirella Freni
in hervorragender Inszenierung von Zeffirelli 1965 unter H v Karajan. So weit mir bekannt ist, läuft diese Inszenierung seit der Premiere 1963,
immer noch so an der Wiener Staatsoper.
Und dann habe ich in den vergangenen Jahren zweimal eine Aufnahme aus Covent Garden London im TV gesehen - mit Ileana Cotrubas und Neil Shicoff.
Ihn fand ich auch überaus großartig als Rodolfo. Und auch das war eine tolle, werkgetreue Inszenierung.
Und dann habe ich noch eine DVD mit einer wunderbaren Aufnahme aus der Met.
Jegliches hat seine Zeit...

rodolfo39

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133

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 11:38

Aus der Met habe ich drei La Boheme Aufführungn und zwar mit Carreras Pavarotti und Ramon Vargas als Rodolfo. Ramon Vargas als Rodolfo berührt mich überhaupt nicht, da er leider kein guter Darsteller ist. Genau wie bei chrissy ist meine Lieblings la Boheme die aus San Francisco, weil dort einfach alles stimmt. Im Gegensatz zu nemorino sind mir Live Aufnahmen lieber als Studio Aufnahmen, da bei diesen hinterher viel nachgebessert werden kann und bei Live Aufnahmen nicht.

chrissy

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134

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 13:19

Genau wie bei chrissy ist meine Lieblings la Boheme die aus San Francisco, weil dort einfach alles stimmt.
Im Gegensatz zu nemorino sind mir Live Aufnahmen lieber als Studio Aufnahmen, da bei diesen hinterher viel nachgebessert werden kann und bei Live Aufnahmen nicht.

So ist es! Danke, lieber Rodolfo. Deine Bestätigung und Zustimmung freut mich wirklich ganz sehr.
Meine Aufnahme aus der Met ist eine wunderschöne, stimmige Inszenierung. Den Rodolfo singt hier Carreras.
Und so wie Du es bei Ramon Vargas empfindest, geht es mir mit Carreras. Er berührt mich nicht und ich war noch nie ein Fan von ihm.
Aber zum Glück stimmt sonst, wie gesagt, alles an dieser Aufführung, ähnlich der SF Bohéme.
Und nun freue ich mich schon ganz sehr wieder auf das heutige Live - Erlebnis. Auch wenn es nicht Freni /Pavarotti oder Casapietra /Orofino sind,
wird es mit den mir bekannten Solisten Livia Obrucnik Venosova /Paolo Lardizzone ganz sicher auch wieder ein beglückendes Erlebnis.
Herzliche Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

nemorino

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135

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 17:06

Es versteht sich von selbst, daß ich diese Aufnahme sowohl als DVD, wie auch als Bluray habe.
Lieber chrissy,

das ist wohl der Grund, weshalb ich die von Dir präferierte Aufnahme nicht kenne. Ich sammle weder DVDs noch Blurays. Meine Sammlung umfasst ca. 3000 LPs und inzwischen fast 4000 CDs, das müßte eigentlich reichen. Und jetzt in meinem Alter noch mit etwas Neuem anfangen, das möchte ich auf keinen Fall. Mindestens 400 CDs von den eingangs genannten habe ich noch nie gehört, und vom größeren Rest die meisten 1-2 Mal. Es fehlt die Zeit, es fehlt der Platz :( ….

Ich werde aber, sobald es zeitlich paßt, in die von Dir bei Youtube genannte Aufnahme hineinhören und berichten.
Aus Deinen Beiträgen klingt eine bewundernswerte jugendliche Begeisterung, um die ich Dich beneide. Mir ging es einmal ganz ähnlich, aber das ist lange her.


Meine absolute Lieblingsoper von Puccini ist übrigens die TOSCA. Meine allererste GA, es war diese:



habe ich - da war ich um die 20 - fast ein halbes Jahr herauf und herunter gehört, und die Begeisterung ist auch heute, wenn auch moderater, immer noch vorhanden.
Es handelt sich übrigens um die Karajan-Aufnahme aus Wien von 1962, mit Leontyne Price, di Stefano und Taddei. Ursprünglich wurde sie in der gezeigten Form von RCA vorgelegt, nach der Trennung von DECCA gingen die Rechte auf Decca über, es gibt sie in diversen Auflagen auf CD. Eine davon habe ich mir gekauft, aber nie mehr wurde eine Ausgabe so luxuriös ausgestattet wie die oben abgebildete, mit einem wunderbaren, reich illustrierten Textbuch und natürlich dem kompletten Libretto mit Übersetzung. Sie hat einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. Da kommt die schönste CD-Ausgabe nicht mit!

Nun wünsche ich Dir viel Freude bei Deinem heutigen Opernbesuch!

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

chrissy

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136

Freitag, 26. Oktober 2018, 14:05

Lieber nemorino
Danke für Deine vorläufige Antwort.
Ich weiß, wir sprechen hier hauptsächlich über die "Bohéme", aber es zeigt sich wieder mal, wie schnell man abdriften kann und, unvermeidlich und auch richtig,
eins ins andere übergehen kann. Du schreibst...

Meine absolute Lieblingsoper von Puccini ist übrigens die TOSCA. Meine allererste GA, es war diese:



habe ich - da war ich um die 20 - fast ein halbes Jahr herauf und herunter gehört, und die Begeisterung ist auch heute, wenn auch moderater, immer noch vorhanden.
Es handelt sich übrigens um die Karajan-Aufnahme aus Wien von 1962, mit Leontyne Price, di Stefano und Taddei. Ursprünglich wurde sie in der gezeigten Form von RCA vorgelegt, nach der Trennung von DECCA gingen die Rechte auf Decca über, es gibt sie in diversen Auflagen auf CD. Eine davon habe ich mir gekauft, aber nie mehr wurde eine Ausgabe so luxuriös ausgestattet wie die oben abgebildete, mit einem wunderbaren, reich illustrierten Textbuch und natürlich dem kompletten Libretto mit Übersetzung. Sie hat einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. Da kommt die schönste CD-Ausgabe nicht mit!

Nun wünsche ich Dir viel Freude bei Deinem heutigen Opernbesuch!

LG, Nemorino
... und bei mir war es diese Aufnahme, mit der ich erste Bekanntschaft machte...

Und genau wie bei der "Bohéme", wiederholt sich für mich die Geschichte.
Meine Eltern hatten den LP - Querschnitt (später hatte ich die GA) und wieder war es "Sandor Konya" mit seiner warmen, gefühlvollen Stimme,
der mir diese Oper interessant und nahe brachte und mich neugierig auf ein Live - Erlebnis machte.
Und genau wieder, etliche Jahre später, habe ich die Tosca dann viele, viele Male an der Deutschen Staatsoper Berlin mit zwei Weltklasse Solisten -
Anna Tomowa Sintow und Ruggiero Orofino, in einer wunderschönen, stimmigen Inszenierung von Prof. Carl Riha, gesehen.
Die Tosca wurde durch dieses vielfache beglückende Erleben, ebenfalls zu einer meiner Lieblingsopern.
Ja, und weil ich gerade dabei bin, in derselben Reihenfolge ging es mir ebenfalls so mit der "Aida".
.

Wieder die LP meiner Eltern mit Konya und wieder Jahre später viele, viele Male live gesehen an der Berliner Staatsoper
mit Anna Tomowa Sintow /Enriqueta Tarres alternierend als Aida und Ruggiero Orofino als Radames.

Herzliche Grüße
CHRISSY
Zitat Nemorino: "Nun wünsche ich Dir viel Freude bei Deinem heutigen Opernbesuch!"
Nachträglichen Dank für die guten Wünsche. Die Freude hatten ich /wir am vergangenen Mittwoch wieder rundum gehabt.
Jegliches hat seine Zeit...

Fiesco

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137

Freitag, 26. Oktober 2018, 14:49

Es gibt noch eine sehr preiswerte :D "La Boheme" mit Kónya aus der Met....

klick

Tebaldi Mimi, Kónya Rodolfo, Hurley Musetta, Guarrera Marcello, Harvort Schaunard, Hines Colline, Corena Benoît.
Met Opera Chorus und Orchestra Cond.Fausto Cleva 14.3.1964
In der Box enthalten Lieder und Arienabend in Bethlehem, USA 5.2.1966

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

9079wolfgang

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138

Freitag, 26. Oktober 2018, 15:00

Hallo, Fiesco!

Eine sehr interessante Aufnahme. Ich werde mit meiner Frau über eine Erhöhung meines Sonntagsgeldes sprechen müssen. Evtl. habe ich nächstes Jahr den Betrag zum Erwerb dieser Aufnahme zusammen. ;(
W.S.

Fiesco

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139

Freitag, 26. Oktober 2018, 15:33

Hallo, Fiesco!
Eine sehr interessante Aufnahme. Ich werde mit meiner Frau über eine Erhöhung meines Sonntagsgeldes sprechen müssen. Evtl. habe ich nächstes Jahr den Betrag zum Erwerb dieser Aufnahme zusammen. ;(

Hallo 9079wolfgang, man müsste sich mal im www. umsehen da gibt es bestimmt irgendwo noch was preiswerteres!

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

chrissy

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Freitag, 26. Oktober 2018, 15:43

Hallo, Fiesco
Auch wenn (für mich!) an Freni /Pavarotti in diesen Partien niemand heranreicht...
Es gibt noch eine "La Boheme" mit Kónya aus der Met....
Tebaldi Mimi, Kónya Rodolfo, Hurley Musetta, Guarrera Marcello, Harvort Schaunard, Hines Colline, Corena Benoît.
Met Opera Chorus und Orchestra Cond.Fausto Cleva 14.3.1964
In der Box enthalten Lieder und Arienabend in Bethlehem, USA 5.2.1966

LG Fiesco

... trotzdem richtig und selbstverständlich muß man diese Aufnahme haben, bzw. kennen!
Herzliche Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Fiesco

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Freitag, 26. Oktober 2018, 16:21

Hallo, Fiesco
Auch wenn (für mich!) an Freni /Pavarotti in diesen Partien niemand heranreicht...
Es gibt noch eine "La Boheme" mit Kónya aus der Met....
Tebaldi Mimi, Kónya Rodolfo, Hurley Musetta, Guarrera Marcello, Harvort Schaunard, Hines Colline, Corena Benoît.
Met Opera Chorus und Orchestra Cond.Fausto Cleva 14.3.1964
In der Box enthalten Lieder und Arienabend in Bethlehem, USA 5.2.1966
LG Fiesco

... trotzdem richtig und selbstverständlich muß man diese Aufnahme haben, bzw. kennen!
Herzliche Grüße
CHRISSY

Ich hoffe doch chrissy, du kennst auch diese Schippers Aufnahme aus Rom 1969 mit Freni/Pavarotti !
Als Live Aufnahme kann ich die ja nicht bewerten, ohne jegliche Geräusche! Weiß da jemand mehr!
Das Orchester ist das RAI Orchester Rom! CD Ausgaben gibt es reichlich!

klick

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

nemorino

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Freitag, 26. Oktober 2018, 20:28

Meine Eltern hatten den LP - Querschnitt (später hatte ich die GA) und wieder war es "Sandor Konya" mit seiner warmen, gefühlvollen Stimme,
der mir diese Oper interessant und nahe brachte
Lieber chrissy,

ich kenne die Aufnahme, habe sie sogar auf CD, in dieser Ausgabe:

Sandor Konya singt wirklich den Cavaradossi ganz großartig, leider fällt dagegen die Sängerin der Titelpartie deutlich ab (mit Leontyne Price kann man sie schon gar nicht vergleichen!), und Kim Borg, den ich ansonsten sehr schätze, ist für mich als BASS eine nicht sehr geglückte Besetzung. Im übrigen habe ich mich gerade bei Puccini (weniger bei Verdi) so sehr an die Originalsprache gewöhnt, daß mir der deutsche Text reichlich befremdlich wirkt.

Den "Aida"-Querschnitt kenne ich leider nicht, bin aber sicher, daß Konya ein überzeugender Feldherr Radamès war.

LG Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

chrissy

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Samstag, 27. Oktober 2018, 11:29



Ich hoffe doch chrissy, du kennst auch diese Schippers Aufnahme aus Rom 1969 mit Freni/Pavarotti !
Als Live Aufnahme kann ich die ja nicht bewerten, ohne jegliche Geräusche! Weiß da jemand mehr!
Das Orchester ist das RAI Orchester Rom! CD Ausgaben gibt es reichlich!



LG Fiesco

Hallo, lieber Fiesco
Ich habe diese Aufnahme zwar nicht, kenne sie aber im Ausschnitt. Ich habe viele DVDs /CDs mit der "Bohéme" und man kann ja nicht alles haben.
Zumal ich immer wieder die von mir favorisierte Live - Aufführung aus San Francisco bevorzuge. Und besonders wertvoll sind mir auch zwei originale
Audio - Live - Mitschnitte mit "Casapietra /Orofino", seinerzeit aus der Berliner Staatsoper, bei denen ich im Zuschauerraum saß.
Trotzdem vielen Dank für Deinen Tip, immer wieder gern.

Lieber chrissy,

ich kenne die Aufnahme, habe sie sogar auf CD, in dieser Ausgabe:

Sandor Konya singt wirklich den Cavaradossi ganz großartig, leider fällt dagegen die Sängerin der Titelpartie deutlich ab (mit Leontyne Price kann man sie schon gar nicht vergleichen!), und Kim Borg, den ich ansonsten sehr schätze, ist für mich als BASS eine nicht sehr geglückte Besetzung. Im übrigen habe ich mich gerade bei Puccini (weniger bei Verdi) so sehr an die Originalsprache gewöhnt, daß mir der deutsche Text reichlich befremdlich wirkt.

Lieber nemorino
Diese Aufnahme habe ich seit früherer Zeit als LP - Querschniit, später als LP - GA und dann inzwischen auch als CD GA.
Und ich stimme Dir zu, mit Ausnahme von Konya, (wie schön und innig besingt er hier "Die zarten Hände..."), halte auch ich alle anderen Partien nicht für ideal besetzt.
Volle Zustimmung auch zu Deiner Feststellung mit dem deutschen Text. Früher, als ich die Opern für mich entdeckt habe, hat mich das nicht so sehr gestört.
Das hat sich geändert, als ich die ital. Opern in der Originalsprache gehört habe. Das war dann zunehmend an der Berliner Staatsoper so und hat mich geprägt.
Und ich mag ital. Opern in deutsch eigentlich nicht mehr hören. Zum Glück wird bei unseren tschech. Nachbarn auch alles in der Originalsprache geboten.

Den "Aida"-Querschnitt kenne ich leider nicht, bin aber sicher, daß Konya ein überzeugender Feldherr Radamès war.

LG Nemorino
Das war er, ganz sicher. Er vereint hier nach m. M und Empfinden in dieser Aufnahme idealerweise sowohl heldische, wie auch lyrische Interpretation.
So weit mir bekannt ist, war Konya seinerzeit ein bevorzugter und begehrter Radames an der Met und hat dort diese Partie wohl sehr oft gesungen.
Herzliche Grüße Euch beiden
CHRISSY
Und hier als besonderer musikalischer Gruß, ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Aufnahme - Konya als Radames "Holde Aida"

https://www.youtube.com/watch?v=aFl_pK_3znU
"Ich seh´Dich wieder, meine Aida..."
https://www.youtube.com/watch?v=duUEZ8PWuRk
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La Roche

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Samstag, 27. Oktober 2018, 13:22

Natürlich ist fast jeder Boheme-Fan begeistert von Konya und besonders Pavarotti. Ich gestehe aber, daß mir diese Aufnahme genauso gefällt:

Es ist die Zeffirelli-Inszenierung, ebenfalls mit Freni, mit Gianni Raimondi, mit Panerai und dem Dirigat von Herbert von Karajan.

Herzlichst La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


chrissy

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Samstag, 27. Oktober 2018, 14:33

Natürlich ist fast jeder Boheme-Fan begeistert von Konya und besonders Pavarotti.
Ich gestehe aber, daß mir diese Aufnahme genauso gefällt:

Es ist die Zeffirelli-Inszenierung, ebenfalls mit Freni, mit Gianni Raimondi, mit Panerai und dem Dirigat von Herbert von Karajan.

Herzlichst La Roche
Da stimme ich Dir zu, lieber La Roche - s. hier...

Aufnahmen, die ich auch großartig finde, möchte ich da nicht unerwähnt lassen - die Bohéme mit Gianni Raimondi und ebenfalls Mirella Freni
in hervorragender Inszenierung von Zeffirelli 1965 unter H v Karajan.
So weit mir bekannt ist, läuft diese Inszenierung seit der Premiere 1963,
immer noch so an der Wiener Staatsoper.
Diese Aufnahme, die ich viel später erst richtig kennen und schätzen lernte, war eigentlich meine erste richtige Begegnung mit der "Bohéme".
Und wenn von dieser Aufnahme die Rede ist, geht meine Erinnerung spontan immer zurück, eben an diese erste Begegnung, die für mich alles andere als erfreulich war.
Eigentlich ist es mir sogar unangenehm und ein bischen peinlich, davon zu berichten. Aber egal, wenn ich schon dabei bin - sei´s drum...
Besagte Aufnahme gab es damals als Film, der Jahre später nach der Entstehung auch in den hiesigen Kinos gezeigt wurde.
Ich war noch ganz jung. Mein Bruder und meine spätere Schwägerin studierten schon einige Jahre an der KMU in Leipzig, hatten wieder mal
eine neue Studentenbude gefunden und luden mich ein, sie über´s verlängerte WE zu besuchen, was ich gern gemacht habe.
Und sie hatten da auch eine besondere Überraschung für mich, nämlich Kinokarten für eine "besondere Vorstellung".
Es gab damals so ein spezielles Kino in Leipzig, wo wohl nur vorzugsweise kulturelle, anspruchsvolle Filme gezeigt wurden.

(Unser Moderator Reinhard, wenn er hier mitliest, wird vielleicht wissen, was und wo das war. Ich meine sogar mir den Namen behalten zu haben - UT Connewitz - kann das sein???)

Egal, ahnungslos schleppten sie mich da rein, ich wußte wirklich nicht, was mich da erwartet. Und dann ging es los, eine Oper, noch dazu in italienisch!
Ich saß die ganze Zeit wie auf Kohlen, weiß noch genau, ich dachte nur - hoffentlich ist dieser Mist bald zu Ende...
Ja und Jahre später, inzwischen etwas älter, reifer und auch schon ein wenig erfahrener geworden, wurde "dieser Mist", vor allem auch durch die vielen,
immer häufiger gesehenen Aufführungen in der Deutschen Staatsoper Berlin, zu meiner absoluten Lieblingsoper Nr.1 und daran wird sich auch nichts mehr ändern.
Herzliche Grüße
CHRISSY
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nemorino

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Samstag, 27. Oktober 2018, 17:10

Und hier als besonderer musikalischer Gruß, ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Aufnahme - Konya als Radames "Holde Aida"

Lieber chrissy,

vorab: Ich weiß, das hier ist ein Bohème-Thread, aber bevor jemand meckert: Ich möchte chrissy kurz sagen, wie mir die "Holde Aida" mit Konya gefallen hat. Mit einem Satz: Sehr gut, er ist ein überzeugender, sieghafter Feldherr mit großartiger Stimme.
Ein kleiner Einwand: Leider singt auch er am Schluß der Arie das B in voller Lautstärke, obwohl der Komponist ein piano vorschreibt. Damit befindet er sich aber in guter (besser gesagt: schlechter) Gesellschaft, denn die meisten seiner Kollegen machen das genauso. Eine schlechte, aber wohl leider nicht ausrottbare (ich weiß: LTI!) Tradition. Selbst der geschmackvolle, stilsichere Carlo Bergonzi macht das so in der Karajan-AIDA von 1959 (Decca). Dabei zeigt er in seinem Recital von 1974 unter Nello Santi (Philips), daß er auch anders kann. Dort singt er ein derart herrliches, stilreines piano am Ende, daß man wünschen möchte, es möge allen angehenden Tenören als Vorbild dienen.

Zu den angezeigten Live-Mitschnitten der Bohème unter Schippers und Karajan kann ich nichts sagen. Ich kenne sie nicht, da ich keine DVDs sammle.

LG Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

Fiesco

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147

Samstag, 27. Oktober 2018, 17:28


Dort singt er ein derart herrliches piano am Ende, daß man wünschen möchte, es möge allen angehenden Tenören als Vorbild dienen.

Das Problem, jeder Tenor der es richtig singt, wird vom Publikum misstrauisch beäugt, gar mit Buuhs, oder ohne Applaus bedacht!Leider!!

Zitat

da ich keine DVDs sammle.LG Nemorino

Da sind wir uns lieber nemorino mal so was von einig! :thumbsup:

LG Fiesco
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Samstag, 27. Oktober 2018, 18:09

Das Problem, jeder Tenor der es richtig singt, wird vom Publikum misstrauisch beäugt, gar mit Buuhs, oder ohne Applaus bedacht!Leider!!

Lieber Fiesco,

genau so ist es, das Publikum bevorzugt noch immer den Rampentenor. Wer am Schluß auf piano geht, der kann eben nicht singen :( .

Vielleicht würde helfen, wenn die Tenöre zumindest auf Tonträger den Komponisten ernst nähmen, vielleicht hätte das ja eine Langzeitwirkung. Aber Tonaufnahmen sind ja heute eher die Rarität, und die von früher folgen fast alle der gleichen Unart.

Da sind wir uns lieber nemorino mal so was von einig!
Das freut mich! Die Fernsehbilder lenken mich einfach zu sehr von der Musik ab. Ich denke, das geht Dir auch so.

Schönen Sonntag und
LG, Nemorino :hello:
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Erich Ruthner

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Samstag, 27. Oktober 2018, 23:59

Ich habe den "richtigen" Radames - Schluss zuerst auf einer Arien - LP von Josef Simandy gehört - war überrascht und dann begeistert.

Erich
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

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Sonntag, 28. Oktober 2018, 10:12

Mein deutschsprachiger Lieblingstenor Helge Rosvaenge hat beide Möglichkeiten aufgenommen. Auch wenn es der falsche Schluß ist, mir gefällt das in piano beginnende und im forte schließende crescendo-Ende eindeutig besser.
Herzlichst La Roche.
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.