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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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31

Mittwoch, 9. März 2005, 00:36

Hallo an Alle,

hier eine kleine Geschichte die König Ludwig II betreffen. Wir denken, dass er auch eine „kleine“ Berechtigung hat, hier im Klassik Forum erwähnt zu werden. Ihr müsst Euch folgendes Szenario wirklich OPTISCH vorstellen!

Eine Zeit lang lebte der König in dem Wahne, Lohengrin zu sein.
Gleich Lohengrin wollte er, von einem Schwan gezogen, die Fluten durchmessen, aber nicht auf der profanen Erde, sonder hoch oben in den Lüften, nahe dem Monde. So gab er den Befehl, auf dem Dachboden (!) des Schlosses zu München ein großes Bassin anzulegen.

Man stellte einen riesigen Metallkessel her, der in den Dachboden des Schlosses eingefügt wurde. Durch Maschinerie wurde das Wasser heraufgepumpt, und im Kostüm Lohengrins, in silberner Rüstung, fuhr der König in einem Kahne, dem ein künstlicher Schwan vorgespannt war, im Bassin umher.
Da das Wasser aber zu hell war und Lohengrin blaue Fluten brauchte, so kam man auf die Idee, das Wasser mit großen Mengen Kupfervitriol zu vermischen. Nun wurde es zwar blau, aber das Vitriol griff das Metall des Bassins an und das Wasser drang durch die Decke in die prachtvollen Gemächer hinab, alles verwüstend.
Die Schäden wurden ausgebessert und man berief einen berühmten Optiker, um durch gewisse Lichteffekte dem Wasser eine künstliche blaue Farbe zu geben. Aber selbst damit war der König noch nicht zufrieden, das Wasser sollte auch bewegt sein. Da wurde schließlich ein Mechanismus angebracht, um dem Wasser einen Wellenschlag zu geben. Durch ein in das Wasser gesenktes Rad, welches einige Diener drehen mussten, wurde denn auch der gewünschte Wellenschlag hervorgebracht; da jedoch der König eine stärkere Bewegung des Wassers verlangte und die Diener durch heftigeres Drehen einen zu starken Wellenschlag erzeugten, schaukelte der Kahn so heftig, dass der König ins Wasser fiel.
Infolgedessen gab er die Bassinfahrten endlich ganz auf...

König Ludwig - verkannter Erfinder des Wellenbads?

Liebe Grüße aus Bayern

Bettina und Wilfried
Wen man durch Wohltun nicht für sich gewinnen kann, den soll man sich vom Halse schaffen

Selim

Alfred_Schmidt

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32

Donnerstag, 17. März 2005, 12:28

Hallo Ulli,

Wenngleich nicht korrekt als Zitat gekennzeichnet, so ist Thomas Bernhards scheinbare Frage ein solches.
Er macht sich hier über eine Anfrage in einem anderen "Klassikforum" lustig. (glücklicherweise :P :D )

Den Link in das Forum findest Du sieben Beiträge weiter oben, den Thread musst Du Dir selber suchen.

Würde ich von hier einen weiteren Link auf dieses Forum setzen, würde google das als Empfehlung unseres Forums auffassen und im schlimmsten aller Fälle, deren Pagerank erhöhen. Das will ich nun wirklich nicht :P

Beste Grüße

Alfred

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observator

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33

Donnerstag, 17. März 2005, 12:46

ACHTUNG: IRONIE

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Hallo,

Wie Ihr alle wisst, bin ich ein Gegener von links


ja, dann bist du ja doch ein rechter! :D

(ich habe gerade die wüsten anwürfe vom september im klassikakcente gelesen...)
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Ulli

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34

Donnerstag, 17. März 2005, 13:01

Salut, Alfred,

Zitat

Zitat von Dir selbst
Wenngleich nicht korrekt als Zitat gekennzeichnet, so ist Thomas Bernhards scheinbare Frage ein solches.
Er macht sich hier über eine Anfrage in einem anderen "Klassikforum" lustig. (glücklicherweise )


... das hätte ich eigentlich ahnen sollen. Tut mir sorry für die Beteiligten... ist doch klar, dass solch eine Frage hier nicht gestellt wird, oder?

Viele Grüße
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Ulli

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35

Sonntag, 20. März 2005, 09:07

Alterungsprozess

Salut,

in einem anderen Klassikforum – wobei diese Spezies ja bekanntlich am aussterben ist – fand ich bezüglich der Echtheitsfrage des Edlinger’schen Mozartportraits folgenden Eintrag:

Zitat


Also für mich ist der Vergleich klar: er ist es, nur um ein paar Jahre älter!
Das sieht man doch!


Viele Grüße,
Ulli
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Rienzi

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36

Montag, 21. März 2005, 20:08

Um zu zeigen, daß ich englische Texte unfallfrei abtippen kann.

"People are wrong when they say that the opera is not what it used to be. It is what it used to be. That's what's wrong with it."
Noel Coward, Design for Living (1933)

"Great" conductors, like "great" actors, soon become unable to play anything but themselves"
Igor Strawinsky, Themes and Conclusions (1972)

beides zitiert aus:
"Musical Anecdotes" by Henry Kelly and John Foley
Hodder and Stoughton - 1998
Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
(aus "Sprechen Sie Fußball?")

Alfred_Schmidt

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37

Montag, 21. März 2005, 20:27

Hallo Rienzi,

"Unfallfrei" vielleicht, Fehlerfrei jedoch nicht:
Ein Apostroph fehlt :stumm: :D :hello:

Gruß
Alfred

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Rienzi

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38

Montag, 21. März 2005, 21:10

Hallo Alfred, alter Beckmesser

Wo soll ich ihn hintun?

Dafür noch ein Thomas Beecham aus dem gleichen Werk wie oben erwähnt.
"At a rehearsal I let the orchestra play as they like. At the concert I make them play as I like."

Vaughan Williams on Mahler: A tolerable imitation of a composer

Britten on Verdi: When I hear a work I do not like I am convinced it is my own fault. Verdi is one of those composers.
Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
(aus "Sprechen Sie Fußball?")

Karsten

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39

Dienstag, 22. März 2005, 16:53

Beecham Part III

Oh, es wird wieder mal nach Beecham verlangt (hoffentlich gibt es keine Doubletten):


A musicologist is a man who can read music but can't hear it.

Das "andere" Beecham-Cembalo-Zitat:

The sound of the harpsichord resembles that of a bird-cage played with toasting-forks.


Beecham über...

...Bruckners "Siebte":
"In the first movement alone, I took note of six pregnancies and at least four miscarriages."
und
"Anton Bruckner wrote the same symphony nine times, trying to get it just right. He failed."

...Beethovens "Siebte":
"What can you do with it? It's like a lot of yaks jumping about."

...Beethovens Streichquartette:
"Beethoven's last quartets were written by a deaf man and should only be listened to by a deaf man"


Und ein paar Anekdötchen:


One day while passing through the lobby of a Manchester hotel, Sir Thomas Beecham spotted a rather distinguished-looking woman whom he recalled having met but whose name escaped him.
Pausing to say hello, Beecham suddenly recalled that she had a brother and - hoping for a clue - asked how he was doing and whether he was still employed in the same job.
"Oh, he's very well," the woman answered, "and still king."


In 1910, Sir Thomas Beecham conducted the opening night performance of Richard Strauss's Elektra at Covent Garden in 1910).
Beecham, disappointed by the quality of the singing, urged the orchestra to play progressively louder. "The singers think they are going to be heard," he explained, "and I'm going to make jolly well certain that they aren't."


Sir Thomas Beecham was approached before a concert one evening by the pianist Myra Hess. "Are you going to conduct by heart again tonight, Sir Thomas?" she asked. "Of course," the conductor proudly declared. "In that case," Hess replied, "I am going to need my music!"


Gruß
Karsten

Rienzi

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40

Dienstag, 22. März 2005, 21:09

RE: Beecham Part III

Lieber Karsten,

Ich glaube, wir bestreiten die Beecham-Unterhaltung alleine, aber es macht Spaß.
Sir Thomas Beecham on J.S.Bach:
Too much counterpoint; what is worse, Protestant counterpoint

Beecham über Mozart:
If I were a dictator, I should make it compulsory for every member of the population between the ages of four and eighty to listen to Mozart for at least a quarter of an hour daily for the coming five years.
Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
(aus "Sprechen Sie Fußball?")

Norbert

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41

Donnerstag, 31. März 2005, 01:15

Falls schon gepostet, sorry, falls nicht, umso besser ;) : "Es stimmt nicht, daß die Engländer keine Musik mögen. Sie verstehen sie vielleicht nicht, aber sie lieben die Geräusche, die sie macht"

-Sir Thomas Beecham
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Ulli

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42

Freitag, 1. April 2005, 14:09

Am 5. Oktober 1790 schreibt Emanuel Schikaneder an Mozart:

Lieber Wolfgang! Derweilen schicke ich Dir Dein Pa pa pa zurückh, das mir ziemlich recht ist. Es wird’s schon thun. [...] Dein Schikaneder.

:wacky:
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Alfred_Schmidt

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43

Freitag, 1. April 2005, 14:17

Zitat

Lieber Wolfgang! Derweilen schicke ich Dir Dein Pa pa pa zurückh, das mir ziemlich recht ist. Es wird’s schon thun. [...] Dein Schikaneder.


Nur zur korrekten Ergänzung:

Die Echtheit dieses Briefes wird von einigen Musikwissenschaftern in Zweifel gezogen.

Beste Grüße aus Wien

Alfred

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Ulli

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44

Freitag, 1. April 2005, 14:53

Salut,

wenn der Autor dieses Briefes – in der Annahme, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt - Schikaneders Unvermögen in der Beurteilung der Mozartischen Musik herausstellen wollte, warum datiert er den Brief dann auf den 5. Oktober 1790, ein knappes Jahr vor der Premiere der Zauberflöte am 30 September 1791?

Die zeitgemäße Mozartliteratur [hier ist das Briefzitat auf Bruder Mozart • Freimaurerei im im wien des 18. Jahrhunderts von Guy Wagner, 2. erweiterte Auflage 2003] baut auf diesen Brief die Entstehungsgeschichte der Zauberflöte auf.

Ich habe allerdings – zugegeben – nicht selbst nach dem Wahrheitsgehalt und der „Ächtheit“ des Briefes nachgeforscht.

Cordialement,
Ulli
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Heinz

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45

Freitag, 1. April 2005, 16:18

Norbert zitierte Sir Thomas Beecham:

Zitat

"Es stimmt nicht, daß die Engländer keine Musik mögen. Sie verstehen sie vielleicht nicht, aber sie lieben die Geräusche, die sie macht"



Ich würde das nicht auf die Engländer beschränken :D

Gruß
Heinz

Rienzi

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46

Freitag, 1. April 2005, 20:09

Wilhelm Backhaus

Als der 82jährige Backhaus anläßlich der Wiener Festwochen mit den Philharmonikern konzertierte, wurde er nicht nur vom Publikum, sondern auch von den Musikern stürmisch gefeiert.
Meinte Backhaus, nachdem er die Ovationen fast verlegen entgegengenommen hatte: "Jetzt bin ich wieder an den Ursprung meiner Laufbahn zurückgekehrt. Als ich mit zwölf Jahren zum ersten Mal auftrat, sagten die Leute: "Wie ungewöhnlich für sein Alter!"
"Heute sagen sie dasselbe!"
Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
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Rienzi

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47

Freitag, 1. April 2005, 20:33

Thomas Beecham X

Sir Thomas Beecham on Arturo Toscanini: "A glorified bandmaster!"

Sir Thomas Beecham über Bruckner's Siebente Symphonie:
"In the first movement alone I took notice of six pregnancies and at least four miscarriages."

Hearing that Beecham was contemplating conducting Wagner's "Götterdämmerung" without the score in front of him, a musicologist asked how on earth he would manage the opera's extraordinarlily complex rhythmical changes.
Beecham was having none of it. "There are no rhythmical changes in "Götterdämmerung", he replied. "It goes straight on from half past five till midnight like a dammned old cart horse!"
Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
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Ulli

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48

Dienstag, 12. April 2005, 11:49

CD á la Fred Feuerstein?

Salut,

wir können einen neuen Kalauer unser eigen nennen:

Zitat

Original von Felipe II.

Hallo alle miteinander,

da ich ein großer Fan des spanischen Hofes zur Zeit Felipes II. bin, würde ich mir allzu gerne (gute) Aufnahmen aus jener Zeit, der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, besorgen.


Nimms mir nicht übel, Felipe II., der Spruch ist einfach zu gut! Viel Erfolg beim Finden!! ;)

P.S. Ich stehe auch bereits hier drin... :D

Viele Grüße,
Ulli
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Alfred_Schmidt

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49

Montag, 18. April 2005, 10:08

Scon seit eingen Wochen überlegeich, ob ich nicht kleine, eher harmlose Begebenheiten schildern sollte, die ich persönlich im Umgang mit Opernstars erlebt habe. Es sind nicht alzuviele, sie sind asuch oft nicht extrem originell, haben jedoch den Vorteil der absolten Athenzität.
Hier also die erste:

Eigentlich bin ich kein Autogrammsammler, aber eines Tages, es dürfte um 1976 gewesen sein, nach einer Aufführung von Einems "Besuch der alten Dame" wollte ich auch wissen, wie das ist, am Bühnentürl zu warten und um ein Autogramm zu bitten (das ich schließlich auch bekam)
Also stand ich mit einigen jungen fanatischen Opernbesuchen an Bühnenausgang der Wiener Staatsoper und... wartete.....

Es dauerte relativ lange, da erschien Christa Ludwig - müde und abgespannt von der Vorstellung - nervös und ungeduldig.

Sie erklärte, sie würde erst Autogramme geben, wenn ihr Taxi da sei - nicht früher. Darauf allgemeiner Protest - man befürchtete. die Künstlerin würde sofort ins Taxi steigen - und davonfahren.

Aber sie versprach, Autogramme zu geben, aber erst wenn das Taxi da sei - Sie fühle sich dann wohler.

So geschah es auch. Die jungen Leute hielten Ihr die Programme entgegen und sie unterschrieb.
Manche hatten auch Fanpostkarten mitgebracht.
Ein junges Mädchen hielt ihr soeben eine solche Photographie der Künstlerin zur Unterschrift hin. Christa Ludwig nahm die Karte in die Hand - betrachtete sinnend das Bild . und fragte dann das Mädchen:
"Aber Kinderl...., - - - wissen Sie überhaupt wie alt das Bild schon ist ??"
Darauf die Anwort: "Nein Gädige Frau"

Ein erleichterter Seufzer der Ludwig. "Na Gott sei Dank!"
- - und unterschrieb die Karte.




mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

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Reinhard

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50

Montag, 18. April 2005, 12:19

RE: Heiterere Szenen aus der Klassikwelt - Anekdoten -Zitate - Wahre Begebenheiten

Eine Anekdote, die August dem Starken zugeschrieben wird:

Anläßlich eines Konzertes fühlte sich August verpflichtet, im Anschluß mit der Sängerin des Abends ein paar Worte zu wechseln, was ihm aber nicht so leicht fiel. Schließlich rang er sich zu der Frage durch: "Nu, Gnäädichste, wie fandn'se denn die Agustik hier?"
Die Sängerin:"Ganz wunderbar, Majestät, ein ausgezeichneter Saal mit einer ganz zauberhaften Akustik..."
Darauf Majestät: "Un warum hamm'se denn da so gebrülld??"
Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
(Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

Ulli

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51

Montag, 18. April 2005, 14:25

Salut,

gehört vielleicht eher in die Kategorie Klassikwitze, passt aber dennoch hierher:

"Mama! Warum schlägt der Mann die Frau da?"
"Kind, der schlägt nicht die Frau, das ist der Dirigent."
"Ach so. Und warum schreit die Frau dann so?"

:D

Grüße, Ulli
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Johannes_Krakhofer

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52

Freitag, 22. April 2005, 10:11

Eine kleine Geschichte

Es gab in Wien einmal einen gewissen Leo Slezak, und von dem kenne ich auch einige kleine Geschichten.

Dieser Leo Slezak sang den Lohengrin und als er auf den Schwan aufsteigen sollte, verpasste er den "Einsatz" und der Schwan fuhr ohne ihn davon, er drehte sich zu Elsa und fragte:"Wann geht jetzt der nächste Schwan??"

Und eine hab ich noch: Slezak war etwas korpulenter, und er hatte den Florestan zu singen. Er liess sich abgemagert schminken und fragt danach einen Bühnenarbeiter, wie er denn aussehe! Dieser antwortete:" Ausgfressn, Herr Kammersänger!"
Den Mozart und den Wagner hör´ich gerne, wenn ich jausen
nur beim Herrn Stockhausen kriegt mein Hamster Ohrensausen

(Erste Allgemeine Verunsicherung)

Ulli

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53

Samstag, 21. Mai 2005, 22:01

Der erste Verkehrsstau...

Im Jahre 1749 feierte man in London das Ende des österreichischen Erbfolgekrieges, in den sich auch England eingemischt hatte. King Georg II. ordnete eine festliche Musik mit Feuerwerk an und beauftragte niemand anderen als Grorg Friedrich Händel mit der Komposition der Musik. Einen Tag vor der Uraufführung fand eine öffentliche Generalprobe unter Händels Leitung statt, zu der so viele Menschen strömten, daß der Verkehr zusammenbrach: Der erste Verkehrsstau war geboren.

Die Fassung der "Feuerwerksmusik" war allerdings nicht diejenige, die wir heute kennen. Georg II. setzte seine Forderung durch, dass ausschliesslich Bläser spielten: Das Mammutensemble bestand aus rund 40 Trompeten und 20 Hörnern... insgesamt sollen mindestens 112 Musiker aufgetreten sein!

Der Klassik-Führer RONDO schreibt:

Trevor Pinnock hat es zumindest ansatzweise geschafft: Er arbeitet unter anderem mit neun Trompeten, neun Hörnern, vierundzwanzig Oboen und viel Schlagwerk, und es gelingt ihm eindrucksvoll, den monumentalen Originalklang jenes Aprilabends des Jahres 1749 zurückzugewinnen. Seine Aufnahme ist in einigen Sätzen höchst “kriegerisch”, aber auch sehr homogen. Viele Elemente von Händels raffinierter Kompositionsweise kommen klarer zum Vorschein als in der bekannteren Version: Echo-Wirkungen, “Frage-Antwort-Passagen” zwischen Holz und Blech, die einkomponierte Raumwirkung, bei der mich die Streicher immer gestört haben.

und empfiehlt:



bien cordialemet
Ulli
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Ulli

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54

Sonntag, 22. Mai 2005, 18:28



Hinter diesem Titelblatt verbirgt sich die wohl kürzeste Kompositionsschule der Welt.
Sie besteht aus nur einer Textseite und vier Seiten mit insgesamt zwei Notenbeispielen...
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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Karsten

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55

Sonntag, 22. Mai 2005, 18:57

RE: Eine kleine Geschichte

Zitat

Original von DonBasilio
Es gab in Wien einmal einen gewissen Leo Slezak, und von dem kenne ich auch einige kleine Geschichten. [...]

Wo wir bei Wagner-Tenören sind: In Dallas kam es im letzten Akt von Tristan und Isolde zu einem Wutausbruch von Jon Vickers gegen das hüstelnde Publikum. Die Aufführung wurde mitgeschnitten...
http://www.handelmania.com/mad.htm (dritter Punkt)

Gruß
Karsten

Rienzi

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56

Sonntag, 22. Mai 2005, 20:06

Karajan als Regisseur

An Karajans Geburtstag fragte ein Philharmoniker den diensthabenden Bühnenbeleuchter der Staatsoper, was er dem Opernchef schenken werde. "Einen schwarzen Scheinwerfer!" war die Antwort.
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Theophilus

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57

Sonntag, 22. Mai 2005, 23:35

Böhm als Dirigent

Karl Böhm probt mit den Wiener Philhamonikern ein Strauss-Werk. Am Ende der Probe ist man mit dem Ergebnis ganz zufrieden, aber es kommt noch ein Wunsch des Maestros:

"Aber gellns meine Herren, heute Abend spielns des ein bissl leiser, is ja eh so laut komponiert..."

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Ulli

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58

Dienstag, 24. Mai 2005, 11:32

mal eben genial sein...

Der junge Ludwig van Beethoven stellte einmal vor einem Konzert fest, dass der Flügel einen Halbton zu tief gestimmt war. Da die Zeit nicht mehr ausreichte, um das Instrument neu zu stimmen, spielte er sein C-Dur Konzert (Erstes Klavierkonzert op. 15) kurzerhand in Cis-Dur.
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(Vincenzo Geilomato Hundini)

Heinz

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59

Dienstag, 24. Mai 2005, 11:59

Zitat

Original von Ulli


Hinter diesem Titelblatt verbirgt sich die wohl kürzeste Kompositionsschule der Welt.
Sie besteht aus nur einer Textseite und vier Seiten mit insgesamt zwei Notenbeispielen...



Wow, das interessiert mich brennend :P :P :P

Sonaten ausm Ermel zu schütteln, wüßte ich auch gern, wie das geht :D


Gruß
Heinz

Ulli

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60

Dienstag, 24. Mai 2005, 12:25

Hallo, Heinz,

ja wirklich - mich hat das auch gleich fasziniert a) wegen des Alters b) wegen des nicht gezeigten Inhaltes dieses "Werks". Ich versuche, da etwas herauszufinden... vielleicht gibt es einen Nachdruck/Kopie davon!?

Liebe Grüße
Ulli
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