Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Uranus

Prägender Forenuser

  • »Uranus« ist männlich

Beiträge: 590

Registrierungsdatum: 11. August 2004

181

Donnerstag, 4. Februar 2016, 12:17

Hallo Johannes,

danke für die schnelle Reaktion und Deine Empfehlungen, mit denen (und denen, die hoffentlich noch kommen) ich mich beschäftigen werde.

Ich würde Dir allerdings nicht zustimmen, dass mich die "planets" nun gänzlich verdorben haben :D , auch wenn meine größte Vorliebe im Bereich der klassischen Musik symphonischen Werken gilt. Denn ich höre mit Begeisterung auch (Solo-) Klaviermusik, Lied-Gesang und - wenn auch deutlich weniger - Sonaten für Violine oder Cello, also nicht nur orchestralen Bombast.

Nur mit den Trios, Quartetten und Quintetten tue ich mich noch schwer...
Herzliche Grüße
Uranus

lutgra

Prägender Forenuser

  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 5 143

Registrierungsdatum: 9. April 2013

182

Donnerstag, 4. Februar 2016, 13:01

Als jemand, der über Mahler und Bruckner in die Klassik gekommen ist, würde ich vielleicht nicht unbedingt empfehlen mit Haydn anzufangen, gerade wenn man auch die spätromantische und frühmoderne Musik schätzt. Da wären vielleicht tatsächlich eher die Quartette von Ravel und Debussy oder die von Janacek als ein niederschwelliger Einstieg geeignet. Jedenfalls habe ich deren Quartette viel früher schätzen gelernt als die von Haydn. Die entdecke ich eigentlich jetzt erst richtig. Mich haben aber letztendlich vor allem die langsamen Sätze der späten Beethovenquartette z.B. op 127 oder 132 für dieses Musikgenre begeistert.

Eine weitere preiswerte und auch interpretatorisch ideale Einstiegs-CD ist die hier:


Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 966

Registrierungsdatum: 24. April 2014

183

Donnerstag, 4. Februar 2016, 13:14

Hallo allerseits,

nach wie vor tue ich mich grundsätzlich schwer mit Kammermusik. Dabei habe ich das Gefühl, Elementares zu "verpassen", weil es - auch in diesem Forum - viele zu geben scheint, für die die Kammermusik, und insbesondere das Streichquartett, sozusagen die oder zumindest eine Krone der klassischen Musik ist.

Haydn ist von seinen Symphonien her ein mir sehr sympathischer Komponist, der ja wohl als einer der "Väter" der Gattung Streichquartett gilt. Vielleicht wäre er der Richtige, mir diese Musik doch näher zu bringen.

Darum Frage an die Spezialisten: Gibt es in seinem umfangreichen Ouevre etwas "leichter Verdauliches", was sich besonders als Einstieg in dieses Genre eignen könnte?

Ich fürchte, Dein "Problem" ist nicht, dass Haydn (und anderer) Kammermusik zu schwer verdaulich wäre, sondern, dass Du Dich mit "Planeten" und anderem (spät)romantischen "Orchestral Spectacular" einfach an ein Klangbild und bestimmte "Reize" gewöhnt hast, die Du sozusagen vergessen oder wenigstens "einklammern" musst, um Dich auf z.B. Haydn-Quartette einzulassen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: das ist zu schaffen :thumbup: Ich habe auch mal angefangen mit Wagner, Bruckner und Strauss' symphonischen Dichtungen und die Kammermusik erst relativ spät entdeckt. Das ist ein Kosmos für sich, voll von großartiger Musik. Neben Haydn würde ich auch Mozarts Streichquartette zum Einstieg empfehlen, die ich persönlich vorziehe, und natürlich auch die Quartette und Quintette von Boccherini :D Die sind sicher "leicht verdaulich". Oder - wenn der bloße Streicherklang dann tatsächlich als zu "dünn" empfunden wird, Klaviertrios und -quintette. Ich finde ja, dass das Klavier die perfekte Ergänzung für ein Streicher-Ensemble ist. Die Dvorak-Trios zum Beispiel sind sehr schön und eingängig, darunter das berühmte Dumky-Trio, und das Klaviertrio von Tschaikowski ist ein Höhepunkt der Gattung.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

184

Donnerstag, 4. Februar 2016, 13:47

"Verdorben" habe ich ja bewusst vermieden. Aber gewisse Gewöhnungseffekte halte ich aus eigener Erfahrung für nicht ganz unwahrscheinlich ;)
Wobei ich Streichquartette lange vor Soloklaviermusik gehört und geschätzt, allerdings zuerst Beethoven, Brahms, Mozart und Schubert, aber den Effekt anderweitig erlebt habe.
(Von Beethoven finde ich tatsächlich auch die späten Quartette, besonders op.132 und 135 eher eingängiger als die mittleren und frühen...)

Leider sind die CDs, die ich oben empfohlen habe, fast alle vergriffen, aber die des Eder-Quartetts gebraucht sehr günstig, eine der des Jerusalem Q immerhin preislich akzeptabel zu kriegen. Für preiswerte Auswahl-CDs bin ich dann leider überfragt; ich rate aber von den sehr günstigen Buchberger- und Kodaly-CDs zum ersten Kennenlernen eher ab. Die einen sind (nicht nur) klanglich etwas ruppig, bei den anderen haben schon einige die Fadheit der Interpretationen auf die Musik übertragen... :untertauch:

Bei einigen der häufigen Kammermusikempfehlungen sehe ich ein wenig die Schwierigkeit, dass man zwar Werke in kammermusikalischen Besetzungen kennenlernt, die aber sehr stark von konzertanten Effekten leben oder extrem eingängige Melodien haben und man ist der "schwierigen" Kammermusik nicht viel näher als zuvor (das gilt m.E. z.B. für Dvoraks Dumky und Amerikanisches, für das Forellenquintett oder auch die Kreutzersonate (in stilo molto concertante). Dagegen ist man mit Schuberts d-moll-Quartett oder einem seiner Trios, evtl. auch Dvoraks oder Brahms Klavierquintett (die würde ich dem Spätromantikfreund jedenfalls sehr empfehlen), die kaum weniger eingängig sind, näher bei der "ernsten" Kammermusik angekommen.

Ich habe die letzten drei Beiträge mal kopiert
Kammermusik - der Einstieg
Bitte dort weitermachen, wenn es nicht um Haydn geht!

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

185

Freitag, 8. Dezember 2017, 14:25

Das wohl erste größere Haydn-Projekt der Plattengeschichte, nämlich der Quartett-Aufnahmen des damals sehr angesehen belgischen Quatuor Pro Arte ist seit Sommer in einer preiswerten Box erhältlich. Die historischen Aufnahmen stammen von 1931-38 und wurden für die neue Ausgabe vom Pariser Art et Son Studio remastered. Ich kenne mich mit älteren Ausgaben nicht gut genug aus; irgendwo sah ich die Vermutung, dass als Basis nicht die alten Schellacks, sondern LPs genutzt wurden. Der Klang ist verglichen mit einigen "puristischen" Überspielungen (Pearl) relativ knacks- und rauscharm, aber in meinen Ohren nicht zu stark gefiltert, sondern ingesamt ziemlich gut bzw. im Rahmen dessen, was man hier erwarten kann. Jedenfalls besser als die einzelne CD eines Graulabels ("Strings"), die ich von diesen Aufnahmen hatte. Pristineaudio hatte auch mal alle diese Aufnahmen remastered und zum Download; die betreiben ja etwas aufwendigere Eingriffe/Restaurationen, die waren mir aber auch zu teuer. Einen Eindruck kann man auch auf youtube erhalten, s.u.
29 Quartette wurden eingespielt. Es war geplant, alle einzuspielen; der Kriegsausbruch verhinderte das (und der ursprüngliche Primarius starb überdies 1940). Es fehlen einige recht bekannte Stücke wie etwa das Lerchen- oder Quintenquartett.
Ich habe noch nicht alles gehört. Die Interpretationen sind eher straff und abgesehen von gelegentlichen glissandi (portato? "Anschleifen") nicht "altmodisch" oder besonders romantisch.

Enthalten sind
op.1,1+6
op.3, 4+5 (Hofstetter)
op.20,1,2,4,5
op.33,2,3,6
op.50,3+6
op.54,1-3
op.55,1+3
op.64,4+6
op.71,1
op.74,1-3
op.76,3+4
op.77,1+2


Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 098

Registrierungsdatum: 9. August 2004

186

Freitag, 8. Dezember 2017, 15:03

l Ich gehe davon aus,, daß es sich um die hier von mir verlinkte Aufnahme handelt.Ich habe ursprünglich gedacht, daß diese Aufnahme der dreißiger Jahre kaum Chanchen am Markt habe, gibt es doch sooo vile vorzügliche Neuaufnahmen. Dieses Vorurteil habe ich indes nach anhären einiger Samples sofort revidiert (Ich weiß allerdings NICHT, wie jene Takes klingen, wo man keine Hörprobe angehängt hat)
Dieses Quartett hat - wie einige Streichquartette der Vergangenenheit - einen lieblichen Eigenklang, der heuit kaum wo zu hören ist. Ob das mit der Spielkultur oder der Aufnahmetechnik (Mikrophonklang via Röhrenverstärker ) zusammenhängt, das weiß ich bedauerlicherweise nicht...
Auf jeden Fall landet diese Box auf meiner Jänner - Bestellliste.
Meine Vorliebe für Streichquartette verdanke ich einem Exmitglied, das vor etlichen Jahren das erste Tamino Weihnachtsrätsel (ich glaube, damals noch ohne Preise) in Eigeninitiative gestartet hat - mit dem Thema Kammermusik. Ich hatte davon damals keine Ahnung (natürlich kannte ich die "Standardwerke" , so an die 20, 30 Stück, aber die waren kaum Inhalt des Reätsels) und hörte mit Inbrunst jedes Sample immer wieder, was dazu führte, daß sich die Melodien einprägten und ich viele besitzen wollte. Erst gegen Ende des Rätsels erführ ich die Lösung - und startete ein Bestellwelle. Meine Kammermusiksammlung hat sich damals auf einen Schlag verdreifacht....
Diese persönlich Geschichte war aber noch ZUSÄTZLICH lehrreich. Ich hatte fürs erst angenommen. daß die Unterschiede zwischen den einzelnen Ensembles nicht allzu groß sein könnten. Damals wurde ich eines Besseren belehrt. Die hier vorliegende Aufnahme bestätig die große Individualität von Streichquertett Ensemble erneut.

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

187

Freitag, 8. Dezember 2017, 15:17

Ja. Das ist die Box; ich hatte völlig vergessen, sie zu verlinken, weil ich so auf die youtube-links geachtet habe :untertauch:

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 098

Registrierungsdatum: 9. August 2004

188

Sonntag, 11. März 2018, 15:29

Eigentlich wollte ich heute einen neuen Thread mit Namen "Joseph Haydns Streichquartette und ihre Interpreten" eröffnen - als Parallelthread zu den eher auf einzelne Werke oder Opuszahlen bezogenen Threads, die vereinzelt bereits bestehen (aber noch fehlt dort eine Menge)
Im Zuge meine Recherche bin ich auf diesen Thread gestoßen und habe beim Nachlesen festgestellt, daß er eigentlich alle Bedingungen zu meinem Wunschthema erfüllt.
Er wird deshalb umbenannnt.
Ich möchte heute eine wunderschöne Aufnahme des österreichischen Minetti Quartetts mit Haydns Streuchquartetten Op 64 Nr 4 - Op 74 Nr 3 - Oo 76 Nr 5 in Erinnerung rufen. Ich habe über diese CD bereits an anderer Stelle geschrieben, ("Was hört ihr gerade jetzt") aber dort wird das vielleicht einmall gelesn und dann ist die Dache schon wieder vergessen. So widme ich dieser Aufnahme von 2009 einen Fixplatz in diesem Thread.
Auffällig ist der Schwung und die Musizierfreude des Ensembles, sowie die optimale Balance zwischen analytisch raffiniert und saftig bodenständig. das Pendel schlägt IMO nach keiner der beiden Seiten aus- Die Aufnahme entstand noch in der Originalbesetzung mit Markus Huber an der Viola, der das Ensemble ein Jahr später verlassen hat.
Bedauerlicherweise - aber auch verständlicherweise wird in solchen Fällen der Grund des Ausscheidens verschwiegen, ja eigentlich -wenn man nicht genau recherchiert - der Interpretenwechsel überhaupt. Solch ein Wechsel ändert oft den Gesamteindruck eines Quartetts. Darüber spricht man aber ungern, sondern listet gerne die erfolgreichen Aufnahmen der Vergangenheit - so als ob nichts gewesen wäre.
Auffällig und bedauerlich zugleich finde ich die karge Diskographie des Ensembles nach 15 Jahren Aktivität
Immerhin - diese Aufnahme ist eine Sternstunde der Haydn Streichquartett-Diskographie (auch von der Aufnahmetechnik her)

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

lutgra

Prägender Forenuser

  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 5 143

Registrierungsdatum: 9. April 2013

189

Sonntag, 11. März 2018, 18:02

Auffällig und bedauerlich zugleich finde ich die karge Diskographie des Ensembles nach 15 Jahren Aktivität
Immerhin - diese Aufnahme ist eine Sternstunde der Haydn Streichquartett-Diskographie (auch von der Aufnahmetechnik her)

Wer im Südwesten der Republik (der deutschen) wohnt, kann die Minettis am Dienstag, den 20.03.18 in Heidelberg hören, u.a. mit Haydns op 33,2. Außerdem gibt es Schostakowitsch 7 und Schuberts letztes. Ich will mal schauen, ob ich es schaffe hinzugehen.

Don_Gaiferos

Prägender Forenuser

  • »Don_Gaiferos« ist männlich

Beiträge: 1 276

Registrierungsdatum: 4. Juni 2013

190

Sonntag, 11. März 2018, 18:11

Ein entsprechendes Interview, bezugnehmend auf das von lutgra genannte Programm, lässt sich hier nachhören (auf Englisch):


Zurzeit sind neben Ihnen 2 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

2 Besucher