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  • »richard logiewa« ist männlich
  • »richard logiewa« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 156

Registrierungsdatum: 8. Dezember 2005

1

Sonntag, 6. August 2006, 21:34

Korngold: Die tote Stadt

Erich Wolfgang Korngold: Die Tote Stadt
Ich denke, diese Oper hat einen Thread verdient und ich habe keinen dazu gefunden also mache ich selber einen auf.

Korngold schrieb diese, am 4. Dezember 1920 uraugeführte Oper in 3 Bildern, bereits mit 23 Jahren.

Eine Premierenkritik aus Wien vom Jahre 1921: "Mit 23 Jahren hat Erich Wolfgang Korngold den Rückhalt einer unbegrenzten und märchenhaften Begabung, verbunden mit einer Unbefangenheit der Originalität. Seit Musik zum ersten Mal für ein Theater geschrieben wurde, hat es noch nie einen Komponisten gegeben, der in so einem jungen Alter so viel erreichte. Ein jugendlicher Sturm bricht über uns herein [...] "

Der Text stammt von seinem Vater Julius Korngold.


Die Personen:
Paul - Tenor
Marietta, (Tänzerin), die Erscheinung Mariens (Pauls verstorbener Gattin) - Sopran
Frank, Pauls Freund - Bariton
Brigitta (bei Paul) - Alt
Juliette (Tänzerin) - Soprano
Lucienne (Tänzerin) - Mezzosopran
Gaston (Tänzer) - stumme Rolle (Komparse)
Victorin (der Regisseur) - Tenor
Fritz, der Pierrot - Bariton
Graf Albert - Tenor


Was haltet ihr von dieser Oper?
Was generell von Korngold?
Schon in der Oper gesehen?

Ich besitze folgende Aufnahme, die mir sehr gut gefällt(jedoch habe ich auch nur diese eine gehört):


Mfg Richard

ulfk179

Schüler

  • »ulfk179« ist männlich

Beiträge: 148

Registrierungsdatum: 1. April 2006

2

Sonntag, 6. August 2006, 21:50

Eine spannende Oper mit einem interessanten Klangbild: eine spätromantischer Klangteppich, ein paar expressionistische Ausbrüche garniert mit zwei herrlichen "Schlagern": "Glück, das mir verblieb" sowie "Mein Sehnen, mein Wähnen".
Ich habe die Oper einmal in meiner Heimatstadt Ulm gesehen, Robert Künzli sang damals den Paul. Die Oper hat mich als Teenager damals auch wegen der Thematik bedeutend mehr beeindruckt als z.B. Mozarts Werke.
Als Aufnahme besitze ich die Live-Aufnahme (Orfeo) mit Torsten Kerl, Angela Denoke und Bo Skovhus von den Salzburger Festspielen - gefällt mir ausgesprochen gut !

Uwe Schoof

Prägender Forenuser

  • »Uwe Schoof« ist männlich

Beiträge: 1 570

Registrierungsdatum: 11. Dezember 2005

3

Sonntag, 6. August 2006, 22:24

Es muss vor ungefähr 20 Jahren gewesen sein, als ich in Düsseldorf der Aufführung dieser Oper beigewohnt habe. Damals war ich so begeistert oder fasziniert, dass ich während der nächsten 2 Wochen noch zwei Vorstellungen der "Toten Stadt" besucht habe.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich weiß, dass dies meine erste Live-Oper des 20.ten Jahrhunderts gewesen ist und ich der Atmosphäre dieser Oper erlegen war. Ich will es nicht beschwören, aber ich glaube, noch einige Melodien der Marietta im Ohr zu haben.

Der durch diesen Thread angestoßene nachträgliche Rückblick auf diese für mich intensiven Opernbesuche löst bei mir eine eigenartige emotionale Spannung aus, wie auch der Name der Stadt "Brügge", in der die Oper spielt. Das war eine Atmosphäre und auch ein Thema, das mir persönlich so sehr ansprach und mitnahm, wie dies bis dahin bei keiner der klassischen nd auch romantischen Opern gewesen ist.

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

4

Montag, 7. August 2006, 15:37

RE: Korngold: Die tote Stadt

Zitat

Original von richard logiewa
[
Der Text stammt von seinem Vater Julius Korngold.

der sich das schöne Pseudonym "Paul Schott" zulegte.



Zitat


Was haltet ihr von dieser Oper?
Was generell von Korngold?
Schon in der Oper gesehen?


mit freundlichen Grüßen Richard


Ich sah vorletztes Jahr die ausgezeichnete Salzburger Aufführung, die ja dann auch nach Wien ging ; außerdem kennt der eine oder andere vielleicht das Video von Götz Friedrichs Berliner Produktion.
Das Stück gehört zu den avanciertesten seiner Zeit: seine Psychologie und seine Erzähltechnik nehmen Methoden des Films wieder auf, die erst lange später aktuell wurden. Ob Hitchcock sich mit "Vertigo" bewußt bedient hat, ist natürlich die Frage ; aber sein Komponist Bernard Hermann war meines Wissens Korngoldschüler, und die Vorlageautoren Boileau und Narcejac dürften zumindest die literarische Umsetzung von Georges Rodenbach gekannt haben. Paul: ein Mann zwischen Gegenwart und Vergangenheit, in einer Obsession gefangen, der sich selbst in seiner "Kirche des Gewesenen" einschließt, eine ausgesprochen moderne Figur. Die Musik weist gegenüber Schrekers gleichzeitigen Werken den Vorteil auf, daß der Komponist in der Lage ist, "Schlager" zu komponieren und eine immense sinnliche Wirkung zu erzielen. Er hatte leider das Unglück, emigrieren zu müssen und später primär als Filmkomponist wahrgenommen zu werden (wobei er dieses Genre vor allem im Bereich der symphonischen Filmmusik mit neu erschuf - John Williams' Star Wars-Thema beinhaltet ein explizites und als Hommage gemeintes Korngoldzitat). Das Stück lohnt jede Mühe (genauso wie man das "Wunder de Heliane" wieder einmal versuchen sollte) ; vielleicht interessiert sich Nagano mehr dafür als seine Vorgänger...

Alviano

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5

Freitag, 11. August 2006, 20:50

RE: Korngold: Die tote Stadt

Hallo,

Korngolds "tote Stadt" habe ich wohl das erste Mal im Fernsehen gesehen, mit James King und Karen Armstrong. Mir hat das Sujet damals sehr gut gefallen, dieses Düstere und mehr an die Psyche rührende - gepaart mit der spätromatischen, oft wuchtig aufgehenden Musik.

Später kaufte ich mir dann die CDs von Leinsdorf (ein irrer Dirigent - ich habe ihn in Wien noch "Elektra" dirigierent erlebt) - toller Orchesterklang, ich finde auch, dass sich Kollo wacker mit dieser doch schwierigen Partie schlägt - allein Carol Neblett ist überhaupt nicht mein Fall.

Die wohl spannenste Inszenierung des Stückes ist mir entgangen: In Düsseldorf hat Günther - jetzt fällt mir der Nachname nicht ein, sowas - genau diese Verbindung zu "Vertico" von Hitchcock gezeigt - mit Richard Versalle (alternierend William Cochran) als Antiheld Paul.

Das erste Mal auf der Bühne habe ich die "Tote Stadt" dann in Bremen gesehen - in einer sehenswerten Inszenierung von Tilman Knabe mit einem aus dem Ensemble herausragenden Klaus-Florian Vogt als Paul.

In Wiesbaden dann fand ich die Inszenierung von Dominik Neuner schwächer, aber auch hier konnte ein guter Paul (Hubert Delamboye) aufgeboten werden,

Die Salzburger Aufführung kenne ich nur von Bildern - aber den Mitschnitt besitze ich - mir fehlt da zu viel - und, mit Verlaub - Torsten Kerl hat mir zuviel weggelassen...

Doch, ich finde solche Stücke wie die "tote Stadt" sehr bühnentauglich und eine echte Bereicherung unseres manchmal etwas schmalen Repertoires.

Gruss
Alles was ist, endet

Alviano

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6

Freitag, 11. August 2006, 20:52

RE: Korngold: Die tote Stadt

Jetzt fällt´s mir ein: Krämer, Günther Krämer heisst der Regisseur
Alles was ist, endet

Edwin Baumgartner

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7

Freitag, 11. August 2006, 22:38

Hallo Alviano!
Waren die von Dir genannten Live-Aufführungen komplett?
Auf CD sind jedenfalls alle in der Rolle des Paul gekürzt, außer Leinsdorf, der mit Kollo den einzigen Sänger hatte, der diese Partie zum Zeitpunkt der Aufnahme schaffen konnte.
Bei der früheren Wiener Inszenierung (Götz Friedrich) war James King zuliebe nicht nur ein großer Teil des Beghinen-Umzugs gestrichen - hat dennoch nichts genützt, King ist bei der Premiere jämmerlich eingegangen, hat ein Buh-Konzert kassiert und alle anderen Aufführungen abgesagt. Der damals ganz junge Thomas Moser ist eingesprungen - und hat die Rolle mühelos bewältigt. Aber eben die gekürzte Rolle.
Und als Marie/Marietta sang Karen Armstrong penetrant neben den Noten. Wer das gehört hat, lernt die Neblett schätzen...
:hello:
...

Alviano

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8

Samstag, 12. August 2006, 12:01

Hallo Edwin,

vielen Dank für Deine Anmerkungen. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Wiesbadener Aufführung ungekürzt, die in Bremen auf keinen Fall.

Genau, finde ich auch, Kollo macht das wirklich - wenn auch nicht unangestrengt - sehr gut. James King habe ich in seinen späten Jahren zweimal live gehört, einmal als Aegisth in Wien und dann als Florestan in Wiesbaden. Der Florestan war ganz schlimm. Trotzdem: auch wenn der Tenor immer irgendwie klang, als hätte er Schnupfen - ich möchte auf seinen Lohengrin, Parsifal und Siegmund nicht verzichten. Und: sein Samson oder Pinkerton ist des Kennelernens wert.

Karen Armstrong, ja, was soll ich da sagen...? Wäre uns diese Sängerin bekannt, wenn sie nicht die Ehefrau von Götz Friedrich wäre? Gewiss: bei der direkten Auswahl zwischen nur zwei Stimmen: ich würde wohl auch lieber Neblett nehmen :o).

Bei Torsten Kerl (wie gesagt, ich kenne nur die Rundfunkaufnahme, nicht die CDs) hatte ich mehr erwartet - und war dann schon etwas entäuscht, vielleicht das falsche Fach.

Zum Schluss: es gibt ja noch die schwedische Aufnahme unter Segerstam, die kenne ich nicht und die Münchener Rundfunkaufnahme mit Carl Friedrich und Maud Cunitz. Friedrich finde ich von der Stimme her interessant, aber: auch er spart, wo er wohl muss.

Gruss aus Hessen
Alles was ist, endet

Misha

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9

Samstag, 12. August 2006, 13:45

Ausser der Aufnahme unter Leinsdorf habe ich noch die unter Lehmann von 1952:



Eine Alternative für die, die Kollo und/oder Prey nicht mögen ;)

Insgesamt gewichtiger und "schwerblütiger" als Leinsdorf, dem sujet durchaus angemessen. Ordentliche Klangqualität und preiswert. Cunitz ist wesentlich idiomatischer als Neblett, Friedrich hat anders als Kollo ein eher baritonales Timbre.
Leider habe ich das Stück noch nie auf der Bühne gesehen. Bei der Gelegenheit: Auch Korngolds Symphonie in Fis und die "Sechs einfachen Lieder" kann ich nur empfehlen, Hendricks ist allerdings Geschmackssache....
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

Theophilus

Administrator

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Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

10

Samstag, 12. August 2006, 14:05

Hallo

Zitat

Leider habe ich das Stück noch nie auf der Bühne gesehen.

Dem kann immerhin virtuell abgeholfen werden. Die folgende Aufnahme ist wirklich sehenswert:


Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Edwin Baumgartner

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11

Samstag, 12. August 2006, 19:52

Hallo Misha,

Zitat

Eine Alternative für die, die Kollo und/oder Prey nicht mögen


Aber leider keine, die das Werk ungekürzt hören wollen. Ich habe sie nur einmal durchgehört und glaube mich, an Striche in der Rolle des Paul erinnern zu können - oder kannst Du das als falsche Erinnerung entlarven?

:hello:
...

Carl

Anfänger

  • »Carl« ist männlich

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Registrierungsdatum: 22. April 2006

12

Montag, 11. September 2006, 03:44

RE: Korngold: Die tote Stadt

Ein freundliches "Hallo" in die Runde werf'

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zwar schon ein dutzendmal an dieser CD
vorbeigeschlendert bin, jedoch noch nie reingehört habe. Dank diesem Thread und u.a.
Alviano's ausführlicher Beschreibung habe ich mal bei Amazon reingehört und mich für die
Leinsdorf-Aufnahme der RCA entschieden. Eigentlich habe ich mein Budget für diesen
Monat längstens überschritten, doch da es ja für einen guten Zweck ist und auch meine
Hörer von den 'über Bord geworfenen Vorsätzen' profitieren... ab zum Bestellformular...

Danke für die wertvollen Tipps in diesem Forum, schon wieder eine CD auf dessen Erhalt
man sich freuen kann...

Liebe Grüsse, Carl
Our cultural heritage belongs to all of us, that's why we must preserve it
Unser Kulturgut gehört uns allen, deshalb müssen wir es bewahren
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gyokusai

Fortgeschrittener

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13

Donnerstag, 29. März 2007, 02:46

Zitat

Original von Uwe Schoof
Es muss vor ungefähr 20 Jahren gewesen sein, als ich in Düsseldorf der Aufführung dieser Oper beigewohnt habe. Damals war ich so begeistert oder fasziniert, dass ich während der nächsten 2 Wochen noch zwei Vorstellungen der "Toten Stadt" besucht habe.


Waah ist das schon wirklich 20 Jahre her?!? Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Inszenierung (die ich zweimal besuchte). War meine erste Berühung mit Korngold, der sich damit sofort für meinen persönlichen Komponistenolymp qualifizierte, und die Inszenierung war auch sagenhaft und um Lichtjahre aufregender als alles, was in etlichen Spielzeiten zuvor auf der Düsseldorfer Bühne vorgefallen war. Moment, war das nicht sogar die erste, oder eine der ersten, Inszenierungen unter dem damals brandneuen Intendanten Kurt Horres? Huch, ja das sind ja wirklich 20 Jahre :faint:

Wie ich sehe, scheint es nur drei oder vier Aufnahmen zu geben? Kollo/Prey kommt für mich nicht in Frage (selbst wenn sie wirklich mal den Eindruck machten sollten, als wüßten sie, was sie da gerade singen, wären meine Aversionen leider übermächtig). Blieben die bereits erwähnte Walhalla-Produktion, deren Vollständigkeit nicht ganz klar scheint, die Live-Aufnahme aus Stockholm von Naxos, die nicht so richtig doll sein soll und schließlich die 2004er Aufnahme von den Salzburger Festspielen mit den Wienern unter Runnicles, die mir noch am vielversprechendsten erscheint.

Kann jemand Empfehlungen aussprechen? Die tote Stadt gehört einfach in jeden halbwegs morbid ambitionierten Haushalt, wie ich finde. 8)

^_^J.
Ich habe genug.

heldenbariton

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14

Donnerstag, 29. März 2007, 07:03

Ich erinnere mich an die Aufführungen in der DOB, die ich 1983/84 besucht habe. Mein damaliger Eindruck von Armstrong und King war im großen und ganzen eher positiv; ist halt lang her.
Die Leinsdorf-Aufnahme höre ich immer wieder gern.

:hello:Heldenbariton
Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
GB

Knusperhexe

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15

Donnerstag, 29. März 2007, 09:21

In Köln haben sie's vor ca. 10 Jahren gegeben. Leider war's alles zu sehr an Hitchcock's Vertigo orientiert. Wir fanden's langweilig. Die oben empfohlene DVD vermittelt mehr Atmosphäre.
:hello:
Christoph
Regietheater? Nein, danke!

Liebestraum

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16

Donnerstag, 29. März 2007, 10:07

Hallo Heldenbariton,

in den 90er Jahren gab es eine Wiederaufnahme dieser Inszenierung mit Kollo. Hast du die auch gesehen?



Herzliche Grüße
von LT :hello:
Arm bin ich auf die Welt gekommen,
alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
---
Beharrlichkeit führt zum Ziel!
---
Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
---
... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
---
Soli deo gloria
(CMvW -- Carl Maria von Weber)

Edwin Baumgartner

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17

Donnerstag, 29. März 2007, 10:14

Zitat

Ich erinnere mich an die Aufführungen in der DOB, die ich 1983/84 besucht habe. Mein damaliger Eindruck von Armstrong und King war im großen und ganzen eher positiv;


Diese Aufführung wurde danach an die Wiener Staatsoper transferiert, wo ich sie sah - und geschockt war. Ich kannte die (vorzügliche) Aufnahme mit Kollo. Und nun plärrte, brüllte und schrie sich James King die Seele aus dem Leib. Er sang, obwohl nahezu alle anspruchsvollen und exponierten Stellen für den Tenor gestrichen waren, so grauenhaft, daß es mit einem Buh-Konzert sonder gleichen quittiert wurde. King sagte ab - und der damals blutjunge Thomas Moser sprang ein und meisterte seinen rudimentären Part mühelos.
Und die Armstrong sang meiner Erinnerung nach so falsch, wie man es von ihr gewohnt war.
:hello:
...

heldenbariton

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Registrierungsdatum: 4. April 2005

18

Donnerstag, 29. März 2007, 10:47

Hallo Liebestraum,

die Aufführung mit Kollo habe ich nicht gesehen.

:hello:Heldenbariton
Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
GB

Johannes_Krakhofer

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19

Montag, 2. April 2007, 19:08

Hallo!!

Kennt vielleicht jemand diese Aufnahme:???


Habe an der Oper vor längerer Zeit schon Interesse gezeigt, doch es ist nie zu einer Anschaffung gekommen und das Interesse ließ nach!

Nun ist mein Interesse wieder geweckt und wollte nun wissen, ob sie zu empfehlen ist!

Danke im Voraus!!

LG Joschi
Den Mozart und den Wagner hör´ich gerne, wenn ich jausen
nur beim Herrn Stockhausen kriegt mein Hamster Ohrensausen

(Erste Allgemeine Verunsicherung)

gyokusai

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Beiträge: 286

Registrierungsdatum: 19. März 2007

20

Dienstag, 3. April 2007, 02:26

Hallo Joschi —

diese Aufnahme kenne ich leider auch nicht (siehe mein Beitrag weiter oben), aber die Kritiken, die sich so im Netz finden lassen (deutsche und englische) sind leider nicht sehr erhebend.

LiGr,
^_^J.

p.s. Solltest Du ein Kollo/Prey-Fan sein: ich schäme mich längst (zumindest ein bißchen) für den Seitenhieb in meinem Beitrag. Vor ca. 100 Jahren habe ich im Fernsehen mal ein Interview mit Kollo gesehen, wo er das — nicht mit diesen Worten, aber sinngemäß — tatsächlich selbst über sich und seine Art, Gesangsrollen anzugehen, sagte, und das hat mich echt geschockt. (Naja und mit Prey haben ja viele ein Problem. Da habe ich mich früher schon mit meinem Vater gefetzt :motz:.) ;)
Ich habe genug.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »gyokusai« (3. April 2007, 02:26)


Johannes_Krakhofer

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21

Dienstag, 3. April 2007, 08:27

Hallo!!

Kollo kenne ich zuwenig, um wirklich was sagen zu können!!

Aber Hermann Prey gehört zu meinen Lieblingssängern, vor allem im Mozart und Rossinifach. auch bei Operetten ist er sehr zu empfehlen!!!

Aber von der Aufnahme, die hier besprochen wurde, habe ichnoch nie was gehört!! :stumm:

LG joschi
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22

Montag, 31. März 2008, 23:00

Ich habe am Wochenende ein Konzert mit Werken von Korngold und Schreker (u.a.) gehört. Dort konnte man dem Programmheft entnehmen, dass Korngolds Oper auf dem Roman "Das tote Brügge" des belgischen Symbolisten G. RODENBACH zurückgeht, der auch andere Künstler zu Werken inspiriert hat, z.B. E. SCHIELE zu mehreren Gemälden "Die tote Stadt"







Für mich war das neu, ich hoffe diese Information ist hier an der richtigen Stelle.

Gruß pt_concours
Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

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Registrierungsdatum: 6. August 2007

23

Dienstag, 1. April 2008, 00:07

guten Abend ;)

...ist zwar Monate/Jahre her, dass hier 2, 3mal die Krämer-Inszenierung an der Rheinoper erwähnt worden ist
- der Vollständigkeit halber seien hier aber noch (hab den Thread eben erst entdeckt)
die 2 mir noch präsenten Beteiligten der späteren Duisburger Premiere (mit mir im Publikum :P) genannt:

MARIO BRELL war Paul - und CYNTHIA MAKRIS war Marietta
YEPP - schön war`s :yes: :yes:

Licht aus und Tschüssss ;)
micha


EDIT 10.25

Es war damals - ich weiss es noch recht genau: Exakt die Zeit, in der ich als Operngeher quasi erwachsen geworden bin :yes: -
die 1. (2.?) von insgesamt 4 Krämer-Arbeiten für die Rheinoper...
Und auch bei 2 der 3 anderen
("Macbeth", d.h. ich nenn ihn eigentlich "Macbetto", und den "Gezeichneten" (Schrecker))
sass ich im Duisburger Premierenpublikum...

Die "tote Stadt" fand ich da (und ich denke die meisten mit mir) überzeugender als diesen Skandal-Macbetto
(die D`dorfer Premiere soll kurz vor dem Abbruch gestanden haben / die Story in den Vietnam-Krieg zu verlegen mag ja beim Shakespeare-Stück ein überzeugendes Gegen-den-Strich-Bürsten sein - aber zus. mit Verdi-Musik ??),
...andrerseits weniger dicht und eindringlich als der legendäre Schreker (diesmal auch in Duisburg mit William Cochran (und Trudeliese Schmidt) - und dem stärksten Duisburger Premierenjubel, an den ich mich erinnern kann...)

Im 2. Korngold-Akt liess Krämer gleich ca. 20 "Marietta/Helene-Zwillinge" auflaufen - der damalige "Opernwelt"-Rezensent fands wohl unfreiwillig komisch (die würden ja allesamt wie die Schwestern von Heino aussehen, schrieb er recht wörtlich...)
Ich fands wohl damals der Musik durchaus angemessen !

Also in diesem Sinne...
(bei den Stichworten "Krämer" und "Rheinoper" werd ich regelrecht sentimental :P)

:hello:
Bleiben wir fragwürdig !

a.d.Grußwort d.Intendanten d."MainfrankenTheaters" zur akt.Spielzeit

oper337

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24

Sonntag, 6. April 2008, 16:30

Die tote Stadt

mitz einem Opernschlager "Glück, das mir verblieb",

das hat man doch immer im Ohr, zumindest mir geht es so.

Ich brauche nur den Text zu lesen und habe diese Oper vor mir, in Wien war einmal eine sehr gute Inszenierung an der Volksoper und eine etwas schlechtere an der Staatsoper.

Schönen Sonntag noch, Euer Peter aus Wien

Misha

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25

Donnerstag, 19. Juni 2008, 15:12

Zitat

.... Ich kannte die (vorzügliche) Aufnahme mit Kollo. Und nun plärrte, brüllte und schrie sich James King die Seele aus dem Leib. Er sang, obwohl nahezu alle anspruchsvollen und exponierten Stellen für den Tenor gestrichen waren, so grauenhaft, daß es mit einem Buh-Konzert sonder gleichen quittiert wurde....
Und die Armstrong sang meiner Erinnerung nach so falsch, wie man es von ihr gewohnt war.
:hello:


Das kann man sich übrigens bei YouTube antun (eine gewisse psychische Indolenz vorausgesetzt :D ).
"http://de.youtube.com/watch?v=UtCJcjAJZRg
"http://de.youtube.com/watch?v=TxWZIoU4KPc&amp

Meine Lieblingsaufnahme der beiden Ausschnitte ist die von Richard Tauber (Mariettas Lied mit Lotte Lehman). Herausragend gesungen.
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

26

Donnerstag, 19. Juni 2008, 15:43

Das Werk wird kommende Saison im bayerischen Raum gleich zweimal zu sehen sein: einmal in Nürnberg und einmal ind Landshut/Passau.

oper337

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27

Donnerstag, 19. Juni 2008, 18:11

RE: Korngold: Die tote Stadt

Lieber Richard!

Ich denke es ist ohnedies eine der besten Gesamtaufnahmen der "Toten Stadt".

Ich habe noch die 3er LP Gesamtaufnahme, Besetzung hast ja Du ja angegeben.

Ich habe nur bei Bekannten, einmal einen Querschnitt gesehen, mit Rudolf Schock und Melitta Muszely, gesehen.

Das ist aber auch schon Jahre her, und die spielten mir nur den "Hauptschlager" dieser Oper vor,

"Glück, das mir verblieb" ist einer der Hauptschlager / Ohrwürmer, der Oper des 20.Jahrhunderts geworden, und das soll Erich Wolfgang Korngold Einer nachmachen.


Liebe Grüße Peter, aus Wien

Jacques Rideamus

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28

Freitag, 7. November 2008, 17:43

RE: Korngold: Die tote Stadt

Im Lösungsthread zum Rätsel um geistliche Würdenträger wurde eine interessante Diskussion zu DIE TOTE STADT angestoßen, die ich hierher kopiert habe, damit sie hier weiter gehen kann, wo sie hin gehört. J. R. II

Zitat

von Alviano
In Brügge, einer düsteren, verfallenden und toten Stadt lebt Paul. Ihm ist kürzlich seine über alles geliebte Frau Marie gestorben und Paul hat in seinem Haus ein Zimmer für sie eingerichtet, den sogenannten „Tempel der Erinnerungen“. Neben vielen Andenken, den Möbeln und Fotos von Marie bewahrt Paul hier auch in einer Glasvitrine einen blonden Zopf seiner verstorbenen Frau auf.

Pauls Freund Frank ist in Brügge eingetroffen und Paul berichtet diesem, dass er eine fremde Frau getroffen habe, die Marie zum Verwechseln ähnlich sehen würde. Diese hat Paul eingeladen, ihn zu besuchen – er will mit ihr in den „Tempel der Erinnerungen“ gehen, um so seine Tote vielleicht wieder zum Leben erwecken zu können.

Die Fremde, Marietta – sie ist eine Tänzerin aus Lille –, hat die Einladung tatsächlich angenommen. Zufällig verfängt sich Marietta in einem Vorhang, das ein Potrait von Marie verbirgt und stellt ihre enorme Ähnlichkeit mit der auf dem Gemälde abgebildeten Frau fest. Doch Marietta kann nicht bleiben, sie muss zu einer Theaterprobe. In einer Aufführung von Meyerbeers „Robert le Diable“ spielt sie die Hélène.

Paul bleibt verwirrt zurück, er begehrt die Fremde und fühlt sich doch Marie gegenüber zur Treue verpflichtet. Da beginnt das Potrait der toten Gattin zu leben. Marie selbst spricht zu Paul, fordert ihn auf, zu Marietta zu gehen und Paul sieht plötzlich nicht mehr Marie, sondern die wild tanzende Marietta vor sich.

Während schon der Beginn der Oper zwischen Realität und Traum angesiedelt war, setzt sich diese Verwischung der Wahrnehmungsebenen im 2. Akt, der einige Wochen später spielt, fort.

In einer tiefen Nacht steht Paul vor dem Haus Mariettas. Er hat die Seele seiner toten Frau gesucht und ist in körperlichem Begehren zu einer lebendigen entflammt.

Seine Haushälterin, Brigitta, kommt in Novizinnentracht vorbei, sie hat Paul wegen seiner Untreue Marie gegenüber verlassen. Sein Freund Frank erscheint, auch er begehrt Marietta und besitzt einen Schlüssel zu deren Haus. Paul nimmt ihm diesen Schlüssel ab und kündigt Frank die Freundschaft auf.

Plötzlich taucht Marietta mit ihrer Theatergruppe auf. Paul versteckt sich und erlebt, wie die Wiederauferstehungsszene aus „Robert le Diable“ nachgespielt wird. Paul stürzt entsetzt aus seinem Versteck, ist doch eine Wiederauferstehung für ihn etwas heiliges und Marietta für ihn nichts anderes als die Reinkarnation von Marie. Marietta schickt die Freunde fort, spielt alle ihre verführerischen Möglichkeiten aus und zieht Paul in sein Haus fort, um dort den Geist der Rivalin ein und für allemal zu vertreiben.

Am nächsten Morgen steht Marietta triumphierend vor dem Potrait der Marie im „Tempel der Erinnerungen“. Vom Fenster aus will sie gemeinsam mit Paul die grosse Prozession verfolgen. Ein Streit bricht zwischen Paul und Marietta aus. Sie macht sich über Pauls Religiosität lustig, er wird einmal mehr von ihrer erotischen Ausstrahlung angezogen und doch zugleich auch abgestossen. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung entnimmt Marietta der Glasvitrine den Zopf von Marie und Paul erwürgt Marietta mit diesem Zopf. Nun ist sie ganz so, wie seine verstorbene Frau gewesen ist.

Paul findet sich in seinem Sessel wieder, das Zimmer ist völlig unverändert, der Zopf liegt in seiner Vitrine. Seine Haushälterin Brigitta meldet, dass die Dame, die zu Besuch war, nochmals zurückgekommen sei. Marietta tritt ein, sie hat den Regenschirm und die Blumen vergessen. In der Tür begegnet Marietta beim gehen Frank. Der schaut ihr nach und fragt Paul, ob das diejenige war, von der ihm der Freund gesprochen habe. Paul bejaht, aber er weiss, das er sie nicht wiedersehen wird. Paul wird die Stadt Brügge verlassen.

Am 04.12.1920 wurde die Oper „Die tote Stadt“ des damals gerade mal 23-jährigen Komponisten Erich-Wolfgang Korngold gleichzeitig in Hamburg und Köln uraufgeführt. Sein Vater, Julius Korngold, hat ihm nach dem Roman „Bruges la Morte“ des belgischen Symbolisten Georges Rodenbach unter dem Pseudonym Paul Schott das Libretto eingerichtet und Korngold erweist sich hier als Komponist von grossem Ausdrucksvermögen, der erstaunlich souverän mit der orchestralen Farbpalette zu spielen versteht. Wer nur das berühmte „Glück, das mir verblieb“ kennt, wird erstaunt sein über die oszillierende Klangpracht oder über die angeschärften Eruptionen des Orchestertuttis.

Korngold wurde am 29.05.1897 in Brünn geboren und galt als Wunderkind. Der ehrgeizige Vater Julius, ein bekannter Kritiker, tat das seine dazu, den Sohn dazu zu machen. Unterricht erhielt Korngold u. a. von Robert Fuchs und später von Alexander von Zemlinsky. Eine erste Oper schrieb Korngold mit 20 Jahren, „Der Ring des Polykrates“, da hatte er aber schon etliche andere Werke geschrieben und aufgeführt. Es war eine glänzende Karriere, die da ablief, und das, obwohl sich Korngold neueren Tönen verschloss. Seine Musik war an der Spätromantik orientiert und führte diese vielleicht zu einem letzten Höhepunkt.

Die Karriere des jüdischen Komponisten Korngold brach in Deutschland und Österreich durch die „Machtübernahme“ der Nazis jäh ab. 1934 arbeitete Korngold erstmals für einen Film in den USA und in dieses Land emigrierte er auch wenige Zeit später mit seiner Familie. Erich-Wolfgang Korngold wurde dort ein vielbeschäftigter und hochdekorierter Filmkomponist.

Nach dem Krieg besuchte Korngold wenige Male seine alte Heimat Österreich, kehrte aber immer wieder in die USA zurück, wo er allerdings mit zunehmendem Alter genauso vergessen wurde, wie dies in Europa geschah. Korngold starb am 29.11.1957 in Los Angeles.



Erich Leinsdorf erweist sich in dieser Aufnahme des Bayerischen Rundfunks als absoluter Klangmagier, der die orchestralen Höhepunkte bis an ihre Grenzen auszureizen versteht und René Kollo als Paul wirft sich mit einer bewundernswerten Vehemenz in seine Rolle – manchmal angestrengt und in der Höhe nicht völlig frei, aber nie die Gesangslinie verlassend, das ist beeindruckend. Carol Neblett, Benjamin Luxon und Hermann Prey sind die anderen Sänger/innen der Hauptpartien.


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von Jacques Rideamus
Hier musste ich ziemlich lange rätseln, obwohl ich die gefragte Szene kannte. Ich hielt sie nämlich für einen nicht unbedingt im Libretto vorgesehenen Einfall der Regisseurin Inga Levant dieser sehenswerten Aufführung der Strasburger Oper:



Musikalisch ist sie durchwachsen, was nicht an Angela Denoke und auch nicht wirklich an dem Dirigat John Latham-Königs liegt, aber für eine Detailkritik ist es zu lange her, dass ich sie sah.

Wirklich geschmissen hat mich trotz Armins sehr gutem Tipp in Richtung Hitchcock - gemeint war wohl dessen Film VERTIGO - AUS DEM REICH DER TOTEN, in dem es ebenfalls um eine "Reinkarnation" geht -, ein nur der Absicht nach hilfreicher Hinweis auf einen bekannten Tenorschlager, denn "Glück, das mir verblieb" ist für mich eher ein Duett, das auch bezeichnenderweise (und sehr schön gesungen) auf einer Arienplatte von Renée Fleming enthalten ist.
...

Kennen und schätzen gelernt habe auch ich das Werk in der von Alviano vorgestellten Aufnahme unter Erich Leinsdorf, aber auch die Naxos-Einspielung der schwedischen Oper unter Leif Segerstam hat große Meriten. Weder Thomas Sunnegardh als Paul noch Katarina Dalayman als Marietta bzw. Marie müssen sich vor den mir bekannten Konkurrenten verstecken. Wer das Werk also noch nicht kennt und sicherheitshalber nicht zu viel investieren möchte, ist mit dieser Aufnahme gut beraten und bekommt trotz des günstigen Preises sogar noch ein kleines Beiheft mit Libretto dazu.


:hello: Jacques Rideamus


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von Fairy Queen

Für mich waren all diese Opern nur durch die gut placierten Tipps und meine Assoziationen dazu zu raten, denn ich kenne sie nicht vom eigenen Hören.

"Glück das mir verblieb" brachte mich sowohl als Tenorarie als auch Duett leider lange auf die falsche Spur. In meinen Noten steht das nämlich als Sopran-Arie und ich habe auch Aufnahmen davon auf Ariensamplern -als Solo-Sopran-Arie gesungen. Da hat mir nur der Hinweis auf Maeterlinks "Bruges la morte", die tote Stadt, das Venedig des Nordens geholfen .

Die Stadt ist übrigens gar nicht tot, sondern eine Touri-Hochburg, was man angescihts ihrer Schönheit bestens nachvollziehen kann.

Allerdings würde ich für Insider als anternative GENT empfehlen, besonders im Winter und wenn es dunkel ist. Märchenhaft bzw "féerique" und viel bessere und preiswertere Restaurants als in Brügge, eine sehr originelle Kunst- und Modeszene , ausserdem ein Opernahus, Philippe Herreweghe etc etc.....

:hello: F.Q.


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von Jacques Rideamus

Mit dem "Glück"-Stück ist das so eine Sache: Es wird erstmals von Marietta angestimmt. Dann fällt Paul ein mit "Fürwahr, ein traurig Lied". Dann stellt sich heraus, dass er es auch kennt, und beide singen die zweite Strophe, "Naht auch Sorge trüb". Am Schluss singt der von seinen Fantasien verlassene Paul es noch einmal alleine. Es stimmen also alle drei Erinnerungen. Schon der junge Korngold wusste also recht gut, was er an dem Einfall hatte. Ich weiß nicht, ob Korngold selbst es war, der daraus eine Konzertfassung für Sopran gemacht hat, wie sie zum Beispiel auf diesem sehr schönen Ariensampler von Renée Fleming gesungen wird, auf den ich mich oben bezog:



Wer übrigens das trotz intensivem Tourismus, der manchmal Salzburger Dimensionen annimmt, sehr schöne, heutige Brügge im Film sehen will, der kann das ab Anfang Dezember in diesem herrlich morbiden Thriller von Martin McDonagh mit Colin Farrell und Ralph Fiennes tun, der bei uns leider und sehr zu Unrecht im Kino durchfiel:



:hello: Jacques Rideamus


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von Alviano

Die anspruchsvolle Tenorpartie des Paul hat zwar viele - auch längere - Solopassagen zu singen, aber eine "richtige" Arie gibt es in der Oper für ihn nicht. Das Lied "Glück, das mir verblieb" bietet sich als Auskopplung natürlich an, weil das sowohl der Sopran, als auch der Tenor gut alleine singen kann.

Ein berühmter Rollenvertreter, von dem nicht nur aber auch, das "Glück, das mir verblieb" vorliegt, war Richard Tauber, der auch für die Schallplatte diese kleine Arie als Solostück aufgezeichnet hat.

Ein wenig rührselig wirkt auf mich die Repetition des Liedes am Ende der Oper, wenn Paul endgültig von seiner Toten und deren Wiedergängerin Abschied genommen hat.

Ausser diesem "Schlager" gibt es noch ein Lied für Bariton aus dem 2. Akt, das es zu vergleichbarer Berühmtheit gebracht hat: "Mein Sehnen, mein Wähnen".

Die Beliebtheit, die Brügge als Touristenziel besitzt, hing zumindest in früheren Jahren auch mit dem "Bruges la Morte" von Georges Rodenbach zusammen (Maeterlinck war der mit Pelleas). Ich selbst kenne Brügge nicht, der Weg war mir bisher immer zu weit, aber immerhin habe ich im kleinen Belgien schon Antwerpen und Gent kennenlernen dürfen, in beiden Städten habe ich mich sehr wohlgefühlt.

Korngold ist in den letzten 20 Jahren als Opernkomponist wiederentdeckt worden - die "Tote Stadt" wurde häufig gespielt (u. a. auch in Düsseldorf in einer Inszenierung von Günter Krämer, der die Parallele zu Hitchcocks "Vertigo" in seine Inszenierung einbaute).

Aber auch andere Stücke von Erich-Wolfgang Korngold sind heute kein "weisser Fleck" im Repertoire mehr: "Der Ring des Polykrates", die "Violanta", die "Kathrin" oder "Das Wunder der Heliane" liegen auf CDs vor und das kleine Theater in St. Gallen nimmt in dieser "Saison
"Die stumme Serenade" in ihr Programm auf.


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von Guercoeur

Leider beschränkt sich das Wiederentdecken Korngolds ja fast ausschließlich auf den Tonträgerbereich. Auf den Opernbühnen kann ich diesen Trend nach wie vor nicht erkennen.
Dort findet sich ja nur gelegentlich 'Die tote Stadt' - die restlichen Opern werden leider kaum bis überhaupt nicht aufgeführt. Nur, um mich nicht falsch zu verstehen: 'Die tote Stadt' mit ihrem hypnotisierenden Klangzauber gehört zu meinen absoluten Favoriten, aber das völlige Ignorieren der Opernhäuser von Korngolds Meisterwerk 'Das Wunder der Heliane' ist für mich ein ständiges Ärgernis seit meinem ersten Kennenlernen der ersten Gesamtaufnahme (1992) unter Leitung von John Mauceri auf Decca.


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von Theophilus

Die tote Stadt leidet zweifellos am Besetzungsproblem. An die beiden Hauptdarsteller werden abnorme Anforderungen gestellt. Marietta kommt etwas leichter weg, für sie braucht man z.B. "nur" eine Salome, aber Paul muss an die zwei Stunden gegen das Riesenorchester ansingen. Das entspricht einer langen Wagner-Partie, aber mit der zusätzlichen Erschwernis, viel länger in hohen Lagen singen zu müssen. Wie sieht es da mit Das Wunder der Heliane aus? (Geddas laufen bekanntlich auch nicht in größerer Zahl durch die Gegend...)
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Harald Kral

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Freitag, 7. November 2008, 21:12

Stuttgart 2005 - ungekürzt

Wer die Oper ganz hören will, dem sei die folgende - konzertante - Aufnahme aus Stuttgart empfohlen:

Erich Wolfgang Korngold
DIE TOTE STADT

Oper in 3 Akten

Aufnahme: 23.4.2005, konzertant, Stuttgart
Spieldauer: 137'03 (vollständig)
Dirigent: Gabriel Feltz
Stuttgarter Philharmoniker
Philharmonia Chor Stuttgart, Kinderchor der Staatsoper Stuttgart
Chorleitung: Johannes Knecht

Albert: Bernhard Schneider
Birgitta: Anne Pellekoorne
Frank: Jochen Kupfer
Fritz: Jochen Kupfer
Juliette: Simina Ivan
Lucienne: Ausrine Stundyte
Marietta (Marie): Emily Magee
Paul: Norbert Schmittberg

LG

:hello:
Harald

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Michael Schlechtriem

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Freitag, 7. November 2008, 23:02

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Norbert Schmittberg

Ein Grund für mich, mir das nicht anzuhören.
Davon abgesehen wüßte ich jetzt sowieso nicht, wo ich das, anhand von Haralds Empfehlung, hören könnte. ?(

LG
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
Humphrey Bogarts letzte Worte.