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sagitt

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1

Montag, 22. November 2004, 15:08

Tripelkonzert - ein Nebenwerk Beethovens

Sagitt meint:

So steht es in den Beiheften und den Werkbeschreibungen. das Tripelkonzert, einen Nebenwerk, vor allem dem mäßig klavierspielenden Gönner, dem Erzherzog Rudolph in die Finger geschrieben. Wirklich gemocht wird es nicht. Wozu also ein eigener thread ?

Es ist nicht spannend zu lesen, wie das Konzert, wenn überhaupt gelingen kann und wie man daran scheitern kann ?

Ich finde ja, und zugleich finde ich das Rondo alla Polacca eines der stärkeren Beethovenstücke.

Es scheitern z.B. daran die drei russischen Größen Oistrakh, Rostropovitch und Richter, zusammen mit Maestro Karajan. Ich habe mir die Aufnahme nochmals zu Gemüte geführt. Es stimmt, was allerorten geschrieben wird. Es ist nicht nur das uninspirierte Spiel der drei Meister ( wie konnte es dazu kommen ?), sondern auch Karajan, der mit massivem Orchestereinsatz das Stück einfach plattwalzt.

Mich dauert mehr, dass zwei meiner Instrumentalfavoriten doch eine eher betuliche Version des Konzerts abliefern,nämlich Schiff( Cello) und Zacharias (Klavier). Die Begleitung von Masur mit seinen Leipzigern ist gar nicht schlecht.

Aber: Erlösung naht. Im Jahre 2004 gibt es zwei gewichtige Neueinspielungen. Die erste mit Zehetmair,Hagen,Aimard,chamber orchstra of europe unter Harnoncourt. Orchestral mit Abstand die beste Version und auch die drei Solisten sind gut anhörbar, wäre sogar Referenz, gäbe es da nicht noch eine Neuaufnahme mit Capucon,Maisky und Argerich. Diese drei spielen nun wirklich großartig. Ob es die Argerich ist, die den beiden Männern Feuer macht ? Wie Capucon und Maisky um die Wette musizieren ist eine Lust, zwischendrin die Argerich, die ja immer schon einen wunderbar impulsiven Beethoven spielen konnte.Leider ist die orchestrale Begleitung eher Dutzendware. Wenn man nicht die Wahl hat, sondern beide Aufnahme hören (und haben) kann, wäre es ideal. Je öfter man das Werk hört, desto eher wird es doch in den festen Beethovenbestand eingeordnet.
Konzert C-Dur op. 56 für Violine,Violoncell und Klavier.

Norbert

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2

Dienstag, 23. November 2004, 00:14

Ich höre das Tripelkonzert sehr gerne, denn u.a. gefällt mir ein bißchen "Beethovensche Leichtigkeit" auch mal ganz gut.

Meine Favoriten sind ibs. das Trio Fontenay, mit dem Philharmonia Orchestra unter Eliahu Inbal (erschienen bei Teldec) und Géza Anda, Wolfgang Scheiderhan und Pierre Fournier, mit dem RSO Berlin unter Ferenc Fricsay (erschienen bei DG, aber anscheinend momentan nicht erhältlich).

Erste Aufnahme besticht durch das hervorragende Zusammenspiel des Trios, bei dem man endlich einmal ein Miteinander statt eines Neben- oder gar Gegeneinander hört, und bei Fricsy ist es eben Fricsy, der zeigt, daß das Orchesterspiel mehr als pure "Tralala-Begleitung" sein kann.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Alfred_Schmidt

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3

Dienstag, 23. November 2004, 14:52

Gäbe es doch mehr solcher "Nebenwerke" oder "Schwarzer Schafe" (ja im, Ernst, manche nennen dieses Werk so !!), wie Beethovens Tripelkonzert !!
Ich meine, und auf diesem Standpunkt beharre ich, daß Musik in erster Linie zur Unterhaltung (wie immer man das auch definieren mag), des Publikums gedacht war, und sein sollte, nicht jedoch um musiktheoretische Normen zu erfüllen, oder (noch schlimmer) sie zu brechen. Das Tripelkonzert wird diesem Anspruch auf hohen Niveau gerecht, wobei es dem Hörer ja prinzipiell egal ist, wie schwierig ein Werk zu spielen ist (Sonata facile als Beispiel) wenn es nur "gut klingt"
Hierüber wird aber wohl kaum je Konsens erzielt werden können, werden heute doch gerade jen Stücke, die einst das Publikum verstörten hochgejubelt, während seinerzeit populäre Werke gerne negiert werde.

Das Tripelkonzert op 56 jedoch war eigentlich zu keiner Zeit so richtig populär, es hat schon bei der Uraufführung nicht besonders gefallen.
Scheinbar bin ich neben Norbert hier eine Ausnahme, mir gefällt das Konzert. Die heute oft geschmähte Karajan Einspielung für EMI galt bei Ihrem Erscheinen als Jahrhundertaufnahme und ist zugleich meine erste Bekanntschaft mit dem Werk, also prägend. Daher bin ich kaum in der Lage sie zu beurteilen, jedoch gibt es auch heute noch durchaus positive Stimmen. Richters Aussagen zu dieser Aufnahme lassen mich eher kalt, hat dieser Mensch denn je etwas gutes über eine Aufnahme gesagt, egal ob von ihm oder von anderen. ?


Ohne die Naxos Aufnahme zu kennen, erinnere ich mich, daß ein Kritiker des Fonoforum (?) sie als mustergültig, und extrem gut durchhörbar beurteilte, und sie vielen Aufnahmen in prominenter Besetzung vorzog. Vielleicht kennt sie jemand in dieser Runde und kann seine Meinung daz kundtun ?

Beste Grüße aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Albus

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4

Dienstag, 23. November 2004, 15:09

Tag,

hm, das Tripelkonzert ist eine Musik, die mich für Jahre immer singend gemacht hat. - Es war eine Aufnahme vom Marlboro-Festival 19xx, mit Rudolf Serkin, Klavier, Dirigent Alexander Schneider, Marlboro-Festival Orchester; Violine?, Violoncello? - meine Erinnerung hat mich leider verlassen. Die Platte ist im Lauf der Zeit verschollen oder wer weiß, verschwunden bei passender Gelegenheit? Man spielte fast in Intimität, mit kammermusikalischem Volumen, eine glücklich gelungene Absicht (so etwas ist künstlerische Absicht).

War der Geist zu sehr angestrengt, mit Zügen der Lähmung, dann half diese Reihe: Brahms Klavierkonzert op. 15, dann op. 83 - und schon wieder zu Kräften gekommen, dann das Tripelkonzert. Schön!

Die Musik muß hier kammermusikalisch erklingen, dann stimmen die Proportionen und die Anmutung.

MfG
Albus

Alfred_Schmidt

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5

Dienstag, 23. November 2004, 15:21

Albus schrieb in Bezug auf eine alte Aufnahme des Tripelkonzerts::

Zitat

Violine?, Violoncello? - meine Erinnerung hat mich leider verlassen
.

Hallo Albus, ich hab ein bisschen gegoogelt, und hab das hier gefunden, natürlich auf einer koreanischen Website, wo sonst ?


RUDOLF SERKIN, PIANO , LAREDO, VIOLIN / PARNAS, VIOLONCELLO / BEETHOVEN, TRIPELKONZERT IN C MAJOR OP 56 / MARLBORO FESTIVAL ORCHESTRA, ALEXSANDER SCHNEIDER / 1 ISSUE

Über das Aufnahmejahr kann ich nichts sagen, veröffentlicht wurde diese Aufnahme erstmals 1967 auf CBS und ein zweites Mal 1975 ebendort.


Beste Grüße aus Wien

Alfred

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Albus

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6

Dienstag, 23. November 2004, 15:34

Alfred!

Genau, die CBS, schwarz-grau gehaltenes Cover, die ist es.

Bravo, Alfred!
Albus

Norbert

Moderator

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7

Dienstag, 23. November 2004, 19:25

Zitat

Original von Alfred_Schmidt

Ohne die Naxos Aufnahme zu kennen, erinnere ich mich, daß ein Kritiker des Fonoforum (?) sie als mustergültig, und extrem gut durchhörbar beurteilte, und sie vielen Aufnahmen in prominenter Besetzung vorzog. Vielleicht kennt sie jemand in dieser Runde und kann seine Meinung daz kundtun ?

Beste Grüße aus Wien

Alfred


Gemeint ist diese Aufnahme:



Daß die Aufnahme "mustergültig" sein soll, würde ich nicht zwingend unterschreiben wollen, "extrem gut durchhörbar" ist sie auf jeden Fall, denn sowohl das Solistentrio als auch das Orchester pflegen den zurückhaltenden, eher "kammermusikalischen" Klang (im Gegensatz zum "breiten Pinsel", der oftmals geschwungen wird).

Es ist zumindest eine sehr hörenswerte Alternative, und als Zugabe gibt's "Musik, die die Welt nicht braucht" ;) , die Klavierversion vom Beethovenschen Violinenkonzert.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

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Gustav Mahler

petemonova

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8

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 22:46

Hallo,

ich habe in den Weiten des Forums gehört, dass es Taminos geben soll, die eine gute Aufnahme des Tripelkonzerts haben möchten.
Ich hätte da was:



Sagitt hat die Aufnahme im Einführungsbeitrag ja schon erwähnt. Ich möchte das noch einmal unterstreichen. Was die drei hier zu Tage bringen, ist wahrhaft meisterlich.
Über Qualität und Nicht-Qualität des Tripelkonzerts wurde ja kürzlich schon heftig gestritten, mit dieser Aufnahme macht das Konzert trotzdem Spaß!
Obendrauf erhält man ein Schumann-Klavierkonzert, das beinahe neben Richters Aufnahme bestehen kann.

Bis vor einigen Tagen konnte man die CD noch im Doppelpack (mit den Chopin-Klavierkonzerten Argerich/Dutoit) für 9 EUR bekommen, die Chance dürfte jetzt aber abgelaufen sein, sodass man wieder Vollpreis berappen muss.


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

Theophilus

Administrator

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9

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 23:07

Also Peter,

du enttäuscht mich schon etwas. Wir haben doch alle am letzten Sonntag gelernt, dass das Tripelkonzert "Mist" sei und "Beethoven auf Autopilot"! So etwas macht dir Spass?

Sperr die Ohren auf und erkenne die wahren Zusammenhänge!
:D

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Ulli

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10

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 23:16

Zitat

Original von Alfred_Schmidt

Das Tripelkonzert op 56 jedoch war eigentlich zu keiner Zeit so richtig populär, es hat schon bei der Uraufführung nicht besonders gefallen.
Scheinbar bin ich neben Norbert hier eine Ausnahme, mir gefällt das Konzert.

Salut,

nö - mir gefällt es auch. Die Idee, ein Klaviertrio mit Orchester musizieren zu lassen ist großartig! Ich selbst hatte [darauf "aufbauend"] mal die Idee gehegt, ein Konzert für Streichquartett zu schreiben. Ich habe es bei der Idee belassen, da es einerseits schon schwer genug ist, ein "funktionierendes" Quartett zusammen zustellen und dann noch ein Orchester. Möglicher Weise ist auch dies ein Grund, warum das Tripelkonzert wenig live zu hören ist. Zudem wurde es 1804 komponiert. Eigentlich hätte es bereits spätestens 1780 komponiert werden müssen, dann natürlich nicht von Beethoven. Mozart hat zwei Versuche unternommen, die Sinfonia concertante D-Dur für Violine und Klavier KV 315f sowie die Sinfonia convcertante A-Dur für Violine, Viola und Violoncello KV 320e. Einstein bemerkt, es gehört zu den größten Verlusten der Kunst, daß Mozart dieses Werk nicht vollendet hat. Es kann für beide Fragmente gelten. 1804 war die Zeit schon wieder eine ganz andere, es kam 25 Jahre zu spät.

Dennoch höre ich diesen "Nachzügler" sehr gerne. Eine passende Aufnahme suche ich noch heraus.

Liebe Grüße
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Reinhard

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11

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 23:45

Da ich hier offenbar den "Katalysator" gespielt habe mit meiner Neuerwerbung muß ich mich ja wohl nun auch mal dazu melden.
Leider ist meine Antwort auf:

Zitat

Original von Moritz

Zitat

Original von Johannes Roehl

Zitat

Original von Reinhard



(Tripelkonzert Zinman u.a.)

Kommentare erbeten, wenn gehört!
Das Tripelkonzert wartet immer noch auf eine wirklich überzeugende Interpretation...

:hello:

JR


Das würde mich auch sehr interessieren, habe die Kombination Bronfman/Zinman/Tonhalle kürzlich live mit dem 2. Beethoven-Klavierkonzert gesehen und habe schon mit dem Kauf der Aufnahmen geliebäugelt...


nicht sehr fundiert, denn

- ich habe das Tripelkonzert heute das erste mal gehört
- ich habe demzufolge keine Vergleichsaufnahme
- ich kenn Zinman kaum (irgendwo verstauben da zwei CDs aus der Reihe "im Herzen der Klassik")
- ich kenne keinen der Solisten von anderen Aufnahmen
- ich bin kein "Vergleichshörer",

aber trotzdem:

ich halte das Tripelkonzert für ein wunderschönes Stück Musik.

ich fnde die Interpretation sehr schön, es macht auf mich den Eindruck, als ob alle Beteiligten mit viel Freude bei der Sache sind, als ob die drei Solisten sich gut verstehen und Trio und Orchester gleichberechtigt harmonieren

ich finde die Aufnahme gut, das Klangbild ist klar, die Solisten sind (vielleicht zu) sehr präsent. Ich habe klanglich das Gefühl, in der ersten Reihe direkt gegenüber den Solisten zu sitzen.

Meine Empfehlung bei dem Preis: kaufen!

So, jetzt hole ich mir noch ein Bier vom Balkon und höre mir 2+3. Satz noch mal an, dann geht's in die Heia.

Gute Nacht :hello:

Reinhard
Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
(Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

petemonova

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12

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 23:53

Hallo Reinhard,

danke für die Einschätzung, auch bei mir steht die CD auf der Merkliste. Vornehmlich aber wegen des Septetts, das ich noch gar nicht kenne. Bei dem Preis sollte man dann auch auf Grund der namhaften Interpreten zuschlagen. Das Gute ist ja, dass es nicht teurer wird.


Gruß, Peter.
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- Mauricio Kagel

rappy

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13

Freitag, 2. Dezember 2005, 14:14

Hallo,

ich habe schon mehrere Aufnahmen gehört und finde, dass keine Aufnahme an die von Karajan und den großen drei Russen herankommt. Im direkten Vergleich spielen die Solisten bei Harnoncourt/COE emotionslos. Gegen Richters Klavierspiel hat ja sowieso niemand eine Chance, und Aimard klingt im Vergleich wie ein Amateur. Als Karajan-Fan gefallen mir auch die wunderschönen forte-C-Dur-Akkorde der Berliner Philharmoniker, die das Stück so richtig krachen lassen! Also diese Einspielung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Das Werk ist übrigens wunderschön.
"Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

teleton

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14

Montag, 5. Dezember 2005, 08:38

Hallo rappy,

ich war auch sehr verwundert, als ich zu Beginn dieses Thread´s lesen mußte, das die EMI-Aufnahme mit Karajan, Oistrach, Richter und Rostropowitsch auf einmal nichts taugen sollte.

In diesem Forum wurde in anderen Thread´s schon eine Menge über die EMI-CD und das Cover diskutiert. An jeder Stelle findet man negative Stimmen. Das fängt schon mit dem Cover an, das ich für sehr angemessen und gelungen halte. Da wird Karajan vorgeworfen, das er sich "in den Vordergrund stellt" und sich von Richter abwendet - so ein Quatsch - das ist der reinste Tratsch ( So etwas hört man sonst bei Hausfrauen, die irgendetwas in eine Sache (hier ein Bild) hereininterpretieren wollen.) !!!

Wenn die beteiligten auch unterschiedliche Auffassungen geht haben mögen (wie man hier lesen kann), dann ist das Ergebnis die "populärste Aufnahme" des Trippellonzertes und die kommt nicht von ungefähr.

:yes: Ich kann Dir jedenfalls zustimmen, das es sich bei der Aufnahme um eine TOP-Produktion handelt, die nicht umsonst bleibende Größe hat. Es war schon etwas besonderes die 4 großen Musiker zu einem Konzert zusammenzutrommeln.

Und wenn ich lese,

Zitat

Karajan, der mit massivem Orchestereinsatz das Stück einfach plattwalzt
dann frage ich mich wo das sein soll, es gibt gar keine massiven Orchestereinsätze in dem Werk. Das Werk gehört sicher nicht zu Beethoven´s stärksten Werken - Karajan erreicht durch seine Interpretation eine gewisse Aufwertung und läßt es nicht so lasch stehen, wie in vielen anderen Aufnahmen.


:)Die Kopplung auf der EMI-CD mit Szell / Oistrach / Rostropoitzsch ist auch "erste Sahne" beim Brahms - Doppelkonzert.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Alfred_Schmidt

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15

Montag, 5. Dezember 2005, 08:51

Hallo,

Ich zitiere mich selbst:

Zitat

Die heute oft geschmähte Karajan Einspielung für EMI galt bei Ihrem Erscheinen als Jahrhundertaufnahme und ist zugleich meine erste Bekanntschaft mit dem Werk, also prägend.

In der Tat wird die Aufnahme oft "runtergemacht", aus meiner Sicht ungerechtfertigt. Da gibt es die Geschichte, daß es zwischen Richter und Karajan Spannungen gegeben haben soll. Als Beweis wird gern drauf hingewiesen, daß Karajan am Instrument Richters, ganz vorne am Cover abgebildet sei, wärend der Pianist frustriert im Hintergrund zu sehen sei...

Egal ob es da Spannungen gab oder nicht - die Aufnahme jedenfalls ist aus meiner Sicht unübertroffen - die beiden waren schließlich Profis.
Ich sehe hier am ehesten eine (mißglückte) Attacke gegen Karajan.

Wie dem auch sei, diese Aufnahme ist seit nunmehr 3 Jahrzehnten am Markt - Ihre Beliebtheit scheint ungebrochen.

Daß seit nunmehr nahezu 200 Jahren über das Tripelkonzert hergezogen wird, einer vom anderen abschreibt, das Werk wäre zweitrangig, tut meiner Freude daran keinen Abbruch. Ich glaube ich sagte es schon mal: Gäbe es doch mehr solcher "zweitklassiger" Werke....

Beste Grüße aus wien

Alfred

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Cosima

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16

Montag, 5. Dezember 2005, 10:17

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
In der Tat wird die Aufnahme oft "runtergemacht", aus meiner Sicht ungerechtfertigt. Da gibt es die Geschichte, daß es zwischen Richter und Karajan Spannungen gegeben haben soll. Als Beweis wird gern drauf hingewiesen, daß Karajan am Instrument Richters, ganz vorne am Cover abgebildet sei, wärend der Pianist frustriert im Hintergrund zu sehen sei...

Hallo Alfred, hallo allerseits,

ich finde die Aufnahme auch großartig, aber diese Spannungen hat es – lt. Aussage Richter, siehe auf der „Enigma“-DVD - in der Tat gegeben. Es war deutlich zu spüren, dass Richter nicht viel übrig hatte für Karajan, allerdings war er zu sehr Gentleman, um sich hier deutlicher zu artikulieren. Es sind auch Film-Mitschnitte von einer Feier zu sehen - sehr sehenswert das mediengerechte Verhalten von Karajan.

Ich zitiere mich auch mal aus einem anderen Thread:

Es gibt eine schöne Episode bzgl. Sviatoslav Richter und HvK: Bei der Einspielung des Tripelkonzertes von Beethoven herrschte wohl Uneinigkeit unter den Herren. Richter war nicht ganz glücklich mit der Aufnahme und wollte eine Wiederholung, HvK lehnte ab und vermerkte, dass nun etwas sehr Wichtiges anstünde: Die Aufnahme der Fotos für das Cover.

Sehr humorig auch, wie Richter anmerkt, wie HvK sich dabei in Pose setzte und die anderen Künstler quasi zu grinsenden Statisten degradierte.

Gruß, Cosima


Cover eingefügt, damit man das Bild zu Cosimas Beschreibung der degradierten Statisten sieht, TB



AcomA

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17

Dienstag, 6. Dezember 2005, 13:47

hallo Cosima,

es ist natürlich nachzuvollziehen, dass richter und karajan bzgl. ihrer persönlichkeit sich diametral verhalten. aber bei der berühmten DG-aufnahme des tschaikowsky-konzertes scheint man sich ja interpretatorisch ziemlich einig gewesen zu sein.

übrigens auch ich finde das tripelkonzert mit richter, oistrach, rostr. und karajan sehr vorzüglich interpretiert. manchmal kann ein zwist ja produktiv sein !

gruß, siamak
Siamak

teleton

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18

Mittwoch, 8. März 2006, 09:12

Tripelkonzert mit großer Spielfreude aller Beteitigten

Hallo Freunde des Beethoven-Tripelkonzertes,

mit dem Kauf der Einzel-CD´s der Beethoven-Klavierkonzerte mit Fleisher/Szell habe ich mir lange Zeit gelassen und diese so nach und nach zusammengekauft. Als letzte CD folgte nun diese CD, die ich für das Klavierkonzert Nr.5 gekauft habe und mich aufs neue positiv zufriedenstellt:


Tripelkonzert op. 56, Klavierkonzert Nr. 5
Eugene Istomin, Isaac Stern, Leonard Rose, Philadelphia Orchestra,
Ormandy (op. 56); Fleisher, Cleveland Orch.,Szell (Klavierk.Nr.5)

SONY Aufnahme 1964 (op.56)

Vom Beethoven - Tripelkonzert wollte ich mir nach meiner EMI-Richter-Oistrach-Rostropowitsch-Karajan-Aufnahme eigendlich nie wieder eine andere Aufnahme kaufen, aber rein zufällig ist auf der SONY-CD eine Aufnahme unter Ormandy/Philadelphia Orchestra mit drauf. Nach dem Klavierkonzert Nr.5 wollte ich gestern "nur mal reinhören", war aber direkt von der Spielfreude der 3 Solisten, die auf den Hörer überspringt, gefangen.

:) Kurz - die Aufnahme kann, ohne mit der Wimper zu zucken, mit der bekannten EMI-Karajan-Aufnahme mithalten und ist eine dicke Empfehlung für alle die das Tripelkonzert noch nicht haben. Klanglich und die räumliche Abbildung des Orchesters und der Solisten sind vorzüglich.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

AcomA

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19

Mittwoch, 8. März 2006, 10:06

hallo Wolfgang,

bei leonard rose gefällt mir sein ton überhaupt nicht. sowohl beim lalo-konzert als auch bei den bachschen 'gambensonaten' näselt er kontinuierlich !

dringendst empfehlen kann ich als aktuelle einspielung im einklang mit Reinhard die aufnahme bei arte nova mit shaham, mork und bronfman/tonhalleorchester zürich und d. zinman. das solisten-trio überzeugt mit musizierlust, exzellenter instrumentalbeherrschung. das orchester spielt rhythmisch straff quasi HIPartig. aufnahmetechnisch sehr gelungen. im vergleich zur karajan-einspielung deutlich lockerer und luftiger.

eine andere ebenbürtige alternative: u.hoelscher, h.schiff, c.zacharias/gewandhausorchester leipzig/masur (EMI). phantastico !

gruß, siamak
Siamak

teleton

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20

Mittwoch, 8. März 2006, 10:50

Hallo siamak,

es mag durchaus sein, dass es noch bessere Aufnahmen vom Tripelkonzert gibt, als die beiden von mir genannten. Ein näselndes Cello ist mir nicht negativ aufgefallen - das mag bei den von Dir genannten Beispielen ja der Fall sein, aber hier ist Rose nicht schlechter als Rostropowitsch.
Mit der Zinman - Aufnahme hast Du ein weiteres Beispiel für eine Tripelkonzert-Aufnahme genannt - nur gefällt mir Zinman bei Beethoven nicht so sehr, wie ich an den Beethoven-Ouvertüren und einigen Sinfonien ferststellen konnte - die Solisten beim Tripelkonzert mögen sicher TOP sein.

:beatnik: Nur ist mir das Tropelkonzert nicht so wichtig, wie z.Bsp. das Brahms: Doppelkonzert, sodaß ich mir nun nicht noch eine weitere Aufnahme von einem Werk kaufen möchte, von dem ich zwei durchaus gute Aufnahmen habe (obwohl ich ursprünglich nur eine haben wollte).
Gruß aus Bonn, Wolfgang

AcomA

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21

Mittwoch, 8. März 2006, 14:13

hallo Wolfgang,

natürlich zwingt dich keiner, eine bestimmte aufnahme zu kaufen. ich wollte halt nur auf die alternativen aufmerksam machen. das zusätzlich reizvolle an der arte nova-scheibe ist die kopplung mit dem septett (die drei solisten des konzertes sind hier auch beschäftigt), was sich IMO gerade in der kombination hervorragend macht. außerdem ist die cd extrem günstig.

gruß, siamak
Siamak

hemmi

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22

Mittwoch, 8. März 2006, 23:54

Tripelkonzert von Beethoven

Einen recht guten Abend allerseits,
wie Alfred habe ich das Werk durch die Karajan-Richter-Oistrakh-Rostropovich kennengelernt und mich hat haben Werk als auch die Einspielung auf Anhieb gefallen. Ich habe auch von den Schwierigkeiten bei den Aufnahmen gehört (ebenfalls Enigma-Aufnahmen) und wenn es stimmt - nun gut, ich grinse mir eins und kann damit leben. Ich werde mir wohlwollend überlegen, diese Aufnahme jetzt auch auf CD zuzulegen (vieleicht mit der Ormandy-Aufnahme?). Ich habe übrigens schon Fricsay-Schneiderhan-Anda-Fournier.

Wie sagte noch "Schröder" (nein nicht der frühere deutsche Bundeskunz :wacky: ) von den Kult-Comics "Die Peanuts": Beethoven ist der größte! ;).

Herzliche Größe
Bernd Hemmersbach (hemmi)

sagitt

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23

Mittwoch, 22. März 2006, 00:30

RE: Tripelkonzert von Beethoven

Sagitt meint:

Ich muss mich mal korrigieren. Ich habe nun nochmals mehrfach Zacharias, Hoelscher,Schiff gehört und je öfter, desto besser gefällt mir das Tun der drei. Zacharias mit gewohnt deliakten Anschlag, Hoelscher und Schiff in munterem Tun, das Gewandhausorchester schön transparent. Ich habe denen wohl Unrecht getan und sollte dies deswegen richtig stellen.

Allerdings ist meine Aufnahme mit dem fünften Konzert gekoppelt, das mir mit Zacharias nicht gefällt, ja sogar ärgert, wie er, der so großartig anschlagen könnte, den zweiten Satz verschenkt. Vielleicht hatte sich mein Ärger -zu Unrecht- auf das Tripelkonzert ausgedehnt.

Khampan

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24

Donnerstag, 5. Oktober 2006, 11:48

Zitat

Original von petemonova
Ich hätte da was:



Sagitt hat die Aufnahme im Einführungsbeitrag ja schon erwähnt. Ich möchte das noch einmal unterstreichen. Was die drei hier zu Tage bringen, ist wahrhaft meisterlich.

leider ist diese Aufnahme klanglich gesehen stellenweise eine Frechheit. Richtig deutlich ist das zwar nur im ersten Satz, aber wenn die Solisten forte spielen ist vom Orchester kaum mehr was zu hören. Bei einer solchen Stelle im ersten Satz, etwa in der Mitte, sind die Holzbläsereinwürfe absolut unhörbar.
Da hilft es nichts, wenn die die spannend-zupackende Interpretation derjenigen Karajans etc. meilenweit überlegen ist.

Wer kann mir mal sagen, wer hier für den Ton verantwortlich war? Auch solche Leute muß man sich merken :motz:

:no: Khampan

Pius

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25

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 20:29

Hallo, Norbert!

Zitat

Original von Norbert



Daß die Aufnahme "mustergültig" sein soll, würde ich nicht zwingend unterschreiben wollen, "extrem gut durchhörbar" ist sie auf jeden Fall, denn sowohl das Solistentrio als auch das Orchester pflegen den zurückhaltenden, eher "kammermusikalischen" Klang (im Gegensatz zum "breiten Pinsel", der oftmals geschwungen wird).
Also, ich finde diese Aufnahme sehr interessant und zu diesem Preis unbedingt empfehlenswert.

Das Tripelkonzert selbst ist mit dem threadtitel IMO richtig bedacht, es ist ein Nebenwerk, gehört nicht zu den Hauptwerken Beethovens, die man kennen muß.


Zitat

als Zugabe gibt's "Musik, die die Welt nicht braucht" ;) , die Klavierversion vom Beethovenschen Violinenkonzert.
Also ich brauch das, aber ich bin ja nicht die Welt...

Viele Grüße,
Pius.

Ulli

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26

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 20:34

Zitat von »Pius«

Das Tripelkonzert selbst ist mit dem threadtitel IMO richtig bedacht, es ist ein Nebenwerk, gehört nicht zu den Hauptwerken Beethovens, die man kennen muß.

Salut,

also manchmal erschütterst Du mich wirklich 8o

Eigentlich muß man ja Beethoven überhaupt nicht kennen, aber wenn - dann gehört das Trippelkonzert [so habe ich das als Achtjähriger verstanden] jedenfalls für mich ganz bestimmt zu den Hauptwerken, wenn es auch nicht das Hauptwerk ist: Es gehört für mich ganz klar neben das Violinkonzert und immerhin ist es so eine Art 6. Klavierkonzert - vielleicht nicht das sechste selbst, aber vor dem dritten bestimmt anzusiedeln.

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Pius

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27

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 20:41

Hallo, Ulli!

Zitat von »Ulli«

Zitat von »Pius«

Das Tripelkonzert selbst ist mit dem threadtitel IMO richtig bedacht, es ist ein Nebenwerk, gehört nicht zu den Hauptwerken Beethovens, die man kennen muß.
Salut,

also manchmal erschütterst Du mich wirklich 8o

Eigentlich muß man ja Beethoven überhaupt nicht kennen, aber wenn - dann gehört das Trippelkonzert [so habe ich das als Achtjähriger verstanden] jedenfalls für mich ganz bestimmt zu den Hauptwerken.
Also, einem Achtjährigen würde ich das Werk sicher auch eher empfehlen als die Große Fuge...


Zitat

Es gehört für mich ganz klar neben das Violinkonzert und immerhin ist es [...] vor dem dritten bestimmt anzusiedeln.
Was mich betrifft: :no:

Ich könnte Dir ganz spontan sicher 30 Werke von Beethoven nennen, die ich für deutlich (!) bedeutender halte!


Viele Grüße,
Pius.

Norbert

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28

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 20:41

Hallo Pius,

jetzt mußte ich doch glatt nachschauen, was ich vor fast zwei Jahren geschrieben hatte... ;)

Gegen den Repertoirewert der Aufnahme hatte ich mich nicht ausgesprochen, eher im Gegenteil, wenn man sich mein Urteil -"zumindest eine sehr hörenswerte Alternative"- ansieht.

Die Bewertung "mustergültig" hat für mich referenzartigen Charakter, was ich den Alternativen Fricsay, Karajan oder Trio Fontenay/Inbal gegenüber für nicht unwidersprochen gerechtfertigt hielt.
Allerdings hatte ich die Aufnahme seit damals kaum oder gar nicht mehr gehört, so daß ich demnächnächst gerne mein damals gefälltes Urteil auf Allgemeingültigkeit testen werde. ;)

Mit der Klavierversion des Violinkonzertes kann und konnte ich nie viel anfangen, "das Original" ist mir tausendmal lieber.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

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Ulli

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29

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 20:57

Zitat von »Pius«

Also, einem Achtjährigen würde ich das Werk sicher auch eher empfehlen als die Große Fuge...

Auch die hatte ich da bereits gehört. Fand ich aber blöd. Heute mag ich beides ziemlich gleich.


Zitat

Ich könnte Dir ganz spontan sicher 30 Werke von Beethoven nennen, die ich für deutlich (!) bedeutender halte!
Von mir aus hat Beethoven dann eben 31 Hauptwerke komponiert... Wie wär's mit einem Pius-Thread über Beethovens Hauptwerke?

Ich denke schon, dass das Werk eine Sonderstellung genießt. Wer hat schon vergleichbares komponiert? Abgesehen von Mozarts Sinfonia Concertante für Violine und Viola [leider fehlt das Klavier], die immerhin konzertähnlich ist, gibt es da einfach nichts. Und leider hat Mozart ja auch das Doppelkonzert für Klavier und Violine nicht ausgeführt - und selbst wenn, wäre es nicht vergleichbar, denn es fehlte immer noch das Cello.

:hello:

Ulli
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Spradow

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30

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 23:05

Zitat

Original von Ulli
Ich denke schon, dass das Werk eine Sonderstellung genießt. Wer hat schon vergleichbares komponiert? Abgesehen von Mozarts Sinfonia Concertante für Violine und Viola [leider fehlt das Klavier], die immerhin konzertähnlich ist, gibt es da einfach nichts. Und leider hat Mozart ja auch das Doppelkonzert für Klavier und Violine nicht ausgeführt - und selbst wenn, wäre es nicht vergleichbar, denn es fehlte immer noch das Cello.
Ulli

Es fehlt zwar das Klavier, aber findest Du nicht, dass Brahms' Doppelkonzert prinzipiell vergleichbar ist?


Gruß,
Spradow.

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