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Herbert Henn

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  • »Herbert Henn« ist männlich

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Registrierungsdatum: 24. März 2006

31

Sonntag, 7. Mai 2006, 19:11

Tschaikowsky:Klavierkonzert Nr.1

Hallo,
ich glaube nicht,daß es auf das Tempo ankommt,sondern auf das;
was man aus dem Tempo macht.

Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Liebestraum

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32

Dienstag, 22. Mai 2007, 20:08

Russen vergurken Klavierkonzert

Hallo Forianer,

habe heute in die aktuelle Neuerscheinung des 1. Tschaikowsky-Klavierkonzertes hineingehört:



Denis Matsuev, St. Petersburg PO, Yuri Temirkanov

Das Ergebnis ist eine Katastrophe: habe die CD nach 30 Sekunden wieder zurückgestellt. Das Zusammenspiel der Streicher geriet zur Katzenmusik, unvorstellbar!!! Hat sich keiner die Bänder noch einmal angehört? :motz:

Nehmt bloß die Finger weg von dieser Aufnahme!


Herzliche Grüße
von LT :hello:
Arm bin ich auf die Welt gekommen,
alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
---
Beharrlichkeit führt zum Ziel!
---
Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
---
... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
---
Soli deo gloria
(CMvW -- Carl Maria von Weber)

  • »Florian Giesa« ist männlich

Beiträge: 547

Registrierungsdatum: 6. November 2006

33

Dienstag, 22. Mai 2007, 20:31

RE: Russen vergurken Klavierkonzert

Hi!

Ich liebe dieses konzert abgöttisch, für mich sitzt da jeder ton :faint:

Mein dauerbrenner:



Mann, die hat ein feuer, die postnikova :jubel:

Da kann der kissin nicht mithalten :no:

Obwohl der fernsehmitschnitt des konzerts mit herbie und kissin toll ist =)

LG florian

:hello:
Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

raphaell

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  • »raphaell« ist männlich

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Registrierungsdatum: 12. März 2007

34

Dienstag, 22. Mai 2007, 21:00

Hallo,

Höre heute das Werk quasi zwangsweise zum 10.Mal in kürzerer Zeit.
Ich werde es demnächst wohl im Konzert sehen, und bis dahin muss jedes Detail rein... :D

Es ist wirklich arg ausgenudelt...besonders nunmal der erste Satz. Was ich so recht von dem Konzert haltn soll, weiss ich gar nicht - es hat schon interessante Seiten, aber auch sehr banale.

Ich besitze folgende Aufnahme, die ich niemandem ans Herz legen möchte - arg flach und auch von der Aufnahmequalität her eher platt.



LG
RL

klaus

Schüler

  • »klaus« ist männlich

Beiträge: 103

Registrierungsdatum: 5. April 2006

35

Dienstag, 22. Mai 2007, 23:34

Mir gehts mit Musik wir einem Milliardär als Gemäldesammler, der einen Tizian, Leonardo, Raphael, Rembrandt, van Gogh oder Picasso im Wohnzimmer hängen hat: den sieht er sich ja auch sein ganzes Leben lang jeden Tag liebevoll an und entdeckt jeden Tag neue Details des Genies oder Göttlichen Funkens und erfreut sich daran.
Mein ganzes Leben hab ich mich noch an keinem grossen Musikstück sattgehört.
Das 1. Tschaikowski-KK liebe ich seit meinem 15. Lebensjahr, es hat mich gelehrt, dass die Romantiker noch viel bessere "Chords" als Elvis, Queen, Lennon, Dylan etc. haben; wenn es heute im Radio klingt, höre ich noch immer dankbar und liebevoll zu. Es hat mir die Tür zu (chronologisch) Rachmaninoff, Puccini, Beethoven, Bruckner, Mozart, Bach geöffnet - ein - ev. für viele - Schlüsselstück.
Interpretation: Horowitz, Rubinstein, Gilels, Richter, meine Jugendgötter halt, nicht zu romantisch, oder doch manchmal, bitte ernst nehmen, nicht zu viel rubato.
"Play, man, play!" (M. Davis)
"We play energy!" (J. Coltrane)

Barockbassflo

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  • »Barockbassflo« ist männlich

Beiträge: 950

Registrierungsdatum: 4. September 2006

36

Dienstag, 22. Mai 2007, 23:39

RE: Russen vergurken Klavierkonzert

Zitat

Original von celloflo
Obwohl der fernsehmitschnitt des konzerts mit herbie und kissin toll ist =)


Lieber Flo,

den Fernsehmitschnitt habe ich allerdings auch zuhause - die beiden Herren benötigen für den ersten Satz ungefähr so lange wie weiland Horowitz und Toscanini für das ganze Konzert.

Die Berliner Philharmoniker spielen schwerfällig und unsauber.

Auch bei Kissin vermisse ich hinreichenden Detailzauber um das bleischwere Tempo mit Leben erfüllen zu können...

Kannst Du etwas ausführlicher beschreiben was Dir daran gefällt?

Ich erinnere mich am besten an eine Szene wo Karajan Kissin zu mehr Ausdruck ermuntern will: er dreht sich zu ihm hin, schmachtet ihn ein bisschen an, nickt dann zufrieden und mit völlig ernüchterter Miene (so à la "genau. passt.") geht er wieder zur Tagesordnung über.

Ich weiß dass Karajan zum Zeitpunkt dieses Konzerts schwer angeschlagen war, es war dann ja auch sein letzter Auftritt in der Philharmonie. Aber im Gegensatz zu seinem Wagner-Konzert mit der Norman oder der Bruckner VII oder vergleichbaren Aufnahmen des alten Klemperer kann ich hieran so gar nichts finden.

Kalt, starr, tot, unsauber, schwerfällig, lieblos, quälend.

So verschieden sind die Geschmäcker...

:hello:
BBF
"Dekonstruktion ist Gerechtigkeit." (Jacques Derrida)

  • »Florian Giesa« ist männlich

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Registrierungsdatum: 6. November 2006

37

Mittwoch, 23. Mai 2007, 07:50

RE: Russen vergurken Klavierkonzert

Hi , Barockbassflo!

Erstens finde ich schon, dass der kissin für dieses alter verteufelt gut gespielt hat.
Zweitens stört es mich überhaupt nicht, dass sie etwas länger brauchen.
Drittens ist dies eines der wenigen konzerte wo karajan für einige sekunden lächelt.
War der immer so verbittert ?(

LG florian

:hello:
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teleton

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  • »teleton« ist männlich

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Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

38

Mittwoch, 23. Mai 2007, 12:25

RE: Russen vergurken Klavierkonzert mit Temirkanow

Zitat

Das Ergebnis ist eine Katastrophe: habe die CD nach 30 Sekunden wieder zurückgestellt. Das Zusammenspiel der Streicher geriet zur Katzenmusik, unvorstellbar!!! Hat sich keiner die Bänder noch einmal angehört?


:beatnik:Aufpassen :
Yuri Temirkanow schient sehr unterschiedliche Produktionen, ohne diese "wie Karajan und andere" abzusegnen auf den Markt zu bringen.

Seine Khatchaturian: Sinfonie Nr.3 auf ASV ist auch eine Katastrophe, während die
RCA-Aufnahme von Khatchaturians- Gesamtaufnahme des GAYANEH-Ballettes eine Glanzleistung in allen belangen (Klang und Int.) ist.

;( Hier bei Tschaikowsky lag er wohl widermal daneben !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Liebestraum

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39

Mittwoch, 23. Mai 2007, 22:34

Hallo Barockbassflo,

den Berliner Philharmonikern unsauberes Spiel vorzuwerfen ist einfach ungeheuerlich...

Zugegeben, Karajan eröffnet das Klavierkonzert mit Kissin sehr unvorteilhaft breit, endet aber äußerst fulminant im Finale des 3. Satzes mit einer unerhörten mitreißenden Steigerung, die man dem alten kränkelnden Karajan nicht zugetraut hätte, hält das aber schließlich doch nicht bis zum Ende durch, der Schluss zerfällt, weil der Schlussakkord zu verzögert kommt.


Herzliche Grüße
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Barockbassflo

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40

Mittwoch, 23. Mai 2007, 22:42

Lieber Liebestraum,

wie würdest Du die mikrotonalen Dauercluster in den Geigen denn bezeichnen - "silberig-fülliger Wohlfühlsound"?

Es tut mir ja sehr leid, aber gemessen an heutigen Maßstäben sind die technischen Leistungen der Berliner Philharmoniker unter Karajan nicht mehr konkurrenzfähig. Intonation, Präzision: da ist man heute einfach weiter.

Und ich sage das nicht leichthin: eigentlich mag ich den Karajan'schen Stil sehr gerne. Was ihm oft als Breitwandsound oder Weichzeichnerei vorgeworfen wird schätze ich sehr als eine vollwertige Alternative. Für viele Werke bin ich auf diesen Zugang sogar angewiesen, da sie mir sonst emotional zu fordernd sind.

Nur: die technischen Leistungen der Philharmoniker hindern mich am Genuss. Die permanent unsaubere Intonation der Streicher, die oft recht unbehauenen Kontrabässe, die klappernden Einsätze...alles das verdirbt mit oft ganz gewaltig die Freude.

Sehr zu meinem Bedauern, da ich wie gesagt gegen Karajan nichts habe - aber sein Orchester macht mir die Freude oft unmöglich.

Tut mir leid, wenn Dir das ungeheuerlich vorkommt, ist nämlich nicht böse gemeint. Aber hör Dir doch mal das Chamber Orchestra of Europe im Vergleich an...

Nicht böse sein, ja?

:hello:
BBF
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raphaell

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41

Mittwoch, 23. Mai 2007, 22:54

Zitat

Original von Barockbassflo

wie würdest Du die mikrotonalen Dauercluster in den Geigen denn bezeichnen - "silberig-fülliger Wohlfühlsound"?


Ich stolper von einen Thread in den nächsten und muss mich ständig winden vor lachen... :hahahaha: - aber wo du recht hast...

Zu Tchaikovskys 1. Klavierkonzert fällt mir noch ein Klassiker ein: :D
"http://www.youtube.com/watch?v=oDUTTRGOJdE"

LG
Raphael

Liebestraum

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42

Mittwoch, 23. Mai 2007, 22:55

Hallo BBF,

ich bin dir nicht böse! Ich habe nicht behauptet, dass dies eine herausragende Aufnahme ist, aber mir gefällt sie immer noch besser als die langweilige-nichtssagnde Interpretation durch Pogorelich unter Abbado.


Herzliche Grüße
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Joseph II.

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43

Dienstag, 29. Januar 2008, 17:47

Welche Karajan-Aufnahme ist die beste?

Ich dachte bis heute, es gäbe nur zwei Aufnahmen von Karajan, aber scheinbar gibt es (mindestens) vier:

1) Richter/Karajan 1961
bzw.

2) Weissenberg/Karajan 1970


3) Berman/Karajan 1975


4) Kissin/Karajan 1988


Ich selber kenne nur die Kissin-Aufnahme.

Welche ist eurer Meinung nach die beste?
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

ThomasBernhard

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44

Dienstag, 29. Januar 2008, 19:51

RE: Welche Karajan-Aufnahme ist die beste?

Zitat

Original von Felipe II.
Welche ist eurer Meinung nach die beste?


Ich kenne nur HvK mit Richter und Weissenberg. Letztere Aufnahme gefällt mir besser.

(allerdings ist die "originals"-CD mit Richter ein "Pflichtkauf" wegen des Rachmaninows!)
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

thomasbernhards-1[ätttttt]yahoo[punkt]de

Pius

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45

Dienstag, 29. Januar 2008, 21:34

RE: Welche Karajan-Aufnahme ist die beste?

Zitat

Original von ThomasBernhard
(allerdings ist die "originals"-CD mit Richter ein "Pflichtkauf" wegen des Rachmaninows!)


Nö, da gibts auch bessere.
Das Tschaikowsky-Konzert mit Karajan/Richter finde ich aber besonders gruselig. :no:

WolfgangZ

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46

Mittwoch, 30. Januar 2008, 00:33



Ähnlich wie bei den Rachmaninow-Konzerten macht Bernd Glemser in seinem exorbitanten und dennoch unaffektierten Spiel das wett, was dem zweitklassigen Orchester an Unverwechselbarkeit noch fehlt.

Besten Gruß, Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

teleton

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47

Mittwoch, 30. Januar 2008, 10:30

RE: Welche Karajan-Aufnahme ist die beste? Oder lieber die Russen ?

Zitat

Original von Pius

Zitat

Original von ThomasBernhard
(allerdings ist die "originals"-CD mit Richter ein "Pflichtkauf" wegen des Rachmaninows!)


Nö, da gibts auch bessere.
Das Tschaikowsky-Konzert mit Karajan/Richter finde ich aber besonders gruselig. :no:


Hallo Pius,

zustimmung bei Rachmaninow - da gibt es noch bessere.
Aber was hast Du gegen die Richter/Karajan-Aufnahme ???
Was soll da gruselig sein ? Kannnst Du das erläutern ?

Ich finde diese voll OK - auch nach Kenntnis meinen folgend genannten.

Neben meinen weiteren CD-Aufnahmen mit Werner Haas/Inbal (Philips) und Rudi/Jansons (EMI) habe ich heute mal in meinen Schallplattenschrank gesehen und mich an die guten alten russischen Aufnahmen auf meiner Eurodisc-Doppel-LP erinnert:

Das waren Interpretationen der damaligen Preisträger der Tschaikowsky-Wettbewerbe 70er-Jahre in Moskau:
Klavierkonzert Nr.1 mit Grigorij Sokolow, Klavier/ Staatliches SO der UDSSR / Neeme Järvi
Klavierkonzert Nr.2 und 3 mit Igor Shukow, Klavier / Grosses RSO der UDSSR / Roshdestwensky
(Melodiya-Aufnahmen/Eurodisc)

Mit diesen kraftvollen Interpretationen habe ich die Tschaikowsky-Konzerte kennen gelernt. Später auf CD fand ich Richter/Karajan dann aber auch angemessen gut, genau wie Rudi/Jansons.

:yes: Nach meinem Geschmack darf der 3.Satz nicht gegenüber dem ersten Satz nachstehen und sollte mit gleicher Energie und Power rüberkommen.
Den Schluß des Werkes stelle ich mir Hochenergiegeladen vor, mit allem was das Orchester und der Pianist leisten und aufbieten können.

;) Ich glaube ich sollte auch mal wieder Schallplatten hören.
Die russischen Aufnahmen erfüllen meine Vorstellungen !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Pius

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Registrierungsdatum: 11. Mai 2005

48

Mittwoch, 6. Februar 2008, 21:45

RE: Welche Karajan-Aufnahme ist die beste? Oder lieber die Russen ?

Hallo, Wolfgang!

Zitat

Original von teleton

Zitat

Original von Pius

Zitat

Original von ThomasBernhard
(allerdings ist die "originals"-CD mit Richter ein "Pflichtkauf" wegen des Rachmaninows!)


Nö, da gibts auch bessere.
Das Tschaikowsky-Konzert mit Karajan/Richter finde ich aber besonders gruselig. :no:


Hallo Pius,

zustimmung bei Rachmaninow - da gibt es noch bessere.
Aber was hast Du gegen die Richter/Karajan-Aufnahme ???
Was soll da gruselig sein ? Kannnst Du das erläutern ?

Ich finde diese voll OK - auch nach Kenntnis meinen folgend genannten. [...]


Sind wir uns wieder uneins. :D

Diesmal rudere ich aber zurück. "Gruselig" ist sicher zu hart.
Im Vergleich zu meiner persönlichen Referenz (Argerich/Kondrashin) ist Richter/Karajan allerdings enttäuschend. Da hätte was tolles draus werden können - stattdessen dieses IMO eher nichtssagende, völlig unslawische, romantische Geplätscher...
Horowitz mit Szell oder Toscanini ist sicher extrem, höre ich aber dennoch lieber als das. Was habe ich noch zu bieten? Ah ja, Gilels mit Maazel - finde ich auch besser.
Na ja, Lang-Lang/Barenboim unterbietet dann doch die bisher genannten Aufnahmen. IMO unerträglich langweilig.

Viele Grüße,
Pius.

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

49

Mittwoch, 6. Februar 2008, 23:58

Svjatolav Richter hatte ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu Karajan und macht aus seiner Unzufriedenheit mit der Aufnahme des Tschaikowsky-Konzertes keinen Hehl:

"Karajans Benehmen war übrigens nicht sehr angenehm. Als wir eines Tages plauderten, machte ich nebenher die Bemerkung: "Ich bin ein Deutscher." Er antwortete mir: "Also, ich bin ein Chineser." Außerdem gibt es Dinge, die ich ihm nicht verzeihe. Unsere Aufnahme des Konzertes von Tschaikowsky enthält einen skandalösen Fehler, an dem nur sein Starrsinn schuld ist. Das ist im zweiten Satz, als nach der Kdenz das Thema wiederkommt. Er hatte zu schlagen aufgehört, obwohl ich ihn gebeten hatte, mir den Auftakt zu geben. Er weigerte sich hartnäckig, zu tun, was ich bat und was nur der rhythmischen Präzision gedient hätte. Der schreckliche Fehler war die Folge. Herbert Karajan war wohlgemerkt ein großartiger Dirigent. (...) Jewgenij Mrawinsky und Kurt Sanderling waren gewissenhafte Musiker, wahre Dirigenten, mit denen zu musizieren mir Freude machte. Wenn ich die Wahl hatte (...) wollte ich in der Sowjetunion mit ihnen spielen. Später in Europa war es Carlos Kleiber, der größte Dirigent, dem zu begegnen mir beschieden war." (Aus: B. Monsaignon: S. Richter. Mein Leben, meine Musik, S. 253)

Fazit: Das Tschaikowsky-Konzert mit Richter besser mit Mrawinsky oder Sanderling hören! Ich selbst bin natürlich mit der berühmten Horowitz/Toscanini Aufnahme aufgewachsen. Sehr schätze ich außerdem Emil Gilels, Artur Rubinstein und auch Van Cliburn: Er spielt das Konzert mit einer entwaffenden Natürlichkeit! Zudem ist Kondrashin als Begleiter vorzüglich. Letztes Jahr habe ich hier iin Bielefeld m Konzert Andrej Gawrilow gehört, eine sehr eigene - und überzeugende - postmodern-epische Deutung. Leider ist die Studioaufnahme bei EMI nicht zu ertragen - wegen der wirklich (man verzeihe mir den Ausdruck!) saumäßigen Orchesterbegleitung von Ricardo Muti!

Gruß Holger

Also:

Loge

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Beiträge: 683

Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

50

Donnerstag, 21. Februar 2008, 18:02

RE: Welche Karajan-Aufnahme ist die beste?

Zitat

Original von Felipe II.
Ich dachte bis heute, es gäbe nur zwei Aufnahmen von Karajan, aber scheinbar gibt es (mindestens) vier:

Welche ist eurer Meinung nach die beste?


Ich habe die drei Aufnahmen mit Richter Berman und Kissin. Jede dieser drei Einspielungen unterscheidet sich wesentlich von den jeweils anderen.

Aus meiner Sicht die beste Einspielung der drei und eine der besten dieses Klavierkonzerts überhaupt ist die mit Richter. Ich habe sie aktuell mehrmals durchgehört und habe keine blasse Vorstellung, wie Pius auf die Beschreibung „gruselig“ verfallen konnte. [Aber man ist derlei Aberwitz in Bezug auf Karajan als "Watschenmann" hier ja schon gewohnt. Nicht weniger erstaunlich ist es ja, wenn Barockbassflo uns mitteilt, dass die Berliner unter Karajan für heutige Maßstäbe technisch nicht mehr konkurrenzfähig seien, dass man heute „einfach weiter“ sei.] Auch kann ich nicht hören, dass Dirigent und Pianist nicht beieinander wären, wie es hier schon ein paar Mal [nach]erzählt wurde, freilich ohne präzise Angabe, wo das denn der Fall sein soll. Die Einspielung ist geprägt von einer außerordentlich nuancierten, präzisen, klassisch-kultivierten Spielweise aller Beteiligten. Alle Beteiligten spielen mit größter Transparenz und Klarheit. Man kann hier orchestrale Details hören, die in anderen berühmten Aufnahmen kaum je zu hören sind. Alles klingt dabei erstaunlich russisch, die Blechbläser sehr direkt und metallisch. Im 2. Satz kann man zum Ende der Kadenz die von Richter erwähnte Stelle hören, an der die Musik für einen Moment still zu stehen scheint. Freilich ist dies eine Stelle, an der man ohnehin kaum zu atmen wagt. Und die „Verzögerung“ verstärkt dieses starke Gefühl noch, bis sich dann aus dem Nichts heraus in leisestem pianissimo das Orchester wieder unter das Spiel des Pianisten legt. Eine bezaubernde Stelle. Kein Gedanke an Richters vermeintlichen „Fehler“. In der Aufnahme harmonieren Dirigent und Pianist im übrigen vorzüglich.

Die Aufnahme mit Berman aus den 70ern erscheint mir vergleichsweise belanglos. Der Orchesterklang ist (typisch für das Entstehungsjahr) wesentlich kräftiger als in der Aufnahme mit Richter. Die Berliner spielen trotz großen Orchesters gewohnt virtuos. Insgesamt wirkt das Spiel von Pianist und Orchester auf mich aber eher routiniert und wenig mitreißend.

Interessanter ist dagegen wieder die Einspielung mit Kissin. Die Videoaufzeichnung dieses Konzerts ist ein anrührendes Erlebnis: Der „Dinosaurier“ Karajan (eine lebende, aber schon ein wenig jenseitige Legende) musiziert mit dem blutjungen, hochsensiblen Kissin, der ein wenig so wirkt, als wäre es erst am Vortag aus einem Wunderkind-Ei geschlüpft und hätte ansonsten noch wenig von der Welt gesehen. Jemand – ich meine, es war R. Osborne – beschrieb den Verlauf des ersten Satzes dieser Einspielung einmal als eine hochalpine Bergtour, zu der sich der greise Karajan (von Ärzten eigens fit gespritzt) aufmacht. Der Beginn ist vergleichsweise breit und ein wenig behäbig. Schon bei etwa 3:30 ist Karajan dann aber rüstigen Schrittes unterwegs. Und das Ende des ersten Satzes (also nach der Kadenz) gestaltet Karajan in einer Weise wuchtig, dramatisch und packend, wie man es in anderen Einspielungen kaum erlebt. Atemberaubend z. B. wie Karajan am Schluss des ersten Satzes mit den Tutti-Akkorden seines „großen Orchesters“ Kissin regelrecht nachzusetzen bzw. auf die Enden von dessen Oktavläufe zu treten scheint, so eng ist hier das Zusammenspiel. Der zweite Satz ist vergleichsweise langsam gespielt, wodurch seine Schönheiten vollends ausgekostet werden. Der dritte Satz wirkt auf mich wieder hochdramatisch. Insgesamt für mich eine sehr gelungene romantisch-dramatische Lesart des Werkes. Insgesamt besser als die in mancher Hinsicht vergleichbare Einspielung mit Abbado/Pogorelich.

Eine andere herausragende Einspielung neben Karajan/Richter ist für mich übrigens Kondrashin/van Cliburn. Sehr passend erscheint mir hier Holger Kalethas Beschreibung des Klavierparts („mit einer entwaffnenden Natürlichkeit“). Den Orchesterpart hat man aber schon sauberer gehört. Die Einspielung Kondrashin/Argerich empfinde ich dagegen insgesamt als wenig gelungen, weil viel zu schnell. Vieles gerät hier unsauber oder geht in der Hetze unter (diese CD lohnt sich allein wegen des 3. Rachmaninov).

Loge

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51

Donnerstag, 21. Februar 2008, 19:51

RE: Welche Karajan-Aufnahme ist die beste?

Die Karajan-Aufnahmen des Klavierkonzertes von Tschaikowski gehören bei mir seit langem nicht mehr zu den besten Aufnahmen dieses Konzertes.

Wenn überhaupt, dann kann ich mir nur noch Karajan / Richter anhören.

Karajan / Berman ist in der Tat belanglos.

Die Aufnahme Karajan / Kissin enthält sehr schöne Momemte, aber mich stören:

- die zu breit angelegte Einleitung im 1. Satz
- die unverzeihliche Verzögerung des Setzens des 1. Schlussakkordes, nachdem er alles so hervorragend dramatisch gesteigert und zum Siedepunkt gebracht hat

Sehr sehr schade!!!


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52

Donnerstag, 21. Februar 2008, 20:03

Meine Referenz

Hallo Forianer,

diese Aufnahme mit dem jungen Emil Gilels begleitet vom Chicago Symphony Orchestra unter Fritz Reiner führt immer noch ein gewisses Schattendasein:



Klavierkonzert Nr. 1
+Der Nußknacker (Ausz.)
Gilels, Chicago SO, Reiner
Label: RCA , ADD, 55/59

P. Cosse in KLASSIK heute 5 / 98: "Das b-Moll-Konzert mit Gilels hier im Oktober 1955 steht im Zeichen geradezu jugendlicher Fulminanz, souverän eingepaßter Etüdenstrecken, packender Mikroereignisse im rasanten Mittelteil des zweiten Satzes und eines Finales, das in aller Knappheit ein echtes Feuerwerk darstellt."

Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen!

Cliburn / Kondrashin ist sehr gut, aber Gilels / Reiner ist noch besser!

Ruf an alle: Hört euch diese Aufnahme an!


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53

Donnerstag, 21. Februar 2008, 20:13

Meine Alternative

Liebe Taminos,

es gibt noch eine ganz hervorragende Aufnahme des b-moll-Konzertes, die hat aber auch bald 20 Jahre auf dem Buckel, ist aber schon digital aufgenommen.

Ein weiterer Vorteil dieser Doppel-CD ist, dass diese alle drei Klavierkonzerte Tschaikowskis vereint:



Klavierkonzerte Nr. 1-3
Fantasie f. Klavier & Orchester op. 56
Pletnev, The Philharmonia, Fedoseyev
Label: Virgin , DDD, 90

P. Cosse in FonoForum 6 / 91:"In den besten Phasen dieser Partitur liefern sich Solist und Orchester fabelhafte Angriffs- und (lyrische) Rückzugsduelle."

K. Burmester in FonoForum 8 / 91: "Michail Pletnev fasziniert durch unaufdringliche Brillanz, virtuose Frische und klare Konturen mit intellektuell haarscharf durchdachten Details."



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teleton

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54

Freitag, 22. Februar 2008, 10:50

Hallo Liebestraum,

durch meine im Beitrag vom 30.01.08 genatten hochbrillanten LP-Aufnahmen mit
Klavierkonzert Nr.1 mit Grigorij Sokolow, Klavier/ Staatliches SO der UDSSR / Neeme Järvi
Klavierkonzert Nr.2 und 3 mit Igor Shukow, Klavier / Grosses RSO der UDSSR / Roshdestwensky
(Melodiya-Aufnahmen/Eurodisc)
bin ich zur zeit wiedermal auf dem Tschaikowsky-Tripp.

Da ich die o.g.Aufnahmen nicht auf CD bekommen kann, habe ich ein paar andere ins Auge gefaßt, die dem russischem Charakter entsprechen sollten:

1. Postnikowa/Wiener Sinfoniker/ Roshdestwensky

Decca, 1996, DDD

:) Hier gefällt mir der kraftvolle fulminante Zugriff von Rosh mit seiner Victoria nur beim KK Nr.1 und 2 gut, wenngleich ich das langsame Tempo der Postnikowa nicht immer so so erbaulich finde.
Der erste Satz des KK Nr.2 dauert mit 24:40 hier länger als der des 1.KK mit 22:56.
:yes: Da ist mir Richter/Karajan mit 22:07 lieber und Rudi/Jansons mit 20:59 schon sehr angenehm.
Sehr gut ist der orchestral zupackende Gestus durch Roshdestwensky in diesen beiden Konzerten, den er schon TOP mit Shukow zeigte.

:no: Das KK Nr.3 hingegen finde ich mit Postnikowa total am Ziel vorbeigeschossen. Hier wird von Beiden ein romatischer Schinken, pianistisch perfekt, präsentiert indem das Tempo total verschleppt wird. Der Satz dauert wahnsinnige 18:14 (gegenüber Pletnev (14:36) und alles wird bei ihr romantisierend ausgekostet. Postnikowa scheint ein völlig anderes Bild von dem Konzert zu haben und sich an keiner Vorbildinterpretationen zu orientieren.
Ihr Mann Gennadi versucht noch das Beste daraus zu machen. Das ist mein Eindruck.

2. Die von Liebestraum genannte Vigin-Doppel-CD mit
Pletnev, The Philharmonia, Fedoseyev (Virgin , DDD, 90)
ist bereits zu mir aus Florida unterwegs.
Die mir in einem anderen Forum gegebenen Spielzeiten zeigen mir schon jetzt, dass ich mich wahnsinning auf diese Aufnahme freuen kann:
Beim KK Nr.2 1.Satz 19:39 (Pletnev) gegenüber 24:40 (Postnikowa) !
Ich finde eine flotte Herangehensweise wesentlich packender, als langes zum Zerfall führendes auszelibrieren.
:hello: Ich werde berichten in wie weit Pletnew mich zufriedengestellt hat.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Thomas Pape

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Samstag, 23. Februar 2008, 21:07

RE: Welche Karajan-Aufnahme ist die beste?

Zitat

Original von Loge
[Aus meiner Sicht die beste Einspielung der drei und eine der besten dieses Klavierkonzerts überhaupt ist die mit Richter. Ich habe sie aktuell mehrmals durchgehört und habe keine blasse Vorstellung, wie Pius auf die Beschreibung „gruselig“ verfallen konnte. [Aber man ist derlei Aberwitz in Bezug auf Karajan als "Watschenmann" hier ja schon gewohnt. Nicht weniger erstaunlich ist es ja, wenn Barockbassflo uns mitteilt, dass die Berliner unter Karajan für heutige Maßstäbe technisch nicht mehr konkurrenzfähig seien, dass man heute „einfach weiter“ sei.]
Loge


Da muß ich nun doch Widerspruch einlegen. Der guten Ordnung halber die kurze Korrektur, daß von Karajan nicht seine Berliner, sondern die Wiener Sinfoniker dirigiert. Daß diese Aufnahme zu den besten des Konzertes zählen soll, mag ich nicht unterschreiben (auch wenn's mich dabei nicht gruselt). Daß Solist und Dirigent sich nicht unbedingt mögen, ist bereits im ersten Satz nicht zu überhören. Ich empfehle hier den Vergleich Richter/Mrawinsky - eine Aufnahme, bei der mich allerdings das extrem hohe Tempo der Introduktion stört - um festzustellen, daß gegen Ende des ersten Satzes bei von Karajan Richter in eine Tempo-Korsett gespresst wird, in dem er sich nicht wohl fühlt.

Freilich, mein Liebling Ciccolini kann bei diesem Konzert, das er 1958 unter der Leitung von Constantin Silvestri auch nicht punkten, was nun die Top-Präferenz betrifft (was nichts daran ändert, daß ich diese Einspielung sehr schätze). Die ist für mein Verständnis die Cherkassky/Ludwig-Aufnahme.


Bei allem Respekt vor Herbert von Karajan, diese Platte zählt für mich persönlich nicht zu seinen Glanzleistungen. Was man dem Mann vielleicht gar nicht vorwerfen muss. Manche Künstlerkombinationen funktionieren einfach nicht.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
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teleton

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Sonntag, 24. Februar 2008, 12:24

RE: Shura Cherkassky auf HELIODOR / Pletnev auf VIRGIN

Hallo Thomas und alle Tschaikowsky-KK-Freunde,

Shura Cherkassky/Ludwig war sogar meine erste als Jugendlicher gekaufte Platte von den Tschaikowsky KK (diese habe ich lange nicht mehr).
Es war wirklich eine gute Interpretation, aber die Klangqualität hat mit heutigen Maßstäben nicht mehr viel zu tun, weshalb ich später nicht weiter nach dieser Aufnahme gesehen habe.

Das war bei mir allerdings nicht die abgebildete DG-CD, sondern eine HELIODOR-LP und eine Mono-Aufnahme, die nachträglich "verstereoisiert" wurde.

Ich habe in den letzten Tagen nochmal in die Richter/Karajan-Aufnahme reingehört. Zustimmung, denn ich habe auch den Eindruck, dass Karajan offenbar Richter sein Tempo gegen Schluß des 1.Satzes aufdrückt.
Trotzdem bleibt dies für mich eine gerne gehörte Aufnahme.


:yes: Von ganz anderem Kaliber sind da die
Pletnev/Fedossejew-Aufnahmen (VIRGIN), die ich am Freitag erhalten habe.


VIRGIN, 1990, DDD

Die Virtuosität Pletnevs fastziniert. Da wird nichts romantisierend verschleppt,
woran die straff gewählten Spielzeiten KK Nr. 1 - 20:31-7:01-6:55 natürlich auch ihren Anteil haben.
Auch der letzte Satz steht dem Ersten an Virtuosität nicht nach und wird mit Pomp und Gloria beendet.
Die russisch anmutende Orchesterbegleitung durch Fedossejew mit dem Philharmonia Orchestra London läßt keinen Westdirigenten vermuten und die Schlüsse und Fortestellen sind knallhart - so soll es sein - eine Aufnahme mit BISS.

Diese Pletniev-Aufnahmen knüpfen Qualitativ an meine EURODISC_LP-Aufnahmen mit
Klavierkonzert Nr.1 - Grigorij Sokolow, Klavier/ Staatliches SO der UDSSR / Neeme Järvi
Klavierkonzert Nr.2 und 3 - Igor Shukow, Klavier / Grosses RSO der UDSSR / Roshdestwensky (Melodiya-Aufnahmen/Eurodisc) an und gehören für mich fortan mit diesen zu den Besten.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Thomas Pape

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Sonntag, 24. Februar 2008, 13:26

RE: Shura Cherkassky auf HELIODOR / Pletnev auf VIRGIN

Zitat

Original von teleton

Das war bei mir allerdings nicht die abgebildete DG-CD, sondern eine HELIODOR-LP und eine Mono-Aufnahme, die nachträglich "verstereoisiert" wurde.



Du hast recht, lieber Wolfgang, das war eine absolute Unsitte seinerzeit, Mono-Aufnahmen zu stereophonisieren. Allerdings hatte ich nicht das Pech, die Heliodor-Platte zu besitzen. In meinem Elternhaus gab's die Pressung aus dem Jahre 1961, bei der das KK mit den beiden Cherkassky-Zugaben "Boogie-Woogie Etude" (Morton Gould) und "The Zouaves Drill" (Augusta Mana-Zucca) gekoppelt war. Original-Mono. Und das Label hatte noch den schönen Tulpenkranz. Wenn ich die Platte heute höre (mehrfach gewaschen mithin), klingt sie doch ausgesprochen transparent und klar, so daß Du es durchaus mit der CD versuchen könntest.

Zitat

Original von teleton
Klavierkonzert Nr.2 und 3 - Igor Shukow, Klavier / Grosses RSO der UDSSR / Roshdestwensky (Melodiya-Aufnahmen/Eurodisc) ... gehören für mich fortan mit diesen zu den Besten.


Volle Zustimmung bezgl. des KK.2. Die Shukov-Platte (bei mir Melodija-ETERNA) ziehe ich der Einspielung der Leonskaya vor. Ich höre sie alternierend mit der von Cherkasky unter Richard Kraus.

Deine Beschreibung macht Lust auf den Pletnev. Schaun' mer mal....

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
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58

Mittwoch, 19. November 2008, 16:26

Erwähne dies "nur", weil es erstaunlicherweise noch niemand anders getan hat: nicht meine einzige Lieblingsaufnahme des Klavierkonzertes Nr. 1 (der Pferdefuss ist ausgerechnet Szells handwerklich korrektes, aber wenig inspiriertes Dirigat, was ohne Zweifel daher rührt, dass er das Konzert, wie er Horowitz einmal sagte, für ein "piece of shit" hielt - anstatt im Orchesterpart einfach hübsch Balleteskes darin zu entdecken, wie Kondrashin das für Van Cliburn konnte, oder den Solisten Feuer unterm Hintern zu machen à la Toscanini), ich kenne auch keine rundum perfekte Einspielung (bei Horowitz/Toscanini haperts für die meisten wohl doch zu sehr an der Klangqualität), aber was Graffman dem Klavierpart an Tiefgründigkeit zu entlocken mag, macht diese Aufnahme von 1969 zu einer der interessantesten überhaupt:



Bei den Einspielungen der Klavierkonzerte Nr. 2 & 3 von 1965 mit Ormandy stimmt dann alles, bessere kenne ich nicht. Nebenbei bemerkt enthält das Set noch Graffmans 1962er Balakirev Islamey, wiederum eine der bestgespielten Aufnahmen, die ich davon kenne (plus seine vergleichsweise verzichtbaren Mussorgsky Bilder einer Ausstellung).

Liebe Grüsse aus der Schweiz, David.

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59

Mittwoch, 19. November 2008, 20:18

Richter/ Sanderling

Zitat

Original von Dr. Holger Kaletha
Fazit: Das Tschaikowsky-Konzert mit Richter besser mit Mrawinsky oder Sanderling hören!


Hallo,

TSCHAIKOWSKY KK Nr.1 mit Richter/Sanderling??

Also ich kenn wirklich 'ne Reihe Richter-Diskographien, aber d i e taucht nirgendwo auf.
Ich besitze neben Richter/Mravinsky noch Richter/Ancerl. Diese beiden Aufnahmen dürften (neben Richter/Karajan) auch recht bekannt sein.
Daneben hat Richter das Konzert auch noch z.B. mit Kondraschin und Rachlin gespielt.

Mit Richter/Sanderling gint es z.B. Rachmaninov KK 1 & 2.

Gruß pt_concours
Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

Accuphan

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Mittwoch, 19. November 2008, 23:03

N'Abend!
Kennt hier jemand diese Aufnahme mit Sudbin?



In Gramphone einst hoch gelobt, als mitreißend und begeisternd.

Beste Grüße
Accuphan
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