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Herbert Henn

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31

Freitag, 27. Oktober 2006, 08:44

Salome

Hallo ulfk179,

der Tanz wurde bei der Uraufführung von einer Tänzerin ausgeführt, aber nur der Figur von Frau Wittich wegen.
Der Tanz müßte ansonsten problemlos stattfinden. Laut Strauss soll er mit dezentesten Bewegungen ausgeführt werden. Was man heute zu sehen bekommt, sind die Wunschträume von Regisseuren und Choreographen.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

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32

Freitag, 27. Oktober 2006, 09:06

RE: Salome

Zitat

Original von Herbert Henn
der Tanz wurde bei der Uraufführung von einer Tänzerin
ausgeführt,aber nur der Figur von Frau Wittich wegen.
Der Tanz müßte ansonsten problemlos stattfinden.Laut
Strauss soll er mit dezentesten Bewegungen ausgeführt
werden.Was man heute zu sehen bekommt,sind die
Wunschträume von Regisseuren und Choreographen.
Ob ein "dezenter" Tanz zu der Musik und dem Inhalt und der Atmosphäre des Stückes paßt, lasse ich mal dahingestellt. Aber es ist selbstverständlich richtig, dass "Tanz der 7 Schleier" keineswegs implizieren muß, dass die Tänzerin am Ende nackt ist.
Es sollte jedoch dem Zuschauer irgendwie klar werden, dass der Tanz dazu beiträgt, Herodes vor Lüsternheit beinahe um den Verstand zu bringen, sonst würde er nicht Blankozusagen machen...

viele Grüße

JR

PS.: Herbert, warum sind deine Postings immer mit Leerzeilen dazwischen formatiert?
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Herbert Henn

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33

Freitag, 27. Oktober 2006, 09:44

RE: Salome

Hallo Johannes,

hier ein Zitat aus der Strauss-Biographie von Otto Erhardt :
"Zum Tanz der Sieben Schleier schlagen die Musikanten auf klirrenden, rasselnden Instrumenten primitive Synkopen eines betäubenden Lärms an. Aber Salome winkt ihnen ab, worauf der wilde Rhythmus sofort abgedämpft und in eine sanft wiegende Weise übergeleitet wird. Mit dieser sinfonischen Fantasie wurde eine neue Bewegungsform geschaffen. Es ist kein Ballett, sondern Ausdruckstanz, kein erotischer Exhibitionismus, sondern verinnerlichtes Seelengemälde, ein Tanzgedicht in dem alles auf den dramatischen Konflikt bezogen ist".

:hello:Herbert.

( PS Die Leerzeilen mache ich,wenn ich nur wenig schreibe,
damit es nach mehr aussieht. ;))
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faun

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34

Freitag, 27. Oktober 2006, 09:48

servus herbert

ist das jetzt aussage richard strauss oder aussage otto erhardt,
dass der tanz in dieser weise (eher innerlich) zu interpretieren ist?

steht eigentlich in der partitur darüber etwas?

faun
die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

Herbert Henn

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35

Freitag, 27. Oktober 2006, 10:21

Salome

Servus Faun,

in der Partitur steht das Salome die wilden Rhytmen mit einer Geste in die sanfteren Känge überleitet. Das andere ist von O.Erhardt, wie Du wahrscheinlich weißt, einem Opernregisseur und Mitarbeiter von Strauss.
Strauss selber schrieb, daß der Tanz dezent sein soll. So wie die orientalischen Mädchen tanzen.

(Ich selber stelle es mir wie eine Art Bauchtanz vor.)

:hello: Herbert
Tutto nel mondo è burla.

36

Samstag, 28. Oktober 2006, 11:35

Wie berichtet wird, riss Angela Denoke in der gestrigen Salome-Vorstellung während des Tanzes der Träger ihres Kleides, so daß sie in wesentlich größerem Umfang als inszenierungsmäßig geplant "oben ohne" auftreten mußte... Das paßt dazu, daß "Salome" zu den Opern gehört, über die es die meisten Stories und Anekdoten gibt: von Christel Goltz, die beim Tanz beinahe in die Zisterne fiel, über Anja Silja, die massive stimmliche Probleme hatte und vor dem Schlußgesang dem Propheten voller Verzweiflung freiwillg hinterhersprang, bis zu Kurt Rydl, der bei einem Gastspiel in Teheran nacheinander gleich fünf Rollen in einer Vorstellung übernahm!

brighella

unregistriert

37

Donnerstag, 22. März 2007, 21:40

...und dann gab es noch jede Menge Nackedeis als Salome, die hübscheste zweifellos Maria Ewing, dann die Malfitano, die Mattila (shocking!); in Dresden zog sich kürzlich stattdessen wohl der Herodes aus, was sicher nur wenige interessierte.

Der-wonnige-Laller

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38

Montag, 20. August 2007, 17:05

Morgen gibt es auf WDR 3 um 14:45 einen Bericht über eine neue Einspielung des Schlussmonologs mit Nina Stemme und die (Film-)Aufnahme mit Teresa Stratas.

http://www.wdr.de/radio/wdr3/sendung.pht…jektart=Sendung
Lieben Gruß!

Clemens

************************************

"Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen."

a.b.

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39

Montag, 10. März 2008, 22:20

Alles schön und gut (oder schlecht und recht) bislang; welches sind aber nun die Aufnahmen, die man unbedingt kennen lernen sollte?

Danke!
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

Klawirr

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40

Montag, 10. März 2008, 22:38

Eine »Salome« die man unbedingt kennenlernen muß, muß Christl Goltz haben. Am besten gleich ihre früheste Einspielung von 1948 unter der Leitung von Joseph Keilberth:



Das ist ein absoluter HAMMER!! Das ist die EINE »Salome«, die man haben muß! Fesselnd, Adrenalin-durchpulst, hysterisch, voller Gewalt und Klang-gewordenem Begehren. Die Diktion der Sänger und die Textverständlichkeit sind absolut vorbildlich, Keilberths Dirigat transparent ohne daß dies auf Kosten der atmosphärischen Dichte ginge.

Wenn man eine haben muss, ist es diese.

Ganz herzlich,
Medard

Harald Kral

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41

Montag, 10. März 2008, 22:42

Meine Empfehlungen - so aus dem Hut:

1) DVD:



Zitat

Catherine Maltitano als Salome ist eine Urgewalt. Wohl keine Sängerin hat vor ihre diese Rolle mit soviel Erotik, Verführungskraft und morbider Verdorbenheit ausgestattet. Mit ihren Partnern Bryn Terfel als Jochanaan und Christoph von Dohnányi am Pult machte sie diese Inszenierung zur definitiven Salome der 90er Jahre. Vor Christi Geburt: Die jüdische Prinzessin Salome gegehrt den Propheten Jochanaan, der von ihrem Stiefvater, König Herodes, gefangen gehalten wird. Als Jochanaan sie verschmäht, verführt Salome den ihr verfallenen König, denn nun will sie Jochanaans Kopf...


2) als CD:


Künstler: Behrens, Dam, Böhm, Baltsa, Wien PO, Karajan
Label: EMI , ADD, 77

LG
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

oper337

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Dienstag, 11. März 2008, 06:31

RE: Salome, die Tochter der Herodias, Prinzessin von Judäa.

Mir wird Ljuba Welitsch immer in Erinnerung bleiben!

Diese Frau hatte ja eine etwas üppige Körperfülle, aber sie war als Salome einmalig, stark im Ausdruck und auch im Tanz, den sie regelmäßig machte, begeisterte sie von Wien aus bis zur MET.

Wenn Narraboth singt: "Wie schön ist die Pinzessin Salome heute Nacht", da musste ich ihm Recht geben.

Übrigens gibt es da einen Mitschnitt aus der MET vom 4.2.1949, ich liebe diese Mitschnitte.
1. weil auch nicht immer alles so perfekt ist, wie in einer Studioaufnahme, und
2.bei manchen aus der Wiener Staatsoper war ich dabei, da aber nicht.

Salome - Ljuba Welitsch,
Herodias - Kerstin Thorberg,
Herodes - Frederick Jagel,
Johanaan - Herbert Janssen,
Narraboth - Brian Sullivan,
1. Soldat - Jerome Hines

Orchester der MET unter Fritz Reiner

Herbert Henn

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43

Dienstag, 11. März 2008, 07:42

RE: Salome,die Tochter der Herodias,Prinzessin von Judäa.



Hier ist noch ein Mitschnitt aus der "Met".

:hello:Herbert.
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Harald Kral

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Freitag, 8. August 2008, 14:57

Salome aus Dresden

Im Jahre 2005 gab es in der Dresdener Semper-Oper eine spektakuläre Neuinszenierung der Salome, die auch vom Fernsehen aufgezeichnet und ausgestrahlt wurde.
Am kommenden Samstag, dem 16. August, bringt 3sat eine Wiederholung der Sendung:

Samstag, den 16.08.2008 - 20:15 Uhr

Richard Strauss: Salome

Drama in einem Aufzug nach Oscar Wilde
Es spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden unter
der Leitung von Kent Nagano
Aufzeichnung aus der Semperoper in Dresden, 2005

Salome Evelyn Herlitzius (Sopran)
Herodes Wolfgang Schmidt (Tenor)
Herodias Dagmar Peckova (Mezzosopran)
Jochanaan Alan Titus (Bariton)
Narraboth Martin Homrich
u.a.

Inszenierung: Peter Mussbach
Fernsehregie: Georg Wübbolt

Zitat

Salome, Stieftochter des Herodes, verzehrtsich nach dem gefangenen Propheten Jochanaan. Als dieser auf ihre Verführungsversuche nicht reagiert, rächt sich Salome: Sie tanzt für Herodes den Tanz der Sieben Schleier und fordert als Lohn den Kopf Jochanaans auf einem silbernen Tablett. Der Wunsch wird ihr gewährt, nun kann sie ihr Verlangen stillen und den Propheten küssen.
Wenn das Schlagwort "Skandalerfolg" auf ein Werk zutrifft, dann auf "Salome". Allein das Libretto nach dem gleichnamigen Stück von Oscar Wilde war zu Beginn des letzten Jahrhunderts nicht nur im wilhelminischen Deutschland eine Provokation. "Es tut mir leid, dass Strauss diese 'Salome' komponiert hat, ich habe ihn sonst sehr gern, aber er wird sich damit furchtbar schaden", befand Kaiser Wilhelm II. nach der Uraufführung der Oper an der Dresdner Hofoper am 9. Dezember 1905. 2005 jährte sich die Uraufführung der Oper zum 100. Mal. Anlass für die Dresdner Semperoper, das Werk in einer neuen Inszenierung vonPeter Mussbach zu präsentieren. Mussbach setzte die Oper als Kammerstück um, in der jeder Figur eine bestimmte Rolle zukommt: Salome, die erotisch-laszive Kindfrau, symbolisiert das Neue, das Anderssein, Jochanaan ist der Katalysator, der den Umwälzungsprozess in Gang bringt, Herodes begreift diese Entwicklung zwar, bleibt aber bewusst dem Alten verhaftet.


LG

:hello:
Harald

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oper337

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Freitag, 8. August 2008, 16:17

RE: Salome,die Tochter der Herodias,Prinzessin von Judäa.



Mit Eva Marton als Salome und Brigitte Fassbaender als Herodias und ein besonders intelligenter Herodes- Heinz Zednik.
Bernd Weikl auch ein wunderbarer Jochanaan.

Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

Theodora

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46

Montag, 22. September 2008, 04:25

RE: Salome

Liebe Taminos,

Der Wonnige Laller schrieb bezüglich Salome-Gesellschaft:

Zitat

In der Salome-Welt kommt Liebe aber praktisch überhaupt nicht mehr vor. Und so Unfähig alle Figuren zur Liebe sind, so unmöglich ist es ihnen, miteinander zu kommunizieren. In dem ganzen Stück wird permanent aneinander vorbei geredet. Schon der erste Dialog zwischen Narraboth und dem Pagen zeigt das sehr deutlich. Auch Herodes und Herodias haben sich inhaltlich eigentlich nichts zu sagen und führen einen ständigen Ehe- und Machtkampf, der dem Religionskrieg zwischen den Juden und den Nazarenern in nichts nachsteht. Ein Kind wie Salome, daß in eine solche Welt geboren wird, ohne Liebe, ohne Zuneigung, ohne Kommunikation, muss zwangsweise pervertieren und seelisch verkümmern.

@Laller
das hast Du wirklich wunderschön formuliert! So wie Wilde und (was ich besser kenne) Beardsley das in ihrem Wort/Bild andeuten, genauso wird es sein wie Du sagst. Außerdem wollte ich daran erinnern, dass die Zeit, in der die Vorlage erschien, ja die Zeit der aufkommenden Decadance war, also dieses Äußerliche, dieses Unehrliche, dieses Lieblose sollen meiner Vorstellung nach genau die Beweggründe gewesen sein, die ganze Story überhaupt aufs Tapet zu bringen. Bravo, war wirklich gut gesagt!

@Alle
Ich war wirklich erstaunt, liebe Taminos, dass bei Euren Lieblingsaufnahmen und Sängerinnen der Salome Ljuba Kazarnovskaya mit keinem Wort erwähnt wurde! Unglaublich! Meiner Ansicht nach ist sie DIE perfekte Salome unserer (bin noch nicht alt :baeh01:) Zeit! Ich habe sogar die Anekdote gelesen, dass der Enkel Strauss´, der bei ihrer Darbietung zugegen war, gesagt haben soll, sein Großvater muss diese Frau gemeint haben als er die Oper komponierte: schöne, leichte mädchenhafte Stimme, jedoch mit verführerischen Intonationen, schlankes salometaugliches Aussehen (keine Wagner-Kanone!) unglaublich souveränes Schauspiel und - natürlich! - ein Schleiertanz der Superlative! Dezent, genauso wie das in der Partitur stehen soll, nicht wie die wilden Zuckungen einer Ewing. Kazarnovskaya wurde von Karajan entdeckt und hatte Schauspiel studiert bevor sie Sängerin wurde, deswegen kann ihr in Punkto Ausdruck eine "normale" Sängerin natürlich nicht das Wasser reichen.

Meine Herren, die Aufnahmen und Video mit Kazarnovskaya ist jedem Salome-Fan ans Herz zu legen! Ich meine, Vorkriegszeiten sind gut, aber!..

Alles Liebe,
Eure

Theodora
Ein Ton, der aus dem Herzen kommt, geht dem Hörer zu Herzen, vielleicht weiß er nicht einmal, was eigentlich ihm solche Freude bereitet, was ihn so zufrieden und glücklich macht. (Leo Slezak)

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Theodora« (22. September 2008, 04:48)


Herbert Henn

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Montag, 22. September 2008, 13:19

RE: Salome

Liebe Theodora,

Die Sängerin Kazarnovskaya ist wirklich außerordentlich gut in Stimme und Darstellung, ich würde sie noch vor B. Nilsson nennen, weil sie eine jugendlichere, mädchenhafte Salome auf die Bühne bringt. Sie ist meiner subjektiven Meinung nach, eine würdige Nachfolgerin von Ljuba Welitsch und Maria Cebotari, die allerdings nicht übertroffen werden können.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Theodora

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Dienstag, 23. September 2008, 19:19

RE: Salome

Ach, lieber Herbert,

ist es denn überhaupt möglich, eine Divina zu übertreffen? Eine noch bessere Frage ist es - ist so etwas überhaupt nötig? Callas bleibt Callas, Cebotari Cebotari und fertig, es ist auch gut so. Es ist ja gerade das Tolle, dass man immer neu überrascht und fasziniert werden kann und wird! Ausserdem - würdest Du die Künstlerin selbst fragen, würde jede, glaube ich, niemals jemand anders sein wollen als nur sich selbst!

Was mich an Deinem Beitrag wirklich sehr überrascht hat, ist die Tatsache, dass Du B. Nilsson und Ljubow Kazarnovskaya im selben Atemzug nennst - ihre Typen und Stimmen können unterschiedlicher nicht sein!

Ich habe die Videos von den beiden als Salome gesehen und muss sagen, die grosse Birgit erschien mir nun wirklich überhaupt nicht für diese Rolle passend zu sein. So viel innere Stärke und Energie kann ich persönlich mit der Figur des verwöhnten und lustbetonten, gleichzeitig aber gefühlsunerfahrenen Mädchens nun wirklich gar nicht in Verbindung bringen!

Erklär mir doch bitte mal, was Deine Vergleichsbasis ist! vielleicht kann ich das dann auch nachvollziehen?

Alles Liebe,
Deine gespannte

Theodora
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oper337

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49

Dienstag, 23. September 2008, 19:30

RE: Salome

Ich habe in meiner Stehplatz - Zeit einmal eine Sängerin gesehen und auch gehört, die blendend aussah

und noch nicht im hohen Alter stand:

Margeret(?) Tynes.

Habe von ihr sogar am Bühnentürl ein Foto - als Salome bekommen.

Aber eines sei gesagt, ich habe nach dem Salome "Gastspiel" nie mehr etwas von ihr gehört.

Lieb Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

Theodora

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50

Dienstag, 23. September 2008, 19:38

RE: Salome

Lieber Peter,

ist das Foto denn immer noch da? Du könntest das ja reinstellen und über den Gesang ausführlich berichten, dann braucht man kein Kino mehr :D :D :D

Alles Liebe,
Deine

Theodora
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oper337

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Dienstag, 23. September 2008, 19:43

RE: Salome, die Tochter der Herodias, Prinzessin von Judäa.

Auf etwas wäre ich schon gespannt, woher hatte Oscar Wilde den Namen dieser Prinzessin?

Im Neuen Testament wird nämlich nur von der Tochter der Herodias gesprochen, d.h. geschrieben.

Weder bei den Synoptikern (Markus, Matthäus und Lukas) noch bei Johannes.

Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

Zwielicht

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Dienstag, 23. September 2008, 20:01

RE: Salome, die Tochter der Herodias, Prinzessin von Judäa.

Zitat von »oper337«

Auf etwas wäre ich schon gespannt, woher hatte Oscar Wilde den Namen dieser Prinzessin?

Im Neuen Testament wird nämlich nur von der Tochter der Herodias gesprochen, d.h. geschrieben.

Weder bei den Synoptikern (Markus, Matthäus und Lukas) noch bei Johannes.

Der Name "Salome" für die Tochter der Herodias taucht schon bei Flavius Josephus in den Ende des 1. Jh. n. Chr. verfassten Antiquitates Judaicae auf (Buch XVIII, Kap. 5). Da Flavius Josephus bzw. seine Werke im Mittelalter intensiv rezipiert wurden, war der Name "Salome" für diese biblische Figur bereits damals gebräuchlich.

Viele Grüße
Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

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Dienstag, 23. September 2008, 20:10

RE: Salome, die Tochter der Herodias, Prinzessin von Judäa.

Lieber Bernd!

Da aber Flavius Josephus kein Schriftsteller der christlichen Bibel war, aber Johannes der Täufer, in dieser Oper, zitiert wird,

greife ich zuerst zur Bibel.

Aber bei Flavius Josephus hast Du natürlich vollkommen Recht, von diesem jüdischen Schriftsteller, um 70 n. Chr., aus habe ich es nicht betrachtet. Danke.

Lieb Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :hello: :hello:

Herbert Henn

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Dienstag, 23. September 2008, 20:38

RE: Salome

Liebe Theodora,

ich favorisiere für die Rolle der Salome ein Timbre, das ein pubertierendes, verwöhntes, sich langweilendes 17 jähriges Mädchen glaubhaft macht. Das ist aber erst mit Ljuba Welitsch verwirklicht worden. Es ist auch sehr schwer, dieses Rollenkonzept umzusetzen; weil die Partie eigentlich eine hochdramatische Sängerin verlangt, wie eben auch die Nilsson eine war. Die haben aber nie diese Jungmädchenstimme, schon weil sie meist erst im fortgeschrittenen Alter an diese Rolle kommen. Die Sängerin Kazarnonovskaya (laß mich diesen Namen bitte nicht nochmal schreiben) entspricht meiner Vorstellung von einer Salome. Bei aller Mädchenhaftigkeit hat sie dennoch die nötige stimmliche Durchschlagskraft und deswegen habe ich sie in dieser Rolle der großen Nilsson, die in aller Welt eine gefeierte Salome war vorgezogen.

:hello:Herbert.
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Harald Kral

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Dienstag, 23. September 2008, 20:49

Salome

Lieber Herbert,

Deine Beschreibung einer idealen Salome könnte in der heutigen Zeit nach meinen bescheidenen Beobachtungen noch am besten auf Francesca Patané zutreffen (vielleicht kann sich jemand an ihr Essener Debut als Salome erinnern).

Letztes Jahr in Rom hat sie jedenfalls ziemliches Aufsehen erregt.
Hier ein (zensiertes) Foto.

LG

:pfeif: :pfeif:
Harald

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oper337

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56

Dienstag, 23. September 2008, 20:54

RE: Salome

Zitat

Original von Theodora
Lieber Peter,

ist das Foto denn immer noch da? Du könntest das ja reinstellen und über den Gesang ausführlich berichten, dann braucht man kein Kino mehr :D :D :D

Alles Liebe,
Deine

Theodora


Liebe Theodora!

Ja, das Foto ist noch da, aber ich muss es scannen, sie ist als Salome abgebildet und schaut blendend aus, nur wird es wegen der Copyrigth Verträge nicht gehen, es hier hereinzustellen.

Außerdem müsste ich da unsere liebe Maggie wieder ersuchen es reinzustellen,da ich zu ungeschickt bin, bin schon froh, dass ich weiß wie die Covers reingehen.

Liebe Grüße aus Wien sendet Dir Peter. :hello: :hello: :hello:

Theodora

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57

Dienstag, 23. September 2008, 22:01

RE: Salome

Liebe Taminos,

@Herbert
das hast Du wirklich sehr gut verständlich machen können, über diese Sichtweise dieser Partie habe ich auch gelesen. Es gilt nicht umsonst als eine der schwierigsten Partien überhaupt, und zwar nicht nur von der technischen Seite, sondern eben gerade wegen der schauspielerischen, die Planke ist vom Autor ja wirklich sehr hoch gesetzt.

Interessanterweise wird die Oper trotzdem regelmäßig aufgeführt, so wie ich das verstehe, obwohl die Hauptaprtie (aber auch andere, Männerpartien) so schwer umzusetzen ist. Mit den anderen, ähnlich schwierigen opern, wie etwa "L´Europa reconosciuta" von Salieri ist es ganz angers gekommen: In einem anderen THread habe ich gelesen, dass es überhaupt nur eine einzige moderne Konserve davon gibt, und die kann man nur iaus den USA bekommen. So eine Entwicklung ist doch interessant, wieso eine oper trotz aller Schwierigkeiten lebt und die andere vergessen wird...

@Peter
Das kann man vielleicht einfach mal versuchen mit dem Foto! Dann taucht vielleicht jemand auf, der Bescheid weiß was mit der Karriere dieser Sängerin geschehen ist, dann haben wir alle was davon *war nur n Scherz* :D

@Harald
Ist sie wirklich nackt oder ist es nur gefälscht? Ich habe gelesen, die Ewing war die Einzige, die sich richtig als Salome ausgezogen hat! Und kann man den Gesang von Patne hören?

Alles Liebe,
Eure

Theodora
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58

Dienstag, 23. September 2008, 22:08

RE: Salome

@Theodora

Das Foto von Margaret Tynes findest Du hier!

Es gibt übrigens einen Schweizer Radiomitschnitt der Rossini-Oper "Moses in Ägypten", da singt sie die Amalthea.

LG

:hello:
Harald

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Dienstag, 23. September 2008, 23:10

RE: Salome

Zitat von »Theodora«

@Harald
Ist sie wirklich nackt oder ist es nur gefälscht? Ich habe gelesen, die Ewing war die Einzige, die sich richtig als Salome ausgezogen hat! Und kann man den Gesang von Patane hören?

Sie ist nicht »wirklich nackt« sondern hat (wenn man die Details denn wirklich wissen will) eine Art Ganzkörperstrumpfhose mit seltsamen Applikationen vor den Brustwarzen an ... ;) Ist auf eine IMO eher lächerliche und vulgäre Art obszön.
Frau Patanes Gesang kann man hören - ob man ihn auch hören will, steht auf einem anderen (Feigen)Blatt.

Die »Nackt-Szene« von Frau Ewing ist übrigens auch nur halb so skandalös, wie gemeinhein kolportiert wird. Ungefäht 3-5 Sekunden im heftigen Gegenlicht der Scheinwerfer. Dürfte eigentlich niemanden wirklich erschüttert haben. Ihr Gesang war IMO allerdings deutlich besser als der von Patane.

Viele Grüße,
Medard

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Dienstag, 23. September 2008, 23:35

Woher kommt eigentlich die Idee, daß der Schleiertanz nicht nur irgendein erotischer Tanz, sondern ein Striptease sein soll?
Ist das bei Wilde so gedacht? oder bei Strauss?
Bei allem schwülen fin-de-siecle-Eroto-Exotizismus ist das Stück doch als einigermaßen realistisch gedacht. Im Orient des ersten Jahrhunderts ist es kaum denkbar, daß die Prinzessin vor einer größeren Festgesellschaft einen Strip hinlegt und auch gar nicht notwendig, um dem alten Bock Herodes den Kopf zu verdrehen. Ebenso war es in der Oper 1905 undenkbar, war so schon skandalös genug.

Matthäus 14, ab Vers 6: Da aber Herodes seinen Geburtstag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel Herodes wohl. Darum verhieß er ihr mit einem Eide, er wollte ihr geben, was sie fordern würde.

Es sei denn bei Josephus finden sich präzisere Angaben ;)

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

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