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Dr. Holger Kaletha

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

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Mittwoch, 11. Juli 2018, 07:27

"Don Giovanni" in Münster, Vorstellung vom 10.7.2018

Der Don Giovanni ist ein philosophisches Thema, deshalb fasse ich mich ganz kurz. Wie dem Gespräch zwischen Regisseur Christian von Götz und Dramaturg Ronny Scholz zu entnehmen wollte das Regieteam weg von der Romantisierung des Stücks, welche in Don Giovanni einen tragischen Helden sieht und zurück zur ursprünglichen Bedeutung des Stücks, das es im 18. Jhd. hatte, nämlich die einer Komödie. Das ist ihnen mit dieser Inszenierung im Stile der Commedia dell´ Arte auch wirklich geglückt. Nein, Don Giovanni ist keine tragische Figur, das finde ich auch ist eine romantisch-dramatisierende Überzeichnung. Durch die Inszenierung als Komödie wird klar, dass die Frauen-Figuren in sich alle etwas vom Don Juanismus haben, was sie sich eben nur nicht so skrupellos auszuleben trauen. Einzig Donna Elvira hat wirklich tragische Züge, weil sie von einem inneren Konflikt bestimmt wird, während die anderen Figuren sich letztlich nur hedonistisch mit der gesellschaftlichen Situation arrangieren. Die komödiantischen Qualitäten der Aufführung waren schon stark und erzeugten immer wieder Lacher, wie der wirklich geniale Auftritt der Hochzeitsgesellschaft, die sackhüpfend auf der Bühne erschien. Sehr witzig war auch die Szene, wo die Jäger auf der Suche nach Don Giovanni sind und das Cembalo den "Walkürenritt" von Wagner spielt. :D Ich hätte es nur konsequenter gefunden, wenn statt des üblichen "romantischen" Schlusses, wo Don Giovanni in der Höllenkiste verschwindet, die Schlussszene der Prager Uraufführung gekommen wäre: Wenn schon Komödie im Sinne des 18. Jhd., dann auch ganz. Aber auch da hatte das Regieteam einen Lacheffekt parat, indem nämlich bevor der Vorhang fällt Leporello die Höllenkiste öffnet und die Hand von Don Giovanni nach ihm greift. Der Hedonismus ist eben doch nicht totzukriegen. :D

Hier die Besprechung aus den "Westfälischen Nachrichten" - da brauche ich dann zu den Sängern und der wirklich sehr ausgeglichenen Sängerleistung nichts mehr zu sagen, nur, dass der Erzkomödiant Gregor Dalal der Publikumsliebling war. Er ist auch wirklich eine "Bank", besonders in den komischen Rollen einfach umwerfend. Klasse fand ich - wie das Publikum auch - die Balletttänzerin Verena Hierholzer als Elviras Zofe.

http://www.wn.de/Muensterland/Kultur-Reg…mt-in-die-Kiste

Es gibt in dieser Spielzeit noch eine Vorstellung - jetzt am Freitag dem 13.! Wenn das kein höllischer Saisonabschluss ist! :D :D :D

https://www.theater-muenster.com/produkt…anni.html/m=187

Schöne Grüße
Holger

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