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Bertarido

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Beiträge: 2 929

Registrierungsdatum: 24. April 2014

1

Sonntag, 8. April 2018, 20:45

Zandonai: Francesca da Rimini

Anlässlich eines Besuchs dieser Oper in einigen Wochen (eine Neuproduktion an der Scala) beschäftige ich mich gerade etwas intensiver mit diesem Werk. Viel ist dazu im Forum nicht zu finden, auch einen diesem Werk gewidmeten Thread habe ich vergeblich gesucht. Gefunden habe ich nur einen sehr kurzen Thread zum Komponisten und den Eintrag im Opernführer.

"Zandonai setzte den von Puccini und Mascagni eingeschlagenen Weg fort, ohne der ital. Oper neue Impulse zu geben" schrieb Harald Kral seinerzeit. Damit hat er wahrscheinlich Recht, und diese Oper gehört dann wohl eher in den Bereich "Klassik und Romantik" als "Moderne". Doch auch wenn dieses Werk keine neuen Wege einschlägt, so gefällt es mir doch musikalisch sehr gut. Ich habe mir - wie üblich - die beiden verfügbaren DVDs angeschaut und angehört:



Die Aufzeichnung aus Macerata hat durchaus ihre Meriten, aber ich ziehe die aus der MET eindeutig vor. Plácido Domingo als Paolo und Renata Scotto als Francesca vermochten mich mehr zu überzeugen als Fabio Armiliato und Daniela Dessi in der Produktion des Sferisterio-Festivals, und auch aufnahmetechnisch ist die Aufzeichnung aus der MET besser. Die Inszenierungen sind beide sehr traditionell, wobei die aus New York einige Male allzu dick aufträgt und unfreiwillig komisch wirkt. Schade, dass es keine neueren Mitschnitte auf DVD oder Blu-ray gibt.

Mich würde interessieren, wie die geschätzen Taminos diese Oper bewerten und welche Sängerinnen und Sänger die Rollen nach Auffassung der Stimmenexperten am besten ausgefüllt haben.

Rheingold1876

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Beiträge: 4 517

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

2

Sonntag, 8. April 2018, 21:32

"Zandonai setzte den von Puccini und Mascagni eingeschlagenen Weg fort, ohne der ital. Oper neue Impulse zu geben" schrieb Harald Kral seinerzeit.


Ich würde ehr sagen, dass Zandonai Puccini etwas entgegensetzen wollte. Bei diesem Versuch ist er auch in der "Francesca da Rimini" gelegentlich in dessen Fußstapfen gelandet. Es ist wie in Deutschland bei Wagner, die Nachfolger hatten es sehr schwer. So auch Zandonai in Italien, der in der "Francesca" auch diverse Hinweise auf Wagner nicht scheunt (Rheingold-Schluss). Ich finde seine Opern, die ich kenne, packend und stark gezeichnet. Da geht schon die Post ab. Es gibt hinreißende Aufnahmen der "Francesa". Da Du, lieber Bertarido, Stereo bevorzugt, bist Du mit der Scotto und Domingo gut beraten, die noch ein bisschen mehr nach Puccini klingen als die historischen Dokumente. Auch Levine am Pult macht einen guten Job. Überraschend interessant soll auch diese Einspielung sein, die ich aber nicht kenne:



Viel stimmungsvoller und idiomatischer finde ich die alten Produktionen mit der Caniglia, der Gencer oder der Pobbe. Die sind noch mehr Zandonai. Die neuen Einspielungen sind nach meinem Gefühl etwas glatter.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."