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Friese

Fortgeschrittener

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Beiträge: 263

Registrierungsdatum: 5. August 2017

1

Donnerstag, 15. Februar 2018, 16:41

Prokofiev 3. Sinfonie

Mit Verwunderung habe ich bemerkt, dass die 3. Sinfonie von Prokofjiev gar keinen eigenen Thread hat. Da ich sie mittlerweile für eine tolle Sinfonie halte, möchte ich das nun ändern.

Prokofievs 3. Sinfonie ist viersätzig und besteht aus einem Moderato; Andante; Allegro agitato und einem Andante mosso - Allegro agiato. Wobei auffällig ist, dass der vierte Satz deutlich kürzer ist als der Kopfsatz. Außerdem hat Prokofjiev hier Motive aus seiner Oper der feurige Engel benutzt.

Ich habe natürlich auch im Internet recherchiert und habe dabei mehrmals den Wikipedia Eintrag gefunden (mal mehr, mal weniger ausgeschmückt) der sagt, dass die Sinfonie daran leidet, dass sie nach der Oper (der feurige Engel) komponiert wurde, diese Oper aber fast nie gespielt wird und von daher die Bilder und Motive nicht bekannt sind. Außerdem sei die Musik harsch, zu komplex und die Sätze unausgewogen.

Die Sinfonie wurde in Paris komponiert und Uraufgeführt. Prokofiev selber fand wohl zu dem Zeitpunkt, dass das seine bedeutendste Komposition sei. Anscheinend hatte er es nicht gerne, dass seine dritte auch manchmal die Sinfonie des feurigen Engels genannt wurde, da dass hauptsächliche Thematische Material unabhängig von der Oper komponiert wurde, dann zwar in die Oper einging, dabei natürlich die Färbung der Oper annahm, aber diese Färbung auch wieder verlor, als sie aus der Oper wieder extrahiert wurde, soweit das mir vorliegende Booklet. Der Komponist selber hätte es gerne, dass man die Sinfonie ohne jede gegenständlich Vorstellung hört.

Das ich die Oper nicht kenne höre ich sie natürlich gegenstandslos. Und sie gefällt mir sehr gut. Da ist ganz viel Bewegung in der Sinfonie, aber auch Wut und Humor sind zu finden. Allein der Einstieg ist mitreissend. Die ganze Sinfonie ist sehr abwechslungsreich. Und mir persönlich gefällt z.B. der dritte Satz sehr gut, der mich an einen Hexentanz der Streicher erinnert. Und mit Schlagwerk dramatische Aspekte reinbringt.

Ich habe die kürzlich erschienen Interpretation von Vladimir Jurowski mit dem Staatlichen Akademischen Sinfonieorchester Russland. Diese Interpretation hebt die Vielfarbigkeit und die unterschiedlichen Aspekte, Stimmungen und Motorik der Sinfonie hervor, was dazu führt, dass die dritte im Moment tatsächlich meine liebste Prokofiev Sinfonie ist. Was ich auch nie gedacht hätte. ;-)


Eine weitere dritte, die ich habe, ist die von James Gaffigan mit dem Niederländischen Radiosinfonieorchster. Auch das ist eine tolle Interpretation, die besonders das Schlagwerk hervorhebt, also eine Version die Teleton gut gefallen dürfte. Es knallt wirklich beeindruckend, für meine Ohren und ich höre sie mir gerne zwischendurch an, weil da einfach Spektakel ist. Und von der Aufnahme natürlich auch top. Aber sie hat nicht die Vielfarbigkeit, weshalb ich die Version von Jurowski vorziehe.



So, ich würde mich wie immer freuen, wenn Ihr noch Gedanken und Beiträge beisteuern würdet. Ich finde, dass ist wirklich tolle Musik, mit der man sich näherbeschäftigen kann.

dr.pingel

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Beiträge: 4 136

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

2

Donnerstag, 15. Februar 2018, 17:45

Ich habe natürlich die 105. Sinfonie von Haydn zuerst gehört, allerdings ist das die 1. von Prokofiew, eine spritzige Etüde im alten Stil (Symphonie Classique). Danach habe ich mir die anderen 6 Sinfonien angeeignet und höre sie mindestens einmal im Jahr. Sie sind alle großartig, wobei besonders auffällt, was für innige und melodiöse langsame Sätze Prokofiew schreiben konnte. Das einzige Stück, das ich nicht mehr höre, ist der 1. Satz der 2. Sinfonie; das ist nur Krach. Der zweite Satz (die Sinfonie hat nur 2) ist dagegen ein sehr schöner Satz mit Variationen.
Übrigens hat vor langer Zeit die Oper in Münster "Der feurige Engel" aufgeführt; ein tolles Werk. Bei der ersten Vorstellung waren noch 3 Rassehunde mit tollen Namen live auf der Bühne, bei der nächsten Vorstellung war nur einer übrig geblieben.
Die Debatte übrigens um gleiche Stücke aus Sinfonie und Oper finde ich müßig. So hat Prokofiew gleiche Themen in seinem Ballett "Romeo und Julia" und in seiner Symphonie Classique (ich glaube, es ist der dritte Satz)
Bei Mathis der Maler von Hindemith geht das ja auch, wobei ich sehr bedaure, dass die Sinfonie sehr oft, die Oper kaum gespielt wird. Sie liegt in einer mustergültigen Umsetzung unter Rafael Kubelik vor!
Ypern ist ein Ort in Flandern. Wer diesen Ort sah, sah nie einen andern (Brecht)

teleton

Prägender Forenuser

  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 5 232

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

3

Donnerstag, 15. Februar 2018, 23:02

Sinfonie Nr.3 c-moll op.44 (1928)

Die Sinfonie Nr.3 habe ich mir heute nach langer Zeit, angeregt durch Deinen zur 3ten noch fehlenden Thread, mal wieder angehört.
Dazu habe ich die sehr gut klingende Chandos-Aufnahme mit Neeme Järvi / Scottish National Orchestra herangezogen ... an das von Dir erwähnte Schlagwerk im 1.Satz konnte ich mich so herausragend gar nicht erinnern. .... ;) :D aber N.Järvi hat das Schlagwerk auch drauf ... besonders auch im hammermässigen 3.Satz, wo Prokofieff orchestrale Effekte einbaut (die Streicher !), die so bis 1929 in dieser Art ungehört blieben. Auch der 4.Satz ... ((Hardrock 1929 ...))


*** Die Sinfonie Nr.3 ist aussergewöhnlich farbig und wild instrumentiert.
:!: Interessant ist noch der Umstand, dass die Durchführung im 1.Satz dem Zwischenspiel aus dem 3.Akt der Oper entspricht ... Prokofieff hat dann Exposition und Reprise drum herum gebaut und so einen kompletten Sonatensatz geschaffen ... eine Vorgehensweise, von so noch niemals berichtet wurde.
Pierre Monteux dirigierte am 17.Mai 1929 die UA in Paris.

Zu der mittelalterlichen Geschichte des Handlungsverlaufes aus der Oper "Der feurige Engel" möchte ich jetzt nichts schreiben ... das steht in jedem der guten Texthefte der GA mit Weller (Decca), N.Järvi (Chandos).

Meine russische Aufnahme mit Kitaenko / Moskauer PH ist mit Abstand die Härteste. Der russische Orchestersound bringt das Geschehen, wie kaum eine Andere zur Explosion und lässt auch den ruhigen Passagen mit Herzblut ihren Raum.
Obwohl Kitaenko und N.Järvi das Gleiche Aufnahmedatum 1985/6 haben klingt die Kitaenko-Aufnahme harscher und schärfer ... aber es passt zum Werk.


Melodiya, 1985/6, DDD


Die Järvi-GA ist nicht gelistet - deshalb hier die Abb der CD-Einzelausgabe:

Chandos, 1985/6, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Friese

Fortgeschrittener

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  • »Friese« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 263

Registrierungsdatum: 5. August 2017

4

Freitag, 16. Februar 2018, 19:33

.. ((Hardrock 1929 ...))

Das kann ich unterschreiben :D