Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 4 760

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

151

Dienstag, 1. August 2017, 13:20

Wie gesagt, - ich könnte mich in diesem Fall auf eine Diskussion dieser Fragen einlassen, aber dann müsste ich mich gründlich in das musikalische Werk und die Literatur darüber vertiefen, um zu einem wirklich soliden Urteil gelangen zu können. Das würde aber derart viel Zeit in Anspruch nehmen, dass ich, was ich nun wirklich nicht möchte, meine Liedbetrachtungen einstellen müsste.
Lieber Helmut,

wohl dem, der solche tiefgehenden Gedanken allein beim Nachdenken über ein Werk hat.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

La Roche

Prägender Forenuser

  • »La Roche« ist männlich

Beiträge: 2 206

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

152

Dienstag, 1. August 2017, 13:30

Lieber Helmut,

Deine Beiträge zum Liedschaffen habe ich immer mit großem Interesse gelesen. Ich erinnere mich an Deine Beschreibungen der Lieder von Otmar Schoeck, die ich vorher gar nicht kannte. Auch heute bin ich noch der Meinung, daß Deine gesammelten Beschreibungen des gesamten von Dir behandelten Liedwesens die Herausgabe eines Buches rechtfertigen würden.

Um so mehr freue ich mich über Deine (leider sehr wenigen) Beiträge zum Thema Oper. Dein gepflegter Stil, auch Deine Sachkenntnis empfinde ich als sehr wohltuend. Du hast die Gabe, Dich allgemeinverständlich auszudrücken und triffst doch den Kern der Sache. Ich würde es sehr begrüßen, häufiger von Dir auch Beiträge zu Operninszenierungen lesen zu können und damit der Diskussion ein neues Niveau zu bescheren. Allerdings mußt Du das selbst entscheiden.

Ich glaube auch, daß ein Satz wie
Wenn Du nichts sagen willst, dann schweige doch
leider nicht dazu beiträgt, Deine Bereitschaft zur Diskussion auch im Bereich der Oper zu erhöhen.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Gerhard Wischniewski

Prägender Forenuser

  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 241

Registrierungsdatum: 7. April 2011

153

Dienstag, 1. August 2017, 14:44

Lieber Helmut,

lass dich nur nicht von Leuten irritieren, die natürlich nicht gerne sehen, wenn immer mehr Leute ihre Stellungnahme zu den in Meisterwerken durch die Regie verdrehten Handlungen ihre klare Meinung sagen. einen Satz von dir finde ich besonders treffend:

Zitat

- dass das Regie-Konzept nicht aus dem Geist der Musik Wagners und dem ihr zugrundeliegenden episch-dramatischen Fundament entwickelt wurde, sondern aufgepfropft, ihm aufoktroyiert wirkte, - besonders krass im Falle der Einbeziehung der Nürnberger Prozesse.
Man kann nun wirklich - mag man zu Wagners Antisemitismus, der bis zum Exzess hochgetrieben wird, stehen, wie man will - ihn kaum als Grundstein für die Entwicklung des dritten Reiches aus der Tatsache heraus betrachten, dass die Nazis u.a. auch ihn für ihr Zwecke missbraucht haben.
Leider wird heute vielen Werken irgendeine fixe Idee eines Regisseurs aufgepfropft, aufoktroyiert, die mit dem Werk nichts zu tun hat, sondern es lediglich verunstaltet.
Lieber Helmut, du hast hier gezeigt, dass du durchaus in der Lage bist, auch bei der Oper mitzureden und ich glaube - so wie ich - würden viele hier gerne deine sachkundigen Beiträge auch im Bereich der Oper sehen. Ich habe leider in der ganzen Zeit, die ich im Forum bin, festgestellt, dass du dich zu bescheiden in die Ecke stellst. Das brauchst du aber auf keinen Fall, du hast etwas zu sagen, auch wenn hier jemand dich - wie viele andere - gerne zum Schweigen bringen möchte.

Liebe Grüße
Gerhard
Ich bin einverstanden, und ohne Bedauern, wenn meine Opern nicht aufgeführt werden; aber wenn sie aufgeführt werden, verlange ich, dass es so sei, wie ich sie mir vorgestellt habe.
(Verdi an Giulio Ricordi, Juni 1894)

chrissy

Prägender Forenuser

  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 515

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

154

Dienstag, 1. August 2017, 15:32

Um so mehr freue ich mich über Deine (leider sehr wenigen) Beiträge zum Thema Oper. Dein gepflegter Stil, auch Deine Sachkenntnis empfinde ich als sehr wohltuend. Du hast die Gabe, Dich allgemeinverständlich auszudrücken und triffst doch den Kern der Sache. Ich würde es sehr begrüßen, häufiger von Dir auch Beiträge zu Operninszenierungen lesen zu können und damit der Diskussion ein neues Niveau zu bescheren.
Lieber Helmut, du hast hier gezeigt, dass du durchaus in der Lage bist, auch bei der Oper mitzureden und ich glaube - so wie ich - würden viele hier gerne deine sachkundigen Beiträge auch im Bereich der Oper sehen. Ich habe leider in der ganzen Zeit, die ich im Forum bin, festgestellt, dass du dich zu bescheiden in die Ecke stellst. Das brauchst du aber auf keinen Fall, du hast etwas zu sagen
Lieber Helmut
Diesen beiden Meinungen schließe ich mich selbstverständlich und gern an. Ich habe mich ebenfalls sehr gefreut, von Dir,
außer sonst von Deinem Spezialgebiet "Lied", auch in diesem für Dich, wie Du sagst, neuen Bereich zu lesen und hoffe da künftig auf noch mehr.
Ich hatte mich auch schon vor einiger Zeit über Deine Meinung zur Interpretation einer Opernarie gefreut. Überhaupt, daß Du Dich an diesem Thema beteiligt hast.
Auch wenn wir da, wenn ich mich recht erinnere, betr. Pavarotti, wohl eine unterschiedliche Ansicht hatten. Das macht aber gar nichts.
Es wird wie immer im Leben und zu allem, sowohl gleiche, wie auch unterschiedliche Meinungen geben - und das ist völlig normal.

In diesem Sinne, herzliche aufmunternde Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 707

Registrierungsdatum: 24. April 2014

155

Dienstag, 1. August 2017, 16:10

Ich glaube auch, daß ein Satz wie

Zitat von »Bertarido«
Wenn Du nichts sagen willst, dann schweige doch

leider nicht dazu beiträgt, Deine Bereitschaft zur Diskussion auch im Bereich der Oper zu erhöhen.

Ja, wenn man sie aus dem Kontext reißt.

auch wenn hier jemand dich - wie viele andere - gerne zum Schweigen bringen möchte.

Diese auf mich zielende Bemerkung ist eine Unverschämtheit, da die Intention meines Beitrags eine völlig andere war. Ganz im Gegentil würde ich Helmut gerne "zum Reden bringen".

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 4 760

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

156

Dienstag, 1. August 2017, 16:29

Nimm es mir nicht übel, aber ich finde Deine Kommunikationsweise hier unredlich. Du äußerst Dich in einer stark wertenden Weise zu der Aufführung, die hier zur Diskussion steht, um dann gleich darauf jede weitere Begründung und damit auch argumentative Auseinandersetzung darüber abzulehnen. Wenn Du nichts sagen willst, dann schweige doch. Ansonsten solltest Du meiner Meinung nach auch bereit sein, in einen Dialog über Deine Äußerungen einzutreten. Darin sehe ich jedenfalls den Sinn eines Forums
Lieber Bertarido,

die Forenleitung und eine Reihe von Taminos bemühen sich, einen moderateren, friedfertigeren Ton ins Forum zu bringen. Ich meinte, Ansätze zu erkennen, dass wir auf diesem Weg weiterkommen könnten. Stil und Inhalt dieses Beitrags tragen zu dieser dieser Zielsetzung nicht bei. Im Gegenteil, sie reizen in der kommunikativen Interaktion zu weiterem Widerspruch und, und und. Dabei war ich schon froh, als ich glaubte, dass Du auch zu denen gehören würdest, die jetzt die Friedenspfeife rauchen. Um so mehr wurndere ich mich, dass Du jetzt zum Brandbeschleuniger greifst. Ich wäre dankbar, wenn Du mich über das Warum so hart, aufklären würdest? Außerdem so bringt man niemand zur freieren Kommunkation. Gerade Du bist klug genug, dies selbst zu wissen. Deshalb nochmals, was ist Sinn und Zweck? :no:
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Helmut Hofmann

Prägender Forenuser

  • »Helmut Hofmann« ist männlich

Beiträge: 5 614

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

157

Dienstag, 1. August 2017, 16:34

Danke, liebe Freunde, für eure Kommentare zu meinem vorangehenden Beitrag zu diesem Thread. Er war ja eigentlich gar nicht als solcher gedacht, vielmehr der Tatsache geschuldet, dass operus mich angesprochen hatte. Und nicht nur die Höflichkeit gebot mir hier eine Antwort, es war auch der Umstand, dass hinter diesem Mich-Ansprechen das – bewundernswerte! – Engagement von operus für dieses Forum durchschimmerte.

Dieser Hinweis richtet sich auch an Dich, lieber Bertarido.
Deine Kritik an meinem Beitrag verstehe ich so, dass Du meinst, ich hätte mich auf den ersten und zweiten Satz dort beschränken und mich nicht auf meine Erfahrungen mit den Bayreuth-Meistersingern einlassen sollen. Du dürftest aber leicht erkennen, dass ich dies getan habe, um meine Haltung zu begründen. Das war ich operus schuldig.
Wenn Du das auf Dich und Deine Haltung zu den von mir angesprochenen Fragen und Problemen bezogen hast, dann war das von mir nicht beabsichtigt, und es tut mir leid.

Was Deinen Vergleich meines Verhaltens mit dem einer Schecke anbelangt, so muss ich den hinnehmen. Bedenke aber: Es gibt auch Schnecken ohne Gehäuse. Das sind von den Gartenbesitzern gefürchteten Gesellen mit einem dicken roten Fell. Die anderen brauchen eben deshalb, weil sie nur über eine sehr dünne und verletzliche Haut verfügen, ein Haus zum Schutz. Und ein weiser Poet hat sie einmal mit den Worten charakterisiert:
„Wenn du einen Schneck behauchst,
schrumpft er ins Gehäuse.
Wenn du ihn in Cognac tauchst,
sieht er weiße Mäuse.“

Und da fällt mir gerade ein:
Als ich noch jung, stark und gesund war, trank ich in einem Cafè gerne ein Getränk, das dort unter dem Namen „Café philosophe“ angeboten wurde. Es bestand aus einer Mischung von starkem schwarzem Kaffee und einer gehörigen Portion Feigenlikör und wurde mit einer Sahnehaube oben drauf serviert.
Ich vermute, heutzutage würde mich eine Tasse davon glatt vom Stuhl hauen.
(So, jetzt verfalle ich aber tatsächlich in das Schweigen, das ich mir – den angegebenen Gründen Rechnung tragend – in den Opern-Threads auferlegt habe)


operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 4 760

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

158

Dienstag, 1. August 2017, 16:40

Wenn Du das auf Dich und Deine Haltung zu den von mir angesprochenen Fragen und Problemen bezogen hast, dann war das von mir nicht beabsichtigt, und es tut mir leid.

Danke, lieber Helmut, das ist der noble Stil, den ich mir so sehr häufiger im Forum und unseren Diskussionen wünsche!!! :jubel:
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

chrissy

Prägender Forenuser

  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 515

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

159

Dienstag, 1. August 2017, 17:05

(So, jetzt verfalle ich aber tatsächlich in das Schweigen, das ich mir – den angegebenen Gründen Rechnung tragend – in den Opern-Threads auferlegt habe)
Lieber Helmut
Selbstverständlich haben wir alle Deine Meinung und Entscheidung zu akzeptieren. Ich erlaube mir aber den Hinweis auf meinen Btr. 154, in der Hoffnung,
daß Du Dich, wenigstens ab und zu, und dann zunehmend, vielleicht doch mal beteiligst.
Geschmunzelt und amüsiert habe ich mich über Deine Mitteilung...
Und da fällt mir gerade ein:
Als ich noch jung, stark und gesund war, trank ich in einem Cafè gerne ein Getränk, das dort unter dem Namen „Café philosophe“ angeboten wurde. Es bestand aus einer Mischung von starkem schwarzem Kaffee und einer gehörigen Portion Feigenlikör und wurde mit einer Sahnehaube oben drauf serviert.
Ich vermute, heutzutage würde mich eine Tasse davon glatt vom Stuhl hauen.
Wir haben früher, vor allem wenn wir in Berlin waren, in einem kleinen Cafe am Fernsehturm am Alex (dessen "gewisser Ruf und Bedeutung" uns damals
allerdings nicht bewußt und bekannt war) und im Palast, immer Mokka, begleitet von Cognac (spezielle Lieblingsmarke "Courvoisier") zu uns genommen.
Danke, für die schöne assoziative Erinnerung.

Herzlichst
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 6 188

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

160

Dienstag, 1. August 2017, 17:28

Stil und Inhalt dieses Beitrags tragen zu dieser dieser Zielsetzung nicht bei. Im Gegenteil, sie reizen in der kommunikativen Interaktion zu weiterem Widerspruch und, und und. Dabei war ich schon froh, als ich glaubte, dass Du auch zu denen gehören würdest, die jetzt die Friedenspfeife rauchen. Um so mehr wurndere ich mich, dass Du jetzt zum Brandbeschleuniger greifst.
Lieber Operus,

ich wundere mich sehr über diese Einlassung, weil hier für meinen Geschgmack doch mit zweierlei Maß gemessen wird. Herr Wischniewski betätigt sich pausenlos als "Brandbeschleuniger", genießt aber offenbar völlige Narrenfreiheit. Er darf sich schlechterdings alles erlauben, ohne dass ihm widersprochen wird. Ich fand die Kritik von Bertarido zwar in der Sache deutlich, aber mit Höflichkeit vorgetragen und auch mit Respekt. Davon ist umgekehrt bei den polemischen Beiträgen von Wischniewski und manchen Anderen rein gar nichts zu spüren.

Davon abgesehen: Ich habe vorhin mit einem Wagnerianer gesprochen, der sich die Fernsehübertragung angeschaut hat. Er fand die Inszenierung verstörend, aber auch geistig anregend. Nicht gelungen fand er die Ineinssetzung der Figuren Eva-Cosima. Da scheint es also eine Übereinstimmung in den Wertungen zu geben.

Schöne Grüße
Holger

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 707

Registrierungsdatum: 24. April 2014

161

Dienstag, 1. August 2017, 17:41

Deine Kritik an meinem Beitrag verstehe ich so, dass Du meinst, ich hätte mich auf den ersten und zweiten Satz dort beschränken und mich nicht auf meine Erfahrungen mit den Bayreuth-Meistersingern einlassen sollen. Du dürftest aber leicht erkennen, dass ich dies getan habe, um meine Haltung zu begründen. Das war ich operus schuldig.
Wenn Du das auf Dich und Deine Haltung zu den von mir angesprochenen Fragen und Problemen bezogen hast, dann war das von mir nicht beabsichtigt, und es tut mir leid.

Lieber Helmut, wie Du Dir denken kannst, reizen mich Deine Kommentare zur Kosky-Inszenierung zum Widerspruch. Wenn Du dann aber im gleichen Atemzug erklärst, Du wollest Dich nicht auf eine Diskussion über diese Fragen einlassen, dann erstickst Du jeden Versuch einer Kommunikation im Keime. Das hat mich gestört, zumal ich auch in der Vergangenheit das eine oder andere Mal direkt auf Beiträge von Dir geantwortet habe und die Reaktion dann ausblieb. Das erinnerte mich dann in der Tat an den "behauchten Schneck". Und ich finde es bedauerlich, weil Du zu denjenigen hier im Forum gehörst, die wirklich etwas zu sagen haben, und Du wahrlich nicht an einem Mangel an Kenntnissen und intellektuellen Fähigkeiten leidest. Wie sagte Siegfried zum Drachen: "Ei, bist du ein Tier, das zum Sprechen taugt, wohl ließ sich von dir was lernen?" Ich lerne gerne, und ich hänge der Überzeugung an, dass nur der Austausch von Argumenten zu Fortschritten in der Sache führt und eine Meinung wenig bedeutet, wenn sie nicht begründet wird. Mag sein, dass das etwas altmodisch ist in einer Zeit, in der es eher darum zu gehen scheint, seine Meinung lauter als andere hinauszuschreien.

Das Wort "unredlich" war freilich schlecht gewählt und unangemessen, denn es unterstellt unlautere Absichten. Dafür entschuldige ich mich.

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 4 760

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

162

Dienstag, 1. August 2017, 18:18

Das Wort "unredlich" war freilich schlecht gewählt und unangemessen, denn es unterstellt unlautere Absichten. Dafür entschuldige ich mich
Lieber Bertarido,

danke für diesen Beitrag.
Das ist der Weg! - und jetzt gehe ich aufs Volksfest in Heilbronn, erfreue mich an einer bayerischen Trachtenkapelle, jodle mit, esse ein Giggerle, trinke mindestens zwei Maß Bier, pflege also den maßvollen Hedonismus, von dem wir an anderer Stelle sprachen.
Hollerjodijo!!
Herzlichst
Operus

Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 123

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

163

Dienstag, 1. August 2017, 18:26

Schneckenhaus

Drachen



Bertarinos Tierleben. :D
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

MSchenk

Prägender Forenuser

  • »MSchenk« ist männlich
  • »MSchenk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 436

Registrierungsdatum: 5. März 2011

164

Dienstag, 1. August 2017, 19:38

Davon abgesehen: Ich habe vorhin mit einem Wagnerianer gesprochen, der sich die Fernsehübertragung angeschaut hat. Er fand die Inszenierung verstörend, aber auch geistig anregend. Nicht gelungen fand er die Ineinssetzung der Figuren Eva-Cosima. Da scheint es also eine Übereinstimmung in den Wertungen zu geben.

Vielleicht hätte die Gleichung Cosima = Eva plausibler "funktioniert", wenn Anne Schwanewilms dies gesanglich hätte besser darstellen können.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 6 188

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

165

Dienstag, 1. August 2017, 19:51

Vielleicht hätte die Gleichung Cosima = Eva plausibler "funktioniert", wenn Anne Schwanewilms dies gesanglich hätte besser darstellen können.
Lieber Michael,

mein Bekannter meinte, dass ihre Stimme so schrill gewesen sei, hinge vielleicht damit zusammen, dass sie die Jugendlichkeit, welche Cosima natürlich nicht besitzt, ständig durch kindisches Gehopse hätte demonstrieren müssen, was der Stimme nicht so gut getan hätte! :D

Schöne Grüße
Holger

Karl

Schüler

  • »Karl« ist männlich

Beiträge: 189

Registrierungsdatum: 16. August 2016

166

Mittwoch, 2. August 2017, 13:54

Interview mit dem „Meistersinger“-Dirigenten Philippe Jordan

Auszüge daraus:




Gerhard Wischniewski

Prägender Forenuser

  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 241

Registrierungsdatum: 7. April 2011

167

Freitag, 4. August 2017, 11:48

Eine sehr treffende Analyse hat Frau Professor Gilles in ihren "Mitteilungen an meine Freunde" unter dem Titel "Klamauk, Klamotte - Holzhammer. Bei folgender Verknüpfung zu dem gelb unterlegten Teil weiterschalten:
http://www.marie-louise-gilles.de/'Eine_…August_2017.htm
Ich bin einverstanden, und ohne Bedauern, wenn meine Opern nicht aufgeführt werden; aber wenn sie aufgeführt werden, verlange ich, dass es so sei, wie ich sie mir vorgestellt habe.
(Verdi an Giulio Ricordi, Juni 1894)

MSchenk

Prägender Forenuser

  • »MSchenk« ist männlich
  • »MSchenk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 436

Registrierungsdatum: 5. März 2011

168

Freitag, 4. August 2017, 17:22

Eine sehr treffende Analyse hat Frau Professor Gilles in ihren "Mitteilungen an meine Freunde" unter dem Titel "Klamauk, Klamotte - Holzhammer. Bei folgender Verknüpfung zu dem gelb unterlegten Teil weiterschalten:
http://www.marie-louise-gilles.de/'Eine_…August_2017.htm

Ja, ja, ich schon wieder! - Wenn ich die "sehr treffende Analyse" von Frau Prof. Gilles z.B. mit Hans Heukenkamps Beitrag, mit dem in Beitrag 95 verlinkten Artikel Sebastian Soltes oder auch einfach mit einigen anderen Beiträgen hier vergleiche, landet ihr Beitrag zumindest rein qualitativ eher auf einem hinteren Platz :untertauch:
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 123

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

169

Freitag, 4. August 2017, 17:28

Zitat aus der von Gerhard empfohlenen Analyse: "Hier - in diesem Deutschland - kann man nach Herzenslust pöbeln..." Wie wahr, und Frau Gilles macht gleich selbst von diesem Grundrecht Gebrauch. Der Pulitzerpreise 2017 ist allerdings schon vergeben. :D
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

musikwanderer

Prägender Forenuser

  • »musikwanderer« ist männlich

Beiträge: 4 031

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

170

Samstag, 5. August 2017, 10:07

Zitat

Wie abscheulich ist doch dieses Deutschland!
Unfähig aus der Geschichte zu lernen, regiert von gierigen Bänkern und korrupten Industriellen, regiert von einer schwächlichen Politiker-Truppe.
Hier - in diesem Deutschland - kann man nach Herzenslust pöbeln, denn man hat ja ’nach unten geöffnet’.
Hier kann man schwindeln und betrügen, denn in der Gesetzgebung gibt es für gewitzte Juristen wunderschöne Grauzonen.
In der Kunst kann man jeden Mist zur Kunst erklären, denn die heilige Kuh heißt: ’Freiheit der Kunst!’
Vor allem aber kann man in diesem Lande viel gutes Geld verdienen, wenn man der richtigen Gruppierung angehört.
Prominente Orte sind die staatlich subventionierte Theater, einst der Stolz einer gut erzogenen, rechtschaffenen Bürgerschaft, heute oft Spielplatz neurotischer Egomanen.
Ein äußerst prominenter Ort sind die Festspiele in Bayreuth,
Das ist doch eine wunderbare und zutreffende Analys dieses unseres Landes. Und es braucht dazu nicht den Pulitzer- oder einen anderen Preis, es genügt, es so festzustellen. Ich stelle für mich fest und unterschreibe!
:thumbsup:
.

MUSIKWANDERER

La Roche

Prägender Forenuser

  • »La Roche« ist männlich

Beiträge: 2 206

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

171

Samstag, 5. August 2017, 10:48

Frau Gillles

Ich weiß nicht, was einige hier an den Ideen von Frau Gilles auszusetzen haben. Frau Gilles ist Kammersängerin, hat über 40 Jahre Bühnenerfahrung, hat einen Abschluß als Diplom-Kulturwissenschaftlerin und eine Professur.

Eine kompetentere Stimme als die ihre wird man kaum finden, wenn man nicht mehr daran gebunden ist, aus Rücksicht auf evtl. Rollenzusagen die Wahrheit zu negieren. Sie zeigt Schwachpunkte der deutschen Opernszene auf, unter besonderer Berücksichtigung der Staatsoper Hannover, deren Mitglied sie lange Jahre war. Einige hier im Forum haben immer konkrete Beispiele gefordert, wenn es um Subventionsmißbrauch geht, um Abweichungen in Text und Musik bei diversen sogenannten Regietheateraufführungen. Frau Gilles hat die Kenntnis und den Sachverstand, dem Paroli zu bieten, und sie tut das auch. Sie nimmt Verfremdungen ausgewählter Inszenierungen aufs Korn und beweist in jeder Zeile, wo der Regisseur textliche, musikalische und inszenatorische Abweichungen bewußt durchgesetzt hat mit dem Ziel der Neudeutung von Werken, die einer Neudeutung nicht bedürfen. Es ist klar, daß sie damit einigen auf den Schlips tritt. Mir nicht. Ich bin dankbar, daß es sie gibt. Ich bin nur traurig, daß sie nicht hier im Forum tätig ist. Aber ich kann sie verstehen, daß sie sich das nicht antut.

Ihre Mitteilungen wie auch die Bücher und Interviews mit KS Prof. Dr. Bernd Weikl sind ein Lichtblick in der heutigen Opernwelt.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


MSchenk

Prägender Forenuser

  • »MSchenk« ist männlich
  • »MSchenk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 436

Registrierungsdatum: 5. März 2011

172

Samstag, 5. August 2017, 11:53

Zitat

Wie abscheulich ist doch dieses Deutschland! Unfähig aus der Geschichte zu lernen, regiert von gierigen Bänkern und korrupten Industriellen, regiert von einer schwächlichen Politiker-Truppe. Hier - in diesem Deutschland - kann man nach Herzenslust pöbeln, denn man hat ja ’nach unten geöffnet’. Hier kann man schwindeln und betrügen, denn in der Gesetzgebung gibt es für gewitzte Juristen wunderschöne Grauzonen. In der Kunst kann man jeden Mist zur Kunst erklären, denn die heilige Kuh heißt: ’Freiheit der Kunst!’ Vor allem aber kann man in diesem Lande viel gutes Geld verdienen, wenn man der richtigen Gruppierung angehört. Prominente Orte sind die staatlich subventionierte Theater, einst der Stolz einer gut erzogenen, rechtschaffenen Bürgerschaft, heute oft Spielplatz neurotischer Egomanen. Ein äußerst prominenter Ort sind die Festspiele in Bayreuth,
Das ist doch eine wunderbare und zutreffende Analys dieses unseres Landes. Und es braucht dazu nicht den Pulitzer- oder einen anderen Preis, es genügt, es so festzustellen. Ich stelle für mich fest und unterschreibe! :thumbsup:

Ja, klar! - Es ist immer ein leichtes, aus einer priviligierten Position heraus - und die hat Frau Prof. Gilles mit Sicherheit - einfach mal alle Errungenschaften der westlichen Demokratie bzw. des deutschen (Sozial-)Staates in Bausch und Bogen zu negieren. Insbesondere, wenn man in der Gesellschaft, anders als vielleicht eine alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern, ein "Normal"-Rentner (nicht Rentier!) oder Hartz-IV-Empfänger, eine Stellung genießt, aus der heraus man sicherlich Möglichkeiten hätte, etwas zu verändern. Aber das Genießen ist eben soll viel einfacher und komfortabler ... :no:
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

MSchenk

Prägender Forenuser

  • »MSchenk« ist männlich
  • »MSchenk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 436

Registrierungsdatum: 5. März 2011

173

Samstag, 5. August 2017, 11:57

Ich weiß nicht, was einige hier an den Ideen von Frau Gilles auszusetzen haben. Frau Gilles ist Kammersängerin, hat über 40 Jahre Bühnenerfahrung, hat einen Abschluß als Diplom-Kulturwissenschaftlerin und eine Professur.
Ich bin da ganz ehrlich: Ganz unabhängig vom Inhalt vermag ich dem m.E. doch recht holperig und unstrukturiert formulierten Text weder die Diplom-Kulturwissenschaftlerin, noch die Professorin anzumerken.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

m.joho

Prägender Forenuser

  • »m.joho« ist männlich

Beiträge: 1 125

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

174

Samstag, 5. August 2017, 12:30

Ich werde mich mit meinem Beitrag bei meinen Freunden gewaltig ins Aus bzw. in die Nesseln setzen, deshalb habe ich lange gezögert, ob ich ihn ins Forum stellen soll, aber aus Gründen der Ehrlichkeit tue ich es jetzt trotzdem.
Beim Lesen des Textes von Frau Prof. Gilles sind mir folgende zwei Gedanken gekommen, die, bitte, von niemandem als Anklage verstehen werden sollen:
1. Ich, bzw. wir, bin (sind) alt geworden. Was uns in unserer Jugend beeindruckt hat, würde heute von einem grossen Zuschauerkreis nur noch als langweilig empfunden werden. Aber wir Alten suchen letztlich immer noch solche Aufführungen, welche uns vor Jahrzehnten beeindruckt haben, wobei es keineswegs sich ist, dass wir dabei dieselben Glücksgefühle empfinden würden, wie einst "im Mai".
Eine kleine Seitenbemerkung: Ich habe sowohl den Parsifal von Herheim packend gefunden und habe mich auch bei Koskys Meistersingern nicht gelangweilt, dies im Gegensatz zu Otto Schenks "Ring" (der Ring von Harry Kupfer scheint mir viel spannender), bzw. Wolfgang Wagners Meistersingern, weil mich die neuen Gedanken von Herheim, Kupfer und Kosky durchaus fesselten.
2. Auch ich finde Frau Gillels Ideen eine zu grosse Simplifizierung. Über ihre politische Meinung schweige ich als Aussenstehender still, aber bei den Meistersingern hat sie kaum Bezug genommen auf die m.E. phantastische Interaktion der einzelnen Charaktere. Ein Regisseur, der aus Vogt einen Darsteller machen kann, der kann wirklich was.
Diese Interaktion vermochte auch der in meinen Augen geniale Wieland Wagner (im Gegensatz zu seinem Bruder) zu erreichen. Und ich habe die Befürchtung, dass Frau Gillels auch Wielands Deutung verrissen hätte, weil er beispielsweise 1956 das "liebe Nürenberg" gar nicht gezeigt hat und viel eher Wolfgangs Inszenierung, von der wir ja eine DVD erhalten haben.
Wohlgemerkt: Ich spreche hier nicht für Verballhornungen, wie wir sie von Castorff, Guth, Baumgarten oder Katharina Wagner erlebt haben, sondern von Deutungen, bei welchen das jeweilige Werk noch erkennbar, aber mit neuen Ideen angereichert ist.
Letztlich ist es eine Frage, wie weit wir eine Deutung sehen, die wir als mit dem jeweilgen Werkgedanken konform anerkennen können.

MSchenk

Prägender Forenuser

  • »MSchenk« ist männlich
  • »MSchenk« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 436

Registrierungsdatum: 5. März 2011

175

Samstag, 5. August 2017, 12:46

. Ich, bzw. wir, bin (sind) alt geworden. Was uns in unserer Jugend beeindruckt hat, würde heute von einem grossen Zuschauerkreis nur noch als langweilig empfunden werden. Aber wir Alten suchen letztlich immer noch solche Aufführungen, welche uns vor Jahrzehnten beeindruckt haben, wobei es keineswegs sich ist, dass wir dabei dieselben Glücksgefühle empfinden würden, wie einst "im Mai".
Dazu fällt mir etwas ein, was ich wohl mal in Bölls Ansichten eine Clowns gelesen zu haben meine, nämlich dass sich Erinnerungen eben nicht wiederholen lassen. Und, lieber m.joho, ich glaube nicht einmal, dass der Wunsch, es doch tun zu können, unbedingt etwas mit dem Alter zu tun haben muss (z.B. war mein achtjähriger Sohn vorgestern mit einem Freund auf dem Hamburger Sommerdom und es war offenbar so beglückend, dass er uns gestern einladen(!) wollte um nochmal zu gehen, d.h. die Erinnerung zu wiederholen ;) ). Einzig hat man im Alter einfach mehr Erinnerungen.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

  • »Antalwin« ist männlich

Beiträge: 320

Registrierungsdatum: 10. Januar 2011

176

Samstag, 5. August 2017, 16:07

Hallo,

leider konnte ich aus Zeitgründen nur den 1. Aufzug im TV sehen. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, sängerisch auf sehr hohem Niveau ! Michael Volle ist ein ausgezeichneter Sachs, Klaus Florian Vogt kann die Besonderheit seiner Stimme als Stolzing effektvoll einsetzen. Daniel Behle ist ein technisch sehr genauer David, allerdings erscheint mir seine Stimme für die Partie schon etwas zu voluminös zu sein, was man besonders in den Duetten mit Klaus Florian Vogt deutlich merkt. Es ist vielleicht unpassend, jemand der schon Erik auf der Bühne gesungen hat und nach Bayreuth wieder singen wird, als David zu besetzen ? Günther Groissböck sang die Arie "Das schöne Fest-Johannistag" bravourös. Aber er sollte aufpassen, daß er seinen "hohen Baß mit Zug ins Heldenbaritonale", wie er im Interview sagte, nicht zu früh im falschen Repertoire erprobt. Er verkündete, daß Wotan auf dem Plan stünde. Wie dem auch sei: Ich habe schon sehr viel weniger achtbare 1. Aufzüge aus Bayreuth erlebt !

Antalwin

Caruso41

Prägender Forenuser

  • »Caruso41« ist männlich

Beiträge: 3 386

Registrierungsdatum: 19. November 2010

177

Samstag, 19. August 2017, 09:10

Vielleicht ist ja mal ganz interessant, wie man die Aufführung gesehen und gehört hat, wenn man Engländer ist!

Zitat

from bachtrack


Musically sublime, packed with ideas: Kosky's Meistersinger von Nürnberg at Bayreuth

By David Karlin, 01 August 2017

Hitler’s favourite opera, composed by music’s greatest anti-semite, ending in an extended racist rant, set in the city of retribution against Nazism. Opera directors shift uneasily in their seats when trying to plot their path through the minefield that is Die Meistersinger von Nürnberg; most opt for ignoring the racist aspects altogether – after all, it’s all about the music, isn’t it?

The label “most opera directors” does *not* apply to Barrie Kosky.

Kosky’s new take on Meistersinger, the highlight of this year’s Bayreuth Festival, starts and ends with the point – obvious when you think about it – that Meistersinger is brim filled with the composer’s wish-fulfilment. The central figure of Hans Sachs (ultimate arbiter of good taste and musical progress) is obviously an author proxy, but so is Walther (an instinctive artist who breaks all the rules yet creates the greatest music) and even young David (an impetuous, full-hearted lover).

Warning - many spoilers follow! In the Act 1 Prelude alone, we are treated to more ideas, more brilliantly executed than in many a full-length opera that I’ve seen. We are in Wagner’s mansion Wahnfried, and Kosky is drawing on the equivalence between the characters in the opera and the people in the composer’s life, perfectly costumed and made up to look like their contemporary portraits. Wagner is Sachs, of course, Cosima is Eva, Cosima’s father Franz Liszt is Pogner, Hermann Levi, the conductor who was Wagner’s friend but whom he abused horribly, is the hapless Sixtus Beckmesser. The composer’s favourite things are brought as gifts: fine shoes, silks, perfumes. As Wagner elbows Liszt away from the grand piano and starts to play, the piano lid lifts and the other characters in the drama emerge from inside, clad in full mediaeval costume, and the action begins.

Kosky has bigger resources than usual with which to display some of his directorial talents, most notably his ability to create tableaux and his skills in crowd control: the chorus can be in freeze-frame, there can be restless shuffling or full scale mayhem. It’s in mayhem at the end of Act 2 that Kosky pulls off the biggest shock: as Beckmesser is being mercilessly beaten by David and his buddies, a giant Jewish head inflates to fill the whole proscenium, before being beaten and bowed. Let no-one be in any doubt, the director is telling us, that this is anything but an anti-semite rant. Another tour de force comes at the end of Act 1, when we are made to realise that we are in the city of the Nuremberg trials and that Wagner himself is in the dock.

One expects musical standards to be high here, but even by Bayreuth standards, this was an outstanding cast. The audience favourite – to judge by the curtain call decibel meter – was Klaus Florian Vogt’s Walther, and it’s easy to see why: there’s an unstrained clarity and freshness to his voice that can’t fail to seduce, with bewitching control of line in Walther’s many cantabile passages. On the cantabile-Sprechstimme scale, Michael Volle’s Hans Sachs veered closer to the latter than I might have liked, even tending to shout at times, but I can only admire Volle’s huge stage and vocal presence. If others have brought more humanity to Sachs, I have never heard more authority. Günther Groissböck provided a contrasting bass voice, bringing great lyricism and true tenderness to the role of Veit Pogner, as well as looking the spitting image of portraits of the elderly Franz Liszt. Anne Schwanewilms gave us some fine acting as Eva, particularly good in her cat-on-hot-coals impatience in Act 3, as well as giving a clear, pure, well weighted soprano. The Act 3 quintet – Schwanewilms, Volle and Vogt with Daniel Behle’s David and Wiebke Lehmkuhl’s Magdalena – achieved rare send-you-off-into-dreamland beauty. Johannes Martin Kränzle was superb, sympathetic Beckmesser.

Bayreuth’s unique layout does wonders for balance between orchestra and singers, but tends to create a blended orchestral sound rather than bringing out individual elements. Given that starting point, Philippe Jordan led a strong orchestral performance, the pace neither flagging nor too rushed, the musical beauty allowed to shine through.

But what about that notorious ending? Kosky pulls off another of his surprising tableaux: a full orchestra appears on stage, and Sachs-as-Wagner conducts it, riding off into a sort of musical sunset. Kosky has said that this was his starting point for his whole concept, but personally, I don’t buy it: after the intensity of the depiction of Beckmesser’s victimisation, letting Wagner off so lightly smells of a cop-out, and there’s the most egregious violation of the Chekhov’s Gun principle when the Nuremberg Trials set disappears in a puff of smoke, taking the allied flags and the solitary Military Policeman with it, having served for two acts as nothing more than a backdrop.

But make your own minds up. This extraordinarily inventive staging and musically sublime production deserves to be seen.
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Karl

Schüler

  • »Karl« ist männlich

Beiträge: 189

Registrierungsdatum: 16. August 2016

178

Mittwoch, 23. August 2017, 07:44

Ein Leserbrief zur aktuellen Inszenierung:

Mit dem Meistersinger-Zitat „Hier gilt’s der Kunst“, mit dem man 1951 in Bayreuth den Neuanfang wagte, wollte man Ideologien – welcher Art auch immer – von den Festspielen fernhalten und hat dies auf der Bühne auch konsequent eingehalten. Der in der DDR tätige Regisseur Götz Friedrich hat 1972 einmal im Tannhäuser einen kleinen sozialistischen Aufstand versucht und musste ihn schnell wieder abändern. Von derartigen Korrektiven ist man heute jedoch weit entfernt.

Die diesjährige Neuinszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ von Barrie Kosky ist ein Beispiel dafür. Sie versteckt sich zwar hinter historisierenden Kostümen und albernen Gesten, ist jedoch eine Generalabrechnung mit Richard Wagner und den Festspielen, zumindest was die Meistersinger betrifft.

Dies geschieht dadurch, dass Herr Kosky die Personen der Handlung personifiziert: Hans Sachs ist Richard Wagner und Beckmesser ist Hermann Levi. Eigentlich müsste man für Levi, dem Dirigenten der Parsifal-Uraufführung von 1882, für diese Vereinnahmung Persönlichkeitsschutz einfordern. Beckmesser jedenfalls ist damit für jeden erkennbar jüdischen Glaubens. Die Prügelszene am Ende des 2. Aktes wird zur Reichspogromnacht, deutlich gekennzeichnet mit der riesigen Fratze nach Manier des „Stürmers“. Beckmesser wird nicht krankenhausreif geschlagen, weil er nachts Krawall macht und die Leute aufweckt, sondern weil er ein Jude ist. Damit dies auch ganz klar wird und es jeder versteht, setzt er Anfang des dritten Aktes in der Schusterstube diese Fratze selbst auf und drei weitere sehen ihn an und erinnern ihn daran, dass er Jude ist. Diese Deutung gilt auch für sein Versagen mit seinem Preislied auf der Festwiese. Danach wird er abgeführt.

Da Hans Sachs das Ganze angezettelt hat und ebenfalls für jeden sichtbar Richard Wagner ist, macht man letztlich diesen posthum für das Ganze verantwortlich. Seine „chauvinistische“ Ansprache von der deutschen Kunst muss er daher auf leerer Bühne singen. Es ist dabei unerheblich, dass der Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse als Kulisse dient, es verstärkt jedoch die beabsichtigte Schuld-Theorie.

Eigentlich dachte ich, dass die Thesen von Zelinsky aus den 1970er und 80er Jahren über jüdische Figuren in Wagners Opern und über Wagner als Vorläufer der Judenvernichtung längst widerlegt sind: In diesen Meistersingern feiern sie jedoch wieder fröhliche Urständ!

La Roche

Prägender Forenuser

  • »La Roche« ist männlich

Beiträge: 2 206

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

179

Mittwoch, 23. August 2017, 09:09

Lieber Karl,

das Schlimme ist ja daran, daß viele ob dieser Verstümmelung Hurra schreien, weil sie

1. alles bejubeln, was ihnen vorgestzt wird
2. endlich einmal eine Deutung vorgestzt bekamen, wo sie etwas lernen konnten
3. endlich wieder darauf hingewiesen wurde, das Wagner Antisemit war.

Bayreuth ist schon lange, lange kein Maßstab mehr und wird es auch nicht werden, es sei denn, man mißt jede Inszenierung daran, wie weit sie sich vom Original zu entfernen vermag. Darin setzt Bayreuth Maßstäbe. Und die Richard-Wagner Gesellschaften schauen zu und geben sogar Finanzhilfen. Sie tragen mit dieser Inkonsequenz zur Ermordung der herrlichen Musik Wagners bei. Gute Nacht Bayreuth.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Karl

Schüler

  • »Karl« ist männlich

Beiträge: 189

Registrierungsdatum: 16. August 2016

180

Samstag, 26. August 2017, 16:15

Auszüge aus einem Interview mit Matthias Wollong, einer der beiden Konzertmeister im Festspielorchester.