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chrissy

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1

Samstag, 20. Mai 2017, 00:26

Premiere "RIGOLETTO" in Liberec /Reichenberg - ein beglückender Opernabend

Willkommen im Klub "Freunde der ital. Oper"
Vor einer Stunde sind wir aus Liberec /Reichenberg zurück und haben dort eine in allem überaus großartige, beglückende Premiere erlebt.
Ich hoffe, daß ich heute dazu komme, etwas mehr zu berichten. Jetzt muß sich das Erlebnis erst mal etwas setzen und man muß zur Ruhe kommen.

CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

operus

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2

Samstag, 20. Mai 2017, 09:11

Lieber Chrissy,

so muss es nach einem Opernereignis sein: erregt, aufgewühlt und begeistert. Wir freuen uns auf Deinen ausführlichen Bericht. Allein Dein erstes Statement genügt, um etwas von der Begeisterung auf uns zu übertragen.
Herzlichst
Operus

Erich Ruthner

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3

Samstag, 20. Mai 2017, 13:16

Vorfreude ist die schönste Freude!
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

chrissy

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4

Samstag, 20. Mai 2017, 16:29

Lieber Chrissy,

so muss es nach einem Opernereignis sein: erregt, aufgewühlt und begeistert. Wir freuen uns auf Deinen ausführlichen Bericht.
Allein Dein erstes Statement genügt, um etwas von der Begeisterung auf uns zu übertragen.
Herzlichst
Operus
Genauso war /ist es, lieber Operus. Und auch wie Erich meint, mit der Vorfreude, das ist absolut richtig.

So, nun etwas zur Ruhe gekommen und mit einem gewissen Abstand, möchte ich von dem gestrigen Opernabend berichten:
Die Vorfreude und Neugier war tatsächlich riesengroß bei mir, zumal der Rigoletto eine meiner absoluten Lieblingsopern ist und ich diese Oper von Anfang bis Ende
in - und auswendig kenne und gefühlt schon etwa 100 mal erlebt habe.
Hinzu kommt, daß ich im Vorfeld mehrmals Gelegenheit hatte mit dem Dirigenten Martin Doubravsky zum Thema zu sprechen und er mir da immer selbst begeistert sagte:
"Das wird ganz großartig. Gute Inszenierung, tolle Kostüme und sehr gute Sänger. Kommen Sie, Sie werden zufrieden sein." Und ich kann seine Aussage nun vollauf bestätigen.
Zur Inszenierung: In einem anderen unserer Threads "Volles Rohr Romantik" werden in Text und Bildern großartige monströse Bühnenbilder vorgestellt.
Nun, damit kann Liberec nicht ganz mithalten. Für solche monumentalen Bühnenbilder, ist die Bühne mit ihren vielen agierenden Personen nicht groß genug.
Das aktuelle Rigoletto - Bühnenbild ist eher bescheiden und doch absolut passend und wirkungsvoll. Viel mehr als ein Thronsessel, ein paar andere Utensilien und zwei rote Treppen,
die in die Seiten - und Hintergrundwände hineinragen, ist da nicht. Und das mit den Wänden ist richtig gut und wirkungsvoll. Sie werden zur jeweiligen Situation verschoben,
bzw. gehoben und mit ihrer grauen Farbe werfen sie ein stimmungsvolles Bild auf die doch zumeist düstere Handlung. Und diese wird von allen Beteiligten durch eine glaubhafte Darstellung und der Handlung entsprechenden Personenführung glaubhaft und nachvollziehbar dargebracht. Dazu kommen für alle tolle stimmige Kostüme.
Am Schluß wird Gilda tatsächlich, wie man das ja auch so kennt, im Sack von Sparafucile geschleift, an Rigoletto übergeben.
Zur Musik und der Interpretation: Verdi hat natürlich gerade für die Handlung dieser Oper, wie ich meine und empfinde, eine herrliche, beeindruckende
und für die handelnden Personen der jeweiligen Situation entsprechend charakteristische wunderschöne Musik komponiert.
Und die wurde durch alle Akteure hervorragend interpretiert. Martin Doubravsky als Dirigent hatte das klanglich wohlklingende Orchester sicher und hervorragend im Griff.
Ich glaube, er ist wohl ein Verdi - Spezialist mit dem nötigen Gespür und feinem Gefühl.
Wunderbar gefühlvoll schon das kurze Vorspiel. Hier merkt man bereits, daß dies kein lustiges Stück wird - man spürt die kommende dramatische Tragik der Handlung.
Zu den letzten Tönen hebt sich der Vorhang und gibt den Blick frei auf die Bühne. Dort stehen die handelnden Personen des 1. Aktes unbeweglich, wie versteinert da.
Mit Beginn der Bühnenmusik, die wie gewohnt über Tonkonserve eingespielt wurde, setzten sie sich in Bewegung und es begann ein lockeres frivoles, ausgelassenes
und lautes Treiben. Und hier ist auch mein einziger Kritikpunkt:
Ich empfand es als etwas zu laut und was ich gar nicht gut fand, dieses laute Treiben war auch während der Ballade "Questa o quella...".
Dadurch geriet diese schöne Ballade etwas in den Hintergrund und kam nicht so deutlich und direkt rüber.
In der Pause hatte ich wieder Gelegenheit mit dem Dirigenten zu sprechen und äußerte meine Meinung. Er zuckte die Schultern und entgegnete, das ist eine Idee des Regisseurs.
Wie immer auch beeindruckend der Chor und alle anderen Solisten ohne Fehl und Tadel.
Zu den Hauptsolisten: Alle drei stimmlich hervorragend und paßten auch optisch ideal in ihre Rollen und sangen als Gast an diesem Haus.
Der Tenor "Ales Briscein" kommt aus Prag. Ohne jegliche Ermüdungs - oder Abnutzungserscheinung war er stimmlich bis zum Schluß sicher und hatte dabei eine bombensichere,
strahlende Höhe. Was ich ein wenig vermißt hatte, es fehlt ihm ein wenig das gewisse "Italianita", das geschmeidige Gefühl in der Stimme. Das soll aber keine generelle Krtik sein,
sondern ist mehr persönlicher Geschmack und Empfindung, bedingt aus früheren manifestierten Erinnerungen.
Die Gilda meisterte ihre Partie hervorragend. Sicher und ausdrucksstark ihre Arie "Caro nome..." mit schönen Koloraturen, für die sie begeisterten Szenenapplaus erhielt.
Ebenso hervorragend der Rigoletto, ausdrucksstark und mit einer voluminösen Stimme und kräftigen, langanhaltenden Tönen.
Er brillierte besonders auch in der Szene "Si, vendetta..." mit lang gehaltenem hohen Schlußton, für den er ebenfalls großen Szenenapplaus bekam.
Darstellerisch auch beeindruckend die Szene "La ra, la ra, la ra..., Cortigiani vil razza danata..." wo er flehend um seine Tochter vor den Höflingen auf Knien rutschte.
Fazit: Es gab viel Szenenbeifall und am Schluß viele, viele Vorhänge, wo alle Beteiligten, einschließlich Regie (!!!), zurecht mit viel Beifall, Trampeln, Jubeln
und Bravo - Rufen gefeiert wurden. Besonders bejubelt wurde aber der Rigoletto, der dann, als der Beifall nicht enden wollte, aus Dankbarkeit und Rührung sich nicht nur verbeugte, sondern auf der Bühne auf die Knie ging.
Ja, es war ein großartiger, rundum beglückender Opernabend und ich freue mich schon jetzt auf die 2. Premiere, heute in einer Woche, mit Alternativ - Besetzung.
Und wenn alles planmäßig klappt, wird da auch ein weiteres Mitglied aus unserem Forum mit dabei sein und vielleicht meine guten Eindrücke bestätigen können.

Noch eine persönliche Randbemerkung:
Zu dem schönen Opernerlebnis klappte auch alles andere perfekt und rundet so einen schönen Tag ab.
Unglaublich aber wahr - alls wir ankamen und ich mit dem Auto um die Ecke zum Theater bog, fuhr ein Auto gerade aus der Parklücke in der Mitte direkt
vor dem Haupteingang weg und wir hatten einen super Parkplatz. Da konnten wir uns dann gleich mit Sekt auf den kommenden Abend einstimmen.
Und außerdem, wir hatten bestes warmes Sommerwetter. Sogar nach der Vorstellung um 22 Uhr war es angenehm bei noch gut 20 °C.
Unbedingt erwähnen möchte ich folgende Beobachtung: Mit uns war ja ein befreundetes Ehepaar.
Unsere Freundin war am Schluß so intensiv in alles involviert, daß ihr bei Gildas Tod, es sie so übermannte, daß ihr die Tränen kamen.
Das zu erwähnen halte ich für wichtig, weil ich meine, wenn so etwas passiert, dann hat Oper ihren Sinn und ihren Zweck erfüllt.
So muß Theater, so muß Oper sein!!!

Danke für Euer Interesse und Eure Aufmerksamkeit, herzlichst...

CHRISSY

Hier nochmal die Szenenfotos: http://www.saldovo-divadlo.cz/program/de…eni/r/rigoletto



Ergänzen und erwähnen möchte ich noch:
Gesungen wurde natürlich in der Originalsprache "italienisch".
Dazu wurde am oberen Bühnenrand der Text in tschechisch und in deutsch in sehr guter Übersetzung eingeblendet.
Jegliches hat seine Zeit...

rodolfo39

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5

Samstag, 20. Mai 2017, 16:44

Lieber Chrissy,
wenn Gilda stirbt, muss ich auch mein Taschentuch zücken und bei Rigolettos Arie im zweiten Akt.

musikwanderer

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6

Samstag, 20. Mai 2017, 18:55

Deinen Bericht, lieber Christian, habe ich mit Freude gelesen. Wie ich schon am Telefon sagte, war ich fest überzeugt, dass Liberec Dir einen wundervollen "Rigoletto" bieten würde. Dass es so kam habe ich Dir wahrlich gegönnt und dass Du es hier auch treffend beschrieben hast, sei mit Dank quittiert.

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Gerhard Wischniewski

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7

Samstag, 20. Mai 2017, 22:41

Lieber Christian,

vielen Dank für den schönen Bericht. Schon als ich den Link mit den Szenenbildern öffnete, wusste ich, dass hier wirklich "Rigoletto" gespielt wird und dein Bericht bestätigt es mir. Es kommt wahrhaftig nicht auf allzu großen Pomp an. Wichtig ist, dass das echte Werk inszeniert wird und nicht solche irren Phantasien, wie wir sie in den letzten Jahren häufiger auch in Fernsehen zu sehen bekamen, unter dem Namen "Rigoletto" ausgegeben werden. Schade, dass Liberec so weit von uns entfernt ist, denn dort wird - wie vielfach in östlichen Ländern - noch werkgerecht inszeniert. So muss Oper sein!

Liebe Grüße
Gerhard
Gar nichts liegt mir daran, ob man meine Sachen gibt: mir liegt einzig daran, dass man sie so gibt, wie ich's mir gedacht habe; wer das nicht will und kann, der soll's bleiben lassen.
(Richard Wagner an Ferdinand Heine, Dezember 1852)

  • »Christian Biskup« ist männlich

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8

Sonntag, 21. Mai 2017, 01:00

Für alle die Mal das Ensemble und eine Inszenierung aus Liberec in Deutschland erleben wollen, sei die Rusalka in Wolfsburg, nächstes Jahr im April ans Herz gelegt. Auch wenn ich schon furchtbare Erlebnisse mit Operntourneen aus dem Osten hatte, so werde ich mir diese auf jeden Fall anhören und ansehen.
Hier gibt es Szenenbilder aus Liberec ---> Klick
Und hier alles zur Aufführung in Wolfsburg ---> Klick

LG
Christian

chrissy

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Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

9

Sonntag, 21. Mai 2017, 09:08

Für alle die Mal das Ensemble und eine Inszenierung aus Liberec in Deutschland erleben wollen, sei die Rusalka in Wolfsburg, nächstes Jahr im April ans Herz gelegt.
Auch wenn ich schon furchtbare Erlebnisse mit Operntourneen aus dem Osten hatte, so werde ich mir diese auf jeden Fall anhören und ansehen.
Hier gibt es Szenenbilder aus Liberec ---> Klick
Und hier alles zur Aufführung in Wolfsburg ---> Klick

LG
Christian
Ich habe die "Rusalka" vor ein paar Jahren in Liberec gesehen und darüber im Forum ausführlich berichtet - nachzulesen im Thread "Gestern in der Oper", Seite 10, Btr. 9.
Die war großartig gemacht. Inszeniert vom damaligen Direktor /Intendant des Hauses und in persona Chefregisseur Martin Otava.
Die Rusalka steht in Liberec immer noch ab und zu auf dem Spielplan, zuletzt im April.

CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

La Roche

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10

Sonntag, 21. Mai 2017, 09:24

Lieber Chrissy,

bevor ich in wenigen Minuten ins Auto steige zu meinem Studententreffen fahre schnell noch meinen Glückwunsch zum Erlebnis Liberec. Die Bilder sind zwar nicht opulent, aber Du hattest ja schon geschrieben, daß man das ja auch in Liberec nicht erwarten kann. Die Hauptsache ist eine originalgetreue Aufführung ohne Zeitverlegung, sind entsprechende Kostüme und guter Gesang. Das reicht, um uns regietheatergestreßte Opernfreunde zufriedenzustellen. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Ist doch wohl nicht einmal zuviel verlangt.

Herzlichst La Roche
Es ist besser, ein kleines Licht anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen. Konfuzius

Gerhard Wischniewski

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  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 092

Registrierungsdatum: 7. April 2011

11

Sonntag, 21. Mai 2017, 10:04

Zitat

Zitat von LaRoche: Die Hauptsache ist eine originalgetreue Aufführung ohne Zeitverlegung, sind entsprechende Kostüme und guter Gesang.

genau das ist es, lieber LaRoche, was ich in meinem Beitrag auch betont habe, also volle Zustimmung. Nicht auf das opulente Bühnenbild kommt es an, sondern man kann auch mit einfachen Mitteln durchaus den Eindruck schaffen, dass sich der Opernfreund im richtigen Werk weiß. Hauptsache: Ort, Zeit und Handlung des Werkes bleiben erkennbar, und das sind sie den Bildern nach durchaus. Mich wundert nur, dass die so negativ eingestellten Zerstörer alles Guten sich hier noch nicht zu Wort gemeldet haben.
Lieber Christian Biskup, wir haben früher mit osteuropäischen Ensembles (hier gibt es nur Tourneevorstellungen) nie schlechte Erfahrungen gemacht. Erst als in den letzten Jahren fast nur noch deutsche Tourneetheater mit ihren modisch verfälschten Inszenierungen kamen, habe ich die Besuche aufgegeben.

Liebe Grüße
Gerhard
Gar nichts liegt mir daran, ob man meine Sachen gibt: mir liegt einzig daran, dass man sie so gibt, wie ich's mir gedacht habe; wer das nicht will und kann, der soll's bleiben lassen.
(Richard Wagner an Ferdinand Heine, Dezember 1852)

  • »Christian Biskup« ist männlich

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12

Sonntag, 21. Mai 2017, 12:13

Zitat

Zitat Gerhard: Lieber Christian Biskup, wir haben früher mit osteuropäischen Ensembles (hier gibt es nur Tourneevorstellungen) nie schlechte Erfahrungen gemacht. Erst als in den letzten Jahren fast nur noch deutsche Tourneetheater mit ihren modisch verfälschten Inszenierungen kamen, habe ich die Besuche aufgegeben.
Lieber Gerhard,
was die Inszenierungen betrifft, war es stets sehr schön und gelungen. Meistens war es nur musikalisch so schlecht, dass ich in der Pause gegangen bin. Der Höhepunkt war eine Turandot mit der Streicherbesetzung 4-3-3-2-1 und bei denen die Gongs durch irgendwelche Blecheimer ersetzt wurden, auf denen man dann rumgekloppt hat. Es war furchtbar.
Aber nachdem was Chrissy immer so schreibt, dürfte mir das ja nicht passieren - ich werde gewiss auch berichten. Aber genug davon, dass ist hier nicht Thema. Auf der Homepage habe ich gesehen, dass in Liberec sogar die lustigen Weiber laufen...eine meiner Lieblingsopern...warst Du da schon drin, lieber Chrissy? Die Kostüme und Co sehen fantastisch aus, da würde mich eine Reise auch sehr reizen :)

LG
Christian

hart

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13

Sonntag, 21. Mai 2017, 15:00

Nicht auf das opulente Bühnenbild kommt es an, sondern man kann auch mit einfachen Mitteln durchaus den Eindruck schaffen, dass sich der Opernfreund im richtigen Werk weiß.

Da tat sich schon 1943 mal etwas mit großer Nachwirkung - die Rede ist vom eigentlich aus der Not geborenen Wiener Mozartstil. Dessen Höhepunkt war eine »Cosi-fan-tutte« -Inszenierung des Dreigestirns Böhm-Schuh-Neher im Wiener Redoutensaal. Mit einem Minimum an szenischem Aufwand: zwei Tische, zwei Bänke und vier Stühle aus weißem, verspielten Eisengeflecht, wurde vorzüglich musiziert; die Grundbesetzung bestand aus gut harmonierenden Stimmen ...
Das hatte sich noch bis weit in wirtschaftlich bessere Zeit hinein gehalten.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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14

Sonntag, 21. Mai 2017, 15:53

Das ehemalige "Reichenberger Stadttheater" (heute F. X. Šalda-Theater)war schon in der österreichisch ungarischen Monarchie bekannt, ein Haus für Oper und Sprechtheater gleichermaßen. Zwar war es ein "Provinztheater", aber vermutlich das renommierteste in ganz Österreich. Weil von dort nämlich fast alle berühmten Schauspieler kamen. Und das wiet über die Zeit der Monarchie hinaus, der in Österreich bekannte Schauspieler und Kabarettiist entwickelte sogar einen "running Gag" daraus - indem er in vielen Sketches und Kabarettstücken seinen Satz immer mit "bei uns in Reichenberg..." einleitete - und sich so über den (nie gestellten) Anspruch , dieses Theater sei der Nabel der Welt - oder zumindest des Theaters - lustig machte. Dadurch machte er das Theater noch bekannter, als es ohnehin schon war. Das Theater fasst 850 Sitzplätze, ursprünglich waren 1050 geplant, aber 200 fielen den strengeren Sicherheitsanforderungen zum Opfer, die seit dem Brand des Ringtheaerbrands in Kraftt getreten sind.



Und hier ein Bild des Zuschauerraums, das zeigt, wie luxuriös das Theater eigentlich ausgestattet ist.....

mfg aus Wien
Alfred

Die wichtigste Aufgabe des Forenbetreibers besteht darin, an allem was im Forum passiert, prinzipiell schuld zu sein
(Alfred Schmidt)

Dieter Stockert

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15

Sonntag, 21. Mai 2017, 17:23

Mich wundert nur, dass die so negativ eingestellten Zerstörer alles Guten sich hier noch nicht zu Wort gemeldet haben.
Nun ja, ich halte mich zwar überhaupt nicht für einen »negativ eingestellten Zerstörer alles Guten«, und im »wirklichen Leben« wird mir oft gesagt, ich hätte eine positive Ausstrahlung. Ich habe aber gute Gründe, mich hier mit gemeint zu fühlen. Und wenn mich Gerhard hier sozusagen auffordert, meinen Senf dazu zu geben, so habe ich bei den verlinkten Bildern, über die Gerhard schreibt:
Schon als ich den Link mit den Szenenbildern öffnete, wusste ich, dass hier wirklich "Rigoletto" gespielt wird
doch das Bedürfnis, das mal mit dem zu vergleichen, was im Libretto steht:

Zitat

Prächtiger Saal im herzoglichen Palast. Im Hintergrund Türen zu anderen Sälen, die prunkvoll hell erleuchtet sind.

Das öde Ende einer Sackgasse. Links ein hübsches Haus mit einem kleinen, von Mauern umgebenen Hof.
Im Hof ein grosser hoher Baum und eine Bank aus Marmor; in der Mauer eine Tür, die zur Strasse führt, oberhalb der Mauer ein begehbarer Balkon auf Arkaden.
Die Tür im ersten Stock führt auf den Balkon.
Rechts der Gasse ist die sehr hohe Mauer des Gartens und ein Flügel des Palastes von Ceprano. Es ist Nacht.

Salon im herzoglichen Palast. Zwei Seitentüren, eine grössere im Hintergrund, die gerade zufällt. Zu beiden Seiten hängen die Porträts der Herzogin und des Herzogs in Lebensgrösse. Ein Sessel steht neben einem Tisch mit einer Samtdecke.

Das öde Ufer des Mincio. Links ein zweistöckiges, halb verfallenes Haus, dessen Front, die dem Zuschauer zugewandt ist, durch einen grossen Bogen das Innere eines ländlichen Wirtshauses im Erdgeschoss sehen lässt sowie eine grob gezimmerte Treppe, die auf den Dachboden führt, wo ein Balkon ohne Fensterläden den Blick auf ein Feldbett freigibt.
In der Fassade, die der Strasse zugewandt ist, eine Tür, die sich nach innen öffnet; in der Mauer sind so viele Risse, dass man von draussen leicht sehen kann, was im Haus vor sich geht.
Der Rest der Bühne zeigt die öde Seite des Mincio, der im Hintergrund hinter einem halb eingestürzten Damm fliesst; jenseits des Flusses liegt Mantua. Es ist Nacht.
Ich will damit keinesfalls sagen, dass die Inszenierung etwa nicht so wäre, wie Gerhard sich das wünscht. Nur ist es mir ein Rätsel, wie er aufgrund der verlinkten Bilder erkennt, wie »Ort, Zeit und Handlung des Werkes […] erkennbar« bleiben, wenn man auf den Bildern von der Szenerie doch kaum etwas sieht.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

chrissy

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16

Sonntag, 21. Mai 2017, 20:19

Auf der Homepage habe ich gesehen, dass in Liberec sogar die lustigen Weiber laufen...eine meiner Lieblingsopern...warst Du da schon drin, lieber Chrissy?
Die Kostüme und Co sehen fantastisch aus, da würde mich eine Reise auch sehr reizen :)
LG
Christian
Hallo, Christian
Das stimmt. "Die lustigen Weiber..." stehen in Liberec auf dem Spielplan. Premiere war Ende September im vorigen Jahr. Bis jetzt habe ich sie noch nicht gesehen,
ist aber bei mir in der neuen Spielzeit nach den Theaterferien geplant. Interessant für Dich dürfte sein - da ja im Liberecer Opernhaus alle Werke fast ausschließlich
in der Originalsprache aufgeführt werden bin ich mir sicher, die Aufführung ist in deutscher Sprache. So war es auch beim "Freischütz und der Zauberflöte".
Hier die Szenenfotos der "Lustigen Weiber": http://www.saldovo-divadlo.cz/program/de…icky-windsorske

ZITAT: Was die Inszenierungen betrifft, war es stets sehr schön und gelungen. Meistens war es nur musikalisch so schlecht, dass ich in der Pause gegangen bin.
Das kann ich überhaupt nicht bestätigen, im Gegenteil! Liberec hat ein hochkarätiges Ensemble, welches locker mit manch´ großem namhaften Haus mithalten kann.

Herzlichst
CHRISSY
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chrissy

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17

Sonntag, 21. Mai 2017, 20:36

Das ehemalige "Reichenberger Stadttheater" (heute F. X. Šalda-Theater)war schon in der österreichisch ungarischen Monarchie bekannt, ein Haus für Oper und Sprechtheater gleichermaßen. Zwar war es ein "Provinztheater", aber vermutlich das renommierteste in ganz Österreich. Weil von dort nämlich fast alle berühmten Schauspieler kamen. Und das wiet über die Zeit der Monarchie hinaus, der in Österreich bekannte Schauspieler und Kabarettiist entwickelte sogar einen "running Gag" daraus - indem er in vielen Sketches und Kabarettstücken seinen Satz immer mit "bei uns in Reichenberg..." einleitete - und sich so über den (nie gestellten) Anspruch , dieses Theater sei der Nabel der Welt - oder zumindest des Theaters - lustig machte. Dadurch machte er das Theater noch bekannter, als es ohnehin schon war. Das Theater fasst 850 Sitzplätze, ursprünglich waren 1050 geplant, aber 200 fielen den strengeren Sicherheitsanforderungen zum Opfer



Und hier ein Bild des Zuschauerraums, das zeigt, wie luxuriös das Theater eigentlich ausgestattet ist.....

mfg aus Wien
Alfred
Hallo, Alfred
Vielen Dank für Deine Info über das Theater /Opernhaus Liberec und das eingestellte Foto des Zuschauerraumes.
Interessenten verweise ich darüber hinaus auf meinen Btr. "Theater /Opernhaus Liberec /Reichenberg" im Thread "Gestern in der Oper" auf Seite 2, von oben 8.
Hier daraus ein kurzes Video: http://www.saldovo-divadlo.cz/o-divadle
Hinweis betr. der Fotos unter dem Video: Der Zuschauerraum in der 2. Reihe ganz links, ist nicht Liberec.

Herzlichst
CHRISSY

PS.: Das von Dieter reingestellte Zitat mit einer Inszenierungsbeschreibung, ist nicht Liberec.
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chrissy

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18

Mittwoch, 24. Mai 2017, 20:56

Hier für Interessenten eine aktuelle Fotogalerie mit Probenfotos, Schlußbeifall und von der Premierenfeier
(auf das erste Foto klicken, dann auf die Pfeile)
CHRISSY

http://www.saldovo-divadlo.cz/aktuality/…pesnou-premieru
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