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Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist männlich

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Registrierungsdatum: 29. März 2005

91

Mittwoch, 7. März 2018, 21:33

Lieber David,

Du bist in Sachen Brahms-Symphonien dann ja bereits gut ausgestattet. Der Barbirolli-Zyklus ist, wie ich finde, sehr gelungen und seit kurzem endlich wieder verfügbar gemacht worden. Jochum/Berlin dürfte noch Mono sein, es gibt aber noch einen Stereozyklus mit dem London Philharmonic Orchestra.

Bernard Haitink lief mir bei Brahms eigentlich noch nie über den Weg. Ich persönlich bin bei diesem Dirigenten eher skeptisch. Seine früheren Aufnahmen empfinde ich oftmals als blutleer und ohne eigene Akzente. Ganz anders der alte Haitink, etwa seine 3. Mahler aus Chicago, die Spitze ist.



Als Gesamtaufnahme würde ich am ehesten zu Bernstein mit den Wiener Philharmonikern raten. Da hättest Du zudem noch die beiden Ouvertüren, die Haydn-Variationen, das Violin- und das Doppelkonzert mit dabei. Meines Erachtens alles auf ganz hohem Niveau. Digitalaufnahmen aus den 80er Jahren, die auch klanglich überzeugen.

Bei Brahms habe ich eigentlich eher Einzelaufnahmen zusammengetragen. Mein Liebling ist die Erste, von der ich auch die meisten Aufnahmen habe. Da würde ich folgende als ganz herausragend ansehen:



Die Stokowski-Aufnahme stammt vom "60th Anniversary Concert" mit dem London Symphony Orchestra von 1972, wo Stokowski sein Debütprogramm von 1912 wiederaufleben ließ. Decca hat es in "Phase 4 Stereo" aufgezeichnet. Es kam später nochmal klanglich verbessert bei Cala raus. Die Wand-Aufnahme ist seine einzige Einspielung mit dem Chicago Symphony Orchestra und übertrifft m. E. seine zahlreichen anderen Aufnahmen noch (was am CSO liegt).



Bei der 2. Symphonie wäre mein Tipp ebenfalls Stokowski. Es handelt sich um eine Einspielung mit dem National Philharmonic Orchestra von 1977. Da war er 95. Es müsste seine vorletzte Aufnahme sein (der Mendelssohn auf derselben CD ist die letzte).



Symphonie Nr. 3 war die Lieblingssymphonie von Hans Knappertsbusch. Die hier gezeigte Aufnahme von 1963 aus Stuttgart war auch die letzte, die aufgenommen wurde. Kna hat den ganz großen Atem und kommt auf 43 Minuten Spielzeit. Wermutstropfen hier: Sie ist leider nur in Mono.



Was die 4. Symphonie angeht, nochmal Stokowski. Ein Konzert aus der Royal Albert Hall von 1974 - sein vorletzter öffentlicher Auftritt. Ich meine, Norbert hat sich die Aufnahme kürzlich auch zugelegt und begeistert davon berichtet. Sehr guter Stereoklang.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • »nemorino« ist männlich

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Registrierungsdatum: 31. Dezember 2017

92

Donnerstag, 8. März 2018, 10:19

Selber besitze ich die GA von John Barbirolli mit den Wiener Philharmonikern
Guten Morgen, David,

zu dieser GA kann ich Dir nur gratulieren, es sind besonders schöne und liebevolle Interpretationen. Jochums DGG-Aufnahme kenne ich nicht, da sie nur mono ist, habe ich sie nicht gekauft, weil sich bei mir die Regalbretter schon sowieso unter Brahms-Lasten biegen :D
Im übrigen hat Dir Joseph noch ein paar schöne Vorschläge gemacht, dem ist nichts hinzuzufügen. Besonders die Live-Aufnahme der Ersten aus Chicago unter Wand ist super!
Da Du offenbar, was Brahms betrifft, nichts von Klemperer hast, würde ich als Alternative seine Aufnahmen vor allem favorisieren:

Außer dem Sinfonien enthält die Kassette noch die beiden Ouvertüren op. 80 & 81, die Haydn-Variationen und, mit der großartigen Christa Ludwig, die Alt-Rhapsodie. Es sind Aufnahmen aus der frühen Stereo-Zeit (mit Ausnahme der Haydn-Variationen, die 1954 noch mono aufgezeichnet wurden), aber sehr gut restauriert und recht transparent und rauscharm. Die Sinfonien stammen aus 1957/58, die Rhapsodie vom März 1962. Ein ganz anderer Brahms als der von Barbirolli oder Karajan, aber sehr hörenswert. "Wie in Marmor gemeißelt", hat es ein Kritiker einmal beschrieben. Die Box ist außerdem mit einem guten Booklet ausgestattet, mit vielen Informationen zu den Werken, und, vor allem, zu den Aufnahmen.

LG,
Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

David

Anfänger

  • »David« ist männlich
  • »David« wurde gesperrt

Beiträge: 75

Registrierungsdatum: 2. März 2018

93

Donnerstag, 8. März 2018, 10:39

zu dieser GA kann ich Dir nur gratulieren, es sind besonders schöne und liebevolle Interpretationen.

JA!!! Da ich mit diesen Aufnahmen groß geworden bin (war ein Geschenk meiner Großeltern) sind sie für mich zum Maßstab geworden.

Vielen Dank euch allen für eure Empfehlungen. Nun trifft mich wohl doch die Qual der Wahl...
Ach ja, mein Großvater schwärmte mir gestern in diesem Zusammenhang von einer Wiener Aufnahme unter Kubelik vor. Ich habe davon noch nie gehört und leider kann ich nicht ausschließen, dass er da was durcheinander gebracht hat. Kennt ihr eine solche Aufnahme?
Herzliche Grüße
David

Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 11 659

Registrierungsdatum: 29. März 2005

94

Donnerstag, 8. März 2018, 10:56

Ach ja, mein Großvater schwärmte mir gestern in diesem Zusammenhang von einer Wiener Aufnahme unter Kubelik vor. Ich habe davon noch nie gehört und leider kann ich nicht ausschließen, dass er da was durcheinander gebracht hat. Kennt ihr eine solche Aufnahme?

Dein Großvater hat sich durchaus recht erinnert, eine solche gibt es. Sie wurde ein wenig von Kubelíks späterer mit dem BR-Symphonieorchester verdrängt, ist aber auch bereits in Stereo:



Aufnahme: Sofiensäle, Wien, 24.-25. März 1956 (Nr. 4), 28. Februar-4. März 1957 (Nr. 2), 23.-24. September 1957 (Nr. 1) & 28.-29. September 1957 (Nr. 3)

Ich bilde gleich auch noch die andere mit ab:



Aufnahme: Herkulessaal, München, 26.-29. April 1983 (Nr. 1 & 2) & 3.-6. Mai 1983 (Nr. 3 & 4)

Ich habe vor Jahren mal in beide reingehört und fand sie ansprechend, ohne dass ich das jetzt im Detail ausführen könnte.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • »nemorino« ist männlich

Beiträge: 555

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2017

95

Donnerstag, 8. März 2018, 11:00

Ach ja, mein Großvater schwärmte mir gestern in diesem Zusammenhang von einer Wiener Aufnahme unter Kubelik vor. Ich habe davon noch nie gehört und leider kann ich nicht ausschließen, dass er da was durcheinander gebracht hat. Kennt ihr eine solche Aufnahme?
Lieber David,

die kenne ich nur zu gut! Es war mein erster Stereo-Zyklus der Brahms-Sinfonien. Die Aufnahmen entstanden in den späten 1950ern in den Wiener Sofiensälen, mit den Wiener Philharmonikern. Herrliche musikantische Interpretationen, auch klanglich gut (damals, als sie herauskamen, sensationell). An manchen Stellen hat man das Gefühl, daß Kubelik seinen Brahms ein bißchen nach Böhmen verpflanzt, doch das schadet den Werken überhaupt nicht. Lange Jahre waren die Aufnahmen vergriffen und erschienen relativ spät auf CD, ich selber habe sie bis heute aber nur auf LP, aus den weiter oben genannten Gründen.

Beim großen Urwaldfluß kann man sie als 2 CD-Album erwerben.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

David

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  • »David« ist männlich
  • »David« wurde gesperrt

Beiträge: 75

Registrierungsdatum: 2. März 2018

96

Donnerstag, 8. März 2018, 11:06

Lieber Nemorino,
lieber Joseph,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Da wird sich mein Großvater freuen, dass er mit dieser Empfehlung nicht alleine dasteht.
Die Aufnahmen entstanden in den späten 1950ern in den Wiener Sofiensälen, mit den Wiener Philharmonikern.

Das passt auch zu dem, dass er meinte er hätte sie damals in meinem Alter gehört.
Herzliche Grüße
David

  • »nemorino« ist männlich

Beiträge: 555

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97

Donnerstag, 8. März 2018, 11:09

Da bist Du mir ein paar Minuten zuvor gekommen, lieber Joseph II.!

Die alten Aufnahmen gibt es auch noch in dieser billigen 10 CD-Kassette:

die außerdem noch mehr rare Sachen enthält, so z.B. Kubeliks erste Studio-Aufnahme von Dvoraks Neunter und die kompletten Slawischen Tänze, dazu noch die Dvorak-Sinfonien Nr. 7 ebenfalls mit den Wiener Philharmonikern (Decca) und Nr. 8 (mit dem Philharmonia Orchestra), sowie eine bemerkenswerte Aufnahme von Schuberts Großer C-Dur-Sinfonie (Nr. 9) vom November 1958, mit dem Royal Philharmonic Orchestra (EMI). Über die klangliche Seite der Kassette kann ich nichts sagen, ich besitze sie nicht. Man sollte aber vorsichtshalber vorher reinhören, denn bei Membran ist man nie so ganz sicher. Oft sind die Überspielungen sehr gut gelungen, manchmal weniger.
Soweit ich weiß, ich nur die Dvorak Nr. 8 eine Mono-Aufnahme, alles andere ist Stereo.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

teleton

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98

Donnerstag, 8. März 2018, 11:11

Da Du offenbar, was Brahms betrifft, nichts von Klemperer hast, würde ich als Alternative seine Aufnahmen vor allem favorisieren:
Klemperer / Philharmonia Orchestra (EMI)

Zitat

JA!!! Da ich mit diesen Aufnahmen groß geworden bin


Bei mir waren es die Klemperer-Aufnahmen. Die 4 EMI-LP´s habe ich damals alle einzeln von meinem Taschengeld finanziert ... bis heute hochgeschätzt ... aber heute auf CD !
Gerade was man bei Brahms zuerst hört führt zu einer ungeahnten Prägung.


Jeder von Euch (Josef, nemorino, David, Farinelli, ...) hat ja nun in den letzten Beiträgen seine Meinung und Eindrücke zu Brahms-Aufnahmen kund getan. Alle diese Eindrücke haben unterschiedliche Beweggründe.
*** Müsste ich mich heute für eine Brahms-Sinfonien - GA entscheiden, so würde ich
Solti / Chicago SO (Decca) nehmen. Die ist in allen Punkten überdurchschnittlich, brillant, mit Megaspannung und glänzt durch famose Detailarbeit. ;) Da geht auch keine Paukenstelle unter !
Auf CD hatte sie für Jahre (wenn nicht Jahrzehnte) Klemperer auf LP abgelöst.


Decca, 1978-1980, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • »nemorino« ist männlich

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99

Donnerstag, 8. März 2018, 11:22

Müsste ich mich heute für eine Brahms-Sinfonien - GA entscheiden, so würde ich
Solti / Chicago SO (Decca) nehmen.

Hallo Wolfgang,

volle Zustimmung, wobei Solti noch den Vorteil bietet, sämtliche Wiederholungen zu spielen, was sonst fast keiner macht.

Doch, einen dürfen wir hier auf keinen Fall vergessen, und das ist George Szell! Seine präzisen, detailgenauen und großartig durchgeformten Versionen sind ebenfalls große Klasse. Aber wenn ich jetzt nachdenke, fallen mir gleich noch ein paar andere Dirigenten ein ...... Wie gesagt, der Markt ist übersättigt, und man kann beim besten Willen nicht alles kaufen. Da streikt das Portemonnaie, und der fehlende Platz auch!

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

teleton

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100

Donnerstag, 8. März 2018, 11:27

RE: Stokowski

Hallo Josef,

seit langem lese ich, dass Du die Stokowski-Aufnahmen der Brahms-Sinfonien favorisierst.
Da ist schon was dran, denn die sind schon sehr spannend, wenn auch extravagant interpretiert.

Ich habe seit eine paar Tagen die Stokowski-10CD-Box mit Stokowski´s späten Aufnahmen (SONY) (darüber berichte ich an andere Stelle noch ...).

Hier ist auch die Brahms-Sinfonie Nr.2 (gem. Deiner Abb) dabei. Es spielt das National PO (das aus Londoner Orchestern wohl zusammengestellt ist.)
Die Aufnahmen mit dem Orchester sind leider nicht sehr Detailreich aufgenommen mit grossem Hallanteil und sehr weiträumig. Die Aufnahmen um 1976/7 kLingen alle so gleich in der Abmischung, als wenn man die Mikros einmal aufgestellt hat und fertig. Ich finde es toll wie Stokowski die Blechbläser herausstellt und auf besondere Art akzentuiert, aber die Pauken wummern mir zu sehr im Hintergrund. Für das Tempo im 4.Satz schätze ich eher Aufnahmen unter 9Min.
:!: Alles in allem gefällt mir meine letzter Neuzugang bei Brahms 2 - mit Levine / Chocago SO (RCA) und auch Levine / Wiener PH (DG) eindeutig besser.


SONY, Stereo
- die Box konnte ich letzte Woche für 4,98€ bestellen - Wahnsinn :angel: -


PS.: Die letzte Stokowski-Aufnahme und sein letztes Dirigat war nicht Mendelssohn 4 (die ich auch grosse Klasse finde), sondern als 95-Jähriger die Bizet 1 ... der Hammer !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

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101

Donnerstag, 8. März 2018, 11:42

RE: Szell

Doch, einen dürfen wir hier auf keinen Fall vergessen, und das ist George Szell!

Hallo nemorino,

jaaaaa, wir könnten hier weiter machen mit favorisierten Brahms - GA. Da ist es bei mir mind genau wie bei den Beethoven-Sinfonien, dass sich eine Unmenge an GA angesammelt hat ... :thumbup: lohnt sich ja auch bei dem Repertoire.
:thumbup: Klar Szell (SONY) gehört dazu. Wenn ich die Dritte höre ist mein Gedanke am Schluss: "Man war das ne Interpretation !"
Szell gehört wie Klimpus Otto in jede gute Brahms-Sammlung ...

Das mit den Wdh bei Solti hatte ich noch vergessen zu erwähnen, weil das für mich kein wichtiger Punkt ist ... aber die hat Solti alle dabei.
:D Ich finde es ja besser die Zweite 1.Satz bei Szell mit 15:30, bei Dorati mit 13:53 zu hören, als bei Solti mit 20:43 - bei gleichem Tempogefühl ... :pfeif: :untertauch:
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Uranus

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102

Freitag, 9. März 2018, 12:27

Ich glaube, irgendwo habe ich mal in meiner Anfangszeit in diesem Forum geschrieben, dass mir zu Brahms' Sinfonien ein bisschen der Zugang fehlt.
Das ist inzwischen nicht mehr so, tatsächlich habe ich aber noch immer relativ wenige Aufnahmen und nur eine GA (Szell).
Nach dem Durchsehen dieses Threads habe ich den Eindruck, dass es sehr viele lohnende Alternativen gibt - sehr schön...! ...einerseits, andererseits sehr schwer, mich zu entscheiden.

Mal sehen - Solti, Rattle, Bernstein, Karajan...? Oder doch Wand, dessen NDR-GA ich mal hatte, aber zu Zeiten, da mir Brahms noch nicht so lag, wieder verkauft habe. Spannend wäre vielleicht auch ein vermeintlicher Brahms-"Außenseiter" wie Levine, Kubelik oder Dorati...?

Fragen über Fragen...
Herzliche Grüße
Uranus

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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103

Freitag, 9. März 2018, 13:02

Wand (NDR Studio 1980er Jahre) gibt es ja normalerweise sehr günstig. Der Klang ist vielleicht etwas "trocken", aber es sind straffe "unsentimentale" Interpretationen, quasi das Gegensteil von Bernstein (in der Tat erinnert Wand mich manchmal sogar an Toscanini, der ist allerdings noch etwas zügiger). Aber auch kein so starker Kontrast zu Szell. Dafür wären wohl die sehr langsamen "romantischen" Lesarten des späten Bernstein und (von dem Tempi teils noch extremer) Giulini eine Option.

Norbert

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104

Freitag, 9. März 2018, 15:58

Wand ist aber nicht gleich Wand. ;) Es gibt verschiedene Gesamtaufnahmen mit Günter Wand und den Brahms-Sinfonien.

Mein Favorit ist diese:



-aufgenommen 1990/92
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Joseph II.

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105

Freitag, 9. März 2018, 16:46

Wand ist aber nicht gleich Wand. ;) Es gibt verschiedene Gesamtaufnahmen mit Günter Wand und den Brahms-Sinfonien.

Mein Favorit ist diese:



-aufgenommen 1990/92

Ja, auch für mich seine beste Gesamtaufnahme Jedenfalls eindeutig besser als der bekanntere und frühere RCA-Zyklus, der mich von allen mir bekannten Brahms-Aufnahmen von Wand am wenigsten überzeugt.
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Norbert

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106

Freitag, 9. März 2018, 18:31

Lieber Joseph, ja, den früheren Aufnahmen kann man eine gewisse "nüchterne Sachlichkeit" nicht ganz absprechen, aber auch das sind für mich sehr gelungene Einspielungen.
Die spätere Gesamtaufnahme ist gekennzeichnet von mehr Leidenschaft, deswegen ist sie auch für mich vorzuziehen.

Allgemein würde ich übrigens empfehlen, diese Box zu kaufen:



Für nicht viel mehr Geld erhält man insbesondere herausragend gute Bruckner Aufnahmen von 1995 bzw. 1996.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

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107

Freitag, 9. März 2018, 19:59

Nelsons

Ich würde ja diese Aufnahme empfehlen.


Ich höre gerade die vierte von Nelsons und sie ist wirklich hervorragend. Wunderbar detailiert und auch die Dynamik empfinde ich als sehr stimmig. Gleichzeitig empfinde ich die Aufnahme als sehr gefühlvoll, aber nicht übertrieben romantisch, aber das dunkle, herbe und traurige am Brahms kommt sehr gut heraus.

Und natürlich bei allen drei CDs eine Top Qualität :)