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Caruso41

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661

Mittwoch, 28. März 2018, 15:23

Lieber Operus!

Auf deinen letzten Beitrag habe ich noch nicht geantwortet. So ganz weiß ich nicht recht, ob ein eigener Thread zu den kleinen, oft herumreisenden Operntruppen hier im Forum auf Interesse stoßen würde. Die Tätigkeit solcher Truppen ist sicher enorm wichtig. Unter sehr verschiedenen Gesichtspunkten. Dazu könnte ich aber kaum etwas beitragen.

Fragen, zu denen ich einige Erfahrung und einige grundsätzliche Überlegungen beitragen könnte, betreffen eher die Entwicklung von jungen Sängertalenten in einem frühen Stadium ihrer Karriere. Wie können sie sich „am Markt“ positionieren? Wie können sie ihre Stimme für neue Aufgaben entwickeln. Wie ihre technischen Fähigkeiten vervollkommnen? Was braucht es, dass die künstlerische Entwicklung gefördert wird?.....

Aber wenn wir dazu einen Thread starten würden, fänden wir hier im Forum vermutlich kaum sachkundige und erfahrungsgesättigte Mitstreiter. Oder was meinst du?

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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La Roche

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662

Dienstag, 3. April 2018, 19:27

Jaesig Lee, Tenor

Im Geraer Theater konnte ich gestern, am 2. Osterfeiertag, den koreanischen Tenor als Belmonte in der Entführung erleben. Er war kurzfristig für einen erkrankten Kollegen eingesprungen und rettete so die Vorstellung. Seine Interpretation und der Hinweis von caruso41 veranlassen mich, diesen 1981 geborenen Sänger hier kurz vorzustellen.

Er studierte in seiner Heimat Gesang und wechselte dann nach Deutschland. An der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin machte er den Bachelor-Abschluß (an diesen Titel werde ich mich nie gewöhnen können) und setzte sein Studium an der Hochschule für Musik "Karl Maria von Weber" bei Prof. Edward Randall (den ich in seiner aktiven Laufbahn oft in Chemnitz hören konnte) fort. Seit 2009 gewann er etliche Preise und belegte vordere Plätze. z.B. beim von Placido Domingo "Operalia"-Wettbewerb 2011 den 3. Platz. Hier eine Aufnahme vom Finalwettbewerb:



Seit 2013 ist er am Deutschen Nationaltheater Weimar fest engagiert und konnte sich vielseitig auszeichnen, z.B. als Alfredo, Fenton, Werther, Rodolfo, Sänger im Rosenkavalier, Tamino, Belmonte u.a.

Ich glaube, auch mit 37 Jahren kann man ihm eine hoffnungsvolle Zukunft bescheinigen, wozu ich ihm viel Glück wünsche. Bereits gestern, während der Vorstellung, dachte ich manchmal: was ist das für ein toller Rodolfo oder Herzog. Die Voraussetzungen und auch die Strahlkraft für größere Häuser als Weimar oder Gera hat er.

Vielleicht kann carus41 noch mehr über ihn erzählen.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Caruso41

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663

Mittwoch, 4. April 2018, 10:32

Vielleicht kann carus41 noch mehr über ihn erzählen.


Lieber LaRoche!

Mehr erzählen, kann ich eigentlich nicht. Jaesig Lee habe ich in Verdi „Masnardieri“ (unter der Leitung des feinen Sängerbegleiters Martin Hoff) und in Verdis „Requiem“ live gehört. Danach habe ich immerhin den Eindruck, dass man den fast noch jungen Tenor als Entdeckung vorstellen kann. Dass Du das auf meine Anregung hin sogleich getan hast, finde ich toll!

Jaesig Lee hat einen gut sitzenden, metallisch timbrierten Tenor, der durchaus geschmeidig und schmelzend kantabel klingen kann, wenn er die Stimme zurücknimmt. Ein echtes Piano von ihm habe ich nicht gehört, trotzdem überzeugt er durch Kultur und Geschmack. Sein größter Trumpf ist allerdings seine sichere, hell strahlende Höhe!

Das Video mit der Rodolfo-Arie, das Du eingestellt hast, ist ja schon ein paar Jahre alt. Da singt er sehr bedacht darauf, keine Fehler zu machen. Vor allem singt er das Stück als Arie! Ich würde mir aber wünschen, dass er etwas mitteilt. Er singt doch für Mimi keine Arie. Er erzählt etwas, stellt sich damit vor und kommt darüber zu einem lyrischen Erguss. Das kommt nicht recht rüber. Aber den Einwand habe ich auch gegenüber etlichen anderen Tenören.
Als Karl/Carlo in „I Masnadieri“ habe ich ihn ganz anders erlebt. Da war er ‚in der Rolle’, sang viel eloquenter, teilweise richtig draufgängerisch und spielte den Räuber auch mit einer beeindruckenden körperlichen Präsenz. Es gibt bei YouTube zwar einen Trailer dieser Produktion, aber da hört man nichts von Jaesig Lee.

Wie auch immer:
ich bin überzeugt davon, dass Du in Gera einen Tenor gehört hast, der sicher bald auch von größeren Bühnen gesucht werden wird! Da werden nicht selten viele protegiert, die weniger zu bieten haben!
Schau doch mal, ob Du noch andere Aufnahmen findest, die Deine Entdeckung weiter vorstellen, damit auch Melomanen, die ihn nicht live gehört haben, einen Eindruck von der Stimme und seinem Gesang bekommen!

Liebe Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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La Roche

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664

Mittwoch, 4. April 2018, 14:09

Das Video mit der Rodolfo-Arie, das Du eingestellt hast, ist ja schon ein paar Jahre alt. Da singt er sehr bedacht darauf, keine Fehler zu machen.
Lieber caruso41,

bevor ich das Musikbeispiel ausgewählt habe, bin ich einige youtube-Angebote durchgegangen. Vorwiegend werden ja Arien angeboten, bekannte Arien. Auf nessun dorma habe ich bewußt verzichtet, da hat das Orchester den armen Kerl förmlich zugedeckt. Daß ich mich letztlich für das eiskalte Händchen entschieden habe, war einzig der Tatsache geschuldet, daß es ein Ausschnitt aus dem Operalia-Wettbewerb ist und mit Domingo als Dirigent ja schon eine gewisse Wertschätzung verbunden ist.

Herzlichst La Roche
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Caruso41

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665

Mittwoch, 4. April 2018, 18:14

Jaesig Lee, Tenor


Das Video mit der Rodolfo-Arie, das Du eingestellt hast, ist ja schon ein paar Jahre alt. Da singt er sehr bedacht darauf, keine Fehler zu machen.

Lieber caruso41,
bevor ich das Musikbeispiel ausgewählt habe, bin ich einige youtube-Angebote durchgegangen. Vorwiegend werden ja Arien angeboten, bekannte Arien. ......

Lieber La Roche!

Leider bekommt man bei Youtube meist wirklich nur die allbekannten Arie. So ist das auch bei Jaesig Lee! Daran können wir halt nichts ändern!

Ich habe mir auch die eingestellten Videos von Jaesig Lee alle angehört - zumindest teilweise. Leider muss ich sagen: es gibt wohl keine Aufnahmen aus jüngerer Zeit! Deshalb hatte ich gedacht, es sei fair, den Besuchern dieses Threads zu sagen, dass diese Aufnahme ein paar Jahre alt ist und der Tenor inzwischen eine erfreuliche Entwicklung gemacht hat und viel überzeugender singt.
Vielleicht haben wir ja Glück und es kommen mal neuere Aufnahmen von ihm!

In guter Hoffnung

Caruso41
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Caruso41

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666

Mittwoch, 11. April 2018, 19:23

Neues von Dovlet Nurgeldiyev

Der turkmenische Tenor Dovlet Nurgeldiyev, den Ralf Reck hier in diesem Thread vorgestellt hat ( Beitrag#362 und #365), hatte seine Tätigkeit bisher weitestgehend auf die Hamburgische Staatsoper beschränkt. Dort ist er von kleineren Partien inzwischen in die ersten Partien seines Faches hineingewachsen.

Nun sieht es so aus, als würde er auch an anderen Opernhäusern zunehmend gefragt werden.

An der Bayerischen Staatsoper hat er um den Jahreswechsel 2017/18 herum in einigen Aufführungen der "Fledermaus" den Alfred gesungen. Im Juni wird er dort in einer Neueinstudierung von Haydns "Orlando paladino" den Medoro unter Ivor Bolton singen. Im April schon ist er in einem Konzert der Münchener Philharmoniker unter Axel Honeck in Dvoraks "Stabat Mater" zu hören.

Im Januar und Februar 2019 ist er als Don Ottavio unter Lahav Shani an der Staatsoper Berlin angekündigt!

Eine besonders schöne Aufnahme von Dovlet Nurgeldiyev habe ich jetzt auf Youtube gefunden. Er singt den Hylas unter Kent Nagano so bestechend schön, wie man es nur ganz selten hört. Einfach großartig: der sichere Sitz und die Schönheit der Stimme, die makellose Intonation, der schier unerschöpfliche Atem, die sichere Beherrschung des Passaggio, diese weiten Bögen, die fein schwebenden Piani..... Und vor allem - Ralf Reck hat es bereits gerühmt - der Seelenton! Was klingt da alles an in dem kurzen Lied des Troyaners!

https://www.youtube.com/watch?v=38TUyUWiCaM



Caruso41
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Stimmenliebhaber

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667

Mittwoch, 11. April 2018, 20:01

Ist das der Tenor, den ich am 18.2. als Lenski in Hamburg erlebt habe?
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Caruso41

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668

Mittwoch, 11. April 2018, 20:21

Das wirst ja nur Du, lieber Stimmenliebhaber, selber beantworten können. Oder das Betriebsbüro der Staatsoper.

Dass Dovlet Nurgeldiyev den Lenski in Hamburg oft singt, hat schon Ralf Reck mitgeteilt. Eine Aufnahme davon hatte ich eingestellt. Vgl. #362 und #365.

Beste Grüße
Caruso41
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Caruso41

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669

Mittwoch, 11. April 2018, 20:33

In einem Blog im Internet fand ich folgenden Bericht von einer Aufführung im Februar:

Zitat

Dovlet Nurgeldiyev als Olgas Verlobter Lenski gilt zurecht als eine Idealbesetzung für diese Rolle. Er verkörpert Lenski mit gefühlvoller Zurückhaltung, überzeugt mit seinem lyrischen Tenor, der weich und voll durch den Saal strömt, ihn bis in den letzten Winkel füllt und dabei die Ohren streichelt wie eine sanfte Sommerbrise. Er malt mit jedem Ton Bilder von Liebe und Leid und auch Wut in die Seelen des Publikums.

Dovlet Nurgeldiyev führt seine Stimme stets sicher, und ihre Schönheit zaubert ein Lächeln auf die Lippen und wärmt die Herzen, besonders in den Höhen. Er berührt, wenn er schüchtern um Olga wirbt, er erschüttert, wenn er mit Verve den ehemaligen Freund zum Duell fordert. Sein „Kuda, Kuda“ lässt keinerlei Zweifel daran, dass hier einer ist, der bald zu den ganz großen Sängern gehören wird. Und der Moment, der wirkte, als habe er kurzfristig einen Frosch von der Größe einer Kaulquappe im Hals, kann durchaus auch bedeuteten, dass er hier den Ausdruck von Verzweiflung den Vorzug vor technischer Perfektion gab – eine Darbietung, die irgendwie zu einem Sänger-Darsteller gehört, der mit dem Gesamtbild der Rolle überzeugen will.

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Stimmenliebhaber

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Mittwoch, 11. April 2018, 20:34

Bei den heutigen Opern-Homepages ist das teilweise nicht leicht zu eruieren, was war, weil gnadenlos runtergeschmissen wird, wenn es vergangen ist, teilweise noch am selben Abend.

Mit viel Suchen und viel Klicken bin ich aber doch noch fünfig geworden:

https://www.staatsoper-hamburg.de/de/spi…=146462#pagenav

Also offensichtlich ja.

Und wie war er? Für mich enttäuschend: Sicher eine schöne Stimme, aber auch klein. Und er hat kaum Emotionen transportiert. Im Ball-Bild konnte er die sich steigernde rasende Eifersucht stimmlich überhaupt nicht vermitteln. Als er Olga zu Boden schmiss, erklang dazu ein Mozart-Tönchen. Völlig unglaubwürdig!
Bei der großen Arie im Duell-Bild kam zudem ein sehr unschönes Tremolo dazu. Das war sehr unsauber gesungen und die Stimme flatterte. Ein Hamburger Bekannter, der auch drin war und diesen Tenor ansonsten durchaus schätzt, war auch enttäuscht von seiner Abendleistung.
Fazit: Nur nach diesem einen Abend zu urteilen (und eine andere Grundlage habe ich nicht, aber diese ist schon größer als die von allen, die ihn nie live erlebt haben) ist das für mich kein Sänger, der eine weitergehende Beschäftigung wert wäre! (Sorry, aber er war nunmal, wie er war...)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Caruso41

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671

Mittwoch, 11. April 2018, 21:00

Und wie war er? Für mich enttäuschend: Sicher eine schöne Stimme, aber auch klein. Und er hat kaum Emotionen transportiert. Im Ball-Bild konnte er die sich steigernde rasende Eifersucht stimmlich überhaupt nicht vermitteln. Als er Olga zu Boden schmiss, erklang dazu ein Mozart-Tönchen. Völlig unglaubwürdig!
Bei der großen Arie im Duell-Bild kam zudem ein sehr unschönes Tremolo dazu. Das war sehr unsauber gesungen und die Stimme flatterte. Ein Hamburger Bekannter, der auch drin war und diesen Tenor ansonsten durchaus schätzt, war auch enttäuscht von seiner Abendleistung.
Fazit: Nur nach diesem einen Abend zu urteilen (und eine andere Grundlage habe ich nicht, aber diese ist schon größer als die von allen, die ihn nie live erlebt haben) ist das für mich kein Sänger, der eine weitergehende Beschäftigung wert wäre! (Sorry, aber er war nunmal, wie er war...)


Teuerster Stimmenliebhaber,
dass du eine Abneigung gegen diesen Thread hast, hast du ja schon öfter - teils auf pauschal unfaire Weise - kundgetan. Nun konntest Du dich tatsächlich mal auf einen Live-Höreindruck stützen.

Danach erachtest Du jede weitere Beschäftigung mit diesem Sänger nun für nicht lohnend.
Da tust Du mir einfach leid.
It‘s your loss, not mine

Beste Grüße
Caruso41
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Mittwoch, 11. April 2018, 21:13

Teuerster "Caruso41",

dass du mitunter Probleme mit Meinungen hast, die deiner nicht entsprechen, ist mir schon länger bekannt. Dass du mich jetzt für meinen ehrlich geschilderten Höreindrück massiv angreifst, noch dazu unter der Gürtellinie mit Formulierungen wie, dass ich dir Leid täte, zeigt mir nur allzu klar, dass jede weitere Beiteiligung von mir in dieser Rubrik reine Zeitverschwendung ist!
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Caruso41

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673

Mittwoch, 11. April 2018, 21:18

Teuerster "Caruso41",

dass du mitunter Probleme mit Meinungen hast, die deiner nicht entsprechen, ist mir schon länger bekannt. Dass du mich jetzt für meinen ehrlich geschilderten Höreindrück massiv angreifst, noch dazu unter der Gürtellinie mit Formulierungen wie, dass ich dir Leid täte, zeigt mir nur allzu klar, dass jede weitere Beiteiligung von mir in dieser Rubrik reine Zeitverschwendung ist!

Auf diese Einlassung zu antworten, spare ich mir!

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674

Mittwoch, 11. April 2018, 21:19

Habe Nurgeldiyev zuletzt im November 2016 in Hamburg als Narraboth erlebt, da empfand ich ihn als sehr schönstimmig, jedoch hatte er Probleme, überhaupt gehört zu werden. Ich kann daher „Stimmenliebhabers“ Ausführungen zu seinem Lenski gut nachvollziehen und muss sagen, dass ich die pampige Reaktion auf seinen Höreindruck sehr wenig verstehe, insbesondere da ja immer über die (zu) geringe Beteiligung an diesem Thread geklagt wird.

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675

Mittwoch, 11. April 2018, 22:34

Habe Nurgeldiyev zuletzt im November 2016 in Hamburg als Narraboth erlebt, da empfand ich ihn als sehr schönstimmig, jedoch hatte er Probleme, überhaupt gehört zu werden. Ich kann daher „Stimmenliebhabers“ Ausführungen zu seinem Lenski gut nachvollziehen und muss sagen, dass ich die pampige Reaktion auf seinen Höreindruck sehr wenig verstehe, insbesondere da ja immer über die (zu) geringe Beteiligung an diesem Thread geklagt wird.
Ja, aber alles, was nicht Richtung Lobhudelei geht, scheint in diesem Thread halt unerwünscht!
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Caruso41

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676

Mittwoch, 11. April 2018, 23:39

.
Ja, aber alles, was nicht Richtung Lobhudelei geht, scheint in diesem Thread halt unerwünscht!


Macht es Sinn, einen Thread zur Vorstellung neuer Stimmen zu starten, wenn man nicht bereit ist, auf die Vorzüge und Stärken der neuen Sänger hinzuweisen? Dass darüber aber Schwächen und Mängel nicht thematisiert wurden, also nur Lobhudeleien erwünscht waren, kann eigentlich nur behaupten, wer diese Vorstellungen überhaupt nicht gelesen hat.

Caruso41
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Donnerstag, 12. April 2018, 00:25

Ich habe hier genug "Vorstellungen" gelesen, um mir ein Urteil bilden zu können. Nun ging es aber mal um einen ganz konkreten Fall, den ich kürzlich tatsächlich live erlebt habe. Über meine Eindrücke habe ich dann dummerweise geschrieben, aber das wurde natürlich nicht akzeptiert, stattdessen wurde behauptet, weil ich diese Rubrik kritisch sehe, hätte ich mich negativ über die Leistung dieses Sängers geäußert - ein Schmarrn!!! Hätte mich der Sänger begeistert, hätte ich das gerne geschrieben. Stattdessen wurde ich bedauert - und das nicht zu Unrecht: Ich hätte sehr gerne einen besser besetzten "Onegin" in Hamburg gesehen, bei nahezu allen Hauptpartien blieben an diesem Abend Wünsche offen, am meisten ärgerte ich mich jedoch über die völlig fehlende Empathie des Lenski im Ball-Bild. Der beste Solist des Abends war vielleicht Thomas Ebenstein als Triquet, noch besser war nur der Saretzky, aber der hat leider in dieser Oper nicht viel zu singen. Bedauerlicherweise war der Abend nicht besser!

Wie hier vom Rubrik-Starter auf die Schilderung meines Erlebnisses reagiert wurde, zeigt mir allerdings mehr als deutlich, dass eine wirkliche Diskussion hier unerwünscht ist, dass es sich eben doch vielmehr um eine Werbe-Rubrik als um eine Austausch-Rubrik handelt und dass ich nach dieser Erfahrung mich nicht noch einmal zu einem hier "vorgestellten" Sänger äußern werde - unabhängig davon, ob ich ihn vielleicht selbst erlebt habe oder nicht.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Donnerstag, 12. April 2018, 08:01

Mein lieber Stimmenliebhaber!

Zu deinem Bericht über die Aufführung des „Eugen Onegin“ und die Gesangsleistung von Dovlet Nurgeldiyev habe ich mich eigentlich überhaupt nicht geäußert.

Mich hat Dein Fazit erregt.
Nach einem einzigen Hörerlebnis befindest Du kategorisch: dieser Sänger, der von anderen Melomanen (etwa Ralf Reck) geschätzt wird und dem sie eine gute Karriere zutrauen, sei für Dich „kein Sänger, der eine weitergehende Beschäftigung wert wäre!“. Darauf hin habe ich mit der englischen idiomatischen Formulierung geantwortet, dass das nun wirklich aus meiner Sicht ein Verlust für Dich sei und Du mir deshalb leid tust: Wenn denn Dovlet Nurgeldiyev tatsächlich eine weitere Karriere macht (und danach sieht es ja aus), wirst Du das nicht mitbekommen. Da darf ich doch wohl sagen, dass Du mir leid tust?

Liebe Grüße

Caruso41.

PS.: Die Frage, welchen Typ von Tenor man für die „Lyrischen Szenen“ Eugen Onegin braucht, wäre eigentlich ziemlich interessant und verdiente ein ernsthafte Diskussion. Ich zumindest würde mir eher einen sensiblen Lyriker wie Dovlet Nurgeldiyev wünschen als etwa eine große Stimme, wie die von Vladimir Atlantov.
;) - ;) - ;)

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679

Donnerstag, 12. April 2018, 08:42

Zu deinem Bericht über die Aufführung des „Eugen Onegin“ und die Gesangsleistung von Dovlet Nurgeldiyev habe ich mich eigentlich überhaupt nicht geäußert.
Lieber "Caruso41",

das ist ja das eigentlich Schlimme, dass du dich einerseits zu meinem Bericht gar nicht geäußert und den einfach beiseite gewischt hast, weil dir das Ergebnis wohl nicht in den Kram passte. Und wenn ich - wie nach dem Anhören einiger hier eingestellter Videos anderer vorgestellter Sänger - nach diesem Live-Erlebnis für mich zu dem Ergebnis komme, dass eine Beschäftigung mit solchen Sängerinnen und Sängern für mich Zeitverschwendung ist, dann ist das mein gutes Recht und du musst mich dafür nicht bedauern. Wenn ich merke, dass mir ein Essen nicht schmeckt und ich es deshalb fortan nicht mehr esse, ich das auch kein Grund für Bedauern, selbst wenn es anderen schmecken sollte - viel bedauerlicher wäre, wenn es es mir trotzdem reinquälen würde, obwohl es mir nicht schmeckt. Ich hatte diese Aufführung und diesen Sänger nach 8 Wochen schon wieder ein Stück weit vergessen und es wäre besser gewesen, es wäre dabei geblieben...
Alle, mit denen ich mich in der Pause und nach der Aufführung darüber unterhielt (und das war neben meiner Begleitung und erwähntem Hamburger Bekannten immerhin noch ein ehemaliger GMD!) haben meine kritische Auffassung zum Abend insgesamt und zur konkreten Sängerleistung im Großen und Ganzen geteilt.

Natürlich kann man darüber diskutieren, wie ein Lenski idealerweise sein soll - und ich habe schon genügend Live-"Onegins" erlebt und Aufnahmen gehört, um mir da ein Urteil bilden zu können. Da musst du gar nicht mit der Atlantow-Keule drohen, der natürlich kein idealer Lenski war, weil seine Stimme dafür zu schwer war. Die Stimme des besagten Herren, dessen Name ich mir nicht mehr einprägen möchte, war an diesem 18. Februar hingegen eindeutig zu leicht, was dann auch nicht wirklich besser ist. Auch ein Lemeschev, dessen Stimme vielen als ideal für Lenski erscheint, konnte weit mehr von dieser Rolle transportieren, als der Tenor, um den es hier geht. Im Ball-Bild sollte man eben als Lenski doch in der Lage sein, die sich hochschaukelnde Emotion stimmlich zu transportieren, und das war hier in Hamburg überhaupt nicht der Fall! Idealer finde ich Peter Dvorsky in der Verfilmung mit Freni, Brendel und Ghiaurov - der vereint lyrische Innerlichkeit mit notwendiger Dramatik, und beides wird in dieser Partie benötgt, stand am 18.2. im Hamburgischen Opernhaus so aber nicht gleichermaßen zur Verfügung.
Und in Anbetracht der erlebten Stimmprobleme am 18.2. im Duell-Bild wage ich die Prognose, dass die Karriere dieses Sängers, die vielleicht schon zu früh in einem zu fortgeschrittenen Stadium ist, nicht allzulange dauern wird. Deshalb will ich mir diesen Namen erst gar nicht merken. Das ist meine Schlussfolgerung aus diesem persönlichen Erlebnis und die musst du wohl oder übel akzeptieren.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Caruso41

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680

Donnerstag, 12. April 2018, 09:09

Lieber Stimmenliebhaber!
....das ist ja das eigentlich Schlimme, dass du dich einerseits zu meinem Bericht gar nicht geäußert und den einfach beiseite gewischt hast, weil dir das Ergebnis wohl nicht in den Kram passte....


Ich habe mich dazu nicht geäußert. weil ich dazu nichts sagen kann. Ich habe die Aufführung nicht gehört. Dass ich Dovlet Nurgeldiyev in anderen Vorstellungen sehr gut fand, habe ich ja schon früher geschrieben! Und dass er auch die Ballszene durchaus überzeugend singen kann, hört man schließlich auf dem Video. das hier im Thread eingestellt ist!

Das ist meine Schlussfolgerung aus diesem persönlichen Erlebnis und die musst du wohl oder übel akzeptieren.

Das werde ich denn auch tun! ....."wohl oder übel"!

Beste Grüße
Caruso41
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La Roche

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681

Donnerstag, 12. April 2018, 09:34

Wenn mir mal meine persönliche Meinung zu diesem Thread gestattet ist: Er heißt "Entdeckungen: Neue Stimmen."

Meine Vorstellung ist, daß hier aus persönlicher Erfahrung eines Opernbesuchers Stimmen aller Gattungen vorgestellt werden, die beim Besuch einer Oper positiv aufgefallen sind. Im Idealfall sind sie jung, haben bisher noch keinen großen Ruf, berechtigen aber zu Hoffnungen auf eine weitere Karriere bis hin zu großen Häusern. Diese Einstellung erfolgt aufgrund persönlicher Hör- und Seherlebnisse. Evtl. können diese neuen Namen dann in den Medien selbst gehört werden, jeder kann sich dann eine Meinung bilden und damit die Hoffnung verbinden, einen zukunftsträchtigen Sänger (genderisch auch Sängerinnen, albern das Ganze) gehört und seinen Namen einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt zu haben.

Nicht jeder, der hier erwähnt wird, wird eine Weltkarriere vor sich haben, und man kann durchaus unterschiedlicher Meinung zu den Gesangsleistungen haben. Wo kämen wir hin, wenn wir uns alle hier als Kesting aufspielen würden (dessen Meinung auch nicht jeder teilt oder zu teilen braucht). Wenn es allerdings ein Sänger verdient, daß alle ihm eine große Zukunft prophezeien, dann ist das doch toll!!

Deshalb ist es das Verdienst des Threadstarters, uns mit Namen vertraut zu machen, die man entweder zukünftig häufiger hören wird oder die auch wieder in der Schublade verschwinden. In diesem Sinne sollten unterschiedliche Auffassungen sachlich beschrieben werden und das bleiben was sie sind: Unterschiedliche Auffassungen, ohne die das Leben leider nicht ist, die es aber zu akzeptieren gilt, auf beiden Seiten.

Herzlichst La Roche
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Caruso41

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682

Donnerstag, 12. April 2018, 11:42

Lieber LaRoche!

Deine entspannten und entspannenden Zeilen haben mir gut getan!

Hoffen wir, dass es uns gelingt, unterschiedliche Höreindrücke und Urteile immer so zu formulieren, dass es keinen Anlass für höchst ärgerliche Streitereien gibt. Seit mehr als anderthalb Jahren ist das eigentlich recht gut gelungen. Und ich denke: das war überwiegend informativ und sachdienlich . Daran ließe sich anknüpfen.

Beste Grüße

Caruso41
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chrissy

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Freitag, 13. April 2018, 14:44

Liebe Melomanen,

wir entdecken doch immer wieder gerne neue Stimmen.
Und die wollen wir dann auch anderen vorstellen. Wollen erfahren, wie sie ihnen gefallen.
... Stimmen, die uns aufgefallen sind, die wir schön, interessant oder reizvoll fanden und von denen wir uns einiges erwarten können,
Lieber Caruso und alle Stimmen Interessenten

Ich glaube und meine, ich habe hier eine interessante Stimme, einen großartigen Tenor entdeckt, der den "Großen" in der Partie des Duca nicht nachsteht.
Gestern abend habe ich beim zufälligen Suchen diese Live - Mitschnitt - Gesamtaufnahme der Oper "Rigoletto" gefunden und da mal reingeschaut /reingehört.
Dargeboten von einem rumänischen Ensemble. Aus Neugierde habe ich das mal angesehen und die Überraschung war gelungen.
Ich bin über alle Maßen spontan begeistert von dem Tenor "Florin Gudzga", von dem ich noch nie zuvor etwas gehört habe.
Eine wohlklingende Stimme, kräftig und sicher in allen Höhen bis zum Schluß.
Schon seine Ballade "Questa o quella..."war verheißungsvoll und lies ahnen, daß hier eine großartige Stimme zu erleben ist, was sich im weiteren Verlauf absolut bestätigte.
Die Cabaletta live gesungen am Schluß mit hohem D ( !!! ab Min. 1.03). Herrlich seine Stimme auch im Duett "E il sol dell ´anima... und im Quartett " Bella figlia dell´amore..."
Ich muß sagen, lange nicht mehr solch einen tollen Tenor gehört!
Es lohnt sich die ganze Oper anzuschauen - sehr gute werkgetreue Inszenierung, die Gilda auch sehr gut, lediglich der Rigoletto begeistert mich nicht ganz so sehr.
Zudem haben nach m.M. bei ihm die Maskenbildner ihre Arbeit etwas übertrieben.
Auf jeden Fall sollten sich aber Interessenten im Schnelldurchlauf die Gesangsstellen mit dem Tenor anhören.

Interessenten wünscht viel Freude
CHRISSY

Hier der Link mit der Gesamtaufnahme:

https://www.youtube.com/watch?v=MGF-Hug_0GI


Florin Guzga,Tenor

Nach seinem Abschluss in Theologie an der Alexandru Ioan Cuza Universität inIasi und seiner Ausbildung als orthodoxer Priester, folgte der junge Tenor Florin Guzgă
seinem Ruf als Musiker und studierte Performance, Komposition und Musiktheoretische Studien an der Georges Enescu Universität der Künste in Iasi.
Dort studierte er von 2009 bis 2013 auch Gesang bei Corneliu Solovastru und besuchte Meisterkurse beim rumänischen Tenor Vasile Moldoveanu.
Während seines Studiums 2012 gewann er den zweiten Internationalen Vincenzo Bellini Wettbewerb für Opernsänger in Caltanissetta, sowie den Sonderpreis "Galliano Masini" für Tenöre im selben Wettbewerb. 2013 wurde er Solosänger an der Rumänischen Nationaloper in Iasi und gab sein Debüt als Herzog von Mantua in Rigoletto von G. Verdi.
Später in diesem Jahr sang er Alfredo in La Traviata neben der Sopranistin Elena Mosuc unter der Leitung von Ivo Lipanovic.

2014 gab er sein Operndebüt als Rodolfo in La Bohème , G. Puccini, an der Rumänischen Nationaloper in Iasi, unter der Regie von Niky Wolcz.
2015 gab er sein Debüt in der Rolle des Edgardo in einer neuen Produktion von Lucia di Lammermoor von Donizetti, unter der Regie von Andrei Serban, für die er bei der
National Opera Awards Gala den Preis für das beste Debüt-Männchen der Saison 2014-2015 erhielt in Iasi. Im gleichen Jahr sang er die Messa da Requiem, G. Verdi, in Iasi und ergänzte sein Konzertrepertoire, das Mozarts Requiem , Beethovens 9. Symphonie und Rossinis Stabat Mater umfasst .

Florin reist oft nach Italien, um seine Gesangsausbildung beim Tenor Alberto Cupido fortzusetzen. Seit 2014 tritt er häufig mit den Nationalen Rumänischen Opernhäusern
in Timisoara, Constanta, Galati, Brasov, Bukarest und Cluj auf.
In dieser Saison singt Florin Edgardo in Lucia di Lammermoor an der Rumänischen Nationaloper in Bukarest, und er gibt sein Debüt außerhalb Rumäniens als Arturo
in derselben Oper im Théâtre du Capitole de Toulouse im Mai 2017.
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chrissy

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Freitag, 13. April 2018, 21:38

Zu dem von mir lobend erwähnten Tenor "Florin Guzga", habe ich noch ein paar interessante Links gefunden.
So z. B. das Brindisi, sowie Arie und Cabaletta aus "La Traviata" :

https://www.youtube.com/watch?v=DQTS_TYobsU

https://www.youtube.com/watch?v=ST7Cim_C8Go


Ich sage mal in aller Bescheidenheit - eine meiner Lieblingsopern "La Boheme", kenne ich im Lauf der Jahre inzwischen natürlich in - und auswendig.
Selbstverständlich achtet und genießt man da immer noch die bekannten musikalischen Höhepunkte und Arien, aber nicht mehr nur.
Inzwischen erschließen sich auch andere wunderschöne orchestrale und gesangliche "kleine Stellen". So z. B. im letzten Akt "Rodolfo - Ah Mimi, mia bella Mimi...".
Hier hervorragend gefühlvoll und überaus wohlklingend gesungen:

https://www.youtube.com/watch?v=uMYy3Lo1F60

CHRISSY
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La Roche

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Samstag, 14. April 2018, 14:04

Lieber Chrissy,

Dein Hinweis auf den Tenor Florin Guzga und die Aufführung des Rigoletto, die wohl aus dem Opernhaus in Cluj (Klausenburg, ehem. Siebenbürgen) kam, ist aus zweierlei Sicht interessant.

1. Sie zeigt, daß es durchaus noch geht, Opern in "klassischer" Inszenierung zu bringen. Leider wohl nur noch im ehemaligen Ostblock. Ich bin mir sicher, daß man in Cluj nicht nur den Rigoletto derartig wohlansehnlich inszeniert, sondern auch andere Opern in ähnlicher Qualität zu bringen in der Lage und auch willens ist.

2. Sie zeigt aber auch, und darum geht es ja in erster Linie, daß in Südosteuropa hervorragende Sänger ausgebildet werden. Auch ich fand den Florin Guzga als einen tollen, begeisternden Herzog, und wie auch der Zwischenbeifall zeigt bin ich nicht allein mit meiner Meinung. Er bringt optisch gute Voraussetzungen mit, hat eine strahlende, höhensichere Stimme und würde sicher auch an mittleren bis größeren Häusern in Deutschland seine Verehrer finden. Ich wage gar nicht an den berühmten Juan Diego Florez zu denken, von dessen Herzog-Debüt ich in Dresden so enttäuscht gewesen bin und der gegen Guzga praktisch klar zweiter Sieger ist, wobei ich den perönlichen Eindruck leider nicht hatte (bei Guzga). Auch drängt sich mir mancher Vergleich auf, und da denke ich zuerst an die Münchener Inszenierung des Rigoletto mit Ernst Gutstein, in welcher Cesare Curzi ähnlich überzeugend und triumphierend auftreten konnte (die DVD solltest Du haben). Sicher mag der eine oder andere Stimmenkritiker die eine oder dandere Phrase zerpflücken und feststellen, daß die Aussprache unverständlich ist oder daß er anstelle irgendeines "cis" ein "des"
  • gesungen hat. Aber wen kümmerts, der Gesamteindruck war Klasse. Er ist ja auch noch entwicklungsfähig, und er paßt haargenau in diesen Thread!!
  • Ich beneide die Besucher dieses Opernhauses.
Herzlichst La Roche

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Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Caruso41

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Dienstag, 17. April 2018, 21:14

Lieber Chrissy!

Bisher habe ich Florin Guzga noch nicht live gehört, aber über ihn habe ich schon einige Berichte gehört und gelesen, die mich neugierig gemacht haben. Er ist ja in kürzester Zeit in Rumänien ziemlich ins Rampenlicht gekommen und wird geliebt, wie seinerzeit Ion Buzea.
Hab Dank, dass du schon mal die Melomanen hierzulande auf ihn hingewiesen hast.

Ich werde mir die Aufnahmen von diesem Tenor, die Du eingestellt hast, auf jeden Fall anhören. Wann ich dazu komme, weiß ich noch nicht. Ich war ein paar Tage unterwegs und muss erst mal alles aufarbeiten, was ich da mitgebracht habe.

Natürlich werde ich dann auch was zu Stimme und Gesang von Guzga schreiben.

Mit besten Grüßen

Caruso41
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William B.A.

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Mittwoch, 18. April 2018, 00:36

Zitat

La Roche: daß die Aussprache unverständlich ist oder daß er anstelle irgendeines "cis" ein "des"

:jubel: gesungen hat.

Der ist köstlich, lieber La Roche. :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:

Liebe Grüße

Willi :D
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Caruso41

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Mittwoch, 18. April 2018, 23:37

Florin Guzga, Tenor aus Rumänien

Lieber Chrissy, lieber LaRoche,
liebe Melomanen, die an Neuen Stimmen interessiert sind!


Jetzt habe ich alle Passagen des Rigoletto gehört, in denen der Duca beteiligt ist. Leider klingt die Aufnahme ziemlich flach und hart. Deshalb weiß ich nicht, inwieweit die Eindrücke, die ich dabei von Florin Guzga gewonnen habe, wirklich zutreffend den Klang seiner Stimme abbilden.

Immerhin: ich habe eine Tenorstimme gehört, die mir gefällt. Sie ist ausgesprochen viril und attraktiv. Dass er beim Publikum gut ankommt, kann ich gut verstehen, zumal seine Stärken in der oberen Oktave liegen. Sowas macht natürlich Effekt. Die tieferen und mittleren Lagen finde ich weniger ergiebig. Da klingt die Stimme etwas monochrom. Er weiß das zwar durch eine geschmeidige Linienformung und manch exquisite dynamische Differenzierung ein Stück weit ausgleichen. Aber keine Frage: Wohllaut und Glanz entfaltet dieser Tenor vor allem, wenn es nach oben geht. Das erinnert durchaus an Ion Buzea, mit dem ihn viele vergleichen. Allerdings hatte Buzea einfach eine klangvollere und farbenreichere Mittellage. Aber ich könnte mir denken, dass Guzgas Stimme sich in dieser Hinsicht weiter entwickelt. Noch ist er ja im lyrischen Fach unterwegs, und da ist die Mittellage nicht so gefordert.

Gleichwohl: sicher werden sich auch bald Bühnen aus anderen Ländern um Florin Guzga bemühen. Er hat eben eine gute Stimme, die er technisch sicher beherrscht und mit Geschmack einsetzt. Zudem sieht er glänzend aus. Was er als Darsteller zu bieten hätte, lässt sich auf der Grundlage dieses Rigoletto eigentlich nicht beurteilen. Eine Inszenierung gibt es halt nicht. Nur Kulissen und Kostüme, in denen die bemitleidenswerten Sänger sich selbst überlassen sind.
Was er da macht, ist irgendwie ganz liebenswert. Profil gibt er der Partie allerdings noch keines. Sei’s drum. Er hat ja noch Zeit und wird anderswo mit Dirigenten und Regisseuren arbeiten, die ihm helfen können, seine Figuren zu formen und zu profilieren.

Liebe Grüße euch beiden und allen anderen Melomanen

Caruso41
;) - ;) - ;)

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chrissy

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Donnerstag, 19. April 2018, 14:04

Lieber Caruso
Vielen Dank für Deine Antwort. Ich freue mich über Deine ausführliche Beurteilung. Sie ist für mich durch Deine reichlichen Erfahrungen eine fachkompetente Bestätigung
meiner eigenen Bewertung dieses Tenors, auch wenn die meinige deutlich positiver ausfällt. Ich bleibe dabei und sage, ich bin überaus und absolut begeistert und halte den
Tenor "Florin Guzga" rundum für einen idealen Duca. Habe inzwischen immer wieder voller Begeisterung in diese Aufnahme reingehört /reingeschaut.
Aus dem anderen kurzen Ausschnitt der "Boheme" vermute ich ihn ebenfalls als einen großartigen, idealen Rodolfo.
Übrigens, Du schreibst, die Aufnahme klingt "ziemlich flach und hart". Wenn ich Dich hier richtig verstehe, meinst Du die techn. Wiedergabe der Aufnahme.
Hierzu kann ich Dir allerdings sagen - bei mir klingt sie sehr deutlich und voll zufriedenstellend klar.

Lt. eigenem Plan und Vorhaben, möchte ich kommende Woche zweimal im Theater in Liberec /Reichenberg sein.
Bestimmt werde ich da auch wieder Gelegenheit haben, kurz mit dem Chef - Dirigenten Martin Doubravsky zu sprechen.
Sollte das klappen, würde ich mal den Namen dieses Tenors erwähnen. Wäre interessant zu wissen, ob er auch schon über seine Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Ebenfalls herzliche Grüße
CHRISSY
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Caruso41

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Donnerstag, 19. April 2018, 19:09

Lieber Caruso

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich freue mich über Deine ausführliche Beurteilung. Sie ist für mich durch Deine reichlichen Erfahrungen eine fachkompetente Bestätigung meiner eigenen Bewertung dieses Tenors, auch wenn die meinige deutlich positiver ausfällt.
Ich bleibe dabei und sage, ich bin überaus und absolut begeistert und halte den Tenor "Florin Guzga" rundum für einen idealen Duca.


Nun ja, lieber Chrissy, so voll begeistert, wie Dich, hat mich Florin Guzga doch noch nicht. Aber Urteile hängen wesentlich von den Massstäben ab, die man anlegt, und von den Vergleichen, die man zieht.

Ich verzichte allerdings in diesem Thread weitgehend darauf, ausführliche Vergleiche anzustellen. Jede neue Stimme soll ja gerade erst mal in ihrer Eigenheit und Eigentümlichkeit gehört und wahrgenommen werden. Ich finde es gerade spannend, die Vorzüge und Qualitäten einer Stimme zu entdecken, ehe ich sie vergleiche und damit auch relativiere. Auch auf die je besondere Art zu singen, versuche ich mich zunächst einmal einzulassen, um zu sehen, ob mich das technisch und künstlerisch überzeugt.

Trotzdem kann man natürlich nicht ausblenden, welche Tenöre man zuvor in dieser Partie gehört hat. Und den Duca habe ich von einer Reihe hervorragender - wenn auch völlig unterschiedlicher - Tenöre "in the flesh" gehört: von Sandor Konya und Gianni Raimondi, von Renato Cioni, Giacomo Aragall und Nicolai Gedda, von Luciano Pavarotti und Alfredo Kraus. Und eben von Ion Buzea! Und vor diesem Hintergrund beurteile ich denn den jungen und durchaus noch entwicklungsfähigen Florin Guzga eben nicht als eine "ideale" Verkörperung der Partie. Ein guter Sänger für diese Partie ist er aber zweifellos!

Da ich jetzt angefangen habe, andere Tenöre zum Vergleich heranzuziehen, will ich denn auch nicht verschweigen, dass wir hier im Thread "Neue Stimmen" schon Tenöre dieses Faches kennen gelernt haben, die auf dem Weg nach oben schon weiter sind und auch bereits mehr Profil als Sänger und als Darsteller entwickeln konnten. Ich denke etwa an Sergey Romanowsky, Liparit Avetisyan, Yosep Kang und auch an Cyrille Dubois, der den Duca ganz in der Tradition von Tito Schipa singt (....was Dich vermutlich eher nicht begeistern würde).

An diesem schönen Sommerabend schreibe ich natürlich im Garten: unter einem großen Fliederbusch, der gerade zu blühen beginnt! Es ist einfach herrlich. Ich hoffe, dass Du den Abend auch so schön genießen kannst.
Mit besten Grüßen

Caruso41
;) - ;) - ;)

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