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Alfred_Schmidt

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361

Donnerstag, 29. Juni 2017, 19:19

Anton Belov

Dieser Thread hat sich aber entwickelt. Glücklicherweise hat Caruso 41 die Liste mit den bereits vorgestelllten Namen erstellt, ansonst hätte man hier überhaupt keine Chance gelegentlich einzusteigen.

Es ist überhaupt so eine Sache, weil man ja nicht weiß wie eine hier vorgestellte Stimme in den Thread passt. Das trifft auch auf meinen Kandidaten zu:
Neue Stimme ? Nein und ja. Eigentlich ist er schon zu „alt“ um als Neueinsteiger zählen zu dürfen, seinen ersten Gesangwettbewerb hat er bereits 2001 gewonnen (Young Concert Artists International Auditions)
Dennoch fand ich weder im Forum noch bei Wikipedia seinen Namen. Auch fand ich keine CDs oder Blue-Rays etc Das ist schon mal kein gutes Zeichen. Seine Karriere dürfe sich vorzugsweise auf Amerika beschränken, was ja nicht unbedingt ein Nachteil sein muß.

Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - fand ich ihn interessant, auch seinen sehr plastischen Vortrag. Als Don Giovanni wirkt er weniger als leichtsinniger jugendlicher Verführer, sondern als leicht dämonisch wirkender reifer Mann, der seine Opfer strategisch gezielt umgarnt und der insbesondere mit seiner magischen Ausstrahlung punkten kann, Die sehr markante dunkle Stimme unterstreicht IMO diesen Interpretationsansatz.

Ich stelle die gleiche Arie mit anderer Partnerin und anderer Begleitung herein, damit man besser einschätzen kann, welchen Einfluß Akustik und Begleitung auf die Gesamtwirkung haben.




Inzwischen habe ich auf seiner Website weitere Samples gefunden, teilweise nun doch auch mit Orchesterbegleitung

http://www.antonbelov.com/bio
http://www.antonbelov.com/opera

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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362

Freitag, 30. Juni 2017, 00:34

Dovlet Nurgeldiyev

Der Tenor Dovlet Nurgeldiyev stammt aus Turkmenistan, einer nördlich vom Iran liegenden ehemaligen Sowjetrepublik. Dort wurde er in Ashgabat am 03. März 1978 geboren. Nurgeldiyev schloss am Königlichen Konservatorium in Den Haag seine Gesangsausbildung mit dem Master ab und wurde 2008 Mitglied im Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper. Seit 2010 gehört er zum Ensemble. In Hamburg hat er seit dieser Zeit viele wichtige, im Repertoire befindliche Tenorpartien im lyrischen Fach gesungen. Selbst gehört habe ich ihn in gut zwei Dutzend Partien, angefangen von kleineren Rollen im Jahre 2009 als Spoletta (Tosca), Gastone (La Traviata), Ulrich Eißlinger (Meistersinger), aber auch schon als Steuermann (Holländer). Bald folgten größere Partien wie 2010 Don Ottavio. Besonders sind mir seine Leistungen als Ferrando (2014), Tamino (2016) und jetzt (2017) als Belmonte in Erinnerung. 2016 sang er einen charismatischen Alfredo (zusammen mit der herausragenden Hayoung Lee als Violetta), wie ich ihn seit den Zeiten von José Carreras Anfang der 1980er Jahre nicht mehr gehört hatte. In das Jahr 2016 fiel auch sein traumhaft schöner und innig vorgetragener Lenski. Natürlich hat er auch schon den Nemorino gesungen, ich war leider nicht als Zuhörer dabei.



Dovlet Nurgeldiyev (Foto: Hamburgische Staatsoper)

Was zeichnet diesen Tenor aus, seine Stimme besitzt einen metallischen Kern und verfügt über goldenen Glanz, seine Koloraturen sind klar, sein Atem schier unendlich. Entscheidend ist aber seine Fähigkeit, mit der Stimme inniglich zu gestalten und emotional zu berühren, zum Beispiel als Macduff (2017), der um seine Familie trauert. Nurgeldiyevs Gesang öffnet die Tore zur Seelenlage der jeweiligen Rolle. Das unterscheidet ihn von anderen, ebenfalls guten Tenören. Man hängt mit den Ohren an Nurgeldyevs Tonemission und wünscht geradezu, dass sein spannungsvoller Gesang nicht sobald enden möge. Als Vorbild dient Nurgeldiyev der Tenor Fritz Wunderlich, wie zu lesen war. Auf Youtube sind einige Gesangsbeispiele zu hören (Lenski, Macduff, Belmonte etc.). Man muss Nurgeldiyev aber auf der Bühne selbst erleben, um seine gesangsgestalterischen Fähigkeiten entsprechend würdigen zu können. In der Saison 2017/18 wird er in Hamburg Telemaco (Monteverdi, November), Tamino (November, Dezember, Mai), Lenski (Februar) und Alfredo (März) singen.
Ralf Reck
Oper lebt von den Stimmen, Stimmenbeurteilung bleibt subjektiv

Caruso41

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Freitag, 30. Juni 2017, 10:21

Anton Belov

.....Glücklicherweise hat Caruso 41 die Liste mit den bereits vorgestelllten Namen erstellt, ansonst hätte man hier überhaupt keine Chance gelegentlich einzusteigen.

Es ist überhaupt so eine Sache, weil man ja nicht weiß wie eine hier vorgestellte Stimme in den Thread passt. Das trifft auch auf meinen Kandidaten zu:


Da hast Du wirklich recht, lieber Alfred!

Offensichtlich hast Du den Thread doch nicht regelmäßig verfolgt und deshalb auch nicht gemerkt, dass die meisten der Sänger, die hier vorgestellt wurden, doch schon eine andere stimmliche und sängerische Qualität haben als Anton Belov.

Ich weiß nicht, wo Du Anton Belov gehört hast und was Dich bewegt hat, ihn hier vorzustellen. Die Beispiele, zu denen Du verlinkt hast, sind nicht gerade sehr schmeichelhaft für den Sänger. Ich habe mir in Internet noch ein paar weitere angehört. Er scheint sich immerhin als Scarpia (Das Te Deum mit Klavierbegleitung ohne Chor zu hören, ist allerdings eine Härteprüfung für den guten Willen) oder Conte Luna wohler zu fühlen als in Mozartpartien.

Ich gebe auch gerne zu: er hat eine kernige Stimme mit einem charakteristischen Timbre. Aber wie er damit umgeht, kann mir wirklich nicht die Überzeugung vermitteln, dass er eine Entdeckung wäre! Deshalb mag ich ihn nicht mit den gleichen Maßstäben messen, die hier an Baritone wie Florian Sempey, Davide Luciano, Nelson Martinez oder gerade zuletzt an Gyula Orendt angelegt wurden.

Besser als in den von Dir eingestellten Videos singt er immerhin Lieder von Glinka, Grechaninov und Rachmaninov - obwohl ihm auch da kaum eine Linie gelingt, er eher vorzieht, die Töne einzeln auszustellen.

Er wäre meiner Meinung nach gut beraten, sich erst noch mal einem Opernstudio anzuschließen und zu lernen! Stattdessen tingelt er bei kleinen Operncompanien in den USA herum. Da wird er die Defizite, die seine Gesangstechnik leider hat, nicht abbauen!

Beste Grüße
Caruso41
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Alfred_Schmidt

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Freitag, 30. Juni 2017, 12:09

Lieber Caruso41
Ich akzeptiere Deine Aussage voll und ganz. Ich bin eher auf das Timble einer Stimme fixiert, als auf die perfekte Technik und Phrasierungskunst etc.
Stimmen waren - wenngleich das vermutlich falsch ist - immer mehr vom Eindruck abhängig, als von objektiv messbaren Kriterien, Schon in der Vergangenheit - nein ich nenne jetzt keine Namen - jubelte das Publikum - und gelegentlich auch die Fachpresse - Sängern zu, die nach Meinung von Fachleuten allenfalls in der 2. oder 3. Reihe hätten mitsingen dürfen.

Er wäre meiner Meinung nach gut beraten, sich erst noch mal einem Opernstudio anzuschließen und zu lernen! Stattdessen tingelt er bei kleinen Operncompanien in den USA herum. Da wird er die Defizite, die seine Gesangstechnik leider hat, nicht abbauen!


Das wird er vermutlich nicht tun. Er hat einige akademische Titel und veröffentlicht auch seine Übersetzung von Opernlibretti ins Russische etc.

Vermutlich verdient er beim Tingeln genug.
Die Kritien sind ja auch nicht gerade vernichtend:

Ein Bariton mit einer vollen, *einschmeichelnden Stimme ...
Mr. Belov klang besonders gut und sang mit Dringlichkeit und gefühlvollem Pathos.
New York Times

"Der erste Gesangs-Solist, Bariton Anton Belov, war in jeder Hinsicht fesselnd. Mr. Belov warf einen mystischen Zauber über das Publikum. Seine stimmliche Kontrolle war einwandfrei und seine überzeugende Lieferung war die beste, die ich je gesehen habe. "
The Florida Weekly

"Eine Aufführung von großer emotionaler Ehrlichkeit, die gerade aus dem Herzen singt."
Opera News

(Kennedy Center Debut) "Ein voluminöser Klang, ansprechende Bühnenpräsenz und ein Ton voller Fülle, der auf allen dynamischen Ebenen konsistent blieb."
The Washington Post

(Solo Recital) "Seine Stimme, hat einen angenehmen Klang und die Fähigkeit, mehrere verschiedene Schattierungen abzunehmen, von zarter Einfachheit bis füllig, aber sein großes Geschenk ist Charisma. Fast niemand kann für den Charme unempfindlich sein."
Der Philadelphia Inquirer


Die Kritiken wurden von babelfish ins Deutsche übersetzt und von mir korrigiert, wo dies notwendig war, Die Englischen Originaltexte und einige mehr findet man aud Belovs Internetseite. Ich habe diese Kritiken lediglich hierher gesetzt um meine Reputation wenigstens eingermaßen unbeschädigt zu erhalten.

mit feundlichen Grüßen aus Wien
Alfred


*)das Originalwort kann sowohl mit "lieblich" als auch mit "einschmeichelnd" übersetzt werden.....

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Caruso41

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Freitag, 30. Juni 2017, 12:24

Dovlet Nurgediyev

Lieber Ralf Reck!

Das ist ja eine schöne Überraschung, dass meine Anregung gleich aufgegriffen hast und den wunderbaren Tenor Dovlet Nurgeldiyev hier mit einem Portrait vorstellst, das zugleich sehr informativ und auf eine wunderbare Weise emphatisch ist.
Hab dafür herzlichen Dank!

Wie gesagt: die Entwicklung von Dovlet Nurgediyev habe ich auch in den letzten Jahren mit großer Freude verfolgt. Auch mir fiel er schon in etlichen kleinen Partien auf. Seit seinem Vladimir in "Fürst Igor" und Lenski in "Eugen Onegin" bin ich sicher, dass da ein wirklich vorzüglicher Tenor heranwächst! Glücklicherweise hat er nichts forciert. Er hat ziemlich lange kleinere Partien gesungen und sich dann ganz behutsam die größeren Partien angeeignet.
Bisher habe ich ihn in Mozartpartien noch nicht gehört. Aber außer in den genannten Partien habe ich auch ihn auch als Narraboth, Chevalier de La Force, Ván'a Kudrjas und Macduff gehört. Freunde haben mir begeistert von seinen Nemorino und Edgardo di Ravenswood berichtet. Da bin ich natürlich neugierig. Aber unbedingt muss ich ihn jetzt auch mal mit Mozart hören. Die Sprecherszene, die ich unten eingestellt habe, hat mich total begeistert! Einen so herrlich schön singenden und eloquent gestaltenden Tamino wird man weit und breit zur Zeit nicht noch mal finden!

Ob er noch lange so viel in Hamburg singen wird, weiß ich leider nicht. Solch einen wirklich hervorragenden Tenor, der noch dazu so vielseitig ist, suchen viele Opernhäuser.

Natürlich hast Du recht, dass man ihn im Opernhaus live erleben muss. Aber nicht jeder wohnt in Hamburg oder zumindest in der Nähe. Deshalb ist es vielleicht sinnvoll, einige Videos von ihm einzustellen, damit auch andere die schöne Stimme hören und nachvollziehen können, dass "Nurgeldiyevs Gesang ..... die Tore zur Seelenlage der jeweiligen Rolle" öffnet.

Macbeth: Arie des Macduff


Eugen Onegin: Arie des Lenski


Die Zauberflöte: Sprecherszene (mit Franz Grundheber)


Entführung aus dem Serail: Arie des Belmonte


Fürst Igor: Romanze des Vladimir


Liebe Grüße

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Freitag, 30. Juni 2017, 12:54

Lieber Alfred!

Die Kritien sind ja auch nicht gerade vernichtend:


Natürlich finden sich immer auf den Homepages der Sänger glänzende Kritiken. Ich habe die alle über Belov gelesen!
Man muss allerdings auch genau prüfen, wo er da jeweils aufgetreten ist und was er gesungen hat.
Bei allem Respekt vor dem Northern Lights Festival, der Opera North in New Hampshire und der Anchorage Opera, aber das sind nicht die Häuser mit einer gewissen Reputation.

Im übrigen geht es ja hier um "Neue Stimmen" und wenn Dir die Stimme von Anton Belov gefallen hat, dann das keine Frage, über die groß zu diskutieren wäre. Und dass Dich nur das Material interessiert und nicht, ob und wie damit Musik gemacht wird, ist schließlich allein Deine Sache!
Ich darf aber dann auch sagen, dass Anton Belov mich als Sänger nicht überzeugt!

Beste Grüße

Caruso41
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Alfred_Schmidt

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367

Freitag, 30. Juni 2017, 14:14

Im übrigen geht es ja hier um "Neue Stimmen" und wenn Dir die Stimme von Anton Belov gefallen hat, dann das keine Frage, über die groß zu diskutieren wäre. Und dass Dich nur das Meterial interessiert und nicht, ob und wie damit Musik gemacht wird, ist schließlich allein Deine Sache!
Ich darf aber dann auch sagen, dass Anton Belov mich als Sänger nicht überzeugt!


Natürlich darfts Du, nein SOLLST Du das sagen, ich erinnere mich, daß ich zu Threadbeginn auch eine Stimme für nicht angenehm empfunden und das auch geschrieben habe.

Und daß die Stimme icht absolut NEU ist, war mir bewusst

Wa aber WICHTIG ist, ist, daß Du mit einer Deiner Äusserungen ziemlich klar gemacht hast, daß Du eigentlich nur an "allererster Wahl" interessiert bist, und neue "Mittelmaß Stimmen" die ihr LEben in der gehobenen Provvinz die Leute (hoffentlich) begeistern werden, Dich nicht wirklich interessieren.
Das ist IMO eine sehr klare Linie - der ich vollen Respekt zolle, weil es in gewisser Weise einen Adelsbrief darstellt hier positiv erwähnt zu werden.
Andrerseits wird man - meiner Einschätzung nach - wesentlich vorsichtiger sein, eine neue Stimme hier zu präsentieren, wer möchte schion einen Fehlgriff wagen.
Es gibt natürlich immer einige, die sich ihrer Sache absolute sicher sind - leider sind das nur wenige.....

Eigenlich bin ich ursprünglich vor einigen Tagen in den Thread gegangen um anzuzeigen, daß es eine Neuveröffentklichung mit Piero Pretti gibt:In einer Produktion des Macerata Operea Festival 2016 von Verdis "Il Trovatore" ( Dynamic) singt er die Rolle des Manrico.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Caruso41

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368

Freitag, 30. Juni 2017, 16:09

Fehlgriffe ? ? ?

Wa aber WICHTIG ist, ist, daß Du mit einer Deiner Äusserungen ziemlich klar gemacht hast, daß Du eigentlich nur an "allererster Wahl" interessiert bist, und neue "Mittelmaß Stimmen" die ihr LEben in der gehobenen Provvinz die Leute (hoffentlich) begeistern werden, Dich nicht wirklich interessieren.
Das ist IMO eine sehr klare Linie - der ich vollen Respekt zolle, weil es in gewisser Weise einen Adelsbrief darstellt hier positiv erwähnt zu werden.
Andrerseits wird man - meiner Einschätzung nach - wesentlich vorsichtiger sein, eine neue Stimme hier zu präsentieren, wer möchte schion einen Fehlgriff wagen.
Es gibt natürlich immer einige, die sich ihrer Sache absolute sicher sind - leider sind das nur wenige.....


Lierber Alfred,

Man kann gute Sänger in Kiel, Kassel, Erfurt, Bielefeld und Freiburg hören und schlechte ich Wien, Mailand und New York. Ich fand es langweilig, immer wieder über die Sänger zu lesen und zu schreiben, über die längst alles gesagt ist. Deshalb wollte ich mit diesem Thread einen Austausch darüber anstoßen, welche Talente nachkommen. Dass man dabei Fehlgriffe riskiert, ist klar.

Manches Talent reift trotz schöner Stimme und guter Technik nicht zu einem großen Interpreten. Es kann zu früh verschlissen werden, nicht wirklich an sich gearbeitet haben und einfach als ewiges Talent verkommen.
Aber: Ich habe aber auch an kleinen Bühnen große Interpreten erlebt. Sie haben einfach den Wechsel an größere Bühne gescheut, weil sie ihre Mittel nicht überfordern wollten und sich in dem kleinen Haus besser aufgehoben fanden. Bedingung für einen Auftritt in München, Paris oder London ist einfach, dass die Stimme -ich sag es mal ganz platt- laut genug ist und das Haus füllt. Aber sind die mit den großen Stimmen immer auch die großen Künstler?

Also: Niemand muss Angst vor einem Fehlgriff haben. Es sollen einfach Sänger vorgestellt werden, die einer breiteren Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind und von denen man außerordentliche Gesangsleistungen erwarten kann.
So hat Rodolfo Piero Pretti und Anna Princeva "entdeckt", so hast Du uns auf Benjamin Appl hingewiesen, so hat Dr. Pingel Raffaele Pé eingeführt, so haben Christian Biskup Thomas Blondelle und m.joho Nelson Martinez vorgestellt und gerade hat Ralf Reck viele von uns mit dem Tenor Dovlet Nurgediyev bekannt gemacht.

Apropos Dovlet Nurgediyev: Höre Dir doch mal seine Aufnahmen an. Dann wirst Du sicher begeistert sein.

Beste Grüße

Caruso41
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rodolfo39

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Freitag, 30. Juni 2017, 17:54

Ich habe das Jahresabo für die Livestreams der Wiener Stastsoper. Und wenn dort nicht die Weltstars wie Domingo oder Nebtreko singen sind dort die Sänger nicht besser , als z.B an der Rheinoper Das merkt man auch am Schlußapplaus , der manchmal schon nach 5 Minuten beendet ist.

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370

Freitag, 30. Juni 2017, 19:03

Ich habe das Jahresabo für die Livestreams der Wiener Stastsoper. Und wenn dort nicht die Weltstars wie Domingo oder Nebtreko singen sind dort die Sänger nicht besser , als z.B an der Rheinoper Das merkt man auch am Schlußapplaus , der manchmal schon nach 5 Minuten beendet ist.


Lieber Rodolfo,

Hat die Rheinoper wirklich keinen besseren Bariton als den Domingo von heute??☹️
;) - ;) - ;)

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rodolfo39

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371

Freitag, 30. Juni 2017, 19:24

Lieber Caruso,
wir haben Boris Statsenko , dagegen verblaßt selbst ein Domingo. Ich wollte auch nur schreiben , daß es an der Staarsoper mehr Masse als Klasse gibt.

Gregor

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Freitag, 30. Juni 2017, 20:15

Jinxu Xiahou

Seit der Saison 2014/15 befindet sich der chinesische Tenor Jinxu Xiahou im Ensemble der Wiener Staatsoper und zählt dort zu den erfreulichsten Erscheinungen. Xiahou wurde im Dezember 1990 in Zibo in der ostchinesischen Provinz Shandong geboren. Sein Studium am Konservatorium in Peking schloß er mit dem Bachelor ab.

Mit dem Basilio in Le nozze di Figaro gab er sein Operndebüt. Mit 19 Jahren sang er auch bereits den Triquet in Eugen Onegin an der Oper in Peking. 2010 trat er erstmals in Europa auf.
2011 war er Finalist beim Gesangswettbewerb Neue Stimmen in Gütersloh und der damals 20-jährige Tenor belegte den Dritten Platz. Dort wurde der Direktor der Wiener Staatsoper auf ihn aufmerksam und holte ihn nach Gastauftritten schließlich fest ins Ensemble im Haus am Ring.

Neben kleineren Rollen wie Malcolm, Gaston, Rodrigo, Cassio oder Der Sänger in Der Rosenkavalier singt Xiahou inzwischen auch Hauptrollen wie Don Ramiro in La cenerentola, Ernesto in Don Pasquale und auch Rodolfo in La boheme. Vor zwei Tagen sah ich ihn als sehr guten Nemorino.

Jinxu Xiahou besitzt eine helle Tenorstimme, die in allen Lagen gut anspricht. Er phrasiert sehr schön und zudem verfügt er über eine gute Stimmführung und weiß Spitzentöne gekonnt zu servieren. Er ist im Belcanto-Fach derzeit sicher gut besetzt, doch ist er kein typischer Tenore di grazia, die Stimme verfügt schon über leichtes Metall.

Man darf auf weitere Begegnungen mit dem sympathischen Tenor gespannt sein. In der Saison 2017/18 warten an der Wiener Staatsoper jedenfalls spannende neue Aufgaben auf ihn. Denn er wird als Macduff, Fenton, Almaviva und Don Ottavio angekündigt.


Jinxu Xiahou mit gerade mal 20 Jahren - als der Liebling des Publikums beim Gesangswettbewerb Neue Stimmen 2011 den Dritten Platz holte:



Im Rahmen des Wettbewerbs Neue Stimmen 2015 trat Xiahou beim Preisträgerkonzert mit der Arie des Rodolfo auf:




Gregor

chrissy

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Freitag, 30. Juni 2017, 20:16

So hat Rodolfo Piero Pretti und Anna Princeva "entdeckt", so hast Du uns auf Benjamin Appl hingewiesen, so hat Dr. Pingel Raffaele Pé eingeführt, so haben Christian Biskup Thomas Blondelle und m.joho Nelson Martinez vorgestellt und gerade hat Ralf Reck viele von uns mit dem Tenor Dovlet Nurgediyev bekannt gemacht.
... und nicht zu vergessen, die in Btr. 301 vorgestellte großartige Prager Sopranistin "Marie Fajtova".

CHRISSY
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Freitag, 30. Juni 2017, 21:52

So hat Rodolfo Piero Pretti und Anna Princeva "entdeckt", so hast Du uns auf Benjamin Appl hingewiesen, so hat Dr. Pingel Raffaele Pé eingeführt, so haben Christian Biskup Thomas Blondelle und m.joho Nelson Martinez vorgestellt und gerade hat Ralf Reck viele von uns mit dem Tenor Dovlet Nurgediyev bekannt gemacht.
... und nicht zu vergessen, die in Btr. 301 vorgestellte großartige Prager Sopranistin "Marie Fajtova".
quote]
CHRISSY


Natürlich, lieber Chrissy,auch Marie Fajtova!
Ich habe sie ja nicht alle nennen können. Ich wollte nur keinen der Sänger in der Aufzählung, den ich vorgestellt hatte.
Einen schönen Abend noch mit der U21!!!
Liebe Grüße
Jörg
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375

Samstag, 1. Juli 2017, 09:59

Jinxu Xiahou

Seit der Saison 2014/15 befindet sich der chinesische Tenor Jinxu Xiahou im Ensemble der Wiener Staatsoper und zählt dort zu den erfreulichsten Erscheinungen........
2011 war er Finalist beim Gesangswettbewerb Neue Stimmen in Gütersloh und der damals 20-jährige Tenor belegte den Dritten Platz.


Ja, lieber Gregor, natürlich habe ich Jinxu Xiahou beim Gesangswettbewerb Neue Stimmen, zu dem ich imer nach Gütersloh fahre, 2011 gehört. Er hat damals einen wunderbar unbekümmerten, allerdings noch etwas linkischen Eindruck gemacht. Aber seine Stimme war schon bemerkenswert. Dann hat er 2015 noch mal bei einem der öffentlichen Konzerte in Gütersloh gesungen. Im Übrigen aber habe ich ihn seither nicht mehr gehört. Es wäre spannend zu hören, wie er sich entwickelt hat. Die Aufnahmen, die Du eingestellt hast, sind ja nicht neueren Datums und gerade eine Männerstimme entwickelt sich ja in dem Alter noch - zumal wenn daran gearbeitet wird.
Eine aber, die auch etwas älter ist, möchte ich noch anfügen:


Interessant ist, dass nun alle drei Preisträger der Jahrganges 2011 in Wien engagiert sind:

Olga Bezsmertna, Lyrischer Sopran, * 1983, Ukraine, 1. Platz
Jongmin Park, Bass, * 1986, Südkorea, 2. Platz & Publikumspreis
Xiahou Jinxu, Tenor, * 1990, China, 3. Platz

Jongmin Park wurde ja hier auch bereits vorgestellt. Genau so wie einzelne Preisträger der folgenden Jahre!

2013
Nicole Car, Sopran, * 1985, Australien, 1. Platz
Myong-Hyun Lee, Tenor, * 1988, Republik Korea, 1. Platz
Nadine Sierra, Sopran, * 1988, Vereinigte Staaten von Amerika, 1. Platz & Publikumspreis
Oleg Tibulco, Bass, * 1984, Republik Moldau, 2. Platz
Oleksandr Kyreiev, Bariton, * 1988, Ukraine, 3. Platz

2015
Elsa Dreisig, Sopran, * 1991, Frankreich, 1. Platz & Publikumspreis
Anatoli Sivko, Bass, * 1987, Weißrussland, 1. Platz
Miriam Albano, Mezzosopran, * 1991, Italien, 2. Platz
Darren Pene Pati, Tenor, * 1987, Neuseeland, 2. Platz

Mal sehen, was uns der nächste Wettbewerb beschert!

Beste Grüße

Caruso41
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376

Sonntag, 2. Juli 2017, 09:50

Neues von LISE DAVIDSEN

Liebe Stimmenliebhaber/Melomanen!



Etwas voll hatte vielleicht doch ich den Mund genommen, als ich Lise Davidsen hier im Forum vorgestellt habe.

Jetzt habe ich sie also als ARIADNE AUF NAXOS in Glyndebourne gehört und danach wollte ich nicht gleich noch mal Hymnen über diese sensationelle Stimme schreiben. Deshalb habe ich erst mal abgewartet, wie die Kritiken ausfallen.

Inzwischen sind einige erschienen und daraus möchte ich ein paar Zeilen zitieren:

Zitat

The Telegraph
Fortunately, some splendid musicians are on duty to explore the true heart of the opera. In the title role, the Junoesque young Norwegian soprano Lise Davidsen surpasses all expectations that her recent competition triumphs have ignited: her voice is a magnificent organ, with stops that can produce great swells of firm tone as well as threads of delicately shimmering silver. Nothing is merely blasted out for cheap effect, and every phrase is shaped with sensitivity. She also emerges as a witty, expressive actress who moves with grace and dignity. What fabulous potential there is here.

Zitat

Sunday Express
In the title role, the Norwegian soprano Lise Davidsen was utterly amazing.
Standing 6ft 2in tall, she towered over the other singers, both male and female, and sang with a voice so pure and so powerful that it had the audience enraptured and enthralled.
Already the winner of several prestigious international singing competitions, she seems destined, with the appearance and voice of a Valkyrie, to become one of the greatest Wagnerians and it was a great experience to hear her in this lighter opera.
Even by Glyndebourne’s stratospherically high standards, this was a glorious cast.

Zitat

The Guardian
The sensation was the Ariadne of Lise Davidsen. The young Norwegian soprano’s voice, silken at the top, rich with deep mezzo colours, pours forth flawlessly as if in one clear, stupendous breath. It’s one of the greatest voices I have heard.

Zitat

MusicOMH
Beginning with the performance of the London Philharmonic Orchestra under the baton of Cornelius Meister, the evening’s musical credentials are far stronger, and the soloists prove engaging both as singers and actors. Lise Davidsen is brilliant in the title role, since she oozes presence. Her magnificent soprano is seemingly capable of scaling any heights and while her voice can reveal immense power, accuracy and resolve, she still frequently gives the impression of producing the most sensitive, sorrowful sound imaginable.

Zitat

The Sun
It's doubly upsetting given that Glyndebourne has assembled such a strong cast for this revival. Lise Davidsen, the inordinately talented young Norwegian lyric dramatic soprano, was magnificent as Ariadne, her journey from abandonment to love transcending the scenic nonsense around her.


Wer nicht gerne so viel englisch liest, sollte sich das Video von den Proben in Glyndebourne aber unbedingt anhören:



Die Aufführung wird bei den Londoner PROMS konzertant gebracht und dann auch von der BBC übertragen. Dann kann sich jeder selbst überzeugen, dass Lisa Davidsen eine phantastische Sopranistin ist!

Aber das haben ja eigentlich auch schon die Videos ermöglicht, die ich eingestellt hatte:

Beste Grüße

Caruso41
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Jolanthe

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Dienstag, 11. Juli 2017, 11:35

Florian Sempey verfügt über ein ungemein schönes und reiches Timbre: kernig und prägnant im Forte, aber geschmeidig und weich im Piano. Er hat ein dunkel klingendes Fundament, eine samtige Mittellage und kann das Timbre wunderbar in der Höhe auflichten. Die Spitzentöne sind kräftig und rund.
Seine ganz aus der französischen Sprache entwickelten Gesangslinien haben eine ungemeine Plastizität und Eloquenz. Nach meinem Eindruck kann er wirklich einer schier unbegrenzten Palette von Gefühlen Ausdruck verleihen.


Lieber Caruso,
ich habe mich jetzt mal etwas intensiver mit diesem jungen Bariton beschäftigt. Er ist ja wirklich großartig.

:hello:

Jolanthe

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Montag, 17. Juli 2017, 22:42

Florian Sempey

Florian Sempey verfügt über ein ungemein schönes und reiches Timbre: kernig und prägnant im Forte, aber geschmeidig und weich im Piano. Er hat ein dunkel klingendes Fundament, eine samtige Mittellage und kann das Timbre wunderbar in der Höhe auflichten. Die Spitzentöne sind kräftig und rund.
Seine ganz aus der französischen Sprache entwickelten Gesangslinien haben eine ungemeine Plastizität und Eloquenz. Nach meinem Eindruck kann er wirklich einer schier unbegrenzten Palette von Gefühlen Ausdruck verleihen.


Lieber Caruso,
ich habe mich jetzt mal etwas intensiver mit diesem jungen Bariton beschäftigt. Er ist ja wirklich großartig.

:hello:

Jolanthe


Das freut mich sehr, liebe Jolanthe, dass du dich auch für Florian Sempey hast begeistern lassen.
Ich habe ihn inzwischen beim Klang-Vokal-Festival in Dortmund ein weiteres Mal gehört. Er wirkte in dem Opernpasticcio TAMERLANO von Vivaldi mit. Das ist eigentlich nicht einer der Komponisten , die ich besonders spannend finde. Aber Sempey sang einfach hinreißend und man vergaß ganz, dass es "nur" Vivaldi war!

Beste Grüße
Caruso41
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Caruso41

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Dienstag, 25. Juli 2017, 12:49

Nadina Sierra

Liebe Opernafficionados und Melomanen!

Die Sängerin, die ich heute vorstellen will, ist der lyrische Koloratursopran

Nadine Sierra



Nadine Sierra wurde 1988 in Fort Lauderdale (Florida) geboren. Sie ist also noch nicht einmal 30 Jahre alt und hat schon an vielen großen Opernhäusern debutiert! Das alleine deutet bereits auf eine rasante Karriere hin!

Nach dem Abitur am New York Mannes College of Music trat sie in das Adler-Stipendium-Programm der San Francisco Oper ein und sang kleinere Partien an dem Haus. Sie ist jüngste Gewinner des Metropolitan Opera National Council Auditions und des Marilyn Horne Foundation Vocal Competition. Beim Bertelsmann Gesangswettbewerb in Gütersloh gewann sie den ersten Preis und den Publikumspreis.
Inzwischen ist sie unter anderem bereits an The Metropolitan Opera New York, am Teatro alla Scala Milano, an der Opéra National de Paris am La Fenice Venezia aufgetreten.

Ich habe sie 2013 beim Bertelsmann Gesangswettbewerb in Gütersloh erstmals gehört und dann wieder als Amor in Glucks
"Orfeo ed Eurydice" in der Staasoper Berlin unter Daniel Barenboim. In diesem Jahr sang sie beim NDR Klassik-Open-Air die Gilda in Verdis "Rigoletto". Ich hatte eigentlich nur die Generalprobe hören wollen, war aber von der Qualität der Sänger so angetan, dass ich auch zu der ersten öffentlichen Aufführung in den Maschpark ging!

Da diese Aufführung im Fernsehen übertragen wurde, haben einige Taminos schon ihre Eindrücke mitgeteilt und insbesondere auch Nadine Sierra gelobt!

Rodolfo schrieb

Zitat

Nadine Sierra ist wohl zur Zeit die hübscheste und best singende Gilda, mit ihrem glockenklarem Sopran.


Kalli schrieb

Zitat

diese Nadine Sierra ist ja ein Ohren und Augenschmaus......


Chrissy schrieb

Zitat

Das Ansehen hat sich gelohnt! Hochverdienter Beifall für alle Beteiligten.
Unter dem Aspekt einer "halbkonzertanten Aufführung", war es ein rundum beglückendes Erlebnis.


Und Sagitt meinte

Zitat

Applaus nach einem solchen Ende geht eigentlich gar nicht. Man merkt es den Protagonisten an, sie müssen aus einer ganz anderen Gefühlsstimmung kommen, die Tränen der Gilda, die Betroffenheit des Rigoletto


Muss ich da noch viel ergänzen? Eigentlich nicht!

Aber vielleicht nur noch ein paar Worte zu der Stimme.
Nadine Sierra hat einen lyrischen Koloratursopran mit einem ausgesprochen aparten Timbre, rein, federleicht und quellfrisch, schimmernd wie helles Gold! In den lyrischen Passagen klingt sie mädchenhaft zart und berührend empfindsam, in hohen Lagen schwerelos schwebend und ihre Koloraturen glitzern und funkeln, dass es eine wahre Pracht ist. Gerade in Gilda "Caro norme" kann man erleben, wie die Träumerei des jungen Mädchens mit einer perfekt ausgefeilten Technik und einer wirklich wunderbaren Musikalität ausgestaltet wird - gerade weil die ornamentale Linie aus so perfekt kalibrierten Noten und mit so schwerelos und anmutig gesponnenem Legato geformt wird, stellt sich der Zauber gleichsam natürlich ein. Der Schluss der Arie mit den raffinierten Modifikationen der Phrasierung und den letzten verschwebenden Pianissimi schickt einen einfach zu den Engeln!

Aber hört selbst!
Ich habe versucht, möglichst unterschiedliche Aufnahmen auszusuchen, damit für jeden etwas dabei ist!

Rigoletto: Gildas "Caro nome" in Hannover (Trotz des zu frühen Beifalls)


Lakmé: Duo des fleurs in Paris


Lucia di Lammermoor: Scena della pazzia (con glassarmonica) in Venedig


Idomeneo: Ilias "Padre, germani, addio!" in New York


Puritani: Duett mit Javier Camarena bei der Tucker Opera Gala 2016


Gianni Schicchi: Laurettas "O mio babbino caro" in Venedig


Und noch ein kleines Portrait in englischer Sprache:


Auf eure Kommentare freut sich

Caruso41
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chrissy

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Dienstag, 25. Juli 2017, 19:51

Aber vielleicht nur noch ein paar Worte zu der Stimme.
Nadine Sierra hat einen lyrischen Koloratursopran mit einem ausgesprochen aparten Timbre, rein, federleicht und quellfrisch, schimmernd wie helles Gold! In den lyrischen Passagen klingt sie mädchenhaft zart und berührend empfindsam, in hohen Lagen schwerelos schwebend und ihre Koloraturen glitzern und funkeln, dass es eine wahre Pracht ist. Gerade in Gilda "Caro norme" kann man erleben, wie die Träumerei des jungen Mädchens mit einer perfekt ausgefeilten Technik und einer wirklich wunderbaren Musikalität ausgestaltet wird - gerade weil die ornamentale Linie aus so perfekt kalibrierten Noten und mit so schwerelos und anmutig gesponnenem Legato geformt wird, stellt sich der Zauber gleichsam natürlich ein. Der Schluss der Arie mit den raffinierten Modifikationen der Phrasierung und den letzten verschwebenden Pianissimi schickt einen einfach zu den Engeln!
Muss ich da noch viel ergänzen? Eigentlich nicht!
Nein, lieber Caruso, da mußt Du nichts ergänzen, Du hast alles gesagt. Und auch für uns bleibt nicht viel übrig zum Ergänzen, außer Zustimmung.
Ich habe sie zum ersten Mal im Rigoletto gehört und war auch begeistert und meine - wenn alles weiterhin gut geht, hat sie bestimmt eine große Karriere vor sich.
Sie hat tatsächlich eine wohlklingende und sichere Stimme. Darüber hinaus hat sie eine charmante sympathische Ausstrahlung und ist optisch eine tolle Erscheinung.
Und neben ihrer, wie schon erwähnt, sehr schönen Stimme, sind diese Attribute natürlich auch positiv förderlich für den Karriereweg. Sie ist ja noch entwicklungsfähig.
Ich sehe hier evtl. Ähnlichkeiten und Parallelen seinerzeit zum Erfolgsweg von Anna Netrebko.

Herzlichst
CHRISSY
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La Roche

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Dienstag, 25. Juli 2017, 20:10

ch habe versucht, möglichst unterschiedliche Aufnahmen auszusuchen, damit für jeden etwas dabei ist!
Lieber Caruso,

habe mir alle Deine 6 musikalischenEinstellungen angesehen. Jede ein optischer und akustischer Genuß. Ich muß sogar sagen, daß ich bedauere, daß das Hannover-Open-air nur halbszenisch war, ich glaube, man nimmt ihr auch im Kostüm eine unglückliche Gilda ab. Nur hätte man das wunderschöne weiße Kleid nicht bewundern können. Aber insgesamt bin ich mit der Hannoveraner Darstellung mehr als gut bedient.

Obwohl Idomeneo nicht zu meinen Lieblingsopern gehört, fand ich ihren Ausdruck darin besonders stark. das mag an der Klarheit der Musik liegen. Danke für Deine Mühen. Ich bin sicher, von dieser Sängerin bald mehr zu hören, wenn sie behutsam mit ihrer Stimme umgeht. Sie ist ein Juwel!

Herzlichst La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


Don_Gaiferos

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Dienstag, 25. Juli 2017, 20:32

vielen Dank, lieber Caruso, für diese Stimme, die mir bisher vollkommen entgangen ist. In der Tat erfüllt Nadine Sierra alle Voraussetzungen für eine große Karriere. Ihre Gilda ist wirklich ganz exquisit gesungen, eine hochmusikalische Phrasierung, eine perfekte Atemkontrolle und eine gleichmäßig strämender, leuchtender Sopran mit ganz eigenem Charakter. Ich habe beim Zuhören aufgehorcht. Ich hoffe, der Tonträgermarkt und die Plattenfirmen schlafen nicht! Noch mehr Videos finden sich auf der Homepage der Sängerin:

http://nadinesierra.com/videos/

Caruso41

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Mittwoch, 26. Juli 2017, 10:05

Lieber Chrissy!
Lieber La Roche!
Lieber Don Gaiferos!

Eure Beiträge haben mich sehr gefreut. Es gibt ja leider meist keine oder doch ziemlich wenige Reaktionen auf die Vorstellung junger Sänger. Das mag daran liegen, dass manche noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Aber selbst Sänger wie Dovlet Nurgediyev und Josep Kang haben niemanden zu ein paar Zeilen angeregt, denen man hätte entnehmen können, ob man mit der Einschätzung, dass sie "Entdeckungen" sind, richtig liegt oder eher nicht.

Eure Reaktion auf Nadine Sierra hat mich ermutigt, weiter in Auge zu behalten, welchen Weg sie nehmen wird. Im März kommenden Jahres kann man sie in der Staasoper Berlin als Nannetta in "Falstaff" hören! Das wird eine Neuproduktion unter Daniel Barenboim sein und neben Nadine Sierra singen Michael Volle, Maria Agresta, Francesco Demuro und Daniela Barcelona! Ich habe fest vor, dahin zu fahren!

Beste Grüße

Caruso41
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Donnerstag, 27. Juli 2017, 09:56

Lieber Caruso,
Welche Beitragsnummer hat sich mit Alfia Kamalova befasst , da ich den wohl überlesen hab. Ich hab sie erst vor kurzem als Donna Anna im Musiktheater im Revier erlebt. Sie verfügt über einen höhensicheren Sopran, der auch in den hohen Lagen nicht unscharf wird. Außerdem ist sie auch eine hervorragende Darstellerin.
Bitte löschen, hab grade den Beitrag gefunden, und ihn dich nicht übersehen.

Caruso41

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Donnerstag, 27. Juli 2017, 22:47

Lieber Rodolfo!
Alfia Kamalowa wird im Beitrag #122 vorgestellt! Aber das hast du inzwischen wohl schon gefunden?

Willst du vielleicht noch etwas ergänzen? Oder hast du durch ihre Anna neue Eindrücke? Es wäre schön, wenn du das einfach hier einstellen würdest!
Da ich sie noch immer nicht live gehört habe, kann ich nicht mehr beitragen als ich nach dem Hören der Videos, die Bertarido eingestellt hatte, bereits geschrieben habe.

Liebe Grüße
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rodolfo39

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Samstag, 29. Juli 2017, 10:53

Lieber Caruso,
Die Donna Anna von Alfia Kamalova war äüßerst hörenswert. Ihr Sopran wird immer kraftvoller, ohne ein störendes Vibrato. Die anrührenden Momente und die dramatischen Attacken gelangen ihr sehr gut und vollkommen unangestrengt. Dazu kommt noch, saß die in jeder Rolle darstellerisch überzeugt und nicht umsonst am MIR ein Publukumsluebling ist.

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Samstag, 29. Juli 2017, 17:21

Lieber Rodolfo,

von einem Melomanen-Freund, auf dessen Urteil ich viel gebe, habe ich über den "Don Giovanni" in Gelsenkirchen berichtet bekommen. Er war von der ganzen Aufführung durchaus angetan - zumindest was die Qualität der Sänger anging.

Alfia Kamalova fand er vor allem in der zweiten Arie sehr eindrucksvoll.

Ganz besonders hat er über den jungen polnischen Bariton Piotr Prochera geschwärmt, der ein faszinierender Giovanni gewesen sein soll. Ich habe ihn vor drei Jahren in einem Meisterkurs von Cheryl Studer kennen gelernt. Er hat eine vielversprechende sehr klangreiche Baritonstimme und ich erinnere mich noch gut daran, wie schön flüssig und trotzdem scharf charakterisiert er die Ballade des Tomsky aus Tschaikowskis "Pique Dame" sang und wie sensibel er Lieder von Wolf und Strauss interpretiert hat.
Es hat mich sehr gefreut, wieder von ihm zu hören und dass er in Gelsenkirchen gute Erfolge hat. Wenn er nächste Saison noch da ist, komme ich bestimmt mal nach Gelsenkirchen.
Kannst Du auch über ihn was sagen? Magst Du ihn vielleicht hier als "Neue Stimme" vorstellen?

Liebe Grüße

Caruso41
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Sonntag, 30. Juli 2017, 16:03

Liebe Opernafficionados und Melomanen!
Ich werde jetzt einige Tage ohne Internet sein!

Bis bald!
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Sonntag, 30. Juli 2017, 21:44

Hier noch eine weitere Rigoletto Aufführung aus Frankreich mit Nadine Sierra und Leo Nucci vom Festival Choreoraphie d`Orange 2017

https://youtu.be/YJw4rfE-_Yw

chrissy

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Sonntag, 30. Juli 2017, 23:00

Hier noch eine weitere Rigoletto Aufführung aus Frankreich mit Nadine Sierra und Leo Nucci vom Festival Choreoraphie d`Orange 2017
Vielen Dank, lieber Rodolfo, für das Reinstellen dieser Aufnahme. Ich habe schon in einige markante Stellen reingehört, z. B. "si vendetta" und freue mich - ganz toll.
Ich werde mir das in den nächsten Tagen ganz anhören /ansehen.

Danke und herzliche Grüße
CHRISSY

(PS.: Übrigens, die "Zebras" blieben heute hungrig, es gab kein bischen Futter, wenn Du verstehst, was ich meine. Ich war dabei und habe mich natürlich riesig gefreut).
Jegliches hat seine Zeit...