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rodolfo39

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331

Montag, 24. April 2017, 18:26

Jetzt möchte ich eine Sopranistin vorstellen, die mich gestern Abend als Violetta in La Traviata aus dem Teatro San Carlo in Neapel begeistert hat. Diese Aufführung wurde live auf Radio Rai 3 übertragen. Allein der Name klingt schon wie Musik Mariangela Sicilia. Bei ihr spürt man selbst als Radiohörer, die Emotionen und die Leidenschaft während der Übertragung. Das Finale im ersten Akt schloss sie mit einem langanhaltendem hohen Ton ab um dann mit einer langangehaltenden Mittellage zu enden. Ich hoffe ich habe das richtig beschrieben, da dieses Finale jede Sopranistin anders singt. Ihre Stimme besitzt eine Leichtigkeit selbst in den Höhenlagen.


https://www.bing.com/images/search?q=mar…B67&FORM=IQFRBA

Diese Informationen konnte ich über sie im Internet finden. Desweiteren weiß ich noch , daß sie 2009 ihr Opern Debüt gegeben hat.

Mariaangela Sicillia
Soprano[/url]


Italian soprano Mariangela Sicilia has performed Serpina in La Serva Padrona in Naples and Bologna; Charmion in Massenet’s Cléopâtre at the Salzburg Festival; Musetta in La Bohème in Lucca, Pisa and Ravenna; Adina in L’Elisir d’Amore in Monte-Carlo; and Aspasia in La Pietra del Paragone at the Châtelet in Paris. She has performed at the Rossini Opera Festival as Corinna in Il Viaggio a Reims, Elvira in L’Italiana in Algeri and Albina in La Donna
del Lago. Upcoming engagements include Jemmy in Guillaume Tell in Bologna; Musetta in La Bohème at Opéra National de Paris; and Giannetta in L’Elisir d’Amore in Brussels.

Hier noch einige Youtube Beispiele, allerdings klappt das mit den Kopieren des Covers nicht bei mir.

https://youtu.be/wrtAHsGnopI

https://youtu.be/rwuJMALO44s

Reinhard

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332

Montag, 24. April 2017, 18:51

Ich darf Dir kurz assistieren?



Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
(Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

Caruso41

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333

Dienstag, 25. April 2017, 15:00

Inhaltsverzeichnis für den Thread
Entdeckungen: Neue Stimmen


Die Zahlen geben den Beitrag an, in dem die Stimme vorgestellt wurde.
Meist finden sich auch in den folgenden Beiträgen weiter Informationen und Meinungen.

Wenn wesentlich später noch einmal etwas über die Stimme geschrieben wurde, ist das als Zusatz hinter dem Namen der Sängerin / des Sängers angezeigt.


001 - Sabine Devieilhe Sopran (Frankreich) auch #021, 027, 028, 102

002 - Piero Pretti Tenor (Italien) auch #048, 058

004 - Elliot Madore, Bariton (Kanada)

006 - Darren Pene Pati, Tenor (Neuseeland)

007 - Thorsten Büttner, Tenor (Deutschland)

013 - Olena Tokar, Sopran (Ukraine)

014 - Michael Nagl. Bass (Deutschland)

030 - Benjamin Appl, Bariton (Deutschland) auch #240

036 - Maria José Siri, Sopran (Uruguay)

039 - Andrzej Filończyk, Bariton (Polen)

043 - Clémentine Margaine, Mezzosopran (Frankreich)

046 - Thomas Tatzl, Bassbariton (Österreich)

048 - Julie Fuchs, Sopran (Frankreich) auch #093, 096

059 - Makoto Sakurada, Tenor (Japan)

064 - Anatoli Sivko, Bass (Belarus)

070 - Uwe Stickert, Tenor (Deutschland) auch #258, 259

080 - Anna Lucia Richter, Sopran (Deutschland)

094 - Corby Welch, Tenor (USA)

097 - Philipp Kapeller, Tenor (Österreich)

104 - Mario Cassi, Bariton (Italien)

109 - Levy Sekgapane, Tenor (Südafrika)

111 - Elsa Benoit, Sopran (Frankreich)

122 - Alfia Kamalova, Sopran (Estland)

133 - Ruslan Yudine, Tenor (Rußland)

138 - Gilda Fiume, Sopran (Italien)

141 - Anna Princeva, Sopran (Russland) auch #309

159 - Okka von der Damerau, Mezzospran (Deutschland)

164 - Raffaele , Countertenor (Italien)

170 - Joo Won Kang, Bariton (Süd-Korea)

178 - Amartuvshin Enkhbat, Bariton (Mongolei)

190 - Britta Stallmeister, Sopran (Deutschland)

200 - Florian Sempey, Bariton (Frankreich)

208 - Kristian Benedikt, Tenor (Litauen) auch #241

212 - Davide Luciano, Bassbariton (Italien) auch #328, 329

213 - Jean-Noel Briend, Tenor (Frankreich)

221 - Marianne Crébassa, Mezzosopran (Frankreich)

249 - Thomas Blondelle, Tenor (Belgien) auch #250

251 - Eva Resch, Sopran (Deutschland)

253 - Yosep Kang, Tenor (Korea) auch #255, 256

260 - Cornel Fry, Tenor (Schweiz) auch #263

276 - Samuel Hasselhorn, Bariton (Deutschland)

279 - Nelson Martinez, Bariton (Kuba)

288 - Titusz Tóbisz, Tenor (Ungarn) auch #293, 295, 298

301 - Marie Fajtová, Sopran (Tschechien)

310 - Brian Jagde, Tenor (USA) auch #311

314 - 8 Bässe, mit der Arie "Schweig, damit Dich niemand warnt"

Jongmin Park
Jacques-Greg Belobo
Kihwan Sim
Byeong Min Gil
Selcuk Cara
Patrick Simper
Kai Preußker
Keebaek Mattia Lee
Aandreij Yvan

331 - Mariangela Sicilia, Sopran (Italien)
;) - ;) - ;)

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Caruso41

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334

Dienstag, 25. April 2017, 15:44

Lieber Rudolfo,

hab Dank, dass Du wieder auf eine junge Sängerin hingewiesen hast, die Du diesmal wohl nicht live gehört hast, sondern in einer Fernsehübertragung. Ich war ziemlich erstaunt, dass sie schon die Violetta (Traviata) singt.

Ich habe sie zweimal live gehört in Wexford als Maria in "Guglielmo Ratcliff" und in Pesaro als Isabella in "L'inganno felice".

Danach hatte ich den Eindruck, dass sie über eine schöne helle und klare, durchaus apart timbrierte Sopranstimme verfügt, die sich vor allem in der oberen Lage glanzvoll entfaltet. Ich hätte sie als lyrische Koloratursopran eingestuft - obwohl sie nicht gerade über eine besondere Virtuosität verfügt. Aber offensichlich hat sich die Stimme denn doch schon weiter entwickelt, denn sonst wäre sie den lyrischen und dramatischen Anforderungen, die an Violetta im 2. und 3. Akt gestellt werden, kaum gerecht worden.
In der Arie von Gounods "Romeo und Juliette", die Du eingestellt hast, ist noch nicht zu erkennen, dass sie schon lyrische Substanz gewonnen hat. Bei der Arie aus "Adriana Lecouvreur" vermisse ich Fülle, Rundung (vor allem in den unteren Lagen) und ein Spielen mit Schattierungen und Farben. Aber oben klingt sie wunderschön! Auch singt sie geschmachvoll und technisch versiert!

Am besten gefällt sie mir in der Arie der Theresa aus "Benvenuto Cellini"



Sie wird ihren Weg ganz sicher machen!
Noch eine Ergänzung: Bei dem Operalia, The World Opera Competition 2015 hat sie den dritten Preis gewonnen!

Beste Grüße

Caruso41
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Caruso41

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335

Dienstag, 25. April 2017, 17:43

Lise Davidsen

Liebe Melomanen und Stimmenliebhaber!

Nachdem ich zuletzt viel Energie für Opernkomponisten Mittelosteuropas und Rußlands gebraucht habe, ist es nun wirklich wieder an der Zeit, in diesem Thread eine neue Stimme vorzustellen.
Noch ist sie ein Geheimtip, aber schon bald dürfte diese Sopranistin im lyrisch-dramatischen Fach für Furore sorgen:

Lise Davidsen



Sie stammt aus Stokke einer Kleinstadt im Südosten von Norwegen.
Ausgebildet ist sie unter anderem von Mona Skatteboe und Runa Skramstad. Sie studierte an der "Grieg Academy of Music" in Bergen und an der "Royal Danish Academy of Music" in Kopenhagen, wo sie unter anderem von der großen Gesangspädagogin Susanna Eken gefördert wurde.

Noch während des Studiums debutierte sie 2013 als Hund in Janaceks "Das schlaue Füchslein"!
Die junge Norwegerin hat 2015 sowohl den Operalia als auch den Queen Sonja Gesangswettbewerb gewonnen. Danach kamen von vielen Seiten Angebote: sie sang die Freia in Odense, Agathe in Zürich, die dritte Norn in Frankfurt und die Santuzza in Oslo.
In diesem Sommer wird sie beim Glyndebourne Festival als Ariadne angekündigt und im Herbst wird sie in Wexford die Medea singen.

Ich hatte das Glück, bei ihrem Vorsingen an einem renommierten Opernhaus dabei sein zu können. Danach kann ich alle verstehen, die Lise Davidsen als "große Hoffnung für die Zukunft" bezeichnen.
Die Stimme hat ein ungewöhnliches Volumen und eine außerordentliche Qualität.
Lise Davidsen singt mit einer unerschütterlichen Sicherheit und entfaltet eine Strahlkraft, zumal in den hohen Lagen, die an große Vorbilder denken läßt. Aber auch die lyrischen Phrasen weiß sie mit schönem Ton, sensibler Musikalität und Ausdruck zu füllen. Über Gesangstechnik braucht man bei ihr nicht zu reden: sie hat eine natürliche, gleichsam selbstverständliche Art des Singens, die bei der jungen Frau von gerade mal 30 Jahren staunenswert ist.
Ich fand es besonders eindrucksvoll, wie sie für die Tannhäuser-Elisabeth, Santuzza, Amelia (Ballo in Maschera) und auch Rosalinde (Fledermaus) jeweils den richtigen Ton fand! Sie kann die Stimme voll und dunkel strömen lassen, auch ein weiches Piano modellieren, groß aufdrehen ohne forcieren zu müssen und dramatische Akzente mit einer lodernden Kraft setzen!

Die nachfolgend eingestellten Youtube-Videos geben vielleicht einen guten Eindruck vom ihrem Singen. Die Pracht ihrer großen Stimme können sie leider nicht annähernd vermitteln. Immerhin bekommt man bei dem "Libera me" aus Verdis Requiem, wenn sie den ganzen Chor überstrahlt, eine Ahnung davon!

Verdi: Messa da Requiem - Libera Me


Tannhäuser: Arie der Elisabeth


Interview


Edvard Grieg: "Ved Rondane"
bei der Verleihung des Friedens Nobel Preises in Oslo, am 10.12.15


Viel Spaß beim Hören!

Caruso41
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operus

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336

Mittwoch, 26. April 2017, 14:16

Nachdem ich zuletzt viel Energie für Opernkomponisten Mittelosteuropas und Rußlands gebraucht habe, ist es nun wirklich wieder an der Zeit, in diesem Thread eine neue Stimme vorzustellen.

Noch ist sie ein Geheimtip, aber schon bald dürfte diese Sopranistin im lyrisch-dramatischen Fach für Furore sorgen:

Lieber Caruso,

die ausgewählten Gesangsbeispiele von Lise Davidsen belegen Deine Aussagen: Große, füllige Stimme mit Strahlkraft besonders in der Höhe, müheloses Gelingen der Arie "Dich teure Halle". Erstaunlich auch die Souveränität und Selbstverständlichkeit des Vortrags bei der gerade mal 30jährigen Sopranistin. Alles Voraussetzungen, die zu der Hoffnung Anlass geben, dass hier wieder eine große skandinavische Sängerin heranreifen könnte.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Stimmenliebhaber

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337

Mittwoch, 26. April 2017, 14:39

Große, füllige Stimme
Und nicht nur die! 8-)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Caruso41

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338

Mittwoch, 26. April 2017, 16:08

Lieber Stimmenliebhaber , lieber Operus!


Große, füllige Stimme
Und nicht nur die! 8-)


Nicht gerade ein sehr galanter Kommentar!
"Allein was tut's?" - bei einer solchen Stimme ist das doch schlicht egal. Wer will denn eine Sängerin mit Model-Maßen und einer Stimme die genau so dünn ist? Da ist mir eine opulente Stimme lieber - zumindest wenn sie so souverän kontrolliert ist und auch feine, weiche Pianobögen formen kann.

Lise Davidsen belegen Deine Aussagen: Große, füllige Stimme mit Strahlkraft besonders in der Höhe, müheloses Gelingen der Arie "Dich teure Halle". Erstaunlich auch die Souveränität und Selbstverständlichkeit des Vortrags bei der gerade mal 30jährigen Sopranistin. Alles Voraussetzungen, die zu der Hoffnung Anlass geben, dass hier wieder eine große skandinavische Sängerin heranreifen könnte.


Es scheint jetzt schon erstaulich schnell zu gehen.
Im Januar war sie noch in Oslo als Santuzza zu hören!
Ab dieser Woche singt sie Isabella in einer Neuinszenierung von Wagners "Das Liebesverbot" am Teatro Colon in Buenos Aires, in der Inszenierung von Kasper Holten und unter der Stabführung von Oliver von Dohnányi.
Dann geht es zum Glyndebourne Festival, wo sie in "Ariadne auf Naxos" die Titelpartie singt! Da dirgiert Cornelius Meister!

Ich denke, dass es nicht lange dauert, bis sie in den großen Opernzentren auftritt. In London ist sie für den nächsten Ring unter Pappano verpflichtet. Freia, Ortlinde und 3.Norn!

Aber: sie sollte nichts überstürzen und sich nicht schon zu früh in die großen Partien dränger lassen!

Liebe Grüße Euch beiden

Caruso41
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Bertarido

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339

Montag, 8. Mai 2017, 12:33

Lea Desandre

Heute stelle ich eine junge Sängerin vor, die mich letzte Woche in der Titelrolle von Marais' Oper "Alcione" an der Opéra comique in Paris bezaubert hat: die Mezzosopranistin Lea Desandre.

Die französisch-italienische Sängerin wurde 1993 geboren und studierte in Paris und Venedig, während sie gleichzeitig klassisches Ballett tanzte. 2013 gewann sie den ersten Preis als „Junge Hoffnung“ am Grand Théâtre de Bordeaux und wurde von David Sterns Ensemble Opera Fuoco aufgenommen, studierte außerdem aber auch noch mit bekannten Sängerinnen wie Sara Mingaro und Véronique Gens. 2016 gewann sie den HSBC Preis beim Festival d’Aix en Provence und 2017 den Victoire de la Musique Classique in der Kategorie «Révélation Artiste Lyrique».

Nach dem Gewinn des Preises Jardin des Voix der Académie des Arts Florissants arbeitete Lea Desandre regelmäßig mit William Christie zusammen. Unter seiner Leitung trat sie u.a. auf im Alice Tully Hall Lincoln Center, im Sydney Opera House, im Melbourne Recital Center, beim Perth International Arts Festival, in der Philharmonie de Paris, in der Tchaikovsky Concert Hall, in der Konzerthalle Luzern, der Opéra de Bordeaux, der Hong-Kong City Hall und im Théâtre de Caen.

Bislang ist die Sängerin scheinbar ausschließlich in Barock und Klassik tätig. Zu ihren Rollen gehörte der Sesto in Händels „Giulio Cesare“, die Second Witch in Purcells „Dido and Aeneas“, der Ruggiero in Händels „Alcina“, der Andronico in Vivaldis "Tamerlano", aber immerhin auch schon die Médée (Cherubini) an der Opéra de Dijon. Auch bei der Aufführung von Oratorien und Kantaten wirkte sie mit. Ihre erste Rolle an der Pariser Opéra comique war die schon erwähnte „Alcione“ unter der Leitung von Jordi Savall. In dieser Rolle hat sie mich begeistert durch die Verkörperung der zärtlich Liebenden und dann um den Tod ihres Geliebten Ceix trauernden jungen Frau, die diese Rolle nicht nur stimmlich, sondern auch durch eine enorme Bühnenpräsenz ausfüllte. Ihre Ballettausbildung merkte man ihr dadurch an, wie sie an der akrobatischen Choreographie dieser Produktion mitwirken konnte. Dass sie ziemlich attraktiv ist, schadete dem Eindruck sicher auch nicht, den sie auf mich machte. :) Die komplette Aufzeichnung der „Alcione“ sollte eigentlich schon seit gestern für einen Monat auf Culturebox verfügbar sein, das scheint sich aber noch etwas zu verzögern: http://culturebox.francetvinfo.fr/opera-…-comique-255291

Bei Youtube findet man etliche Kostproben ihres Könnens:






Caruso41

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340

Montag, 8. Mai 2017, 19:06

Lea Desandre

Lieber Bertarido!

Hab Dank für die Vorstellung von Lea Desandre. So jung und schon so selbstbewusst und souverän! Erstaunlich auch die technische Versiertheit.
Die Stimme könnte für meinen Geschmack mehr Fülle und Farben haben. Aber das wird ihr sicher zuwachsen. Bin gespannt! Ob sie wohl über das barocke Repertoire hinausgehen wird?

Liebe Grüße
Caruso41
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Bertarido

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341

Montag, 8. Mai 2017, 19:24

Lieber Bertarido!

Hab Dank für die Vorstellung von Lea Desandre. So jung und schon so selbstbewusst und souverän! Erstaunlich auch die technische Versiertheit.
Die Stimme könnte für meinen Geschmack mehr Fülle und Farben haben. Aber das wird ihr sicher zuwachsen. Bin gespannt! Ob sie wohl über das barocke Repertoire hinausgehen wird?

Liebe Grüße
Caruso41

Lieber Caruso, es freut mich, dass diese junge Sängerin vor Deinem ja oft recht harten Urteil Bestand hat. Du hast sicher recht, dass es noch etwas an Fülle und Ausdrucksfähigkeit fehlt; so habe ich die bekannte Arie "Crude furie degl' orridi abissi" aus Händels "Serse" (das 4. Beispiel), bei der ich eine ganze Reihe von Vergleichsmöglichkeiten habe, schon eindrücklicher gehört (wobei hier allerdings auch der Klang des Videos schlecht ist). Aber sie hat ja noch Zeit, sich solche dramatischeren Partien anzueignen.

Als Liebhaber der Barock-Oper hätte ich natürlich nichts dagegen, wenn sie diesem Repertoire treu bleibt. ;)

Caruso41

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342

Freitag, 19. Mai 2017, 16:26

Won Whi Choi



Nachdem ich zuletzt mit Lise Davidsen und Brian Jagde Sänger vorgestellt habe, die schon an die Türen der großen Häuser pochen, will ich jetzt mal einen Tenor vorstellen, der davon noch ein Stück entfernt ist. Sein Name

Won Whi Choi

Zur Zeit gehört er zum Ensemble der Oper in Erfurt. Dort hat er gerade in Gounods Romeo et Juliette gesungen! Ich hatte an der Uni zu tun, konnte abends nicht mehr nach Hause fahren und bin einfach mal in die Oper gegangen! Und da begegnete mir in einem insgesamt vorzüglichen Ensemble dieser Tenor, der gleich meine besondere Aufmerksamkeit erregte.Er hat ein wirklich bemerkenswertes Stimmmaterial. Es klingt ausgesprochen männlich, strahlend und verfügt über eine ganz sichere Höhe! Gewiß: An der Technik müsste er wohl sicher noch feilen, auch an der Gestaltung. Trotzdem denke ich, dass er eine Entdeckung ist, deren Weg man weiter verfolgen sollte. Wer weiß, wo er hinführt. In Erfurt kann man ihn auch als Jose, Rodolfo, Duca sowie Ferrando und Sou-Chong hören.

Angefangen hat er auf jeden Fall eher ungewöhnlich:

Er war einer der Initiatoren des OPERA FLASH MOB 'Verdi Style' in New York



Und er singt in der cultigen Loft Opera in New York

Rodolfo


Auch die übrigen Beispiele sind nicht gerade von den großen Bühnen der Welt:
Duca


O Sole Mio


Prinz Sou-Chong


Edgardo


Bin gespannt, ob Euch die Stimme auch so gut gefällt, wie mir. Den besten Eindruck vom Timbre und der Strahlkraft seines Tenors bekommt man vielleicht ausgerechnet bei "O sole mio"!

Man hört allerdings, dass Won Whi Choi für die Spielzeit 2017/18 an die Metropolitan Oper in New York engagiert worden sei. Das teilte das Erfurter Haus zumindest am Rande der Aufführung von "Romeo et Juliette" mit. Choi hätte Ende November für einige an der Met geplanten Produktionen vorgesungen und auf Anhieb überzeugt. Über die Details der Engagements sei Stillschweigen bis zur Veröffentlichung des neuen Spielplans der Met vereinbart worden.

Caruso41
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Jolanthe

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343

Freitag, 19. Mai 2017, 17:02

Bin gespannt, ob Euch die Stimme auch so gut gefällt, wie mir.


Er klingt schon sehr erstaunlich. Da kann man auf die weitere Entwicklung gespannt sein.
:hello:

Jolanthe

Caruso41

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344

Montag, 22. Mai 2017, 23:19

Neues von Jong Min Park und Won Whi Choi

Gelegenlich mag ich ja meine Genugtuung nicht ganz verbergen, wenn ich von Sängern, die hier im Thread "Neue Stimmen" vorgestellt wurden, höre oder lese, dass sie an renommierten Häusern reüssieren!
Gerade eben habe ich zwei solche Meldungen erhalten:

Jong Min Park etwa ist hier im Forum nicht sehr freundlich beurteilt wurden. Auf seine Karriere aber hatte das glücklicherweise keinen negativen Einfluß! In den letzten Monaten hat er in Wien unter anderem als Leporello, Banquo und Fasolt gute Erfolge gehabt. Für das Frühjahr 2018 wird er sogar schon als Hunding im Ring - ebenfalls in Wien - angekündigt.

Und Won Whi Choi, der zuletzt vorgestellt wurde (und zu dem sich leider niemand außer Jolanthe geäußert hat), wurde - wie eben mitgeteilt - an díe New Yorker Met verpflichtet. Er wird zunächst eher kleinere Partien singen, aber als "Coverbesetzung" sechs große Partien einstudieren, um im Falle einer kurzfristigen Absage für berühmtere Kollegen einspringen zu können.

Gute Nacht!

Caruso41
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Caruso41

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345

Samstag, 3. Juni 2017, 12:34

Eine sehr interessante Besprechnung über Lise Davidson

Zitat

OPERA TODAY

Lise Davidsen and James Baillieu at the Wigmore Hall

11 May 2017

Stunning power and presence from Lise Davidsen

For Norwegian soprano Lise Davidsen this has been an exciting season, one which has seen her make several role and house debuts in Europe and beyond, including Agathe (Der Freischutz) at Opernhaus Zürich, Santuzza (Cavalleria Rusticana) Norwegian National Opera and, just last month, Isabella (Liebesverbot) at Teatro Colón. This Rosenblatt Recital brought her to the Wigmore Hall for her UK recital debut and if the stunning power, shining colour and absolute ease that she demonstrated in a well-chosen programme of song and opera are anything to judge by, Glyndebourne audiences are in for a tremendous treat this summer, when Davidsen appears in the title role of Richard Strauss’s Ariadne auf Naxos.

Davidsen’s first prize-winning performance of Wagner’s demanding aria ‘Dich teure Halle’ from Tannhäuser at 2015’s Operalia competition, I wrote, ‘she thrilled with a towering performance of majestic power and penetration. Her plush sound was pin-point accurate and her technical assurance unwavering’, and this comment would be similarly pertinent as an account of this Wigmore Hall recital. Of course, singing at the Wigmore Hall is not the same thing as communicating to the far reaches of the auditorium at Covent Garden: there were times when Davidsen’s fearless and unstinting commitment led her to give her hugely powerful voice full throttle, and one wondered if she really might raise the Wigmore roof. But, on the whole her technical control enabled her to measure the context judiciously. Moreover, her pianissimo is a thing of dreams, for she has the confidence to stay the vibrato, her soprano so perfectly centred and secure that she can aim for, and achieve, absolute purity of sound.

If one was to hair-split, one might say that while the top and bottom - the latter is surprisingly warm and textured - of Davidsen’s soprano are equally rich and strong, she occasionally neglects to colour the middle range with the result that it grabs the attention less forcefully. And, her diction is fair, but she could have taken a little more trouble with the text, especially in the German lieder.

Davidsen was accompanied by James Baillieu who was, as ever, a sensitive partner, alert to the details. If one were to say that one scarcely noticed his presence then this would be intended as a compliment, suggesting not that he was overshadowed but rather that he was perfectly attuned to Davidsen’s expression.

Though Davidsen’s natural home is clearly the opera house, she proved a penetrating interpreter of lieder, presenting sequences of the songs by Grieg, Richard Strauss and Sibelius. There was a real sense of excitement in both the voice and the piano’s exuberant accompaniment in Grieg’s ‘Gruβ’ (Greeting) with which the recital began, while the simple reflectiveness of ‘Dereinst, Gedanke mein’ (One day, my thoughts) introduced us to the mesmerising focus of Davidsen’s soprano when she reins back the volume and concentrates the power in the pure colour and tone. She can totally engage her listeners with a narrative, as the unfolding sequence of emotions in ‘Zur Rosenzeit’ (In the time of roses) demonstrated. But, her attention to detail is no less noteworthy: the way she coloured the semitone nuance in the rising motif, against low piano triplets, at the start of ‘Ein Traum’ (A dream) - ‘I once dreamed a beautiful dream, a blond maid loved me’ - gave an enticing hint of the astonishing rapture of the close of the song. ‘En Svane’ (A swan) was deeply expressive, the smooth fluency of the voice complemented by the cool transparency of Baillieu’s accompaniment.

Davidsen’s soprano swept gloriously through four songs by Richard Strauss, with ‘Ruhe, meine Seele!’ (Rest, my soul!) a particular highlight. The duo captured the full range of the song’s strange combination of emotions, from the delicate introspection of the opening verse - which warmed beautifully as the sun revealed itself through the dark leaves - through the stormy central section where the urgent peaks were wonderfully shaped, to the emphatic sentiment, ‘These are epic times’, of the close. The floating ascent of the piano playout confirmed the assurance and peace that the poet-speaker desires - ‘rest, rest my soul, and forget what is threatening you!’ - and, for once, there was not a single shuffle or snuffle from the Wigmore Hall audience in the brief pause between this song and Strauss’s ‘Morgen’. The soaring, impassioned close of ‘Cäcilie’ was brilliantly life-affirming: ‘If you knew what it is to live … if you knew it, you would live with me.’

Davidsen will make her debut at the BBC Proms in August, joining the BBC Philharmonic and John Storgårds to perform extracts from Grieg’s Peer Gynt alongside Sibelius’s Luonnotar, and the five Sibelius songs offered here were a delicious foretaste of what’s to come. From the mystery of the rippling of the dark reed beds in ‘Säv, säv, susa’ (Reeds, reeds, whisper) to the overpowering grief of ‘Svarta rosor’ (Black roses), from the restlessness of ‘Vären flyktar hastigt’ (Spring is swift to fly away) to the wistful rapture of ‘War de ten dröm’ (Was it a dream?) - in the latter the evenness of Baillieu’s cross-rhythms was aptly hypnotic - these songs conjured myriad emotions and told entrancing stories.

It was the opera arias that Davidsen really rose to the heights, though, for her soprano is not only hugely powerful, gloriously silken and richly glossy, it is also an incredibly ‘dramatic’ voice. She has a transfixing statuesque poise but can suddenly swell with astonishing passion, despair or rage. We believed in, and felt, the maternal love of Verdi’s Amelia as she pleaded with Renato to let her see her son one last time (‘Morró, ma prima in grazia’, Un ballo in maschera). And, though she is not a spinto, Davidsen has the high ease and effortless power to convince in verismo melodrama as her stirring but dignified account - encompassing both melancholy and heroism - of Maddalena di Coigny’s desperate suffering (Andrea Chénier) confirmed. Here and in ‘Voi lo sapete, o mamma’ ( Cavalleria rusticana) Baillieu deftly established the dramatic and emotional context.

By the close of the recital, one could sense how much Davidsen wants to sing, and sing, and her joy was both beguiling and infectious. She closed with two prayers, which demonstrated her confidence and clarity about what it is that she wishes to communicate. First came Agathe’s ‘Wie nahte mir der Schlummer’ in which, as she begs for her beloved Max’s life to be spared, Agathe hears his approach and is overcome by gratitude, love and enchantment. Lastly, Elisabeth’s prayer from Act 3 of Tannhäuser which scaled the heights and lows, musical and expressive, with lyrical majesty. One longs for Davidsen to add Sieglinde and Brünnhilde to the Wagnerian roles - Freia, Isabella - that are already in her repertory. And, surely she would make a terrific Salomé …

But before that we have Ariadne to look forward to, and then, in October, Cherubini’s Medea at the Wexford Opera Festival where Davidsen sings for the first time. As he listened to Davidsen’s searing account of Medea’s ‘Dei tuoi figli la madre’, the Festival’s Artistic Director David Agler, who was present in the Wigmore Hall - having at the weekend collected the Best Festival Award at the 2017 International Opera Awards - must have been feeling lucky and thrilled
.

Claire Seymour


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rodolfo39

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Sonntag, 4. Juni 2017, 11:21

Celine Byrne Sopran

Celine Byrne wird nächsten Samstag in Duisburg die Elisabetta in Don Carlo von Verdi singen. Auf Youtube hab ich sie zum ersten mal gehört und gesehen und bin angenehm überrascht. Sie hat einen sehr gut geführten Sopran der noch unverbraucht klingt.

Die irische Sopranistin Celine Byrne studierte in Dublin bei Veronica Dunne und in Wien bei Christa Ludwig und gewann zahlreiche Wettbewerbe, darunter die Maria Callas International Competition 2007. Ihr Bühnendebüt gab sie 2010 als Mimì (Puccini „La Bohème“) in der Scottish Opera Glasgow. 2012 debütierte Celine Byrne als Rusalka (Dvořák) am Royal Opera House Covent Garden in London, wo sie 2015 auch die Micaëla (Bizet „Carmen“) sang. Als Marschallin (Strauss „Der Rosenkavalier“) und Marietta (Korngold „Die tote Stadt“) war sie in Kassel zu erleben, als Agathe (Weber „Der Freischütz“) in Klagenfurt, Tosca (Puccini) sang sie an der Opera Østfold in Halden und Cio-Cio-San (Puccini „Madama Butterfly“) an der Staatsoper in Moskau, an der sie auch als Mimì auftreten wird. Für 2016 ist Celine Byrnes Debüt als La Gioconda (Ponchielli) in Malmö und Elisabetta (Verdi „Don Carlo“) in der Grange Park Opera geplant. Als Elisabetta und Liù (Puccini „Turandot“) gastiert sie an der Deutschen Oper am Rhein. Auch als Konzertsängerin ist Celine Byrne gefragt, so war sie bereits in der National Concert Hall in Dublin, der Carnegie Hall in New York, der Londoner Royal Albert Hall, dem Tschaikowsky-Saal in Moskau, dem Beijing National Centre und der Berliner Philharmonie zu hören. Zu ihren Bühnenpartnern gehörten u.a. Josep Calleja, Roberto Alagna und José Carreras.





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Caruso41

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Sonntag, 4. Juni 2017, 22:40

Lieber Rodolfo,

hab' Dank für die Vorstellung von Celine Byrne! Sie ist eine wundervolle lyrische Sängerin.
Ich habe Celine Byrne in Kassel im letzten Jahr als Marietta in "Die Tote Stadt" gehört und war wirklich sehr angetan. Ein heller klarer Sopran mit einem guten Fundament und erheblicher Expansionsfähigkeit. Verzaubern aber tun ihre ganz weich angesetzten und warm aufblühenden Piani! Vor allem ist sie eine Sängerin, die stark berühren kann!

Sicher wird jemand für Dich die Videos einstellen, mit denen sich jeder Opernfreund eine eigene Meinung über die Sängerin bilden kann. Da ich zur Zeit unterwegs bin, ist mir das leider nicht möglich, aber ich wollte Dir wenigstens danken, dass du wieder auf eine Sängerin aufmerksam gemacht hast, die - wie die von Dir schon vorgestellte Anna Princeva - sicher am Anfang einer glänzenden Karriere steht!

Beste Grüße
Caruso41

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rodolfo39

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Montag, 5. Juni 2017, 16:25

Hier noch ein paar Youtube Ausschnitte von Celine Byrne.


Song to the moon

Oh MIo Babbino Caro


1 Link entfernt, da bereits 1 Beitrag weiter oben vorhanden
2 Links auf den technisch machbaren Stand angepasst
MOD 001 Alfred -23- 6-2017

Caruso41

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Mittwoch, 21. Juni 2017, 15:31

Lieber Rodolfo,

niemand hat sich erbarmt, und Deine Links so bearbeitet, dass man eine Vorschau sehen kann.
Und Reaktionen gab es auch keine. Auf die zuletzt vorgestellten Sänger ja auch schon nicht (Obwohl da so hochkarätige Entdeckungen wie Jong Min Park, Brian Jagde und Lise Davidsen dabei waren)!
Es hat ja nie sehr viele und schon gar nicht ausführlichere Reaktionen auf die Vorstellungen gegeben.

Ich denke, wir sollten den Thread ruhen lassen!
Mir tut es leid, weil ich noch so viele Namen von Sängerinnen und Sängern notiert habe, die ich gern vorgestellt hätte. Aber wenn es nicht gelingt, andere Taminos dafür zu interessieren, vielleicht sogar zu begeistern, dann macht es einfach keinen Sinn.

Du warst immerhin jemand, der sich vielfach aktiv eingebracht hat. Dafür sage ich Dir herzlichen Dank!

Beste Grüße
Caruso41
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rodolfo39

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Mittwoch, 21. Juni 2017, 17:31

Lieber Caruso,
daß Hauptproblem im Forum ist, daß nur noch wenige Taminos in die Oper gehen und sich auch nicht wirklich für neue Stimmen interessieren. Deshalb besuche ich auch gerne mehrere Aufführungen einer Serie, und beobachte die Entwicklung der Sänger, die es teilweise vom Opetnstudio der Rheinoper bis an die großen Opernhäuser geschafft haben. So hab ich vor einigen Jahren Hans Peter König kennengelernt, der als ganz junger Sänger vom Opernhaus Zürich, als König Marke bei uns eingesprungen ist.

Caruso41

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Mittwoch, 21. Juni 2017, 20:50

Lieber Caruso,
daß Hauptproblem im Forum ist, daß nur noch wenige Taminos in die Oper gehen und sich auch nicht wirklich für neue Stimmen interessieren. . . . .


Da hast du völlig recht, lieber Rodolfo!
Lieber wird über Bühnenbilder von gestern und vorgestern geschwärmt oder über Inszenierungen gestritten, die man nicht gesehen hat!

Für ein Klassikforum finde ich das ärmlich!

Vielleicht kommen ja mal wieder Opernliehaber ins Forum, die sich für Stimmen und Gesangskünste interessieren! Dann werden wir bestimmt nicht zögern, diesen Thread zu neuem Leben zu führen.

Bleib weiter interessiert und unternehmungslustig!

Beste Grüße
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Mittwoch, 21. Juni 2017, 21:19

Lieber Caruso,
Du scheinst mir hier etwas ganz Wesentliches zu übersehen: Ein Sänger ist nicht nur Stimme und Technik, und damit kommen wir wieder zur leidigen Regietheaterfrage.
Wenn ich vor Jahrzehnten Leute wie Hotter, Mödl, Windgassen, Varnay, Gobbi, Kraus erlebt habe, dann verkörperten sie die jeweiligen Figuren, auch durch massgebliche Regisseure geformt. Es mag sein, dass heutige Stimmen zum Teil sogar grösser oder zumindest gleichwertig sind. So habe ich vor kurzem den Bass Andrea Comelli gehört, der mich beeindruckt und sogar an Siepi erinnert hat.
Aber ohne einen entsprechenden Regisseur ist er schlankweg nur als Stimmbesitzer und nicht als Figur fassbar.
Es gibt ja durchaus einen Grund weshalb die alten Männer Domingo (sogar als Rodrigo! ;( ) oder Nucci heute noch für volle Häuser sorgen!
Kurz zusammengefasst, meine ich nur, ob aus diesen "neuen Stimmen" auch interssante Sänger werden, nleibt abzuwarten!

Caruso41

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Donnerstag, 22. Juni 2017, 09:06

Lieber m.joho!
Kurz zusammengefasst, meine ich nur, ob aus diesen "neuen Stimmen" auch interssante Sänger werden, nleibt abzuwarten!


da bin ich voll Deiner Meinung!

Gerade deshalb habe ich auch - mit einer Ausnahme (Sabine Devieilhe) - nur Sänger vorgestellt, die ich live und möglichst schon in verschiedenen Produktionen gehört habe. Da bekommt man immerhin einen Eindruck von der Persönlichkeit und dem Potential, das diese Sänger mitbringen. Diesen Eindruck habe ich zumeist auch mitzuteilen versucht.

Aber Rodolfo hat schon recht: man muss in die Opernhäuser gehen und die Sänger unmittelbar in the flesh erleben. CDs oder Videos sind einfach kein Ersatz. Und Youtube sowieso überhaupt nicht! Das ist ja die Schwierigkeit: im Forum können wir leider die Sänger nur mit Aufnahmen vorstellen. Meist sogar nur mit ziemlich mediokren Aufnahmen in miserablen Tonqualität!

Was allerdings die Behauptung betrifft, ohne Regisseur seien die Sänger lediglich Stimmbesitzer, da würde ich doch ein Fragezeichen dran machen! Etliche wirklich große Sänger waren groß, obwohl sie nicht "durch massgebliche Regisseure geformt" wurden. Ich denke etwa an Carlo Bergonzi. War er nur Stimmbesitzer? Immerhin: in seiner Stimme und seinem Gesang war alles, was die jeweiligen Figuren und ihr Schicksal lebendig machte!

Beste Grüße
Caruso41
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La Roche

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Donnerstag, 22. Juni 2017, 09:20

Ich denke, wir sollten den Thread ruhen lassen!
Mir tut es leid, weil ich noch so viele Namen von Sängerinnen und Sängern notiert habe, die ich gern vorgestellt hätte. Aber wenn es nicht gelingt, andere Taminos dafür zu interessieren, vielleicht sogar zu begeistern, dann macht es einfach keinen Sinn.
Lieber Caruso,

ganz verstehen kann ich Dich nicht. Dein Thread hat in etwa einem Jahr über 350 Zuschriften (incl. Deiner eigenen) erhalten, und er ist von einer wesentlich größeren Anzahl gelesen worden. Wenn das kein Beweis dafür ist, daß sich viele Operngänger für neue Stimmen interessieren, dann weiß ich nicht, wessen es noch bedarf.

Viele, darunter auch ich, lesen Deine Beiträge sehr interssiert, hören die eingestellten Musikbeispiele oder suchen selbst im Internet nach den von Dir und auch anderen genannten Namen. Aber wie hier gesagt wurde, nur im Liveerlebnis kann man sich ein eigenes Urteil bilden. Nicht jedem ist es aber aus den verschiedensten Gründen (Entfernungen zu den Opernhäusern, finanzielle Erwägungen, gesundheitliche Gründe, teilweise auch Ablehnung bestimmter Regisseure usw) gegeben, diesen noch relativ unbekannten Sängern nachzureisen, wie das z.B. die Fangemeinde von Gruberova, Domingo, Nucci oder anderen tut.

Also bitte, schreib weiter Deine Erkenntnisse hier auf, Du wirst gelesen, man würde Deine Beiträge zum Nachwuchs vermissen und Du selbst würdest Dir auch keinen Gefallen tun.

Herzlichst La Roche
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Caruso41

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Freitag, 23. Juni 2017, 09:29

Viele, darunter auch ich, lesen Deine Beiträge sehr interssiert, hören die eingestellten Musikbeispiele oder suchen selbst im Internet nach den von Dir und auch anderen genannten Namen.

Ja, lieber La Roche, gelesen wird der Thread eifrig. Fast 30 000 Besuche in 10 Monaten sind schon ziemlich viel.
Aber: wenn denn von den Lesenden und Mit-Hörenden kaum eigene Hörerfahrungen geschildert werden, wenn nicht mal mitgeteilt wird, ob die Stimme und die Gesangsleistung gefallen haben oder nicht, ist das einfach ernüchternd. Ich will ja keinen Blog schreiben. Ich bin an Austausch und Diskussion über diese neuen Stimmen interessiert, über die eben noch nicht alles gesagt und geschrieben ist!

Wie gesagt: Vielleicht kommen ja mal wieder Opernliehaber ins Forum, die sich für Stimmen und Gesangskünste interessieren und Lust haben, sich darüber auszutauschen! Dann werden ich bestimmt nicht zögern, mich in diesem Thread wieder zu engagieren. Interessante Stimmen gibt es viele!

Übrigens: Won Whi Choi, den ich kürzlich vorgestellt hatte, ist in Erfurt engagiert. Das ist doch nicht so arg weit von Deinem Wohnort? Oder irre ich! In der kommenden Saison wird er unter anderem den Romeo singen und den Philipp von Hohenstaufen in "Agnes von Hohenstaufen". Das ist doch wohl ein Grund, nach Erfurt zu fahren. Die Oper kenne ich nur durch die Aufnahme mit Franco Corelli!
Er ist auch an der New Yorker MET angekündigt als Ferrado und Nemorino! Aber für Dich ist wohl schon Erfurt näher! Und der Spontini wäre zudem vielleicht eine interessante Repertoireausweitung!

Beste Grüße

Caruso41
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La Roche

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Freitag, 23. Juni 2017, 14:02

Lieber caruso

danke für Deine Information. Die Oper Erfurt habe ich natürlich unter Beobachtung, mit dem Auto ist es nur eine Stunde bis dahin. Das Haus ist äußerlich sehr modern, aber der Zuschauerraum ist direkt "klassisch" gehalten und macht einen guten Eindruck.

Wir waren mehrfach in Erfurt, aber seit etwa 10 Jahren nicht mehr. Du weißt, daß mein Empfinden außer guten Stimmen auch ein passendes Bühnenbild und passende Kostüme erfordert, um nicht verärgert zu sein. Und was die wenigen eingestellten Bilder über Romeo und Julia verraten, lassen mich trotz der von Dir genannten hochkarätigen Besetzung nicht von einem Besuch überzeugen. Ich weiß, daß meine Frau und auch ich gesanglich überzeugt sein werden, aber die Ausstattung eine glatte "5" ergeben wird und damit ein negatives Gesamturteil.

Das ist um so bedauerlicher, da Romeo und Julia einer meiner Lieblingsopern ist, ich sie aber noch nie gesehen habe, außer auf verschiedenen DVD`s. Gerne würde ich sie sehen, aber nicht diese Inszenierung in Erfurt. Ich ticke da ein wenig anders als Du. Ich habe mir den Cinq-Mars in Leipzig im Prinzip nur wegen der Ausstattung angesehen und war begeistert. Und solche Erlebnisse will ich bei jedem Opernbesuch haben.

Nochmals danke für Deine Information. Deine Beiträge zu den neuen Stimmen werde ich weiter eifrig lesen.

Herzlichst La Roche
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Caruso41

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Freitag, 23. Juni 2017, 19:29

Lieber La Roche!

Da kann man wieder mal sehen, wie sehr Bilder in die Irre führen können. Gewiß: die Geschichte wurde in aktuellen Kostümen und Bühnenbildern erzählt! Jedoch tat Federico Grazzini dies mit viel Feingefühl und Poesie! Vor allem aber mit einer musikalisch stimmigen und psychologisch überzeugender Personenführung! Nicht von ungefähr bekam auch das Regieteam Ovationen.
Da hast Du wirklich was verpasst, zumal die sängerischen Leistungen von Daniela Gerstenmeyer und Won Whi Choi wirklich ganz außergewöhnlich waren und sicher auch an großen Häusern bejubelt worden wären! Zumindest in den letzten zwei oder drei Jahren habe ich in Berlin, München, Hamburg, Amsterdam und so weiter keine bessere Aufführung eines französischen Werkes gehört!
Der "Cinq-Mars" in Leipzig war prächtig in der Ausstattung. Die Personenführung aber war ärmlich und die sängerischen Leistungen fand ich eigentlich auch nur befriedigend - aber wirklich nicht mehr! Allein Fabienne Conrads feiner Sopran verdient eine bessere Note, während ich Mathias Vidal stellenweise schlicht überfordert fand.

Ich freue mich schon auf Spontinis "Agnes von Hohenstaufen" mit Won Whi Choi in Erfurt!

Beste Grüße

Caruso41
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Samstag, 24. Juni 2017, 09:34

Gewiß: die Geschichte wurde in aktuellen Kostümen und Bühnenbildern erzählt!
Lieber Caruso,

als ich mir die Erfurter Bilder von Romeo und Julia im Internet ansah, dachte ich, auf einem heutigen Opernball zu sein. Keineswegs animiert mich das eingestellte Foto, mich in die Welt der Montague und Capulets zu versetzen. Aber um Freude an der Oper zu haben, brauche ich diese Zuordnung. Ich kann da nicht über meinen Schatten springen.

Zu Cinq-Mars hatte ich im entsprechenden Thread eine ausführliche Zuschrift eingestellt. Gesanglich deckten wir uns weitgehend, auch mir hat der Vidal gar nicht zugesagt, max. gegen Ende der Oper. Ich hatte sogar die (unbewiesene) Vermutung geäußert, daß man ihm wegen mangelnder Höhe manche Passage geändert hat. Die übrigen Sänger fand ich dem Leipziger Niveau angepaßt, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mir hat aber auch der feine Sopran von Fabienne Conrad nicht zugesagt. Der Dirigent hat versucht, durch Ausbremsung des Orchesters (welches übrigens gemeinsam mit dem Chor den meisten Beifall bekam!) ihre Stimme überhaupt hörbar zu machen, ich glaube in einer Mozart-Oper wäre sie besser aufgehoben. Ich hätte mir Veronique Gens gewünscht, die die CD-Aufnahme gesungen hat. Sie scheint mir prädestinierter zu sein für diese Rolle. Kannst ja meinen kompletten Artikel im Cinq-Mars Thread von MIsha nachlesen.

Herzlichst La Roche
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Caruso41

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Montag, 26. Juni 2017, 12:24

Gyula Orendt, Bariton

Liebe Opernfreunde und speziell liebe Stimmenliebhaber!

Das ist hier eigentlich ein Thread, in dem über Stimmen und Gesangskunst diskutiert werden soll.
Wer unbedingt sagen will, dass ihm die Sänger und ihre Gesangsleistungen in der Oper nicht wirklich wichtig sind, weil er auf Bühnenbilder, Kostüme und Ausstattung größeren Wert legt, den möchte ich bitten, das in einem der vielen Threads zu tun, in denen die optische Dimension einer Opernaufführung das Thema ist! Natürlich weiß ich auch, dass die Oper mehr Sinne anspricht als den Hörsinn. Aber ich denke doch, dass es das Proprium der Oper ist, dass sich der Mensch singend mitteilt und im Gesang eine eigene Welt erschafft.

Dieser Thread sollte Gelegenheit geben, nach solchen Künstlern Ausschau zu halten, die auch in Zukunft dafür eine Hoffnung geben, dass Oper durch den Zauber von Stimmen und Gesangskunst lebt.

Ein Sänger, dem ich das zutraue, ist Gyula Orendt.

Gyula Orendt ist ein in Rumänien geborener Ungar und ist heute 32 Jahre alt.
Er begann studierte zunächst an der Transilvania Music University in Brasov (Kronstadt), Romania. Dann setze er seine Studien an der Musikakademie „Franz Liszt“ in Budapest fort. Von 2011 bis 2013 war er Stipendiat der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung und Mitglied im Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Seit 2013 ist er dort Ensemblemitglied. Gastengagements führten ihn regelmäßig u.a. an das Royal Opera House Covent Garden in London, die Cité de la Musique und die Salle Pleyel in Paris sowie zum Glyndebourne Festival. Sein Repertoire umfasst Partien wie Papageno (Die Zauberflöte), Nardo/Robert (La finta giardiniera), Graf Almaviva (Le nozze di Figaro), Figaro (Il barbiere di Siviglia), Tempo/Consiglio (Rappresentazione di anima e di corpo), Harlekin (Ariadne auf Naxos), Danilo (Die lustige Witwe) und die Titelpartien in Monteverdis L’Orfeo und Der Kaiser von Atlantis.

Ich habe Gyula Orendt in Produktionen von René Jacobs an der Staatsoper kennen gelernt: Er sang als Tempo und als Consiglio in Cavalieris »Rappresentatione di Anima et di Corpo« und als Carolus in Telemanns »Emma und Eginhard«.
Gerade am letzten Wochenende konnte ich ihn als Zurga in der Staasoper Berlin unter Daniel Barenboim in "Les pêcheurs de perles" hören! Bei aller Wertschätzung der Leistung von Olga Peretyatko, die die Leyla sang, war er für mich das Ereignis der Aufführung!

Eine wirklich blühende Baritontimme, die über ein dunkles Fundament verfügt, in der Mittellage kernig und wunderbar rund und reich klingt, einen bemerkenswerten dramatischen Furor entfalten kann, aber auch empfindsame und selbstvergessen entrückte Töne findet. In der Höhe hat sie eine für einen Bariton eher ungewöhnliche Strahlkraft. Sein Gesang und seine Motorik sind in erstaunlichem Maße im Einklang. Das macht die Faszination seines Singens aus und gibt ihm eine ungeheure Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft. Wie er seine (eigentlich ja unterdrückte) Liebe, seine Wut, seine Reue und schließlich seinen Großmut ausdrückt, packt ganz unmittelbar! Das war ein rundum überzeugendes Portrait einer Figur die ja sehr problematisch angelegt ist. Und der Regisseur hat daran wohl eher wenig Anteil gehabt.

Auf Youtube ist er noch erstaunlich wenig vertreten.
Keine der Aufnahmen macht nachvollziehbar, warum ich Gyula Orendt ein Hineinwachsen in das Heldenfach zutraue.
Aber folgende Aufnahmen erlauben immerhin ein erstes Kennenlernen.

Cavalieri: Rappresentatione di anima et di corpo


Monteverdi: L'Orfeo - "Possente Spirito"


Mahler: Ich hab' ein glühend Messer in der Brust


Eva Marton 70th Birthday Gala (Budapest, 16 June 2013)
Von 40:27 bis 45:04 Wagner: Tannhäuser - Lied an den Abendstern
Von 1:46:42 von 1:53:24 Verdi: Don Carlos - Duett Carlos-Posa (Leider mit schlimmem Tenor!)
Beide Nummern sind direkt ansteuerbar!


Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen


Gounod: Queen of Love (Eine Aufnahme, die er als gerade Zwanzigjähriger gemacht hat!)


Bach: Kantate 111
Die Bass-Arie "Entsetze dich, mein Herze, nicht" kommt nach 5:20
(Die Aufnahme wurde allerdings auch schon 2010 aufgenommen)



Es gibt bereits CD-Aufnahmen, durch die man sich ein Bild von dem Sänger Gyula Orendt machen kann.
Es wäre zu hoffen, dass bald neue dazu kommen!







Viel Vergnügen beim Hören
wünscht

Caruso41
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Montag, 26. Juni 2017, 15:23

Gyula Orendt





Durch einen Gastleser des Forums wurde ich darauf hingeweisen, dass man
Gyula Orendt als Orfeo in Monteverdis gleichnamiger Oper
tatsächlich komplett erleben kann - in der Inszenierung der Royal Opera London in London's Roundhouse!
Gesungen wird englisch aber ich finde das erstaunlich wenig störend!
Es lohnt!



Caruso41
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