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lutgra

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Montag, 1. Februar 2016, 15:57

Michael Tippett - Die Streichquartette

Michael Tippett (1905-1998) gilt neben Benjamin Britten als der bedeutendste englische Komponist der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert. Obwohl ich sagen muß, dass - in meiner Wahrnehmung zumindest - bisher kaum ein Stück von ihm ins Dauerrepertoire eingegangen ist. Am ehesten wohl noch das Oratorium "A child of our time", das "Konzert für doppeltes Streichorchester" und die "Ritual Dances" aus seiner ersten Oper "Midsummer Marriage". Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir je eines dieser Stücke im Konzertsaal begegnet ist, das gleiche gilt für die 5 Opern, von den ich zwar vier im Regal stehen, aber außer Midsummer Marriage noch keine komplett gehört habe.

Michael Tippett hat verteilt über sein langes Leben fünf Streichquartette komponiert. Die Neuaufnahme durch das Heath Quartet wollte ich zum Anlass nehmen, mich etwas näher mit ihnen zu beschäftigen. Allerdings an Hand einer älteren Gesamteinspielung, der m.W. ersten durch das Lindsay Quartet. Die letzten beiden Quartette wurden von diesen wohl auch uraufgeführt jedenfalls waren dies die jeweils erste Einspielungen. Das ist auch die derzeit günstigste Variante. Daneben gab es die ersten vier Quartette auch vom Britten Quartet. Inzwischen gibt es auch noch auf Naxos eine GA durch das Tippett Quartett. Bisher also weitgehend eine britische Veranstaltung. Zwar hat das Amadeus Quartett seinerzeit auch Michael Tippetts 2. Quartett aufgenommen, aber die waren ja auch fast britisch.


lutgra

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Montag, 1. Februar 2016, 16:03

Tippett Streichquartett Nr. 1 A-Dur

Das erste Streichquartett entstand 1934/35 und wurde 1943 überarbeitet. Es hat drei Sätze und dauert knapp 20 min. Der erste Allegrosatz kommt bartokmäßig gleich ziemlich ruppig daher und ist schon mal ein vielversprechender Auftakt. Das zentrale Lento cantabile zeigt dann auch die große melodische Begabung von Tippett, es ist mit fast 8 min der längste Satz, ein schmerzlich-melancholischer Satz, der seine Wirkung auf die meisten Hörer kaum verfehlen wird. Der letzte Satz - ein rhythmisch-agiles Allegro assai - ist IMO nicht ganz auf dem Niveau der ersten beiden und läuft sich etwas tot. Insgesamt aber schon mal eine recht überzeugende Erstansage des 30-Jährigen.