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operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich
  • »operus« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5 337

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

1

Donnerstag, 20. August 2015, 21:36

Ich weiß nicht was soll es bedeuten...?

In einer dpa-Meldung steht zusammengefasst:" Theater und Orchester in Deutschland haben in der Spielzeit 2013/2014 mehr Besucher gehabt als noch im Jahr zuvor. Wie der Deutsche Bühnenverein in Köln mitteilte, schauten sich rund 35.5 Millionen Menschen die Aufführungen der öffentlich geförderten Theater, Kulturorchester, Privattheater und Festivals sowie deren Gastspiele an. Im Jahr zuvor seien es noch 34.7 Millionen gewesen. Vor allem in ihrem jeweiligen Ort gewannen die Schauspieler und Musiker deutlich mehr Besucher. Die Zahl der Veranstaltungen stieg dabei nach Angaben des Bühnenvereins von 65797 auf 67695. Die Eigeneinnahmen der Theater und Orchester stiegen der Statistik zufolge um 5.8% auf fast 530 Millionen Euro. Die öffentlich getragenen Häuser bekamen rund 2.37 Milliarden an Zuschüssen. Auch das waren 2.7% mehr als vorher.
Heißt das, dass Theater, Klassische Musik und Oper einen Aufwärtstrend haben? Bahnt sich hier die lang prognostizierte Renaissance der schönen Künste an? Ist die öffentliche Hand gar nicht so knauserig und streichfreudig bei Kultur, wie das immer unterstellt wird? Bringen kulturelle Veranstaltungen, die mit dem jeweiligen Ort und der dortigen Bevölkerung verbunden sind mehr Erfolg? Fragen über Fragen.
Ergänzend dazu ist es interessant, dass die Musikschulen in Deutschland noch nie so hohe Schülerzahlen hatten wie heute. Größte Beachtung und höchstes Lob bekommen plötzlich wieder Inszenierungen von Regiealtmeistern, Harry Kupfer mit seinem Salzburger "Rosenkavalier", Otto Schenk mit dem "Schlauen Füchslein" in Wien. Herbert Adler mit seinen Inszenierungen von "Tannhäuser" und "Tristan in Wels... Ist dies eine Trendwende hin zu den traditionellen, kulturellen Werten? Wollen die Menschen Schauspiel, Musik, Oper hautnah erleben? Steigt das Bewährte wie ein Phönix aus der Asche? Hat das Publikum genug von provozierenden, verstörenden Regie(un)taten? Werden Inszenierungen gefordert, die nicht nur erziehen, sondern durch Schlüssigkeit in Inhalt und Ablauf und Schönheit befriedigen. Kündigt sich eine neue Zeit im kulturellen Bereich an?

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 17 103

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

2

Freitag, 21. August 2015, 00:52

Bei mir hat sich diese neue Zeit schon angekündigt, lieber Hans, denn ich habe in der letzten Nacht etwas gemacht, was ich in den letzten fünfzig Jahren nicht mehr gemacht habe: ich habe zwei Opernkarten gekauft, zuerst eine für eine Vorstellung von Hänsel und Gretel in Düsseldorf im Dezember. Ich kam darauf durch einen kurzen Meinungsaustausch mit unserem lieben Stimmenliebhaber, der sich im Thread über die Lebenden und Verstorbenen gelinde gesagt darüber gewundert hatte, dass es über Peter Bindszus einen eigenen Thread gab und über Wolfgang Schmidt nicht. Ich habe dann aus meiner Sicht versucht, das Genze zu klären, und ich glaube, das ist mir auch ganz gut gelungen. In der Antwort schrieb er dann, dass er vor einigen Jahren mal in Duisburg eine Vorstellung "Hänsel und Gretel" gesehen habe, in der Wolfgang Schmidt die Knusperhexe gesungen hätte.
Ich hatte zuvor aber schon in meiner Recherche auf der Düsseldorfer Homepage gelesen, das Wolfgang Schmidt in der kommenden Spielzeit wieder die Knusperhexe singt. Nun ging auch wieder auf die Düsdseldorfer Seite und las etwas ganz Unglaubliches: In Düsseldorf wird Hänsel und Gretel seit 1969 in der Inszenierung von Andreas Meyer-Hanno gegeben, und das Publikum sit seit dieser Zeit von den Vorstellungen unverändert begeistert. Ich habe natürlich sofort eine Karte bestellt, und weil es so schön war, sogleich eine zweite für den "Fliegenden Holländer", der 6 Wochen später in Duisburg gegeben wird in einer Inszenierung von Adolf Dresen, den ich in einer Referenzeinspielung des Fidelio aus Covent Garden von 1991 habe mit Christoph von Dohnany am Pult. Ich bin nun guten Mutes, dass ich in Zukunft wieder einen Teil meiner Konzertermine in die Oper legen kann, und zwar in "risikofreien" Inszenierungen. Da stört es mich dann auch nicht, dass es nicht die Wiener, Berliner oder Bayerische Staatsoper ist.
Über einen weiteren von mir sehr geschätzten Regisseur, Otto Schenk, hast du ja schon geschrieben. Über ihn habe ich sehr viel gelesen in der Biografie von Carlos Kleiber, den ich ja schon immer sehr schätzte, aber siet der Lektüre dieses Buches erst recht. Und in dem Buch wurde auch die Stuttgarter Zeit Carlos Kleibers sehr ausführlich dargestellt, so dasss mir die Idee kam, dass du ihn eigentlich auch kennen müsstest oder zumindest in mehr als einer seiner Vorstellungen gewesen sein müsstest.

Wie dem auch sei, es sieht so aus, dass die Opernzeiten nicht mehr ganz so schwarz gesehen werden müssten, außer vielleicht in einem kleinen oberfränkischen Marktflecken :D .

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Thomas Pape

Moderator

  • »Thomas Pape« ist männlich

Beiträge: 3 904

Registrierungsdatum: 30. August 2006

3

Freitag, 21. August 2015, 01:13

Wäre ja schön, wenn dem so wäre. Ich bin da skeptisch. Zum Einen: den Menschen ist alles mögliche wichtiger als Kultur. Sie lesen "Fifty Shades of Grey" und pilgern für diesen Mist sogar in die Kinos. Das wäre insofern in Ordnung, läsen sie denn auch Qualitätvolles. Ist aber nicht der Fall. Und, je nachdem, wo man sich aufhält, lässt sich bequem die Axt an den Kulturbaum anlegen. Derzeit etwa in Thüringen.

http://www.mdr.de/mdr-info/theater-reform-thueringen100.html

Bislang hätte ich ja stets gedacht, dass da, wo die Linke regiert, Kultur gefördert werden würde. Aber, weit gefehlt. Auch sie arbeitet am Raubbau der Kultur. Das mag nun die Elite freuen: die Bonzen werden auch weiterhin für Ihre Lachshäppchen an Champagnermosusse ihre musikalische Untermalung in Bayreuth und Salszburg bekommen. Die Idee indes, das Kultur für alle da sei, wiird durch Sparprogramme liquidiert. Denn so lautet der Staatsauftrag: dem Plebs RTL und der Elite die Oper. Und bitte: keine Vermischungen mehr unter den Schichten,ja?

Bin sehr skeptisch.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 499

Registrierungsdatum: 12. August 2005

4

Freitag, 21. August 2015, 10:42

Zwei Messpunkte lassen noch keinen zuverlässigen Trend feststellen, noch weniger eine Trendwende. Um das beurteilen zu können, benötigte man zuverlässige Zahlen über 10 oder 20 oder noch mehr Jahre.
(2,7 % mehr Zuschüsse ist keine wirkliche Steigerung, sondern einigermaßen im Trend von Lohnsteigerung und Inflation. Durch so etwas darf man sich genausowenig verwirren lassen wie durch die Nachrichten über "Rekordsteuereinnahmen".)
In diesem Falle kann es auch einfach sein, dass die Unkenrufe die ganzen Jahre schon nicht durch die Statistik gedeckt waren, sondern nur auf den anekdotischen Erfahrungen einiger Konzertbesucher beruhten.

Eine mögliche Korrelation mit dem sog. "Regietheater" wird man noch weniger aus diesen Daten herauslesen können.

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich
  • »operus« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5 337

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

5

Samstag, 22. August 2015, 10:30

Zwei Messpunkte lassen noch keinen zuverlässigen Trend feststellen, noch weniger eine Trendwende. Um das beurteilen zu können, benötigte man zuverlässige Zahlen über 10 oder 20 oder noch mehr Jahre.
(2,7 % mehr Zuschüsse ist keine wirkliche Steigerung, sondern einigermaßen im Trend von Lohnsteigerung und Inflation. Durch so etwas darf man sich genausowenig verwirren lassen wie durch die Nachrichten über "Rekordsteuereinnahmen".)
In diesem Falle kann es auch einfach sein, dass die Unkenrufe die ganzen Jahre schon nicht durch die Statistik gedeckt waren, sondern nur auf den anekdotischen Erfahrungen einiger Konzertbesucher beruhten.

Eine mögliche Korrelation mit dem sog. "Regietheater" wird man noch weniger aus diesen Daten herauslesen können.


Lieber Johannes,
alles in Deiner Stellungnahme ist richtig. Nur wer auch kulturpolitisch unterwegs ist klammert sich an jeden Strohhalm und muss auch den kleinsten Schritt in die richtige Richtung für seine Argumentation nutzen. Diejenigen für die Kultur Luxus und Nebensache ist machen das genau so. Auch "Mr. Zukunft", Prof. Horst W. Opaschowki, prognostiziert für die längerfristige Entwicklung eine überdurchschnittliche Zunahme der weichen Standortfaktoren, zu denen Kultur zählt. Auch auf der alten Maslowschen Bedürfnispyramide steigen Wünsche und Erwartungen immer höher, bis zur Selbstverwirklichung, wenn die Grundbedürfnisse erfüllt sind. Also es spricht schon einiges dafür, dass Kultur im weitesten Sinne eine aufsteigende Tendenz haben wird. Vielleicht auch in neuen, veränderten Formen. Hier gab es ja vor kurzem hier im Forum eine Diskussion über die starke Zunahme von Veranstaltungen mit Eventcharakter und an ungewöhnlichen Aufführungsorten. Die "Turandot"-Aufführung bei den Bregenzener Festspielen ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Ein grandioses Hollywood-Spektakel, das jedes Musical in den Schatten stellt und dessen Wirkung sich auch der kritische Opernkenner kaum entziehen kann.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

operus

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

6

Montag, 12. Oktober 2015, 18:56

Tamino macht (fast) alles möglich!

Unser Tamino-Freund Erich Ruthner suchte nach dem Namen einer Schweizer Mezzo-Sopranistin, die lange Jahre in Stuttgart viel gesungen hat und mit einem Bass-Bariton verheiratet war. Nun das Ergebnis der Recherche:

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich um die 1938 in Bern geborene Schweizer Sängerin

Ursula Sutter

Viele Jahre eine Stütze des Stuttgarter Ensembles. Der Name des Ehemannes konnte nicht eruiert werden. Es soll ein korpulenter Wiener Bass-Bariton gewesen sein. Dieser hatte in Wien eine schöne Wohnung, die er zeitweise an Gastsänger der Wiener Staatsoper vermietete.

So weit die Meldung und eine Dienstleistung, die für Tamino-Freunde eine Gratis-Zusatzleistung ist, so wie zahlreiche im Forum geboten werden. Wie schön, dass es unser Tamino-Klassik-Forum gibt!


Herzlichst

Operus
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Erich Ruthner

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Beiträge: 1 997

Registrierungsdatum: 19. März 2009

7

Montag, 12. Oktober 2015, 21:11

Vielen herzlichen Dank für die Recherchen!

Ich konnte auf Umwegen auch den Namen des Gatten in Erfahrung bringen:

Günter Nezhoda

der mir bisher unbekannt war, aber wie man mir gesagt hat, ein Spezialist für komische Partien war.

Auch die Tochter der Beiden, Patricia Nessy, hat inzwischen eine beachtliche Karriere, überwiegend im Musical-Fach gemacht.

Vielen Dank nochmals und liebe Grüße aus Wien -

Erich
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

operus

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

8

Freitag, 27. Mai 2016, 15:41

Traumberuf Musiker und Opernsänger?

Von wegen- diese Träume sind in erster Linie Schäume. Die Realität sieht leider völlig anders aus. Wegen niedriger Gagen und nur zeitweiser Engagements droht vielen Schauspielern, Musikern und Sängern bereits während der Berufszeit ein Leben am Existenzminimum und für viele scheint Altersarmut ein unausweichliches Schicksal zu sein. Das geht aus einer Studie hervor, die von der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung und der Kulturpolitischen Gesellschaft gemacht wurde. 2014 verdienten laut der Studie die bei der Künstlerozialkasse versicherten darstellenden Künstler durchschnittlich knapp 15.000 € brutto im Jahr und Musiker und Sänger knapp 13.000 €. Das Durchschnittseinkommen fest angestellter Künstler liegt mit knapp 35.000 € deutlich höher als bei den Freischaffenden. Wobei die Freiberuflichkeit besonders bei Sängern oft nur die Arbeitslosigkeit kaschieren soll.In der Umfrage gaben 40% der befragten Künstler ein durchschnittliches Netto-Einkommen aus künstlerischer Tätigkeit von unter 10.000 € im Jahr an. Bei gut einem Drittel lag das Jahreseinkommen zwischen 10.000 und 20.000 €. Allerdings wurden keine Angaben über mögliche Teilzeitarbeit oder weitere nicht künstlerische Nebenverdienste erfragt. Auch fest angestellte Künstler hätten wegen zu niedriger Einkommen das Problem, nur geringe Rentenversicherungsbeiträge einzahlen zu können. Die Zahl der Künstler,die auf Basis von Werk- oder Gastverträgen arbeiten , hat sich laut Statistik des Deutschen Bühnenvereins in den vergangenen 20 Jahren von etwa 8.000 drastisch erhöht und lag 2013/14 bei mehr als 25.000.
Leider gibt es nur wenig separates, gesichertes Zahlenmaterial zum Beruf des Opernsängers. Das Sängerstudium ist mit 5 - 6 Jahren eines der längsten und mit Kosten von 30 - 50.000 eines der teuersten und die beruflichen Aussichten sind katastrophal. Die deutschen Musikhochschulen und Konservatorien entlassen jährlich etwa 300 Absolventen. Dem gegenüber steht ein maximaler Bedarf von rund 160 freien Stellen im Solo- und Chorfach. Die Zahl der arbeitslosen Sängerinnen und Sänger wird auf rund 8.000 geschätzt. Es wird berichtet, dass im Jahr 2014 auf die Stelle eines lyrischen Soprans 300 Bewerberinnen kamen. Nur 20% der Absolventen sollen überhaupt vermittelbar sein. Dazu kommt noch, dass eminent viele gut ausgebildete ausländische Sänger mit den deutschen um die knappen Stellen konkurrieren. Fast unfassbar ist die Unsitte, dass bei einem Intendantenwechsel fast das gesamte künstlerische Personal ausgewechselt und damit entlassen wird. Opernsänger ist einer der herausforderndsten, anstrengendsten Berufe überhaupt. Die Anforderungen an den professionellen Sänger sind mit denjenigen, die an einen Hochleistungssportler gestellt werden, vergleichbar. Auch der Arbeitsalltag eines Berufssängers ist keine Kette von euphorischen Glücksmomenten, sondern in erster Linie Arbeit, harte, ausdauernde, hochkonzentrierte Spezialisten-Tätigkeit.
Bei diesen Zahlen, Einkommensverhältnissen und fast unsozialen Arbeitsverhältnissen fragt man sich: Wo sind die berufsständischen Organisationen, die gegen solche Missstände ankämpfen? Vergisst die Politik, die sich für Mindestlöhne und Tarifverträge für Leiharbeiter einsetzt, die Schauspieler,Musiker und Sänger? Wie kann verhindert werden, dass Theaterchefs fast das ganze künstlerische Personal auswechseln und entlassen können? Wie können deutsche Sängerinnen und Sänger vor der übermächtigen ausländischen Konkurrenz geschützt werden? Was können wir Musik- und Opernfreunde tun, um diese Zustände zu ändern und mithelfen, Arbeitsbedingungen zu verbessern? Könnten wir als Eltern selbst einem hochbegabten Kind mit gutem Gewissen zum Studium und Berufsweg Musiker oder Sänger raten? Fragen über Fragen. Liebe Freunde, was kann getan werden?

Herzlichst
Operus
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Gerhard Wischniewski

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  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 531

Registrierungsdatum: 7. April 2011

9

Freitag, 27. Mai 2016, 22:44

Lieber Hans,

was du da berichtest, ist ja erschreckend. Allerdings frage ich mich, in welchen Verhältnis dazu das Gehalt eines Opernintendanten steht, der monatlich das verdient, was ein Sänger, der die Leistung erbringt, in einem ganzen Jahr bekommt, und der dafür den Heutige Unsinn auf die Bühne bringt oder bringen lässt, den die armen Sänger notgedrungen ausbaden müssen. Ich weiß z.B., dass die Kölner Intendantin monatlich 18000 € verlangte. Was so ein Verunstaltungsregisseur verdient, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber sein Honorar dürfte das der Ausführenden auch bei weitem übersteigen. Und die Kultsänger, wer weiß, in welchen Verhältnis deren Honorar zu dem des "Fußvolks" steht. Da wird das Geld verschleudert, was den hart arbeitenden vorenthalten wird. Aber das ist leider wie in allen Branchen. Die Manager, die sich mit den Federn ihrer Zuarbeiter schmücken und für von ihnen erzeugten Fehlleistungen meist nicht grade stehen müssen, schöpfen die horrendesten Gelder ab. Und wer ist bei deren Fehlleistungen der Dumme?

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)