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Gerhard Wischniewski

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Beiträge: 4 580

Registrierungsdatum: 7. April 2011

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Donnerstag, 4. Juni 2015, 21:46

AUBER, Daniel Francois Esprit: La Barcarolle

Daniel François Esprit Auber
La Barcarolle ou l’Amour et la Musique
(Die Barkarole oder die Liebe und die Musik)

Komische Oper in drei Akten
Libretto: Eugène Scribe
Originalsprache: Französisch

Uraufführung: 1845 in Paris

PERSONEN DER HANDLUNG

Marquis de Felino, Bass
Clélia, seine Tochter, Sopran
Cafarini, Organist, Bass
Gina, seine Nichte, Sopran
Graf de Fiesque, Bass
Fabio, Komponist, Tenor
Musikanten und Sänger, Herren und Damen, Diener, Wächter

Ort und Zeit der Handlung: Parma, 18 Jahrhundert

INHALTSANGABE

ERSTER AKT
Mansarde im Haus Cafarinis mit Schreibtisch und Klavier
Graf de Fiesque tritt ein und lobt die Dachstube, in der Fabio arbeitet. Als Gina leise eintritt, versteckt er sich hinter dem Klavier. Gina legt heimlich ein Päckchen auf Fabios Schreibtisch, das ihn von seinen Sorgen erlösen soll. Da erblickt sie erschrocken den Grafen und bittet diesen nun, sie nicht zu verraten, was er verspricht. Ihr Onkel ruft und Gina verschwindet.
Vom Grafen erfährt man, dass er Clélia, die Tochter seines Feindes, des Marquis, liebt, aber nur von Ferne sehen darf. Er möchte Fabio bitten, ihm bei der Komposition einer Barkarole zu helfen.
Als Fabio hereinkommt, eröffnet ihm der Graf, dass sie Halbbrüder seien und er ihm, der arm ist, helfen wolle. Doch Fabio möchte keinen hohen Rang, er möchte das bleiben, was er ist und nur für die Musik leben. Er gesteht seinem Bruder, dass er eine vornehme Dame liebe, die er aus einer Kutsche, deren Pferde durchgingen, gerettet habe. Diese habe ihn wohl heimlich mit Geld versorgt, so dass er sich bei Cafarini einmieten und Musikunterricht nehmen konnte. Der Graf will ihn am Hofe des Herzogs einführen, der wohl der musikalischste in Italien sei. Dann kommt er auf sein Anliegen, dass er eine Barkarole für seine Geliebte gedichtet habe, für die er sich auch eine Melodie ausgedacht, aber noch nicht komponiert habe. Er trägt dem Bruder die Barkarole vor. Dieser lobt sie und erklärt sich bereit, die Melodie bis zum Abend in eine fehlerfreie Komposition zu bringen und sie zu instrumentieren.
Nachdem der Graf gegangen ist, lobt Fabio die Güte seines Bruders. Dann setzt er sich ans Klavier, um mit der Arbeit zu beginnen.
Doch er wird durch heftiges Klopfen unterbrochen. Cafarini stürmt herein und beschwert sich, dass er bei dem Lärm, den Fabio mache, nicht komponieren könne. Er möchte diesen Schüler, der talentierter als er selbst ist, gerne los werden und bringt Fabio in Verlegenheit indem er von ihm den Mietzins fordert, den dieser für zwei Monate schuldig ist. Er droht, ihn hinauszuwerfen, doch da entdeckt Fabio auf dem Schreibtisch das Päckchen mit der Aufschrift „Der Zins für Fabio“ und er kann zur Verärgerung Cafarinis sofort zahlen.
Die Verwunderung Cafarinis wird noch größer, als ein Diener Clélias erscheint, der Fabio eine Aufforderung seiner Herrin übergibt, an diesem Nachmittag bei ihr zu erscheinen. Dieser eilt fort, sich vornehmere Kleidung zu kaufen, indem er auf seinen Bruder setzt, der für ihn zahlen wird.
Cafarini wollte ihn schon länger loswerden, aber er hat ihn noch auf Bitte seiner Nichte Gina behalten. Nun schöpft er Verdacht. Dazu entdeckt er noch, dass Fabio gerade ein Liebeslied komponiert.
Als Gina hinzukommt und ihm meldet, dass ein Herr auf ihn warte, will er davon nichts wissen. Als er dann noch erfährt, dass sie zu Clélia eingeladen ist, will er es ihr verbieten oder sie dorthin begleiten. Schließlich forscht er sie aus, was sie mit dem Geld mache, das sie als Näherin verdiene und verlangt als Vormund dessen Auslieferung.
In diesem Augenblick erscheint der Marquis und bittet, mit Cafarini allein sein zu dürfen. Gina geht.
Wie wir erfahren, ist der Marquis höchster Minister bei Hofe, nur die Herzogin mag ihn nicht leiden. Um ihre Gunst zu erringen, höheren Einfluss zu gewinnen und vor allem seinen Erzfeind, den Grafen de Fiesque vom Hof zu verdrängen, plant er eine Romanze, bei der ihm Cafarini helfen solle. Auch Cafarini verspricht sich davon, dass der Marquis ihm zu einem höheren Posten verhelfen kann. So versuchen nun beide in einem ulkigen Duett sich einen Text und eine passende Melodie abzuringen. Cafarini sagt zu, sie bis zum Abend fertig zu stellen.
Inzwischen ist Fabio wieder eingetroffen und begibt sich in eine Nebenkammer, um sich umzuziehen. Nachdem der Marquis gegangen ist, hört Cafarini, wie Fabio nebenan die Barkarole singt, die er für den Grafen komponiert hat. Schnell ergreift Cafarini Bleistift und Papier und notiert sich Text und Melodie. Als Fabio den Raum wieder betritt, verschwindet er.

ZWEITER AKT
Clélias Zimmer im Hause des Marquis.
Während Gina Clélia erwartet, schwärmt sie von ihrer Liebe zu Fabio.
Der Marquis und Cafarini kommen herein. Der Marquis lobt Cafarini, dass dieser aus seiner vermeintlichen Romanze eine hübsche Barkarole gefertigt habe, die er nun im Handarbeitskörbchen der Herzogin versteckt habe.
Clélia kommt und wundert sich, dass sich ihr Vater anwesend ist, den sie aus zeitlichen Gründen kaum noch sieht, seitdem er sie zur ersten Hofdame gemacht hat. Sie liebt diesen Dienst nicht. Gleichzeitig bittet sie ihren Vater, sie nicht zu der vorgesehenen Heirat mit dem Marquis von Busseto zu zwingen, da sie einen anderen liebe. Der Marquis will wütend werden, da versucht sie ihn zu erheitern, indem sie berichtet, dass der eifersüchtige Herzog eine Liebeserklärung im Handarbeitskörbchen der Herzogin gefunden habe und nun denjenigen erhängen lassen will, der sie verfasst hat.
Clélia hat Gina bestellt, um ihr das Ballkleid für den Abend fertigzustellen. Als die beiden ins Nebenzimmer gegangen sind, macht der Marquis Cafarini verantwortlich, der aus seiner Romanze eine Barkarole gemacht hat.
In diesem Augenblick wird Fabio gemeldet. Clélia stellt ihn ihrem Vater als einen Komponisten vor, der ihr von einer Dame empfohlen wurde, um ihr Unterricht zu geben, was natürlich den Ärger Cafarinis hervorruft. Als Fabio eine Probe seines Könnens geben soll, gibt er sie mit dem neu komponierten Lied. Cafarini muss dem Marquis nun gestehen, dass nicht er, sondern Fabio der Autor des Liedes ist. In einem Ensemble drücken alle ihre Gedanken aus: Clélia, sieht in Fabio einen großen Komponisten entstehen, Gina freut sich, dass sie ihrem heimlich Geliebten zu einem besseren Leben verhelfen konnte, Fabio ist glücklich, Clélia, die er errettet zu haben glaubt, näher zu sein, der Marquis ist über alles verwundert und Cafarini freut sich, nun einen Schuldigen gefunden zu haben, der die Strafe für die Wut des Herzogs erdulden soll. Schließlich fragt Cafarini Fabio, ob er der Autor sei und dieser gibt den Verfasser preis, den Grafen von Fiesque. Nun muss Clélia an der Treue des Grafen zweifeln und der Marquis freut sich, dass nun sein Erzfeind an den Galgen kommt.
Als Clélia und Fabio allein sind, will sie mit ihm sprechen, um mehr über den Grafen zu erfahren, wird aber von Gina unterbrochen, die mahnt, dass es Zeit für die Anprobe wäre, wenn das Kleid noch bis zum Abend fertig werden soll. So entlässt Clélia Fabio und vertagt das Gespräch auf den Abend, nach dem Ball.
Während der Anprobe versucht Clélia herauszufinden, ob Gina Fabio liebt. Sie werden jedoch durch den Grafen unterbrochen. Dieser hat ein Schreiben der Herzogin erhalten, dass er fliehen solle, weil ihm der Kerker drohe, was er sich nicht erklären kann. Clélia rät ihm, den Vorschlag der Herzogin anzunehmen. Da sie nun von seiner Untreue überzeugt ist, verabschiedet sie sich von ihm auf immer und verlässt den Raum.
Der Graf erblickt Gina und wendet sich hilfesuchend an sie, dass sie ihm noch ein Gespräch mit Clélia verschaffe. Sie ist bereit, ihn in dem Zimmer, das ihr Clélia zur Verfügung gestellt hat, zu verbergen und will ihm ein Zeichen geben, wenn diese wieder anwesend ist. Sie nimmt den Armleuchter mit, so dass es auf der Bühne finster wird und beide gehen ab.
Fabio kommt und schwärmt von seinem Glück und seiner Liebe zu Clélia. Als Gina wieder in den dunklen Raum kommt, glaubt er, es sei Clélia. Gina aber bezieht seine Schwärmerei auf sich. Als er sich ihr zu Füßen wirft, tritt Clélia mit einem Armleuchter ein. Alle drei erschrecken.
Clélia ergreift zuerst das Wort und freut sich, dass Gina so einen netten Geliebten habe. Um sie nicht zu kompromittieren, gibt Fabio das gegen seinen Willen zu. Dann erzählt Clélia, dass sich inzwischen aber alles aufgeklärt habe. In einer Antwort an die Herzogin habe der Graf nur von seiner Liebe zu Clélia gesprochen und sie gebeten, die Verbindung zu fördern, aber selbst die Herzogin vermag ihn nicht zu schützen. Sie hätte gerne noch einmal mit dem Grafen gesprochen, doch der sei ja nun fort. Aber Gina kann helfen, sie habe ihn in ihrem Zimmer versteckt. Sie will Fabio wegführen, damit die beiden allein sein können, doch dieser, der nicht weiß, das der Versteckte sein Bruder ist, bekommt einen Anfall von Zorn.
Da ergreift Clélia die Klingel. Der Marquis, Cafarini und Diener eilen herbei. Fabio nimmt in seiner eifersüchtigen Wut eine dort liegende Gitarre und spielt die Barkarole, das zwischen Gina und dem Grafen verabredete Zeichen. Der Graf kommt aus seinem Versteck und der Marquis lässt ihn gefangen nehmen. Fabio ist über seine Tat entsetzt und verspricht seinem Bruder im Vorbeigehen, dass er ihn retten werde.

DRITTER AKT
Garten im herzoglichen Schloss
Fabio ist vom Fest ausgeschlossen und hat sich nun über den Zaun Zutritt verschafft, um mit Clélia und dem Marquis zu sprechen und seinen Bruder zu retten. Als Cafarini und Gina sich nähern, versteckt er sich. Cafarini rühmt sich, dass sein Ansehen Gina den Zutritt zu dem Fest verschafft habe. Alle Ehren und Schätze, die er erlangen werde, werde er ihr vererben. Aber Gina gibt zu erkennen, dass sie sich weder aus seiner Musik noch aus den Schätzen etwas mache, nur Mitleid mit dem Grafen habe. Außerdem gesteht sie ihm, dass sie den jungen Mann liebe, der sie aus Célias Kutsche gerettet habe und der nun bei Cafarini wohne. Das kann Cafarini nicht gefallen, da er sich auch Hoffnung auf sie gemacht hat und er will sie jetzt umso mehr bewachen. Fabio vernimmt alles in seinem Versteck und merkt nun, dass er sein Herz fälschlicherweise einer anderen geschenkt hat. Er wird Gina um Verzeihung bitten.
Der Marquis kommt hinzu. Er erklärt, dass er alles in Bewegung setzen werde, um den Grafen zu beseitigen. Doch Cafarini warnt ihn, dass Fabio die Absichten durchkreuzen könne. Dann werde auch dieser kalt gestellt, indem man ihn verbanne.
Schließlich erinnert Cafarini ihn auch an die versprochene Kapellmeisterstelle und den Orden, den er erhalten sollte, aber der Marquis will davon nichts wissen. Doch Cafarini erpresst ihn, indem er trotz Verlangen des Marquis das Manuskript der Romanze nicht herausrückt. Sie machen ab, dass das Lied nie mehr erklingen soll und gehen.
Als Fabio aus seinem Versteck hervortritt, begegnet er Clélia, die wütend darauf ist, dass er ihren Geliebten verraten hat. Er klärt sie auf, dass es sein Bruder sei, er um dessen Liebe zu ihr gewusst und nur so gehandelt habe, weil er einen fremden Verehrer vermutet habe. Er werde alles tun, ihn zu befreien. Clélia hat von der Herzogin die Barkarole erhalten und zeigt sie ihm. Er bestätigt, dass sie von dem Grafen stammt, für sie gedichtet wurde, aber mit kleinen Abänderungen in einer anderen Handschrift geschrieben ist. Rücksichtsvoll verrät er ihr jedoch nicht den Betrüger, der ja ihr Vater ist, sondern erbittet lediglich, ihm das Manuskript für kurze Zeit zu überlassen. Man hört, dass das Fest beginnt. Der Marquis kommt, um seine Tochter abzuholen und Fabio versteckt sich erneut.
Fabio hat die Handschrift seines Lehrers Cafarini erkannt. Langsam beginnt er die Intrige zu durchschauen. Er will in den Saal eilen, um beim Marquis mit dem Manuskript die Freiheit seines Bruders zu erpressen, wird aber von der Schildwache zurückgehalten.
Die Sänger und Musikanten kommen. Da ergreift Fabio die Gelegenheit, gibt vor, vom Kapellmeister beauftragt zu sein, zieht ein Notenpaket aus der Tasche und verteilt die Stimmen. Als die Barkarole ertönt, stürzt der Marquis heraus und stoppt das Lied. Er will wissen, wer das Lied angeordnet hat. Da tritt Fabio hervor, bekennt, dass er es war, und präsentiert dem Marquis das an die Herzogin gesandte Billet. Der Marquis bietet ihm dafür alles Mögliche, sogar die Stelle des Kapellmeisters und Geld. Er aber will nur die Freiheit seines Bruders. Da jedoch nach den Worten des Marquis ein Schuldiger gefunden werden muss, bietet er sich selbst an. Der Marquis gibt den Befehl, den Grafen frei zu lassen.
Als der Marquis gegangen ist, kommen der Graf, Clélia, Gina und Cafarini. Fabio gibt Clélia das Billet zurück. Als Clélia sich erkundigt, warum die Befreiung so schnell gegangen sei, gibt Cafarini an, dass Fabio sich schuldig bekannt habe. Fabio bestätigt, der Autor der Barkarole zu sein. Doch Gina springt ein und erklärt, dass das die Handschrift ihres Onkels sei. Der Graf, der seine Ämter wiedererlangt hat, lässt Cafarini verhaften und nimmt ihm auch das Original der Romanze des Marquis ab. Clelia ist entsetzt über die Tat ihres Vaters, die sie sich nicht erklären kann. Der Graf aber eilt zum Herzog, um seinen Bruder zu rehabilitieren.
Fabio erklärt Gina, dass er, ihr treu, sterben werde. Doch kurz darauf erscheinen der Graf und der Marquis mit Herren und Damen vom Hofe und der Marquis verkündet, dass der Herzog allen vergeben habe und eine Oper, die Fabio geschrieben hat, aufgeführt werden soll. Alle – außer Cafarini, der nun auf seine Geliebte verzichten muss – sind glücklich.
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)