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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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Alfred_Schmidt

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Beiträge: 19 211

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Sonntag, 2. Oktober 2005, 20:20

God save the Queen - Die englische Hymne und ihre Paraphrasen

Liebe Taminoiner

Heute bin ich auf einer CD auf Bearbeitungen der englischen Hymne gestoßen. Auf dem Cover stand aber was völlig anderes.
Ein Irrtum ? - Recherchen ergaben, daß auch ein anderes Land die Melodie einst benutzt hatte . Weitere Recherchen förderten zutage, daß eigentlich etliche Länder mit jeweis verschiedenen Texten diese Melodie als Hymne verwendeten, so beispielsweise Liechtenstein, Deutschland, Kanada und Amerika.

Der Komponist ist unbekannt, es kursieren viele Namen, unter anderem sogar Lully :baeh01:

Kein Wunder daß die Melodie so oft für Variationen herhalten musste.

Und nur zum Thema: Welche Variationen kennte ihr, in welchen Aufnahmen, welche haben Euer Interesse erregt ?

Ich kenne einige. Heute jedoch stieß ich auf eine, verfasst von einem Komponisten von dem ich derartiges NIE erwartet hätte, instruimentiert von einem anderen Komponisten über den ich gleiches sagen kann.

Und schon sind wir mitten im Thema...

Beste Grüße aus Wien

Alfred

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT

der Lullist

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Beiträge: 3 963

Registrierungsdatum: 13. Januar 2005

2

Sonntag, 2. Oktober 2005, 21:11

Ich kenne zwar nur die originalversion, hätte aber zu dem Thema generell was zu sagen.

Es gibt recht viele englische "Hymnen" die auf Lully zurück gehen, das ist zwar etwas schwer zu glauben, aber irgendwie scheint man das damals nicht so eng gesehen zu haben, das Lully der Hofkomponist des größten Feindes war.

Der bekannte Marsch "Lillburlero" ist auch auf seinem Mist gewachsen und der gehört noch Heute zum Repertoire der englischen Armee!

Oftmals verwendeten auch spätere Komponisten seine Werke, hier sei nochmal das Thema der Ouverture und der Farandole aus Bizet "L'Arlesiènne" genannt, auch ein Thema von Lully, der Marsch für das Regiment Turennes....

Die Folia in Ihrer barocken Form geht auch auf Lully zurück, nach seinem Thema sind die bekannteren Werke von Corelli, Vivaldi, Marais, Händel etc. entstanden

Es wäre also kaum verwunderlich wenn diese Hymne wirklich von Lully stammte, eventuell in etwas barockisierte Fassung...
vielleicht einer Fanfare aus einem Ballett oder einer bisher wenig gespielten Oper entnommen.
Nimmt man nur die Trompetenstimme könnte es wirklich sein.

Ulli

Erleuchteter

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Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

3

Sonntag, 2. Oktober 2005, 22:11

Salut,

ich kenne da z.B. die Variationen von

- Niccolo Paganini
- Johann Christian Bach [war in London tätig]
- Ludwig van Beethoven
- Georg Friedrich Händel [?]

Hummel oder Hasse - ich erinnere mich nicht genau - hat eine Sinfonie komponiert, wo in einem Satz nach einer Fermate eine beliebige Hymne eingefügt werden soll. In einer Einspielung, die ich neulich im Radio hörte, wurde "God save the Queen" eingefügt [offenbar auf authentischer Grundlage!?].

LG
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Daskalos

Schüler

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Beiträge: 147

Registrierungsdatum: 5. August 2005

4

Montag, 3. Oktober 2005, 01:12

Franz Liszt hat auch etwas darüber geschrieben
Horowitz spielte es am 22. Mai 82 auch einmal öffentlich. Allerdings nicht als Variation sondern als Orginales, aber absolut Klangvoll

SMOB

Profi

  • »SMOB« ist männlich

Beiträge: 482

Registrierungsdatum: 5. Januar 2005

5

Montag, 3. Oktober 2005, 12:15

Auf Glenn Goulds "A State of Wonder" kann man lauschen, wie er auf einmal, quasi zur Entspannung, seine Version der Hymne zum Besten gibt.
"Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten" Gustav Mahler

Theophilus

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  • »Theophilus« ist männlich

Beiträge: 10 824

Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

6

Montag, 3. Oktober 2005, 12:32

Hi,

wenn ich mich recht erinnere, dann zitiert Gioacchino Rossini in Il viaggio a Reims ebenfalls die englische Hymne.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

sagitt

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  • »sagitt« ist männlich

Beiträge: 2 605

Registrierungsdatum: 1. November 2004

7

Montag, 3. Oktober 2005, 19:20

Nicht nur diese

Sagitt meint:

nicht nur diese, sondern auch die deutsche und französische. Die Gäste aus verschiedenen Ländern dürfen ein wenig patriotisch sein.

Zu den Beethoven-Variationen habe ich mich vor über 40 Jahren sehr in Fettnäpfchen gesetzt, diese in London gekauft, gespielt von Cziffra und gleich in einem englischen country club abgehört. Mein Weiterleben verdanke ich dem guten Sitten der englischen Gesellschaft, aber Befremden war sicher zu milde- innerlich werden sie the krauts verdammt haben.

Ein deutsche Komponist vergreift sich an der englischen Hymne !!

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

8

Montag, 3. Oktober 2005, 20:30

Außer in den Klaviervariationen wird die Melodie auch in Wellingtons Sieg verarbeitet: In der Schlacht werden die Briten zwar durch "Rule, Britannia" (darüber gibt es ebenfalls Klaviervariationen) charakterisiert, die "Siegessymphonie" wird aber von der anderen Hymne dominiert

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

musicophil

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Registrierungsdatum: 19. Februar 2006

9

Donnerstag, 23. November 2006, 12:11

RE: God save the Queen - Die englische Hymne und ihre Paraphrasen

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Der Komponist ist unbekannt, es kursieren viele Namen, unter anderem sogar Lully

Lieber Alfred,

Zu jener Frage kannst Du hier lesen, daß heute eigentlich nur drei Komponisten im Frage kommen.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Herbert Henn

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  • »Herbert Henn« ist männlich

Beiträge: 2 889

Registrierungsdatum: 24. März 2006

10

Donnerstag, 23. November 2006, 12:35

RE: God save the Queen - Die englische Hymne und ihre Paraphrasen

Hallo,
in Verdis "Inno delle nationi"ist natürlich auch die englische
Hymne verarbeitet.

(Eine Paraphrase ist eigentlich die virtuose Ausschmückung
einer bekannten Melodie.Sie entstand im 20.Jahrh.(z.B.Liszt)

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Barezzi

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Beiträge: 2 163

Registrierungsdatum: 1. August 2006

11

Donnerstag, 23. November 2006, 19:56

RE: God save the Queen - Die englische Hymne und ihre Paraphrasen

Ralph Vaughn Williams kam auch nicht an ihr vorbei :D

:hello:
Stefan
Viva la libertà!

12

Donnerstag, 23. August 2007, 23:50

Variations on America

Die Melodie der Hymne taucht auch als Variationsthema bei Charles Edward Ives auf. Dieser schrieb als Siebzehnjähriger im Jahre 1891 für Orgel die Variations on "America".

Ives Variationenwerk ist keineswegs besonders extravagant oder gewagt, wie es der Name des Komponisten nahe legen würde. Vielmehr erscheint das Stück als eine sehr verspielt-karikierende Art und Weise des Umgangs mit der ehrwürdigen Melodie. So erscheint diese zum Beispiel als Kanon in zwei verschiedenen Tonarten oder auch als Flamenco.

1963 arrangierte William Schumann das Stück für Orchester, wodurch es wesentlich bekannter wurde.
Liebe Grüße!

Ralf

  • »Benjamin_Müller« ist männlich

Beiträge: 87

Registrierungsdatum: 3. September 2006

13

Samstag, 25. August 2007, 13:11

RE: Variations on America

Auch Reger kam nicht an der Melodie vorbei und widmete ihr eines seiner Orgelwerke:

Variationen und Fuge über 'Heil, unserm König Heil' ('Heil dir im Siegerkranz') (1901)

Eigentlich wollte ich das Stück ja gerne einmal üben, aber auf die Kirchenbesucher macht's dann doch eher einen befremdlichen Eindruck...

Viele Grüße,
Benjamin

Gentilhombre

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Beiträge: 843

Registrierungsdatum: 24. Juni 2006

14

Samstag, 25. August 2007, 16:44

Red Priest verwursten die Hymne bei den Säufern im Allegro des Herbstes aus Vivaldis Jahreszeiten. :P
"Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
Miroslaw Lem, Tenor

pbrixius

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Registrierungsdatum: 15. Dezember 2006

15

Samstag, 25. August 2007, 17:47

RE: Variations on America

Von Carl Maria von Weber darf ich beisteuern:

Kampf und Sieg. Kantate op. 44 (J.190) in der Nr. 9

und die bekannte

Jubelouvertüre op. 59 (J.245)

LG Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

der Lullist

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16

Samstag, 25. August 2007, 18:39

Da hab ich auch noch ein gutes Beispiel.


In dem "Fackeltanz No.4" ( 1858 ) den Meyerbeer für die Hochzeit der Queen Victoria mit dem Kronprinzen Friedrich von Preussen komponierte wird das Thema mit ziemlichen Pomp aufgegriffen.

Übrigens ein wunderschönes Musikstück vom Herrn Meyerbeer. :yes:


Allerdings hat er auch das "Rule Britannia" von Thomas Arne verwurstet, und zwar in der Festouvertüre die er für die Eröffnungsfeierlichkeiten zur ersten Weltausstellung in London (1862) komponierte.


:hello:

Hildebrandt

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17

Samstag, 25. August 2007, 19:02

Zitat

Original von der Lullist

Der bekannte Marsch "Lillburlero" ist auch auf seinem Mist gewachsen und der gehört noch Heute zum Repertoire der englischen Armee!


Lillibullero (schreibt sich wirklich so) ist eine traditionelle irische Jig und zuerst 1661 in einer handschriftlichen Sammlung in London aufgetaucht, 1668 dann von Purcell als "a new irish tune" gedruckt veröffentlicht worden.

Du musst nicht alles Deinem Liebling unterjubeln... :baeh01:

der Lullist

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18

Samstag, 25. August 2007, 19:19

nun ich habe eine Quelle die etwa der gleichen Zeit entstammt - als "Marche des Grenadiers à Chéval"

Vieles aus dem Dancing Master geht auf frz. Quellen zurück - deshalb halte ich das für nicht ganz so unwahrscheinlich.
Aber ich will nichts behaupten was ich nicht stichhaltig beweisen kann - die Melodie taucht noch in so vielen anderen Quellen auf, besonders noch aus spätere Zeit z.B. Airs de Danses - Recueillis par Antoine Pointel (1700) dass ich mich da dezent raus halte :D

da schreibt es sich übrigens "Lirboulaire" :D

musicophil

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19

Samstag, 25. August 2007, 19:38

Zitat

Original von der Lullist
In dem "Fackeltanz No.4" ( 1858 ) den Meyerbeer für die Hochzeit der Queen Victoria mit dem Kronprinzen Friedrich von Preussen komponierte wird das Thema mit ziemlichen Pomp aufgegriffen.

Lieber Matthias,

Meinst Du Queen Victoria von England? Die heiratete doch ihr Kusin Prinz Albert von Sachsen-Coburgh (vide Royal Albert Hall).

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

der Lullist

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20

Samstag, 25. August 2007, 19:43

Du hast Recht, irgendwie ist das im beiheft der CD auch komisch / mißverständlich geschrieben:


"Zur Ankunft des neuvermählten Kronprinzen Friedrich Willhelm von Preussen mit Prinzession Viktoria von England"


:rolleyes:

Hildebrandt

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Registrierungsdatum: 10. Juli 2007

21

Samstag, 25. August 2007, 20:34

Lillibullero

Zitat

Original von der Lullist
nun ich habe eine Quelle die etwa der gleichen Zeit entstammt - als "Marche des Grenadiers à Chéval"

Vieles aus dem Dancing Master geht auf frz. Quellen zurück - deshalb halte ich das für nicht ganz so unwahrscheinlich.
Aber ich will nichts behaupten was ich nicht stichhaltig beweisen kann - die Melodie taucht noch in so vielen anderen Quellen auf, besonders noch aus spätere Zeit z.B. Airs de Danses - Recueillis par Antoine Pointel (1700) dass ich mich da dezent raus halte :D

da schreibt es sich übrigens "Lirboulaire" :D


Nicht Dancing Master, sondern "An Antidote Against Melancholy". Als Militärmarsch taucht die Melodie zum ersten Mal bei den Truppen Williams III noch in den Niederlanden zwischen 1672 und 1678 auf. Aber vielleicht gab es einen frz. Sieg, zu dessen Andenken die Melodie quasi als Trophäe übernommen wurde? Wer weiß...

Aber is ja nich so wichtich...

MarcCologne

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22

Dienstag, 28. August 2007, 10:52

Hallo Ihr zwei :hello:

Zitat

Der Lullist schrieb:
In dem "Fackeltanz No.4" ( 1858 ) den Meyerbeer für die Hochzeit der Queen Victoria mit dem Kronprinzen Friedrich von Preussen komponierte wird das Thema mit ziemlichen Pomp aufgegriffen.
musicophil schrieb:
Meinst Du Queen Victoria von England? Die heiratete doch ihr Kusin Prinz Albert von Sachsen-Coburgh (vide Royal Albert Hall).


Ich darf mal Licht ins dynastische Dunkel der Royals bringen:

Queen Victoria - also die, die mit dem von Paul erwähnten Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha (oder so ähnlich) verheiratet war - wurde 1819 geboren und 1837 (also mit nur 18 Jahren) bereits Königin von England. Ihren Prinz Albert heiratete sie dann 3 Jahre später, also 1840.
Es muss eine echte Liebesheirat gewesen sein - die beiden hatten neun Kinder (wenn ich nicht irre) und als Albert 1861 an Typhus (?) starb, trauerte sie den Rest ihres Lebens um ihn, kleidete sich nur noch in Witwentracht (also in schwarz, nehme ich an?) und wurde fortan die "Witwe von Windsor" genannt. Sie überlebte ihren Albert um geschlagene 40 Jahre!
Ihre älteste Tochter hieß sinnigerweise auch Victoria (1840-1901) und die wiederum heiratete (wie ihre anderen Geschwister auch) später natürlich königliche Herrschaften, was wiederum ihre Frau Mama Queen Victoria in der Folge zur "Großmutter Europas" machte, weil sie mit den meisten (allen?) Herrscherhäusern Europas verwandt war.
Prinzessin Victoria nun heiratete den preußischen Kronprinzen Friedrich im Jahr 1858 (zu diesem Event komponierte der dem preußischen Königshaus eng verbundene Giacomo Meyerbeer den erwähnten Fackeltanz) - auch diese Heirat soll eine Liebesheirat gewesen sein, die zudem noch den Vorteil hatte, Hoffnungen auf ein künftiges friedliches Miteinander zwischen Preußen und Großbritannien zu setzen.
Leider kam es dann wieder einmal ganz anders:
Friedrichs Vater Wilhelm I. von Preußen wurde 1871 Kaiser des neugegründeten Deutschen Reiches, Victoria damit von der preußischen Kronprinzessin zur künftigen deutschen Kaiserin.
Als Wilhelm 1888 hochbetagt starb, folgte ihm sein Sohn Friedrich als Friedrich III. auf den preußischen Königs- und deutschen Kaiserthron - für ganze 99 Tage, da er bereits unheilbar an Kehlkopfkrebs erkrankt war!
Beider Sohn Wilhelm bestieg daraufhin den Kaiserthron als Wilhelm II. - er war also ein Enkel der alten Queen Victoria von England und anders als sein Papa, der u. a. Pläne hatte, die deutsche Monarchie in eine parlamentarische Monarchie nach britischem Vorbild umzuwandeln (wozu er leider keine Zeit mehr hatte) war sein Sohn an solchen Dingen eher weniger interessiert....
Der Ausgang der Geschichte um "Kaiser Wilhelm II." ist ja hinlänglich bekannt - dass seine Oma Königin von England war und ihr später sein Onkel Edward auf den britischen Thron folgte, hielt ihn nicht davon ab, sich wie ein Elefant im europäischen Porzellanladen zu verhalten.... eine traurige, oder besser: tragische Geschichte :(
"Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

Ulli

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23

Dienstag, 23. Oktober 2007, 18:16

Muzio Clementi verwurstete das God save the... in seiner 3. Sinfonie G-dur im 2. Satz [Andante un poco mosso]. Doch wie...!!! Ich komme mir vor wie in einem Fußballstadion.

:no:

Nee, also so ein Kitsch! Bäh!

Vielleicht liegt es aber auch an dieser eher gruseligen Interpretation:



Muzio Clementi [1752-1832]
Complete orchestrals works

The Philharmonia
Francesco D'Avalos

Im Finale wird das Thema auch nochmals unauffällig angerissen, da etwas harmloser. Wegen der Thematik wird die Sinfonie auch "The Great National" genannt - das mag zutreffen, schön aber ist sie nicht.

Wer das also unbedingt hören möchte, sollte lieber zu einer anderen Edition greifen. :rolleyes:

Viele Grüße
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Elisabeth

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24

Sonntag, 13. Januar 2008, 09:41

Ein weiteres Zitat von God save the Queen findet sich in der Ouvertüre zur 1837 uraufgeführten Oper

Roberto Devereux von Gaetano Donizetti.


Weiß jemand von Euch zufällig, ob God save the Queen damals schon englische Nationalhymne war?

LG, Elisabeth

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25

Sonntag, 13. Januar 2008, 10:17

Zitat

Original von Elisabeth
Ein weiteres Zitat von God save the Queen findet sich in der Ouvertüre zur 1837 uraufgeführten Oper

Roberto Devereux von Gaetano Donizetti.


Weiß jemand von Euch zufällig, ob God save the Queen damals schon englische Nationalhymne war?


lt. der englischen Wikipedia seit Mitte des 18. Jhds. verbreitet und seit den 1780ern allgemein üblich.

"http://en.wikipedia.org/wiki/God_Save_The_King#Use_in_the_United_Kingdom"

(Der Artikel behandelt auch einige hier schon erwähnte Herkunftsvermutungen)

Glaube auch kaum, dass Beethoven die Melodie bei Wellingtons Sieg verwendet hätte, wenn sie nicht in dieser Funktion bekannt gewesen wäre.

:hello:

JR
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widor

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26

Sonntag, 13. Januar 2008, 11:21

guten morgen, bzw. mittag!

mir fällt da spontan der variationszyklus für orgel von Carl Friedrich Zöllner ein. ein sehr gefälliges stück, ein regelrechter ohrenschmaus!! :beatnik:


vlg, widor
www.bnote.de -> Musikverlag freier Werke