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Gerhard Wischniewski

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Beiträge: 4 581

Registrierungsdatum: 7. April 2011

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Samstag, 6. Dezember 2014, 20:50

AUBER, Daniel Francois Esprit: LE DIEU ET LA BAYADÈRE

Daniel François Esprit Auber ( 1782 - 1871 )
Le Dieu et la Bayadère
(Der Gott und die Bajadere)

Oper mit Ballett und Pantomime in zwei Akten
Libretto: Eugène Scribe
Originalsprache: Französisch

Uraufführung: Paris 1830

PERSONEN DER HANDLUNG
Der Unbekannte, Tenor
Olifour, oberster Richter, Bass
Gerichtsdiener, Tenor
Ninka, Sopran
Zoloé, Tänzerin
Fatme, Tänzerin
Bajaderen, Sklaven, Wachen, Soldaten, Volk

Ort und Zeit der Handlung: Kaschmir, sagenhafte Zeit

INHALTSANGABE

ERSTER AKT
Freier Platz in Kaschmir
Das Volk, unter denen sich auch der Unbekannte befindet, wartet ungeduldig auf den obersten Richter Olifour, der längst zum Gericht sitzen sollte. Auf die Frage des Unbekannten gibt der Gerichtsdiener zur Antwort, dass dieser beim Essen sei und ermahnt das Volk, den gebührenden Respekt vor der Obrigkeit zu beachten. Der Unbekannte meint, dass dies nicht ungeahndet bleiben dürfe.
Endlich erscheint Olifour und ergeht sich in Lobreden über das Essen und den Wein. Als das Volk zudringlicher wird, erklärt er, keine Zeit zu haben und befiehlt schließlich, alle zu bestrafen. Dann ergeht er sich wieder in seinen Gedanken über die erlebten Genüsse, während der Gerichtsdiener dem Volk Schweigen gebietet und der Unbekannte darüber nachdenkt, wie er den Geknechteten Hilfe leisten könne. Da hört man Tanzmusik. Der Gerichtsdiener teilt mit, dass sich die Bajaderen nähern. Olifour ist verärgert, dass diese, die er aus der Stadt verwiesen hat, immer noch da sind.
Die Bajaderen treten auf, umtanzen den Richterstuhl, und das Volk freut sich darüber. Olifour befiehlt, sie alle gefangen zu nehmen. Doch diese entziehen sich den Wachen. Olifour spricht Zoloé an, ihm Rede und Antwort zu stehen, doch Ninka erklärt, dass diese aus fremdem Lande käme und die Sprache nicht verstände.
Schließlich lässt er sich von ihrem Tanze gefangen nehmen und bietet ihr Liebe an. Doch Zoloé wendet sich von ihm ab und gibt ihm durch Zeichen zu verstehen, dass er alt und hässlich sei. Als er fragt, wem er denn gleichen müsse, zeigt sie auf den Unbekannten. Alle erkennen, dass sein Zorn nun nicht mehr zu bezähmen ist. Er gibt den Gerichtsdienern ein Zeichen, sie gefangen zu nehmen. Doch der Unbekannte stellt sich ihnen entgegen. Da lässt Olifour diesen gefangen nehmen. Zoloé fällt dem Richter zu Füssen und gibt durch Zeichen zu verstehen, dass sie sich ihm ergeben werde, wenn er den Unbekannten freilässt. Volk, Bajaderen und der Unbekannte sind darüber entsetzt. Olifour und die Gerichtsdiener gehen in den Palast, die Bajaderen entfernen sich und das Volk zerstreut sich.
Zoloé und der Unbekannte bleiben zurück. Der Unbekannte sinniert in einer langen Arie darüber nach, was sie wohl bewegt haben möchte, ihn zu befreien. Schließlich bietet er ihr ein kostbares Armband, das sie zunächst zurückweist, dann aber annimmt und an ihr Herz drückt. Er will fortgehen, doch sie bedeutet ihm, zu bleiben.
Sklaven schleppen reichhaltige Geschenke des obersten Richters für Zoloé herbei. Die Bajaderen kehren neugierig zurück. Zoloé deutet den Gefährtinnen durch Zeichen an, dass sie sich den Tand teilen sollen und der Unbekannte bemerkt mit Freude, dass sie lediglich sein Armband verehrt. In einem mimischen Tanz streiten sich die Bajaderen um die einzelnen Stücke.
Plötzlich ertönen Trompeten. Ein Offizier verkündet, dass der Großwesir eine Belohnung auf den Kopf eines Unbekannten, der sich hier herumtreibe, gesetzt habe und zieht dann mit seiner Begleitung weiter, um die Botschaft auch anderenorts zu verkünden. Die Bajaderen und das Volk, das sich inzwischen versammelt hatte, gehen wieder ab.
Zoloé fragt den Unbekannten durch Zeichen, ob er der Gesuchte sei, was er bejaht. Er sagt ihr, sie könne sich das Kopfgeld verdienen, was sie mit Abscheu zurückweist. Aber wie soll er entkommen? Sie gibt ihm zu verstehen, dass er, auch wenn es verboten sei, Zuflucht bei ihr finden könne. Als sie ihn zum Stadttor zieht, tritt ihr der Offizier mit Begleitung entgegen und hindert sie daran, sich aus der Stadt zu entfernen.
Nun kommen erneut Volk und Bajaderen und auch Olifour mit Gefolge hinzu.
Zinka und danach alle preisen das Glück Zoloés, einen so reichen Gatten zu bekommen. Nur der Unbekannte ist verzweifelt, wie er nun entkommen soll. Sklaven bringen einen Baldachin, und Olifour will Zoloé nach Hause begleiten. Da erhält er eine Botschaft, durch die er sofort zum Großwesir bestellt wird. Er will nicht gehen, doch Ninka erinnert ihn an seine Pflicht. Olifour überreicht Zoloé einen langen Schleier und gebietet den Sklaven, sich vor ihr nieder zu werfen. Währenddessen hat Zoloé dem Unbekannten ein Zeichen gegeben, unter den Baldachin zu schlüpfen. Sie breitet den Schleier über ihn und betritt den Baldachin. Olifour gibt den Sklaven das Zeichen, Zoloé nach Haus zu tragen. Von den Bajaderen umtanzt, verlässt der Zug die Bühne.

ZWEITER AKT
Im Inneren einer indischen Hütte
Der Unbekannte freut sich, dass sie die Wachen getäuscht haben und bedankt sich für die Zuflucht, die Zoloé ihm bietet. Dann äußert er Erschöpfung und Hunger. Zoloé ist verlegen, da sie weder etwas zu essen noch zu trinken im Hause hat. Sie holt ein Schmuckkästchen hervor und bedeutet ihm mit Zeichen, dass sie ihr Geschmeide verkaufen wolle. Das will er nicht zulassen, aber sie zeigt auf das Armband, das er ihr geschenkt hat und das ihr doch bliebe. Ehe er es verhindern kann, ist sie aus der Hütte und verschließt die Tür von außen.
In einer langen Arie des Unbekannten kommt heraus, dass er der Gott Brahma ist und aus dem Himmel vertrieben wurde, den er nicht eher wieder betreten dürfe, ehe er auf Erden Liebe gefunden habe. Er habe nun schon ganz Asien unbekannt durchschweift, aber statt Liebe habe er nur Eitelkeit gefunden.
Da führt Zoloé Ninka und Fatme mit herein, die einen Korb mit Lebensmitteln bringen. Ninka bietet ihm die Speisen dar und erklärt, dass sie für Freunde alles tue.
Der Unbekannte ist von Zoloés Liebe entzückt, doch will er sie noch auf eine Probe stellen, ob ihre Liebe auch Hohn und Verachtung ertragen kann. Deshalb lässt er die beiden anderen Bajaderen gegen ihren Willen noch nicht gehen. Er setzt sich beim Essen zwischen Ninka und Fatme und beginnt mit ihnen zu tändeln. Er fordert Ninka auf, mit ihm im Duett zu singen und lobt ihren Gesang. Ninka will den Gast noch weiter erfreuen und fordert Zoloé auf, zu tanzen. Da diese sich weigert, bittet sie Fatme, an deren Stelle zu tanzen. Nach dem Tanz preist der Unbekannte auch diese in hohen Tönen und will sich ihr nähern. Zoloé tritt dazwischen und gibt zu erkennen, dass auch andere schön tanzen, und auch Ninka bestätigt das. Zunächst tanzen Fatme und Zoloé zusammen, dann Zoloé allein. Für Fatme hat der Unbekannte wieder ein hohes Lob, für Zoloé nur eine erzwungen gleichgültige Wertung. Zoloé versagen die Füße, sie beginnt zu weinen und der Unbekannte weiß nun, dass sie ihn aufrichtig liebt. Auch Ninka hat das Spiel erkannt und verlässt mit Fatme den Raum.
Allein gelassen forscht der Unbekannte Zoloé noch einmal aus. Sie gibt ihm durch Zeichen zu erkennen, dass sie ihn liebt und ob sie – wenn er sie nicht liebe – wenigstens seine Sklavin werden dürfe. Er ist überwältigt.
Da klopft es an die Tür und von außen hört man Olifours Stimme, der sein Recht fordert. Zoloé verschließt die Tür und bedeutet dem Unbekannten, dass sie eher mit ihm untergehen wolle, als sich Olifour zu ergeben. Während das Klopfen immer heftiger wird, überredet sie ihn, durch eine Nebentür in ein schmales Gewölbe hinab zu steigen.
Die Rückwand der Hütte wird eingeschlagen. Olifour, der Offizier, die Wachen, Bajaderen und Volk dringen ein. Als Zoloé dem Offizier, der die Nebentür öffnen will, den Weg vertritt, befiehlt Olifour, die Hütte in Brand zu stecken. Obwohl Volk und Bajaderen für Zoloé um Gnade flehen, wird die Hütte angezündet und Zoloé auf einen Holzstoß aus den Resten der Rückwand gezwungen, den man ebenfalls in Brand steckt.
In diesem Augenblick ertönt starker Donner. Blitze durchzucken den entstehenden Nebel und der Unbekannte tritt in prächtiger Kleidung an die Seite Zoloés. Der erschreckten Menge verkündet er, dass er Brahma sei und sich Zoloé zur Braut erwählt habe. Während alle auf die Knie fallen, verschwindet der Nebel und Brahma führt die Geliebte mit sich ins Paradies, das nun im Hintergrund zu sehen ist.
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)