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Pius

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1

Freitag, 30. September 2005, 00:09

Mendelssohn: Symphonie Nr.5 d-moll op.107 "Reformation"

Hallo!

Am Mittwoch habe ich in der Alten Oper Frankfurt eine fantastische Darbietung der Symphonie mit dem HR-Symphonieorchester (vormals RSO Frankfurt) unter Christopher Hogwood gehört, und davon inspiriert eröffne ich diesen thread.
Sollte es jemals den Konzertmitschnitt auf CD geben – unbedingt kaufen!

Solange muß ich mit der Toscanini-CD vorlieb nehmen:

Sehr gute Aufnahme, auch der anderen Symphonien, die drauf sind.
Dann habe ich noch die Aufnahme von Brilliant Classics mit Jos van Immerseel, begeistert mich nicht so.

Zum Werk:
Mendelssohn komponierte die Symphonie anläßlich des 300jährigen Jubiläums der Augsburger Konfession 1830. Uraufgeführt wurde das Werk, dass zunächst den Namen „Sinfonie zur Feier der Kirchenrevolution“ trug, erst 1832 in Berlin. Mendelssohn-Kenner werden merken: Die Symphonie ist vor der „Italienischen“ und der „Schottischen“ entstanden. Die Nr. 5 ist sie deshalb, weil sie nach den genannten veröffentlicht wurde – und zwar postum! Mendelssohn schätzte das Werk nicht und wollte eine so „jugendliche Jugendarbeit nicht aus dem Gefängnis seines Notenschranks entwischen lassen“.
Die Symphonie ist viersätzig: andante-allegro con fuoco – allegro vivace – andante – andante con moto.
Der erste Satz beginnt mit dem „Dresdner Amen“-Motiv, das Wagner später in „Parsifal“ verwendete. Der vierte Satz ist geprägt vom Choral-Thema „Eine feste Burg ist unser Gott“ und ist mit das schönste, was ich von Mendelssohn kenne. Es ist ohnehin schade, dass diese Symphonie im Schatten von Nr.3 und Nr.4 steht.

Wie findet ihr diese Symphonie, welche Aufnahmen kennt ihr?

Viele Grüße,
Pius.

Norbert

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2

Freitag, 30. September 2005, 00:42

Kennen kenne ich einige Aufnahmen (u.a. Colin Davis, Gardiner); die liebste ist mir



Eine entschlackte und ungeheuer frische Aufnahme aus dem Jahr 1961 mit sehr rasanten Tempi (10'34', 05'22', 03'00 und 07'55''). Der junge Maazel (zum Zeitpunkt der Aufnahme 30 Jahre alt) spornt die Berliner Philharmoniker zu Höchstleistungen an und liefert eine seiner besten Aufnahmen ab.

Die ebenfalls auf der CD erhältliche Aufnahme der Symphonie von César Franck habe ich im entsprechenden Thread bereits gelobt.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

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petemonova

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3

Freitag, 30. September 2005, 01:02

Endlich ist er da - der Thread zu meiner liebsten Mendelssohn-Sinfonie.
So lange kenne ich sie noch nicht, aber beim ersten Hören gefiel sie mir sofort besser als die bekannten Schottischen und Italienischen Sinfonien.

Trotz alledem habe ich auch nur die Maazel-Aufnahme, die mir sehr viel Freude bereitet.
Am Liebsten ist mir der Schlusssatz mit dem wunderschönen Choral.

Mal sehen, welche Aufnahmen hier noch vorgestellt werden, es soll nicht die einzige CD bleiben in der Sammlung. :yes:


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

ThomasBernhard

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4

Freitag, 30. September 2005, 01:27

Hallo (insbesondere Norbert und Peter),

das freut mich doppelt, daß Ihr die Maazel-Aufnahme lobt, da sie morgen der Briefträger bringen wird...

Mit meiner Gardiner-Aufnahme war ich bis gestern sehr zufrieden, Hogwood hat in der Alten Oper aber mit ähnlichem Interpretationsansatz und sogar etwas schneller und peppiger einfach mehr Lebendigkeit in diese Sinfonie bekommen.



bleibt aber trotzdem eine empfehlenswerte CD wegen der Wiener Philharmoniker und einer alternativen Fassung der Vierten Sinfonie.

Gruß, Markus
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teleton

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5

Freitag, 30. September 2005, 07:51

Hallo Mendelssohn-Freunde,

das interessante bei Felix Mendelssohn ist, das seine Sinfonien untereinander sehr kontrastreich in ihrer Stimmung sind und man doch klar Mendelssohn heraushört.
Wie schon in den Threads der anderen Sinfonien von anderen Forumsteilnehmer und mir erwähnt ist Karajan der Dirigent, der die Mendelssohn-Sinfonien einfühlsam und großartig interpretiert.

:] Auch die Sinfonie Nr.5 mit Karajan / Berliner PH auf DG, ist mein absoluter Favorit. Es ist nicht die Leichtigkeit und Frische der Sinfonie Nr.4 Italienische vorhanden, sondern ein ergreifendes Werk, festlich, großartig und nicht ohne Dramatik. Am Ende sitzt man ergriffen im Hörsessel und läßt erst mal eine Minute verstreichen um das gehörte mit Karajan zu verdauen.


Bei jpc ist diese Mendelssohn-Spitzenaufnahme im Moment nicht zu haben, aber bei amazon regulär für 30,-€ und im Angebot ab 15,-€.

:hello: Es ist auch interessant, was die Forumsteilnehmer in den anderen Sinfonien-Threads über verschiedene Mendelssohn-Aufnahmen schreiben: Szell soll die Tempovorschriften Mendelssohns überhaupt nicht beachten (kann trotzdem interssant sein); Bernstein soll nicht annähernd an die Karajan - Aufnahme heranreichen...............

;( Ich hatte mal die DECCA-Aufnahme mit Solti von allen 5Sinfonien - das ist tatsächlich die erste Solti-Aufnahme, die ich nicht behalten und geschätzt habe. Die langsamen Tempi bei Solti, durch die trotzdem gerade bei der Sinfonie Nr.5 nicht die nötige Schwere vorhanden war und die bei Solti unüblich fehlende Dramatik ließen die Aufnahmen langatmig und belanglos erscheinen - abgesetzt.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

C.Huth

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6

Montag, 3. Oktober 2005, 19:55

Auch mir war es ja glücklicherweise vergönnt, die atemberaubende Interpretation von Christopher Hogwood und dem HR-Sinfonieorchester zu hören - am letzten Donnerstag. Ich kann mich Pius' Votum nur anschliessen: Sollte das einmal auf CD erscheinen, man kann es nur kaufen. Auch wenn Hogwood im Gespräch vor dem Konzert äusserte, er wisse nie so recht, was mit den beiden Mittelsätzen anzufangen sei: Hier lag für mich eine Stärke seiner Interpretation. Nie vorher ist mir aufgegangen, wie nah diese Sinfonie Mendelssohns - eigentlich ja seine zweite - am Modell der "Sinfonischen Fantasie" aus Schumanns Vierter eigentlich ist.

An Aufnahmen interessiert mich nun - nachdem ich nur Kurt Masurs eher erhabene Deutung kenne - Gardiner, und, vor allem, die neue mit Roger Norrington und dem RSO Stuttgart:



Kennt sie schon jemand. Ich hatte bisher nur Gelegenheit, in Norringtons neue Aufnahme der 3. und 4. hineinzuhören und war davon ausgesprochen angetan, die Kopplung 1 und 5 würde mich mehr interessieren, weil sie deutlich unterbelichtet sind, diese beiden Sinfonien, in meiner Sammlung....

Beste Grüsse,

C.
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ThomasBernhard

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7

Montag, 3. Oktober 2005, 20:23

Hallo Claus,

als Besitzer der Gardineraufnahme kann ich Dir, wie Norbert, auch nur Maazels Aufnahme ans Herz legen!

Ein Wunderwerk, was der junge Gott da an musikalischer Spannung und kontrapunktischer Konsequenz produziert hat!
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Norbert

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8

Dienstag, 4. Oktober 2005, 10:34

Zitat

Original von ThomasBernhard
Hallo (insbesondere Norbert und Peter),

das freut mich doppelt, daß Ihr die Maazel-Aufnahme lobt, da sie morgen der Briefträger bringen wird...

Mit meiner Gardiner-Aufnahme war ich bis gestern sehr zufrieden, Hogwood hat in der Alten Oper aber mit ähnlichem Interpretationsansatz und sogar etwas schneller und peppiger einfach mehr Lebendigkeit in diese Sinfonie bekommen.



bleibt aber trotzdem eine empfehlenswerte CD wegen der Wiener Philharmoniker und einer alternativen Fassung der Vierten Sinfonie.

Gruß, Markus


Hallo Markus,

na, ganz schlecht ist das ja auch nicht, was Gardiner abliefert ;) . Im Gegenteil, gäbes es nicht Maazel, wäre Gardiner wahrscheinlich interpretatorisch ganz oben anzusiedeln.

Was Maazel einzigartig macht, ist imo die Leidenschaft, die er verspüren läßt. Trotz relativ identischer Tempi zu Gardiner wirkt Maazel schwungvoller und intensiver. Gardiners Einspielung ist mehr auf Transparenz ausgelegt.

Gardiners Aufnahme ist übrigens bei JPC momentan für 9,99 € erhältlich.

Zum Vergleich die Tempoangaben bei Gardinier (Maazel s.o.)
10'52'', 04'56'', 03'42'' und 08'34''
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

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Pius

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9

Dienstag, 4. Oktober 2005, 22:26

Hallo!

Zitat

Original von Norbert
Gardiners Aufnahme ist übrigens bei JPC momentan für 9,99 € erhältlich.


Bei Zweitausendeins für 8,99 €. Ich überlege, ob ich zugreife. Ich nehme an, seine Interpretation der Vierten kann sich auch hören lassen.

Viele Grüße,
Pius.

Norbert

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10

Mittwoch, 5. Oktober 2005, 01:39

Definitiv.

Zumal es noch die sehr hörenswerte revidierte Version der 4. von 1834 als "Zugabe" obendrauf gibt.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

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C.Huth

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11

Montag, 24. Oktober 2005, 20:52

Hallo Norbert,

schon zugegriffen bei Gardiner/ 2001? Wenn nein, dann los: Ich denke, man kann der Aufnahme nicht viel ankreiden. Gewiss, Hogwood und das HR-Orchester waren nach meiner Erinnerung noch etwas differenzierter, auch agiler zugange (die beiden Ecksätze insbesondere habe ich unter Hogwood noch etwas spannender im Ohr als von Gardiners Aufnahme), aber ansonsten? Vielleicht die alte Maazel-Aufnahme, die mir hier so ans Herz gelegt wurde. Sollte man bei Gelegenheit nachschauen. Aber derzeit, zu diesem Preis bei 2001, ja, kann man da an Gardiner vorbeigehen?

Beste Grüsse,

C.
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Norbert

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12

Montag, 24. Oktober 2005, 23:01

Zitat

Original von C.Huth
Aber derzeit, zu diesem Preis bei 2001, ja, kann man da an Gardiner vorbeigehen?



Hallo Claus,

nein, kann man nicht, deswegen habe ich die Aufnahme schon seit längerem ;) .

Ich denke mal, Du hast Pius gemeint...
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

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petemonova

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13

Montag, 24. Oktober 2005, 23:38

Hallo,

ich habe seit kurzem auch die Gardiner-Aufnahme und kann die Eindrücke, die hier gegeben wurden, nur bestätigen.
Es kommt einem natürlich nicht so schwungvoll vor, wenn man Maazel im Ohr und im Sinn hat. Wenn man es aber schafft, sich davon zu lösen, bekommt man hier eine ganz tolle Sinfonie.

Ich hatte auch Gelegenheit, letztens in Bernsteins Aufnahme reinzuhören. Die steht als nächstes auf der Liste, hat mir ebenfalls ziemlich gut gefallen, was ich in den kurzen Abschnitten hören konnte.




Gruß, Peter.
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C.Huth

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14

Dienstag, 25. Oktober 2005, 07:22

Zitat

Original von Norbert

Zitat

Original von C.Huth
Aber derzeit, zu diesem Preis bei 2001, ja, kann man da an Gardiner vorbeigehen?



Hallo Claus,

nein, kann man nicht, deswegen habe ich die Aufnahme schon seit längerem ;) .

Ich denke mal, Du hast Pius gemeint...


In der Tat! Danke, lieber Norbert, für die Richtigstellung - irgendwas war mir da im Kopf durcheinandergeraten!

Beste Grüsse,

C.
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Barockbassflo

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15

Samstag, 5. Mai 2007, 22:03

Die Reformationssymphonie ist eines meiner Lieblingswerke, ich schätze sie weit mehr als die anderen Symphonien von Mendelssohn.

An Aufnahmen kenne ich Toscanini, Karajan und Jos van Immerseel.

Die Aufnahme von Toscanini ist mir zu vorwärtsdrängend, die Musik kann sich nicht richtig entfalten. Karajan ist vom interpretatorischen Grundansatz her sehr schön, aber das Orchester spielt technisch dermaßen unter aller Kritik dass ich die Musik nicht genießen kann.

Zum Glück gibt es die Immerseel-Aufnahme, die zwar schon 1994 entstanden ist, aber dennoch keine Wünsche offenlässt. Das Orchester Anima Eterna spielt auf historischen Instrumenten mit der gewohnten Präzision und Musikalität. Immerseel lässt die Musik weitgehend für sich sprechen, was am Anfang den Eindruck einer gewissen Trockenheit erzeugen mag. Hört man sich ein eröffnet sich jedoch ein Panorama liebevoll empfundener Arbeit am Detail, so dass die Aufnahme sich nicht abnutzt, sondern bei wiederholtem Hören eher wächst.

Was soll ich besonders loben: die weichen Blechbläser, das warme Holz, die wunderschönen Flöten insbesondere, die sinnliche Klarinette im Finale, die sonor leuchtenden, leidenschaftlich aufstrahlenden Celli?

Beispielhaft für den Ansatz seien die Violinen herausgegriffen: der helle Klang der Darmsaiten wird durch wohldosiertes Vibrato genau so weit in seiner Schärfe gemildert, dass ein heller, fokussierter, flexibler, in seiner Dichte variabler, intensiver Klang entsteht, der dennoch nicht schneidend, hart oder aber plüschig wirkt. Das Vibrato ist als solches kaum hörbar, man spürt es mehr an der Wärme des Klangs. Ähnliches gilt für die Celli, die damit enorm an Strahlkraft gewinnen, ohne in das so oft in dieser Instrumentengruppe zu beklagenden schmalzlockige Tremolieren zu verfallen.

Im Finale hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Überschwang vorstellen können, aber was an "Drive" fehlt wird durch Liebe zum Detail mehr als wettgemacht.

Warm empfohlen!

:hello:
BBF
"Dekonstruktion ist Gerechtigkeit." (Jacques Derrida)

zweiterbass

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16

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 01:22


Der erste Satz beginnt mit dem „Dresdner Amen“-Motiv, das Wagner später in „Parsifal“ verwendete.
Hallo,

mit dem "Dresdner Amen" und Andante lässt Mendelssohn den 1. Satz beginnen, dann zitiert er in pp ein Original-Leitmotiv aus Wagners Parsifal - Erlösungs- oder Gralsmotiv? - (wer weiß es genau?***) zweimal (und schiebt vor dem Schlussakkord der Zitate je eine deutliche Pause ein?). Das Zitat dürfte, ohne Pause, dem Zeitgeist entsprochen haben, mit Pause seiner Religiosität* zur Entstehungszeit der 5. (?).
Im dann folgenden Allegro con fuoco des noch 1. Satzes wird das "Dresdner Amen" verarbeitet, das Parsifalmotiv wird bei 7.26 (Laufzeitangabe meiner Aufnahme) noch einmal in pp zitiert (?).
Der anschließende 2. Satz - Allegro vivace! - hat ein fast tänzerisches, auf jeden Fall aber freudiges Thema, was durch den Soloeinsatz der Hörner noch betont wird.
Jetzt - erst im 3. Satz! - kommt das sehr kurze Andante, eine Mollvariation des Themas aus dem 2. Satz und völlig überraschend endet der Satz auf den letzten Takten in Dur.


Im Finale hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Überschwang vorstellen können
Dass Mendelssohn den Choralsatz nicht sofort in fff beginnen lässt, macht mir den 4. Satz mit dem Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" besonders hörenswert und spricht m. E. für seine Religiosität (*zum ev. Glauben konvertierter Mensch jüdischen Glaubens). Der Soloeinsatz der Flöte/n und die schrittweise hinzukommenden Holz- und Blechbläser ergeben einen warmen, voll tönenden Bläsersatz - ernst-feierlich und zugleich freudig - und der ganze Orchesterklang einschl. Pauken - festlich, ohne Pomp - kommt erst zum Schluss, beendet das ganze Werk.

Ich kenne kein weiteres weltliches Orchesterwerk, in dem ein in den ev. Gemeinden fest verankertes Kirchenlied zum Thema eines (Schluss-) Satzes gemacht wird. Wer mich da berichtigen kann, bitte ich um einen Beitrag.

Und nun wünsche ich viel Freude beim Hören der Reformationssinfonie, die sich von der 1. - 4. deutlich abhebt - egal in welcher Interpretation - und auch egal, dass Mendelssohn sie später ablehnte (*Glaubenswechsel?).

Viele Grüße
zweiterbass


***Nachsatz: Gibt es einen käuflichen Tonträger, auf dem die Leitmotive der/einiger Wagneropern vorgestellt werden?
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Rheingold1876

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17

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 08:07

Er kann nicht PARSIFAL zitieren, weil der den gar nicht gekannt haben kann. Mendelssohn starb 1847.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

zweiterbass

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18

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 08:18

Für diesen groben Fehler entschuldige ich mich - und bedanke mich bei Rheingold1876 für seine Aufmerksamkeit.

LG
zweiterbass
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teleton

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19

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 11:13

Von Norbert wurde in Beitrag 2 die Maazel-Aufnahme von 1961 (DG) als ganz grosse Aufnahme besonders hervorgehoben.
Die unglaublich flotten Spielzeiten bei Maazel sollten mich eigendlich zum Kauf anreizen: 10:34 - 5:22 - 2:58 - 7:54

Für den 1. und 2.Satz kann ich mir das auch gut vorstellen. :?: Aber wie man den herrlich beseelten 3.Satz Andante in 2:58 "überfliegen" kann ist mir schleierhaft.
Ich höre die grossartige und mir liebste Aufnahme der Reformationssinfonie mit Karajan (DG, 1972, ADD) aus der Berliner Jesus Christus Kirche.
:angel: Eine referenzwürdige und absolut glaubwürdige Interpretation, die dem Werk in jeder Hinsicht gerecht wird. Bei Karajan ist das Werk in allerbesten kompetenten Händen und seine Spielzeiten halte ich für absolut angemessen und "richtig" = 12:57 - 6:54 - 4:25 - 8:53.
Um die Grösse dieses hochgeschätzten Werkes aufzubauen, braucht es genau diese Länge.

Die neuste Ausgabe der GA sieht bei DG so aus:

DG, 1971/72, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Felix Meritis

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20

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 11:23

Ein paar Anmerkungen

Mendelssohn war definitv ein sehr gläubiger Christ, was sich nicht nur in vielen seiner Werke sondern auch in seinem Freundeskreis (einige Theologen) widerspiegelt. Das hat sich auch später in seinem Leben nicht geändert. Dass Mendelssohn der Reformationssymphonie später so ablehnend gegenüberstand, lag vor allem daran, dass sie bei den Zeitgenossen schlecht ankam. Uraufgeführt hätte sie in 1830 in Paris werden sollen, was aber an der Weigerung des Orchesters, die Symphonie zu spielen, scheiterte (zu viel Kontrapunkt, zu wenig Melodie). Ob es von Mendelssohn klug war, ein so protestantisches und deutsches Werk in Frankreich uraufführen zu wollen, darf natürlich bezweifelt werden. Die spätere Uraufführung in Berlin war auch nicht erfolgreich und vom Zerwürfnis Mendelssohns mit der Berliner Singakademie überschattet. Mendelssohn reagierte überaus empfindlich auf Ablehnung, was sicherlich auch in seiner heiklen Außenseiterposition als getaufter Jude begründet lag.

Der dritte Satz ist übrigens praktisch ein Vorspiel zum Finalsatz, die beiden bilden also gewissermaßen eine Einheit. In der Maazel-Einspielung ist das auch in der Trackanordnung realisiert, glaube ich.

Wie Teleton weiter oben richtig schreibt, unterscheiden sich alle fünf Mendelssohnsymphonien sehr stark voneinander. Als "normale" Symphonie kann man eigentlich nur die erste ansehen, der Lobgesang ist praktisch ein Te Deum und die beiden "Ländersymphonien" tragen Wesensmerkmale der symphonischen Dichtung in sich.

zweiterbass

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21

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 15:35

Die Spielzeiten des Gewandhausorchesters unter Masur liegen noch geringfügig unter denen von Maazel.

Die Spielzeiten der Aufnahme unter HvK dürften sich m. E. an der Überschrift "Reformationssinfonie" orientieren, besonders an dem Luthertext des Kirchenliedes, welches dem 4. Satz das musikalische Thema gegeben hat. Ob diese sehr festlich-feierlichen Spielzeiten dem Werk und seiner Außenwirkung gut tun, unter Beachtung eines heutigen Lutherverständnisses, ist für mich?? Und wie Mendelssohn den Beginn des 4. Satzes komponiert hat, spricht eher gegen die "pompösen" Laufzeiten der HvK.-Einspielung.

Viele Grüße
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22

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 16:29

Ich merke gerade, dass Bernstein bei diesem Werk mal ausnahmsweise schneller ist als Karajan:

11:29 - 6:24 - 3:48 - 8:56

Habe die Karajan-Aufnahme fast in besserer Erinnerung, auch tontechnisch, aber beide ewig nicht mehr gehört.

P.S.: Solti nahm alle fünf Mendelssohn-Symphonien auf? Ich fand auf die Schnelle nur die 3. und 4.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Felix Meritis

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23

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 18:07

Ich habe wohl irgendwas zwischen 10 und 15 Einspielungen von dieser Symphonie und die von Maazel ist meiner Meinung nach eindeutig die beste und überzeugendste. Andererseits kenne ich kaum eine Einspielung, die ich wirklich als schlecht bezeichnen würde. Bei Karajan habe ich aber generell das Problem, dass er Mendelssohn zu langsam spielt - das passt nur bedingt zu diesem Komponisten.

teleton

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24

Donnerstag, 1. November 2012, 10:12

RE: Karajan und Solti

Bei Karajan habe ich aber generell das Problem, dass er Mendelssohn zu langsam spielt - das passt nur bedingt zu diesem Komponisten.

Hallo Felix,

ich finde gerade zur Reformationssinfonie past Karajan´s Ansatz sehr treffend (sowie bei der Nr.1. und 3. / 2. kann ich nicht beurteilen). Bei der Sinfonie Nr.4 "Italienische" gebe ich Dir Recht. Die klingt mit Karajan tatsächlich zu konservativ. Da sollte man zu Dohnanyi (Decca), Kondraschin oder auch Solti (Decca) greifen, die ich mir erst letztes Jahr zusammen mit der Nr.3 "Schottischen" in den Aufnahmen mit seinem CSO zugelegt habe.

@Hallo Josef,
ja, Solti betreffend hatte ich mich in meinem Beitrag von 2005 geirrt. Ich dachte ich hätte mal mit Solti eine GA auf LP gehabt; gemeint war ein ganz anderer Komponist (kleine Verwechslung aus falscher Erinnerung heraus). Solti hat in der Tat offenbar nur die Sinfonien Nr.3 und 4 eingespielt -- und das sind feurige Aufnahmen, wie man es von ihm gewohnt ist und an denen es nichts auszusetzen gibt. Von daher muss ich meinen Irrtum betreffend Mendelssohn mit Solti hier schleunigst berichtigen und zurücknehmen.
Das Temprament der Italienischen wird auch von Solti sehr angemessen umgesetzt und die Schottische ist auch eine ganz feine Aufnahme.

Zudem liegt auch eine weitere Aufnahme der 4 mit den Wiener PH von ihm vor, die bei Decca in zwei Kopplungen mit Schostakowitsch 9 und Beethoven 5 vorliegt. An der Aufnahme muss also auch was sehr "hörwürdiges" dran sein. (Bernward hat die Decca-CD und sollte dazu was sagen können.)

*** Ich habe gestern Abend auf ARTE um 23:00Uhr eine sehr gute Dokumentation über Sir Georg Solti (D 2012) gesehen. Die hat mich in meiner hohen Meinung zu Solti wieder sehr bestätigt ! Bisher war mir gar nicht bewust, dass er jüdischer Abstammung war.
Vielleicht ein Grund weshalb ihn die Reformationssinfonie für eine Schallplattenaufnahme weniger tangierte !?!
Gruß aus Bonn, Wolfgang

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25

Donnerstag, 1. November 2012, 10:22

Zweiterbass bittet in seinem Beitrag Nr. 16 darum, einen Beitrag zu schreiben, falls jemand noch ein weltliches Orchesterwerk kennt, in dem ein evangelischer Choral als Thema eines Satzes verarbeitet wird. In der 5. Symphonie von Heinrich Schulz-Beuthen (1838 - 1915) geschieht dies sehr deutlich:

Es ist das von Luther verfasste Bekenntnislied "Ein feste Burg...", das Schulz-Beuthen in mehreren Sätzen unterschiedlich instrumentiert und verarbeitet. Er nannte diese Symphonie folglich "Reformationshymnus".

Bei der oben abgebildeten Aufzeichnung handelt es sich nach Angabe der Firma Sterling um eine Weltersteinspielung.

LG
Portator

teleton

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26

Donnerstag, 1. November 2012, 10:39

Bernstein

Die Spielzeiten des Gewandhausorchesters unter Masur liegen noch geringfügig unter denen von Maazel.

Hallo Zweiterbass,

die ebenfalls hochgelobte Mendelssohn-Sinfonien - GA mit Abbado (ich kenne diese selber nicht) liegt vom Tempo her insgesamt noch weit über den Karajan-Aufnahmen. Bei der Reformationssinfonie in etwa vergleichbarem Zeitmass (im Finale noch langsamer !)


Aber ich möchte noch ein paar Worte zu Leonard Bernstein schreiben:

Als Bernstein-Fan habe ich mir vor Jahren auch die Sony-Doppel-CD mit den Sinfonien Nr.3 - 5 mit den New Yorker PH zugelegt.
:) ;) Nicht alls kann perfekt sein. Bei der Italienischen kommt sein Temprament erst im Finale einigermassen zum Vorschein. Die Schottische ist eine ordentliche Aufnahme; aber kein Vergleich mit Dohnanyi, was Präzision und Aufbau des Werkes angeht.

Aber die Reformationssinfonie kann sich auch wirklich mit Bernstein sehen lassen. Ich wollte die Sony-DUETT-Doppel-CD schon absetzen, weil ich doch nur meine Favoriten höre. Aber mein Hördurchgang gestern hat mich bestätigt diese CD unbedingt zu behalten. Gross angelegte Interpretation mit Emotionen an den richtigen Stellen; sogar mit Karajan vergleichbar (nur klanglich nicht so perfekt, da aus den frühen 60ern).
Meine DUETT-Ausgabe hatte noch nicht das SONY-übliche 20-oder 24Bit-Remastering, dass diese Aufnahmen für heutige Verhältnisse so hörenswert machen !

Bernsteins Tempi (wohlgemerkt mit den New Yorkern) sind auch voll im Rahmen: 11:48 - 6:25 - 12:56 (3.und 4.Satz zusammen)
Gruß aus Bonn, Wolfgang

zweiterbass

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Donnerstag, 1. November 2012, 11:40

ich finde gerade zur Reformationssinfonie past Karajan´s Ansatz sehr treffend

Hallo teleton,

wobei zu fragen ist - ich mich schon gefragt und auch eingestellt habe - ob der HvK-Ansatz der Intention von Mendelssohn entspricht, denn der müsste er eigentlich folgen, oder?


Vielleicht ein Grund weshalb ihn (Solti, meine Einfügung) die Reformationssinfonie für eine Schallplattenaufnahme weniger tangierte !?!
Und dabei Mendelssohn ganz außen vor lässt! Gerade diese Konstellation müsste für ihn doch interessant sein? Die hier geäußerte Meinung, dass Mendelssohn überzeugt der ev. Religion angehörte (ein überzeugter Protestant war?), mit der Begründung, dass er viele Theologen kannte, ist für mich???

Viele Grüße
zweiterbass
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teleton

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Donnerstag, 1. November 2012, 12:20

RE: Karajan

wobei zu fragen ist - ob der HvK-Ansatz der Intention von Mendelssohn entspricht

Hallo zweiterbass,

wenn ich schreibe, das ich Karajan´s Ansatz bei der Reformationssinfonie für sehr treffend halte, dann meine ich auch, dass er Mendelsohns Intentionen für dieses weihevolle Werk im höchsten Maße getroffen hat !

Während sich Mendelssohns Gedanken sich in den Sinfonien 3 und 4 auf landschaftliche Eindrücke bezogen, so gipfelt die Reformationssinfonie in der Verarbeitung des Chorals >Eine feste Burg ist unser Gott<, also ein religiöses Thema, wie in seinen Oratorien Paulus und Elias. Im 1.Satz wird das >Dresdener Amen<, eine getragene und andächtige Melodie zitiert. Und gerade dies hat Karajan doch in höchst angemessener Weise in atemberauberder Grösse mit dem Gipfelpunkt im Finale fantastisch umgesetzt. Darüber hinwegzufegen, wäre doch verfehlt. Ich bin jedenfalls jedesmal ergriffen, wenn ich diese kompetente Karajan-Aufnahme höre. Das Karajan dieses Werk eine ganz grosse Herzensangelegenheit war, davon zeugt die hohe Ausdruckkraft seiner DG-Aufnahme.
(Ich wäre verwundert, wenn ein versierter Klassikkenner das nicht hört und Karajan hier schlechtreden würde !)

Höre Dir mal die Bernstein-Aufnahme (SONY) an. Die ist von ähnlicher Intensität gekennzeichnet (Beitrag 26); Abbado müsste zumindest laut Spielzeiten auch in diese Richtung tendieren.

Mendelssohns Sinfonien sind untereinander sehr kontrastreich. Dahingehend hatte ich ja schon geantwortet, dass ich Mendelssohns Intentionen bei Karajan´s Aufnahme der Italienischen nicht voll erfüllt sehe, da er das italienische Temprament etwas zu sehr aussen vor lässt (obwohl auch diese DG-Aufnahme besser ist, als von so manchen seiner Kollegen) ...
Gruß aus Bonn, Wolfgang

zweiterbass

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Donnerstag, 1. November 2012, 13:48

Hallo teleton,

an dem von Dir gebrauchten Adjektiv "weihevoll" scheiden sich die (unsere) Geister, was auch nicht überbrückbar sein wird, aber zur Klärung beigetragen hat und zu tolerieren ist - gegenseitig.

Viele Grüße
zweiterbass
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zweiterbass

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Donnerstag, 1. November 2012, 15:54

In der 5. Symphonie von Heinrich Schulz-Beuthen (1838 - 1915) geschieht dies sehr deutlich:

Hallo Portator,

danke für Deinen Hinweis; die CD ist auf meinem Merkzettel bei JPC gelandet. Ich komme darauf zurück, sobald ich die CD habe.

Viele Grüße
zweiterbass
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