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Christian B.

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  • »Christian B.« ist männlich

Beiträge: 652

Registrierungsdatum: 1. Juni 2006

61

Freitag, 15. Dezember 2017, 15:56

Ja genau, da sind sie drauf! Man findet sie aber auch bei youtube, vor allem Andas musikalisch feiner Variantenreichtum bei op. 10,2 ist eine Entdeckung:



Viele Grüße
Christian

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 6 339

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

62

Freitag, 15. Dezember 2017, 16:16

Das ist ja wirklich stark! Steht natürlich alles nicht im Notentext! Anda ist schlicht ein riesen Poet! :D Die CD bestelle ich mir! :hello:

Liebe Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 6 339

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

63

Freitag, 15. Dezember 2017, 18:01

Vor allem die zweite Ballade finde ich von Francois ganz außergewöhnlich!
Die Balladen habe ich gerade gehört. Mich hat die 3. Ballade sehr beeindruckt. Denn da sind wirklich rhetorische Elemente drin, die keiner so differenziert herausspielt. Da ist der Rhetoriker Francois in seinem Element. Ansonsten finde ich ihn schon sehr heterogen, manchmal etwas allzu positivistisch direkt. Die so schwer zu interpretierende 4. Ballade fällt völlig in ihre Einzelheiten auseinander. Da ist einfach keine Linie drin. Die 2. Ballade - stimmt, da gibt es interessante Entdeckungen, aber es klingt bisweilen auch ein wenig mulmig. :D

Schöne Grüße
Holger

Damiro

Anfänger

  • »Damiro« ist männlich

Beiträge: 36

Registrierungsdatum: 13. Dezember 2017

64

Sonntag, 17. Dezember 2017, 06:02

Hallo,

nicht einfach als Neuling bei euch sich zu Wort zu melden. (Im Vorstellungsthread steht einiges über mich).

Ermutigt durch die Entdeckung, dass hier nicht nur einige Leute weniger als 1000 Beiträge geschrieben haben, sondern sogar weniger als 100, spring ich also ins Haifisch- oder Goldfischbecken.

Ich war und bin ganz klar ein grosser Horowitz- Fan, weil er mich u.a. seit meinem 14. Lebensjahr begeistert und beschäftigt hat. Habe natürlich 30 bis 40 CDs von und mit ihm. 1986 bin ich in Hamburg in der Musikhalle in der vierten Reihe gesessen und habe u.a. Soirees de Vienne betitelte Schubertstücke gehört: toll, tänzerisch, mitreissend, poetisch und v.a. leise, dabei sehr pointiert alles. Das darf ein Schubert doch auch sein ?
Bei gewissen anderen Stücken an diesem Abend ergaben sich Töne/Akkorde, die nicht kamen, falsch waren, und ganz sicher auch Passagen von Horowitz anstatt (?) von Liszt, oder Chopin oder Schubert. Auch fehlte zuweilen der lange Atem des Meisters. Ich war trotzdem insgesamt natürlich sehr beeindruckt (er war damals 82).

1962 hatte sich der ältere Bruder meines Mitschülers, seines Zeichens junger Klavierlehrer, die damals ganz neue CBS- Lp mit der Trauermarschsonate u.a. von Chopin erstanden. Er führte uns vor, wie Horowitz das Tempo im Trauermarsch geführt hat, mit praktisch keinerlei Temposchwankungen bei den B- Ges- Harmoniewechseln, dann aber strategisch plazierten rhytmischen "Verziehungen" und Mini- Accelerandi in den Übergängen von Moll nach Dur. Ich weiss noch, dass ich jahrelang gebraucht habe, um diese Unterschiede genau zu hören bei Horowitz, Anda, Harasziewicz und anderen. Ich habe den Trauermarsch mindestens geschätzte 300 Mal gehört. Mit der Zeit lernt man, auch die Feinheiten zu hören und ordnet auch pianistische Veränderungen und Abweichungen stilistisch ein, bis dahin, dass einem auch die Carmen- Fantasie oder der Hummelflug oder sonst eine Petitesse gefallen kann, ja - man sich sogar sehr daran begeistern kann.

Ich finde es toll, dass ich aus dem Thread heraus viele Aufnahmen der Berceuse direkt anklicken konnte, aufmerksam gehört habe ich die Guiomar Novaes, St. Askenase und Alfred Cortot. Da die Brasilianerin, welche sie fast liedhaft- melodiös nimmt (Erinnerung an mittellaute, weich fliessende, trotzdem ausreichend artikulierte brasilianischen Sätze !), dort Askenase welcher einem schöne, poetische, für mich gut zugängliche Musik vorspielt und schliesslich das schwankende, fragile, unendlich differenzierte Gebilde eines Cortot, wobei man sich wie in einem leicht schwankenden Ruderboot fühlen kann, auf dem Rücken liegend, in die Sonne blinzelnd, mit offenen oder eben geschlossenen Augen.

Wir sind gut bedient, all diese Interpretationen nebeneinander aufzunehmen, die Wertigkeiten sollen m.E. nicht so sehr gesucht und dann auch nicht zu streng gegeneinander abgegrenzt werden.

Gruss vom Damiro

Ach so, MEINE damalige Klavierlehrerin hatte eine sehr schöne Monique Haas- 25 cm (!)- Lp. Sie durfte auch zwei Semester bei ihr in Paris studieren und sie durfte nicht wissen, dass ich sehr auf das hörte, was uns Horowitz vorgespielt hatte.

Dr. Holger Kaletha

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Beiträge: 6 339

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

65

Montag, 18. Dezember 2017, 06:53

1962 hatte sich der ältere Bruder meines Mitschülers, seines Zeichens junger Klavierlehrer, die damals ganz neue CBS- Lp mit der Trauermarschsonate u.a. von Chopin erstanden. Er führte uns vor, wie Horowitz das Tempo im Trauermarsch geführt hat, mit praktisch keinerlei Temposchwankungen bei den B- Ges- Harmoniewechseln, dann aber strategisch plazierten rhytmischen "Verziehungen" und Mini- Accelerandi in den Übergängen von Moll nach Dur. Ich weiss noch, dass ich jahrelang gebraucht habe, um diese Unterschiede genau zu hören bei Horowitz, Anda, Harasziewicz und anderen. Ich habe den Trauermarsch mindestens geschätzte 300 Mal gehört. Mit der Zeit lernt man, auch die Feinheiten zu hören und ordnet auch pianistische Veränderungen und Abweichungen stilistisch ein, bis dahin, dass einem auch die Carmen- Fantasie oder der Hummelflug oder sonst eine Petitesse gefallen kann, ja - man sich sogar sehr daran begeistern kann.
Lieber Damiro,

das ist ganz wunderbar! So sollte es sein! :) Vielleicht schaust Du mal in den Thread über die Chopin-Sonate op. 35. Ich habe schon weit über 100 Aufnahmen rezensiert - und ein großer Stapel liegt wieder bereit, der noch darauf wartet. Mir fehlt im Moment leider einfach die Zeit! :)
Ach so, MEINE damalige Klavierlehrerin hatte eine sehr schöne Monique Haas- 25 cm (!)- Lp. Sie durfte auch zwei Semester bei ihr in Paris studieren und sie durfte nicht wissen, dass ich sehr auf das hörte, was uns Horowitz vorgespielt hatte.
Das kann ich mir sehr gut vorstellen! In dem Modernistenkreis, aus dem Monique Haas - die ich sehr schätze - stammt, war "Romantik" verpönt. Immerhin hat sie die Chopin-Etüden aufgenommen (die Aufnahme habe ich leider nicht, ist wohl nie auf CD erschienen) und auch - sehr schön gespielt - das Schumann-Konzert. Mein Vater hat sie damals übrigens noch im Konzert gehört - von ihrer Erscheinung her, sagt er, war sie eine echte Pairser Dame. :D

Schöne Grüße
Holger

Christian B.

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66

Montag, 18. Dezember 2017, 08:53

In dem Modernistenkreis, aus dem Monique Haas - die ich sehr schätze - stammt, war "Romantik" verpönt. Immerhin hat sie die Chopin-Etüden aufgenommen (die Aufnahme habe ich leider nicht, ist wohl nie auf CD erschienen)
Auf der DG-Box sind tatsächlich nur zwei Etüden enthalten: Op. 10,3 und op. 10,5. Sehr schade.


Dr. Holger Kaletha

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67

Montag, 18. Dezember 2017, 16:49

Auf der DG-Box sind tatsächlich nur zwei Etüden enthalten: Op. 10,3 und op. 10,5. Sehr schade.
Finde ich auch, lieber Christian. Die Box habe ich ja auch. Den Anda habe ich gerade bestellt - kommt irgendwann nach Weihnachten. :) :hello:

Schöne Grüße
Holger

Damiro

Anfänger

  • »Damiro« ist männlich

Beiträge: 36

Registrierungsdatum: 13. Dezember 2017

68

Montag, 18. Dezember 2017, 22:55

Zitat Dr. Kaletha

das ist ganz wunderbar! So sollte es sein! :) Vielleicht schaust Du mal in den Thread über die Chopin-Sonate op. 35. Ich habe schon weit über 100 Aufnahmen rezensiert - und ein großer Stapel liegt wieder bereit, der noch darauf wartet. Mir fehlt im Moment leider einfach die Zeit! :)



Lieber Doktor,

schon beim Schreiben derZeilen beschlich mich das Gefühl, dass diese Sonate einen eigenen Thread oder gar mehrere haben muss. Danke für den Hinweis. Ja, und damit werde ich mich befassen ! Monique Haas will ich derzeit nicht vertiefen, später ganz sicher.

D.

Christian B.

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69

Montag, 18. Dezember 2017, 23:26

nicht einfach als Neuling bei euch sich zu Wort zu melden. (Im Vorstellungsthread steht einiges über mich).
Ist aber gleich ein super Beitrag von Dir, der mich gleich in mehrfacher Hinsicht anregt hat (Horowitz, Monique Haas und Novaes)! Vorstellungsthread habe ich noch nicht gelesen, aber ich freue mich sehr, dass sich jemand mit Expertise über Klaviermusik äußert. Ich bin inzwischen wohl einer der ältesten Mitglieder hier, glaube ich, habe es aber gerade mal auf 600 Beiträge geschafft. Also nur keine Bange!

Viele Grüße
Christian

Dr. Holger Kaletha

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

70

Mittwoch, 10. Januar 2018, 18:16



Das ist ja eine unfassbare Aufnahme der Preludes op. 28! Da weht quasi der Lebensatem durch, so spontan und undogmatisch und zugleich organisch, so phantasievoll und abgründig expressiv. Noch niemals habe ich das berühmte "Regentropfen"-Prelude so tragisch-verzweifelt gehört. Da hört man sich seine Studioaufnahme danach nicht mehr an und darf wirklich das Prädikat "genialisch" vergeben. Ein schlicht unglaubliches Chopin-Spiel unverwechselbarer Qualität! Da komme selbst ich "alter Hase" aus dem Staunen nicht mehr heraus! :) :) :) :) :)

Schöne Grüße
Holger

Christian B.

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71

Mittwoch, 10. Januar 2018, 21:31

Das sind wir mal wirklich einer Meinung, Holger!
Liebe Grüße
Christian

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

72

Donnerstag, 11. Januar 2018, 06:28

Das sind wir mal wirklich einer Meinung, Holger!
Was ja doch häufiger vorkommt, lieber Christian! ;) :D Die Etüden höre ich wohl heute, wenn ich von der Arbeit zurück bin. Was für ein Konzert!

Herzlich grüßend
Holger

Christian B.

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Registrierungsdatum: 1. Juni 2006

73

Donnerstag, 11. Januar 2018, 17:42

Ja, er spielt sich da in einen regelrechten Rausch hinein, Holger!

Ansonsten muss man gar nicht immer einer Meinung sein, finde ich, jedenfalls habe ich kein Problem damit, zwei Meinungen nebeneinander stehen zu lassen, gerade bei der doch sehr subjektiven Betrachtung von Musik.

Aber wenn man sich hin und wieder einig ist, ist das natürlich eine feine Sache.

Herzliche Grüße!
Christian

Damiro

Anfänger

  • »Damiro« ist männlich

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Registrierungsdatum: 13. Dezember 2017

74

Samstag, 13. Januar 2018, 17:40

Ja ohne Aber.

m-mueller

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Beiträge: 3 319

Registrierungsdatum: 9. Januar 2007

75

Gestern, 00:50

Nr. 4 zu schnell, 9 zu schnell, 20 viel zu schnell - ansonsten anscheinend ganz gut, abgesehen von auch zwischendurch mal zu schnell. Ganz abstrahiert vom unterdurchschnittlichen Klang. Darüberhinaus ohne "aber".