Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

  • »PianoForte29« ist männlich
  • »PianoForte29« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 144

Registrierungsdatum: 12. April 2008

1

Mittwoch, 13. August 2014, 23:45

Qua(r)k in der Tageszeitung

Frage an alle, die trotz Internet dem alten Druckmedium noch nicht untreu geworden sind: Ist sie rar geworden, die "gute" alte Zeitungsente?

Fast könnte man den Eindruck bekommen, ist doch kaum noch von hundertprozentigen Falschmeldungen unserer Gazetten, die über bloße Zahlendreher oder ähnliche kleine Missgeschicke hinausgehen, die Rede, wobei den Taminoaner in diesem Zusammenhang natürlich in erster Linie der Bereich Kultur/Musik interessiert - und nicht etwa z.B. das in einer folgenden Ausgabe korrigierte Tatgeschehen eines Verbrechens, was auch hinsichtlich der Bewertung des Fehlers eine völlig andere Kategorie darstellt.
"Was macht das schon?!", mag da jemand einwenden: "Irren ist menschlich". Stimmt, doch zumindest ich stelle an die (Haupt- und Schluss-)Redakteure einer führenden regionalen und verstärkt der überregionalen Tageszeitung, die von mir ganzjährig abonniert ist (und damit nicht unwesentlich unterstützt wird), den Anspruch, dass bestimmte Fehler nicht vorkommen sollten bzw. in krassen Fällen auch nicht vorkommen dürfen.

Um einen solchen der letzteren Sorte handelt es sich m. E. bei folgendem Qua(r)k, den meine ungläubigen Augen vor wenigen Tagen schwarz auf weiß lesen mussten.
Mir fällt das gerade wieder ein, weil mich das heutige Datum an den historischen Beginn der Bayreuther Festspiele erinnert, die anno 1876 am 13. August unter direkter Mitwirkung ihres Gründers und Monopolautors Richard Wagner starteten und damit eine damals wohl von niemandem geahnte Tradition ins Leben riefen.
Im Kulturteil der führenden regionalen Tageszeitung meines Wohnortes also wurde am 25. Juli vermeldet, gekennzeichnet als "dpa"-Agenturmeldung:

" Traditionen müssen gewahrt werden: Seit 138 Jahren beginnen die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth am 25. Juli ..."

Aha, interessant, mag sich mancher Leser gedacht haben. Beeindruckende Tradition ...

Die Wahrheit sieht indes "ein klein wenig" anders aus: Dividieren wir 138 durch den runden Faktor 6, ersetzen wir es also durch 23, und wir liegen richtig, alldieweil die ersten
Bayreuther Festspiele nach der Deutschen Einheit vom Okt. 1990 die Premiere waren, seit welchen bis heute der 25. Juli fixer Eröffnungstermin ist.
Für alle Zweifler zur Kontrolle: Hier für die letztmalig alte Regelung [wie ich gerade bemerke, ist der 21. Juli 1990 mittlerweile als Eröffnungstag gestrichen worden, der vor ca. 7 Tagen noch angezeigt wurde!; nach aktueller Selbstauskunft wäre 1988 das Auslaufjahr], hier für die aktuelle Regelung.
Man muss übrigens nur in der Adressleiste (vor „index“) die gewünschte Jahreszahl eingeben, um alle Spielpläne seit 1951 einsehen zu können.


Nochmals die Ausgangsfrage: Wie geht es den "Altmodischen" unter Euch, d.h. denjenigen, die immer noch regelmäßig Zeitung lesen: Seid Ihr mit dem Wahrheitsgehalt zufrieden - oder ist das journalistische Niveau in den zurückliegenden zehn und mehr Jahren im E-Kulturbereich gesunken?


Klaus 2

Prägender Forenuser

  • »Klaus 2« ist männlich

Beiträge: 1 414

Registrierungsdatum: 28. Oktober 2011

2

Donnerstag, 14. August 2014, 08:53

Interviews mit Betroffenen. Das beschreibt ganz gut die Misere. Wo früher Recherche angesagt war, wo abegwogen und auch kommentiert wurde, nimmt man heute einen Betroffenen (Was immer das auch genau heißen mag) und lässt den reden.
Wo der Spiegel früher Hintergründe offenlegte, kommen heute seitenlange Berichte a la "Eine Reise durch...". Da darf dann der Gemüsehändler erzählen und der Cafébesitzer.
Das alles ist Unterhaltung und hat in einer kritischen Zeitschrift nichts zu suchen. Aber der wirtschaftliche Druck scheint es zu fordern.
Aber das bezieht sich ja nicht nur auf Printprodukte. ARD-Brennpunkte gibt es nicht für global wichtige Ereignisse sondern eher mal zu Zugunglücken. Demnächst vielleicht zu süßen Katzenbabies.
Schwierig, die wenigen Perlen zu finden, die Produkte, wo wirklich noch Information generiert wird.
Ein kleiner Tipp: Im Internet die "Nachdenkseiten", die häufig Printartikel hinterfragen und vervollständigen.
TSchö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.