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Felix Meritis

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61

Donnerstag, 27. Juni 2013, 23:01

Die Musik ist nicht weiter originell oder sonderlich stilistisch eigenständig, eher tendenziell akademisch, bisweilen kontrapunktisch gelehrt. Man fühlt sich immer wieder an die Zeitgenossen erinnert, an Brahms, an Mendelssohn, an Dvorak - ich käme aber nicht wirklich auf die Idee ganz expliziter Beeinflussung durch diese Namen. Man hat stets das Gefühl einer formvollendeten und eher diatonisch denn chromatisch geprägten Musik von großer Homogenität und nicht selten gefallen markante melodische Einfälle, bisweilen auch eine subtile Harmonik.

Weitestgehend scheinen sich die deutschen Romantiker der zweiten Reihe in zwei Gruppen zu formieren:

I. Die "Formalisten", welche viel Wert auf eine individuelle Formgestaltung legen und aus der Form auch echte Impulse erhalten, dafür aber oft nicht mit allzu glänzender melodischer Erfindungsgabe gesegnet sind. Beispiele wären hier von Herzogenberg, Kiel oder Draeseke.

II. Die "Melodiker", welche wenig Wert auf eine originelle Formbehandlung legen, sondern eher einen "erzählerischen" Zugang haben. Hier wären Reineke, Gernsheim, Eduard Franck, Xaver Scharwenka, Goldmark und eben Rheinberger zu nennen.

Zwei Komponisten, die nicht in das Schema passen sind mMn Volkmann und Raff, die ich daher auch als die beiden bedeutendsten der hier genannten Komponisten einstufen würde.


Die Orgelkammermusik passt übrigens hervorragend hier hinein. Ich wollte auch etwas davon besprechen, aber jpc lässt mich bereits über einen Monat auf die bestellte CD warten :cursing:

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62

Freitag, 28. Juni 2013, 12:19

Ich habe neulich über Ebay eine einzelne CD aus der Rheinberger-Reihe von Thorofon erhalten, mit einem a-moll-Streichquintett und einem Klavierquintett. (Die Box hatte ich vor etlichen Monaten mal auf dem Schirm, als sie preiswert war, habe sie dann aber doch nicht gekauft.)
Nach etwa zweimal Hören gefällt mir das zwar ganz gut, aber ich hatte, nach dem was ich früher mal über Rheinberger gelesen hatte, etwas "mehr" erwartet. Die Klang- und Spielqualität sind m.E. auch nicht so gut wie auf vielen (neueren) cpo-Produktionen. Vermutlich sollte ich die CD aber erst noch einige Male in Ruhe anhören. Aber der Eindruck führt bislang nicht dazu, dass ich die restlichen CDs auf die Liste setze... zumal die z Zt. oft nur zu Fantasiepreisen angeboten werden.

Felix Meritis

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63

Freitag, 28. Juni 2013, 12:39

Ich habe neulich über Ebay eine einzelne CD aus der Rheinberger-Reihe von Thorofon erhalten, mit einem a-moll-Streichquintett und einem Klavierquintett. (Die Box hatte ich vor etlichen Monaten mal auf dem Schirm, als sie preiswert war, habe sie dann aber doch nicht gekauft.)
Nach etwa zweimal Hören gefällt mir das zwar ganz gut, aber ich hatte, nach dem was ich früher mal über Rheinberger gelesen hatte, etwas "mehr" erwartet. Die Klang- und Spielqualität sind m.E. auch nicht so gut wie auf vielen (neueren) cpo-Produktionen. Vermutlich sollte ich die CD aber erst noch einige Male in Ruhe anhören. Aber der Eindruck führt bislang nicht dazu, dass ich die restlichen CDs auf die Liste setze... zumal die z Zt. oft nur zu Fantasiepreisen angeboten werden.

Ich denke, besser als das a-Moll Quintett wird's nicht, weshalb ich Dir eigentlich nicht unbedingt empfehlen kann, noch mehr von Rheinbergers Kammermusik zu kaufen. Das B-Dur Klaviertrio ist wirklich gut und stilistisch würde ich es ca. bei Dvoráks Trios Op. 21 und 26 einordnen. Aber selbst diese beiden sind nicht unbedingt "must-haves". Falls Du Kammermusik für Bläser sehr magst, wäre das Bläsersextett zu empfehlen - obwohl dies leider mit den wenig beeindruckenden Violinsonaten gekoppelt ist. Es gibt aber das Sextett mit dem ebenfalls attraktiven Nonett in einer anderen Einspielung zu kaufen:

Ich kenne die Aufnahme nicht, aber MDG hat fast immer gute Musiker unter Vertrag. Die Werke sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Was Du über die Klangqualität der Aufnahme des Streichquintetts sagst stimmt leider. Allerdings sind die anderen CDs im Set diesbezüglich wesentlich besser. Trotzdem ist auch der Klang bei den Klaviertrios sehr trocken und die Interpretationen höchstens durchschnittlich. Es gibt eine Konkurrenzaufnahme bei MDG (Trio Parnassus - eine gute Formation), welche aber ziemlich teuer ist. Da außer dem B-Dur Trio die Klaviertrios von Rheinberger nicht gerade beeindruckend sind, kann man hier sicherlich ohne schlechtes Gewissen passen.

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

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64

Montag, 22. Juli 2013, 15:19

Ich bin leider zu faul, so hübsche Beschreibungen zu schreiben, aber ich kann Kammermusik der späteren Romantikergeneration in schönen Aufnahmen empfehlen:

Heinrich Kaspar Schmid (1874 – 1953)

Richard Wetz (1875 - 1935)
<-
Julius Weismann (1879 – 1950)

Hermann Zilcher (1881 – 1948)


Wetz brucknert mehr, die anderen verbinden Brahms mit Wagnerscher Harmonik.

Felix Meritis

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65

Montag, 22. Juli 2013, 22:32

Danke für die Tipps! Ich bewege mich derzeit kammermusikalisch ohnehin gerade zeitlich nach vorne (Pfitzner, Reger, Nielsen), da könnten Deine Nennungen auch interessant werden.

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

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66

Freitag, 26. Juli 2013, 19:50

Den Schmid gibt es bei JPC momentan um 2,99€.

Ich habe nun nochmals in den Weismann reingehört, da Du bei späterem Pfitzner weniger Spätromantik als Mendelssohn gehört hast.
Bei Weismann ist die Sache auch einigermaßen unterschiedlich.

Der Phantastische Reigen op. 50 für Streichquartett von 1913 führt in lockerer Folge nächtliche, tänzerische Stückchen vor, die streckenweise impressionistisch, oft reger-isch sind und romantische Melodik mit mal konversativerer und mal modernerer Harmonik verbinden. Ein Stück das sehr gut zu dem passt, was man aus der Zeit heute gewohnt ist zu hören, durchaus attraktiv.

Ganz anders Thema, Variationen & Gigue op. 146 für Viola und Klavier von 1943. Ein merkwürdig introvertiertes Stück, das zunächst klingt, als wenn es ca. 100 Jahre früher komponiert worden wäre, in der dritten Variation wird es dann brahmsischer, ab und zu gibt es durchaus harmonische Schritte, die in Verbindung mit einer ruppigen Stimmführung den Brahms-Rahmen sprengen dürften, aber ich bin mir nicht so sicher, ob man das auch so hört, wenn man nicht weiß, von wann das Stück ist. Es folgt dann ein längeres Fugato, das die Bach-Beschäftigung des nunmehr des vordergründigen Effekts eher abholden Komponisten demonstriert. Ich habe das oft hören müssen, um es lieb zu gewinnen, und obwohl ich die Teile inzwischen sehr mag, bin ich mit der Gesamtform nicht ganz glücklich, es hat was von einem musikgeschichtlichen Ausflug.

Alfred_Schmidt

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67

Samstag, 27. Juli 2013, 14:20

Da wir uns hier schon dem "Ende der deutschen Romantik" nähern - wobei das naturgemäß immer eine Sache der persönlichen Einschätzung bleiben wird, wage ich mich zaghaft an den Anfang, wobei ich eine Korrektur von seiten eines Spezialisten durchaus in Kauf nehme.
Ich nominiere hier also zwei Klavier Quartette von Friedrich Kuhlau, der zwar von vielen als dänischer Komponist gesehen wird, allerdings ist er in Deutschland geboren und seine Tonsprache ist deutsch,im Fall der Kammermusik gelegentlich an Beethoven gemahnend, der von einigen ja auch eher als früher Romantiker gesehen wird.
Kuhlau hat Beethoven 1825 übrigens persönlich in Wien kennengelernt, wobei etliche Flachen Champagner geleert wurden.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

clck 1810

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68

Sonntag, 28. Juli 2013, 00:26

Kuhlau Klavierquartett g-Moll, op. 108

Kuhlau hat mindestens noch ein Klavierquartett geschrieben, und zwar eines in g-Moll, Op. 108. Dieses Werk, erschienen bei cpo, habe ich schon sehr lange - leider wurde es inzwischen gestrichen :( .



Das Stück ist jedenfalls ein richtiger Reißer! Ein typisches Klavierquartett der Frühromantik mit allem, was dazugehört. Vom Ausdruckswillen ist es durchaus dem Mendelssohnschen Klavierquartett Op. 3 ebenbürtig (Mendelssohns Werk enstand 1-2 Jahre früher).

Alfred_Schmidt

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69

Sonntag, 28. Juli 2013, 12:59

Ich habe dieses Klavierquartett op.108 in der gezeigten Aufnahme auch schon sehr lange in meiner Sammlung. Es zählt zusammen mit seinem einzigen Streichquartett op.122 zu den letzten veröffentlichten Werken Kuhlaus. Weitere Werke dieser Zeit - nämlich alle bisher ungedruckten (Kuhlau hatte sie als "Altersvorsorge" zurückgehalten) wurden 1831 bei einem Brand vernichtet......

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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70

Sonntag, 28. Juli 2013, 23:37

Max Bruch - Späte Kammermusik

Max Bruch (1838 - 1920) verdiente neben der recht früh hier erwähnten Streichquartette (welche übrigens auch einen eigenen Thread haben) noch etwas tiefergehende Beschäftigung. Zwar schrieb Bruch nicht allzu viel Kammermusik, vor allem in der mittleren Zeit seiner Karriere, aber gerade in den letzten beiden Lebensjahren, als er völlig verarmt, isoliert und verbittert den Siegeszug der Moderne mitansehen musste, kam doch einiges zusammen: zwei Streichquintette (a-Moll und Es-Dur) und ein Streichoktett (B-Dur). Bruch war 82 als er diese Werke schrieb aber es ist darin keine Resignation oder Leisertreten zu hören (wie etwa im Spätwerk Reineckes), sondern die Musik klingt so als wäre sie von einem 25-jährigen geschrieben worden: frisch, melodiös und forsch. Auch im allgemeinen Kontext ist sie völlig aus der Zeit gefallen, denn nicht der leiseste Hinweis würde einen vermuten lassen, dass die Werke nicht 1850 sondern 1920 entstanden. Bruch verweigert sich den musikalischen Entwicklungen nach 1870 praktisch völlig - also mehr als selbst Reinecke oder Rheinberger - und schreibt pure Musik der Hochromantik.

Erhältlich sind folgende Aufnahmen:



Die Werke profitieren sehr von der melodischen Erfindungsgabe Bruchs, die mMn über der seiner konservativ/reaktionären Mitstreiter steht. Erwähnt sei hier auch das in den 1880er Jahren entstandene Klavierquintett, das mir fast noch besser gefallen hat als die Spätwerke. Das Finale in diesem Quintett ist tatsächlich durch größte melodische Inspiration gekennzeichnet. Das wäre das Positive - und dieses Positive reicht aus, um die Werke empfehlenswert zu machen. Bruchs Musik hat aber leider auch einen Pferdefuß, und zwar denselben wie die Kammermusik Rheinbergers: sie ist rein erzählerisch gestaltet und bezieht null Impulse aus der Form. Bei aller melodischen Schönheit handelt es sich also um epigonale Musik, welche kaum Anhaltspunkte für eine vertiefte Beschäftigung bietet. Besonders negativ betroffen sind von dieser rein auf das Melodische ausgerichteten Kompositionsweise die langsamen Sätze, welche ohne die kompositorischen Mittel eines Mendelssohns (sangliche Eleganz), Schumanns (Innigkeit) oder Brahms' (Profundität) allzu sehr ins Sentimentale, ja Schmalzige, abgleiten. Aus diesem Grunde sind auch in allen hier vorgestellten Werken - mit Ausnahme des *Es-Dur Quintetts (welches überhaupt das schönste Spätwerk ist) - die langsamen Sätze die schwächsten. Alle anderen Satztypen kommen mit viel Elan davon. Dasselbe gilt übrigens auch für andere Komponisten dieses Typus, wie etwa Rheinberger oder den früher vorgestellten Xaver Scharwenka. Man kann aus Bruchs Musik schon heraushören, weshalb er solange als Kandidat für höhere Weihen galt. Andererseits hört man auch, weshalb es schließlich nicht dazu gekommen ist. Trotzdem: wer melodiöse, gut gearbeitete Kammermusik aus der Romantik mag, ist hier sehr gut bedient und eine glatte Empfehlung ist - im Gegensatz zu Rheinberger - leicht ausgesprochen.


*Dieses Werk ist ein gutes Stück origineller als die anderen. Der erste Satz ist ein kurzes Andante und hat nichts von einem regulären Kopfsatz. Der langsame Satz ist ein Juwel, während der Schlusssatz wiederum ungewöhnlich langsam beginnt (Tempovorschreibung Andante) und erst verspätet Finalestimmung aufkommen lässt. Bis auf den zweiten Teil des Finales ist die Grundstimmung, ganz im Gegensatz zu den anderen Werken, leicht resignativ. Dieses Werk würde ich tatsächlich als absolut erstklassig einstufen, wodurch sich meine obenstehende Kritik etwas relativiert (welche man allerdings wiederum auch auf Bruchs frühe Streichquartette ausdehnen könnte...).

Felix Meritis

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Montag, 5. August 2013, 14:12

Josef Rheinberger - Kammermusik für Orgel, Violine und Cello

Nun hat jpc mir doch endlich jene Rheinberger-CD zugeschickt, auf die ich so lange gewartet hatte:

Auf dieser CD befindet sich ein Teil Rheinbergers Kammermusik für Orgel und Streichinstrumente, und zwar die Suite op. 149 für Orgel, Violine und Cello und eine Sammlung von Charkaterstücken für Violine und Orgel, op. 150. Zunächst hat mich der Klang der Instrumente fasziniert, allerdings hielt dieser Effekt nicht lange an, was auch daran liegen mag, dass ich die Parts der Streicher einfach zu schmalzig finde. Die Idee ist äußerst originell - ja, bizarr - aber die Umsetzung wenig beeindruckend. Melodisch besonders eingängige Stellen sind mir nicht erinnerlich. Ein Kuriosum, aber keines das zum Komplettieren einlädt (Rheinberger schrieb noch eine Suite für Violine und Orgel, op. 166).

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Dienstag, 6. August 2013, 10:04


Die Stücke für Violine und Orgel mag ich sehr, die Besetzung ist für die Kombination aus Klassizismus und Sentimentalität, die den Stücken innewohnt, kongenial. Mein Lieblingsstück ist das Abendlied aus Op. 150.
Ich habe die Einspielung mit Elena Denisova und Szygmund Strzep.

Felix Meritis

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Dienstag, 6. August 2013, 10:37

Die Stücke für Violine und Orgel mag ich sehr, die Besetzung ist für die Kombination aus Klassizismus und Sentimentalität, die den Stücken innewohnt, kongenial. Mein Lieblingsstück ist das Abendlied aus Op. 150.
Ich habe die Einspielung mit Elena Denisova und Szygmund Strzep.

Das stimmt, wenn man die Kombination aus Klassizismus und Sentimentalität mag, dann ist Rheinberger überhaupt eine Fundgrube. Allerdings weiß ich nicht, ob viele Deine Präferenzen hier teilen ;) .

Ich werde mir heute noch einmal das Abendlied genau anhören. Es ist gut möglich, dass ich einiges verpasst habe, denn meine Aufmerksamkeit hat nach 15 min stark nachgelassen.

WolfgangZ

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Dienstag, 6. August 2013, 12:26

Rheinberger: Klassizismus und Sentimentalität

Es ist nur eine Präferenz unter Hunderten meinerseits :P , die hier zu teilen wäre - indes: auch die teile ich.

Überdies empfinde ich zumindest das Opus 166 nicht als sentimental, sondern als stiltypisch und stimmig. Es ist der Rückblick eines sehr begabten, wenn auch nicht genialen Komponisten auf alte Zeiten. Wenn diese Musik sentimental ist, dann ist es auch die Akademische Festouverture von Brahms ... oder der halbe Mendelssohn ... :stumm:

:hello: Wolfgang
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75

Dienstag, 6. August 2013, 12:34

Op. 166 habe ich nicht - inwiefern unterscheidet sich das von den anderen beiden?

Wenn diese Musik sentimental ist, dann ist es auch die Akademische Festouverture von Brahms ... oder der halbe Mendelssohn ... :stumm:

Meinst Du jetzt "sentimental" oder "nostalgisch"? Ich meinte eher nicht die klassizistische Seite Rheinbergers Musik. Das stört mich als Mendelssohn- und Saint-Saens-Enthusiast überhaupt nicht. Was mir nicht besonders gefällt ist das "Schmalzige", ganz besonders in den langsamen Sätzen. Damit ist er nicht alleine, denn ähnliches höre ich auch bei Bruch oder Gernsheim.

WolfgangZ

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76

Dienstag, 6. August 2013, 12:43

Opus 166 empfinde ich als eine Suite im alten Stil. Der "Sound" ist wohl ein ähnlicher wie in den anderen Werken - zwangsläufig.

Und - nein, ich empfinde gerade auch die langsamen bzw. getragenen Passagen in Opus 166 überhaupt nicht als schmalzig. Da sind keine Drücker, keine melodischen Banalitäten. Diese Sätze sind stiltypisch für Rheinberger. Mag sein, dass die Gefahr der Sentimentalität in den anderen Kammermusikwerken, die stärker an Brahms erinnern, auch stärker gebannt scheint. Außerdem - man kann das klassizistisch nennen - spricht auch das Prinzip der Formstrenge und Durcharbeitung gegen den Aufkleber "sentimental".

Ich liebe sie ja auch, diese Aufkleber, aber bisweilen vereinfachen (oder verfälschen) sie die Diskussion dann doch zu sehr.

Was ist der Unterschied zwischen nostalgisch und sentimental ? In der Praxis? Wenn ich das so genau wüsste!

Wie gesagt, Rheinberger trifft eine musikalische Ader in mir bestens.

Allerdings liegt mir Opus 166 näher und ich habe es auch eher im Ohr als die anderen Nummern in dieser Duo- bzw. Triobesetzung (- die ich mir ja nachher mal wieder anhören könnte. :thumbsup: ), denn ich habe es am Klavier schon einmal mit einem Geiger gespielt - natürlich mehr schlecht als recht.

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Dienstag, 6. August 2013, 12:55

Ich möchte Dir ja diese Stücke nicht ausreden! Wenn sie Dir gefallen - umso besser. Das "Schmalzproblem" bei Rheinberger habe ich auch in seiner übrigen Kammermusik, ganz besonders in den Violinsonaten. Gegen die Aufkleber ist nichts einzuwenden, wenn man in Betracht zieht, dass ein Komponist mehrere haben kann. Klar ist Rheinberger Klassizist, aber eben auch Romantiker. Und seine romantische Ader liegt mir nicht besonders.

Nostalgie muss jedenfalls nicht schmalzig sein. Der letzte Satz Brahmsens Vierter ist definitv "nostalgisch" - so wie die ganze Symphonie mMn - aber als "schmalzig" kann man das wohl wirklich nicht bezeichnen. Brahms war ein zutiefst nostalgischer Komponist aber nicht schmalzig. Mendelssohn ist beizeiten schmalzig, aber nie in den klassizistischen Stücken, sondern in romantischen Vokalsätzen (z.B. in (Chor)liedern, oder "Ich harrete des Herren" aus dem Lobgesang)

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78

Mittwoch, 1. Januar 2014, 16:02

Moritz Hauptmann - Sonatinen, op. 10

Nun ist es mir endlich gelungen, ein paar Stücke von Moritz Hauptmann (1792 - 1868) zu ergattern, einem Zeitgenossen Schumanns und Mendelssohns, den beide außerordentlich schätzten. Hauptmann wurde auf Mendelssohns Bestreben hin Thomaskantor zu Leipzig (Mendelssohn hatte die Stelle abgelehnt) und in den 1840er Jahren zum Lehrer für Komposition an das Leipziger Konservatorium berufen. Dies bedeutet, dass Hauptmann einer der prominentesten Musiker Deutschlands war. Umso betrüblicher ist es, dass praktisch keine Musik von ihm bisher eingespielt wurde. Eine - kleine - Ausnahme sind die drei Sonatinen op. 10, welche so erfolgreich waren, dass sie zu Lebzeiten Hauptmanns 12-mal aufgelegt wurden. Hier wurden sie im Rahmen der Serie "Mendelssohn und seine Zeit" von Andreas Hartmann und Rolf-Dierter Arens für das Label Querstand eingespielt. Diese Serie ist voller Trouvaillen, ich werde mir also mehr Folgen daraus besorgen. Die hier besprochenen Sonatinen sind natürlich Amateurstücke und es fällt schwer, sie für eine Bewertung Hauptmanns als Komponist heranzuziehen, allerdings ist die dritte Sonatine sehr gekonnt und raffiniert komponiert. Es ist also durchaus möglich, dass Hauptmann Hörenswertes hinterlassen hat.


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Mittwoch, 1. Januar 2014, 18:54

Ich möchte einen Komponisten nennen, von dem ich allerdings nur ein einziges Stück vor einigen Wochen kennengelernt habe: August Klughardt (1847 - 1902), also etwas jünger als die meisten bisher angeführten, nähere Informationen bei Wikipedia. Auch Klughardt stand zwischen der "neudeutschen" Richtung und der Mendelssohn/Schumann/Brahms-Tradition.

Bei dem Werk handelt es sich um die hauptsächlich Oboisten bekannten "Schilflieder" von 1872, eine Reihe von Fantasiestücken für Oboe, Viola, Klavier nach dem gleichnamigen Gedichtzyklus Lenaus, woraus u.a. Mendelssohn, Berg, Schoeck Lieder vertont haben.
Die fünf Stücke dauern zusammen gut 20 min; 1,3 und 5 sind eher ruhig, zuerst melancholisch und am Ende eher "verklärend", die beiden anderen kurz und leidenschaftlich. So weit ich höre sind sie durchkomponiert, also eher Charakterstücke als simple Lieder ohne Worte, obwohl natürlich liedhaft-lyrisch.
Es gibt ja wenig Kammermusik in freieren Formen, meinem Eindruck nach muss man Klughardts "Schilflieder" zu den, auch klanglich, originellsten und gelungensten Stücken dieser Art zählen. Sie stehen nicht hinter Schumanns ähnlichen Stücken zurück und gefielen mir beim Wiederhören besser als dessen etwas betulichen "Märchenerzählungen" (Klar., Va., Klavier).

Am einfachsten zugänglich ist vermutlich eine neuere Einspielung mit Albrecht Mayer und Tabea Zimmermann, die ich aber nicht kenne. Ich bin auf die Stücke durch die Empfehlung eines Exforianers (schon aus Vor-Forumszeiten) aufmerksam geworden, aber diese (mutmaßliche) Ersteinspielung von 1979 im Rahmen einer Art "Konzeptalbum", die dazu auch Liedvertonungen (Claussen, Franz, Schoeck, Mendelssohn, Berg) Stücken aus Lenaus Zyklus enthält, ist meist nur zu Mondpreisen zu bekommen. (Man suche nach "Poesie Vol.5 Lenau Schilflieder" bei amazon). Dann gibt es noch eine weitere Einspielung mit Kammermusik f. Oboe etc. bei Chandos:



Es gibt auch weitere Kammer- und Orchestermusik Klughardts (er hat auch Opern geschrieben) auf CD, davon kenne ich aber nichts und wäre für Hinweise aufgeschlossen.

WolfgangZ

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80

Mittwoch, 1. Januar 2014, 19:33

Klughardt



Gekauft habe ich mir die CD wegen des attraktiven Sextetts von Ludwig Thuille, das ich aus dem Rundfunk kannte.

Aber auch die beiden anderen Werke in ähnlichem volksromantischem Stil sind hörenswert.

Mag sein, dass ich die Bedeutung des Titels dieser CD schon einmal eruiert habe. Im Moment verstehe ich ihn nicht.

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81

Mittwoch, 1. Januar 2014, 23:37

Es gibt auch weitere Kammer- und Orchestermusik Klughardts (er hat auch Opern geschrieben) auf CD, davon kenne ich aber nichts und wäre für Hinweise aufgeschlossen.

Zur Orchestermusik Klughardts gibt es bereits einen Thread: August Klughardt – Sinfonien – Orchesterwerke - Konzerte. In diesem werden zumindest die 3. Symphonie und das Violinkonzert besprochen. Die 5. Symphonie erschien kürzlich bei cpo und meines Wissens hat sich Alfred schon damit eingedeckt. Vielleicht schreibt er bei Gelegenheit etwas zu dem Werk. Es gibt noch eine symphonische Dichtung namens "Auf der Wanderschaft" (oder so ähnlich), davon gibt es glaube ich sogar zwei Einspielungen. Von seiner Kammermusik ist mir die Existenz einer Einspielung eines seiner Streichquartette und eines Klavierquintetts (bei MDG) bekannt. Ich habe die Einspielung leider nicht, aber Garaguly hat sie und im "Was höre ich gerade"-Thread gelobt.

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82

Donnerstag, 2. Januar 2014, 11:32

Vielen Dank für die Hinweise!
Wie gesagt, scheinen mir die Schilflieder schon von Idee und Besetzung her erheblich origineller als viele solide klassizistische Musik der Zeit (und anscheinend auch andere Werke Klughardts). Es gibt wohl auch noch ein halbwegs bekanntes Quintett für Bläser (die etwas abseitigeren Besetzungen haben meist eine bessere Chance Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, weil da die Literatur nicht so von den etablierten Meisterwerken dominiert wird.)

Zur Reger/Zemlinsky-Generation gehört der Wiener Walter Rabl (1873-1940), der anscheinend das Komponieren mit etwa 30 Jahren aufgab, um sich Dirigieren und Begleiten zu widmen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Rabl

Sein op.1, ein Quartett für Klaviertrio und Klarinette (wie später Messiaens) gewann 1896 einen ersten Preis in einem Wettbewerb des Wiener Tonkünstlervereins, bei dem u.a. Brahms in der Jury saß. Es verwundert kaum, dass wir es mit einem ziemlich konservativen Werk (das ebensogut auch 20 oder 40 Jahre vorher hätte komponiert werden können) zu tun haben; ich finde es allerdings schon aufgrund der Besetzung reizvoll, melodisch ist es recht eingängig. Einiges mag etwas schulmäßig-akademisch erscheinen, etwa Variationen (über ein Thema, das etwas an Schuberts "Wanderer" erinnert) und Fugato im zweiten Satz, aber alles sehr gut gemacht und nicht zu lang....

Es gibt anscheinend zwei Einspielungen des Werk; ich kenne die zuerst bei Thorofon erschienene (u.a. mit Sabine Meyers Ehemann Reiner Wehle an der Klarinette), die man auf Ebay mit etwas Glück sehr preiswert in einer "Echo"-Preisträger-Wiederauflage (allerdings nur mit minimalem Beiblatt) finden kann. Sinnfällig gekoppelt mit Zemlinskys sehr hörenswertem Klarinettentrio und dem von Brahms.


Felix Meritis

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83

Donnerstag, 2. Januar 2014, 11:40

Interessant! Walter Rabl ist mir bisher bei meinen Recherchen völlig entgangen! Nicht zu lange ist durchaus wichtig, denn oft reicht bei vielen der Atem nicht für die ganz großen Stücke, sie wollen aber trotzdem unbedingt den ganz großen Wurf machen. Das Ergebnis ist dann eher unerfreulich. Viel Freude hatte ich hingegen bisher mit dezidiert kurz und einfach gehaltenen Werken, denn da sind oft sehr hübsche Sachen dabei.

Auf der zweiten CD ist das Werk von Rabl mit einem Werk eines anderen Komponisten, Josef Labor, gekoppelt. Das muss ich haben! :D

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84

Donnerstag, 2. Januar 2014, 12:13

Ja, der Labor ist sicher auch interessant und anscheinend ist das eines der wenige Stücke von ihm, die überhaupt erhältlich sind, während man für das Zemlinsky-Trio ein paar Alternativen hat (u.a. Naxos).
Die Quintette von Schmidt, von denen eines Variationen über ein Thema aus Labors Werk enthält, kriegt man auch irgendwie... ich habe eines in der Naxos/Marco Polo Einspielung. Die sind allerdings etwas monströs, knapp eine Stunde lang.

http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Labor

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85

Donnerstag, 2. Januar 2014, 12:26

Das klingt ja wirklich sehr interessant: Lehrer von Alma Mahler! Auch Labor ist mir bisher nicht untergekommen, und da kein Spätestromantiker, wird er mir wohl auch mehr liegen als so manch anderes, das da ausgegraben wird (z.B einstündige Variationssätze :wacko: ). Rabl/Labor wurden soeben bestellt.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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86

Donnerstag, 2. Januar 2014, 13:36

Das ganze Quintett vom Schmidt (A-Dur) dauert eine Stunde (5 Sätze), der Variationensatz "nur" 12 min., aber es stammt schon aus den 1920ern/30ern, also eher Zuspätromantik. Ich meine aber nicht, dass man für ein paar solche nachklappernde Werke einen eigene Thread mit "Kammermusik der Spätestromantik" eröffnen sollte ;)
WolfgangZ hat meiner Erinnerung nach ein gewisses Faible für den Schmidt.

Alfred_Schmidt

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  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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87

Donnerstag, 2. Januar 2014, 18:58

Ich komme hier auf den in Beitrag Nr 79 genannten August Klughardt zurück. Gern würde ich ihm- neben dem Thread über seine Sinfonien einen eigenen Kammermusikthread widmen - indes ist die Ausgangslage relativ ungünstig, von einer relativ niedrigen Stückzahl ist ein Werk (Sextett) verschollen (immerhin finden sich Themen daraus in Klughardts 5. Sinfonie), und vom Rest wurde nur sehr wenig eingespielt - Der Rest von Klughardts annähernd 100 Werken verteilt sich auf Belanglosigkeiten, wie Konzertouvertüren, Stücke mit Chor, ein paar Klavierstücke, ein Paar vergessene Opern und relativ viele Lieder, die jedoch den Weg in die Aufnahmestudios nicht geschafft haben.
Daher möchte ich hier das Streichquartett in F-dur op 42 kurz vorstellen: Es wurde am 3. Novemder 1883 in Berlin durch das damals hochberühmte Joachim-Quartett uraufgeführt. Sowohl als auch Presse waren von Werk und Aufführung begeistert - Ich persönlich bin mit der Wiedergabe durch das Pleyel Quartett Köln sehr zufrieden - aber nicht nur ich: Die CD wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet und bekam Empfehlungen von diversen Rundfunkstationen.
Sollte ich das Quartett kurz beschreiben, so würde ich ihm einen lieblichen cantablen Grundcharakter, bei gleichzeitiger Beschwingtheit und Fröhlichkeit nachsagen - ein Vergleich zu anderen Komponisten fällt mir hingegen nicht ein.
Auf der Aufnahme befindet sich auch das Klavierquartett in g-moll op 43. Es wurde Josepf Joachim gewidmet, vermutlich aus Begeisterung der Aufführung von op 42. Es ist stellenweise mit markanten, feurigen Akzenten versehen, ansonst aber sehr beschwingt und melodiös.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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WolfgangZ

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88

Donnerstag, 2. Januar 2014, 20:00

Zitat

WolfgangZ hat meiner Erinnerung nach ein gewisses Faible für den Schmidt.


Das ist richtig. Und recht habe ich auch noch. :D Wobei ich Längen in mancher seiner Kammermusik zugestehe.

Einen neuen Faden braucht es wahrscheinlich nicht so dringend.

Franz Schmidt - Grenzgänger zwischen den Stilen

:hello: Wolfgang
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Felix Meritis

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89

Donnerstag, 2. Januar 2014, 22:23

Ich meine aber nicht, dass man für ein paar solche nachklappernde Werke einen eigene Thread mit "Kammermusik der Spätestromantik" eröffnen sollte ;)

Vielleicht könnte man auch ein paar nicht so zentrale Kammermusikwerke von Zemlinsky oder Pfitzner hier unterbringen. Im allgemeinen denke ich aber schon, dass beide eigentlich zu gewichtig sind, um hier besprochen zu werden.

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

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90

Dienstag, 7. Januar 2014, 13:46

Ist Pfitzner gewichtiger als Spohr?
Eher :no: