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chrissy

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1

Sonntag, 7. April 2013, 14:44

Das äußerliche Erscheinungsbild eines Opernsängers- berechtigte Forderung oder unrealistisches Wunschdenken

Liebe Freunde und Mitglieder, lieber und von mir hochgeschätzter Dr. Pingel
Um im "Parsifal- Thread" nicht vom Thema abzuweichen und diesen dort zu zerstören, möchte ich hier nun einen neuen Thread eröffnen, der vermutlich zu interessanten und kontroversen Diskussionen führen könnte und auch hoffentlich führen wird.
Es geht um das vermeintlich richtige Aussehen (Alter, Figur), wie es die Rolle in der jeweiligen Oper idealerweise vorsieht. Und "idealerweise" ist eigentlich schon das Stichwort. Denn dieses Ideal wird in der Realität fast nie erreicht werden. Ich halte das für "Wunschdenken". Das läßt sich besetzungsmäßig im Film verwirklichen und auch bedingt z. T. im Schauspiel. Aber auf der Opernbühne? Hier steht der Gesang primär im Vordergrund und dem hat sich "alles andere unterzuordnen", wie es mal ein mir bekannter großer Tenor richtig formulierte. Ich erwähnte schon an anderer Stelle, wo kann man es erleben, daß in der Traviata, äußerlich erkennbar, tatsächlich der Vater der Vater ist, also etwa um die 50 Jahre alt, der Sohn, wie auch die Violetta Mitte 20? Mitunter ist doch der Sohn etwa gleich alt, oder oftmals sogar älter als der Vater. Na und gut aussehen sollen sie möglichst auch noch und ganz beiläufig, als "selbstverständliche Draufgabe", auch noch hervorragend singen.
Mein lieber Dr. Pingel, Deine Meinung sei Dir unbenommen. Ich akzeptiere und respektiere sie auch, nur hier auf der Opernbühne meine ich, muß man sein Wunschdenken zurückstellen und wohlwollend, vielleicht auch "Augen zu drückend", die Fantasie bemühen. Dies betrifft auch das figürliche Aussehen. Klar würde ein "60- Kilo- Pavarotti" rein optisch glaubwürdiger als armer abgehungerter Rodolfo sein. Die ernsthafte Frage wäre dann aber, hätte er auch das Volumen, den Wohlklang seiner Stimme?
Und bevor mir hier jemand betreffs Wunschdenken Regie und Inszenierung anführt und an die Fantasie appellieren will- nein, nein, das ist etwas ganz anderes. Auf eine Inszenierung, auf Bühnenbild und Kostüme kann man bewußt Einfluß nehmen und gestalten, oder eben auch verunstalten. Einen Sänger kann man aber nicht auf die Rasche mal 100 Kg abnehmen lassen, nur weil er die Partie des Rodolfo singen soll.
Aus der Mailänder Scala gibt es von 1986 eine Live- Gesamtaufnahme der Aida. Natürlich kenne und habe ich die. Hier ist der Radames nicht nur auf seinem stimmlichen Höhepunkt, sondern wohl auch auf seinem gewichtsmäßigen. Ich gebe zu, daß er sich während der gesamten Aufführung kaum bewegt und wie eine Säule steht. Aber was macht das schon, wenn man eine solch einmalig herrliche begnadete Stimme hat?
Ich stelle hier davon mal zwei Links rein. Ich sage mal scherzhaft für Dr.Pingel und bestimmt noch manchen anderen zur Abschreckung, aber für viele auch zum Genießen und zum "Niederknien schön".
Herzliche Grüße und viel Freude
CHRISSY

Hier ist einer der "größten Tenöre aller Zeiten":


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chrissy

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2

Sonntag, 7. April 2013, 15:46

Noch eine Ergänzung zu meinem vorigen Beitrag und dem Link:
Wer in der Arie "Celeste Aida" am Schluß bei "
... un trono vicino al sol", den Ton auf "SOL" so lange und kräftig aushält, der kann von mir aus noch 5 Kilo mehr auf die Waage bringen.
Diesen Wohlklang, d
as macht Pavarotti niemand so schön nach! Und ich glaube ernsthaft nicht, daß er mit 100 Kg weniger an Gewicht, genauso einmalig gut klingen würde.
CHRISSY

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La Roche

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3

Sonntag, 7. April 2013, 16:01

Ja, Chrissy, es ist wieder so, daß wir einer Meinung sind. Oper ist in erster Linie Musik, Gesang. Und da kann sich Dr. Pingel noch so aufregen: Mir ist eine Pavarotti-Stimme - auch wenn er nur an der Rampe steht und singt - tausendmal lieber als ein dünnes Stimmchen, der aber dafür Purzelbäume kann.

Ich gebe ihm natürlich darin recht, daß ein dünner Pavarotti als Liebhaber glaubwürdiger gewesen wäre. Aber ich gehe in die Oper der Stimmen wegen, und nicht wegen akrobatischer Höchstleistungen. In konzertanten Aufführungen spielt das nicht die große Rolle, weil da keiner im Publikum erwartet, daß einer im Frack Turnübungen macht. Leider sind konzertante Aufführungen viel zu selten geworden.

Warum sah Botha aus wie eine grüne Truhe? Wenn man einen Knaben besetzt, dann ist Botha schon aus Altersgründen nicht der richtige. Da war nun ein Kompromiß zu finden. Botha auf jung machen oder anders besetzen. Was macht der Regisseur? Er verpaßt dem Botha ein derartig unvorteilhaftes Kostüm, daß er sich sicher darin nicht wohlgefühlt haben kann, genauso wie das Publikum ihm den Knaben nicht abgenommen hat. Seine Rundungen wären mit einem fließenden Kostüm nicht so unvorteilhaft rübergekommen. Aber nein, der Regisseur wollte es so und nicht anders. Gut, daß er nicht noch freie Oberkörper verlangt hat. Früher sind Regisseure auf die Sänger eingegangen, was z.B. die Bewegungsfähigkeit angeht. Und ganz früher (in den 50-ern noch) hatte jeder Sänger für jede Rolle sein eigenes Kostüm, daß er dann in Berlin, Wien oder Buxtehude getragen hat. Ich bin überzeugt, mit einem Otto Schenk und den gleichen Sängern wäre ein begeisternder Parsifal gelungen. Glauben die Kritiker, daß Botha nicht wußte, in welche Zwangsjacke man ihn gesteckt hat? Kann es nicht so sein, daß seine ansonsten tolle Stimme schon dadurch anders, gehemmter klang?

Die Idealsänger wie Bonisolli, Orofino oder besonders Corelli kann man nicht mehr herzaubern. Man muß sich auf das beschränken, was der Stimmenmarkt so hergibt. Für mich wäre der Name Botha (z.B. als Kalaf, als Kaiser, als Radames u.a.) ein Grund, gerade deshalb diese Opern zu besuchen.

Die Abqualifizierung schwergewichtiger Sänger(und nicht nur Sänger) als "behindert" erfüllt für mich den Tatbestand einer Beleidigung.

Naja, das Internet ist anonym, und man sieht ja nicht, wer sich hinter dieser Maske verbirgt. Und damit habe ich niemanden beleidigt.

La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


Klaus 2

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4

Sonntag, 7. April 2013, 16:19

Na ich weiß nicht...
Sicher ist die Musik wichtiger, aber wenn es ganz daneben ist, lenkt es ab. So gab es in Aachen eine Boheme und die Schwindsüchtige sah so was von wohlgenährt und kugelrund aus, das nahm man ihr einfach nicht ab, das Sterben.
Eher lustig fand ich es, als bei der Madama Butterfly alle ausser der Madama Asiaten waren. Das hat nicht gestört.
Schwierig finde ich auch, wenn eine schöne, begehrenswerte Frau von einer dargestellt wird, die genau das nicht mitbringt.
Und wenn ich in die Oper gehe, dann will ich auch gucken, mich dann nur auf die Musik konzentrieren zu müssen, dann könnte ich mir das ganze ja auch auf CD anhören.
Ach ja: Bei Mazeppa war die junge Braut deutlich über 50. Das hat etwas unfreiwillig Komisches, nein, sollte einfach nicht sein. Nur hat Aachen natürlich nicht das Geld, immer auch optisch passende Sänger zu engagieren, da muss ich dann halt durch.

Tschö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

chrissy

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5

Sonntag, 7. April 2013, 16:31

Nur hat Aachen natürlich nicht das Geld, immer auch optisch passende Sänger zu engagieren,

Das geht uns in Görlitz ganz sicher auch nicht anders. Und das unsere "Gast- Traviata- Violetta" nicht nur stimmlich, sondern auch optisch paßte, ist ein glücklicher Zufall. Dafür waren Vater und Sohn in etwa gleich alt, wobei der Sohn auch noch erkennbar Koreaner ist. (Na ja, vielleicht war der Vater vor Jahren dort mal im Urlaub und...)

CHRISSY
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MSchenk

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6

Sonntag, 7. April 2013, 16:35

Hallo La Roche,

Die Abqualifizierung schwergewichtiger Sänger(und nicht nur Sänger) als "behindert" erfüllt für mich den Tatbestand einer Beleidigung.

Naja, das Internet ist anonym, und man sieht ja nicht, wer sich hinter dieser Maske verbirgt. Und damit habe ich niemanden beleidigt.

nur um die Sache gleich klarzustellen, da Andeutungen kaum weiter, sonder eher zu Missverständnissen führen: Du beziehst Dich mit Deiner Äußerung sehr wahrscheinlich auf meinen Beitrag an anderer Stelle (insb. besteht kein Grund, auf die Anonymität der Internet zu verweisen; ich stehe zu dem von mir geschriebenen). Dort habe ich lediglich zu bedenken gegeben, dass Übergewichtigkeit ab einem gewissen Ausmaß medizinisch vermutlich als Behinderung zu werten ist (ebenso, wie übrigens Kurzsichtigkeit eine Behinderung und eine Brille eine Prothese ist). Dies war als vollkommen wertfreie Feststellung gemeint! - Weder habe ich Probleme mit Behinderten (habe jahrelang in der Schwerstbehinderten-Pflege gearbeitet), noch mit Übergewichtigen (bin selber eher "vollschlank").
Tatsache ist aber, dass jemand in der Gewichtsklasse eines Johan Botha, eines Pavarotti oder schon in meiner eigenen Gewichtsklasse schneller außer Atem zu bringen ist, eher mit späteren Gelenkproblemen, Gefäßerkrankungen und/oder Altersdiabetes zu rechnen hat. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass mancher Übergewichtige seine zusätzlichen Pfunde durchaus als eine Behinderung wahrnimmt.

Wenn ich nun aber Deinen Beitrag lese, dann neige ich eher dazu, zu denken, Du hättest ein Problem mit dem Begriff "Behinderung"!?
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

chrissy

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7

Sonntag, 7. April 2013, 16:46

dass jemand in der Gewichtsklasse eines Pavarotti schneller außer Atem zu bringen ist
Na da nenn´mir doch mal einen von den singenden Hungerhaken, der den Ton auf "Sol" so lang und kräftig bis zum Schluß bringt. Da müssen die doch schon zwischendurch erschöpft dreimal nach Luft schnappen.
Nein, nein, lieber Michael, keine Kritik, ist nur Spaß und gewissermaßen, was die gesundheitlichen Probleme und Risiken angeht, hast Du ja nicht unrecht. Aber um die Medizin geht es hier ja eigentlich nicht. Und zu Deinem Outing mit "vollschlank" kann ich, mit ebenfalls etwas Wohlstandsgewicht nur erfreut sagen, "Willkommen im Klub". Wie hat man früher immer gesagt
"lieber einen Bauch vom Bier- als einen Buckel von der Arbeit". In diesem Sinne...

Herzliche Grüße
CHRISSY
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MSchenk

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8

Sonntag, 7. April 2013, 17:03

dass jemand in der Gewichtsklasse eines Pavarotti schneller außer Atem zu bringen ist
Na da nenn´mir doch mal einen von den singenden Hungerhaken, der den Ton auf "Sol" so lang und kräftig bis zum Schluß bringt. Da müssen die doch schon zwischendurch erschöpft dreimal nach Luft schnappen.

Dieser Einwand ist nicht ganz unberechtigt: Fraglos braucht es zum Singen auch einen langen Atem! Und man wüsste gerne, wie fit (in sportlicher Hinsicht) Pavarotti wirklich war. Und dann gibt es ja auch noch die "Mär" vom Volumen, dass ein Sänger benötigt um überhaupt diese phänomenalen Töne produzieren zu können. Dies allerdings scheint (faule) Ausrede, da es ja auch schlanke Tenöre zur genüge gibt ...
mfG Michael

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Klaus 2

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9

Sonntag, 7. April 2013, 17:56

Ich wage ja ernstlich zu bezweifeln, dass Körperfett in irgendeiner Weise einen positiven Einfluss auf die Stimme hat. Als Resonanzrauf oder so etwas funktioniert es sicher nicht, da würde es eher dämpfen.
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

La Roche

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10

Sonntag, 7. April 2013, 18:10

Wenn ich nun aber Deinen Beitrag lese, dann neige ich eher dazu, zu denken, Du hättest ein Problem mit dem Begriff "Behinderung"!?

Nee, lieber MSchenk. Ich bin ja selbst behindert, ich brauche zum Lesen eine Brille!

Spaß beiseite. "Behindert" heißt für mich, im Sinne entspr. Gesetze eine Schwerbehinderung zu haben, die denjenigen hindert, alles so ausführen zu können wie Du und ich. Und damit habe ich absolut kein Problem. Wir haben selbst eine behinderte Enkeltochter (Down-Syndrom), und das ist ein allerliebstes kleines Mädchen (im körperlichen Sinne bei 1,35 m) von 22 Jahren.

Vielleicht habe ich einen Denkfehler, wenn ich nur das als Behinderung anerkenne, was der Staat auch "Behinderung" nennt. Brille und Bauch sind für mich keine Behinderung, auch ein Bart nicht. "Laßt dicke Menschen um mich sein"!!!

Ich ende mit Karl May "Und Friede auf Erden"

La Roche
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MSchenk

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11

Sonntag, 7. April 2013, 18:17

Ich ende mit Karl May "Und Friede auf Erden"

So sei es, howgh! - Nichtsdestotrotz habe ich jetzt mal ein wenig recherchiert und gebe Dir recht, dass Übergewicht (bzw. Adipositas) selber nicht als Behinderung im gesetzlichen Sinne anerkannt ist.
mfG Michael

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William B.A.

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12

Sonntag, 7. April 2013, 18:26

Zitat

Chrissy: und ich glaube ernsthaft nicht, dass er mit 100 kg weniger an Gewicht so einmalig gut klingen würde.
Vielleicht nicht mit 100 kg, abver mit 50, lieber Chrissy, denn so viel hatte er bei der nachfolgenden Aufnahme aus dem Jahre 1967 in der Mailänder Scala wenigstens weniger, und er klang göttlich:


Im Ernst, bei der von dir geposteten Aida-Vorstellung aus der Scala schritt er ja noch selbst über die Bühne, aber bei einer späteren Aufführung aus der MET, die ich am Fernsehen verfolgte, wurde er meistens auf einem Roll-Podest kreuz und quer über die Bühne gezogen. Ich habe leider auch wieder zugelegt, und da fallen mir Proben und Aufführungen naturgemäß schwerer, und ich muss öfter, als mir lieb ist, "chorisch" atmen.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

JL

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13

Sonntag, 7. April 2013, 18:34

Ich kann mich noch gut an meine erste Oper im Theater erinnern, es war ein Holländer. Ich war noch ein Teenager und hatte bis dahin mir darüber keine Gedanken gemacht, aber ich wußte worum es im Holländer geht, Senta ist 15 und der Holländer schon uralt. Zu Beginn des zweiten Aufzugs saß in der hinteren Ecke ein Nilpferd und ich habe mich darüber gewundert, bis sie dann aufstand und sich als Senta herausstellte. Ich war erst einmal für einen kurzen Moment entsetzt und habe es danach aber sofort wieder vergessen, weil sich das Nilpferd als unglaublich gute Sängerin herausstellte udn es mir nach ihre ersten 3 Tönen komplett egal war, wie sie aussah.
Seit dem habe ich so manche imposante Sängerin gesehen, aber es ist mir inzwischen meistens egal. Blöd ist es aber, wenn die Kostüme so rücksichtslos mit den Darstellern umgehen. Die Kostüme können einfach nicht für Elfen konzipiert werden.
Manchmal stört es mich aber doch.

chrissy

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14

Sonntag, 7. April 2013, 18:35

Noch ein Tip bei der Gelegenheit. Wer wissen will, was ich und viele andere Mitglieder unseres Forums, Brüder im Geiste, sich unter einer gelungenen und werkgerechten Inszenierung vorstellen, der sollte sich diesen Link auch anschauen und man kann Oper /Theater sehen, wie es schöner nicht sein kann.
Wer allerdings Soldaten im 2. Wk mit Stahlhelm und MPi erwartet, wird enttäuscht sein, solchen Blödsinn gibt es nicht.

Allen wirklichen Opernliebhabern viel Freude
CHRISSY

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William B.A.

Erleuchteter

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15

Sonntag, 7. April 2013, 19:17

Das war eine sehr schöne Reminiszenz an diese herrliche Oper, lieber Chrissy und hat Erinnerungen in mir wachgerufen an unsere Konzertreise 1998 nach Dänemark und Norwegen. In Norwegen haben wir auch ein Opernkonzert gegeben, natürlich mit dem Triumphmarsch aus der Aida, dem Soldatenchor aus dem Troubadour und dem Gefangenenchor aus dem Nabucco, aber auch dem Chor der Priester aus der Zauberflöte und dem Jägerchor aus dem Freischütz. Die Verdichöre haben wir allerdings alle in italienischer Sprache gesungen.
Orchester hatten wir natürlich keines dabei, aber die sehr fähige Korrepetitorin der Niedersächsischen Staatsoper Hannover, die uns am Klavier begleitet hatte. Der Höhepunkt des Konzertes war natürlich der Triumphmarsch.

Liebe Grüße

Willi :)
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chrissy

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16

Sonntag, 7. April 2013, 19:45

Das war eine sehr schöne Reminiszenz an diese herrliche Oper, lieber Chrissy und hat Erinnerungen in mir wachgerufen

Das freut mich wiederum, lieber William. Es ist schön, wenn man auf eigene Beiträge auch mal eine Bestätigung erhält, noch dazu eine positive. Und um nochmal auf obige Aida zu kommen, so etwas ist doch wirklich herrlich, da geht einem doch wirklich das "Theater/Opernherz" auf. Vielleicht nicht ganz so monumental und aufwendig habe ich in noch guten Theaterzeiten die Aida vielmals in Berlin erlebt. Auch mit einem hervorragenden Solistenensemble "Anna Tomowa Sintow, alternierend manchmal mit Enriquetta Tarres und Ruggiero Orofino". Ja, da werden Erinnerungen wach...

Herzliche Grüße
CHRISSY
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dr.pingel

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17

Sonntag, 7. April 2013, 20:32

Bohème auf Sylt

Christof Marthaler (siehe auch Regisseure des Grauens) plant eine neue Bohème in Salzburg. Seine Grundidee, ganz im Sinne des Regietheaters, ist diese: die Bühne wird nicht mehr von Armen und Hungerleidern bevölkert, sondern von Reichen, die sich jeden Tag an erlesenen Delikatessen vollfressen. Also spielt die Szene in Kampen auf Sylt. Alle Sänger sind enorm dick (der Chor bekommt Kissen umgeschnallt). Für Mimi musste sich Anna Netrebko auf 100 Kilo hinauffressen, Johan Botha konnte so bleiben, wie er war. Der running gag ist der, dass Mimi und Rodolfo dauernd hinfallen und im Liegen singen müssen, bis ihnen jemand aufhilft. Ob dieser Pointe lachen die Umstehenden immer brüllend. An den Aktschlüssen bleiben die beiden einfach liegen und werden mit einem Spezialkran, den man damals für den Parsifal von Botha angeschafft hatte, wieder hochgehievt. Nach der Premiere zeigt man Marthaler ein Video mit Monserrat Caballé und Luciano Pavarotti in einer ernstgemeinten Bohème. Als er sieht, wie die beiden nicht mehr aufstehen können, flucht er, weil da jemand seinen Gag schon vorgeäfft hat. (Ach ja, Mimi erstickt an einer Hummergräte).
Prompt ändert er die ganze Szene: diesmal spielt sie im Hartz - IV - Milieu; auch hier sind alle Menschen dick, wie ihm ein Taminomitglied geraten hatte. Nur die Kostüme müssen geändert werden. Hingefallen wird noch immer, nur dass jetzt der Kran als running gag sofort auffährt.
Hier geht Mimi betrunken an Lungenkrebs zugrunde.
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

chrissy

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18

Sonntag, 7. April 2013, 21:14

Für Mimi musste sich Anna Netrebko auf 100 Kilo hinauffressen,
Na ja, so wie ich sie im TV in der "Salzburg- Boheme" gesehen habe, ist sie auf dem besten Wege dazu und muß nicht mehr allzuviel dafür tun.
Ansonsten, lieber Dr. Pingel, hat mir Dein ironischer Beitrag wieder mal ein Schmunzeln entlockt. Allerdings hoffe ich besorgt, daß keiner von den Klamauk- Regisseuren hier mitliest.
Die könnten doch glatt einige Deiner Ideen übernehmen.

Herzliche Grüße
CHRISSY

PS.: Und Du mußt auch nicht, wie Du in einem anderen Thread schriebst, nun die etwas kräftigeren, dicken Sänger auf der Bühne mögen und wertschätzen. Das verlangt keiner, ich jedenfalls nicht. Ich lasse diesbezüglich jedem seine Meinung, siehe hier aus Btr.1:
Mein lieber Dr. Pingel, Deine Meinung sei Dir unbenommen. Ich akzeptiere und respektiere sie
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19

Sonntag, 7. April 2013, 21:31

Der ideale Held



So darf ein Siegfried im "Ring des Nibelungen" schon aussehen. Das Foto zeigt den Heldentenor Richard Schubert (1885-1959). Ein sehr moderner, über der Zeit stehender Typ, Jonas Kaufmann nicht unähnlich.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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dr.pingel

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20

Sonntag, 7. April 2013, 21:41

Danke, lieber chrissy, mit dir habe ich da gar kein Problem!
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

Rheingold1876

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21

Sonntag, 7. April 2013, 21:55

Und noch ein idealer Bühnenheld


Auf diesem Foto ist der Heldentenor Julius Pölzer (1901-1972) zu sehen. Der Kopf steht nicht Kopf, wirklich nicht. Nachdem er als Siegfried in der "Götterdämmerung" erschlagen war, lag er bis zum Schluss in dieser Position. Das ist schon für sich genommen eine hervorragende Leistung. Nicht umsonst hat es dieses Foto zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Ich liebe es sehr. Ohne Zweifel, es wirft auch Fragen nach der Erscheinung eines Sängers auf. Diese Fragen halte ich für durchaus berechtigt. Wenn dieser Siegfried auch noch so gesungen wurde wie der Sänger ausschaut, dann kann man schon von einem Ideal sprechen. Pölzer hatte eine wunderbare etwas helle Stimme, nicht eigentlich schön, doch von großer Eindringlichkeit und Gestaltungsfähigkeit. Er ist auf den legendären Mitschnitten aus der Wiener Staatsoper zu hören, die einst gesammelt beim Label Koch erschienen sind. Der späte Pölzer wirkt als Loge im konzertanten "Reingold" von 1948 aus Wien unter Rudolf Moralt mit.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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Erich Ruthner

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22

Sonntag, 7. April 2013, 22:12

Julius Pölzer

Julius Pölzer war einer der Lieblingstenöre meines Großvaters. Er hat mir als Kind oft von großartigen Vorstellungen erzählt. Nur konnte ich damals noch nicht viel damit anfangen, aber das eine oder andere ist doch auf der Festplatte hängen geblieben.
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

chrissy

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23

Sonntag, 7. April 2013, 22:19

So darf ein Siegfried im "Ring des Nibelungen" schon aussehen.

... und so sah der Radames in
der Berliner Staatsoper aus:


und so a.G. an der Met 1976



CHRISSY
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Mme. Cortese

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24

Montag, 8. April 2013, 00:07

Hallo Chrissy,

die äußere Erscheinung eines Sänger halte auch ich für sekundär, auch wenn ich finde, dass man dem armen Johann Botha ein gefälligeres Kostüm hätte schneidern sollen. Zu deinem gewählten Beispiel mit Pavarotti habe ich allerdings im Thread "Oper im Originalklang " einige Anmerkungen gemacht.

Liebe Grüße

Mme. Cortese
Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

operus

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

25

Montag, 8. April 2013, 10:36

Die Leistung eines Sängers resultiert aus der Gesamtheit von Gesangsleistung und darstellerischer Kunst, deshalb spricht man vom Sängerdarsteller. Allerdings steht dabei der Gesang eindeutig im Vordergrund und kann höchstens in ganz speziellen Partien durch perfekte Schauspielkunst einigermaßen kompensiert werden. Selbstverständlich spielt das äußere Erscheinungbild, Größe, Figur, Haltung, Bewegung, Körpersprache beim Gesamteindruck - besonders im heutigen medialen Zeitalter - eine wichtige Rolle. M. E. resultierte der hohe Rang, den Peter Hofmann eine ganz Zeit lang genossen hat, zum großen Teil aus seiner blendenden Bühnenerscheinung. Ich erinnere mich noch an das Raunen, dass seinen ersten Auftritt als Lohengrin bei den Bayreuther Festspielen begleitete. Chrissys sogenannter Hungergerhaken wird allerdings kaum die Reserven für einen Siegfried oder Tristan haben. Ich erinnere noch ein Interview, das ich mit Hans Hopf machte, darin wies der Heldentenor darauf hin, dass er 8 Kilo abgenommen habe und jetzt aufpassen müsse, dass dies nicht an die Substanz ginge und Auswirkungen auf die Stimme habe.
Wahrscheinlich ist das "Ideal" eine stimmiges harmonisches Zusammenwirken aller genannter Faktoren. Extremes Körpergewicht ist also für die Karriere eher hinderlich und wird heute nur noch bei den allergrößten Gesangskünstlern hingenommen.

Herzlichst
Operus


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Rheingold1876

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26

Montag, 8. April 2013, 11:28

auch wenn ich finde, dass man dem armen Johann Botha ein gefälligeres Kostüm hätte schneidern sollen

Ja, ja, wie sagte schon Johannes XXIII. als er sich nach seiner Wahl auf dem Balkon des Petersdoms in einem viel zu engen Papstgewand der Öffentlichkeit präsentierte: "Alle Menschen lieben mich, nur die Schneider nicht." ;)

Gruß Rheingold
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Gerhard Wischniewski

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27

Montag, 8. April 2013, 12:43

Ich habe schon an anderer Stelle gesagt, dass mir die Körperstärke und die Unbeweglichkeit des Herrn Botha, die mich bisher bei den Sängern nie gestört hat, im Salzburger Parsifal besonders auffiel, nach meinem Dafürhalten an der unvorteilhaften Kostümierung und an dem gesamten blöden Drumherum und der Führung durch den Regisseur lag, und möchte mich hier nicht wiederholen.
Was mich weit mehr stört, ist übertriebene Aktion (um dem vermeintlichen Schrei des modernen Publikums nach dem, was man neudummdeutsch "Action" nennt, gerecht zu werden). Das habe ich schon in vielen dieser Verunstaltungen beobachtet, dass der Regisseur die Sänger selbst zu allerhand Faxen zwingt und noch weitere, im Stück überhaupt nicht vorgesehene Personen - wie es sie auch hier zur Genüge gab - hinzuerfindet, die dann auf der Bühne herumhampeln müssen, damit möglichst viel (übertriebene) Bewegung vorhanden ist.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

Strano Sognator

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28

Montag, 8. April 2013, 15:22

Na da nenn´mir doch mal einen von den singenden Hungerhaken, der den Ton auf "Sol" so lang und kräftig bis zum Schluß bringt. Da müssen die doch schon zwischendurch erschöpft dreimal nach Luft schnappen.
Lang und kräftig soll das "Sol" ja auch gar nicht gesungen, sondern laut Partitur in einem langen diminuendo verklingen. Dass das kaum ein Tenor macht oder gemacht hat, ist eine Sache, aber das Gewichtsthema hat mit der einen wie der anderen Version sicher nicht viel zu tun, sondern ist eine rein gesangstechnische Frage.
Ob Pavarotti seine Leistung hätte aufrecht erhalten können, wenn er sich einer tour de force wie die Callas oder Mario Lanza unterworfen hätte, das ist zu bezweifeln, denn in den besagten Fällen hat es - das wissen wir alle sehr gut - kein gutes Ende genommen. La Callas war nach ihrem Turbo-Abspecken sehr attraktiv (wobei sie auch vorher alles andere als unansehnlich gewesen wäre) , aber ihre Stimme war nicht dieselbe. Mario Lanza hat die Gewaltakte, die er seinem Körper in Form von Chrashdiäten angetan hat, schließlich mit seinem völlig verfrühten Tod mit nur 37 (!!) Jahren bezahlen müssen und die Welt dadurch um einen sensationellen Tenor ärmer gemacht.
Dein Thread, lieber Chrissy, behandelt aber ein wirklich interessantes und vielschichtiges Thema.
Für mich steht in der Oper ganz klar die Musik im Vordergrund. Ich erwarte auf der Bühne weder singende Supermodels noch Leistungssportler (und auch keine Pornodarsteller), brauche kein Gehampel und keine unnötige "Action". Allerdings sollte ein Sänger in der Lage sein, zumindest die Anweisungen des Librettos verwirklichen zu können,und es gibt in einigen Rollen eben Grenzen. Bohta würde ich mir als Florestan z.B. nur konzertant anhören, denn bei aller gutem Willen , Vorstellungskraft und Großzügigkeit - ein ausgehungerter Gefangener, der "dies Stückchen Brot" von Leonore gierig hinunterschlingt, ist nun einmal kein wohlbeleibter Herr, wenn man ein Hungeödem mal außer Acht lässt - wobei sich dies ja auch anders manifestiert.
"Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

Theophilus

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29

Montag, 8. April 2013, 19:03

Zitat von »Chrissy«

Für Mimi musste sich Anna Netrebko auf 100 Kilo hinauffressen,
Na ja, so wie ich sie im TV in der "Salzburg- Boheme" gesehen habe, ist sie auf dem besten Wege dazu und muß nicht mehr allzuviel dafür tun.

Bravo! Heute scheint ein Tag der Unverschämtheiten zu sein....

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

chrissy

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30

Montag, 8. April 2013, 19:41

Heute scheint ein Tag der Unverschämtheiten zu sein....

Mir scheint da eher, heute ist ein Tag der oberlehrerhaften Belehrungen und Zurechtweisungen.
Falls ich mit den Unverschämtheiten gemeint sein sollte, frage ich ernsthaft, was ist an meiner Feststellung unverschämt? Von einer einstmals sehr guten Figur, mutiert Frau Netrebko nun langsam zu einem Pummelchen, das ist unbestreitbar. Ich habe auch nicht gesagt, daß sie die 100 Kilo bereits erreicht hat, sondern, daß sie auf dem besten Wege dazu ist. Jemand, der vor zwei Jahren vielleicht 65 Kilo gewogen hat, vor einem Jahr evtl. 70 und jetzt gut 70 +, ist doch auf bestem Weg zur 100, oder willst Du das bestreiten?!
Und jetzt mal meine ganz persönliche Meinung. Ich kritisiere das überhaupt nicht, im Gegenteil. Ich habe mich nur auf Dr. Pingels ironisch gemeinten Beitrag eingelassen.
Und ob Du´s glaubst oder nicht, ich mag und mochte schon immer Damen mit einer "fraulichen Figur", wenn Du verstehst, was ich meine.

Beste Grüße
CHRISSY
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