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zweiterbass

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1

Mittwoch, 13. Februar 2013, 10:53

Französische Orgelmusik Vierne

Hallo,

auch zu Vierne gibt es hier im Forum bereits einen Thread, trotzdem könnte/sollte man auf "Wikipedia" zum Lebenslauf noch nachlesen. Als Schüler anfangs bei C. Franck (später bei Ch.-M. Widor) hatte er also direkten Einblick und Kontakt zum Begründer der französischen, romantischen Orgelschule und profitierte von Francks Transkription versch. Orgelwerke Bachs in eine "Blinden-Orgelnotenschrift" (die ich nicht weiß, wie sie "aussieht").

Auf die sehr lesenswerten Beiträge im Forum, besonders zu den verschiedenen Klangnuancen der Cavaille-Coll-Orgeln, möchte ich besonders hinweisen. Außerdem: Es gibt kein anderes Instrument, dessen Klang so an den Aufstellungsort gebunden ist; wobei Konzertorgeln in ebensolchen Sälen oft (?) Nachteile gegenüber Kirchenorgeln haben und "Konservenmusik", egal mit welcher techn. Ausstattung bei Aufnahme und Wiedergabe, den Originalklang nie erreichen werden.

Nachdem die mir vorliegende Einspielung mit Jeremy Filsell auf der der Cavaille-Coll-Orgel St. Ouen, Rouen (bei Wikipedia lesenswert, ebenso dort die Orgeldisposition) bereits vorgestellt wurde, kann ich nun also gleich mit der 1.Orgelsymphonie "loslegen".


Symphonie Nr. 1 Op. 14 (A. Guilmant gewidmet)
1.Satz Prelude, d-Moll, 4/4, Maestoso, ¼ = 68
(Registrierung:Große Orgel Fonds (Grundstimmen) 4-16 Fuß, Positif wie vor, Solostimme wie vor + Zungenpfeifen, Pedal Fonds 4-32 Fuß)

Das 2-taktige Hauptmotiv einstimmig rechts von 0.06 bis 0.16 /1-2/ und links dazu 2-stimmig im Sextabstand eine auf Durchgangs-Achtelnoten herunter gebrochene Variation der 2-taktigen Figur rechts; bis 0.26 /3-4/ rechts die einstimmige Andeutung einer Umkehr - rhythmisch sehr abweichend - des Hauptmotivs und links dazu, wieder 2-stimmig im Sextabstand, die auf Durchgangs-Achtelnoten herunter gebrochene Variation der Andeutung der Umkehr; bis dahin im Pedal ein 4-taktiger Orgelpunkt. Von 0.55 bis 1.15 /11-14/ tauschen, in anderer Tonlage, rechts und links, im Pedal wieder Orgelpunkt. ("Wie um einen Anlauf zu nehmen") hat das Pedal bis 1.26 /15-16/, auf Durchgangs-Achtelnoten herunter gebrochen, die ersten beiden Töne des Hauptmotivs, was dann von 1.32 bis 1.43 /18-19/ tatsächlich erklingt. Im Pedal kommt von 2,16 bis 2.36 /26-29/ das Hauptmotiv 2 x in der Umkehrung. Im Pedal kommt 3.50 bis 4.00 /44-45/ in f ein einstimmiger Sechzehntellauf - imitierend und zusammenfassend rechts /3-4/ - der dann bis 4.10 /46-47/ links und Unterstimme rechts wiederholt wird, bis 4.18 /48-49/ wieder einstimmig im Pedal und bis 4.26 /50-51/ wieder links und Unterstimme rechts. Bis 4.50 /52-56/ hat dann anfangs für 2 Takte die Oberstimme rechts den Sechzehntellauf und dann wieder links und Unterstimme rechts.
Bis 5.14 /62/ wird es in pp rhythmisch sehr interessant:
Oberstimme rechts hat auftaktig eine punkt. Achtelnote und Sechzehntelpause fortlaufend als Ostinato.
Unterstimme rechts hat auftaktig eine Achtelpause und dann eine vier Töne umfassende Zweiunddreißigstel-Figur, auch fortlaufend, aber Tonhöhen verschieden
Links hat auftaktig eine Figur aus vier Zweiunddreißigstel- und einer Sechzehntel-Note und eine Sechzehntelpause, auch fortlaufend und Tonhöhen verschieden.
Das Pedal gibt Akkordstütze.
Folge: Die vier Zweiunddreißigstel der Figur links klingen mit der Oberstimme rechts
nur die Sechzehntelnote aus der Figur links, die ersten beiden Zweiunddreißigstel-Noten Unterstimme rechts und der Sechzehntel-Anteil aus der punkt. Achtelnote Oberstimme rechts klingen gemeinsam

Und auch bis 5.29 /65/ in pp bleibt es rhythmisch bedeutsam:
An der Oberstimme rechts ändert sich nur, dass aus einem Ostinato eine sich in Halbtonschritten ändernde "Melodie" wird.
Die Unterstimme rechts bleibt unverändert
Links entfällt die Sechzehntelnote der Figur, es wird eine vier Töne umfassende Figur wie rechts und aus der Sechzehntel- wird eine Achtelpause
Pedal Akkordstütze
Folge: Die 4 Töne umfassenden zweiunddreißigstel Figuren erklingen stets getrennt.

Bis 5.34 /66/ bringt rechts Oberstimme ein langes Tremolo - als Überleitung zu
bis 6.10 /74/ - in fff lang ausgehaltene Akkorde, 2-stimmig Oberstimme rechts, Unterstimme links und Pedal zweistimmig - akkordführend - fast übertönen sie die 8-tönig über 2 Oktaven aufsteigenden zweiunddreißigstel Figuren/Tonkaskaden. In /75-89/ findet der 1. Satz ein Ende mit kurzen Motivanklängen in p und einem ungewöhnlich lang ausgehaltenen Schlussakkord in pp
.
(Für mich klingt der 1. Satz weniger majestätisch, sondern zumindest anfangs schwermütig, was auch an der meist tiefen Klanglage liegen mag und dem sehr bedächtigen Tempo. Auch die Registrierung scheint nicht sehr abwechslungsreich und großer Klang allein ist für mich nicht majestätisch.)



2. Satz Fugue, d-Moll, 4/4, Moderato non troppo lento, Viertel=112
(Registrierung: Große Orgel Fonds 4-8 Fuß, Positif Fonds 8 Fuß + gedacktes Register 8-16 Fuß, Solostimme Fonds 8 Fuß, Pedal 8-16 Fuß)

Nach der sehr ausführlichen Beschreibung des 1. Satzes beschränke ich mich hier nun auf die ersten Themeneinsätze der Fuge und Besonderheiten.
1. Einsatz rechts mit Auftakt 0.01 bis 0.11 /4/
2. Einsatz links mit Auftakt in 0.10 /4/ bis 0.20 /8/
3. Einsatz Pedal mit Auftakt in 0.21 /10/ bis 0.31 /14/
4. Einsatz rechts Oberstimme mit Auftakt in 0.30 /14/

Die Fuge - nicht der 2. Satz - endet bei 3.57 /107/ in ff auf einer langen Fermate mit Akkordvorbehalt. Nun schließt sich in fff eine "Fantasia" mit rechts Tremolo und auch Akkordvorbehalt an, die bei 4.14 /110/ auf einer lang ausgehaltenen Pausen-Fermate endet. Bis 4.24 /113/ kommen nun die aus dem 1. Satz bekannten Klangkaskaden - ohne Akkordstütze - in Form von über 2 Oktaven aufsteigenden einstimmigen aus 8 Tönen bestehenden zweiunddreißigstel Noten-Figuren, was in 4.29 /114/ auf einer auf dem höchsten Ton ausgehaltenen Fermate endet. Nach einer Viertelpause dann in fff kleine Erinnerungen an das Fugenthema und wieder ein sehr lang ausgehaltener, aufgelöster Schlussakkord mit lang hörbarem Akustiknachhall.

(Die Fuge höre ich emotional neutral; der "Anhang" lässt mich aufhorchen und ist für mich ein passender Abschluss für eine Fuge.)



3. Satz Pastorale, B-Dur, 6/8, Allegretto, punkt. Viertel=56
(Registrierung: Große Orgel Flöte 8 Fuß, Positif Flöte 8 Fuß, Solostimme Oboe 8 Fuß und gedeckt Bordun 8 Fuß, Pedal Flöte 8 Fuß und gedeckt Bordun 8 Fuß)

Bis 0.12 /4/ wird der Hörer in p auf (m. E.)Pastorale im ursprünglichen Sinn (also etwas Bukolisches, nichts Religiöses) eingestellt. Rechts kommt, weiter in p, von 0.13 bis 0.35 /5-12/ das Thema und die Unterstimme links hat zugleich eine Variation des Themas, während
die Oberstimme anfangs über 5 Takte einen Orgelpunkt hat und dass Pedal gibt Akkordstütze. Die nun folgende Verarbeitung - anfangs fugenartig - imitiert rechts anfangs die ersten Takte des Pedals, wechselt dann aber sehr schnell zu das Thema umspielende Sechzehntelläufe, ähnliches geschieht ab 0.41 /15/ links und ab 0.51 /19/ im Pedal Oberstimme, dort ohne Sechzehntelläufe. aber mit orgelpunktähnlicher Unterstimme. Ab 1.33 /34/ wechseln sich rechts und links in Stakkato-Sechzehntelläufen ab, was bei 1.50 /40/ in einem über 3 Takte währenden Trillers rechts endet und zuvor schon bei 1.45 /39/ links und Pedal die Verarbeitung des Themas wieder aufnehmen, was ab /41/ auch bei rechts kommt. Ab 2.35 /57/ Tongeschlecht- und Tonartwechsel nach g-Moll, zugleich kommt als Register rechts die menschliche Stimme (Voix humaine) tremoliert und das Tempo wird mit "Poco piu vivo, punkt.Viertel=72" etwas lebhafter. Es folgt nun die Verarbeitung in Moll, deren Ende bei 4.27 /111/ vorbereitet wird, durch eine kreisende Achtelfigur, a poco rall, zum Ende mit Achtelpausen unterbrochen ("es hört sich an:Wann kommt den jetzt endlich der Wechsel zu B-Dur?") und ab 4.45 /117/ in weiten Teilen die Wiederholung ab 0.13 /5/ aufnimmt. Anstelle der Passage bei 2.35 /57/ kommen nun bei 7.05 /171/ anfangs dreiklangartig aufbauend lang ausgehaltene Schlussakkorde.

(Das melodiöse Thema und die abwechslungsreiche Registrierung bewirken m. E. den typischen Klang der französischen Orgelschule - Vierne's Lehrer C. Franck lässt grüßen!)


4. Satz Allegro vivace, a-Moll, 2/4, Viertel=112
(Registrierung: Große Orgel Flöte 8 Fuß + gedeckt 8-Fuß, Positif Flöte 8 Fuß + gedeckt 8 Fuß + Weidenpfeife, Solostimme Flöte 4-8 Fuß, Pedal Flöte 8-16 Fuß)

Das Thema wird im Manual und Pedal bis 0.10 /8/ vorgestellt, da nur das Zusammenspiel das Thema ergibt; die weitere Besonderheit ist, dass fast alle Sechzehntelfiguren, -läufe stakkato zu spielen sind, was insgesamt auch für die folgende Verarbeitung gilt, die von häufigen, auch sequenzartigen Tonartwechseln geprägt ist. Bei 1.36 /86/ Tonartwechsel zu fis-Moll, auch die Themaverarbeitung verändert sich, die Sechzehntelfiguren, -läufe entfallen, das Thema wird ruhig dargestellt und der Abschnitt von /86-101/ wird wiederholt, was bei 2.14 /117/ endet. Auch die weitere Themaverarbeitung ist ruhig und endet bei 3.06 /155/ auf einem Fermate-Akkord. Nun zurück nach a-Moll und dem Anfangsthema, was allerdings am Ende von /157/ auf einer Fermate-Pause abbricht, erneut beginnt und erneut bei /159/ wieder auf einer Fermate-Pause abbricht ("es hört sich an, als würde ein Anlauf genommen werden müssen um das Thema wirklich neu zu beginnen"), was bei /160/ dann auch erfolgt und die Themaverarbeitung fortführt. Der Satz endet mit einem sehr kurzen Schlussakkord.

(Als würde ein Schwarm Feen und Kobolde vorbeihuschen, so höre ich die Teile des 4. Satzes, die von Sechzehntelfiguren geprägt sind. Im ruhigen Teil sind die verschiedenen Orgelregister gut zu hören.)



5. Satz Andante, F-Dur, 3/8, Quasi adagio, Achtel=66
(Registrierung: Große Orgel Fonds 8 Fuß, Positif Flöte 8 Fuß, Solostimme Gamben-Schwebung, Pedal 8-16 Fuß)

Das Thema wird bis 0.21 /09/ rechts Oberstimme vorgestellt. In der folgenden Verarbeitung ist - durch die häufigen Modulationen, auch beim Einsatz des Pedals bei 0.52 /21 - noch nicht ganz entschieden, ob es tatsächlich F-Dur ist. Erst am Ende der 1. Verarbeitung bei 1.21 /31/ ist F-Dur klar. Nun kommen 2 mal 4 Takte /32-35/ und /36-39/, Achtel=84, die in einstimmigen, von links nach rechts aufsteigenden Zweiunddreißigstel- und Sechzehntelläufen stets auf einem Fermate-Akkord, zuletzt bei 1.52 /39/, enden und den Tonartwechsel nach Des-Dur vorbereiten, der aufgrund der in jedem Takt vorgenommenen Modulation nicht einwandfrei hörbar ist; die anschließende Themaverarbeitung endet bei 2.29 /51/. Nun kommen wieder 2 mal 4 Takte /52-55/ und /56-59/ - wie bei /32-35/ und /36-39/ - die einen Tonartwechsel nach Es-Dur vorbereiten und bei 2.58 /59/ enden. Die anschließende Themenverarbeitung endet bei 4.29 /88/ und ist auch hier - wie zuvor bei Des-Dur - wegen der taktweisen Modulation als Es-Dur nicht einwandfrei hörbar. Zurück nach dem nun wieder einwandfrei hörbaren F-Dur erfolgt die Themaverarbeitung im Manual, während im Pedal das Thema liegt. Der Satz endet in breitem rall. auf 2 lange ausgehaltenen, durch Pausen getrennten F-Dur-Akkorden und einem noch länger ausgehaltenen - ebenfalls F-Dur - Schlussakkord.

(Die Gambenschwebung verleiht diesem Satz den beeindruckenden Klang, was noch unterstrichen wird, wenn das tiefe Pedal dazu kommt. Es kommt eine Art von Ruhe auf, die durch die vielen Modulationen und Tonartenwechsel nicht gestört wird, der Klang gewinnt an Farbigkeit.)



6. Satz Final, D-Dur, Allabreve, Allegro, Halbe=76
(Registrierung: Große Orgel + Positiv + Solostimme Fonds + Zungenstimmen, alles4-16 Fuß, Pedal Fonds 4-32 Fuß + Zungenstimmen 4-16 Fuß)
(Allein schon aus der Registrierung lässt sich erkennen, das gibt ein Orgel-Klangfest, da werden im wahrsten Sinn des Wortes "alle Register gezogen"!)

Bis 0.32 /22/ geht im Manual in fff eine Klangkaskaden-Sturm, die ersten 8 Takte als Ostinato, über den Hörer hinweg, während im Pedal das Thema von 0.03 bis 0.09 /3 mit Auftakt - 6/ vorgestellt wird und dann (wie einhämmernd) noch 3 Mal, nur leicht variiert, wiederholt wird. 6 Takte Achtelläufe links Unterstimme und rechts - dort mit einem Triller endend - ein Orgelpunkt in der Oberstimme links (kann wieder als "Anlauf" gehört werden), dann beginnt bei 0.44 /30/ rechts das Thema und seine Verarbeitung, die bei 1.10 /48/ nach A-Dur wechselt. Bei 1.58 /81/ beginnen im Manual wieder die Klangkaskaden - das Pedal bestimmt der Fortgang - die mit dem Wechsel nach D-Dur bei 2.30 /102 enden. Nun liegt links das Thema, das Pedal hat weitgehend Orgelpunkt und rechts hat Achtelläufe, was bei /112/ zwischen rechts und links wechselt und bei 3.05 /127/ nach Es-Dur wechselt. Thema, Klangkaskaden und Achtelläufe wechseln nun ständig zwischen Pedal, rechts und links. Ab /151/ sind im Manual nur noch Klangkaskaden, das Pedal hat Orgelpunkt und ab 4.03 /167/ Wechsel zurück nach D-Dur, fff, das Pedal hat das Thema, im Manual nur noch Klangkaskaden. Dies endet bei 4.38 /190/. Was nun kommt ist die Vorbereitung und Vollendung eines grandiosen Schlusses, Vierne schöpft alle Möglichkeiten aus: Stakkato-Achtelläufe, Triller in sämtlichen Lagen, ostinatoähnliche, sehr kurze Pedalfiguren, Klangkaskaden mit laufend sich ändernder Modulation, Dynamikveränderung, Tempoverzögerung und -beschleunigung, 7-stimmige Akkorde über einen sehr großen Tonumfang, darunter im Pedal Achtelläufe abwärts zum Orgelpunkt - der Schlussakkord wird mehrmals - durch kurze Pausen unterbrochen - angesetzt um dann sehr lang ausgehalten zu enden.

(Ich kenne nur wenige Werke aus der großen Orgelliteratur. Die Vielfalt der von Vierne eingesetzten kompositorischen Mittel ist sehr bemerkenswert - ein sehr beeindruckendes Finale, mit einem grandiosen Abschluss. Dieses Werk auf einer passenden Orgel mit einem sehr guten Organisten in einem Kirchenraum ohne allzu große Überakustik (Nachhall) zu hören - ein Traum!
Abschließend: Gerne würde ich franz. Orgelmusik auf mit großer Sorgfalt restaurierten Cavaille-Coll-Orgeln mit sehr guten Organisten hören - ein Wunschtraum!)


Viele Grüße
zweiterbass


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Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

zweiterbass

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Sonntag, 31. März 2013, 13:30

Französische Orgelmusik Vierne

Hallo,

Symphonie Nr. 2, Op. 20

Ich betrete "Neuland".

http://www.youtube.com/watch?v=PY0YjRYTqJ0

Diese Aufnahme ist ganz hervorragend, interpretiert von Marie Claire Alain und noch dazu auf der am besten erhaltenen Cavaille-Coll-Orgel.

Um den zu postenden Höreindruck (nicht Kurzbeschreibung des Werkes!) von ? Mitgliedern nicht zu beeinträchtigen, lasse ich ihnen sehr gerne den Vortritt.

Viele Grüße
zweiterbass


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m-mueller

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Sonntag, 7. April 2013, 21:53

Lieber Zweiterbass,

Deine umfang- und kenntnisreiche Analyse hätte es verdient, auf fruchtbareren Boden zu fallen.

Ich bin halt kein sehr fruchtbarer Boden für französische Orgelmusik, ich fürchte, da bin ich zu einseitig und zu starr auf Bach fixiert.

Aber hier gibt es ja noch ein paar hundert weitere Mitglieder....

zweiterbass

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4

Sonntag, 7. April 2013, 22:52

Hallo m-müller,

dr.pingel grüßt - und wenn Du seinen und meinen Beitrag in "Psychologie der Taminos" liest merkst Du, dass ich gut auch so zurecht komme.

zweiterbass
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5

Freitag, 19. April 2013, 23:37

Französische Orgelmusik Vierne

Hallo,

Orgel-Symphonie Nr. 2, Op. 20,

Diese Aufnahme ist ganz hervorragend
http://www.youtube.com/watch?v=PY0YjRYTqJ0

CD wie in Beitrag Nr. 1

1. Satz Allegro: Das Thema wird sogleich in mächtigen Akkorden hörbar, bevor es dann im Pedal sehr deutlich erkennbar erklingt, von sehr rhythmischen Einwürfen im Manual begleitet. Die folgende Bearbeitung beginnt mit einer Zerlegung des Themas in kleine Bausteine, die im Manual und Pedal, rhythmisch sehr unterschiedlich vorgetragen werden. Es folgt ein 2. Thema, was bei mir etwas pastoral ankommt, sehr beruhigend in der Harmonik, ohne große Dynamikveränderungen und rhythmisch einheitlich. Besonders auffallende Registrierungen erkenne ich bis jetzt nicht. Thema 1 und 2 werden nun verwoben, wobei die Rhythmik Oberhand gewinnt und auch die Dynamik wieder zunimmt. Die Registrierung wird nun dunkler und im Klang weicher, wobei aber die rhythmische Unruhe nicht abnimmt; es folgen Harmoniksequenzen und über einem langen Orgelpunkt im Pedal kommen kaskadenartige Läufe im Manual. Alle bisherigen Arten der Verarbeitung werden nun verändert dargestellt in rhythmisch aufwändiger Art und vielseitiger Harmonik und bevor der Satz in lange ausgehaltenen mächtigen Schlussakkorden endet, läuft das Thema 1, in seinen Bausteinen oftmals wiederholt, wie auf eine Kadenz hinaus.

2. Satz Choral: Das Thema (m. E. kein schon vorhandenes Kirchenlied) wird in weichen Registern des Pedals choralartig vorgestellt, bevor es dann in auch warmen hellen Registern im Manual wiederholt wird, worauf ein langes Pedalsolo (etwas verändertes Thema) erklingt und die sehr beruhigend klingende Zwiesprache zwischen Pedal und Manual sich fortsetzt. Nun folgt eine im Tempo anziehende und unruhig wirkende Bearbeitung des Themas in Manual und Pedal, wieder sequenzartig über einem Pedalorgelpunkt. Mit Dur-Akkorden in gedeckten Flötenregistern über einem tiefen Pedalregister (16-Fuß-Flöte?) wird der choralartige Charakter wieder hörbar. Und erneut die unruhig wirkende Passage, mit fast etwas derben Registern, was sich auch dynamisch sehr steigert, von sehr tiefen, kurzen Pedaleinwürfen begleitet, endet in einem äußerst mächtigen Schluss-Dur-Akkord.

3. Scherzo: Mit einer sehr überraschenden, äußerst abwechslungsreichen und zarten Leichtigkeit der Registrierung beginnt der Satz (irgendwie? kommen mir die Elfen aus dem Sommernachtstraum von Mendelsohn in Erinnerung), es ist ein(e) sehr beeindruckende(s) Klangfarbenspiel, Klangmalerei. Auch das Thema verliert seinen etwas streng wirkenden Charakter in der Registrierung durch das weiterhin leichte Umspielen in den übrigen Registern. Die Harmonik geht kurzzeitig vom leichten Charakter etwas ab, endet aber sehr "versöhnlich".

4. Cantabile: Ohne besondere Registrierungskünste beginnt der Satz, dann folgt ein tiefes, sehr weich klingendes Pedalsolo und was an dem dann folgenden Thema "sanglich" sein soll ist mir? Auch die Bearbeitung lässt für mich ein Cantabile vermissen (man höre sich Cantabile von Franck, Widor an). Auch die gegen Ende zunehmende Farbigkeit der Registrierung lässt meine "Enttäuschung" über diesen Satz nur wenig schwinden.

5. Final: Ein Bravourstück für eine(n) Organisten/in, welches überwiegend den vollen Orgelklang ausschöpft, aber mit immer wieder sehr kurzfristig eingeschobenen, deutlich anderen Registrierungen überrascht. Die Harmonik geht zu Zeiten soweit, dass die Grenzen der Tonalität bei weiterem Fortschreiten erreicht werden könnten, was aber nicht geschieht; besonders der Schlussteil "glänzt" in fast reinen, mächtigen Dur-Akkorden in Registrierung "Große Orgel".

Viele Grüße
zweiterbass

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Dr. Holger Kaletha

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6

Samstag, 20. April 2013, 18:07

Lieber Horst,

ich bin ein großer Liebhaber des Klangs der Cavaille-Coll-Orgeln - obwohl meine Sammlung mit Orgelmusik nicht so groß ist! Von Vierne habe ich leider auch nicht so viel - von Widor etwas mehr, aber längst auch nicht alles! Die meisten werden von Vierne das attraktive Stück "Carrilon de Westminster" kennen.

Schöne Grüße
Holger

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7

Montag, 5. August 2013, 15:53

Hallo,




Jeremy Filsell auf der der Cavaille-Coll-Orgel St. Ouen, Rouen (bei Wikipedia lesenswert, ebenso dort die Orgeldisposition).

http://www.youtube.com/watch?v=4ThCfI3cl5s

Symphonie Nr. 3, Op. 28
1.Satz Allegro maestoso, fis-Moll, 3/4, Allegro Maestoso, ¼ = 120
(Registrierung: Solostimme Fonds (Grundstimmen) 4-8 Fuß [+ Zungenstimmen], Positif Große Orgel, Pedal Fonds 4-16 Fuß [+ Zungenstimmen])

Bis 0.13 /1-4) oktaviert das Motiv im Manual und Pedal mit allen o. g. Registern in fff - ein fanalartiger Beginn - was sofort variiert wird und ab 1.10 /24/ ohne Pedal und in der Registrierung fürs Manual Solostimme in cresc. von p bis mf.
Ab 2.04 /45/ der Wechsel nach cis-Moll und zurück nach p und über 8 Takte ein Orgelpunkt im Pedal. Im Weiteren wendet Vierne auch wieder an (wie in den Sinf. 1 + 2) das Motiv zu stückeln oder diese Motivstücke neu anzuordnen und dann zu verarbeiten. Bei 3.00 /69/ kommen in der Registrierung die Zungenstimmen hinzu und bei 3.30 /81/ der Wechsel nach c-Moll und bei 4.10 /97/ zurück nach fis-Moll in p und ohne Zungenstimmen . Der Wechsel nach f-Moll bei 4.50 /115/ mit Pedalorgelpunkt über 6 Takte. Der Wechsel zurück nach fis-Moll bei 5.19 /130/ wird 4 Takte zuvor durch Zungenstimmen angekündigt. Bei 6.25 /149/ Tempowechsel nach Sostenuto e legato und ab 7.15 /172/ erklingt in ff das oktavierte Thema im Schluss-Ritardando, was in Fis-Dur endet.

2. Satz Cantilene, a-Moll, 4/4, Andantino moderato, Viertel = 89
(Registrierung: Solostimme Klarinette, Oboe und Nachthorn, Positif Flöte 8-Fuß und Fonds 8-Fuß, Pedal Fagott 8-Fuß und Orgelklavier 16-Fuß)

Das sehr kurze Thema – oder besser Motiv – erklingt rechts bis 0.04 im Takt eins. Es wird ab Takt zwei sofort in äußerst vielfältiger (und für mich in für Vierne typischer) Weise variiert – erweitert, verkürzt, „atomisiert“ (auf 2/3 Töne), in anderer Taktbetonung (Triolen), Dynamik, Tempo, Registrierung und das betrifft nicht nur rechts, sondern genauso links und das Pedal. Dabei entsteht ein Höreindruck, als würde das Motiv dauernd erklingen, aber es sind z. T. eben nur sehr geringfügige Veränderungen des Motivs. Bei 4.41 / 67/ kommt rechts die Gambe in Schwebung – was den Schluss des Satzes einleitet und bei 5.19 /74-75/ erklingt im Pedal tatsächlich das Originalmotiv und die letzten beiden Takte sind ein sehr lang ausgehaltener Schlussakkord in A-Dur.

3. Satz Intermezzo, h-Moll, 3/8, Allegretto non vivo, Achtel = 144
(Registrierung: Solostimme Gambe, Flöte 4-8 Fuß und Rohrflöte 2 2/3 Fuß, Positif Weidenpfeife/Schwebung, Große Orgel (Hauptstimme), tiefer Bass (Bourdon) 16 Fuß (Koppel mit Solostimme), Pedal tiefer Bass 8-16 Fuß und Flöte 4 Fuß)

Bis 0.07 /1-4/ wird das Thema/Motiv zwei Mal vorgestellt. Dann gilt aber zur Struktur überwiegend, was zur Cantilene geschrieben ist. Allerdings durch die in den Takten sehr unterschiedlich verteilten Pausen und Notenwerten zwischen rechts, links und Pedal kommt in dem Intermezzo fast ein tänzerisches Moment hinein (siehe auch Tempovorschrift und MM-Angabe). Ab 1.00 / 41/ Wechsel zu H-Dur und bei 1.49 /75/ Wechsel zu g-Moll, was bei 2.37 /108/ zurück zu h-Moll wechselt. Bei 3.16 /135/ kommt F-Dur „ins Spiel“, das bei 3.40 /151 wieder zurück nach h-Moll wechselt und in den letzten 3 Takten ohne rit. in D-Dur endet.

4. Satz Adagio, h-Moll, 4/4, Quasi Largo, Viertel = 84 (im Original gibt Vierne das Tempo frei)
(Registrierung: Solostimme Gambe auch in Schwebung, Positif Fonds 8-Fuß, Große Orgel Fonds 8-Fuß (Koppel mit Positif), Pedal Fonds 8-16 Fuß, lieblich.

Bis 0.11 /1-2/ stellt das Pedal das Motiv vor, was in der Oberstimme rechts von 0.10 – 0.21 /3 – 4/ wiederholt wird; es ist ein fugenartiger Einsatz, aber es wird keine Fuge. Auch hier verändert Vierne das Motiv in sehr vielen Variationen, links kommt das Motiv nicht im Original, auch kein fugenartiger Einsatz. Bei 3.00 /42/ Wechsel in f-Moll und bei 3.45 /53/ kommt rechts die Registrierung in Schwebung. Bei 4.35 /63/ zurück nach h-Moll. Wie schon in den Sätzen 2 und 3 schließt auch dieser Satz in Dur, aber schon bei 5.56 /79/ und zwar in H-Dur, was im Takt 88 auf einer lang ausgehaltenen Fermate endet und in den Takten 84 – 86 der 1. Takt des Motivs 3 Mal erklingt.

5. Satz Final, fis-Moll, 2/4, Allegro, Achtel = 120
(Registrierung: Solostimme 4-16 Fuß Zungenstimmen, Positif 4-16 Fuß wahlweise Zungenstimmen, Große Orgel 4-16 Fuß wahlweise Zungenstimmen, Pedal 4-32 Fuß wahlweise Zungenstimmen und Orgelklavier)

Das 1-taktige Sechzehntel-Motiv wird rechts bis 0.32 /1-26/ also 26 Mal wiederholt (dabei in /14-16/ 3 Mal ½ -Ton tiefer – diese kleinen Tonunterschiede werde ich folgend nicht mehr erwähnen). Links 0.04 – 0.15 /2 – 12/ wird ein Thema zwei Mal vorgestellt, was 0.30 – 0.34 /23 – 27/ 1 Mal wiederholt wird. Diese „Verzahnung“ von Motiv und Thema – Beide werden wieder sehr unterschiedlich variiert - ist die Struktur des Satzes. Das Motiv ist links 0.54 – 1.11 /45 - 59/ zu hören und bei 1.28 /73/ Wechsel nach B-Dur. Nun kommt das Motiv rechts 2.14 – 2.42 /110 – 133/ und bei 2.47 /137 /kommt rechts das Thema und zugleich Wechsel nach h-Moll. Bei 3.50 /185/ kommt das Motiv wieder links und bei 4.10 /201/ Wechsel zurück nach fis-Moll und weiter mit einem 33-taktigen Orgelpunkt Unterstimme rechts, während links weiterhin das Motiv erklingt bis 5.05 /246/. Bei 5.15 /253/ erfolgt der Wechsel nach Fis-Dur und der Satz in fff mächtig ausklingt.

Alle Sätze dieser Sinfonie beginnen in Moll und enden in der gleichnamigen Dur-Tonart, ausgenommen der 3. Satz, der in der Parallel-Durtonart endet.

Viele Grüße
zweiterbass

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8

Samstag, 5. Oktober 2013, 18:30





Hallo,
Jeremy Filsell an der Cavaille-Coll-Orgel St. Ouen, Rouen (bei Wikipedia lesenswert, ebenso dort die Orgeldisposition).
Leider gibt es keine brauchbare Gesamteinspielung auf YouTube; einzelne Sätze können dort gehört werden.







Symphonie Nr. 4 Op. 32
1. Satz Prelude, g-Moll, 6/8, Quasi lento, punkt. ¼ = 42
(Registrierung: 1. Solostimme Fonds (Grundstimmen) 8 Fuß, Oboe [+ Trompete], 2. Positif Flöte 4-8 Fuß,
3. Große Orgel Fonds 8-Fuß, 4. Pedal Fonds 8-16 Fuß + Koppel Große Orgel und Positif)

Das Manual beginnt mit der Reg.(istrierung) 1. auf einem Orgelpunkt, der jeweils am Taktende mit einer Sechzehntelpause unterbrochen wird und bei 0.13 /3/, nach einer Achtelpause, setzt das Pedal mit dem 2-taktigen Thema ein, das insofern durch den Rhythmus deutlich hörbar ist, als die 2. Achtelnote mit der 3. Achtelnote des 1. Taktes durch einen Bindebogen verbunden ist, ebenso die 5. Achtelnote des 1. Taktes mit der 1. Achtelnote des 2. Taktes. Bei 0.44/11/, ebenfalls nach einer Achtelpause, setzt nun rechts mit Reg. 1. + 2. mit dem Thema ein und durch die Stimmführung von links und Pedal entsteht ein kanonartiger Höreindruck. Die Harmonik wechselt mehrmals und bei 1.16 /18/ setzt auf dem letzten Achtel links, das Thema (rhythmisch leicht verändert) ein, während rechts das Thema rhythmisch unverändert fortführt, aber die hinzukommende rechte Unterstimme den Rhythmus von links übernimmt und das Alles mit Akkordrückungen. Damit ist die Grundstruktur des Satzes beschrieben unter Beachtung, dass welche Stimme wann das Thema, oder rhythmisch verändert, bringt, eine Vielzahl von Möglichkeiten der Variationen ermöglicht bei zugleich chromatischen Akkordverschiebungen. Bei 2.40 /43/ ändert sich die Reg. - für das Manual kommt in tiefer Lage die Trompete hinzu, eine weitere (klangliche) Variationsmöglichkeit. Bei 3.40 /51/ läuft das Pedal auf einen Orgelpunkt, der bei 4.04 / 59/ endet, dann die Trompete im Reg. 1. nun auch links ertönt und dieser Abschnitt bei 4.46 /67/ auf einer langen Fermate schließt. Bei gleicher Reg. kommt nun eine Wiederholung ähnlich wie bei 1.16 /18/, aber das Pedal hat hier einen Orgelpunkt, nach dessen Ende die Grundstruktur mit verlängerten Notenwerten im Manual fortgeführt wird, währende das Pedal die Achtelbewegungen weiterführt, was zum Abschluss in einem rit. und dim. auf einer langen Fermate in einem Quint-Akkord endet.

2. Satz Allegro risoluto, g-Moll, Alla breve, ¼ = 120
(Registrierung: 1. Solostimme Fonds (Grundstimmen) und Zungenregister 4-8 Fuß, 2. Positif wie 1., Große Orgel wie 1., Pedal wie 1. jedoch 8-16 Fuß)

Das Thema ist eine Abwandlung des Themas aus dem 1. Satz und wird vom Manual in ff und Reg. 1. – 3. vorgetragen und bei 0.06 /3/ kommt das Pedal mit einer eigenen markanten 4-tönigen Phrase hinzu in der Reg. wie Manual, also kein 16-Fuß-Register. Dies wird nun mehrmals, in Tonhöhen registerartig verschoben, wiederholt , wobei nun auch das Pedal die Phrase erweitert und variiert und Vierne „jagt den Hörer durch alle möglichen Tonarten“, was aber nie atonal wird und einen – für mich – eigenen Reiz hat. Auch die Reg.-koppeln wechseln oft zwischen den einzelnen Stimmen und es endet bei 2.13 /63/ auf einer langen Fermate-Pause. Mit neuer Tonart – e-Moll – beginnt links das Thema in einer rhythmisch leicht veränderten Art und bei 2.21 /67 setzt rechts fugenartig ein, auch das Pedal setzt bei 2.29 /72/ fugenartig ein und bei 2.37 /76/ landet das Pedal auf einem Orgelpunkt, das Alles in einheitlicher Reg. 1. + 2., auch folgend. Bei 2.49 /84/ endet der Orgelpunkt und das Pedal hat die rhythmisch etwas veränderte, nun 5-tönige Phrase, während rechts und links fugenartig (ohne eine Fuge zu sein!) das Thema in unterschiedlicher Harmonik bringen, Bei /95/ kommt die Reg. 1.- 3. Wie im 1. Satz geht in Folge das Manual zu längeren Notenwerten im Thema über, während das Pedal den ursprünglichen Rhythmus beibehält. Bei 3.40 /110/ Reg. 2. und bei 3.51 /114/ Reg. 1. + 2. Bei 4.17 /127/ Reg. 2. + Zungenstimmen rechts und 2 Takte später Reg. 3. + Zungenstimmen rechts, damit wird der Tonartenwechsel zurück nach g-Moll vorbereitet bei 4.26 /131/ und nun hat auch das Pedal Zungenstimmen. Bei 5.10 /150/ haben alle Stimmen Reg. 1. – 3. + Zungenstimmen in fff. Die rhythmische Unterteilung bleibt wie vor und erst ab /163/ hat nun auch das Pedal anstatt Achtel- Viertelnoten und ab /168/ übernimmt das Manual bei verlängerten Notenwerten das Thema, was bei /171/ in einem lang ausgehaltenen Schlussakkord in der Paralleltonart B-Dur endet.

3. Satz Menuett, E-Dur, ¾, Tempo di Minuetto, ¼ = 110
(Registrierung: Solostimme Oboe (+ Trompete). Positif Flöte 8 Fuß, Große Orgel Fonds (Grundstimmen) 8 Fuß, Pedal Flöte 8 Fuß)

Auch dieses Thema ist eine Variation des Themas aus dem 1. Satz, wird rechts vorgestellt, einmal wiederholt und was bei 011 /08/ endet; links und Pedal setzen bei 0.05 /3/ mit einer Variante der 4-stimmigen Phrase aus dem 2. Satz ein, was bedingt durch die Reg. und E-Dur einen frohen, leichten Klangeindruck vermittelt und bei 0.25 /17/nach einem Tremolo rechts endet, komplett wiederholt wird und demnach bei 0.50 /35/ erneut endet. Links setzt nun mit der Spiegelung des Themas ein, rechts und Pedal haben eine leicht veränderte Variante der 4-stimmigen Phrase. Bis 1.25 /58/ wird die Verarbeitung fortgeführt, in /52-55/ wird im Manual pro Takt zwischen Reg. 2. und 1. gewechselt, was zu einem Echoeffekt führt. Nach einem Tremolo rechts endet dieser Abschnitt bei 1.53 /75/ auf einer Fermate und wird auch wieder vollständig wiederholt und demnach bei 2.56 /115/ erneut endet. Tonartwechsel nach As-Dur, links Reg. 1. mit Trompete, rechts und Pedal Reg. 3. Im Pedal erklingt nun in der Unterstimme ein Orgelpunkt, während dem die Pedaloberstimme eine rhythmisch sehr variierte Phrase hat und das Manual das Thema besonders rhythmisch variiert. Nach einer Achtelpause hat nun ab 3.23 /132/ für 6 Takte links den Orgelpunkt und ab /145/ geht der Orgelpunkt wieder in die Unterstimme des Pedals, während das Manual die Themenverarbeitung fortführt, die bei 4.06 /158/ endet. Ab 3.23 /132/ wird wiederholt, was demnach bei 4.50 /184/ erneut endet. Tonartwechsel zurück nach E-Dur, links beginnt das Thema mit Reg. 1. + Oboe, rechts und Pedal haben die Phrase mit Reg. 2. Bei 5.17 /202/ übernimmt rechts das Thema, links und Pedal die Phrase. Es folgt nun eine Themenverarbeitung, bei der zwischen den Stimmen oftmals gewechselt wird, wer was übernimmt und auch bei der Harmonik „lässt Vierne keine Langeweile aufkommen“. Der Satz läuft einfach und unspektakulär bei 6.50 aus.

4. Satz Romance, Des-Dur, 4/4, Adagio molto espressivo, ¼ = 52
(Registrierung: Solostimme Gambe in Schwebung, Positif Weidenpfeife und Oboe, Große Orgel Flöte 8 Fuß, Pedal Flöte 8 Fuß + Koppel Reg. 1. - 3. )

Die ersten 2 Takte links sind nicht das Thema, es hat lediglich entfernte Ähnlichkeit mit dem Rhythmus aus dem 1. Satz. Bei 0.15 /3/ kommt das Thema (ein Konglomerat aus den Themen der Sätze 1-3) im Pedal, links hat einen Orgelpunkt und rechts entwickelt mit Sechzehntelläufen einen fortlaufenden Klangteppich. Kaum hörbar beginnt bei 0.48 /9/ rechts in der Oberstimme das Thema des Pedals und die nun einstimmigen Sechzehntelläufe klingen bei /11/aus, ebenso bei /11/ das Thema im Pedal, das nun einen Orgelpunkt hat und gleichzeitig links in der Unterstimme sich ein Fast-Orgelpunkt entwickelt, während die Oberstimme nun mit Sechzehntelläufen beginnt. Diese Art der Verarbeitung (mit Wechsel der „Zuständigkeiten“) wird mit wechselnder Harmonik beibehalten und endet bei 2.53 /33/ in einem unaufgelösten Akkord mit Fermate, der den Wechsel zu a-Moll vorbereitet; nun kommt unverändert das Thema des 1. Satzes und nach der 2. Fermat bei 3.40 /42/ ändert sich das Tempo in Poco piu animato, ¼ = 68 und fürs Manual das Reg. 1. – 3. Ohne dass sich die bei 2.53 /33/ vorgeschriebene Tonart ändert, wird durch individuelle Vorzeichen die Tonart/Harmonik mehrfach geändert, ebenso Tempo, Dynamik und Reg. Bei 5.22 /70/ endet ein 2-taktiger, 3-stimmiger Orgelpunkt rechts und bis 5.36 /73/ bereitet ein Solo-Sechzehntellauf links die Rückkehr zur Grundtonart des Satzes Des-Dur an; Rückkehr zu ¼ = 52, rechts das Thema aus 0.15 /3/ in Reg. schwebende Gambe, links Sechzehntelläufe, Pedal Oberstimme oktaviert in je Achtelnote und Achtelpause des Thema rechts und die Pedalunterstimme hat Orgelpunkt. Bei 6.26 /84/ bereiten wieder Sechzehntelläufe rechts (z. T. Solo) eine Dynamikänderung zu f und rechts Reg. 1., Pedal 8-16 Fuß, lieblich vor. Der Satz klingt sehr weich, freundlich, harmonisch aus, links und Pedal haben ab /93/ Orgelpunkt und in der Oberstimme des Pedals wird in /95/ „an das Thema des 1. Satzes gedacht“, erst dann kommt der lange Schlussakkord.

5. Satz Final, g-Moll, 12/8, Allegro, ¼ = 96
(Registrierung: Solostimme Fonds (Grundstimmen) und Zungenpfeifen 4-8 Fuß, Positif, Große Orgel und Pedal Fonds und Zungenpfeifen 4-16 Fuß)

Allein schon wegen der Registrierung kommt ein „Klangfest“ zum Hörer und die umfangreichen Angaben zu Fingersätzen lassen spieltechnisch große Anforderungen erwarten.
Mit fff eröffnet rechts in Reg. 2.+ 3. (noch ohne Zungenpfeifen) das Thema, das dem Thema des 1 Satzes, hier jedoch mit Durchgangsnoten, entspricht; bei 0.09 /5/ kommt das Thema links und bei 0.19 /9/ bringt das Pedal – oft wiederholt – auf Achtel- und punkt. Viertelnote einen Oktavsprung nach oben und bei 0.36 /18/ steigt auch das Pedal in das Thema ein. Die Rollen, weiterhin in fff, werden wie gehabt, vertauscht mit vielen Akkordrückungen. Bei 1.36 /43/ Wechsel nach h-Moll, zugleich in allen Stimmen Zungenpfeifen, links hat das Thema und bis 2.16 /60/ wird wer welche Themen hat, teilweise in Bruchstücke heruntergebrochen, laufend gewechselt. Hier dann Wechsel nach c-Moll, rechts Reg. 1. links Reg. 2. + 3. und weiter mit lfd. Akkordrückungen und vielen Registerwechseln zwischen den Stimmen. Bei 3.32 /93/ Fermatenpause, links hat das Thema mit Durchgangsnoten, 4 Takte später ebenso rechts und das Pedal gibt mit punkt. Viertelnoten Akkordstütze. Bei 4.03 /105/ Wechsel zurück nach g-Moll, links hat das Thema, rechts und Pedal Akkordstütze, Alles in fff und Zungenpfeifen; das Thema kommt nun auch in kurzem Wechsel rechts und Pedal und die Register wechseln über alle Stimmen. Bei /132/ in allen Stimmen ff und Zungenpfeifen und bei 5.20 /140/ Achtelnoten in allen Stimmen und ab 5.28 /143/ choralartiges Zugehen in largamente auf den Schluss mit langem Schlussakkord.



(Das Werk halte ich insgesamt ist äußerst facetten- und abwechslungsreich; dies betrifft sowohl die Satztechnik, wie auch Harmonik, Themenvaribilität, Rhythmus, Farben der Registrierung - Dynamik und Tempoveränderungen, auch in den einzelnen Sätzen, sowieso. Ich kann das Werk gut hören; das Finale ist mir aber dann doch etwas zu final-wuchtig. Allerdings setzt mich in übergroßes Erstaunen, dass Vierne, fast total erblindet, seine Werke dennoch gespielt hat und die in den Noten angegebenen Fingersätze waren für ihn gewiss keine Hilfe. C. Franck hat einige Orgelwerke von Bach in Blindenschrift übertragen, wovon Vierne sicher Nutzen hatte, denn er war zeitweise Francks Schüler.)

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

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9

Sonntag, 2. Februar 2014, 20:42

Leider gibt es keine brauchbare Gesamteinspielung auf YouTube;

Bedauerlicherweise habe ich da was übersehen, was ich nun nachhole:
https://www.youtube.com/watch?v=yMxvIjLnVyw

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10

Samstag, 8. Februar 2014, 23:42



Hallo,

Jeremy Filsell auf der der Cavaille-Coll-Orgel St. Ouen, Rouen (bei Wikipedia lesenswert, ebenso dort die Orgeldisposition).
Leider gibt es keine Gesamteinspielung auf YouTube (ich hoffe, diesmal nichts übersehen zu haben); einzelne Sätze (nicht alle) können aber dort gehört werden, das Final sogar mehrmals.

Symphonie Nr. 5, Op. 47

1. Satz Grave, a-Moll, 4/4, ¼ = 60
(Registrierung: 1. Solostimme Fonds (Grundstimmen) 8 Fuß, Oboe und Trompete, 2. Positiv Fond 8-Fuß,
3. Große Orgel Fonds 8-Fuß, 4. Pedal Fonds 8-16 Fuß, 1., 2., 3. ergänzend)

Bis 0.17 /1-4/ im Pedal das Thema 1, - 0.12-0.20 /4-5/ im Manual Thema 2 - 0.29-0.37 /8-9/ Thema 2 im Manual bereits variiert - 0.42-1.00 /11-15/ Thema 1 im Pedal - 0.52-1.00 /14-15/ Thema 2 im Manual bereits variiert. Ab 2.49 /42/ Wechsel nach A-Dur und Erweiterung der Registrierung um die Oboe; die Themenfortführung erfolgt z. T. durch Diminution. Ab 3.47 /59/ Registrierung wie vor und Trompete und links und im Pedal kommen 4-taktige Orgelpunkte. Ab 4.46 /74/ zurück nach a-Moll und im Pedal wird das Thema 1 deutlich hörbar. Ab 5.50 /89/ kommt im Manual die Gambe hinzu; der Satz endet nach einem rit. in einem sehr lang ausgehaltenen Schlussakkord.

2. Satz Allegro molto marcato, a-Moll, 2/4, ¼ = 80
(Registrierung: 1. Solostimme und 2. Positiv Fonds 4-8 Fuß + Zungenstimmen, 3. Große Orgel Fonds 4-16 Fuß + Zungenstimmen, 4. Pedal wie 1. jedoch 4-16 Fuß, 1., 2., 3 ergänzend)

Rechts das Thema bis 0.09 /Auftakt bis zwei Achtel aus 4/ und ab 0.21 -0.29 /Auftakt in 10 bis zwei Achtel in 14/ links das Thema im Quintabstand, aber keine Fuge. Die Fortführung bis 1.18 /38/ lässt sich nur insoweit beschreiben, dass Teile des Themas, auch erweitert, auch leicht variiert im Manual und Pedal durchwechseln und es dabei eine Vielzahl von chromatischen Veränderungen gegenüber a-Moll gibt. Ab 1.19 /39/ Wechsel nach d-Moll, gleichzeitig mit einer Flut von chromatischen Veränderungen und ich kann bis 2.46 /79/ (auch mit Noten) kein durchgängiges Thema oder Themenfortführung erkennen. Ab 2.47 /80/ Wechsel nach e-Moll; das Thema wird wieder bruchstückhaft erkennbar und bei der Vielzahl der auch hier chromatischen Veränderungen „erkämpft“ sich teilweise die Paralleltonart G-Dur den Vorrang. In der Registrierung gibt es minimale (aber keine hörbaren) Veränderungen, bis bei 6.16 /183/ ein ff-Akkord den Wechsel zurück nach a-Moll ankündigt, der aber „nicht sofort gelingt“ und bei 7.08 /210/ ein Wechsel nach dis-Moll erfolgt, was erneut nur von kurzer Dauer ist, weil bei 7.49 /230/ nach fis-Moll gewechselt wird und bei 8.31 /251/ wieder („nach langen Irrwegen“) die Ausgangstonart a-Moll erreicht ist und das Thema in seiner ursprünglichen Form zu hören ist – und dann geschieht die große Überraschung: In einem großen Allargando und chromatischen „Verschiebungen“ wird ein lang ausgehaltener Schlussakkord vorbereitet, nein nicht C-Dur, in
Cis-Dur

(Meine Meinung: Ein hart errungener Kampf durch alle Wirrungen der Chromatik)

3. Satz, F-Dur, Tempo di scherzo m non troppo vivo, 6/8, punkt. ¼ = 100
(Registrierung: 1. Solostimme Flöte 4-8 Fuß, Rohrflöte in Oktavlage 2. Positiv Nachthorn 4-Fuß, Krummhorn, 3. Große Orgel Weidenpfeife 8 Fuß, Brummbaß 8-Fuß, Zink, 4. Pedal Flöte 8 Fuß, Brummbaß 16 Fuß)

Bis 0.12 /8/ gibt es ein deutlich zu hörendes Thema im Manual (dafür lässt Vierne die Tonart offen) und das oben erwähnte F-Dur kommt erst richtig von 0.13-0.19 /9-14/ wenn sich auch das Pedal dazu gesellt und die Hektik – bewirkt durch eine raffinierte Pausenstruktur zwischen rechts und links - nachlässt. Aber ab 0.20 /15/ wird es wieder hektisch und wenn sich in das Pausenraffinement auch noch das Pedal einblendet, wird’s „ein Scherz im Tempo di scherzo…“, dabei ist das Thema, variiert durch Erweiterung/Verkürzung, Änderung der Tonart immer klar zu hören. Ab 1.07 /51/ bleiben die ungewöhnlich positionierten Achtelpausen auf rechts beschränkt, links hat zwar dann Sechzehntelläufe, aber im Pedal kehrt Ruhe ein - taktweise abwechselnd punkt. Viertel- oder Halbenoten – und das Pedalregister wird erweitert um Weidenflöte, Brummbass und Zink, was aber nicht sehr hörbar ist wegen der Bewegung im Manual. Ab 1.52-2.52 /84-132/ Wechsel nach f-Moll, aber wie zu Beginn lässt Vierne die Tonart durch viele Vorzeichenänderungen innerhalb der Takte unklar und es gibt – in der Tonart f-Moll, die nie festliegt – Wiederholungen aus dem Abschnitt 0.20-1.07 /15-51/ und auch das Thema bleibt immer präsent. Ab 2.53 /133/ Wechsel nach D-Dur und wieder verschleiert Vierne durch eine Vielzahl von Vorzeichenveränderungen, vorwiegend im Manual, die vorgegebene Tonart. Bei 3.40 /168/ zurück nach F-Dur, was nur vereinzelt klar durchdringt, besonders wenn es in der Oberstimme rechts und in der Unterstimme links zeitgleich Orgelpunkte gibt. Auch der Schluss wird von einem Orgelpunkt im Pedal vorbereitet, der mit zwei Achtelakkorden, dem ganzen Satzcharakter entsprechend, sehr kurz ausfällt.

4. Satz, Fis-Dur, Larghetto, 12/8, punkt. ¼ = 40
(Registrierung: 1. Solostimme Nachthorn, Gambe, „himmlische Stimme“=Schwebung, 2. Positiv Flöte 8 Fuß, Große Orgel Fonds 8 Fuß, Pedal Brummbaß 8-16 Fuß, 1., 2., 3. ergänzend)

Bis 0.09 /1/ ein Pedalvorspiel; 0.10-0.20 /2-3/ ist bei anziehendem Tempo sofort klar das Thema und die Tonart Fis-Dur (keine Unklarheiten hinsichtlich Thema bzw. Tonart wie im 2. + 3. Satz). Bis 1.26 /14/ wird das Thema sofort und klar erkennbar variiert, wobei die Unterstimme rechts und Ober- und Unterstimme links die Harmonik bestimmen, während das Pedal ab 0.10 /2-1o/ ein Ostinato hat. Ab 1.27-2.54 /15-28/ rechts das Thema, die Harmonik wird allerdings durch Achtelläufe links bestimmt, wodurch das Thema variiert wird, das Pedal hat eine rhythmische Variante des Ostinato und im Fortgang wird die wieder stark modulierte Harmonik auf Manual und Pedal verteilt. Bei 2.55 /29/ Wechsel nach c-Moll. Bis 3.04 /29/ 1-taktiger Melodiebogen links mit Akkordstütze rechts, von 3.13- 3.22 (31) Wiederholung, aber Melodiebogen rechts, Akkordstütze links. Bis 6.34 /56/ wird nun dieser Melodiebogen (2. Thema?) vielfältig variiert und bei 6.35 /57 Wechsel zurück nach Fis-Dur, das Thema (0.10-0.20) kommt im Pedal, die Oberstimme rechts hat Sechzehntelläufe, die Unterstimme und links geben Akkordstütze und verwenden dazu auch Teile des Themas, was im Pedal wiederholend variiert wird. Bei 7.56 /69/ setzt rechts das Thema deutlich ein, Unterstimme und links Akkordstütze und das Pedal hat ein Achtelnoten-Ostinato. 8.50-9.33 /77-83/ bringt einen stark chromatischen Übergang mit Thema im Pedal und in einem choralartigen Schluss endet der Satz in pp auf einer sehr lang ausgehaltenen Fermate.

5. Satz Final, A-Dur, Allegro moderato, 6/8, 1/8 = 152
(Registrierung: 1. Solostimme, 2. Positiv und 3. Große Orgel Fonds Mixtur, Zungenstimmen 2-8 Fuß, Pedal Fonds Mixtur, Zungenstimmen 8-16 Fuß, 1., 2., 3. ergänzend)

Bis 0.18 /8/ wird das 1-taktige Thema 1 (Sechzehntelläufe) rechts unverändert 7 mal wiederholt (damit hat‘s sich eingeprägt); links 0.03-0.07 /2-3/ das 2-taktige Thema 2 - wird sofort variiert - was zusammen mit dem Pedal die Harmonik ergibt; bis 0.41 /19/ wird im Manual mit chromatischen Veränderungen variiert, dem sich das Pedal anschließt. Ab 0.42 /20/ hat nun rechts das in Folge auch variierte Thema 2, links variiert sehr raffiniert (es ist eben kein Krebs!) das Thema 1 und das Pedal ergänzt die Akkordstütze mit einer Mixtur aus Bruchstücken von Thema 1 und 2, was bei 2,27 /64/ endet, zu dis-Moll wechselt und sich auch das Tempo auf 1/8=132 verringert rechts eine Moll-Variation des Thema 1^hat, links Akkordstütze gibt und das Pedal auf einem Orgelpunkt verharrt, bis es ab /69/ eine sehr frei Variation des Thema 1 hat, was dann in Folge insgesamt wieder äußerst chromatische Veränderungen erfährt. Erneuter Tonartwechsel bei 3.37 /89/ nach Es-Dur/c-Moll? - m. E. lässt Vierne den Hörer absichtlich im Unklaren - und Rückkehr zum Anfangstempo. Rechts hat eine Variante des variierten Themas bei 0.42 /20/ links und links hat das Thema 2, in Folge geht dass Thema 2 nach rechts und die „Variante des variierten Themas“ geht nach links, das Pedal gibt Akkordstütze. Es ist nun nicht mehr möglich folgend die Themen (und deren Variationen) im Wechsel - in der hier gebotenen Kürze – zu beschreiben; bei 4.51 /121/ bereitet ein Orgelpunkt im Pedal den Tonartwechsel nach D-Dur/h-Moll? (wie vor) bei 5.37 /136/ vor und der „Wirrwarr“ der chromatischen Veränderungen endet erst auf einer Fermate bei 6.38 /155/. Was dann folgt sind rechts Sechzehntelläufe, ähnlich imitierten Glissandi, bzw. das Thema 1, links und Pedal geben nur Akkordstütze und ab 6.49 /160/ „legt sich Vierne“ auf h-Moll fest, um dann über vier Akkorde mit Leitton bei 7.28 /175/ zurück zur Satztonart A-Dur zu wechseln. Was dann folgt kann wohl am besten mit einer Flut von Klangkaskaden beschrieben werden (unter Verwendung aller Themen), die nur noch selten chromatische Veränderungen durchlaufen und ab /226/ in „reinem“ A-Dur auf einem lang ausgehaltenen Schlussakkord bei /235-236/ enden.

Das Werk stellt z. T. sehr hohe Höransprüche (ob ich die zumindest teilweise erfüllen konnte?)– vom Verständnis ganz zu schweigen.

Viele Grüße
zweiterbass
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Sonntag, 9. Februar 2014, 00:02

Zitat

(Meine Meinung: Ein hart errungener Kampf durch alle Wirrungen der Chromatik)

Solche selbstgewählten Kämpfe hat Vierne ja mehrfach erfolgreich ausgefochten, der Mann hatte keine pazifistische Ader.

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Sonntag, 9. Februar 2014, 00:09

Dürfte für erfolgreiche blinde Menschen typisch sein.
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Freitag, 4. April 2014, 22:08

Hallo,
es gilt weiterhin die auf Beitrag Nr. 10/8 eingestellte CD-Box.

Ich stelle beide Gesamteinspielungen auf YouTube ein, die in der Laufzeit sehr unterschiedlich sind, die 2. ist näher an der CD-Aufnahme.

https://www.youtube.com/watch?v=Ar6FyQRcmfI
https://www.youtube.com/watch?v=GX6YXFRvSAE

Vorbemerkung: Es fällt im Vergleich zu seinen früheren Symphonien auf, dass die Registrierungsanmerkungen innerhalb der Noten häufiger sind ebenso Taktwechsel, Tempowechsel; auch die Tonart- und –geschlechtswechsel sind vermehrt, in den Sätzen aber sehr unterschiedlich.


Symphonie Nr. 6, Op. 59

1. Satz, Introduction et Allegro, h-Moll, Poco agitato e a piacere, 6/8, punkt.¼ = 56
(Registrierung: 1. Solostimme Fonds (Grundstimmen) und Zungenstimmen 4-8 Fuß, Schwellwerk 2. Positiv Fonds und Zungenstimmen 4-8 Fuß 3. Große Orgel Fonds und Zungenstimmen 4-16 Fuß 4. Pedal Fonds 8-16 Fuß, Zungenstimmen 4-16 Fuß)

Bis 0.07 /1-2/ wird rechts das 1-taktige Motiv vorbereitet, bevor dann das Motiv (fünf 1/16-, eine punkt. ¼-Note und 1/16 Auftaktpause) – von einem Thema kann man da nicht sprechen – bis 0.11 /3/ links erklingt. Von 0.33 – 0.34 /9/ erklingt ein Figur in 32-tel-Noten in 13 Halbtonschritten aufwärts, links beginnend und rechts endend. (Diese 32-tel-Figur zieht sich variiert durch das ganze Werk, zuweilen nur kurz, aber auch unmittelbar oftmals wiederholt; dennoch es kann nicht als zweites Motiv bezeichnet werden, da es in unterschiedlicher Länge, Rhythmus usw. erscheint - aber in diesem Satz stets als 32-tel-Figur aufwärts.) Von 0.43 – 0.47 /13/ kommt das Motiv im Pedal. Bis 1.08 /19/ erfolgt eine kurze Verarbeitung. Dann sofort Taktwechsel nach 4/4 im Tempo Lento, ¼ = 48; mit sehr viel Modulationen wird das Motiv anfangs in Notenwerterweiterung verarbeitet um dann über 1/8- zu den 1/16-Notenwerten zurück zu kehren um mit einem kurzen Orgelpunkt im Pedal zu enden. Ab 2.16 /32/ zurück zum 6/8-Takt im Tempo Allegro risoluto, punkt. ¼ = 60. Das Motiv (ganz leicht verändert) im Pedal und in ff bis 4.10 /80/ eine vielfältig variierte Motivverarbeitung in Manual und Pedal. Ab 4.11 /81/ A-Dur bis 4.43 /90/, dann zurück nach h-Moll. Eine wieder sehr reich modulierte Verarbeitung endet bei 6.00 /118/ und mit einem Wechsel nach
a-Moll, was bei 6.36 /132/ endet und in p nach b –Moll wechselt Ab 5.04 /und bei 7.25 /151 nach fis-Moll wechselt. Bei 7.55 /163/ Wechsel in ff zur Grundtonart des Satzes h-Moll. Bei 9.00 /191/ Wechsel in p nach gis-Moll, was bei 9.46 /209/ in ff nach H-Dur moduliert, also zur gleichnamigen Grundtonart des Satzes und mit 3 mächtigen Akkordanschlägen endet.


2. Satz, Aria, d-Moll, Andante quasi adagio, 4/4, ¼ = 66
(Registrierung: 1. Solostimme Trompete und Flöte 8 Fuß 2. Positiv Prinzipal (Hauptstimme), Weidenpfeife und Bordun (Baßpfeife)
8 Fuß 3. Große Orgel Flöte 8 Fuß 4. Pedal Subbaß 16 Fuß, Bordun 8 Fuß)

Das Thema wird in p choralartig im Manual bis 0.19 (1-5) vorgetragen; die erste kurze Verarbeitung endet auf einem modulierten A-Dur-Akkord bei Fermate 1.12 /17/.Weiter in d-Moll; das rechts sehr leicht variierte Thema führt zur Verarbeitung über, die auch wieder auf einem modulierten A-Dur-Akkord bei Fermate 2.23 /34/ endet. Weiter die Themaverarbeitung in d-Moll; wobei nun links gegenüber rechts in jedem Takt mit Achtelläufen 1/8-Pause später einsetzt; dabei werden nun auch Takte eingeschoben, in welchen der Achtellauf mit einer weiteren Achtelpause unterbrochen wird (was zusätzlich wie verzögernd auf das Tempo wirkt); das Pedal gibt überwiegend mit ganzen Noten Akkordstütze. Von 5.05 – 5.44 /73-78/, links Schwebung, werden je 3 mal 2 Takte mit einer Fermate beendet, in den 2-er-Taktgruppen wird von ¼ = 66 zur Fermate retardiert; die letzte Fermate wird wieder zu einem (versteckten) A-Dur-Akkord moduliert Dann folgt Tempo poco piu lento ¼ =58, links hat weiter Schwebung und mit einem zusätzlichen rit. endet der Satz einem ruhigen D-Dur, der gleichnamigen Grundtonart des Satzes.


3. Satz, Scherzo, g-Moll, Vivace, 6/16, punkt. 1/8 = 100
(Registrierung: 1. Solostimme Flöte 4-8 Fuß, Fagott (Quint und Octav mitschwingend), Oboe 2. Positiv Bordun 8-Fuß, Flöte 4-Fuß, Nasard (hohe Pfeife) in Quartlage 3. Große Orgel Bordun und Flöte 8 Fuß 4. Pedal Flöte 8-16 Fuß

Als Motiv (Thema?) bis 0.05 /1-4/ kommt hier die 32-tel-Figur aus dem 1. Satz, allerdings nur mit 8 Tönen aufwärts, da zwei Terzen enthalten sind. Ab 0.15 /13/ wird das Motiv links in durch Pausen „zerhackten“ Sechzehntelfiguren dargestellt und weiter variiert, bei 0.41 /41/ Wechsel nach einem G-Dur (versteckt, weil rasch wieder moduliert). Bei 1.05 /73/ Wechsel nach C-Dur(versteckt wie vor); hier wird nun die 8-tönige 32-tel-Figur dahin variiert, dass bis zur Hälfte die Töne von oben abwärts laufen und die 2. Hälfte von unten aufwärts, aber auch umgekehrt. Bei 2.02 /114/ Wechsel nach es-Moll und bei 2.21 /130/ nach fis-Moll und bei 3.12 /170 zurück nach
g-Moll.


4. Satz, Adagio, es-Moll, Larghetto, ¾, ¼ = 60
(Registrierung: 1. Solostimme Fonds 8 Fuß, Oboe, Trompete 2. Positiv Fonds 8 Fuß 3. Große Orgel Fonds 8 Fuß, Prinzipal 4. Pedal Fonds 8-16 Fuß)

Bevor das Thema von 0.08 – 0.19 /3-6/ im Pedal erklingt und dann sofort eine Variation (Umkehrung) und weitere folgen und ab 0.44 Akkordstütze gibt, hat links bis 1.30 /1-29/ einen Orgelpunkt und rechts ab 0.52 /18/ ebenfalls gleich Themavariationen (keine Umkehrung). Bei 3.43 /75/ endet dann der 1. Teil der Verarbeitung auf einer Fermate, dann folgt der Wechsel nach gis-Moll/H-Dur (nicht festlegend)) und bei 4.33 /91/ nach C-Dur, was natürlich nicht unmoduliert bleibt, dabei schraubt sich das Thema rechts in immer größere Höhen um dann langsam absteigend bei der Fermate 6.30 /126/ anzukommen und dann in die Grundtonart des Satzes es-Moll zu wechseln. Von 7.15 – 7.50 /141-147/ haben Manual und Pedal nur Halbe oder punkt. Halbe und es gibt eine Modulation auf jedem Takt. Dann hat das Manual choralähnliche Akkorde in punkt. Halbenoten und nur das Pedal gibt in ¼-Noten quasi einen Generalbaß. In den letzten 3 Takten ist auch das Pedal mit punkt. Halbenoten dabei, einen sehr lange ausgehaltenen Des-Dur-Schlussakkord zu modulieren.


5. Satz, Final, E-Dur, Allegro molto, 2/4, ¼ = 88
(Registrierung: 1. Solostimme und 2. Positiv Fonds und Zungenstimmen 4-8 Fuß 3. Große Orgel und 4. Pedal wie Solostimme aber 4-16 Fuß)

In fff zwei wuchtige Akkorde bis 0.10 /1-4/, Sechzehntelfiguren über den „ganzen Spieltisch“, durch 2 Takte Pause getrennt und mit Fermate kündigen Großes an. Das Manual stellt dann das Thema vor 0.11 – 0.16 /5-8/ und 0.22 – 0.27 /13-16 /gleich nochmals, diesmal ist aber das Pedal mit 1/16-Figuren dabei. Die Verarbeitung wechselt bei 0.48 /29/ mit p in e-Moll (gleichnamig, wie schon oft) um nach cresc. poco a poco bei 1.43 /69/ wieder in Es-Dur und fff anzukommen und das Thema wird ohne Pedal wiederholt bis 1.48 /72/. Die Verarbeitung endet bei 2.36 /104/ und mit dem Wechsel nach Es-Dur, was aber moduliert auch nach c-Moll tendiert, beginnt nun, diminuiert nach p, der einer Toccata (Passacaglia? Chaconne?) ähnlicher Teil des Satzes. Dabei liegt die Stimme im Pedal und das Manual greift vom Grundsatz her die 32-tel-Figur aus dem Scherzo auf, hier zu einer 16-tel-Figur mit 4 Tönen variiert. Ab 3.31 /144/ ändert sich die Toccatastruktur; die Stimme ist nun rechts und im Pedal, links hat, im Rhythmus zwar konstant, zwei 4-tönige 16-tel-Figuren pro Takt, die aber im Tonumfang und der Tonfolge verändert und laufend moduliert werden. Diese „Toccatastruktur“* löst sich allmählich auf und geht in die Themaverarbeitung über. Ab 5.04 /210/ ein 13-taktiger Modulationsbogen, der in C-Dur notiert, aber bei 5.21 /223/ zurück in die Grundtonart E-Dur führt und in fff bis 5.26 /226 das Thema bringt. Bis 5.43 /238/ eine kurze Überleitung und dann beginnt eine Variation des Toccata ähnlichen Teils (105-143); die Stimme haben Pedal und rechts Oberstimme, die 4-tönige 16-tel-Figur übernehmen links und rechts Unterstimme. Dann kommt ab 6.16 /263/ die Variation der *Toccatastruktur, die Stimme hat das Manual, das Pedal die Rhythmusstruktur und es geht, wie bei der *Toccatastruktur, in die Themaverarbeitung über. Ein ab 7.27 /315 über 4 Takte gehendes Tremolo rechts leitet den mächtigen Schluss ein.



Bis auf das Scherzo kann ich das Werk mit Freude hören, wobei der Beginn des Adagios ziemlich eigentümlich/befremdlich wirkt.

Viele Grüße
zweiterbass


Nachsatz: Zu seinen 6 Orgel-Symphonien habe ich nun gepostet. Ob ich zu seiner Orgelmesse Op. 30 poste? Muss ich mir erst anhören.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

zweiterbass

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14

Donnerstag, 24. April 2014, 22:28

Hallo,

ich habe mir die "Messe basse op. 30" angehört - und poste nur deswegen, weil: Vierne kann auch ganz anders!
Die Messe ist kirchliche Gebrauchsmusik im besten, wohlverstandenen Sinn; leicht verständlich, eingängig, ohne "verzwickte" Harmonikwendungen, ganz klar gegliedert, für mich Unterhaltungsmusik, die ich auch nebenbei mithören kann.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler