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Michael_Flaschberger

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Beiträge: 759

Registrierungsdatum: 27. April 2005

1

Samstag, 9. Juli 2005, 02:34

Brahms 3 "Wiesbadener Sinfonie"

Ich habe überrascht feststellen müssen das es zu dieser grandiosen Sinfonie von Johannes noch keinen eigenen Thread gibt, sehe mich also "gezwungen" einen solchen zu eröffnen.

Sinfonie Nr.3 F-Dur ( op.90 )

Vollendet wurde sie während seines Sommer-Aufenthaltes 1883 in Wiesbaden. Die Uraufführung fand am 2.12.1883 in Wien mit den Wiener Symphonikern unter Hans Richter. Erstmalig unter der Stabführung Brahms's wurde sie wiederum in Wiesbaden am 18.1.1884 vom ( eigens dafür auf 60 Musiker aufgestockten ) Wiesbadener Kurochstester gespielt.

Clara Schumann, die bei der Generalprobe und dem Konzert anwesend war, nannte die Symphonie eine "Waldidylle" und hörte im zweiten Satz "die kleine Waldkapelle, das Rinnen der Bächlein, Spielen der Käfer und Mücken."

Ich kann mich diesem "Idyllischen" Gefühl nicht so ganz anschliessen, alleine schon das "hemiolische" Hauptthema ( 1.Satz steht im 6/4-Takt, das HT ist aber im 3/2 Takt gesetzt ) weckt in mir eine Aufgeregtheit wie ich sie bei kaum einem anderen Werk empfinde.
Der 2.Satz erinnert mich immer irgendwie ein bisschen an die "Szene am Bach" aus Beethoven's "Pastorale". Kann es nicht so ganz beschreiben, da dürfte ich in etwa gleiches Empfinden wie C.Schumann.
Der 3.Satz lebt, für mich insbesondere, von den Akkord-Zerlegungen in den höheren Streichern, die leider bei den meisten Interpretationen "vergessen" werden. Es ist einfach ein ernormer Effekt wenn diese Zerlegungen gut durchhörbar sind und verstärkt die Wirkung des HT in den Celli immens.
Das Finale hat schon alleine durch die Akzente am letzten Achtel des Taktes eine enorm aufgeregte Stimmung und steigert sich einfach genial bis zum Höhepunkt.
Was für mich einfach großartig bei dieser Sinfonie ist, ist das alle vier Sätze im piano enden. Erwartet man sich doch von Brahms eigentlich ein enormes, am besten fff, Finale so "enttäuscht" er hier und lässt ab der Rückführung auf die Tonica alles bis ins nichts verschwinden bis am Ende ein F-Dur Akkord im pp in den Bläsern liegen bleibt der einem die Gänsehaut über den Rücken jagt :jubel:

  • »Walter.T« ist männlich

Beiträge: 424

Registrierungsdatum: 9. April 2005

2

Samstag, 9. Juli 2005, 19:15

RE: Brahms 3 "Wiesbadener Sinfonie"

Hallo Michael,

wie schön, an einem Sommertag wie heute an diese Sinfonie erinnert zu werden, von der Dvorak sagte: "Es ist eine Stimmung darin, wie man sie bei Brahms nicht oft findet! Welch herrliche Melodien sind da zu finden! Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf.“

Clara Schumann hatte Brahms bereits mehrfach 1883 in Wiesbaden besucht, als er diese Sinfonie komponierte. Weite Spaziergänge in die Umgebung. Abends Hauskonzerte mit Freunden.

Mir persönlich gefällt besonders der dritte Satz. Fast jeder berühmte Dirigent hat dies Werk auf seinem Programm. Ich möchte auf Ernest Ansermet hinweisen. Er hat lange Zeit einen Bogen um deutsche Komponisten wie Beethoven oder Brahms gemacht und erst in seinen letzten Jahren mehrfach Brahms dirigiert. Ich habe eine Aufnahme mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks. Dort wird eine sehr starke Intensität erzielt. Was Du als „Aufgeregtheit“ bezeichnest, kann ich sehr gut nachempfinden. Bei Ansermet bekommt es einen direkt beklemmenden Klang, mit einer deutlich auf den letzten Satz angelegten Steigerung.

Viele Grüße,
Walter

ThomasBernhard

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Beiträge: 4 310

Registrierungsdatum: 21. Januar 2005

3

Samstag, 9. Juli 2005, 22:48

RE: Brahms 3 "Wiesbadener Sinfonie"

Auch ich liebe die "Dritte" heiß und innig, mir ist sie weit lieber als beispielsweise die "Erste". Klar, daß ich einige Aufnahmen habe. Die ungewöhnlichste und verblüffendste was mich betrifft stammt von Bruno Walter. Im "heroischen" Schlußsatz (was das Cello-Thema betrifft) erlaubt er sich einige wunderbare Verzögerungen und Rubati, die ich so nirgends anders höre.

Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

thomasbernhards-1[ätttttt]yahoo[punkt]de

Pius

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4

Samstag, 9. Juli 2005, 22:54

Hallo!

Ich hatte die dritte Symphonie von Brahms im Sommer 2003 (also 120 Jahre nach der Komposition) in Wiesbaden im Konzert gehört, Dirigent war Sawallisch.

Auf CD bevorzuge ich die Aufnahme von Mehta mit dem Israel Philharmonic Orchestra.

Viele Grüße,
Pius.

sagitt

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5

Sonntag, 10. Juli 2005, 07:06

aimez vous ?

Sagitt meint:

Die Melodie des dritten Satzes ist die zentrale Filmmusik des Films Aimez vous Brahms ? mit der Bergman und Perkins, eine elegische Liebesgeschichte aus den frühen sechziger Jahren.
Von den verschiedenen Aufnahme möchte ich auf eine hinweisen, die mir spontan zu dieser Sinfonie einfällt: Guido Cantelli mit dem Philharmonia orchestra. Cantelli wurde als legitimer Nachfolger von Toscanini gefeiert, kam aber 1957 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er hatte Toscaninis straffe Art und konnte dennoch schwelgen, aber eben ohne Kitsch. Es gibt durchaus noch einige Aufnahme dieses Dirigenten im Handel.

teleton

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6

Dienstag, 12. Juli 2005, 08:11

Hallo Brahms-Freunde,

die Sinfonie Nr.3 op.90 wirkt idyllischer als die anderen Sinfonien und ist dadurch persönlicher, eben ein echter Brahms.
Das mir die eine oder andere Sinfonie lieber wäre als andere, wie Thomas Bernhard schreibt, kann ich für mich nicht behaupten. Ich betrachte jede Sinfonie für sich und schätze alle vier extrem stark; auch besonders die Sinfonie Nr.1.

Für meine Aufnahmen der Sinfonie Nr.3 gilt das gleiche, das ich schon im Sinfonie Nr.1 - Thread geschrieben hatte.
:) Meine neuste Szell / Cleveland Orchestra SONY/CBS-Aufnahme fastziniert mich unheimlich, da der Sinfonie bei Szell alles unheimlich forwärstreibend, fesselnd präsentiert wird.

:) Hochsinfonisch mit ebenso dramatischem Unterton sind meine alte EMI-LP mit Klemperer / Philharnonia Orchestra London und klanglich ungleich besser, ja hervorragend und mich damals positiv überraschend, meine zur der CD-Einführung gekaufte
DECCA-Aufnahme mit Solti / Chicago SO.

Bei Solti´s Brahms Sinfonie Nr.3 stimmt einfach alles und wird fantastisch hörbar im DECCA-Sound (noch ADD) geliefert - that´s Brahms !!! Da wird nichts kammermusikalisch experimentiert, sondern hochsinfonisch, plastisch und packend gespielt.

:) Die von Walter T. genannte Ansermet-ORFEO-Aufnahme aus Bayern habe ich zufällig mitgekauft, da das erste Werk auf der CD die Wahnsinns-Aufnahme der Honegger:Sinfonie Nr.3 ist (siehe Honegger-Thread). Natürlich habe ich mir auch Ansermets Brahms angehört und kann mich den positiven Worte von Walter T. nur anschließen. Ansermet ist ein Dirigent der sich lange mit den Partituren beschäftigt, bevor eine Interpretation zustande kommt, das hört man immer wieder.

Gruß aus Bonn, Wolfgang

Hayate

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7

Montag, 27. August 2007, 19:47

Also ich kann nicht ganz verstehen warum sich kaum jemand für diese wunderbare Symphonie zu interessieren scheint.
Warum ist, zumindest hier im Forum, gerade die Dritte so unbeliebt, was unterscheidet sie so negativ von den anderen Symphonien?

Ich mag mittlerweile alle Sätze, aber vorallem das Finale, so großartig, obwohl (oder gerade weil?!) es im Pianissimo endet.


Meine persönliche Wertung der einzelnen Sätze (5/5):

I. Allegro con brio :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
II. Andante :jubel: :jubel:
III. Poco Allegretto :jubel: :jubel: :jubel:
IV. Allegro :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

Ich besitze momentan Aufnahmen mit Barenboim, Sanderling und Alexander Rahbari, wobei mir die Sanderling Aufnahme doch am besten gefällt.

Ich mag diese Symphonie übrigens, wie Thomas auch, mehr als Brahms Erste.
Vielleicht unter anderem deswegen weil sie nicht so extrem langgezogen sondern wesentlich kompakter ist als seine Erste.
Bei Brahms tue ich mir nämlich mit den langen Sätzen enorm schwer.
Der zweite Satz seiner Ersten oder der erste Satz seiner Zweiten sind solche Fälle wo ich oft einfach abdrehe oder sogar unfreiwillig einschlafe. :untertauch:


mit Grüßen
Christoph

Maggie

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8

Montag, 27. August 2007, 20:16

Lieber Hayate,

Zitat


Der zweite Satz seiner Ersten oder der erste Satz seiner Zweiten sind solche Fälle wo ich oft einfach abdrehe oder sogar unfreiwillig einschlafe.




Das Thema hatte wir schon einmal :] und ich war und bin so gar nicht der Meinung, dass man dabei einschlafen kann.

Nun ja, die 3. Sinfonie hat bei mir fast den gleiche Stellenwert wie die 1. und die 2. Ich habe alle vier Sinfonien mit Sanderling und Wand. Ich tue mich etwas schwer darin einen von Beiden den Vorrang zu geben, aber wenn es sein muss, dann Sanderling. Wand ist m.E. nach etwas weicher nicht ganz so dynamisch wie Sanderling.

Aber wie schon geschrieben ich mag beide Einspielungen.

LG

Maggie

Hayate

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9

Montag, 27. August 2007, 21:15

Hallo Maggie, ja, das Thema kommt mir auch bekannt vor ;)
Und was sagst du eigentlich zur Vierten, die müsstest du nun ja aufgrund der Wand-Box auch kennen.

Maggie

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10

Montag, 27. August 2007, 21:29

Hallo Hayate,

im Prinzip das Gleiche wie zur 3. Da ich sie auch mit Sanderling habe.

Aber ehrlich gesagt habe ich die 4. bist jetzt zu wenig gehört um mir ein Urteil zu erlauben.

LG

Maggie

Spradow

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11

Montag, 27. August 2007, 21:41

Hallo,

Die Dritte steht in meiner Gunst doch hinter den anderen drei Symphonien von Brahms zurück - trotz des tollen Schlusssatzes. Vor allem der erste Satz packt mich nicht so recht; was ist daran eigentlich con brio?


Gruß,
Spradow.

Michael Schlechtriem

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12

Montag, 27. August 2007, 22:41

Hallo,
ich kann bei den Sinfonien von Brahms keine Bewertung vornehmen, da alle ihre großen Stärken haben, und alle vier sind sowieso sehr große Musik. :wacky:

@Hayate:
Bei der dritten Sinfonie ist es für mich als Cellisten vor allem der dritte Satz, Poco Allegretto, der mich vor Bewunderung erstarren läßt.
Was für ein Abgesang an eine große Liebe, so kommt dieser Satz mir jedenfalls vor.
Welch ein bittersüßes Verlangen nach der einen - immer wenn ich an diesen Satz denke, könnte ich losheulen.
Und es ist mir immer wieder ein emotional sehr anstrengendes Erlebnis, diese wunderschöne Musik zu spielen.
Vielleicht bin ich zu sentimental...........

@Spradow:
Ich habe keine Ahnung, welche Aufnahme Du gehört hast, aber ich kann Dir versichern, daß ich den ersten Satz schon häufiger "con brio" gespielt habe.
Man kann in diesem Satz auch herumwühlen, wenn man will, jedoch "con brio" ist schon richtig.
Aber dann muß man es schlank und spritzig spielen, weniger bedeutungsschwanger.
Mir kommt es manchmal so vor, als wenn der erste Satz in f-moll statt in F-Dur interpretiert würde. ?(

Eigenartigerweise bin ich kein großer Fan der zweiten Sinfonie. :untertauch:
Die dritte bedeutet mir ungleich mehr, aber das kann ich nicht erklären und das soll auch keine Herabwürdigung der 2.Sinfonie sein. :]


LG,
Michael
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
Humphrey Bogarts letzte Worte.

Gerald

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13

Dienstag, 28. August 2007, 07:18

Brahms: Sinfonie Nr. 3

Die dritte Sinfonie hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert - das ist wahrlich ganz große Musik, die mich unmittelbar anrührt. Ihr Schwanken zwischen Dur und Moll (bereits in den ersten 3 Takten), die fast schon kammermusikalische Durchsichtigkeit, die wunderbaren Themen...machen sie zu meiner liebsten Brahms-Sinfonie.

In der Rezeption v.a. der Ur- und Erstaufführungen wurde die Sinfonie eigentlich immer als bedeutend und überzeugend aufgenommen. Interessant ist auch die Beschreibung der Uraufführung von Max Kalbeck:
"Bei der Premiere der F-Dur-Symphonie, die am 2. Dezember 1883 in den Wiener Philharmonischen Konzerten stattfand, wagte die im Stehparterre des Musikvereinssaales postierte Truppe der Wagner-Brucknerschen ecclesia militans den ersten öffentlichen Vorstoß gegen Brahms. ihr Zischen wartete nach jedem Satz immer das Verhallen des Beifalls ab, um dann demonstrativ loszubrechen. Aber das Publikum fühlte sich von dem herrlichen Werke so innig angesprochen, daß nicht nur die Opposition in Applaus erstickt wurde, sochern die Huldigungen für den Komponisten einen in Wien kaum zuvor dagewesenen Grad von Enthusiasmus erreichten, so daß Brahms einen seiner größten Triumphe erlebte." (Kalbeck: Brahms III/2, S. 412)

In anderen Rezensionen wurde das Werk als "heroisch", romantisch und malerisch eingestuft. Brahms wurde immer noch mit Beethoven verglichen: So charakterisierte Hans Richter die 1. als "Tragische", die 2. als "Pastorale" und die 3. eben als "Eroica". Von solchen unpassenden Vergleichen können wir heute glücklicherweise Abstand nehmen.

Die angenehme "Kürze" des Werks wird besonders durch die 2 Intermezzo-artigen Zwischensätze erreicht. Tatsächlich lassen sie ein wenig an sinfonischer Dichte vermissen - was wiederum die serenadenhafte Stimmung erzeugt. So schrieb auch Brahms an seinen Verleger Simrock: "Ein paar Entr'actes aber liegen da - was man so zusammen gewöhnlich eine Symphonie nennt."
Derart aus der Luft gegriffene Behauptungen, die Zwischensätze verdanken ihr Dasein der Beschäftigung mit Goethes "Faust" (so Kalbeck) sind für uns heute allenfalls belanglos.
Schade ist es jedoch, dass die 3. Sinfonie heute eher in den Hintergrund getreten ist. Die Gründe dafür sind wohl in der Musik selbst zu finden, die zwar an packenden und überzeugenden Stellen genug bietet, aber keine großen Inszenierungen des Dirigenten zulässt und v.a. so untypisch verklingt. Gerade deswegen bewegt mich diese Musik aber besonders und wird ihren Wert auch weiterhin bewahren.

Liebe Grüße,
Gerald
"Das Höchste in der Kunst - vor Gott besagt's nicht viel.
Hat doch die Welt zuletzt nur ein moralisch Ziel."
(Hans Pfitzner)

Khampan

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14

Dienstag, 28. August 2007, 10:40

Zitat

Original von Michael Schlechtriem
Eigenartigerweise bin ich kein großer Fan der zweiten Sinfonie. :untertauch:
Die dritte bedeutet mir ungleich mehr, aber das kann ich nicht erklären und das soll auch keine Herabwürdigung der 2.Sinfonie sein. :]l


interessant, das geht mir auch so. Ich versuche es mir so zu erklären, daß den 1. Satz der 2. noch niemand in einem mich ansprechenden (schnelleren) Tempo gespielt hat, bin mir aber nicht sicher ob das hinhauen würde.

Kleines Ratespiel zur 3. Sinfonie
Ist schon jemand aufgefallen, daß der Rhythmus des Kopfthemas im 1. Satz von Schumann geklaut ist? Wer findet's raus?

Gruß,
Khampan

Zwielicht

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15

Dienstag, 28. August 2007, 11:00

Zitat

Original von Khampan
Kleines Ratespiel zur 3. Sinfonie
Ist schon jemand aufgefallen, daß der Rhythmus des Kopfthemas im 1. Satz von Schumann geklaut ist? Wer findet's raus?

Gruß,
Khampan



Hm, meinst Du das Kopfthema des ersten Satzes der Dritten von Schumann? Ist mir noch nicht aufgefallen, klingt aber plausibel, wenn ich mir den Rhythmus beider Themen auf die Schreibtischplatte klopfe :D. Das wäre eine interessante Bezugnahme, eine Art leidenschaftlich-resignativer Zurücknahme des aufstrebend-optimistischen Schumann-Themas, wenn ich mir das ohne großes Überlegen zusammenreime.

Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

Michael Schlechtriem

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16

Dienstag, 28. August 2007, 11:10

Zitat

Ist schon jemand aufgefallen

Ja, sicher, in den Proben spielt immer ein Witzbold dann das Schumann-Thema anstatt Brahms.

LG,
Michael
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
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Maggie

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17

Dienstag, 28. August 2007, 11:23

Man ist das toll, von Brahms liebe Grüße zu bekommen. :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:

Ganz liebe Grüße

Maggie

Michael Schlechtriem

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18

Dienstag, 28. August 2007, 11:29

Liebe Maggie,
:O
keine Ahnung, welcher Gedankenfehler mein Hirn umnebelte.....
:D
Ich habe es korrigiert, ich hoffe, das macht nichts.......

LG,
Korngold
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embe

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19

Dienstag, 28. August 2007, 15:25

Hallo,
eben hab ich mir Klemperer mit der 3. angehört.
Jaja, das ist große Musik :jubel:...für mich endet diese Sym mit einer Frage.
Was kommt als nächstes?
Dann wollte ich eigentlich die 4. Sym auflegen aber meine Mittagspause war schon zu ende. :(

Gruß
embe

Gombert

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20

Sonntag, 30. März 2014, 21:46

Diese vorzugsweise am Beispiel der 4. Sinfonie durchgeführten Betrachtungen sind auch für das Verständnis meiner hier folgenden Beiträge von Relevanz:
(Zitat)

In nächster Zeit möchte ich einige Aufnahmen in die Brahms-Sinfonien-Threads einstellen. Der vorliegende Beitrag soll allgemeine Prämissen charakterisieren. Anlass für die folgenden Überlegungen sind etliche entsprechende Beiträge von Glockenton. Seine klugen und kompetenten Darlegungen zeigen eine Werksicht, der ich mich überwiegend anschließen kann. Die daraus folgenden Interpretationsvorlieben sind jedoch sehr verschieden!

Kaum ein anderes sinfonisches Oeuvre des 19. Jahrhunderts dürfte - jenseits von philologischen Editionsfragen - in Aufführungen so mißhandelt worden sein wie das Werk von Brahms (Schumann und Mendelssohn sind dabei nicht unberücksichtigt). Zum Verhängnis wurde dabei v.a. die filigrane und komplexe Struktur der Werke. Es ist weithin anerkannt, daß Brahms der erste Komponist war, der die Komplexität von Kammermusik "vollumfänglich" in seine sinfonischen Werke zu transferieren vermochte.
Selten handeln Dirigenten nach dieser Erkenntnis. Die Ausdehnung der thematischen Arbeit auf den gesamten Satz wird aber nur durch sorgfältige Dirigate ausreichend transparent gemacht. Glockentons Ansicht "dass bei Brahms Klangfülle vor Transparenz bis in jede Mittelstimme gehen sollte" [Thread "Spannende Interpretationen"] teile ich so nicht.

Glockenton charakterisiert Brahms als einen Meister der Verschleierung [Beitrag zur 2. Sinfonie]. Brahms hat nun aber seine Wünsche so klar notiert wie kein Komponist vor ihm. Dies gilt ebenso für die sehr differenzierte Notation im engsten Sinne wie für die Vortragsanweisungenund Artikulationszeichen, deren Detailreichtum erst durch Mahler und Schönberg übertroffen wurde. Verschleiernd/Verschleiert wirken nur wenige Passagen, wie etwa das poco sostenuto am Beginn der 1. Sinfonie, welches übrigens durch eine differenzierte Darstellung der Polyphonie profitiert (die nur selten gewährt wird). Ein wichtiges Argument Glockentons ist Brahms [Prä-]Polyrhythmik. Wirkt diese diffus oder diffundierend, so ist dies in der Regel ein Problem von Seiten der Interpretation. In keiner mir bekannten Aufnahme ist die komplizierte Metrik in T. 73-79 oder 127ff. des Kopfsatzes der e-moll-Sinfonie korrekt dargestellt. Selbst die Synkopierungen am Beginn des dritten Satzes werden häufig verfehlt - kein Wunder, wenn man nicht einmal die vorgegebene Taktart trifft. "Schuld" daran trägt nicht der Komponist. Orchester und Dirigenten, die Strawinsky, Schönberg oder Ligeti aufzuführen vermögen, dürften eigentlich keine Probleme mit diesem Aspekt haben. Bei korrekter Ausführung hat (hätte) diese Polyrhythmik eine oftmals vitalisierende Wirkung. Mich erinnert die brahmsische
Metrik an spanische, lateinamerikanische, arabische oder t.w. auch "keltische" Musik, die kaum mit "Verschleierungen"arbeitet. Immerhin wusste etwa ein Elmar Bernstein, wie man mittels "mexikanisierender" Synkopen einen ganzen Film beleben kann. Verlagerungen des Taktschwerpunktes und metrische Ambivalenz erzeugen meines Erachtens jedenfalls nicht unbedingt einen diffusen Eindruck [und finden sich bereits in ähnlicher Form bei Beethoven. Ein Fall, der ähnliche Präzison in der Darstellung rhythmischer Ambiguität verlangt, ist der Kopfsatz von Mahlers 9. - andernfalls kämen die "Herzrhythmusstörungen" nicht zur
Geltung. Anders als bei Beethoven besteht hier aber nur eine formale Ähnlichkeit mit der i.A. "vitaleren" Brahmsmetrik]. Übrigens zeigen sich in Brahms Vierter Sinfonie auch harmonisch spanische Anklänge, besonders auffällig im 2. Satz, Takt 113.

Unverschleiert würde auch die komplexe brahmsische Polyphonie wirken, gäbe man sich mit ihr Mühe. Das scheitert nicht selten bereits an den Grundvorraussetzungen. Dickliche, diffuse Klangbilder und "Klangräusche" behindern selbstverständlich die Darstellung der Kontrapunktik mittels Instrumentation (z.B. 2. Satz, T. 89). Die Ignorierung dynamischer Vorschriften oder die Nichteinhaltung der korrekten Notenwerte sind ebenfalls nicht hilfreich. Vor allem aber wird die polyphone Struktur im engeren Sinne unzureichend erschlossen. Mitunter ist diese so sublim verarbeitet, daß man (=ich) sie erst auf den zwanzigsten Blick erkennt, den manche Orchesterleiter offenbar gar nicht erst riskieren. Dabei sind die Instrumentalisten in überdurchschnittlichem Maße auf den Dirigenten angewiesen, denn ihre Position in diesem komplexen Gefüge muss für sie selbst oft undurchsichtig bleiben. Evident ist die Auswirkung solcher Voraussetzungen auf die Darstellung der gesamten "motivisch-thematischen Arbeit". Offenbar wird eine Brahmssinfonie als routinemäßig bekannter Romantikschinken behandelt, während einem Stück des 20. Jahrhunderts (im besten Fall) jene Aufmerksamkeit gewidmet wird, derer auch Brahms bedürfte.

Diesen mikrostrukturell aufgebauten Werken wird man also mit einer einzigen - oder gar "halben" - Orchesterprobe nicht gerecht. Bezeichnenderweise stammen recht überzeugende Brahmsinterpretationen von Musikern wie Jonathan Nott, der auch eine gute Einspielung von Ligetis "San Francisco Polyphony" vorgelegt hat, oder von Michael Gielen, von dem gelungene schönbergsche Varationen op. 31 existieren. Andererseits müßte jeder "Sacre"-erfahrene Dirigent angemessen auf die komplexen rhytmisch-metrischen Elemente bei Brahms reagieren können. Tatsächlich aber liefern die altbekannten Stardirigenten i. A. eine eher oberflächliche Darstellung dieser sehr vertikal gedachten Werke. Bei L. Bernstein, Karajan, Solti erscheinen die Sinfonien hauptsächlich als jene ebenso altbekannten Orchesterschinken - natürlich ohne deutsche Sitzordnung eingespielt. Besonders Bernstein ignoriert sowohl in New York als auch in Wien schlichtweg wesentliche Teile der Partitur, während z.B. Furtwängler bei aller partiellen Willkür zumindest Interesse an etlichen Details zeigt und dadurch ein aufmerksameres Notenstudium belegt. Nicht einmal der erwähnten rhythmischen Struktur wird Bernstein, kongenialer Darsteller lateinamerikanischer Musik und von Werken wie "El salón méxico", gerecht; vielleicht passt sie nicht in sein "Konzept", vielleicht hat er tatsächlich zu unaufmerksam gelesen, vielleicht gab's nicht genügend Probezeit. Auch Abbado bleibt in Berlin über etliche Strecken erstaunlich oberflächlich. Die ebenfalls von Glockenton gelobte Rattle-Aufnahme ist hinsichtlich der Details zu sehr "stop-and-go": manches wird aufmerksam ausgeleuchtet, vieles bleibt diffus, fast "pseudoimpressionistisch" (mit diesem Ansatz hat Rattle seinen Bartok verdorben). Nichts gegen interpretatorische Phantasie, wenn aber der subtil-filigran strukturierte Unterbau nicht gewahrt bleibt, bewegen sich Aufführungen im Niemandsland. Brahms Werke sind in diesem Punkt überdurchschnittlich heikel und sensibel.

Bieten die komplizierte thematische Verarbeitung, Kontrapunktik, Metrik schon genug Schwierigkeiten, so müßte ein Dirigent zudem auf die klasischen Proportionen, natürliche Phrasierung und ein organisches Tempo achten. Das Cliché vom teutonisch-schweren Brahms würde jedoch schon bei ausreichend luzider Darstellung von Rhythmik und Polyphonie ad absurdum geführt. Eine Verschleierungstatik mittels so konkreter Komponenten wäre nur zur Erzeugung einer dezidierten Irreführung denkbar, doch zu welchem Zweck (die Anführung eventueller biographischer Momente dürfte in dieser Frage kaum hilfreich sein) ? Brahms ist selbstverständlich ein Kind der Romantik, als Komponist aber eben auch mit Klassik und Moderne verbunden. Und mit dem Barock, wie nicht nur die "schütz'sche" Harmonik, der Passacaglia-Satz der 4. oder die Mitherausgeberschaft der Bach-Ausgabe belegt. Auch Brahms ist ein "Learned Musician", als den Christoph Wolff Bach bezeichnet. Insbesondere in der 3. und 4. Sinfonie zeigt Brahms eine vom verehrten Bach gekannte Freude an der Demonstration virtuoser kompositorischer Handwerkskunst. Was Glockenton vielleicht als "Versteckspiel" begreifen mag, scheint mir eine enormes Interesse an Komplexität zu sein, die nichts zuverbergen sucht, sondern nach höchst aufmerksamen Interpreten, Lesern, Hörern verlangt.

Gombert

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Registrierungsdatum: 9. Januar 2014

21

Sonntag, 30. März 2014, 22:58

Historisten - mit und ohne

Die sublimste Sinfonie des 19. Jahrhunderts dürfte Brahms F-Dur-Werk sein. Eine Realisation sollte den Eindruck von Natürlichkeit erzeugen, welcher dem raffinierten "organischen" Aufbau des Stücks gerecht werden kann. Zudem ist dieser Sinfonie eine gewisse Noblesse und Eleganz eigen - werden diese Aspekte als sekundär behandelt, gelingen nur in Aunahmefällen hörenswerte Interpretationen. Nicht umsonst gilt die Dritte als schwierigste Brahms-Sinfonie.

Die Eröffnung gebührt, gewissermaßen gleich am Anfang einen Kreis schließend, einigen HIP-Dirigenten, die das Neue im Alten - oder vice versa - suchen. Die älteste Aufnahme mit "Originalinstrumenten" dürfte von Roger Norrington und den London Classical Players stammen. Ich trat ihr mit gewissen negativen Vorurteilen gegenüber: Ein exzentrischer Dirigent, ein technisch keineswegs makelloses Orchester... Der Eindruck war jedoch etwas positiver als erwartet. Durch Besetzungsgröße, Instrumentarium und Vibratoarmut wird Stimmführung und Polyphonie auf quasi natürlichem Wege transparent gemacht. An den unüblichen Orchesterklang gewöhnt man sich recht schnell. Leider bleiben zahlreiche Details auf "handelsübliche" Weise unterbelichtet. Zudem finden sich etliche artikulatorische Eigenwilligkeiten, die vielleicht irgendwelchen aufführungshistorischen Indizien folgen mögen, durch die Partitur selbst jedoch nicht legitimiert sind. Weitere "individuelle Entscheidungen" sind etwa in puncto Phrasierung (inkl. seltsamer Pausen) zu vermerken. Der Gesamteindruck wird dadurch nicht unwesentlich beeinträchtigt. Immerhin überzeugender als Norringtons Schubert- und Mendelssohnaufnahmen. In der Zweiteinspielung steht Norrington mit dem Stuttgarter RSO ein technisch und intonatorisch höherklassiges Orchester zur Verfügung, die weiteren Vorteile halten sich jedoch in Grenzen. Die weitgehende Vibratolosigkeit ist hier erheblich auffälliger, manches, was sich in der älteren Aufnahme zwanglos aus den Gegebenheiten ergab, wirkt forciert.

Das ist auch ein passendes Stichwort für J. E. Gardiner und das Orchestre Révolutionaire et Romantique. Letzteres ist exzellent, der Hörer mag in manchen Augenblicken beinahe vergessen, daß da kein konventionelles Kammerorchster spielt. Gardiner lässt zudem mit einigen Details aufhorchen, die jeder andere mir bekannte Dirigent ignoriert. Leider breitet sich die Überzeugungskraft im Detail nicht auf das Werk als Ganzes aus. Brahms wird gewissermaßen in ein Beethoven-Korsett gesteckt, manches wirkt überzogen, vieles eben forciert. Ein gewisser Eindruck von Gehetztheit ergibt sich weniger aus den - durchaus hurtigen - Tempi , vielmehr durch überscharfe Artikulation und Phrasierung. Da gerade die Dritte Sinfonie nach organischem Fluß verlangt, muss man diese Aufnahme als die relativ schwächste aus Gardiners Brahmszyklus bezeichnen.

Nikolaus Harnoncourt wandte sich an die Berliner Philharmoniker und band sich bewusst in die Tradition ein, indem er etwa historisches Aufführungsmaterial dieses Orchesters zu Rate zog. Tatsächlich darf man das Ergebnis als weitgehend konventionell bezeichnen. Jenseits einiger artikulatorischer Besonderheiten ist Polyphonie/Kontrapunktik/Stimmführung nicht wesentlich deutlicher ausformuliert als bei technisch versierten Dirigenten ohne HIP-Background. "Forciert" ist diese Interpretation durchaus nicht, der Dirigent wirkt mitunter seltsam unbeteiligt. Das Werk scheint über einige Strecken beinahe auseinanderzufallen. Dieses bei Harnoncourt manchmal vorkommende Phänomen erklärt sich i.d.R. durch Detailversessenheit, hier jedoch sind eher eine nicht überzeugende Gesamtdramaturgie und unzureichende großtaktische Phrasierung verantwortlich zu machen. Eine "kompensatorische" liebevolle Versenkung in die Mikrostrukturen des Werkes lässt sich zu selten konstatieren. Immerhin steigert sich Harnoncourt, die Sätze 3 & 4 überzeugen stärker als der Kopfsatz.

Der bei Harnoncourt letztlich fehlende "organische Fluß" findet sich bei Philippe Herreweghe und dem Orchester des Hessischen Rundfunks. Hier befindet sich vieles in Balance: Überdurchschnittliche Transparenz von Stimmführung b.z.w. Polyphonie, weitgehende Beachtung der metrischen Verhältnisse und der dynamischen Vorschriften, Phrasierungen von einer gewissen Eleganz, schlüssige Tempi, gute Proportionen:


Joseph II.

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22

Sonntag, 30. März 2014, 23:18

Bei diesem Werk habe ich zwei haushohe Favoriten: Knappertsbusch und Klemperer. Nicht von ungefähr die Feststellung, dass beide Brahms' Dritte von seinen Symphonien am höchsten schätzten und am häufigsten aufführten. Klemperer dirigierte nach seinen berühmten Studioaufnahmen die drei anderen Symphonien nach 1958 gar nicht mehr live, Knappertsbusch wollte den langsamen Satz gar für sein eigenes Begräbnis. Eine tiefe innere Verbundenheit also hier wie dort.

Bzgl. einer speziellen Aufnahmeempfehlung gehe ich in Richtung der beiden Letztdeutungen: Knappertsbusch mit dem RSO Stuttgart 1963, Klemperer mit dem New Philharmonia Orchestra in seinem allerletzten Konzert 1971. Die Tempowahl mag extrem und in ihrer Subjektivität "falsch" sein, doch gelingt in beiden Fällen m. E. eine zeitlose Deutung, die im besten Sinne des Wortes als musikalisches Vermächtnis zweier der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts bestehen bleiben werden.

Kna: 12:35 - 10:28 - 7:56 - 11:32
Klemp: 13:04 - 8:17 - 6:12 - 9:14



Ich kann meine Eindrücke nicht so fachsprachlich ausdrücken wie in formvollendeter Weise der liebe Gombert (dem man an dieser Stelle danken muss), doch meine ich, man sollte die beiden von mir genannten Aufnahmen auf jeden Fall auch berücksichtigen, wenn es um die "Wiesbadener Symphonie" geht. Freilich wird man dieses Werk heutzutage nirgendwo mehr so hören wie dort (schon seinerzeit die letzten "Dinosaurier"), was man bedauern kann.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

teleton

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23

Montag, 31. März 2014, 12:04

RE: Klemperer und die Alternativen

Erst einmal grossen Dank an Gombert für seine interessant zu lesenden Brahms Beiträge !

Die Aufnahmen, die Du bis jetzt besprochen hast, wecken mein Interesse allerdings nicht in höchstem Maße. Ich hoffe Du hast in Kürze auch noch die sinfonischen Sichtweisen auf dem Programm.

Josef nennt mit Recht Otto Klemperer als einen der ganz Grossen.
Das war damals auf EMI - LP mein erfolgreicher Brahms-Beginn. Allerdings hat mich damals der recht blecherne Streicher- und Bläserklang ziemlich genervt. Als die CD ihren Einzug nahm hatten dann die Solti-Aufnahmen (Decca) Klemperer höchst erfolgreich abgelöst !

Aus alter Erinnerung habe ich mir die Brahms-Klemperer-GA (EMI) jetzt gekauft. Das heutige CD-Remastering kann nun auch keine Wunder vollbringen; aber was man heute auf CD zu hören bekommt unterscheidet sich schonum Welten von den alten LP´s. Der Schleier des Blechernen ist aber geblieben.
:thumbsup: Aber dass Klemperer nicht nur bei der Sinfonie Nr.3 ein ganz grosser Brahms - Dirigent war, darüber keinen Zweifel. Er setzt die Blöcke wie in Stein gemeisselt. Der oranische Fluss ist so glaubhaft gegeben, das man keine Sekunde Zweifel daran hat, dass so Brahms klingen soll.
;) Nur der Klang dieser Aufnahmen reisst, nachdem was an exqusiten Brahms-Aufnahmen bei mir alles vorhanden ist, nicht mehr vom Hocker.


EMI, 1957-1960, ADD

:!: Ich möchte jetzt noch einige Dirigenten ins Gespräch bringen, die ebenfalls einen ausgezeichneten Brahms dirigierten und auch gleichzeitig klanglich vollen Hörspass liefern:

Dohnanyi / Cleveland Orchestra (TELDEC, 1987-90, DDD) - einer meiner letzten Brahms-Neuzugänge vor Klemperer der mich richtig voll überzeugt hatte
Solti / Chicago SO (Decca, DDD) - ein perfekter spannender Brahms der Mitte bei dem mir nichts fehlt (eigendlich brauchte man keine Weitere)
Bernstein / New Yorker PH (SONY) - einer der packendsten Brahms-Aufnahmen und ungleich besser als seine DG-Aufnahme
Szell / Cleveland Orchestra ( SONY, 1960) - nach dem Hören fällt mir immer nur eins ein: "Mann, ist das ne Interpretation !"
Karajan /Berliner PH (DG, die ADD und DDD-Aufnahmen) - ein Brahms mit Niveau, den ich immer geniessen kann und den ich Karajan als TOP-Brahms-Dirigent voll abkaufe
Swetlanow / Staatliches SO der UDSSR (Melodiya/Warner) - die Sätze die er auf Sidehitze bringen kann, bringt er - und wie; ganz grosse Gefühle !
Kertesz / LSO (Decca, 1973) - ein empfindungsreicher und nie emotionsloser Brahms, der bei dieser recht unbekannten Aufnahme richtig positiv stimmt
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Gombert

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24

Montag, 31. März 2014, 15:04

Hallo Joseph,

angesichts meiner voranstehenden Ausführungen wird es Dich kaum überraschen, daß unsere Interpretationspräferenzen divergieren. Meine Vorstellung einer luziden und auch leichtfüßigen "Dritten" bildet ja quasi das Kontrastprogramm zu Klemp und Kna. Dabei schätze ich bei Klemperer die von Dir implizit erwähnte Einspielung von 1957 wesentlich mehr als die Spätaufnahme. Letztere vermittelt doch den Eindruck, als hätte der Dirigent aus physischen Gründen nicht mehr en détail in den Interpretationsprozeß eingreifen können, sondern sich auf grundlegende Parameter beschränkt. Mich würde eine Einspielung aus der Vorkriegszeit interessieren - falls ich eine solche übersehen haben sollte erhoffe ich Aufklärung - die nur ein "enlighteter Kl'empereur" liefern könnte!
Knappertsbuschs Sicht auf dieses Werk vermag ich leider nichts abzugewinnen. Dabei stört mich weniger das Tempo (gar nicht so extrem langsam) oder die Agogik (zurückhaltend im Vergleich mit Fiedler) als die sehr dicken Texturen. Dieser Einwand gilt für 1955 stärker als für 1963. Doch auch dort hätte sich Brahms etliche Teile seiner Instrumentierung sparen können. Selbst Aufnahmen aus den 30ern sind wesentlich durchhörbarer. Knappertsbusch scheint mir nicht recht kompatibel mit diesem speziellen Stück zu sein, so sehr er es auch geschätzt haben mag.

PS:

Zitat

fachsprachlich ausdrücken wie in formvollendeter Weise der liebe Gombert
Ja, ja, milde Ironie sei durchaus gestattet ;) . Ich habe halt noch wenig Erfahrung mit schriftlichen Darlegungen in deutscher Sprache, die ich höchst unsystematisch und ursprünglich zum Zwecke passiver Rezeption erlernt habe - dös fällt mir immer wieder auf die Füße. Spätestens ab Beitrag 7987 wird's besser!

Grüße! :hello:

Joseph II.

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25

Montag, 31. März 2014, 15:58

"Der Parsifal unter den Symphonien"

Lieber Gombert,

nein, überrascht hat es micht weniger, aber das macht ja eine Diskussion erst aus. Wenn Du eine beschwingte Dritte bevorzugst, dann ist insbesondere Knappertsbusch tatsächlich nicht erste Wahl. Die von Dir aufgeführten Dirigenten würde ich selbst ungehört in eine andere Schiene einordnen.

Ich erlaube mir dennoch mal, eine Rezension von Prof. Kurt Witterstätter von klassik.com einzustellen (hier einsehbar):

Zitat

Brahms regelrecht zelebriert

Man erlebt in ihrer analytischen Spannung unvergleichliche Brahms-Aufführungen, die die eigenwillige, intuitive Emotionskraft des großen Dirigenten Hans Knappertsbusch bezeugen.

Was der ‘Parsifal’ für den großen deutschen Dirigenten Hans Knappertsbusch (1888-1965) unter den Opern war, das war unter den Sinfonien die Dritte von Brahms. ‘Kna’, wie die Musiker den bedeutenden, besonders mit Bayreuth und München verbundenen Dirigenten nannten, dirigierte die F-Dur-Sinfonie gern auf Tourneekonzerten und bei seinen Gastdirigaten.

So auch 1963 zwei Jahre vor seinem Tod mit dem Radio-Sinfonieorchester des vormaligen Süddeutschen Rundfunks SDR in der Stuttgarter Liederhalle zusammen mit den Haydn-Variationen Brahms’. Hänssler-Classics, die viele Aufnahmen der Klangkörper des nunmehrigen Südwestrundfunks SWR heraus bringen, haben Knappertsbuschs Brahms-Aufführungen von 1963 nun festgehalten (Hänssler CD 93177).

Knappertsbusch war für seine breiten Zeitmaße bekannt. In der Tat dauerte die Dritte bei ihm in der Aufführung vom 15. November 1963 ganze 42 Minuten. Der heutige Chefdirigent der Stuttgarter Radio-Sinfoniker Sir Roger Norrington schafft es in diesen Tagen in 35 Minuten. Bei Knappertsbusch verweilt die Musik. Entwicklungen werden langsam angegangen, Charaktere ausgefeilt, Motive bedächtig hingestellt. Im Kopfsatz der Dritten kommen Haupt- und Seitenthema im gleichen Metrum – will heißen: gleich langsam. Dennoch: Spannungen werden zwingend aufgebaut. Ein Ergebnis, dessen der Rezensent beim gleichen Werk in einem Tourneekonzert Knappertsbuschs mit den Wiener Philhamonikern 1958 teilhaftig werden durfte. Die Spielkultur der Stuttgarter Radio-Sinfoniker kann sich dank der gemäßigten Tempi Knappertsbuschs in voller Tragfähigkeit entfalten. Es gibt – etwa vor Einsetzen der Reprise im Kopfsatz der Dritten – wundervoll pastos ausgebreitete Stimmungen. Dank der etwas basslastig-dumpfen Tontechnik gleichsam ein Gruß aus dem 19. ins 21. Jahrhundert.

Das Andante wird mit slawischer Wehmut musiziert, aber immer wieder hymnisch aufgefahren. Das an dritter Stelle stehende Poco Allegretto erlebt man als dunklen Klagegesang, fast als eine Art Trauermarsch mit lamentierenden Gegenbewegungen; sein Trio kommt bedächtig, mitnichten etwa keck daher. Wuchtig und mit erlebnisreich und leuchtend gesetzten Akzenten gestaltet Knappertsbusch das Finale, vor dessen mildem Ausklang er majestätische Kraft mobilisiert.
Auch das Thema des Sankt-Antoni-Chorals für Brahms’ Haydn-Variationen nimmt Knappertsbusch breit. Verhalten leuchtend klingen die Stuttgarter Radio-Bläser. Über den Variationen liegt durchweg Melancholie. Knappertsbusch zelebriert das Variationenwerk regelrecht. Selbst die beiden Vivace-Variationen klingen wie bedächtig hin getupfte Pantomimen. Nur im Finale holt Knappertsbusch im Tempo auf und andere Dirigenten ein: Wahrhaft festlich und üppig lässt ‘Kna’ da aufspielen. Das deutsch-englische Textheft mit seiner trefflichen Interpretationsanalyse erhebt ihn mit Furtwängler, Toscanini und Bruno Walter wohl doch etwas vorschnell ins Quartett der vier größten Dirigenten der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts; da wären gewiss noch Klemperer und Erich Kleiber zur Seite zu stellen.

Interpretation: 4/5
Klangqualität: 3/5
Repertoirewert: 4/5
Booklet: 4/5

Prof. Kurt Witterstätter, 03.05.2007

Der Rezensent geht auch auf Norringtons 2005er Aufnahme mit demselben Orchester (1963 allerdings noch unter dem Namen "Südfunk-Sinfonieorchester") kurz ein, die über sieben Minuten schneller sein soll. In einem Review von BBC Radio 3 wurde Norringtons Aufnahme als "ungewöhnlich geradlinig" bezeichnet, etwas, was bei Knappertsbusch wohl kaum zutreffend erscheint. Er ist bezwingender, viel spätromantischer im Sinne des späten 19. Jahrhunderts. Norrington dagegen gelinge es, gerade dem 3. Satz "die übliche, meist recht zähflüssige Schwere" (Thomas Bopp, das orchester 06/2011, S. 75) zu nehmen. Das würde ich doch mal als Ansichtssache bezeichnen. Und ob Norringtons "Befreiung von Brahms' Sinfonien von all dem verschleiernden Vibrieren, das seit den 1940er Jahren um sich gegriffen hat" — ein ziemlich deutlicher Seitenhieb gegen Kna und Co. — vollumfänglich als vorteilhaft zu erachten ist, sei mal dahingestellt. Zumindest ich habe da so meine Zweifel.

Besten Gruß
Joseph

P.S. Das war durchaus als Kompliment gemeint. ;)
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Joseph II.

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Montag, 31. März 2014, 17:16

Mich würde eine Einspielung aus der Vorkriegszeit interessieren - falls ich eine solche übersehen haben sollte erhoffe ich Aufklärung - die nur ein "enlighteter Kl'empereur" liefern könnte!

Ich vergaß ganz, darauf einzugehen, daher noch ein Nachtrag:

Laut der Klemperer-Diskographie von Werner Unger u. a. (die allerdings auch nicht hundertprozentig korrekt ist) existieren von der 3. Symphonie von Brahms genau vier Aufnahmen: Wiener Symphoniker (Orfeo, 8. März 1956 live), Philharmonia Orchestra (EMI, 26. März 1957 Studio), Philadelphia Orchestra (archiphon, 27. Oktober 1962 live) sowie New Philharmonia Orchestra (Testament, 26. September 1971 live). Eine Vorkriegsaufnahme gibt es insofern nicht, allerdings existiert die 1. Symphonie in einer Studioeinspielung mit der Preußischen Staatskapelle Berlin vom 3. Februar 1928.

Basierend auf meinem Vergleichstest zwischen der EMI-Studioaufnahme der 2. Symphonie (29. Oktober 1956) mit der Live-Aufnahme mit dem RSO Berlin vom 21. Januar 1957 kann ich persönlich nur live vorziehen. Klemperer lässt die Zweite nach meinem Empfinden deutlich glutvoller und zupackender spielen. Diese Beobachtungen sind eigentlich auch bei der 1. Symphonie auszumachen (RSO Köln, 17. Oktober 1955 live). Aber hier scheiden sich wohl wiederum die Geister. Orchestral perfekter sind die altbekannten Studioaufnahmen mit dem Philharmonia Orchestra.
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Montag, 31. März 2014, 21:08

Ja, ja, milde Ironie sei durchaus gestattet ;) . Ich habe halt noch wenig Erfahrung mit schriftlichen Darlegungen in deutscher Sprache, die ich höchst unsystematisch und ursprünglich zum Zwecke passiver Rezeption erlernt habe - dös fällt mir immer wieder auf die Füße. Spätestens ab Beitrag 7987 wird's besser!

An overt case of "fishing for compliments", isn't it? ;)

Bisher ist mir noch kein Fehler stilistischer oder orthographischer Natur aufgefallen.

Gombert

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Montag, 31. März 2014, 21:22

Mir schon. :D

Zitat

An overt case of "fishing for compliments", isn't it?
Leider verstehe ich kein Französisch.

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Montag, 31. März 2014, 21:36

Mir schon. :D

Zitat

An overt case of "fishing for compliments", isn't it?
Leider verstehe ich kein Französisch.

Gut, dann noch einmal auf Deutsch: "Eina klara Fall von "Fischen für Komplimente", ist es nicht?"

Sorry, ich möchte diesen wertvollen Thread nicht mit Blödsinn zerschießen....
Mit persönlich ist die dritte Symphonie am liebsten, da auf ihre Art am wenigsten ehrgeizig und nur sie selbst.

Gombert

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30

Montag, 31. März 2014, 21:47

@ Felix Meritis,
jetzt wird es aber zu OT, es geht hier um Brahms, nicht um Mahlers Wunderhorn-Antonius !!!
(schon mal in den Herreweghe hineingehört, müßte einem Felix M. doch zusagen?)

@ teleton

Zitat

Die Aufnahmen, die Du bis jetzt besprochen hast, wecken mein Interesse allerdings nicht in höchstem Maße.
Ich hab's geahnt :D !

Zitat

Ich hoffe Du hast in Kürze auch noch die sinfonischen Sichtweisen auf dem Programm.
Na klar. Abgesehen von den in Beitrag 20 genannten Herren werden z.B. einige in Ohio tätig gewesene Personen nicht ganz schlecht davonkommen...

@ Joseph II.: Danke, leider existieren zu wenig Klemperereinspielungen aus der Vorkriegszeit.

:hello: