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Alfred_Schmidt

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1

Donnerstag, 1. Dezember 2011, 23:02

Schach dem Regietheater !!!

Meine Lieben

Hier startet wieder mal einer unserer beliebten Regietheaterthreads, von denen manche meinen, sie wären nutlzlos und könnten nichts bewirken, man wäre wie der berühmte Hamster im Tretrad.

Soo sehe ich das nicht - Wären unsere Threads so wirkungslos wie gerne dargestellt, würde man mich deswegen nicht so angreifen. Stets war das Wort eine gefürchtete Macht - im Mittelalter- und nicht nur dort - hat man deswegen soger Bücher - und noch besser - sicherheitshalber auch ihre Autoren verbrannt.

Heute verfügt man über subtilere Methoden um unliebsame Gegner kaltzustellen, die einem in die Suppe zu spucken drohen.
Speziell die unliebsamen Regietheatergegner wurden immer wieder "kaltgestellt"

a) man stellt sie "ins rechte Eck" um sie so von der Gesellschaft zu isolieren
(eine Maßnahme die zusehends an Biß verliert, da die Gesellschaft derzeit langam aber sicher genau in diese Richtuing abdriftet

b)Man erklärt potentiellen Störenfrieden, sie seien die einzigen, die sich der Modernisierung der Inhalte widersetzen - vermutlich auf Grund einer zutiefst reaktionären Grundhaltung

c) Diese Behauptung wird mittels eines Netzwerkes (man hat Freunde in den Kulturredaktionen) noch zusätzlich zementiert, über Gegener macht man sich lustig. bezeichnet sie (oft nur implizit) als "betuliche Spießbürger" und Gegner des Fortschritts, Feinde der "künstlerischen Freiheit" etc.

Diese alles umschlingende Krake lässt nichts aus ihren Fangarmen was sie mal angesaugt hat. Wer Widerstand leistet wird verschlungen, vor allem aber werden Subventionen aus unseren Steuergeldern verschlungen. Und man inszeniert drauf los - ob die Häuser voll oder leer sind.
Das klassische Opernpublikum hat längst das Weite gesucht und die Theaterzerstörer setzen seit Jahren mehr oder weniger ungehindert ihr Werk fort.

Jedoch: Immer öfter kommt (verhaltene ) Kritik aus Sängerkreisen - verhalten deshalb, weil man - Bernd Weikl hat es ausgesprochen - ansonst um seine Karriere fürchten muß.

Welch ein Vorteil, wenn man über ein Medium verfügt, wo man frei seine Meinung schreiben darf - und jeder Angriff von aussen - nur das interesse an diesem Medium erhöht.

Jenen, die meinen, all das wäre nutzlos, halte ich entgegen: Steter Tropfen höhlt den Stein.
Andere meinen, diese Threads wären langsam "langweilig" - Dem zum Trotz sind sie - nicht nur von Mitgliedern - stets die bestbesuchten des Forums.......

Zudem hat sich in den letzten Jahren einiges geändert:

Zu Beginn der Regietheaterentwicklung war es den Intendanten ziemlich egal, ob ihre Opernhäuser voll oder leer waren - Der Staat zahlte alle auflaufenden Kosten. Das Publikum war allenfalls Komparserie - wenn überhaupt.
Ja man freute sich, wenn man die zahlenden Abonnenten vergraulen konnte - ein Skandal war stets so etwas wie PR.
HEUTE sieht die Sache schon etwas anders aus - Das Publikum wird gebraucht um dem Staat Subwentionen zu entlocken - ansonst sitzen die Opernmacher bald auf dem Trockenen.
WIR haben es also in der Hand ob - und WOHIN die Gelder fliessen - nutzen wir diese Chance - und bauen wir ebenfalls ein Netzwerk auf..........

Ich weise hier auf alle jene hin, die da meine, der Zug sei längst abgefahren - es gäbe kein zurück mehr.

Sie frage ich, was man wohl gesagt hätte, wenn cih 1980 behauptet hätte, die Sowjetuniun würde sich auflösen und die Berliner Mauer würde fallen ? - - Na eben !!!!

mit freundlichen Grüßen aus Wien

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Knusperhexe

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2

Freitag, 2. Dezember 2011, 08:29

Lieber Alfred,



dass ich das Verfremdungsregietheater zu 99,9 Prozent ablehne, ist ja kein Geheimnis. Gestern sah ich - gemütlich bei Kerzenschein und Plätzchen - die alte MET-Inszenierung von Hänsel und Gretel, die ja auch bereits einer unsensiblen Neudeutung weichen musste. Es hat mich sehr gerührt. Ich glaube auch, dass es so nicht weitergeht bzw. weitergehen kann mit dem Theater - und dem Theater drumrum.

ABER: Was hat das Regietheater angerichtet? Welche Trümmer hinterlässt es? Auch in unseren Köpfen. Mit dem zynischen Verfremden der alten Werke hat das Theater so viel Unschuld - ich nenne es mal so - verloren. Diese kaputten Bilder à la Vergewaltigungs-Rusalka sind wie Vernichtungsschläge gegen die Romantik, derer man sich selbst meint, schämen zu müssen. Bernd Weikl hat das treffend gesagt. Man wird angreifbar - und leider auch mit Wonne angegriffen.

In meinen Augen verhält sich so, wie Pasternak es anklagend einen Revolutionsfanatiker sagen lässt: "Der romantische Individualismus ist tot. Wir haben ihn ausgemerzt. Er war das letzte Relikt bourgoiser Dekadenz." Dass Pasternak sich dagegen streubte, ist ja hinlänglich bekannt. Und dass das Alles eben nicht auszumerzen ist, zeigt die Geschichte. Dennoch: Es ist so vieles zerstört worden an Feinfühligkeit, an handwerklichem Können, an Tradition. Ich war fassungslos, als ich das Bonner Publikum jubeln hörte angesichts der relativ werktreuen Rusalka. Die geschmacklosen Bühnenbilder und Kostüme wurden als märchenhaft bezeichnet. Schrecklich! Wer kann denn heute noch Bühnenbilder und Kostüme machen, die jene Sensibilität in Farbe und Form und vor allem das Fachwissen zugrunde legen?

Ich denke, wir werden wieder ganz von vorne anfangen müssen, wenn der Spuk sich langsam verflüchtigt hat. Aber das hat ja auch was Gutes. So lange meide ich weiterhin selektiv das Theater und begehe innere Emigration mit CDs und DVDs
Regietheater? Nein, danke!

Knut-Hagen

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3

Freitag, 2. Dezember 2011, 09:34

Ich glaube nicht, dass sich der Spuk langsam verflüchtigt. Vor einiger Zeit wurde live aus Bayreuth übertragen. Ich habe sehr neugierig zugeschaut, es aber nicht länger als eine halbe Stunde ausgehalten. bewegliche Wände, die vom Sänger bewegt wurden. Singen tat er nur noch nebenbei. Ein trällernder Bauarbeiter praktisch. Dann war die Bühne voller als Ratten verkleideter Menschen.... Und die Reichen und Schönen dieser Welt reissen sich um die Karten.
In Aachen spielte der "Fliegende Holländer" in einer Sammelduschhalle mit tropfenden Hähnen und einem Rollstuhl mitten auf der Bühne.
Mir scheint, der Unsinn blüht weiter. Überall treiben Regisseure und Intendanten ihr Unwesen, die hoffen, aufzuffallen.
Ich finde es fürchterlich, kann mir auch kaum vorstellen, dass es viele Menschen gibt, denen so etwas gefällt. AAAAber, man vertut sich ja mal gern mit seinen Vorstellungen. Vielleicht gibt es ja tatsächlich ein großes Interesse an solchen Experimenten. Deshalb bin ich sehr gespannt, ob sich jetzt hier Fürsprecher melden. Mir wäre sehr an einer konstruktieven Auseinandersetzung mit solchen gelegen.
Mal sehen
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

rodolfo39

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4

Freitag, 2. Dezember 2011, 10:10

Ich fürchte auch das sich die Sache mit dem Regietheater in den nächsten Jahren nicht ändern wird, da die Verträge mit den Regisseuren genau wie bei den Sängern für Jahre im Voraus abgeschlossen werden. Am Mittwoch werde ich einen Selbstversuch wagen und mir an der Rheinoper den Barbiere die Siviglia in der Claus Guth Inszenierung ansehen. Meine Freundin versteht die ganze Diskussion um das Regietheater nicht. Sie meinte gestern wir würden doch in die Oper gehen, hauptsächlich wegen der Sänger oder der Dirigenten und nicht wegen einer Inszenierung, womit sie prinzipiell recht hat. Deshalb lasse ich mir auch durch so eine Blödsinnige Inszenierung eine meine Lieblingsopern nicht zerstören.

Knut-Hagen

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5

Freitag, 2. Dezember 2011, 10:50

Nein, finde ich nicht. Ich gehe in die Oper wegen des Gesamtkunstwerkes, wo alles zusammengehört und zusammenspielt. Und da macht so ein Kasperkram so einiges kaputt.
Klaus
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Knusperhexe

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6

Freitag, 2. Dezember 2011, 13:36

Ja, geht mir auch so. Und da ist das Regietheater leider fast immer kontraproduktiv.

Ich glaube auch nicht, dass es schnell vorbei ist damit. Das wird noch was dauern. Wenn ein Intendant mal offen sagen würde: "Es langt!", dann würde vieles leichter. Aber das traut sich ja bisher keiner - nur hinter vorgehaltener Hand. ;(
Regietheater? Nein, danke!

Joseph II.

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7

Freitag, 2. Dezember 2011, 14:03

Ich war das letzte Mal Anfang des Jahres in der Oper, in einer ziemlich werkgetreuen Inszenierung von "Tristan und Isolde" an der Semperoper. Diese ist allerdings auch schon über fünfzehn Jahre alt (und wird vermutlich bald ausrangiert). Meine Lust, in ein Opernhaus zu gehen, ist gegenwärtig gleich Null. Zum einen kostet es jedes Mal eine Stange Geld, zum anderen gibt es kaum noch annehmbare Inszenierungen. Dann doch lieber nur noch ins Konzert oder gleich nur mehr per Tonträger. Da erspart man sich die Inszenierung dann ganz. Zudem ist es günstiger.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Knut-Hagen

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8

Freitag, 2. Dezember 2011, 14:21

Zitat

Dann doch lieber nur noch ins Konzert oder gleich nur mehr per Tonträger. Da erspart man sich die Inszenierung dann ganz. Zudem ist es günstiger.

Aber das ist doch auch nicht mehr der ganze Genuss. Da gehört doch alles dazu, vom Anlegen schöner Kleidung, bis zu all den anderen Menschen und der Theaterluft, dem Gemeinschaftserleben bis zum Husten....
Ich will weiter ins Theater und ich will nicht, dass sich ein Regisseur einbildet, er wisse es besser als der Komponist.
Kämpferisch
Klaus
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operus

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9

Freitag, 2. Dezember 2011, 16:41

Kämpfen ist gefragt!

Alfred hat die Ursachen, die zu dem vernetzten und zementierten Bollwerk der vermeintlichen Neuerer der Oper führen treffend aufgezeigt. Es erscheint erwiesen zu sein, dass die Mehrheit des zahlenden Publikums Operninszierungen ablehnt, die plump provozierend, ekelnd, bewußt sexuell entgleisend, hirnrissig, blödsinnig sind und die Zerstörung der Kunstform Oper als Ziel haben. Ausdrücklich möchte ich betonen, dass neue Ideen, Ansichten und Inszenierungen unbedingt sein müssen. Aber bitte dann solche, in denen versucht wird, die Sicht und den Willen des Komponisten und Librettisten zu repektieren und auf dieser Grundlage das Werk zu erzählen.
Wir die oft schweigende Masse der Opernfreunde müssen für unsere Auffassungen kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen. Reden, diskutieren, in Operneinführungen und Premierenbesprechungen laut aufschreien, die Unmöglichkeiten ungeschminkt benennen, Leserbriefe schreiben, politische Enstscheidungsträgern aufklären, den Wählerwillen artikulieren.
Ich engagiere mich in dieser Richtung. Die Gottlob-Frick-Gesellschaft hat jährlich bei ihren Künstlertreffen rund 100 Gäste aus dem künstlerischen Bereich zu Gast. In der Matinee setze ich bewußt immer wieder Dikussionen über zeitgemäße Operninszenierungen auf's Programm. Da fallen von den Fachleuten sehr deutliche Worte gegen Auswüchse des sogenannten Regietheaters. Diese Beiträge von anerkannten Experten werden auch gehört und publiziert.
Auch Tamino ist ein ausgezeichnetes Medium, um seine Meinung darzustellen und für seine Meinung zu kämpfen.
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Alfred_Schmidt

Administrator

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10

Freitag, 2. Dezember 2011, 20:29

Es ist schon bezeichnend welche Einstellung teilweise sich im Laufe der Jahre in den Köpfen von vielen verankert hat, bzw gezielt verankert wurde "

Zitat

Ich fürchte auch das sich die Sache mit dem Regietheater in den nächsten Jahren nicht ändern wird


Ich glaube, daß dies keine gute Ausgangsposition ist, wenn ich etwas verändern will
Aber soo schlimm ist das auch wieder nicht - wir haben einen Faktur der mit uns ist - und der heisst: Zeitgeist
Das Pendel des Zeitgeistes ist im Augenblick - davon bin ich fest überzeugt - an einem Punkt angelangt, wo es beginnt in Gegenrichtung zu schwingen......unbarmherig und unabänderlich (bis zu nächsten Periode - die werden wir aber vermutlich nicht mehr erleben)

Wenn Operus von "kämpfen" sprach, denn muß man sich die Frage stellen wie solch ein Kampf aussehen soll.
Aus meiner sicht müssen erst mal die Grundlagen dafür geschaffen werden, wobei einiges (Chronischer Geld- und Besuchermangel, Unlust von Schauspielern und Sängern) derzeit von alleine geschieht.

Es gibt aber auch Schwierigkeiten im Bereich "Regietheater im Opernbereich" , die das Sprechtheater nicht kennt. Das wären beispielsweise all jene schönen Stimmen, derenwillen viele dann doch - TROTZ widerwärtiger Inszenierungen - die Opernhäuser frequentieren - was sicher keine Stärkung unserer Position darstellt. Dennoch - ich halte auch dieses Problem für lösbar.

Das Wichtigste zu Beginn wäre, einerseits die pessimistische Grundhaltung abzubauen und durch gezieltes Konsumverhalten den Geldfluss in jene Häuser zu steuern, die noch konventionelle Inszenierungen anbieten - das werden vorzugsweise kleinere Häuser sein. Politiker aller Coleurs sind derzeit drauf und dran nach ausreden zu suchen, warum sie die Subventionen großer Häuser kürzen müssen. Hier kann eine geschickte "Mitarbeit von aussen" wahre Wunder wirken. Private Geldgeber werden einspringen - aber sie werden Einfluß auf Spielpläne und Inszenierungen nehmen. Schlechter als es jetzt ist, kann es ja nicht werden (hoffe ich)

Zitat

da die Verträge mit den Regisseuren genau wie bei den Sängern für Jahre im Voraus abgeschlossen werden


Die meisten Verträge sind so abgeschlossen, daß sie dem Regisseur soundsoviele Jahre einen Vertrag mit dem Haus sichern.
Tonträgerfirmen haben es mit unliebsamen Interpreten mit unkündbaren Verträgen in etwa so gemacht: Sie haben die verinbarten Gagen bezahlt - aber keine Aufnahmen mit ihnen gemacht. Zusätzlich haben sie (so das vertraglich möglich war - und das war es meistens) unterbunden, daß der Künstler in der Zwischenzeit für die Konkurrenz aufnahm.
Vorhandene Aufnahmen wanderten in den diskriminierenden Budgetbereich auf die Grabbeltische - und wurden eventuell sogar total aus den Katalogen genommen. In fünf Jahren ist dieser Künsteler (meist) vergessen.

Dies nur als Beispiel, was alles möglich ist - wenn man nur will - oder wenn einen die Not dazu zwingt.
Mir ist klar, daß sich das nicht eins zu eins übertragen lässt - als Denkanstoß mag es vielleicht gute Dienste leisten....

Der nächste Punkt ist die Öffentlichkeitsarbeit.
Die öffentliche Meinung ist nur solange nichts wert, so sie mit der Politik in Konflikt steht. Wenn Politiker jedoch aus Kostengründen Inszenierungen streichen wollen, die leere Häuser verursachen und die öffentliche Meinung ebenfalls Geldverschwendung für provokatives, ungeliebtes Theater anprangert - dann haben wir eine höchst kostbare Symbiose für unser Ziel.

Es ist daher notwendig, jenen, die eigentlch das Regietheater verabscheuen, zu zeigen, daß sie nicht einsam und allein dastehen, daß die keine "Aussenseiter" oder "Dummköpfe", "von gestern " etc etc sind - sondern daß eine breite Basis so denkt.

Verlinkungen von privaten Internetseiten auf Tamino wären hier ein erster Weg.


Regietheater - letzte verbliebene Schrumpfform linker Ideologie ?
Oper - Was war eigentlich VOR dem Regietheater ?
Widerstand gegen das Regietheater wächst unaufhörlich - ist das Ende nah ?
Was ist so faszinierend am Regietheater ?
Bieito überstanden(!!!!)- Fidelio in München
Gallionsfiguen des Regietheaters: Isido Mermelstein inszeniert "Carmen"
Chinesischer Starregisseur PLEM - PLEM inszeniert die Zauberflöte

hier noch eine kurze Übersicht für "Neulinge" über Tamino-Threads zum Thema "Regietheater"

Jeder dieser Threads sollte ursprünglich ein bestimmtes Spektrum abdecken - aber die meisten haben dann so geendet, daß
entweder gestritten wurde - oder aber über das Regietheater geschimpft wurde. Konkrete Vorschläge zur Schwächung dieses Übels kamen aber eher selten (euphemistisch gesagt)

mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

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chrissy

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11

Freitag, 2. Dezember 2011, 20:35

Ich war das letzte Mal Anfang des Jahres in der Semperoper.
Lieber Joseph II
Wenn Du wieder mal einen Besuch in der Semperoper planst, laß`es mich wissen. Vielleicht können wir da gemeinsam in die Oper gehen, wenn Dir das auch recht wäre. Ich würde mich jedenfalls freuen. Bei mir muß es zwar nicht unbedingt Wagner sein, aber auf dem Spielplan stehen auch "Traviata, Troubadour, Tosca und Rigoletto".
Herzliche Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Wolfram

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12

Freitag, 2. Dezember 2011, 20:38

Verlinkungen von privaten Internetseiten auf Tamino wären hier ein erster Weg.

... was so nebenbei den Google-Pagerank der Seite nicht unerheblich steigern würde und somit auch die Wahrscheinlichkeit, dass jemand über Tamino auf jpc und/oder amazon gelangt ...

Wenn über die Motivation des Regietheaters philosophiert wird, muss man auch die andere Seite beleuchten.

Regietheater ist natürlich ist geeignetes Mittel zum zweck.
Viele Grüße, Wolfram

Knut-Hagen

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13

Freitag, 2. Dezember 2011, 20:39

Was hier wohl auch eine Rolle spielt ist die sehr klamme finanzielle Situation von vielen Theatern. Das wird m.E. bedeuten, dass in Zukunft Subventionen in großem Maße wegbrechen werden. Hier könnte dann der Rettungsanker sein, dass Theater genau ins gegenteilige Extrem verfallen und nur noch nach Publikumsgeschmack gehen. Anstatt Skandälchen und Schock-Momenten erleben wird dann vielleicht Opern im Andre Rieu-Stil. - und würden uns wohl manchen Regie-Unsinn zurückwünschen.
Eigentlich sehe ich in dieser Richtung sogar die größtere Gefahr. Ich weiß nicht, wie es in Österreich aussieht, aber ohne Subventionen würden bei uns kaum Theater wirklich überleben, die Oper groß spielen. Oder sie wechseln, was in Aachen kurz mal passiert ist, direkt ins Musical-Fach.
Ich bin da sehr pessimistisch.
Tschö
Klaus ;(
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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14

Freitag, 2. Dezember 2011, 23:42

Lieber Knut-Hagen,

Du siehst es schon richtig. Eine Verflachung des Niveaus und eine Anbiederung ans Publikum auf Musikantenstadl-Niveau ist auch nicht die Lösung. Was geschehen muss ist, dass auf einem aktzeptablem künstlerischen Niveau, dass die Subventionen rechtfertigt, für das Publikum und nicht gegen das Publikum gespielt wird. Ich hoffe, auch, dass die "Götterdämmerung" bereits am Horizont sichtbar wird.
Herzlichst
Operus
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Alfred_Schmidt

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15

Samstag, 3. Dezember 2011, 00:07

Ach - diese "Verflachung des Niveaus" und die "Wackelkulissen", sowie "Singen an der Rampe" sind Schreckensvisionen - minutiös ausgearbeitet von der "Regietheaterlobby" (seit 24 Stunden suche ich nach einem salonfähigen substituierenden Begriff für "Regietheatermafia" !!!)
Es wird natürlich ohne ein gerüttelt Maß an Subventionen nichts laufen - aber aben als Mix.
Der Staat subventioniert keine "seichte Unterhaltung" sondern "Hochkultur" - ein Wort bei dem mancher sofort in die kataleptische Starre fällt. Vorzeigeproduktionen, die von Klassikfreunden zumindest weitgehend anerkannt werden - mir fallen spontan die Salzburger Festspiele unter Herbert von Karajan ein.
Das Angebot an hochwertigen - und dennoch weitgehend auf Akzeptanz stoßenden Opern ist derart groß, daß man sich hier keine Sorgen zu machen braucht. Wurde doch erst vor relativ kurze Zeit das Segment der Barockoper zusätzlich für den Opernbetrieb entdeckt. Barockopern - wenn man deren Handlung nicht unbedingt in ein Bordell des 20. Jahrhunderts, in die Fertigungshalle einer Autofabrik, oder eine öffentliche Toilettenanlage verlegt - kann durchaus auch ein breiter gestreutes Publikum begeistern...
Was kann Tamino hier tun ?
Zunächst ist Tamino eine Plattform, wo man auch ungehindert seinen Unmut über verfälschende Inszenierungen loswerden kann, ohne daß man befürchten muß als "Aussenseiter" dargestellt zu werden.
Interessanterweise haben die meisten Regietheaterbefürworter - erst als sie in der Minderzahl waren - dieses Forum verlassen.
Defensive lag ihnen nicht. Sie waren gewohnt zu dominieren.
Für die Threads in unserem Forum ist das mit Sicherheit kein Vorteil - mir wäre lieber gewesen, sie würden sich aus den Opernhäusern zurückziehen - oder sie würden zurückgezogen werden....

Über sogenante "Wackelkulissen", "Oper von gestern", "Wichtigkeit der Regie" werde ich in der Folge in diesem Thread schreiben. Regie ist durchaus wichtig - um ein Libretto zum Leben zu erwecken. Die Kunst liegt allerdings darin, sich an die Spielregeln zu halten. Diese Spielregeln wurden auch in der Vergangenheit nicht immer eingehalten - vorzugsweise aus finanziellen Erwägungen, räumlichen, oder Besetzungsproblemen und - nicht zuletzt um Eitelkeiten von Sängern zu befriedigen. All das waren aber - gelinde gesagt - suboptimale Aufführungen - an denen man sich kein Beispiel nehmen sollte - höchstens ein abschreckendes....

mfg aus Wien
Alfred

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MSchenk

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16

Samstag, 3. Dezember 2011, 00:29

Hallo allerseits,


Eine Verflachung des Niveaus und eine Anbiederung ans Publikum auf Musikantenstadl-Niveau ist auch nicht die Lösung. Was geschehen muss ist, dass auf einem aktzeptablem künstlerischen Niveau, dass die Subventionen rechtfertigt, für das Publikum und nicht gegen das Publikum gespielt wird.

ich weiss, dass ich jetzt nur verlieren kann, aber wo wären wir denn heute, wenn (um nur Komponisten zu nennen) Bruckner, Mahler, Strawinsky, Schönberg, Berg etc. "für das Publikum" komponiert hätten? - Konkreter: Wer darf entscheiden, was für und was gegen das Publikum ist? Wie genau soll die Gratwanderung zwischen konservativer bzw. werkgetreuer und der Musikantenstadl-Inszenierung funktionieren? Natürlich, bei den großen Hollywood-Produktionen gibt es soetwas ja schon, da wird der Film in kleinen Kinos vorab gezeigt und wenn es dem Publikum nicht gefällt, heiß es eben "Zurück an den Schneidetisch" ... Aber Zensur kann ja kaum der richtige Weg sein; insbesondere, da damit das quasi dialektische Problem der Gratwanderung zwischen moderner und "Regietheater"-Inszenierung ebensowenig gelöst wäre :no:

Ich würde diese Permanenz des Regietheater-"Bashings" ja verstehen, wenn die Leute tatsächlich in Massen und laut schreiend die Opernhäuser verlassen würden; allein, ich sehe es nicht! Kann es nicht sein, dass eben doch so manche moderne Inszenierung ein hundert oder zweihundert Jahre altes Stück um neue Aspekte bereichern kann? Dass Spiegelungen an aktuellen Ereignissen möglich sind? Dass man einfach neugierig in die Oper geht um hinterher sagen zu können, "Es hat mir gefallen / nicht gefallen, weil ..." ?
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Alfred_Schmidt

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17

Samstag, 3. Dezember 2011, 02:40

Zitat

Kann es nicht sein, dass eben doch so manche moderne Inszenierung ein hundert oder zweihundert Jahre altes Stück um neue Aspekte bereichern kann? Dass Spiegelungen an aktuellen Ereignissen möglich sind?


Ich bin überzeugt davon, daß das kaum der Fall ist (von Ausnahmen mal abgesehen).
Wenn ich sowas sehen wollte, dann würde ich ein modernes Stück wählen - dem ich jedoch ausweiche wie der Pest.
Man versteckt Unkunst hinter den Namen Mozart, Verdi und Wagner und lockt sozusagen die Leute unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ins Theater.
Man mag hier einwenden, die Leute könnten doch am Namen des Regisseurs sehen was sie erwartet.
Aber genau hier liegt die Crux. Das klassische Opernpublikum kennt kaum Namen von Regisseuren, so sich nicht grade Zeffirelli oder Schenk heissen - es ist einfach nicht daran interessiert. Das mag sich in den letzten Jahren geändert haben - aber ich glaube daß jenes Kernpublikum, welches ich meine, schon längst die Opernhäuser meidet.
Dieses Publikum verlässt nicht "schreiend" die Vorstellung, sondern stillschweigend mit verächtlich gerümpfter Nase - und erzählt am nächsten Tag im Bekanntenkreis mit nasalem Ton "Es war degoutant - Proletentheater - Man kann nicht mehr in die Oper gehen...."
Interessant ist, daß kein wirklich lauter Protest stattfindet - dazu ist man einfach - "zu fein"

Hier ist auch einer der Gründe zu suchen, warum sich das Regietheater so hemmungslos verbreiten konnte.

PS: Ich kenne übrigens auch keine "Musikantenstadlinszenierungen von Opern" - weder heute - noch aus der Präregietheaterzeit.

mit freundlichen Grüßen
aus Wien
Alfred

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9079wolfgang

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18

Samstag, 3. Dezember 2011, 10:21

Zitat

Kann es nicht sein, dass eben doch so manche moderne Inszenierung ein hundert oder zweihundert Jahre altes Stück um neue Aspekte bereichern kann? Dass Spiegelungen an aktuellen Ereignissen möglich sind? Dass man einfach neugierig in die Oper geht um hinterher sagen zu können, "Es hat mir gefallen / nicht gefallen, weil ..." ?

mfG Michael


Hallo, MSchenk!

Auch ich sehe in der "Modernisierung" eines hundert oder zweihundert Jahre alten "Stückes" keine Bereicherung! Sondern tagtäglich abschreckende Beispiele!
W.S.

Wolfram

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Beiträge: 4 158

Registrierungsdatum: 5. August 2006

19

Samstag, 3. Dezember 2011, 11:21

ich weiss, dass ich jetzt nur verlieren kann, aber wo wären wir denn heute, wenn (um nur Komponisten zu nennen) Bruckner, Mahler, Strawinsky, Schönberg, Berg etc. "für das Publikum" komponiert hätten? - Konkreter: Wer darf entscheiden, was für und was gegen das Publikum ist? Wie genau soll die Gratwanderung zwischen konservativer bzw. werkgetreuer und der Musikantenstadl-Inszenierung funktionieren? Natürlich, bei den großen Hollywood-Produktionen gibt es soetwas ja schon, da wird der Film in kleinen Kinos vorab gezeigt und wenn es dem Publikum nicht gefällt, heiß es eben "Zurück an den Schneidetisch" ... Aber Zensur kann ja kaum der richtige Weg sein; insbesondere, da damit das quasi dialektische Problem der Gratwanderung zwischen moderner und "Regietheater"-Inszenierung ebensowenig gelöst wäre

Lieber MSchenk,

ich stimme Dir vollkommen zu, auch Deinem zweiten Absatz!

Das Problem ist, dass dieses Thema hier in diesem Forum meistens auf Stammtischniveau diskutiert wird. Es wird eine schwarz-weiße-Welt gemalt: Die "Bösen" machen Regietheater, die "Guten" werkgerechtes Theater. Wobei die, die so schreiben, mit Werkgerechtigkeit vielleicht eher ihre Selbstgerechtigkeit meinen.

Nun gibt es aber hervorragende Inszenierungen des Regietheaters. Die werden mit über denselben Kamm geschoren. Das führt dazu, dass niemand, der den Einfluss hätte, etwas bewegen zu können, solche Stammtischgespräche ernstnimmt.

Mir ist klar, dass die Mehrzahl der Regietheaterinszenierungen daneben ist. Da geht es um Skandal, um Provokation, im Vordergrund steht der Regisseur und nicht das Werk. Dem kann ich gar nichts abgewinnen.

Ich wünsche mir nur die differenzierte Argumentation. Wenn jemand Bach, Mozart und Beethoven historisch verfälschend auf dem Steinway oder Fazioli spielt, wird das selbstverständlich hingenommen - mt Recht: Mit modernen Instrumenten hat man für einige Aspekte dieser Werke einfach das bessere Werkzeug zur Offenlegung in den Händen (dafür fallen andere Qualitäten unter den Tisch, aber das ist ein anderes Thema).

Bei Beethoven haben wir uns längst darauf geeinigt, dass es nur darauf ankommt, dass die Wiedergabe spannend, interessant, tiefgehend usw. sein muss - was mit dem Hammerklavier ebenso gelingen kann wie mit dem Steinway. Von Bach mal ganz zu schweigen.

Dasselbe wünsche ich mit bei diesen Inszenierungsdiskussionen! Sagt nicht: "Die Traviata spielt doch laut Partitur gar nicht in einer Schlachterei!" Das erkennt nämlich auch ein völliger Banause. Mit dem stellt Ihr Euch dann auf eine Stufe - in puncto Beobachtungsgabe, in puncto Wissen, in puncto Differenzierung und leider auch häufig in puncto Wortwahl.

Sagt: "Der Regisseur hat offenbar versucht, den Aspekt XY den Werkes herauszuarbeiten. Nimmt man die geschmacklichen Entgleisungen in Kauf, mag man das sogar wahrnehmen. Allerdings sind dabei die Aspekte A, B, C, D und E, die musikalisch wie folgt in der Partitur verankert sind [blablabla], völlig unter den Tisch gefallen. Fazit: Hätte der Komponist das Werk so klein, ideenarm und monochrom komponiert, wie es inszeniert wurde, es wäre längst vergessen. Was wir von dieser Inszenierung hoffen."

Aber darauf muss ich wohl noch sehr lange warten.
Viele Grüße, Wolfram

Alfred_Schmidt

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20

Samstag, 3. Dezember 2011, 13:01

Lieber Wolfram

Ich werde versuchen, Deine Argumente so emotionslos wie möglich zu beantworten.

Zitat

Das Problem ist, dass dieses Thema hier in diesem Forum meistens auf Stammtischniveau diskutiert wird.


Das ist eine Aussage, die man überall dort anwendet, seit andere Waffen, wie das "ins rechte Eck rücken" sich als unwirksam erweisen - einfach, weil die Gersellschaft derzeit generell dorthin abgedriftet ist.
Also muß man andere Wege finden, Gegner von Regietheater und anderen ertragsreichen Tendenzen in der "Kunst" mundtot zu machen - und wenn das nicht geht dann stelle man sie in die Welt der "Senilen", "Dummen" oder auch nur "einfach Gestrickten", denen sich der "wahre Sinn der Kunst" einfach nicht erschliessen will.

Der Begriff "Stammtischniveau" signalisiert (unterschwellig) eine Saufrunde von geistig mäßig begabten, welche unter Alkoholeinfluß Betrachtungen uber Politik anstellen (und - nebstbei gesagt - gelegentlich ins Schwarze treffen ......)

In Wahrheit ist es natürlich eine Frage WER an diesem "Stammtisch" sitzt.
Ich habe das Tamino Klassikforum stets als Salon für Diskussionen gesehen - eine wesentlich feinere Art des Stammtisches.

Wikipedia listet allein zum Begriff "Kulturstammtisch" rund 30.000 Einträge auf....

Aber auch im Wiki-Eintrag "Stammtisch findet sich einiges Interessantes, das ich hier auszugsweise zitieren möchte

Zitat

Berühmte Stammtische

a) E. T. A. Hoffmanns Literarischer Stammtisch bei Lutter und Wegner in Berlin.

b) Die Brille, ein Künstlerstammtisch in einem Berliner Vorstadtlokal, führte 1901 zur Gründung des Kabaretts „Schall und Rauch“.

c) Beim literarischen Stammtisch im Düsseldorfer Rosenkränzchen schloss Hermann Harry Schmitz Freundschaft mit Hanns Heinz Ewers und Herbert Eulenberg, die seine Arbeit förderten.

d) Am Verbrechertisch traf sich die Elite Leipzigs, die als Überlebende der Revolution von 1848 demokratischer und fortschrittlicher Gesinnung waren.

e) Die ehrlichen Kleiderseller zu Braunschweig: Ein im 19. Jahrhundert gegründeter Stammtisch von Braunschweiger Literaten, Künstlern und anderen Persönlichkeiten. Der Schriftsteller Wilhelm Raabe war ihr bekanntestes Mitglied
.


Wie man sieht - ist das "Stammtischniveau" -real gesehen offenbar nicht so schlecht wie sein Ruf......

Zitat

Es wird eine schwarz-weiße-Welt gemalt: Die "Bösen" machen Regietheater, die "Guten" werkgerechtes Theater. Wobei die, die so schreiben, mit Werkgerechtigkeit vielleicht eher ihre Selbstgerechtigkeit meinen.


Ich würde das nicht in die "Guten" und die "Bösen" teilen, sondern jene, die Handlung, Ausstattung und Kostüm so interpretieren, wie der Librettist das hingeschrieben hat - und solche die glauben, sich darüber hinwegsetzen zu müssen

Zweitere werde ich bekämpfen so lange ich kann.

Es ist ja so, als ob ich in einer modernen Wohnung eine Vase der Ming-Dynastie stehen hätte. Ein Bekannter, dem das "altmodische Stück" schon bei den letzten Besuchen "unangenehm aufgefallen" war stolpertert darüber - und das Vase bricht in hundert Stücke. - Kein Problem - ein "befreundeter Künstler" wird das Stück zu "neuem" Leben erwecken.
Die Vase wird kunstgekittet - und bei der Gelegenheit wird die "museale Bemalung" durch neue Motive ersetzt, politische Symbole aller Coleurs und Namen von Diktatoren des 20. Jahrhunderts.
Ist das noch eine Vase aus der Ming Zeit ? Dem Material nach: ja - der Aussenwirkung nach: nein
Sammlerwert: NULL

Zitat

Nun gibt es aber hervorragende Inszenierungen des Regietheaters


Ich wage das zu bezweifeln - weil für mich (und den Großteil des Opernpublikums) der historisch-museale Aspekt (dazu später mehr)eine BEDEUTENDE Rolle spielt...

Zitat

Ich wünsche mir nur die differenzierte Argumentation. Wenn jemand Bach, Mozart und Beethoven historisch verfälschend auf dem Steinway oder Fazioli spielt, wird das selbstverständlich hingenommen

Dazu eröffne ich noch heute (oder morgen) einen neuen Thread, bitte also um Verständnis wenn ich diesen hochinteressanten Aspekt hier momentan NICHT behandle

Zitat

Sagt nicht: "Die Traviata spielt doch laut Partitur gar nicht in einer Schlachterei!" Das erkennt nämlich auch ein völliger Banause. Mit dem stellt Ihr Euch dann auf eine Stufe - in puncto Beobachtungsgabe, in puncto Wissen, in puncto Differenzierung und leider auch häufig in puncto Wortwahl


Lieber Wolfram, beim kritischen Nachlesen diese Statements wirst Du wohl zugeben müssen, daß diese Aussage - wohlwollend ausgedrückt - "äusserst gewagt" ist.


Zitat

Sagt: "Der Regisseur hat offenbar versucht, den Aspekt XY den Werkes herauszuarbeiten. Nimmt man die geschmacklichen Entgleisungen in Kauf, mag man das sogar wahrnehmen. Allerdings sind dabei die Aspekte A, B, C, D und E, die musikalisch wie folgt in der Partitur verankert sind [blablabla], völlig unter den Tisch gefallen. Fazit: Hätte der Komponist das Werk so klein, ideenarm und monochrom komponiert, wie es inszeniert wurde, es wäre längst vergessen. Was wir von dieser Inszenierung hoffen."


Das Problem ist, daß es solche Inszenieurundn an Staatstheatern mit öffentlicher Subventon gar nicht geben sollte.
Das ist etwas (und da bin ich aus meiner Sicht schon sehr tolerant !!) für Studentenbühnen oder Häusern, die "experimentelles Theater" auf ihre Fahnen geschrieben haben - durchaus legitim

Aber ein bürgerliches Publikum unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Oper zu locken, das ist schon starker Tobak - wenn nicht Betrug.

Eine Regietheatervorführg müsste meiner Meinung nach etwa so angekündigt werden

Zitat


"Kampf zwischen Tag und Nacht"

Collage - frei nach einer Idee von Emanuel Schikaneders "Zauberflöte)
für nsere Zeit überarbeitet und in Szene gesetzt von Conny Niwitsch
der auch die Texte - wo es erforderlich schien - angepasst hat...
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart -
Bühnenbild von Hermi Kitsch

die Filmzuspielungen aus dem 2 Weltkrieg stammen aus den Archiven von.....


mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

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Knut-Hagen

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21

Samstag, 3. Dezember 2011, 13:08

Da ist die wichtigste Formulierung kurz aufgetaucht: Der Punkt ist der, wenn sich jemand über klare Anweisungen des Künstlers hinwegsetzt. Interpretation ist sicherlich immer gut. Aber die ursprünglichen Anweisungen hinwegfegen, weil man besseres weiss oder kann als der eigentliche Schöpfer, das ist verwerflich.
Ist es nicht so einfach?
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

Wolfram

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22

Samstag, 3. Dezember 2011, 16:24

Lieber Knut-Hagen,

wenn es so einfach wäre ...

.. nach Deinen Worten wären die Bach-Aufnahmen von Alfred Brendel, Daniel Barenboim, Glenn Gould, Friedrich Gulda, Andras Schiff, Angela Hewitt u. v. a. m. verwerflich. Weil sie auf einem modernen Flügel spielen. Den konnte Bach ja wohl kaum gemeint haben.

Verwerflich wären nach Deinen Worten auch die Einspielungen von Beethovens Sinfonien durch die Dirigenten Wilhelm Furtwängler und Otto Klemperer. Denn diese setzten sich - ich übernehme Deine Formulierung: - weil sie es besser wussten über Beethovens Tempovorgaben hinweg.

Hast Du es so gemeint?
Viele Grüße, Wolfram

Wolfram

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23

Samstag, 3. Dezember 2011, 16:56

Lieber Alfred,

wenn Du mit Deinen Worten zum Ausdruck bringen wolltest, dass ich mit der Verwendung des Wortes "Stammtischniveau" genauso undifferenziert argumentiert hätte, wie ich der Mehrzahl der Regietheatergegner für deren Äußerungen vorwerfe, so hast Du natürlich recht.

So gebe ich einfach ein paar Beispiele für das, was ich meine - ohne viel Mühe aus den bestehenden Regietheaterthreads zusammengesucht. Ich habe mir erlaubt, die Zitate zu anonymisieren, um den Ruf der Zitierten nicht zu beschädigen.

Das Problem ist das die meisten Intendanten bei der Auswahl der Regisseure darauf aus sind , die Jugend in die Theater zu holen, und die wollen natürlich " Sex and Crime ".

Es ist irgenwie alles so kompliziert geworden seit es das doofe Regigitttheater gibt:

Aber das ist für das Regiethater ja typisch alles immer zu verdrehen und in den Dreck zu ziehen.

Kleiner Dummbatz, geh doch wieder eine Oper massakrieren. Das machst Du doch so gerne.


Ich kann aus diesen Äußerungen nichts über das Regietheater ablesen, aber einiges über manche Forianer, die das Regietheater ablehnen. Und was ich da ablese, ist nicht gerade geeignet, mir diese Kunstform zu verleiden. Fast möchte ich sagen: Im Gegenteil.

Ich bin weit davon entfernt, jemanden, der eine traditionelle Inszenierung sehen möchte, in die "Welt der Senilen, Dummen" usw. zu stellen - nur, um Deine Formulierung aufzugreifen. Ich meine, die obigen Zitate sprechen für sich selbst. Meines "In-die-Ecke-stellens" bedarf es in diesem Stadium längst nicht mehr. :hello:

Nachtrag: Je nach Lust werde ich auch noch auf die weiteren sogenannten Argumente eingehen. Alles zu seiner Zeit.
Viele Grüße, Wolfram

MSchenk

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24

Samstag, 3. Dezember 2011, 17:22

Hallo Alfred,

Zitat

Kann es nicht sein, dass eben doch so manche moderne Inszenierung ein hundert oder zweihundert Jahre altes Stück um neue Aspekte bereichern kann? Dass Spiegelungen an aktuellen Ereignissen möglich sind?

Ich bin überzeugt davon, daß das kaum der Fall ist (von Ausnahmen mal abgesehen).

Deine Überzeugung in allen Ehren, aber ich bin vom Gegenteil überzeugt!

Aber genau hier liegt die Crux. Das klassische Opernpublikum kennt kaum Namen von Regisseuren, so sich nicht grade Zeffirelli oder Schenk heissen - es ist einfach nicht daran interessiert. Das mag sich in den letzten Jahren geändert haben - aber ich glaube daß jenes Kernpublikum, welches ich meine, schon längst die Opernhäuser meidet. Dieses Publikum verlässt nicht "schreiend" die Vorstellung, sondern stillschweigend mit verächtlich gerümpfter Nase - und erzählt am nächsten Tag im Bekanntenkreis mit nasalem Ton "Es war degoutant - Proletentheater - Man kann nicht mehr in die Oper gehen...." Interessant ist, daß kein wirklich lauter Protest stattfindet - dazu ist man einfach - "zu fein"

oder zu borniert ... Wenn ich ehrlich bin, möchte ich solchen Leuten weder in der Oper, noch am Stammtisch, noch überhaupt irgendwo begegnen. Im übrigen gehe ich seit über zwanzig Jahren regelmäßig in die Oper oder ins Konzert; gehöre ich damit nicht auch schon zum klassischen Opernpublikum? Oder habe ich mich alleine schon deshalb disqualifiziert, weil nicht nur Inszenierungen von Everding, Schenk oder Götz FRiedrich gesehen habe, sondern auch Kupfer, Guth und (mit teilweise großer Begeisterung) Konwitschny?

Tatsächlich bekomme ich so langsam das Gefühl, dass jeder, der nicht gegen dass Regietheater ist, eigentlich wohl ein kleiner, tumber Tor ist, der eigentlich nicht das Recht hat, sich überhaupt mit einer ao hehren Kunst beschäftigen zu dürfen. Mit anderen Worten: Warum fordern wir nicht gleich ein Operngehverbot für die "Freunde des Regietheaters". Damit würde doch vieles leichter, denn natürlich müsste man dann notwendig konventionell inszenieren, damit überhaupt noch jemand kommt. Oder wir machen den Laden gleich dicht, weil eigentlich sowieso viel zu teuer und irgendwie ohnehin nur steuerverschwendung für eine kulturelle Randgruppe.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

MSchenk

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25

Samstag, 3. Dezember 2011, 17:32

Hallo 9079wolfgang,

Auch ich sehe in der "Modernisierung" eines hundert oder zweihundert Jahre alten "Stückes" keine Bereicherung! Sondern tagtäglich abschreckende Beispiele!

aber warum gilt dies in dieser alles erschlagenden Absolutheit nur für die bildliche Darstellung (vulgo Inszenierung)? Warum gilt dies so anscheinend nicht für die musikalische Interpretation? Warum ist es - wie z.B. Wolfram häufig genug und m.E. mit Recht betont - statthaft, Beethoven-Sonaten auf einem modernen Flügel zu spielen? Warum darf ein Celibidache gegen jede Tempovorschrift des Komponisten dirigieren? Warum darf Karajan eine symphonischen, ja geradezu romantischen Don Giovanni einspielen?

Ich verstehe einfach diese rigorose Trennung nicht. Mehr noch halte ich sie eigentlich für ignorant.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

chrissy

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26

Samstag, 3. Dezember 2011, 18:30

Warum ist es - wie z.B. Wolfram häufig genug und m.E. mit Recht betont - statthaft, Beethoven-Sonaten auf einem modernen Flügel zu spielen? Warum darf ein Celibidache gegen jede Tempovorschrift des Komponisten dirigieren? Warum darf Karajan eine symphonischen, ja geradezu romantischen Don Giovanni einspielen?

... weil es nach meiner Meinung, und ich weiß mich da mit vielen unserer Mitglieder konform, das Werk, die Komposition, das Anliegen und die Absicht des Komponisten trotzdem nicht verfälscht oder gar verunglimpft, wie es leider in vielen "modernen Inszenierungen" sogenannter Regisseure der Fall ist, lieber Michael. Die sehen und nehmen sich selbst als "die wichtigste Person". Sind sie aber nicht!!! Sie sind Arbeitnehmer und keine Chefs und stehen in der Hierarchie unter dem zahlenden Publikum. Denn dieses ermöglicht erst ihre persönliche wirtschaftliche Existenz. Sie haben das selbst nur noch nicht realisiert. Wenn nämlich eines Tages das zahlende Publikum verärgert ausbleibt, können sie nur noch zu Hause ihr Puppentheater inszenieren und die eigenen Kinder verschrecken.
Herzliche Grüße
CHRISSY
Ich möchte noch etwas ergänzen, weil Du hier unser Mitglied Wolfram anführst: Ich lese gerade, Wolfram hört derzeit eine Beethoven- Sinfonie zweimal, nämlich von versciedenen Orchestern und Dirigenten. Er wird mit Sicherheit Unterschiede hören. Ihm werden auch einige Stellen oder Tempis bei dem einen weniger, bei dem anderen mehr zusagen. Selbst wenn ihm beide Interpretationen überhaupt nicht gefallen würden, eines ist aber ganz sicher, er muß nicht auf das Plattencover schauen, was denn hier überhaupt gespielt wird. Was ich damit sagen will. Wenn ich heute in die Oper gehe, nicht wissen würde, was gespielt wird, ich Ohrstöpsel in den Ohren habe, sage ich Dir nach kurzem Betrachten welche Oper, wenn sie traditionell inszeniert ist, gespielt wird. Das wäre mir bei der Stuttgarter Rusalka nicht möglich gewesen. Da steht zum Beginn ein Bierbüchsen saufender Pennertyp mit einem Aldi- Beutel rum. Hinter ihm sitzt ein ebenso heruntergekommenes Weibsstück und säuft Wein aus der Flasche!!! Rusalka???- beim besten Willen nicht. Das muß man sich nicht antun!!!
Jegliches hat seine Zeit...

Wolfram

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27

Samstag, 3. Dezember 2011, 18:44

Lieber Chrissy,

wie kann man sagen, es würde Bachs Absichten nicht verfälschen, wenn man dessen Clavierwerke auf einem modernen Steinway (statt auf einem Cembalo) spielt? Den Steinway konnte Bach doch gar nicht kennen, geschweige denn seine Musik auf dessen Charakteristika abstimmen - oder die Eigenheiten des Instrumentes zumindest berücksichtigen.
Viele Grüße, Wolfram

Knut-Hagen

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28

Samstag, 3. Dezember 2011, 18:47

Man weiß aber auch das nicht. Es kann schon sein, dass Bach da saß und dachte: Verdammt noch mal, wenn das blöde Cembalo das und das könnte, das würde das hier so und so klingen.....
Nicht dass es so war, aber möglich ist alles.
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

Wolfram

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29

Samstag, 3. Dezember 2011, 18:50

Lieber Knut-Hagen,

da muss ich schmunzeln: Was Du ins Felde führst, ist ja hochgradig spekulativ.

Da könne man auch sagen: Hätte Wagner schon Biogaskraftwerke gekannt, hätte er seinen Tannhäuser da spielen lassen. Oder? Diese Spekulation wäre dann doch genauso erlaubt wie die Deine.

Oder Verdi hätte seine Traviata in der Frankfuerter Börse spielen lassen können. Oder Puccini seine Bohème im Zirkus. Oder im Konzentrationslager. Wenn es die schon gegeben hätte, wie gesagt. Dann ist es doch gut, wenn endlich jemand das macht, was der Komponist (bzw. die Librettisten) gar nicht kennen konnten.

Oder verstehe ich Dich da falsch?
Viele Grüße, Wolfram

Wolfram

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30

Samstag, 3. Dezember 2011, 19:03

Wenn ich heute in die Oper gehe, nicht wissen würde, was gespielt wird, ich Ohrstöpsel in den Ohren habe, sage ich Dir nach kurzem Betrachten welche Oper, wenn sie traditionell inszeniert ist, gespielt wird.

Kein vernünftiger Mensch sitzt mit Ohrenstöpseln in der Oper. Weil die Musik mehr als Hälfte der Oper ausmacht - für mein Empfinden. Insofern ist Dein Gedankenexperiment ja wirklichkeitsfremd. Was willst Du damit beweisen? Dass ein Verrückter, der mit Ohrenstöpseln in der Oper sitzt, ein Stück vielleicht nicht erkennt? Sorry, aber dasselbe gilt, wenn Alfred Brendel einen Beethoven-Abend gibt. Macht Alfred Brendel etwas Böses, nur weil man die Werke mit Ohrenstöpseln nicht erkennt?

(Obwohl, das wäre etwas für "Wetten dass": Ich erkenne alle 32 Beethoven-Sonaten an den Gesten und der Mimik des Pianisten, ohne Ton, ohne die Tasten zu sehen ... :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: )
Viele Grüße, Wolfram

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