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Maik

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1

Montag, 20. Juni 2005, 16:31

Die wichtigsten Opern der klassischen Musik!

Hallo liebe Opernfreunde und alle Taminos und Taminas!

Das ist jetzt nicht direkt ein Thema zu Opern...obwohl...irgendwie doch...

Und zwar hätte ich mal eine Bitte:
Ich werde mein ABI in Musik machen. Mein Lehrer meinte zu mir, der Schwerpunkt liegt auf dem 3.Semester. Das heißt, Thema in der Prüfung wird die Oper sein.
Nun habe ich auf diesem Gebiet aber eigentlich noch keine Ahnung und möchte mich in wichtigen und entscheidenen Dingen einfach schon mal "vorbilden".
Meine Bitte ist oder mein Wunsch an euch, dass ihr mir vielleicht die WICHTIGSTEN Opern der klassichen Musik nennen könnt. Am besten wäre dies mit empfehlenswerten Aufnahmen, da ich mir auch da ein paar zulegen wollte...

Ich hoffe, dass dies nicht gegen Foren-Regeln verstößt, denn man darf ja keine Hausaufgaben machen...aber dies ist ja auch gar keine ;)

Ich hoffe auch, dass ihr mir weiter helfen könnt :wacky:

Man könnte die Sache auch anderes formulieren.
Ein Opernkenner wird zu viele Opern kennen, um dort die 'allgemein' Wichtigsten heraus zu picken, aber wenn er sich eben in seine Anfangsphase zurückversetzt, dann wäre wir in etwa auf dem Niveau eines Opernneulings...und da müssten wir hin.


Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Ulli

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2

Montag, 20. Juni 2005, 16:42

RE: Die wichtigsten Opern der klassichen Musik!

Salut Maik,

das Thema ist insofern interessant, da "man/frau" sich schon Gedanken darüber machen sollte, welche Opern genannt werden, damit nicht innerhalb von zwei Stunden alle Opern hier stehen.

Mein Voting Mozart betreffend:

Die Entführung aus dem Serail und Die Zauberflöte als Richtungsweiser bzw. erste "Deutsche Oper".

Weiterhin als Krönung des italienischen Stiles im 18. Jahrhundert die drei Da-Ponte Opern [Don Giovanni, Le Nozze di Figaro und Cosí fan tutte].

Empfehlungen gebe ich keine ab.
Den "Rest" überlasse ich den andern Arkadiern. :D

Viel Erfolg und
liebe Grüße

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Frank Georg Bechyna

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3

Montag, 20. Juni 2005, 16:58

RE: Die wichtigsten Opern der klassichen Musik!

Lieber Maik ,
das Motto bei den Aufnahmen ist "Mein Geschmack gegen Deinen bzw. Deines Lehrers geschmack" .
Die w i c h t i g s t e n Opernaufnahmen gibt es objektiv natürlich nicht , da es keine physikalischen Masstäbe gibt .
Dennoch hier meine Top Ten :

Verdi
Otello
Vickers , Rysanek , Gobbi ( RCA) *****

Bizet
Carmen
L Price , Freni , Corelli , Merrill ****

Verdi
La Traviata
Callas , di Stefano , Bastianini - Giulini *****

Mozart
Le Nozze di Figaro
Giulini - Aufnahme bei EMI *****

Wagner
Tristan und Isolde
Windgassen , Nilsson *****

Mozart
Don Giovanni
Giulini ; Ghiaurov , Janowitz , Jurionac , A. Kraus , Bruscantini *****

Verdi
Rigoletto
Solti ; Moffo , Kraus , Merrill *****

Verdi
Il Trovatore
Karjaan ; L Price , Corelli , Bastianini *****
- Karajan hat diese Spannung dieses Salzburger Mitschnittes nie mehr
erreicht -

Bellini
Norma
Callas , Corelli , Ludwig *****
Callas dramatisch immer noch unerreicht , absolut glkaubhaft . Corelli und Christa Ludwig in Top-Form
( es gibt eine Doppel -CD der Probearbeiten von Maria Callas mit Simionato , Cossotto , Cecchele in Paris 1965 . Diese Aufnahmen sind wirklich höresnwert )

Puccini
Tosca
Callas , di Stefano , Gobbi*****
- Selbst Puccini-Verächter werden nicht bestreiten können , dass es sich um eine d er überragenden Opernaufnahmen überhaupt handelt . Sehr lesenswert sind die Erinnerungen von Tito Gobbi an diese Aufnahme )

Viel Erfolg !
Frank
PS.:
Für Rückfragen , Hilfen etc. bin ich gerne bereit .
Wenn Du einen Lehrer hast , der "auf Puccini steht" , dann wäre es unklug , die Nase über beide zu rümpfen .
G u t fährt man auch mit "Nischnewerken" , die es in Spitzenbesetzung gibt : "La Somnambula" z.B. aus 1955 mit L. Bernstein , Maria Callas ,
dem "grossen Cesare Valletti "( Joachim Kaiser ).
Für schriftliche Arbeiten niemals eine komplizierte Handlung nehmen !
Und ja keine "neue Musik" - ausser der Pauker steht drau . dann Lulu oder Wozzeck - natürlich .
F.
Frank Georg Bechyna
Musik & Medizin

Frank Georg Bechyna

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4

Montag, 20. Juni 2005, 17:10

RE: Die wichtigsten Opern der klassichen Musik!

Lieber Ulli ,
Maik braucht Hilfe für sein Abi !
Da hat er doch gerade Hilfestellung(en) nötig .
Welche Oper bietet sich unter Umständen an für eine Klausur oder einen mündlichen Vortrag . Gar mit Musikbeispielen .
Habe ich selbst sehr gerne gemacht . Die Musikbeispiele in unserem gesponserten kleinen Musiksaal haben selbst meine Referate über Rigoletto , Traviata oder Trovatore belebt und beliebt geamcht , da niemand mehr was tun musste . ich habe daher eine 10-Opern-Liste zusammengestellt , damit Maik sich orientioeren kann .
Nähme man "Rheingold" , so würde man den Lehrer gar auf den ganzen Ring bringen . Also : abzulehnen .

Pauker sind n i e Romantiker ! Und in der regel - nach aussen - prüde . Und zuletzt natürlich "Psychologen" . Du weisst jetzt , welche Opern eigentlich herausfallen müssten .
Selbst "Hänsel und Gretl" ist "juristisch" gefährlich .
Was bleibt ? Am unverfänglichsten bleibt der Freischütz !
Mozart : Der lüsterne Alt 68er Gianni , die arme Zerlina , der Oppurtunist Leporello , diese armen Damen Anna und Elvira , der Schlingelk "Figaro" . Und schon der Titel Così fan tutte" lässt doch Bösesetes ahnen . Sofort weg damit !
Für Connaisseure : R u s a l k a ! Da schlägt sogar ein Lehrerherz hoch . Zumal , wenn teresa Stratas singt und singend spielt !
herzlichst ,
Frank
Frank Georg Bechyna
Musik & Medizin

klingsor

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5

Montag, 20. Juni 2005, 17:21

lieber maik, brillieren könntest du m.e. mit meiner zweiten lieblingsoper (die erste ist natürlich don giovanni) mit boris godunow von mussorgsky .... da ist geschichte, psychologie, massenszenen, wahnsinnsszenen, voklksszenen, religiöses, (falsche) liebe drin .... also alles, was das leben so ausmacht :D noch dazu verschiedene fassungen, geniale musik, eingängige motive ...da dürfte nix schieflaufen ....

dann natürlich die traviata von verdi; der freischütz (weber), der fliegende holländer, lohengrin, tannhäuser (wagner), fidelio (beethoven), tosca von puccini wäre ja zu empüfehlen und und ... :hello:
--- alles ein traum? ---

klingsor

Frank Georg Bechyna

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6

Montag, 20. Juni 2005, 17:33

Lieber Klingsor ,
das habe ich befürchtet und absichtlich nicht erwähnt : "Boris Godunow" .
Da muss jemand aber Russisch können !!!
Alle russischen Opern auf Deutsch sind grausam .
Wie komplex ist der Godunow ?
Ein Prüfer will doch selbst immer gut darstehen ( ich spreche als Viel- und leidgeprüftre leider aus Erfahrung ) . Auch das sollte Maik berücksichtigen .
Im Zweifelsfall gilt der Satz Shakespeares ( King Lear ) "Kug müsste ich sein !" .
Beste Grüsse
Frank
Frank Georg Bechyna
Musik & Medizin

der Lullist

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7

Montag, 20. Juni 2005, 17:58

Hier mal ein paar Meilensteine der Oper des 17. und 18. Jahrhunderts:

Euridice (1600) Jacopo Peri (älteste erhaltene Oper)

Orfeo (1607) Claudio Monteverdi

Daphne (1627) Heinrich Schütz (erste deutsche Oper, leider verschollen)

Giasone (1649) Francesco Cavalli (die meistgespielteste Oper des 17. Jahrhunderts)

Il Pomo d'Oro (1668 ) Pietro Antoni Cesti / Leopold I. / Giovanni Battista Draghi / Johann Heinrich Schmelzer (die wohl prunkvollste Oper der Musikgeschichte)

Pomone (1671) Robert Cambert (erste französische Oper, leider nur teilweise erhalten)

Cadmus et Hermione (1673) Jean Baptiste Lully (erste Oper Lullys)

Psyche (1675) Matthew Locke und Giovanni Battista Draghi (eine der ersten englischen Opern)

Armide (1686) Jean Baptiste Lully (Sollte von nun an unagefochtenes Ideal der frz. Oper sein)

Dido and Aenes (1689) Henry Purcell (Purcells einzige "echte" Oper)

The Fairy Queen (1692) Henry Purcell

Rinaldo (1711) Georg Friedrich Händel (Löste den Opernboom in London aus)

Giulio Cesare (1724) Georg Friedrich Händel

The Beggars Opera (1728 ) Christopher Pepusch

Hippolyte et Aricie (1733) Jean Philippe Rameau (Rameaus erste Oper)

La Serva padrona (1733) Giovanni Battista Pergolesi (löste später den Buffonistenstreit in Frankreich aus)

Cleopatra e Cesare (1742) Carl Heinrich Graun (Eröffnung des Opernhauses unter den Linden)

Les Boreades (1764)
Jean Philippe Rameau (die wohl letzte Barockoper)

Orfeo ed Euridice (1764) Christoph Willibald Gluck

GiselherHH

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Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

8

Montag, 20. Juni 2005, 18:50

Hallo,

ich glaube, daß es wenig Sinn hat, Maik mit unseren jeweiligen Lieblingseinspielungen zu überhäufen. Er will sich schließlich einen ersten Überblick über die Gattung "Oper" verschaffen, da sollten es dann vielleicht max. 30 Opern aus 400 Jahren sein.

Zunächst solltest Du, Maik, Dir einen Opernführer für Anfänger zulegen. Trotz des Titels scheint mir dieser Führer der geeignetste zu sein (später kannst Du einzelne Punkte immer noch in den dicken, enzyklopädischen Wälzern vertiefen):



Trotz des etwas flapsigen Tones soll der Band (450 Seiten) ein erstaunliches Maß an Fakten über die beliebtesten Opern, ihre Geschichten und ihre Komponisten vermitteln (und das für 10 Euro).

Da Dir in diesem Forum jeder seine "Referenzeinspielungen" (d.h. seine bzw. ihre "Lieblinge") nennen wird, würde ich mich an Deiner Stelle an eine eher "neutrale" Institution wenden. Die Zeitschrift "Gramophone" hat auf ihrer Website eine ständig aktualisierte Liste von empfehlenswerten Aufnahmen ("Recommended Recordings"), die auch tatsächlich im Handel erhältlich sind (http://www.gramophone.co.uk/recrecordings.asp). In dieser Liste solltest Du auch Empfehlungen hinsichtlich der wichtigsten und beliebtesten Opern finden. Ansonsten empfiehlt sich bei einem Besuch in einer großen öffentlichen Bibliotheken Berlins der Blick in die Jahresregister der einschlägigen Fachzeitschriften, die oftmals große Vergleichsdiskographien enthalten.

Grüße

GiselherHH
"Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."

(Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

9

Montag, 20. Juni 2005, 18:52

Hallo,

Eigentlich dachte ich zuerst: Hoppla Das hatten wir schon mal.

Aber tatsächlich hatten wird das in dieser Form noch nicht.

Interessant ist, daß jeder Forianer ja SEIN persönliches Spektrum anbringen muß. kann oder darf.

Ich würde Vorschlagen, die Sache auf 2 Mal abzuhandeln:

Zunächst widmen wir uns dem KERNBEREICH, jene Opern die quasi jeder kennen sollte, das Populäre, gewissermaßen, und dann noch die etwas spezielleren.

Es ist zunächt mal die Frage, was ist denn eigentlich wichtig ?
Welche Opern sollte man kennen ?

1) jene die "kulturelles Allgemeingut " sind

2) jene die für die Entwicklung der Oper wichtig waren - heute aber RELATIV unbekannt sind.


Ich gehe davon aus, daß das erstere gefragt ist.


Hier Würde Ich folgende Werke als unverzichtbar einstufen

Wolfgang Amadeus MOZART:

Die Zauberflöte
Le nozze di Figaro
Cosi Fan tutte
Don Giovanni

Gaetano Donizetti

L` Elisir d`Amore (Der Liebestrank)

Giacchini ROSSINI

Il Barbiere di Siviglia
Wilhelm Tell

Vincenzo Bellini

Norma
La Sonnambula


Guiseppe Verdi:

Rigoletto
La Traviata
Aida
Il Trovatore
Don Carlos
Othello

Richard WAGNER

Das Rheingold
Die Walküre
Siegfried
Götterdämmerung
Der Fliegende Holländer

was immer man bei Mozart, Wagner und Verdi weglässt wird zu einem Aufschrei führen

Ludwig van BEETHOVEN:

Fidelio

Carl Maria von WEBER:

Der Freischütz

Jaques OFFENBACH:

Hoffmanns Erzählungen

Georges BIZET:

Carmen

Giacomo PUCCINI:

Tosca
Turandot
La Boheme

Richard Strauß

Der Rosenkavalier


Das sind 12 Komponisten und 28 Opern

Hier ist ein relativ großer Teil des "Alltagsrepertoires abgedeckt

Es fehlt noch komplett die Barockoper, die deutsche Spieloper, weitgehend die französische Oper, der Verismo, und die komplette Moderne.

Manche werden mich steinigen, wenn ich das sage, aber ich halte es für günstiger, das Kernrepertoire einigermaßen zu kennen, als hier wichtige Werke auszulassen. Summa Summarum sollten es aber zumindest 50 Opern sein, die Du kennst, das ist leichter möglich als Du denkst.

Nun ein paar Tipps:

Such Dir aus uinseren Listen zusammen was Dich persönlich interessiert und hör Dir diese Werke uinbedingt an, lies die Handlung nach und schau wo Du Die Oper einordnen kannst..

Hier - und das sage ich mit Solz- mag unser Forum eine Hilfe sein.
Die meisten Opern bekamen einen Einleitungsbeitrag von einem von uns spendiert, was dem Einsteiger die Sacher erleichtert.

Von Plattenempfehlungen wimmelts hier nur so im Forum.

Aber gleich was wichtiges: Für den Einsteiger ist es IMo nicht wichtig: "Die beste" Aufnahme zu besitzen - man sollte auch mit einer handfesten Durchschnitsaufnahme das Auslangen finden, weil man zu Beginn die Unterschiede sowieso nicht so beachtet, das Werk steht im Vordergrund.

Ich werde aus gegebenem Anlass einen Thread starten, der preiswerte Opernaufnahmen vorstellt, wobei es für einen Einsteiger wahrscheinlich auch nicht möglich sein wird, sich davon alle zu kaufen, die meisten von uins sind ja nicht stinkreich - wir sammeln eben schon relativ lang.

Klassiksender - CD-Verleih und Freunde sind da gefragt.

Wenn der Kernbereich des Repertoires einigermaßen gekannt wird, können wir eine kurzen Blick auf wichtige Randbereiche der Oper machen

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT

Ulli

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

10

Montag, 20. Juni 2005, 19:13

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Hallo,

Eigentlich dachte ich zuerst: Hoppla Das hatten wir schon mal.

Aber tatsächlich hatten wird das in dieser Form noch nicht.

Interessant ist, daß jeder Forianer ja SEIN persönliches Spektrum anbringen muß. kann oder darf.

Ich würde Vorschlagen, die Sache auf 2 Mal abzuhandeln:

Zunächst widmen wir uns dem KERNBEREICH, jene Opern die quasi jeder kennen sollte, das Populäre, gewissermaßen, und dann noch die etwas spezielleren.

Es ist zunächt mal die Frage, was ist denn eigentlich wichtig ?
Welche Opern sollte man kennen ?

1) jene die "kulturelles Allgemeingut " sind

2) jene die für die Entwicklung der Oper wichtig waren - heute aber RELATIV unbekannt sind.


Ich gehe davon aus, daß das erstere gefragt ist.


Hier Würde Ich folgende Werke als unverzichtbar einstufen

Wolfgang Amadeus MOZART:

Die Zauberflöte
Le nozze di Figaro
Cosi Fan tutte
Don Giovanni
[...]


Salut,

man vergebe mir - aber: genau das habe ich ja am Anfang bereits erkannt, gemeint und geschrieben.

Liebe Grüße
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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katlow

Fortgeschrittener

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Registrierungsdatum: 11. August 2004

11

Montag, 20. Juni 2005, 19:57

Hallo Maik,

Ich bin mit Alfred der Meinung, dass es, in einer Situation wie der deinen, wichtig ist, sich auf den Kernbereich der Oper zu konzentrieren, und Alfred hat dir dazu in der Tat eine ausgezeichnete "Landkarte" geliefert. Wenn ich das richtig verstanden habe ist es noch ein Jahr bis zu deinem Abi hin, aber bedenke dass eine Oper i.d.R. so um die drei Stunden dauert, also selbst dich konsequent daran machen solltest, die Liste abzuarbeiten, dürfte dich allein das Ersthören kaum weniger als einen Monat kosten.

Von mir deshalb einige praktische Vorschläge:

Zur Begrenzung des Themas: Versuche doch mal, ob du an den Lehrplan für Musik für dein Bundesland herankommst - da dürften die für dich relevanten Werke, die dann auch im Abi vorkommen dürfen, genauestens aufgelistet sein, dann weißt du wenigstens, was auf dich zukommen kann, insbesondere, falls ihr ein Zentral-Abi habt. Bei vom Lehrer gestellten Abi-Klausuren ist zu erwarten dass er über das prüfen wird, worüber er auch unterrichtet hat - allerdings ist da Vorsicht geboten, da es sein könnte, dass er in der Retrospektive glaubt mehr zu einem im Lehrplan gelisteten Thema "geleistet" zu haben, als das wirklich der Fall war (diese Randbemerkung am Ende der Stunde, das sich ein vergleichbares Schema auch in der Oper XY findet, wer hätte gedacht, dass man daraus ein Klausurthema machen könnte... :D ).

Zur Begrenzung der Kosten: Stadtbüchereien verfügen in der Regel aus der Zeit, als sie noch besser finanziert waren, über einen recht ordentlichen Bestand an klassischen CDs, und zumindest in den Einrichtungen in der näheren Umgebung bildet Oper einen erheblichen Anteil an diesem Bestand. Gerade das von Alfred aufgelistete Kernrepertoire dürfte dort in der Regel vorhanden sein - vielleicht nicht in der absoluten Spitzenaufnahme (soweit die im Bereich Oper überhaupt vorkommen), aber doch in einer guten. Es dürfte sich also für dich auf alle Fälle lohnen, die Stadtbücherein der näheren Umgebung abzuklappern. Die Opernaufnahmen beigefügten, i.d.R. sehr ausführlichen Booklets sollten auch ein guter Einstieg in die Analyse der Oper sein.

Drittens würde ich mich an deiner Stelle noch erkundigen, ob es bei euch in der Nähe eine Musikhochschule gibt. Wenn du dich mit dem zuständigen Menschen in der dazugehörigen Bibliothek freundlich unterhältst und ihm deine Situation und dein Interesse für Musik (möglicher zukünftiger Student?) schilderst, dann lassen sie dich vielleicht als informellen Gast-Leser die Bestände ihrer Bibliothek für deine weiteren Recherchen nutzen. Vielleicht gibt es da ja auch eine für dich interessante Vorlesung, in die du dich mal hereinsetzen könntest.

Übrigens noch ein Tipp: Nur weil der Lehrer gesagt hat, dass sich der Abi-Stoff auf das Thema Open konzentrieren wird, heißt das noch nicht, dass das alles ist, was im Abi vorkommen wird. Also den Stoff der anderen Semester nicht ganz verdrängen ;) !

Gruß

katlow

Maik

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Registrierungsdatum: 19. Mai 2005

12

Montag, 20. Juni 2005, 20:57

:jubel: :jubel: :jubel:
Danke. Danke. Danke.

@GiselherHH
Vielen Dank für diesen Buchtipp. Ich denke, für einen Preis von 10€ werde ich mir dieses Büchlein gönnen :D
Und dann hoffe ich, dass es das gibt, was du versprichst ;)

@Alfred
Danke...dieses Wort habe ich gesucht!!! Den Kernbereich der Oper, das allgemeine Gut, werde ich sicher brauchen. Denn aufgrund meines Kurses kann ich mir nicht vorstellen, dass mein Lehrer sich für extravagante Opern entscheiden wird...

@katlow
Danke auch für deine Tipps. Sie sind teils mit meinen Gedanken identsich. Wenn ich mal meinen Lehrer wieder finden würde, dann könnte ich ihn auch nach dem Lehrplan fragen...oder besser nach den Opern, die er sich so vorgestellt hat! Denn in dieser Hinsicht ist ihm das freigestellt...auch das ABI, denn Zentralabi ist erst ein Jahr später nach meinem Jahrgang bei uns...Ich bin übrigens der Einzige auf meiner Schule und in diesem Jahrgang, der sich in Musik prüfen lässt - das freut meinen Lehrer :rolleyes:
Danke mit dem UNI-Tipp!!! Auf die Idee bin ich noch nicht gekommen...
Wegen deinem letzten Gedanken. 3.Semester ist generell bei schrft. ABI Schwerpunkt. Heißt nie, dass die anderen vernachlässigt werden :yes:


Noch Mal danke für euren Einsatz!!! Arbeit habe ich ja jetzt wieder mehr als genug :D

Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Christoph_Glaus

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Beiträge: 178

Registrierungsdatum: 20. April 2005

13

Dienstag, 21. Juni 2005, 09:42

Hallo Maik,

also ich behaupte, dass wir hier der falsche Klub sind, um solche Fargen korrekt beantworten zu können. Um wirklich eine seriös begründete Antwort zu erhalten, welches nun die für die Musikgeschichte und die Menschheit wichtigsten Opern sind, musst Du einen Musikgeschichteprofessor an einer Uni befragen, der kann Dir die Namen geben, die der Realität am nächsten kommen.

Denn wenn man die Beitrage durchliest, muss jeder selber zugeben, dass er mehr oder weniger sein Lieblingsrepertoire aufgelistet hat - und dies hat mit Musikgeschichte nicht all zuviel am Hut.

Die Fragen, die sich jeder hier doch eigentlich stellen sollte sind: welches war die 1. Oper überhaupt? (laut Chronik) "Daphne" von Jacobo Peri UA 1598 in Florenz.

Und
welche Opern beinhalten im Rahmen der Musikgeschichte etwas ganz neuartiges, noch nie da gewesenes - musikalisch, inhaltlich oder in einer neuen Form?

Als Gedankenstütze soll hier der "Orfeo" UA 1607 von C. Monteverdi genannt werden. Mit seinem neuen, affektbetonten Stil, den Monteverdi selbst als "Seconda Prattica" bezeichnet, in der das Dichterwort der Musik übergeordnet wird.
Aber auch hier glit es für Dich, Maik, andere Quellen zu befragen, auch ich bewege mich hier auf Glatteis, weil ich es zu wenig kenne.

Zitat

was immer man bei Mozart, Wagner und Verdi weglässt wird zu einem Aufschrei führen
das glaube ich nicht, ich würde eher sagen, dass bereits einige Opern zuviel aufgelistet sind, d.h. das sie der obigen Frage nicht genügen. Denn die Wichtigkeit einer Oper lässt IMO nicht an der Beliebtheits-Skala messen.


Gruss
Christoph

PS
Der Tipp von GiselherHH ist noch der beste bisher.
Über Geschmack kann man - aber muss man nicht streiten!

salisburgensis

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Beiträge: 2 305

Registrierungsdatum: 16. Februar 2005

14

Dienstag, 21. Juni 2005, 10:07

Unbedingt zum Kernbereich zählen auch ein paar barocke Opern. Ich möchte nicht soweit wie der Lullist gehen, zumal alle von ihm genannten Stücke zwar wirklich lohnenswert und unglaublich schön und meist auch musikgeschichtlich bedeutend sind, leider aber meist nicht zum gebräuchlichen Repertoire zählen (zu Unrecht!!!!!). Aus dieser Auflistung würde ich solche Opern unbedingt empfehlen, die doch immer mal wieder auf den Spielplänen zu finden sind. Sonst wird ein sehr wichtiger Teil der Geschichte der Oper komplett ausgeblendet:

Monteverdis Orfeo (auf der Ouvertüre dieser Oper basiert z.B. die Erkennungsmelodie der Euroradio Konzertübertragungen)

Händels Rinaldo

Pergolesis Serva Padrona

und (nicht mehr ganz Barock ;) ) Glucks Orfeo ed Euridice

Von diesen Opern sind jeweils mehrere Einspielungen verfügbar, sicher auch einige Preisgünstige. Wenn du, lieber Maik, mehr Interesse an der Barockoper hast, werde ich (und der Lullist bestimmt auch) dir gerne weitere Tipps geben oder Fragen beantworten.

Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

Radagast

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Beiträge: 1 511

Registrierungsdatum: 1. März 2005

15

Dienstag, 21. Juni 2005, 11:07

Moin,

auch ich möchte eine Warnung aussprechen. Alle meine Musiklehrer waren entweder stockkonservativ (Oper was ist das? Wer war Beethoven? Muss so ein neumodischer Komponist sein!) oder haben ihre Schüler mit profundem Fachwissen im Bereich Jazz, Pop und Rock begeistert.

Ich würde auch eine musikwissenschaftliche Bibliothek aufsuchen und wahrscheinlich das älteste, angestaubteste Buch über Operngeschichte heraussuchen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass dieses Werk, das Werk für die Geschichter der Oper im 3. Semester ist. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Maik,
Du musst versuchen Deinen Lehrer einzuschätzen, was er für ein Typ ist. Dann ist es ganz wichtig den Lehrplan zu organisieren, um die empfohlene Schulliteratur zu erfahren. (ACHTUNG: In meinem Abitur waren wir uns alle sicher, dass ein Satz aus einer Mozartsymphonie kommt. Es kam aber Schubert, dabei konnte mein Lehrer den Namen Schubert zumindestens im Unterricht nicht aussprechen.) Wieviele Stunden Musik hast Du im Semester? Wieviele Opern kann man ganz oder teilweise in diesen Stunden hören und andiskutieren? Da bleibt meiner Meinung nach nicht viel übrig.

Trotzdem halte ich Deinen Anfang mit der "Oper für Dummies" und dem gezielten Hören von dem im Forum empfohlenen Opern für sehr gut. Leider musst Du Dich dann aber bald mit wirklicher Fachliteratur beschäftigen, diese ist in allen Fächern zu 99,9% immer sehr gut bei Schläfstörungen geeignet.

Ich wünsche Dir viel Spass!!! :D
Grüsse aus Rhosgobel

Radagast

klingsor

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Registrierungsdatum: 26. April 2005

16

Dienstag, 21. Juni 2005, 14:04

bitte ganz und gar nicht falsch verstehen : bei allen 'väterlichen' gefühlen und besorgnissen, die hier aufkommen: ein abi und ein lehrer sind ja nun keine naturereignisse und maik wird schon bei seiner begeisterung für musik 'manns' genug sein, das durchzustehen ...

zu viele ratschläge bewirken, daß man nachher gar nichts weiß ... man muß einfach oper hören, oper lesen, sich begeistern und dann sehen ...
aber, da ich auch ein guter tamino-papi sein will :D
sehr nett auch das buch über oper, die es in der reihe 'die 50 besten(?) wichtigsten(?) opern' gibt. unterhaltend und ein wenig lehhreich zugleich ... bei interesse, schau ich gerne zuhauise nach dem richtigen titel ...

und noch was: ich hatte seinerzeit das weihnachtsoratorim von bach als prüfungsgegenstand ...und was kam dran: die sinfonia aus der 2. kantate mit ausführlichen bezügen zur dudelsackmusik inkl. dessen harmonik ... jajajjaja, soviel zur planung

allerbeste grüße :hello:
--- alles ein traum? ---

klingsor

Frank Georg Bechyna

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17

Dienstag, 21. Juni 2005, 17:31

Lieber Alfred ,
Schock :
W o ist denn Tristan und Isolde ?
Wagners wichtigste Oper .
Herzliche Korrekturwünsche nach Wien !
Frank
Frank Georg Bechyna
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Maik

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18

Dienstag, 21. Juni 2005, 18:11

So! Ich habe heute die letzte Gelegenheit genutzt und mich mit meinem Musiklehrer unterhalten!!!

Wir fanden an mit der Barockoper...hier gehen wir aber nicht intensiver auf eine Oper ein.
Danach kommt dann die klassische Oper. Er dachte an Don Giovanni von Mozart und hat mich dann gefragt, ob ich nen Wunsch hätte...ich sagte einfach mal Fidelio. Er meinte, der ist auch nicht schlecht und könnten wir auch machen.
Dann behandeln wir noch romantische Opern...wahrscheinlich eine von Wagner...hier konnten wir uns beide noch nicht richtig entscheiden und somit auch nicht einigen. Auf alle Fälle behandeln wir 3Opern ausführlich und ein paar werden auf jedenfall anschneiden...mehr ist zeitlich nicht drin...Verdi, Weber&CO also auch nur angeschnitten!
Aber ich denke, dass das okay ist.

Gruß, Maik

PS: Ich habe mich dazu entschlossen, dass ich mit Fidelio anfangen werde - Aufnahme-Empfehlungen?
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

GiselherHH

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19

Dienstag, 21. Juni 2005, 20:07

Hallo Maik,

ich kenne u.a. Furtwängler (das müßte die Wiener Studioaufnahme von 1953 sein), die ist schon sehr gut (dem Dirigenten entsprechend sehr expansiv-romantisch interpretiert, mit einer hingebungsvollen Mödl, dem etwas neutral wirkenden jungen Windgassen und einem der besten Roccos der Tonaufzeichnung, Gottlob Frick). Allerdings fehlen die heute manchmal etwas peinlich wirkenden Dialoge. Ich weiß allerdings nicht, wie die Tonqualität dieser Überspielung ist, ich habe die "Originalaufnahme" von EMI, die gibt es für 9,90 Euro bei amazon.de (ohne Libretto). Aufgrund ihres Alters ist das natürlich eine Mono-Aufnahme.

Du solltest eher mit einer Stereo-Aufnahme beginnen.



Die Naxos-Aufnahme ist wirklich sehr gut und mit prominenten Namen gespickt (Nielsen, Winbergh, Moll etc.), dazu noch gut gesprochene Dialoge u n d ein vollständiges Libretto.
Gibt´s bei amazon.de-Marketplace gebraucht ("wie neu") schon für 6,13 Euro (plus 3 Euro Versandkosten).

Grüße

GiselherHH
"Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."

(Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

Alfred_Schmidt

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20

Mittwoch, 22. Juni 2005, 16:08

Hallo Maik,

Wenns soo oberflächlich gemacht wird, brauchst Du wirklich keine Angst haben.
Du bist ja - schon durch Dein Interesse an diesem Forum - den meisten Deiner Altersgenossen einen Schritt voraus.

Das Lesen von Threads zu den bewussten Opern hier im Forum ist ein guter Einstieg - wenngleich mir mancher von mir verfasste Einstieg für den angestrebten Zweck als zu seicht erscheint. Daher werde ich einige Wichtig Opernthreads Wiederbeleben ud teilweis etwas tiefer schürfen.

Don Giovanni soll den Anfang machen.
Du wirst, so hoffe ich wenigstens, verschieden Standpunkte zu den Werken kennenlernen (das Werk selbst zu hören ist dabei unabdingbar !!) Anschließend solltest Du keine der gehörten Meinungen übernehmen - sondern Dir eine eigene bilden. Das macht Dich bei Prüfungen und Diskussione "kogelsicher" und "wetterfest" weil Du so gegen Heimtückisches Hinterfragen gefeit bist. Besser eine eigene "falsche" Meinung, als eine "übernommene" die man nicht begründen kann. Die Antwort." Mein Meinung ist so weil Alfred im Tamino Forum das so geschrieben hat" ist IMO eine schlechte Alternative....


Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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Maik

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21

Freitag, 22. Juli 2005, 13:31

Zitat

Original von Christoph
Die Fragen, die sich jeder hier doch eigentlich stellen sollte sind: welches war die 1. Oper überhaupt? (laut Chronik) "Daphne" von Jacobo Peri UA 1598 in Florenz.


Habe ich eben im Katalog gelesen(ich schreib das mal nur ab, damit es auch korrekt hier steht):)

"Berauschend schön:" Die erste Oper überhaupt.

Cavalieri, Emilio de RAPPRESENTAZIONE DI ANIMA E DI CORPO (1600) [...] "Cavalieris ´Anima E Corpo` ist - als erste Oper überhaupt - nicht nur ein Meilenstein der Musikgeschichte;[...]


Ja...du hast ja schon eine Oper 2Jahre vorher genannt und als ich das gelesen hatte, musste ich mich auch sofort daran erinnern...aber was ist denn nun richtig???

Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

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MarcCologne

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22

Samstag, 23. Juli 2005, 23:05

Das ist echt eine interessante Frage, für mich war bisher auch immer Peris "Dafne" von 1598 die erste Oper - als in dieser Spielzeit (2004/05) aber die erwähnte "Rappresentazione" von Cavalieri auf dem Kölner Opernspielplan angekündigt wurde und in der Presse plötzlich ebenfalls von der ersten Oper überhaupt geschrieben wurde, hab ich mal in meinen Büchern gewühlt und Folgendes zu Tage gefördert:

"Nach dem Jacopo Peri und Jacopo Corsi dieses Libretto ["Dafne" von Ottavio Rinuccini] schon im Jahre 1594 [!!!] vertont hatten (die wahrscheinlich 1597 uraufgeführte Oper ist nur in wenigen Fragmenten überliefert), folgten ihnen darin Giulio Caccini 1602 (das Werk ist verlorengegangen) und Marco da Gagliano 1608. [...] Der einer römischen Adelsfamilie entstammende Emilio de' Cavalieri war es, der die seit dem hohen Mitelalter ungebrochene Tradition des liturgischen Dramas durch seine Handhabung des monodischen Gesangsstils für die junge Oper fruchtbar machte. Schon die Zeitgenossen haben das so gesehen und Jacopo Peri hielt das Urteil in seiner Vorrede zu seiner "Euridice" fest: 'Von Herrn Emilio de' Cavalieri wurde uns, soweit ich weiß, früher als von jedem anderen unsere Musik mit wunderbarer Erfindungsgabe auf der Bühne zum Hören gebracht.' [...] Als durchkomponierte musikalische Form mit gesungenen Dialogen ist es [das Stück "Rappresentazione di anima e di corpo"] neben den beiden Orpheus-Vertonungen [beide unter dem Titel "L'Euridice"] von Peri und Caccini die früheste überlieferte Oper." Zitate aus dem "Opernführer für Fortgeschrittene" (Band 1) von Ulrich Schreiber, erschienen bei Bärenreiter 2000.

Und aus der Spielzeit-Übersicht der Kölner Oper für die Saison 2004/05 heißt es zur Oper "Rappresentazione di anima e di corpo": „Über 400 Jahre alt ist diese Rappresentazione, ein religiöses Spiel mit Musik, das neben Jacopo Peris „Euridice“ aus dem selben Jahr (1600) als ältestes vollständig erhaltenes Werk des Musiktheaters gilt.“

Und das dürfte dann die Lösung sein: Die „Dafne“ von Peri aus dem Jahr 1594 mit Uraufführungsdatum irgendwann in 1597 oder 1598 ist die älteste, aber eben heute leider nicht mehr erhaltene Oper. Die beiden ältesten noch aufführbaren Opern sind damit dann eben die beiden oben genannten Werke.

Der von Dir zitierte "Katalog" hat das wahrscheinlich nur missverständlich ausgedrückt (oder der Schreiber der Zeilen dort hat nicht richtig recherchiert, soll vorkommen ;))

... und wie ich beim Blättern in diesem Thread gerade lese, hat der "Lullist" (als Spezialist für das 17. Jahrhundert) die "Euridice" von Signor Peri bereits als älteste erhaltene Oper genannt :]
"Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

der Lullist

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23

Montag, 25. Juli 2005, 07:43

Ich glaube sogar, das Cavallieris Werk als erstes richtiges Oratorium gilt, es ist die erste geistliche Oper der Musikgeschichte.
Allerdings halte ich "Euridice" von Peri für weitaus wichtiger, der Anlaß und der Einfluß des Werkes sprechen dafür:
Hochzeit zwischen Maria de Medici und Henri IV von Frankreich...

Dieses Oratorium ist übrigens vor kurzem eingespielt worden:



Peris Euridice ist sogar mehrfach eingespielt hier die preisgünstige Variante:



Nur mal so als Anregung sich mit den Wurzeln der Oper vertraut zu machen :D

Und ja "Daphne" von Peri ist die erste Oper, aber wie schon geschrieben, nur in Fragmenten erhalten.

salisburgensis

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24

Montag, 25. Juli 2005, 10:08

der Lullist schrieb:

Zitat

Und ja "Daphne" von Peri ist die erste Oper, aber wie schon geschrieben, nur in Fragmenten erhalten.


scheint am Titel zu liegen. Die erste Oper in Deutscher Sprache, komponiert von Heinrich Schütz, hieß auch Daphne, und ist auch verschollen ;( ;( ;( ;(

Thomas
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"Wie schön ist meine Nase
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der Lullist

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25

Mittwoch, 27. Juli 2005, 09:46

Und das hat man Friedrich dem Großen zu verdanken.
Bei der Bombardierung von Dresden ist die wohl einzige bis dahin erhaltene Partitur der Daphne verbrannt, zusammen mit etlichen anderen unschätzbaren Werken. :motz:

musicophil

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26

Samstag, 25. Februar 2006, 11:20

In diesem Fall darf ich "Die drei Pintos" von Weber erwähnen.

Historisch betrachtet interessant. Weber konnte diesen Oper nicht selber abschließen. Er starb.
Er komponierte offenbar in "Geheimschrift". Deshalb dauerte es Jahrzehnten bevor es Gustav Mahler gelang Webers Aufzeichnungen zu entziffern. Er vollendete den Oper.

Die Aufnahme die ich zuerst auf LP und später auf CD kaufte, gibt es offenbar nicht mehr. Naxos hat diesen Oper mit einer neuen Cast ausgebracht.
Wirklich schöne Musik rührt

Alfred_Schmidt

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27

Samstag, 25. Februar 2006, 11:43

Bei dieser Gelegenheit darf ich auch auf den "Schwesterthread"

Eine Operngesamtaufnahme für die "Arche Noah"


hinweisen.

Ursprünglich durfte jeder Nutzer nur eine Oper auf die Arche Noah mitnehmen - das wurde aber dann auf ZWEI erweitert.

Wer also nur eine angegeben hat, darf ergänzen - wer mogelt wird disqualifiziert. :baeh01:

ZIel des Threads ist es, herauszufinden, welche Opern (bzw Aufnahmen) im Falle einer virtuellen Sintflut gerettet würden, wenn die Taminoianer das entscheiden könnten.

Daher ist es NOTWENDIG, den GESAMTEN Thread durchzulesen -BEVOR man seine eigene Wahl trifft - Doppelnennungen wären fatal.
Ist die eigene Lieblings-Opernaufnahme nämlich schon nominiert -ist sie ohnedies gerettet - und man hat Platz für eine andere.... :yes:

Viel Spaß

Alfred

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Timo

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28

Samstag, 31. März 2018, 09:52

Ich kenne mich mit Opern nicht gut aus, aber ich würde L'Orfeo als "erste Oper" und Orfeo ed Euridice als "Reform der Oper" auflisten.

Caruso41

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29

Samstag, 31. März 2018, 12:09

Lieber Timo!

Die Entscheidung, welches Werk man als erste Oper bezeichnen will, ist nicht eben einfach. Sie hängt davon ab, was man als Oper bezeichnet.

Nach dem Zeugnis des Florentinischen Gelehrten Giovanni Battista Doni war Vincenzo Galilei der erste Künstler, der begleitete Gesänge komponiert hat und zwar auf Texte aus Dantes „Divina Commedia“. Er sieht darin die erste Vorform der Oper. Auch die durchkomponierten Pastoralkomödien von Cavalieri sieht er als Vorformen der Oper. In ihnen gibt es freilich noch keine Rezitative, die dann doch wichtiges Kennzeichen für die Oper werden sollten.

Insofern ist das von Peri komponierte Schäferspiel „Dafne“ wohl die erste Oper gewesen. Die Musik von Peris „Dafne“ ist aber offenbar verloren gegangen. Man hat nur wenige Fragmente. Deshalb muss man wohl Peris zweites Bühnenwerk (auf einen Text von Rinuccini) „Euridice“ als die älteste überlieferte Oper ansehen. Sie wurde am 9. Februar 1600 erstmals bei der Hochzeit von Maria von Medici mit Heinrich IV von Frankreich aufgeführt und mehrmals nachgespielt.
In den folgenden Jahren wurde weitere Opern von Peri und auch Opern von anderen Komponisten aufgeführt. In Florenz und in Rom. Teilweise sogar auf umherfahrenden Wagen in den Straßen. Das deutet darauf hin, dass die Oper ganz früh bereits nicht nur an den Höfen gegeben wurde, sondern auch Zulauf im Volke fand. Das will ich hier aber nicht weiter ausführen.

Der Hinweis von dem ehemaligen Tamino der Lullist auf Cavallieris Werk „Rappresentatione di Anima, et di Corpo“ ist richtig. Das war wohl das erste richtige Oratorium. Ob man Cavallieris Werk als die erste geistliche Oper der Musikgeschichte bezeichnen sollte, lasse ich mal dahingestellt. Immerhin wird es heutzutage nicht selten szenisch aufgeführt.


Also nun zu deiner Frage: Ganz sicher wird man in Montevedis „Orfeo“ , der allerdings erst 1607 aufgeführt wurde, das erste zeitlos gültige Meisterwerk der neuen Kunstform Oper sehen müssen. Die erste Oper aber war das nicht!

Du nennst dann noch „Orfeo ed Euridice“. Vermutlich meinst Du die Oper von Gluck? Dieses Werk ist in der Tat die Oper, mit der Gluck seine Reformbemühungen gestartet hat.

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Timo

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30

Samstag, 31. März 2018, 16:46

Lieber Caruso41!
Also nun zu deiner Frage: Ganz sicher wird man in Montevedis „Orfeo“ , der allerdings erst 1607 aufgeführt wurde, das erste zeitlos gültige Meisterwerk der neuen Kunstform Oper sehen müssen. Die erste Oper aber war das nicht!

Danke für die Aufklärung! Ich werde mir die entsprechenden Aufnahmen irgendwann besorgen.
Du nennst dann noch „Orfeo ed Euridice“. Vermutlich meinst Du die Oper von Gluck? Dieses Werk ist in der Tat die Oper, mit der Gluck seine Reformbemühungen gestartet hat.

Ja, die meinte ich.

Viele Grüße :hello:
Timo

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