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  • »ben cohrs« ist männlich
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Beiträge: 543

Registrierungsdatum: 12. Mai 2005

271

Donnerstag, 23. April 2009, 15:48

Liebe Forianer - nur um einige Gerüchte richtigzustellen:

In der Tat bekam ich im letzten Jahr eine Anfrage von Marius Stieghorst, Kapellmeister in Osnabrück, der sich für das Finale interessierte; er würde Bruckners Neunte Ostern 2009 in Osnabrück aufführen.
:jubel:

Ich sandte ihm Infomaterial und CDs; er versprach, sich bis letzten Herbst wieder bei mir zu melden. Dann habe ich nichts mehr von ihm gehört, bis ich im März endlich einmal selbst nachfragte. Daraufhin kamen die üblichen Ausreden -- zu langes Programm (es stand noch Wagners Parsifal-Vorspiel und Karfreitagszauber auf dem Programm); Angst um die Kondition der Blechbläser usw. So erfolgte die Aufführung in der Tat ohne Finale.
:no:

Eine Erklärung dafür, warum man mir dies nach dem anfänglichen Interesse nicht mitteilte (geschweigedenn eine Entschudigung für diese Oberflächlichkeit) bekam ich nicht. Stattdessen ließ Herr Stieghorst ohne Kommentar meine CDs von seiner Sekretärin an mich zurückschicken.
:kotz:

Meinen Presserecherchen zufolge handelt es sich um einen aufstrebsamen jüngeren Mann. Typische Maestro-Verhaltensweisen zeigt er jetzt schon ...
:untertauch:

Zur Zeit stehen leider keine weiteren Aufführungen des Finalsatzes an.
Ben

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[I]"Kritik an anderen sollte keinem die eigene Leistung ersparen."[/I]

rolo betman

Prägender Forenuser

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Beiträge: 8 891

Registrierungsdatum: 5. Mai 2006

272

Donnerstag, 23. April 2009, 16:34

Zitat

Original von ben cohrs
Zur Zeit stehen leider keine weiteren Aufführungen des Finalsatzes an ...

... was zu bedauern ist ! Ich habe mir ja vor ein paar Wochen folgende Aufnahme zugelegt (bestellt bei www.abruckner.com) :



also mit dem Finale, wie es nach der aktuellsten SPCM-Stand (2008 ) gespielt wurde - und das hat mich dann doch überzeugt :yes: Ich habe ja mehrere Versionen vom Finale, und bisher bin ich immer an der einen oder anderen Stelle doch zusammengezuckt - da passte was nicht. Aber bei dieser Version passte einfach alles, ich lauschte von Anfang bis Ende mit spitzen Öhrchen ... :D
'Junge, ich habe es doch nur gut gemeint'
aus der Biographie des r.b. 'Mütter und andere Naturkatastrophen'

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Beiträge: 543

Registrierungsdatum: 12. Mai 2005

273

Freitag, 24. April 2009, 13:30

Lieber Rolo: Das freut uns natürlich sehr!
:yes:
Ben

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Beiträge: 543

Registrierungsdatum: 12. Mai 2005

274

Donnerstag, 14. Mai 2009, 16:33

Leider stehen, soweit ich weiß, zur Zeit keine weiteren Aufführungen unserer Aufführungsfassung des Finales an. Einzige Neuigkeit in Sachen Finale ist die verspätete Uraufführung des Auftragswerkes vom Linzer Brucknerfest an Heinz winbeck. Er hat nun allerdings doch nicht ein ganz neues Finale unter nicht-Berücksichtigung der Originalskizzen geschrieben (was einigermaßen beruhigt), sondern eine der üblichen "Dialoge eines Komponisten mit dem Material". Das neue Werk erklingt auch zu Anfang des Konzertes ...
Ben

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Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 949

Registrierungsdatum: 9. August 2004

275

Samstag, 26. Mai 2018, 22:45

Aus gegebenem Anlass hole ich heute diesen alten Thread hervor. Heute widmet sichder Kulturkritiker der "Presse" Wilhelm Sinkovicz diesem Thema - und zwar unter dem Titel: "Ist die Unvollendete wirklich unvollendet?" Zuerst wird hier Schuberts "Unvollendets" erwähnt und ihre "Vollendunge durch das beinahe komplette Scherzo und der Schaupielmusik zu "Rosamunde" - Eine kühne These. Es gibt zumindest eine Aufnahme dieser Version - aber sie hat mich nicht überzeugt.

Fast nahtlos geht es dann zu Bruckners 9. über, und Benjamin-Gunnar Cohrs wiederholte dann seine Statements, dei man vor 8 Jahren schon hier nachlesen konnte - so man wollte.

Nichts Neues unter der Sonne ?

Doch - Einerseits gab es 2011 eine weitere Revision der Rekonstruktion durch Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca
Ferner gibt es mindestens 2 Aufnahmen mit dieser Ergänzung



mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 306

Registrierungsdatum: 11. August 2004

276

Sonntag, 27. Mai 2018, 09:56

Doch, es gibt etwas neues: Nachdem Gerd Schaller bereits die 2010er Version von William Carragan einspielte



wartete er 2016 mit seiner eigenen Version auf:



Ich habe Schallers neue Aufnahme erst einmal gehört, kann also nicht sagen, in wieweit sich seine Fassung im Detail von der von Carragan oder SPCM unterscheidet. Allerdings wage ich es ernsthaft zu bezweifeln, dass es mindestens vier verschiedener Fassungen bedarf (vergessen wir den Herrn Marthé nicht), um zu versuchen, das zu rekonstruieren, was niemals zu 100% rekonstruierbar sein wird. Es ist bekannt, in wieweit Bruckner das Finale vollständig mit Noten versehen und/oder instrumentieren konnte (sehr gut nachzulesen übrigens im Beiheft der Rattle-Aufnahme), ab und an werden neue Noten gefunden, der Rest muss "im Sinne Bruckners" vervollständigt werden.

Aus meinem Gedächtnis unterscheidet sich Schallers Fassung nur marginal von der Carrigans. Okay, auch hier wird "der Markt" zeigen, welche Version sich durchsetzt. Wobei, wesentlich interessanter ist die Frage, ob sich das Finale an sich durchsetzen wird...
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 949

Registrierungsdatum: 9. August 2004

277

Sonntag, 27. Mai 2018, 12:28

Zitat

Wobei, wesentlich interessanter ist die Frage, ob sich das Finale an sich durchsetzen wird...


Das ist eine interessante Frage
Ich habe gestern bei mir gedacht, selbst wenn ALLE Seiten des Originals auftauchen würden, so würde die Mehrheit noch an der unvollendeten Version festhalten.
Die Menscheit liebt unvollendete Werke und widmet ihnen mehr Aufmerksamkeit als komplett erhaltenen.
Angeblich gibt es (lauf gestriger "Presse") übrigens einen Hinweis darauf, dass ein privater Sammler, tatsächlich noch im Besitz weiteren Notenmaterials zu dieser Sinfonie ist, es aber gewissermaßen vor der Welt versteckt...

Prinzipiell würde ich das mit den abweichenden Fassungen nicht so eng sehen, denn Bruckner selbst hat zu Lebzeiten stets an seinen Werken herumgebastelt und immer wieder geändert, war in dieser Hinsicht also -vorsichtig ausgedrückt - sehr tolerant.

Marthe - das ist eine andere Liga . ich würde das zumindest nicht als Rekonstruktion bezeichnen
Immerhin hat er polarisiert und das Werk in den Mittelpunkt des Interesses gebracht
Davon haben - vermutlich ungewoll -. auch die echten Rekonstruktionen partizipiert

mfg aus Wien
Alfred

clck 60482

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Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 306

Registrierungsdatum: 11. August 2004

278

Sonntag, 3. Juni 2018, 11:45

Zitat

Wobei, wesentlich interessanter ist die Frage, ob sich das Finale an sich durchsetzen wird...


Das ist eine interessante Frage
Ich habe gestern bei mir gedacht, selbst wenn ALLE Seiten des Originals auftauchen würden, so würde die Mehrheit noch an der unvollendeten Version festhalten.
Die Menscheit liebt unvollendete Werke und widmet ihnen mehr Aufmerksamkeit als komplett erhaltenen.
Angeblich gibt es (lauf gestriger "Presse") übrigens einen Hinweis darauf, dass ein privater Sammler, tatsächlich noch im Besitz weiteren Notenmaterials zu dieser Sinfonie ist, es aber gewissermaßen vor der Welt versteckt...


Ich denke auch, dass die 9. Sinfonie weiterhin hauptsächlich dreistätzig aufgeführt werden wird, denn sie ist dreisätzig in sich komplett stimmig und "fertig". Niemand käme auf die Idee, dass etwas "fehlt", dass ein vierter Satz zwingend notwendig wäre, um den "inneren Inhalt" der Sinfonie zu verdeutlichen. Das Adagio ist bereits ein "würdiger Abschluss" der Sinfonie. Nicht umsonst wird es gerne als "Abschied vom Leben" gedeutet.

Das Schwierige an der Sache ist Bruckners Wunsch und Wille, diese Sinfonie viersätzig komponieren zu wollen und der verzweifelte Versuch, sie, bei schwindenden Kräften, hoffentlich noch vollenden zu können (was bekanntlich nicht ganz gelang). Niemand weiß, wie die viersätzige Version geklungen hätte, wenn Bruckner ausreichend Zeit gehabt hätte, sie zu komponieren. Das macht den Umgang mit der viersätzigen Version für mich auch heute noch schwierig. Ich erkenne Bruckners Wunsch an, ebenso die akribisch verfassten Vervollständigungen, aber das Gefühl der kompletten inneren Stimmigkeit habe ich immer noch mehr bei der drei- als bei der viersätzigen Sinfonie.

Zitat

Prinzipiell würde ich das mit den abweichenden Fassungen nicht so eng sehen, denn Bruckner selbst hat zu Lebzeiten stets an seinen Werken herumgebastelt und immer wieder geändert, war in dieser Hinsicht also -vorsichtig ausgedrückt - sehr tolerant.


Prinzipiell sehe ich die verschiedenen Fassungen gar nicht eng, denn wenn "im Sinne von Bruckner" rekonstruiert und vervollständigt werden muss, dann kommt es zwangsläufig zu Interpretationen. Das ist in Ordnung, bloß in meinen Augen eher kontraprodukitv, wenn es um die Verbreitung und Bekanntmachung des Finales an sich geht.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler