Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 731

Gestern, 14:25

20. Oktober 2018, Fortsetzung:

Sängerinnen I:

Magda Spiegel, deutsche Altistin, * 3. 11. 1887 - + wahrscheinlich am 20. 10. 1944 --74. Todestag

als Ortrud in Lohengrin


(Die Deportation nach Theresienstadt erfolgte am 1. September 1942. Sie trat noch bei Lagerkonzerten auf, unter anderem war sie eine der alternierenden Altistinnen im Requiem von Giuseppe Verdi. Am 19. Oktober 1944 wurde sie ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert und dort wahrscheinlich direkt nach der Ankunft ermordet.)


Emmy Bettendorf,
deutsche Sopranistin, * 16. 7. 1895 - + 20. 10. 1963 --- 55. Todestag



Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 732

Gestern, 14:52

20. Oktober 2018, Fortsetzung:

Sängerinnen II:

Joanna Simon, amerikanische Mezzosopranistin , *20. 10. 1940 --- 78. Geburtstag



Und sie hat heute einen runden Geburtstag:

Dunja Vejzovic, * 20. 10. 1943, ist eine kroatische Mezzosopranistin:



Die Künstlerin lebte einige Jahre in Afrika, wo ihr Vater für die UNO tätig war. In ihrer Heimatstadt studierte sie sowohl Grafik (Kunstakademie) als auch Gesang (Musikakademie) bei Marija Borčić. Ferner besuchte sie Meisterkurse in Salzburg und Weimar. Ihr Gesangsstudium vertiefte sie für ein Jahr an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb begann 1969 ihre Bühnenkarriere. Zwei Jahre später wurde sie Ensemblemitglied an der Oper von Nürnberg. Dort übernahm sie sogleich die großen Partien ihres Faches: Carmen in Carmen, Venus in Tannhäuser, Azucena in Il trovatore, Amneris in Aida, Dalila in Samson et Dalila, um nur einige der vielen zu nennen. 1978 ging sie an die Oper Frankfurt und bestätigte sich ein Jahr später als freischaffende Künstlerin.
Ihre internationale Karriere begann 1978 bei den Bayreuther Festspielen, wo sie während drei Festspielzeiten in der Partie der Kundry in Parsifal brillierte. Herbert von Karajan konnte Dunja Vejzovic für die Salzburger Festspiele der Jahre 1980, 1981 und 1984 gewinnen. Dort sang sie die Kundry in Parsifal und die Ortrud in Lohengrin. Für die Platteneinspielung von Parsifal wurde die Sängerin mit dem Prix Fanny Heldy ausgezeichnet. Dunja Vejzovic sang an allen renommierten Opernbühnen der Welt, in Rom, Mailand, New York, Barcelona, Paris, London u. a. m. Sie arbeitete mit den großen Dirigenten der Zeit zusammen, beispielsweise mit Herbert von Karajan, Carlos Kleiber, Christoph Eschenbach, Claudio Abbado, Lorin Maazel, Eugen Jochum und Zubin Mehta.
Neben der Opernsängerin Anja Silja wirkte Dunja Vejzovic als Gastsängerin in dem Dokumentar-Spielfilm Die Macht der Gefühle (1983) mit.
Parallel zur eigenen Opern- und Konzerttätigkeit betätigt(e) sich Dunja Vejzovic als Gesangspädagogin. Nach Professuren in Graz und Zagreb nahm sie den Ruf an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart an. Viele ihrer Schüler sind inzwischen selbst bekannte Persönlichkeiten der Opernwelt wie z. B.: Christina Landshamer, Evelin Novak und Kresimir Strazanac. Die Künstlerin hält Meisterkurse und ist Jurymitglied mehrerer internationaler Gesangswettbewerbe.
2004 publizierte sie eine Monographie (einschl. CD) mit Dokumentation ihrer Bühnen- und Konzertauftritte.
Am 20. Oktober 2010 wurde ihr für ihre Arbeit das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.


Heute feiert sie ihren 75. Geburtstag.


Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 733

Gestern, 14:56

20. Oktober 2018, Fortsetzung:

Sänger:

Theo van Gemert, holländischer Bariton, 20. 10. 1940 --- 78. Geburtstag



Wolfgang Brendel,
deutscher Bariton * 20. 10. 1947 --- 71. Geburtstag

Eine meiner Zauberflötenfrerenzen!


Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 734

Gestern, 15:19

20. Oktober 2018, Fortsetzung:

Pianistin:

Monique Haas, französische Pianistin, * 20. 10. 1909 - + 9. 6. 1988 --- 109. Geburtstag



Liebe Grüße

Willi :)

Pianist:

Auch hier haben wir heute einen runden Geburtstag:

Ivo Pogorelich,
* 20. 10. 1958, ist ein kroatischer Pianist:



Pogorelich avancierte in den frühen 1980er Jahren zum ersten Star der Klassikszene. Seine Konzerte und unorthodoxen Werksinterpretationen spalten das Publikum und die Musikkritiker, bei anerkannter pianistischer Meisterschaft, seit Beginn seiner Karriere bis in die Gegenwart in Bewunderer und Skeptiker.
Bekannt wurde er durch einen Eklat: Einige Juroren des 1980 ausgetragenen Internationalen Chopin-Wettbewerbs in Warschau distanzierten sich gegenüber der Presse von dem Jury-Entscheid, Pogorelich nicht für die Endrunde zuzulassen. Nikita Magaloff, der wie Martha Argerich und Paul Badura-Skoda zu den protestierenden Juroren gehörte, erklärte den ungewöhnlichen Schritt des Öffentlichmachens der Jury-Interna damit, dass Pogorelich auf „höchstem Niveau“ spiele, „wie das wohl kaum sonst jemand auf der Welt heute kann“.
Ivo Pogorelich, Sohn eines Kontrabassisten, begann seine Ausbildung am Klavier mit sieben Jahren in Belgrad. Er setzte sie 1970 an der Zentralen Musikschule in Moskau als Schüler von Jewgeni Timakin fort und wechselte anschließend an das Moskauer Tschaikowski-Konservatorium, um in den Klassen von Wera Gornostajewa und Jewgeni Malinin weiter zu studieren. Ab Oktober 1976 wurde Pogorelich zusätzlich von Aliza Kezeradze unterrichtet.
Pogorelich beschrieb die Begegnung mit Kezeradze als „Wendepunkt“ in seinem Leben, da er sich damals in einer künstlerischen „Sackgasse“ befunden, aber durch sie neue Einblicke in die Ausdrucksmöglichkeiten des Klavierspiels bekommen habe. Seine „Auffassung und seine Herangehensweise an das Klavier“ sei durch ihren Einfluss „komplett“ verändert worden. Er weist der Pianistin, mit der er von 1980 bis zu ihrem Tod 1996 verheiratet war, maßgeblich seine künstlerische „Weiterentwicklung und seinen beruflichen Erfolg zu“.


Weiteres in dem sehr umfangreichen Artikel kann man hier lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Pogorelich


Heute feiert er seinen 60. Geburtstag.


Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

Flötist:

Davide Formisano,
italienischer Flötist, * 20. 10. 1974 --- 44. Geburtstag



Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 735

Gestern, 15:26

20. Oktober 2018, Fortsetzung:

Geiger:

Saschko Gawriloff, deutscher Geiger und Pädagoge, 20. 10. 1929 - 89. Geburtstag



Geigerin:


Leila Josefowicz, kanadische Geigerin * 20. 10. 1977 --- 41. Geburtstag



Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 4 262

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

8 736

Gestern, 22:49

Ich lese gerade in der aktuellen Süddeutschen eine Todesanzeige: "Hildegard Hillebrecht-Stöhr". Kammersängerin, 26.11.1925-7.10.2018. Und sie ist es tatsächlich, meine Lieblingssopranistin in Düsseldorf, die dann leider nach München ging.
"Ich bin ein Anhänger der Todesstrafe, aber köpfen kann ich darum doch keinen."
Erst durch Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann." (Wilhelm Raabe)

Stimmenliebhaber

Prägender Forenuser

  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 8 020

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

8 737

Gestern, 22:53

Ich lese gerade in der aktuellen Süddeutschen eine Todesanzeige: "Hildegard Hillebrecht-Stöhr". Kammersängerin, 26.11.1925-7.10.2018. Und sie ist es tatsächlich, meine Lieblingssopranistin in Düsseldorf, die dann leider nach München ging.

Es gibt hier die Parallelrubrik "RIP - Verstorbene aus dem Kulturleben". Dort wurde bereits gestern auf ihren Tod hingewiesen:
http://tamino-klassikforum.at/index.php?…2861#post652861
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 738

Heute, 12:07

21. Oktober 2018:

Komponisten I:

Wir beginnen direkt mit einer besonderen Erinnerung:

Johann Ernst Hartmann,
* 24. 12. 1726 - + 21. 10. 1793, war ein deutsch-dänischer Musiker und Komponist, der ab 1762 in Kopenhagen wirkte. Er gilt als Stammvater einer großen Zahl von kulturellen Persönlichkeiten, wie Johann Peter Emilius Hartmann und Lars von Trier:



1754 war er Geiger beim Fürstbischof von Breslau, Philipp Gotthard von Schaffgotsch; später wurde er Konzertmeister der kleinen Residenz Rudolstadt und dann in Plön von Herzog Friedrich Carl. Als der Herzog 1761 ohne Erben starb, fiel sein Herzogtum an den dänischen König Frederik V., und ein Teil der Plöner Orchestermusiker reiste nach Kopenhagen, einschließlich Hartmann.
In Kopenhagen wurde er mit offenen Armen empfangen. Er wurde sofort als Geiger in der königlichen Kapelle angestellt, war Musiklehrer für den späteren König Christian VII. und wurde 1768 zum Orchesterleiter befördert. Er wurde zu einer führenden Kraft in den Kammermusikkonzerten am Hof in den Jahren um 1770. Darüber hinaus nahm er an Konzerten in privaten Veranstaltungen wie den 'Gjethuskoncerter' (ab 1774) oder den Konzerten in 'Det harmoniske Selskab' (etwa: der harmonischen Gesellschaft) teil oder leitete sie.
Die vorherrschende Opernstil an das Hoftheater und dem Königlichen Theater wurde von Italien inspiriert, aber gerade in diesen Jahren reif für einen einfacheren französisch inspirierten Stil, und Hartmann wurde wiederholt aufgefordert, Musik für Komödien in dänischer Sprache zu liefern. In 1778 wurde die italienische Opernkompanie entlassen, und der neue Stil setzte sich durch. Im Jahre 1779 komponierte Hartmann seine ersten beiden Versuche in der neuen Gattung. Johannes Ewald schrieb die Texte und Hartmann Musik für die Stücke Balders død (Balders Tod) und Fiskerne (Fischer); beide waren Erfolge. Zum ersten Mal erklang die königliche Hymne ("König Christian stand am hohen Mast"), einige andere Arbeiten folgten; die beliebten musikalischen Komödien legten den Grundstein für eine Tradition, die in den nächsten Jahren die Szene in Kopenhagen dominierte.
Einige von Hartmanns Werken verbrannten beim großen Brand von Schloss Christiansborg im Februar 1794.


Heute ist sein 225. Todestag.


Liebe Grüße

Willi :)

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Ernst_Hartmann

Johann Franz Xaver Sterkel, deutscher Komponist und Pianist, * 3. 12. 1750 - + 21. 10. 1817 --- 201. Todestag



Emilio Arrieta, spanischer Komponist, * 21. 10. 1823 - + 11. 2. 1894 --- 195. Geburtstag



Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 739

Heute, 12:32

21. Oktober 2018, Fortsetzung:

Komponisten II:

Rudolf Braun, österreichischer Komponist und Pianist, * 21. 10. 1869 - + 30. 12. 1925 --- 149. Geburtstag (Er war von Geburt an blind)



Joseph Canteloube, französischer Komponist und Musikwissenschaftler, * 21. 10. 1879 - + 4. 11. 1957 --- 139. Geburtstag



Egon Wellesz, österreichisch-britischer Komponist und Wissenschaftler, * 21. 10. 1885 - + 8. 11. 1974 --- 133. Geburtstag



Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 740

Heute, 12:45

21. Oktober 2018:

Komponisten III:

Howard Ferguson, irischer Komponist, * 21. 10. 1908 - + 31. 10. 1999 --- 110. Geburtstag



Sir Malcolm Arnold,
englischer Komponist und Oscar-Preisträger * 21. 10. 1921 - + 23. 9. 2006 --- 97. Geburtstag



Liebe Grüße

Willi :)

Lera Auerbach, in den USA lebende russische Komponistin, Pianistin und Autorin, * 21. 10. 1973 --- 45. Geburtstag



Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 741

Heute, 12:59

21. Oktober 2018, Fortsetzung:

Dirigenten:

Sir Georg Solti,
ungarisch-britischer Dirigent, * 21. 10. 1912 - + 5. 9. 1997 --- 106. Geburtstag (Einer aus dem Dirigenten-Jahrhundert-Jahrgang 1912)



In diesem Zusammenhang ist mir ein Artikel aufgefallen, den ich hier auch ohne besondere Erinnerung (oder vielleicht als besondere Erinnerung an alle fünf Dirigenten) einmal kopieren möchte:

Jahrhundert-Jahrgang 1912

Die Dirigenten Sergiu Celibidache, Erich Leinsdorf, Kurt Sanderling, Georg Solti und Günter Wand haben dasselbe Geburtsjahr. Ist das ein Zufall?

Von Volker Hagedorn

Salzburg 1937, Bühnenprobe Zauberflöte. Ein junger Pianist aus Budapest springt als Korrepetitor ein, setzt sich ans Klavier, wartet, der Dirigent erscheint verspätet: Arturo Toscanini persönlich gibt die Einsätze. "Ich folgte ihm, als ob mein Leben davon abhinge", erinnert sich der Pianist an die Probe. Nach einer Stunde macht der 70-jährige Maestro eine Pause, wendet sich an den jungen Unbekannten und sagt kurz und leise: "Bene." Das ist der Ritterschlag. Nie wird György Stern die knappe Bemerkung vergessen, sie lässt ihn durchhalten, als er, vor den Nazis in die Schweiz geflohen, acht Jahre warten muss, bis er endlich dirigieren darf. Dann wird er als Georg Solti zu einem der Größten.
Und zu einem jener fünf großen Dirigenten, die 1912 zur Welt gekommen sind. Das Schicksal hat sich den schier feuilletonistischen Spaß erlaubt, fast alle bedeutenden Vertreter einer Dirigentengeneration im selben Jahr auf die Welt zu schicken. Im Januar wird Günter Wand in Elberfeld geboren, im März Erich Leinsdorf in Wien, im Juli Sergiu Celibidache im rumänischen Iaszi, im September Kurt Sanderling im ostpreußischen Arys, im Oktober Georg Solti in Budapest – um nur die Big Five zu nennen. Die bloße Jahreszahl lässt sie zusammenrücken.
Soltis Begegnung mit Toscanini ist typisch für eine Generation europäischer Musiker , deren Vorbilder alle noch aus dem 19. Jahrhundert kommen. Mahler war ein Jahr zuvor gestorben , Debussy wurde 50, Strawinsky saß am Sacre. Die Kinder dieses Jahres verbinden uns mit einer Epoche, in der großartige Werke des Repertoires entstanden. Mit Mitte zwanzig, in blühendsten Jahren, geraten sie ins "Dritte Reich", in die Emigration, in den Zweiten Weltkrieg , bei Kriegsende sind sie noch so jung, dass sie bis ins späte 20. Jahrhundert prägend bleiben.
Noch jetzt – oder: aufs Neue – setzen sie Maßstäbe. Sicher nicht, weil es derzeit keine großen Dirigenten gäbe. Eher schon, weil der antiautoritäre Reflex gegenüber den Orchesterzuchtmeistern nachgelassen hat. Weil man sich für die musikalischen Linien interessiert, die vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart führen. Selbst der einst schier überpräsente Herbert von Karajan , nach seinem Tod lange Zeit seltsam beschwiegen, wird mittlerweile neu entdeckt. Doch die biografischen Brüche, die kreativen Schübe der 1912er erzählen mehr über das "Jahrhundert der Extreme", auch in ihrer unterschiedlichen Ästhetik.
Ganz weit oben begann Sergiu Celibidache: Der Sohn eines rumänischen Offiziers war 1936 nach Berlin gezogen, als viele der Besten schon von dort emigriert waren. Weil Wilhelm Furtwängler, den Alliierten politisch verdächtig, zeitweilig nicht die Berliner Philharmoniker dirigieren durfte und sein Stellvertreter Leo Borchard durch ein Missverständnis am Checkpoint Charlie erschossen wurde, sprang 1946 der junge Rumäne ein, der noch nie am Pult eines Orchesters gestanden hatte. Mitschnitte aus jenen Jahren lassen keinen Zweifel daran, dass hier einer fürs Dirigieren geboren war.
Erich Leinsdorf musste sich wie Solti und Sanderling als Jude vor den Nazis retten. Noch vor dem "Anschluss" verließ der Wiener Musikersohn seine Heimat gen New York, wo er, von Toscanini empfohlen, sogleich an der Met dirigierte. Georg Solti bekam seine Chance in München, wo die amerikanische Militärbehörde 1946 einen unbelasteten Mann für die Oper suchte. "Stinkend vor Talent", wie er sich beschreibt, legte Solti einen Steilstart hin. Kurt Sanderling, Kaufmannssohn wie Wand und Solti, floh 1935 aus Berlin nach Stalins Moskau, bis dahin hatte er nur als Korrepetitor gearbeitet. Sein Metier lernte er dann im sibirischen Exil der Leningrader Philharmoniker als Assistent von Jewgeni Mawrinsky – mithin vor einem der besten Orchester der Welt.
Alle drei Emigranten erreichten als Mittvierziger erste Gipfel, die nachzuhören sind. 1956 entstand Sanderlings heute legendäre Aufnahme der von Schwulst befreiten Vierten Sinfonie von Tschaikowsky, 1958 sprang Solti ein für eine Decca-Aufnahme von Wagners Rheingold mit den Wiener Philharmonikern. Neben dieser 24-Kanal-Aufnahme klingen andere Einspielungen jener Jahre wie mit dem Faustkeil ins Vinyl graviert. Der Rheingold- Erfolg führte zur ersten Gesamtaufnahme des Rings, deren Weltglanz und Schärfe bis heute unübertroffen sind. Leinsdorf landete keinen solchen Hit, aber er setzte in Mozarts Opern neue Maßstäbe inspirierter Präzision.
Und so sprechend und klar, wie er später als Chef des Boston Symphony Orchestra Mozarts Sinfonien realisiert, ist er der Revolution der historischen Aufführungspraktiker um 20 Jahre voraus. Dass man nicht einfach spielen kann, "was da steht", sondern die historischen Bedingungen des Komponisten ergründen sollte, schrieb Leinsdorf 1981 in seinem Buch Composer’s Advocate als Resümee der eigenen Arbeit, während andere über einen neuen Weg zur Klassik erst nachzudenken begannen.
Während Leinsdorf durch Neuauflagen seiner Aufnahmen aus dem Schatten tritt, scheint die Begeisterung für einen anderen Maestro etwas zu ermüden. Celibidache hatte nach dem frühen Triumph die bitterste Kränkung erlebt. Als es um Furtwänglers endgültige Nachfolge ging, entschieden sich die Berliner Philharmoniker für Herbert von Karajan. Das schlug eine Wunde, aus der nach langen Wanderjahren das Wunder seiner späten Jahre blühte: Von 1979 an machte Celibidache die Münchner Philharmoniker zum Weltklasseorchester mit Anton Bruckner als Hausheiligem.
Man muss den späten Celibidache live erlebt haben, um ihn zu verstehen – er, der Schallplatten als "tönende Pfannkuchen" ablehnte, sah das selbst so. Wer Filmmitschnitte sieht, begreift die Faszination eines Mannes, der durch suggestive Gestik und Mimik und schiere Präsenz die Musik selbst hervorzubringen scheint. Wer aber die Liveaufnahmen von Bruckners Siebter auf CD vergleicht, die Sergiu Celibidache und Günter Wand in ihren Achtzigern machten, versteht, warum "Celi" das Publikum spaltete. Einst brennend genau, lässt er im Alter alles fließen. Subkutan liquidiert er das Metrum, willkürlich verkürzt er Generalpausen und löst in verschmelzenden Übergängen die Architektur der Registerwechsel auf.
Gerade die führt bei Günter Wand und dem NDR-Sinfonieorchester zu Momenten der Größe – wenn etwa ein neuer Klang an den alten punktgenau andockt – unheimlich, berührend. Wand ist nie suggestiv. Eher wird etwas enthüllt, als dass es entstünde, die spirituelle Dimension darin hat etwas Aufgeklärtes. Und die Demut entspricht der Geduld des Dirigenten, der seinen Durchbruch zur internationalen Größe erst erlebte, nachdem er 35 Jahre lang treu der Stadt Köln und ihren Orchestern gedient hatte und dann aufs Altenteil gedrängt wurde. Da startete er einen Bruckner-Zyklus, wurde mit 70 Jahren an die Spitze des NDR-Orchesters gerufen und in den verbleibenden 20 Jahren seines Lebens zum Gegenpol des schamanischen Celibidache.
Parallel dazu begann der späte internationale Ruhm des Kurt Sanderling, der 2011 als letzter der Titanen starb . Wenn er Schostakowitschs fünfzehnte Sinfonie aufführte, leicht vorgeneigt, den großen Kopf mählich wendend, knappe, ruhige Gesten, erlebte man die Erzeugung von Bewusstsein. Im Finale begab sich Schostakowitsch gleichsam auf einen Aussichtsplatz im Kosmos, während Sanderling hören ließ, was man von da sieht. "Die Welt, wie sie ist, nicht, wie sie sein sollte", dieses Wort Sanderlings über Musik von Sibelius beschreibt auch das Horizonterweiternde seiner Kunst.
1960 war Sanderling in die DDR gezogen, um das Berliner Sinfonieorchester zur Antwort auf Karajans Philharmoniker zu machen, während Solti ab 1969 sein Chicago Symphony Orchestra zur Perfektion trieb. Wie die beiden Mahlers Neunte realisierten, Sanderling 1978, Solti 1981, das ermöglicht einen der spannendsten Vergleiche. Im ersten Satz hat man den Eindruck, die Welt einmal bei Nacht und einmal bei Tag zu sehen. Sanderlings Mahler ist zerfetzt und todesnah. Disparates bleibt getrennt, Melodien sind so einsam wie verlassene Kinder. Solti bietet diesen Kindern ein Zuhause, eine Geborgenheit ist ahnbar, keine verharmlosende, sondern die einer fantastisch gut gebauten Partitur.
Hinter seiner Präzision leuchtet die Zuversicht, deren Verlust Sanderling mit brennendem Herzen nachweist. Beides ist wahr. Es ist die Verbindlichkeit, die die 1912er für uns wichtig bleiben lässt. Sie verbanden die Musik mit ihrem Leben, mit den Linien, Visionen, Katastrophen und der Kindheit jenes Jahrhunderts, aus dem unseres immer noch hervorgeht. Autoritäten, von denen wir gern ein "bene" hören würden. Aber 500 lieferbare Aufnahmen helfen ja auch.

https://www.zeit.de/2012/30/Dirigenten/

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 742

Heute, 13:11

21. Oktober 2018, Fortsetzung:

Virginia Zeani,
rumänische Sopranistin, * 21. Oktober 1925 --- 93. Geburtstag (Sie ist besonders bekannt für die Rolle der Violetta in La Traviata von Giuseppe Verdi. Sie sang diese Rolle mehr als 600mal.



Herzlichen Glückwunsch!

Willi :)

Ludwig Vanoni, deutscher Tenor, * 21. 10. 1876 - + 7. 11. 1972 --- 141. Geburtstag


Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 743

Heute, 13:26

21. Oktober 2018, Fortsetzung:

Organisten:


Jean-Marie Berveiller,
französischer Organist und Komponist, * 1904 - + 21. 10. 1976 --- 42. Todestag



Im letzten Beitrag haben wir noch eine besondere Erinnerung:

René Saorgin, * 21. 10. 1928 - + 24. 12. 2015, war ein französischer Organist:



Saorgin studierte am Konservatorium von Nizza bei Maurice Duruflé. Von 1951 bis 1954 war er Organist an Saint-Pierre de Montmartre, seit 1954 an Saint-Jean-Baptiste. Im gleichen Jahr wurde er Orgellehrer am Konservatorium von Nizza. Er war Lehrer von Henri-Claude Fantapié, Scott Ross und Philippe Mabboux. Von 1969 bis 1971 war er Direktor des Konservatoriums von Ajaccio.
Saorgin widmete sich besonders der Pflege der italienischen Orgelmusik und veröffentlichte über die historischen Orgeln im Raum Nizza. An Orgeln in Bastia und Brescia spielte er Werke von Girolamo Frescobaldi ein. Als mustergültig wird seine zwischen 1966 und 1973 entstandene Einspielung des Gesamtwerkes für Orgel von Dieterich Buxtehude angesehen. 1974 spielte er auf der Orgel von Malaucène die weitgehend vergessenen Toccaten von Georg Muffat ein.


Heute wäre er 90 Jahre alt geworden.


Liebe Grüße

Willi :)

https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Saorgin
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 4 262

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

8 744

Heute, 13:31

Hallo, lieber William, ich kann weder meinen Beitrag zum Tode von Hildegard Hillebrecht (7.10.) noch einen von dir finden. Wenn du das noch nachholst, können meine Beiträge gelöscht werden.
"Ich bin ein Anhänger der Todesstrafe, aber köpfen kann ich darum doch keinen."
Erst durch Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann." (Wilhelm Raabe)

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich
  • »William B.A.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 365

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8 745

Heute, 14:22

Lieber Dottore,

in diesem Thread werden nur Beiträge zur Erinnerung an einen Todestag bzw. einen Geburtstag veröffentlicht, und Beitzräge zum aktuellen Tode einer Musikerin oder eines Musikers erscheinen in dem Thread "RIP - Verstorbene aus dem Kultraleben", wie Stimmenliebhaber ganz richtig im Beitrag 8737 geschrieben hat.
Ich hatte Hildegard Hillebrecht bisher gar nicht in meinen Daten, weil es über sie keinen deutschen Wikipedia-Artikel gibt. Und obwohl ich sie von Namen kenne und auch auf mindestens einer Aufnahme habe, ist es mir nicht aufgefallen. Dies habe ich nun jedoch nachgeholt und die entsprechenden Beiträge in meinen Verzeichnissen an dien entsprechendedn Daten platziert. Ich werden mich also am 26. November zu ihrem 91. Geburtstag hier melden und am 7. Oktober 2019 zu ihrem 1. Todestag.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 4 262

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

8 746

Heute, 18:31

Vielen Dank für die Auskunft; ich wusste das nicht, werde aber in den anderen thread regelmäßig hineinsehen.
Ich habe nichts dagegen, wenn meine Beiträge hier gelöscht werden, weil sie nicht hierhin gehören!
"Ich bin ein Anhänger der Todesstrafe, aber köpfen kann ich darum doch keinen."
Erst durch Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann." (Wilhelm Raabe)

Zurzeit sind neben Ihnen 10 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

10 Besucher