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Joseph II.

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Registrierungsdatum: 29. März 2005

1

Donnerstag, 23. August 2018, 14:29

Carl Nielsen: Symphonie Nr. 4 op. 29 "Das Unauslöschliche"

Zur Symphonik des dänischen Komponisten Carl Nielsen (1865-1931) gibt es bislang nur einen allgemeinen Thread. Seine wohl bekannteste und m. E. auch bedeutendste Symphonie, die Vierte, sollte einen eigenen bekommen.

Komponiert wurde die Symphonie Nr. 4 op. 29 "Das Unauslöschliche" (dän. "Det Uudslukkelige") zwischen 1914 und 1916, ist anders als die drei Vorgängerinnen daher auch von den Eindrücken des Ersten Weltkrieges geprägt, insgesamt deutlich harscher und dramatischer und in deutlich geringerem Maße lyrisch angehaucht. Gleichwohl schreckte Nielsen vor allzu großer Radikalität zurück, so dass man "Das Unauslöschliche" guten gewissens spätromantisch bezeichnen kann.

Orchestrierung: drei Flöten (eine Piccoloflöte), drei Oboen, drei Klarinetten, drei Fagotte (eines Kontrafagott), vier Hörner, drei Trompeten, drei Posaunen, Tuba, zwei Pauken und Streicher.

Der Aufbau des Werkes gestaltet sich klassisch mit vier Sätzen, doch gehen allen ohne Unterbrechung nahtlos ineinander über:

I. Allegro
II. Poco allegretto
III. Poco adagio quasi andante
IV. Allegro

Berühmt wurde die Vierte von Nielsen besonders wegen des Paukenduells im Finalsatz, welches eindeutig kriegerische Züge hat.

An Aufnahmen besteht kein Mangel. Kein Nielsen-Werk dürfte öfter eingespielt worden sein. Es gibt zahlreiche Einzelaufnahmen und viele (besonders neueren Datums) im Rahmen von Zyklen der sechs Symphonien.

Besonders empfehlenswerte Aufnahmen sind aus meiner Sicht u. a.:


Hallé Orchestra/Barbirolli (1959)


Chicago Symphony Orchestra/Martinon (1966)


New York Philharmonic/Bernstein (1973)


Dänisches Nationales Rundfunkorchester/Blomstedt (1974)


London Symphony Orchestra/Schmidt (1974)


Königliches Philharmonisches Orchester Stockholm/Oramo (2012)


Symphonieorchester des Königlich Dänischen Musikkonservatoriums/Schønwandt (2015)
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Accuphan

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Beiträge: 1 767

Registrierungsdatum: 7. Februar 2007

2

Donnerstag, 23. August 2018, 16:01

Tolles Stück, fürwahr!
Ich erlaube mir eine kleine Anmerkung: nicht "zwei Pauken", sondern "zwei Pauker". Die spielen mit jeweils zwei Pauken (ggf. sogar drei, weil die Spreizung der Tonhöhe recht groß ist).
Ich überlege gerade, ob dieser "Krieg der Pauken" möglicherweise zu schnell gespielt wird. Das Glissando der Pauken am Schluss der Passage ist von Nielsen mit einzelnen Tönen (in Achteln) ausgeschrieben. Ein völliger Irrsinn, wenn man die übliche Geschwindigkeit spielt...
Beste Grüße, Accuphan
"mit Bravour"

teleton

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Beiträge: 5 306

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

3

Sonntag, 26. August 2018, 11:26

Lieber Josef,

es ist schade, dass die Resonanz ( ;) bisher) auf den Thead und damit auf dieses "Hammerwerk" so gering ist.
Was die empfehlenswerten Aufnahmen angeht, kann ich Dir bei den ersten Drei voll zustimmen, denn die sind von einer unglaublichen Extase und einer Hochspannung geprägt, die in fast allen anderen Aufnahmen zu routiniert ausfällt.

Barbirolli (EMI) holt selbst aus dem nicht so perfekten Halle Orchestra alles heraus und spornt die Musiker bis an ihre möglichen Grenzen an ... die geben alles ...

Bernstein (CBS) spielt wie gewohnt seine Emotionen voll aus = grandiose Aufnahme; tolle Pauken.

Martinon (RCA) , man mag es kaum glauben, aber was er mit dem Chicago SO aus der Partititur herauszaubert, übertrifft alle mir bekannten Aufnahmen und geht auch vom Tempo ab wie die Post, was mir total entgegenkommt ... kurzum = :thumbsup: meine Lieblingsaufnahme der Sinfonie Nr.4 ( die Zweite ist auf der RCA-CD ebenfalls in einer der besten Aufnahmen des Werkes mit Morton Goulkd gekoppelt).


:!: Wer sich hier nur auf neuere Aufnahmen der Sinfonie Nr.4 konzentriert :hello: ;) , der hat eindeutig was verpasst !

Von den neueren Aufnahmen hat allerdings Paavo Järvi / Frankfurter RSO (RCA, 2013, DDD) auch eine megaspannende Aufnahme mit TOP-Klang und damt TOP-Hörspass vorgelegt.
Die GA der Nielsen-Sinfonien kann ich vollstens empfehlen ... aber bei der 4. reicht er nicht ganz an die 3 o.g Referenzwürdigen heran, aber das Finale mit den Pauken liefert er in Megaklasse:


RCA, 2009-2013, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang