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  • »Florian Voß« ist männlich
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Registrierungsdatum: 15. September 2009

31

Donnerstag, 5. November 2009, 16:55

Ich stelle mir die wandelnden Irren gerade bildlich vor, wie sie
schlotternd um den Dom schleichen, mit geölten, halblangen, am Kopf
klebenden Haaren... Oh je...


.

WolfgangZ

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  • »WolfgangZ« ist männlich

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Registrierungsdatum: 16. April 2007

32

Donnerstag, 5. November 2009, 17:12

Hallo, Johannes (Roehl)! Hallo, miteinander!

Romantik im engeren Sinne - eben nicht in dem Sinne, wie die Werbung das versteht und die Siebzehnjährigen usw. usf. - wird von Polarität geprägt, von Liebe und Leid, Sehnsucht eher als Erfüllung, Gebrochenheit und Doppelbödigkeit statt philiströser Gewissheit - da würde ich Dir gewiss nicht widersprechen. Haben wir schon einmal darüber diskutiert? Wahrscheinlich; ich weiß im Moment nur nicht, wo. Aber das könnte ich auch selbst heraussuchen.

Doch geht es in diesem Thread um den Erstzugang zu Schumann. Neben der "Rheinischen", die ich - schwer zu erklären, vielleicht biographisch bedingt - einfach nicht mehr mag (einst aber mochte wie auch die "Planeten" ... jetzt weiß ich auch, woran's liegt ... :D) ...

Also: Neben der "Rheinischen" ist doch gerade das Quintett über weite Strecken von optimistischer Schwärmerei erfüllt, die einen naiv-modernistischen Romantikbegriff am ehesten zulässt. Deswegen die Empfehlung für den Anfänger. Dies hindert mich ja nicht daran, auch die Doppelbödigkeit des Werks nach und nach für mich zu entdecken. Oder anders gesagt: Dies macht das Werk für mich dauerhaft interessanter als die dritte Sinfonie.

Vielleicht habe ich mich anfangs (siehe den Rheinländer) zu oberflächlich-salopp-ironisch ausgedrückt. In dieser Gefahr bin ich bisweilen zweifellos.

PS 1: Ich bin bei meinen obigen Kurzausführungen von einem musikalischen Anfänger ausgegangen. Wer sich Schumann nähert, obwohl er bereits Schubert (vgl. PS 2) kennt (oder halt überhaupt sehr viel Musik), wird vielleicht einen solchen Zugang gar nicht mehr benötigen oder einen anderen. Dann und gerade dann kann man über die Lieder oder über die Bläserduos mit Klavier oder über die Kreisleriana reden. Bei einem echten Anfänger meines Erachtens weniger.

PS 2: Schubert halte ich für den bei Weitem pessimistischeren Künstler.

:hello: Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist männlich

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33

Donnerstag, 5. November 2009, 17:12



Sind die Mahler-Orchestrierungen der Schumann-Symphonien eurer Meinung nach als Einstieg zu empfehlen?
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • »Johannes Roehl« ist männlich
  • »Johannes Roehl« ist der Autor dieses Themas

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34

Donnerstag, 5. November 2009, 17:23

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von Johannes Roehl
Eine Erklärung, warum z.B. Alfred Schumann eher distanziert gegenübersteht, könnte sein, daß er hier nicht umhin kann, diese Doppelgesichtigkeit wahrzunehmen, während ihm bei Schubert anscheinend gelingt, sie zu ignorieren.


Könnte natürlich (nicht nur bei Alf) auch daran liegen, daß Schumann niemals in Wien Fuß gefasst hat (was er womöglich auch niemals wollte). Schumann war m. W. nur zweimal, relativ kurz, in Wien: 1838/39 und 1846/47.


Immerhin trägt ein ziemlich gutes Werk sogar den Namen der Stadt im Titel.

Zitat


Wie sähe es um Schumann aus, hätte er sich seinerzeit in Wien niedergelassen und dort komponiert und konzertiert? Vermutlich wäre er heute doch weitaus präsenter und geschätzter...


Ich verstehe nicht so recht, inwiefern Schumann, außer vielleicht bei einigen Taministen :D , nicht präsent oder geschätzt sein soll. Das wollte ich hier eigentlich nicht alles nochmal wiederholen. Ungeachtet des seit Jahren bestehenden Bruckner/Mahler-Booms werden die Sinfonien ziemlich häufig gespielt und aufgenommen. Allein aus den letzten 10 Jahren gibt es drei oder vier Gesamtaufnahmen. Das Klavierkonzert und viele Klavierwerke sind ohnehin seit Jahrzehnten (vermutlich teils seit ihrem Entstehen) eherner Bestandteil des Kernrepertoires der Pianisten (was, wiederum contra Taminologie, die meisten Werke Haydns, Mozarts, Schuberts sehr lange nicht gewesen sind). Ähnliches gilt für die Lieder. Selbst wenn man manches für nicht angemessen gewürdigt halten mag, Geheimtips gibt es eher wenige.
Insgesamt scheint mir Schumann im Musikleben mit mehr Werken und überhaupt stärker vertreten als z.B. der diesjährige Jubilar Mendelssohn.

(Und gibt es irgendeinen Komponisten (außer von Walzern), der zwischen 1830 und 1860 seinen Lebensmittelpunkt in Wien hatte, nach dem heute noch ein Hahn kräht? Im mittleren Jahrhundertdrittel sieht es doch eher dürftig aus, oder?)

:hello:

JR

PS: @Wolfgang: Ich wollte die Empfehlung für das Quintett keineswegs in Zweifel ziehen, im Gegenteil. Nur die Begründung... aber egal, man soll es ja hören.

PPS: @Joseph: Ich habe nur mal eine 3. (Giulini) gehört, die wohl in der Mahlerbearbeitung gewesen sein soll. Als Anfänger würde ich mir erstmal die üblichen Fassungen anhören (wobei ich zweifle, daß man Unterschiede außer im A-B-Vergleich hört, wenn man die Werke nicht sehr gut kennt).
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Frank1970

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35

Donnerstag, 5. November 2009, 17:28

Hallo zusammen,
Hallo Luis,

Zitat

Original von Luis.KeucoNachdem ich Schumann sehr schätze und viele Werke kenne, kann ich ex post sagen, womit ich NICHT angefangen hätte: Mit den Violinsonaten, dem Cello- und Violinkonzert, den Kammermusikwerken und den weniger bekannten Liedern, Duetten usw., Chormusik, Kirchenmusik.


Wieso nicht mit den Kammermusikwerken? Wie du selbst schreibst, ist der Zugang für jeden ein Stück weit individuell. Wer also Kammermusik sehr schätzt, findet doch bestimmt auch bei Schumann Werke, die begeistern können. Selbst kenne ich seine Kammermusikwerke noch nicht sehr gut. Aber Wolfgang hat ja nun schon reichlich Werbung für für das Klavierquintett op. 44 gemacht, welches ich noch nicht kenne. Und wie es der Zufall so will, habe ich erst vor drei Tagen zum ersten mal das Klavierquartett op. 47 gehört - in einer wunderbaren Aufnahme aus der CD-Box "Martha Argerich & Friends - Live from Lugano Festival 2006".

Als kleine Anekdote dazu, muss ich gestehen, dass ich mich auf der CD-Rückseite verlesen hatte und ein mir unbekanntes Mendelssohn Klavierquartett erwartete. Erst im dritten Satz (Andante Cantabile) begann ich mich dann stärker zu wundern, angesichts der Ausdruckstiefe, die der vermeintlich ja eher locker, beschwingte Mendelssohn hier offenbarte. Aber bis zum Schluss hielt ich es für glaubhaft, hier ein neues Mendelssohn-Meisterwerk entdeckt zu haben. Nun - als ich noch mal nachlas, musste ich mich dann auf "Schumann-Meisterwerk" umstellen! ;)

Mein persönlicher Zugang zu Schumann, fand übrigens ganz klassisch über das Klavierkonzert statt. Auf meiner (empfehlenswerten!) CD mit Lupu und Previn, liebte und hörte ich es schon bald mehr, als das dazu gekoppelte von Grieg.

Da ich den Zugang zu neuen Komponisten am ehesten über Klavier-Solomusik finde, kaufte ich mir schon bald eine CD mit Klavierwerken (u.a. Davidsbündlertänze) von einem meiner Lieblingspianisten: Andras Schiff. Die aber hörte ich nur ein mal - ohne, dass es mich gepackt hätte.

Dafür erwischte es mich dann nur kurz später bei den Liedern. Die Interpretationen von Nathalie Stutzman und Inger Södergren begeisterten mich sehr. Besonders die Dichterliebe und die Kerner-Leider hörte ich rauf und runter.

Die Symphonien konnten mich bisher nicht so fesseln. Auch ein Wechsel von Karajan zu Gardiner, änderte da nicht so viel. Am besten gefallen mir noch die dritte und die vierte. Gerade die dritte mit ihrem Ohrwurmthema könnte aber schon ein Einstieg sein. Obwohl hier schon mehrfach lobend erwähnt, mag ich die erste persönlich nicht so (oder habe den Zugang dazu noch nicht gefunden).

Dann hörte ich viele Jahre praktisch gar keinen Schumann (von Ende der 90er bis etwa 2005). Aus einer Laune heraus griff ich dann irgendwann 2005 zu der oben schon genannten Klavier-CD mit Andras Schiff und war restlos begeistert. Gerade beim Hören der Davidsbündlertänze erlebt ich wahre Rauschzustände (ganz ohne weiteren Drogeneinfluss! ;)). Dies resultierte in einem wahren Boom von Schumann-Klaviermusik, den ich mir kaufte und anhörte (zusätzlich noch eine komplette Konzertreihe mit Schumann-Klaviermusik in Leverkusen). Dies ist auch aktuell bei mir noch Thema - gerade warte ich auf eine Schumann-Box von Wilhelm Kempff, um auch diese Klassiker unter den Aufnahmen kennenzulernen.

Viele Grüße
Frank
From harmony, from heavenly harmony
this universal frame began.

WolfgangZ

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Registrierungsdatum: 16. April 2007

36

Donnerstag, 5. November 2009, 18:47

Ich hab meinerseits lange gebraucht, bis mich die Klaviermusik (bis auf das Konzert - natürlich) von Schumann interessiert hat. Vielleicht deswegen, weil man Weniges selbst mehr oder minder klimpern kann (wie das "Album für die Jugend", die leichteren "Kinderszenen" oder die "Papillons") und von daher unterschätzt. Vieles (für den Laien hochgradig Unspielbare) hingegen verlangt auch genaues Hinhören, sich Einfinden in eine keineswegs sonderlich gefällige und durchaus komplexe Klangsprache einschließlich eines außermusikalischen Literaturbezugs, der meines Erachtens Reife voraussetzt, vielleicht sogar eine gewisse Belesenheit. Aber wie viele Jugendliche lesen schon mit Vergnügen und Verständnis E.T.A. Hoffmann? Auch wenn es an der Schule immer wieder mit dem "Sandmann" oder dem "Fräulein von Scuderi" versucht wird.

@ Frank: Unbedingt op. 44 zulegen! :yes:! Es spricht mich noch stärker an als op. 47, was aber Geschmackssache sein mag.

:) Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

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Registrierungsdatum: 11. August 2004

37

Donnerstag, 5. November 2009, 19:09

Zitat

Original von Joseph II.


Sind die Mahler-Orchestrierungen der Schumann-Symphonien eurer Meinung nach als Einstieg zu empfehlen?


Von mir ein klares nein, denn wenn man sich einem Komponisten nähern will, dann im "Original" und nicht in der "Bearbeitung".

Schumann haftete über Jahrzehnte/-hunderte der "Makel" an, er hätte nichts von Orchestrierung "verstanden".

Mahlers Revisionen greifen in die Dynamik ein, verdoppeln Violinen oder Blechbläser, ändern Orchesterstimmen etc. Mögen die Änderungen auch in guter Absicht geschehen sein, ist das kein "Original-Schumann". Niemand käme auf die Idee, sich Beethoven in den Bearbeitungen von Mahler zu nähern. Gleiches Recht sollte auch Schumann gebühren.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Ulli

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

38

Freitag, 6. November 2009, 12:50

Zitat

Original von WolfgangZ

Zitat

Original von Ulli

Während ich mich z.B. bei Schubert in der Winterreise suhlen kann (je nach Situation natürlich, nicht vom Fleck weg) oder auch in Mahlers 9. und 10. Sinfonie, so gelingt mir das bei Schumann überhaupt nicht. Es stößt mich eher ab, bis auf die 4 genannten CDs natürlich. Ich kann das nicht gut beschreiben.


"Gut" beschreiben kann ich es auch nicht, und "abstoßen" wäre nun wirklich übertrieben.


Ja, für mich eben nicht. Ich empfinde Schubert da einfach als 'gefühlsechter' als Schumann (wobei dies natürlich rein subjektives Empfinden ist und nichts über die Qualität Schumannscher Werke aussagt).

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Luis.Keuco« ist männlich

Beiträge: 429

Registrierungsdatum: 16. Juni 2009

39

Freitag, 6. November 2009, 15:28

@Joseph II:

Schließe mich Norbert an. Mahler macht aus Schumann eben einen Mahler-Schumann. Es gibt zB von Schumann eine Bearbeitung der 3. Cello-Suite für Klavier und Cello. Das ist auch nicht mehr Bach, sondern - neudeutsch - eine Coverversion nach dem damals modernen Musikgeschmack. Dabei geht es nicht um die Musik an sich und ihre Schönheit, sondern um the real thing. Und Mahlers Schumann ist nicht Schumann.

@Frank 1970:

Du hast ja auch mit dem eingängigen Klavierkonzert angefangen.
Ich will niemandem von der Kammermusik Schumanns abraten, ganz im Gegenteil. Ich finde sie aber für den Zugang zu Schumann als schwierig, weil eben bei vielen eine gewisse Unsicherheit im Hinblick auf Schumann besteht. Schumanns Kammermusik ist komplex und vielschichtig und eröffnet sich über die Klaviermusik. Man würde vermutlich auch nicht Haydns letzte Streichquartette oder Schuberts späte Klaviersonaten zum jeweiligen Einstieg empfehlen.

Die Aussage über Mendelssohn und Schumann zeigt auch wieder gewisse "Vorurteile", ohne das böse zu meinen. Mendelssohns Streichqu. f-moll, geschrieben nach dem Tod seiner Schwester Fanny, gehört zum Melancholischsten, was die Kammermusik zu bieten hat und hat nichts mit dem 1. Satz der Italienischen Sinfonie oder dem Sommernachtstraum zu tun. Man "unterstellt" Mendelssohn Leichtigkeit und Süffigkeit, böse auch Oberflächlichkeit, dabei seine tiefe Religiosität und seinen Einsatz für die Bach-Renaissance und die Romantik vergessend. Es ist ein bisschen wie bei Mozart, der immer die Kleine Nachtmusik und seltener Don Giovannis Ende ist.
Es gibt eine großartige CD mit dem Gewandhausquartett mit den 1. Streichqu. Mendelssohns und Schumanns, die einen hervorragenden Vergleich ermöglicht.
Zu Andras Schiff: Ich verstehe, was du meinst. Schiff spielt sehr weich und romantisch. Es kann einem das Zupackende fehlen. Aber das geht andererseits am romantischen Geist vorbei. Man muss "runter kommen", um Schiff zu hören, er galoppiert nicht vorwärts. Aber dann ist er sehr gut.

Die Box mit Kempff bestelle ich mir übrigens auch. Habe neulich die Schubert-Box gekauft und bin ganz begeistert...

Travinius

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40

Freitag, 6. November 2009, 15:47

Ich mag die Mahler-Schumann-Aufnahme sehr. Aber, wie meine Vorredner schon sagten, als etwas Eigenständiges, als 'Mahler-Schumann'.

Meine Ansicht: wenn man sich die Symphonien in der Originalfassung erarbeitet hat und sich für Mahler und seine Instrumentationen interessiert, ist das eine schöne Ergänzung. Ich möchte die CD nicht mehr missen, aber auch nicht als einzige Symphonie-Aufnahme besitzen.
LuciusTravinius Potellus

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

Jolanthe

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41

Samstag, 7. November 2009, 00:10

Abgesehen von dem a-Moll Klavierkonzert, das auch für mich der Einstieg zu Schumann war, würde ich jedem Liebhaber von Vokalmusik die Szenen aus Goethes Faust empfehlen, ein Werk, das mir von Anfang an sehr gut gefallen hat.

Melot1967

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42

Samstag, 7. November 2009, 08:42

Schön, in so kurzer Zeit so viele interessante Meinungen zu Schumann zu lesen! Schon relativ früh habe ich die Soloklavier-Werke, die Kammermusik und die Lieder geliebt - diese Musik hat mich von Anfang an bewegt, befriedigt und getröstet. Zu den Orchesterwerken habe ich aber nie so richtig Zugang gefunden. Die Sonate Nr. 1 fis-Moll, die "Symphonischen Etüden" und "Dichterliebe" gehören zu meinen Lieblingsstücken der Musik überhaupt.





Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

teleton

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43

Samstag, 7. November 2009, 10:21

RE: Kammermusik, Soloklavierwerke oder Orchesterwerke

Zitat

Zitat von Luis.Keuco:
Ich will niemandem von der Kammermusik Schumanns abraten, ganz im Gegenteil. Ich finde sie aber für den Zugang zu Schumann als schwierig, weil eben bei vielen eine gewisse Unsicherheit im Hinblick auf Schumann besteht. Schumanns Kammermusik ist komplex und vielschichtig und eröffnet sich über die Klaviermusik. Man würde vermutlich auch nicht Haydns letzte Streichquartette oder Schuberts späte Klaviersonaten zum jeweiligen Einstieg empfehlen.


Das gleiche Empfinden habe ich auch.
Es scheint ohnehin bei vielen so zu sein, die bei Schumann die Kammermusik zuerst schätzten, dann mit den Orchesterwerken ihre Schwierigkeiten haben.

Die Soloklavierwerke sind da schon wesentlich zugänglicher. (Obwohl ich da auch meine Schwierigkeiten hatte, was darauf zurückzuführen ist, dass mein damaliger Klavierlehrer mir leichte Schumann - Klavierstücke aufgab (ich fands total schwer und ätzend....)).. da hatte ich zunächst mal mit Schumann abgeschlossen.
Aber seine Orchesterwerke lagen mir von Anfang an. Mein Einstieg waren die Karajan-Aufnahmen auf DG-LP, die ich auch heute nach wie vor hoch schätze.


Für Johannes Roehl als Einstiegsempfehlung (an Merlot anlehnend) in die Richtung Soloklavierwerke empfehle ich ihm dazu drei Werke (die Orchesterwerke liegen ihm ja ohnehin schon):
Fantasie C-Dur op.17 (ca.35 Minuten)
Carneval op.9 (ca.33 Minuten)
Kreisleriana op.16 (ca. 34 Minuten)

Ich habe diese Werke mit Jewgenij Kissin (RCA) und Annerose Schmidt (Berlin classics) --- Beide sind gut. Ich könnte keinem der Beiden einen Vorzug einräumen.




Zu JosephII´s Frage zu der Mahler-Schumann-Sinfonien-Ausgabe möchte ich auf den Schumann-Sinfonien-Thread hinweisen.
Dort hatte ich meine Ablehnung gegen diese Verstümmlung seiner Sinfonien schon kundgetan. Mahler hat übrigens mehr gestrichen , als hinzugefügt. Für den Einstieg wäre diese Aufnahme tödlich, da der Hörer wegen der Vorprägung eine gute Originalaufnahmen gar nicht mehr richtig einschätzen könnte.
Ich kann dazu nur nochmal sagen: Die Chailly-Interpretation ist gut und ich wünschte er hätte diese Aufnahme mit dem herporragenden Gewandhausorchester Leipzig mit den Schumann-Originalpartituren vorgenommen - dann wäre es eine große GA geworden.
Ich habe diese Decca-Aufnahme lange wieder verkauft (aber trotzdem noch als CD-R zurückbehalten ....)
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Gerald

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Registrierungsdatum: 6. Juli 2007

44

Samstag, 7. November 2009, 11:51

Unbedingt empfehlen kann ich folgende Einspielungen. Schumanns Werke für Oboe gehören wohl zu seinen intimsten und geschlossensten, in ihrer Form vollendeten Stücken. Die zusätzlichen Klangfarben der Oboe haben mich dann auch mehr gefesselt als reiner Klavierklang. Und mit Holligers Spiel wurde diese CD zwischendurch meine meistgehörte...



Fantastisch in seinen kraftvollen Themen und dem grandiosen Trauermarsch (Hoffmann lässt grüßen) ist das Klavierquintett op. 44, für mich das stärkste Kammermusikwerk Schumanns. Folgende Einspielung ist uneingeschränkt zu empfehlen:



Und Schumann "mal anders":

Besonders reizend und ein besonders Besipiel, wie romantischer Kontrapunkt klingen kann sind die wenig bekannten "Studien für Pedalflügel in Kanonform" op. 56 (Höhepunkt: Nr. 5 - ein huschendes Scherzo), impressionistisch angehaucht "Der Vogel als Prophet" aus den Waldszenen op. 82. Beides zu finden auf dieser tollen Doppel-CD:



Liebe Grüße,
Gerald
"Das Höchste in der Kunst - vor Gott besagt's nicht viel.
Hat doch die Welt zuletzt nur ein moralisch Ziel."
(Hans Pfitzner)

Wolfram

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45

Samstag, 7. November 2009, 19:30

Schumann - wo beginnen? Vielleicht ganz konventionell:

- Sinfonie Nr. 3, vielleicht mit Karajan, Bernstein, Giulini oder Gardiner. Alternativ die 4. mit Furtwängler oder Karajan oder die 1. mit Bernstein (Wiener Philharmoniker)
- Klavierkonzert, Lipatti/Karajan, Fleisher/Szell oder Argerich/Harnoncourt
- Klavierquintett, schon genannt mit Andnes + Artemis Quartet
- Kinderszenen op. 15, z. B. Horowitz, Argerich oder Kempff
- Dichterliebe op. 48, z. B. Wunderlich/Giesen (Live Salzburg oder Studio) oder FiDi/Eschenbach

Für Entdecker: Gerne die Violinsonaten in der fantastischen Aufnahme mit Carolin Widmann (ECM) oder die beiden weltlichen Oratorien (Der Rose Pilgerfahrt/Das Paradies und die Peri). Das Schumannsche a-cappella-Chorwerk finde ich auch sehr reizvoll, preiswert bei Brilliant (Gesamtaufnahme).
Viele Grüße, Wolfram

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46

Sonntag, 8. November 2009, 10:50

RE: Kammermusik, Soloklavierwerke oder Orchesterwerke

Zitat

Original von teleton

Für Johannes Roehl als Einstiegsempfehlung (an Merlot anlehnend) in die Richtung Soloklavierwerke empfehle ich ihm dazu drei Werke (die Orchesterwerke liegen ihm ja ohnehin schon):
Fantasie C-Dur op.17 (ca.35 Minuten)
Carneval op.9 (ca.33 Minuten)
Kreisleriana op.16 (ca. 34 Minuten)


Das ist ein Mißverständnis. Ich selbst benötige keineswegs Einstiegsempfehlungen für die Klavierwerke. ;) Ich fand sie schwierig, als ich mich vor Jahren zum erstenmal näher mit ihnen befaßt habe. Inzwischen kenne ich jedenfalls die bekanntesten in vielfachen Interpretationen und schätze sie sehr. (Dazu vielleicht später nochmal mehr.)

In der Kammermusik halte ich wie viele Vorredner das Klavierquintett für besonders eingängig und für leichter zugänglich als viele Kammermusikwerke von Beethoven oder Haydn. Ebenso aber auch das Klavierquartett, das m.E. zu Unrecht im Schatten des vielleicht äußerlich brillanteren Quintetts steht. Den Rest würde ich als Anfänger erstmal zurückstellen.

:hello:

JR
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47

Mittwoch, 11. November 2009, 19:52

Gerade trudelte eine neue Schumann-Box herein:



und je mehr ich
hineinhöre, um so mehr denke ich, dass die ein guter Einstieg in das
Werk Schumanns sein könnte: sie ist äußerst preisgünstig, sie deckt alle
Genres ab - Symphonien, Klavierwerke, Kammermusik, Oper, Kunstlied -
zudem in großartigen Aufnahmen - Gieseking, Haskil, FiDi etc --- aber,
und das könnte für einige ein Problem sein, aus dem Zeitraum vor
1958. Wer damit kein Problem hat: kaufen... empfiehlt Florian

.

Frank Georg Bechyna

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48

Donnerstag, 12. November 2009, 12:13

Schumann - Interpretationen

Lieber Florian :

danke für diesen Hinweis . es wäre gut , wen wir Herausgeber und ggf. Best.-Nr. erfahren könnten .

Walter Giesekings Interpretationen der Werke von Schumann für Klavier solo hatte ich an nicht mehr zugänglicher Stlle als doch sehr enttäuschend besprochen .

Fischer - Dieskaus Schumann ist fast übermaniriert . "FiDi" hat sich in der ihm eigenen grenzenlosen Bescheidenheit einmal als den einzigen richtigen Interpreten bezeichnet . Da gibt es bei Schumann weit bessere Interpretationen .

Clara Haskil verdanken wir eine wundervolle Wiedergabe der "Abegg-Variationen" , Opus 1, und eine nicht unumstrittene Wiedergabe der mit gefallenden "Kinderszenen" Opus 15 .

Viele Grüsse ,


Frank
Frank Georg Bechyna
Musik & Medizin

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Registrierungsdatum: 15. September 2009

49

Freitag, 13. November 2009, 15:00

Lieber Frank,

ich weiß, Fischer-Diskau ist maniriert, hat ein wenig zu viel Schmelz in der Stimme,
zugleich läßt sein Timbre an Winter denken (schlechte Metapher) - aber die Stimme
hört sich einfach "richtig" an bei allen Schumann (wie auch Schubert)-Liedern, wie
ich finde. Ich habe einige andere Sänger gehört, und finde FiDi am beglückensten.
Z.B. die hochgelobte Brigitte Faßbender scheint mir mehr als fehlbesetzt bei Schubert.


Die Aufnahmen der Kinderszenen von Haskil sind mir etwas zu breit angelegt,
wenn nicht sogar stellenweise etwas breiig. Die Waldszenen - ebenfalls in der Box
enthalten - kommen mir schön gespielt vor, schlagen aber nicht die Interpretationen
von Demus und Katsaris.


Die Box gibt es bei JPC, erschienen ist sie bei Membran/TIM. Die Überspielungen
sind recht gut (alles in allem wenig bearbeitet), was bei der Firma ja keine
Selbstverständlichkeit ist, um es vorsichtig auszudrücken.


Grüße florian

.

Frank Georg Bechyna

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Registrierungsdatum: 18. April 2005

50

Freitag, 13. November 2009, 15:25

Cyprien Katsaris und Schumann

Lieber Florian ,

danke , dass Du CPRIEN KATSARIS mit seinem Schumann erwähnst .

Leider sind seine frühen Aufnahmen aus Frankreich ( u. a. vom Echternach Festival ) praktisch kaum zu bekommen .

Es lohnt sich meiner Meinung nach sehr , Katsaris näher als Interpreten kennenzulernen .

Danke auch für die Bezugsquelle .

Grüsse ,


Frank
Frank Georg Bechyna
Musik & Medizin

William B.A.

Erleuchteter

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Beiträge: 17 621

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

51

Mittwoch, 29. Juli 2015, 00:07

Es ist manchmal vertrackt mit den Threads. Wo soll man seine Erinnerungen einstellen, wie z. B. heute zu Schumanns Todestag? Da war die Frage der Auswahl einger geeigneten Aufnahmen schon einfacher. Zu seinem heutigen Todestag habe ich die gleiche Aufnahme ausgewählt, die ich aus meiner Sammlung für das Geburtstagskind Peter Schreier ausgesucht habe:



Heute ist Robert Schumanns 159. Todestag.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Damiro

Profi

  • »Damiro« ist männlich

Beiträge: 320

Registrierungsdatum: 13. Dezember 2017

52

Mittwoch, 22. August 2018, 13:48

"Dacapo" - alle paar Jahre.

Die Frage "Schumann - wo beginnen ?

also unseren Threadtitel, habe ich mindestens 40 Schumann- Aufrufe lang, eher öfter, ignoriert, bis ich sie heute mal versucht habe zu beantworten. Dabei hat sich mir die fiktive Sicht eines Aussenstehenden, z.B. jungen Musikfreundes und -freundin förmlich aufgedrängt. Nämlich die, einfach einmal mit dem Hören bestimmter Werke zu beginnen, anhand von drei Empfehlungen und dergestalt die Diskussionen im Thread wiederzubeleben, um dann diesen und andere Threads weiter durchzuschmökern (meine drei Empfehlungen sind gerne austauschbar; es geht ja darum, die Funktion dieses Threads zu retten und ihm neues Leben einzuhauchen)
Bzgl. der Empfehlungen kann man mit preisgünstigen Käufen beginnen nach Aufruf von JCP und Amazon (hier auch: der Gebrauchtmarkt, der bei weniger als 1 € pro CD beginnt). Oder kaufen nach dem Aufnahmedatum oder Cover oder...
Also diese Empfehlung gilt so lange -- bis die nächste kommt. :D

1. die Sinfonie Nr. 1 (abgekürzt S 1) "Frühlingssinfonie"
2. das Klavierquintett op. 44
3. den Carnaval op. 9

P.S.
was ich noch loswerden will:
die Kreisleriana halte ich nicht für eine gute Anfangsempfehlung ! 8-)


MlGDamiro :)

nemorino

Prägender Forenuser

  • »nemorino« ist männlich

Beiträge: 915

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2017

53

Mittwoch, 22. August 2018, 18:33



Lieber Damiro,

zunächst einmal ganz lieben Dank für Deinen Versuch der Wiederbelebung dieses Threads, der mir, ehrlich gesagt, bisher noch nie ins Auge gefallen ist, obwohl ich seit etlichen Jahren fast täglich bei TAMINO vorbeischaue und nun schon einige Monate Mitglied bin.

Mit dem oben gezeigten Büchlein bin ich als 16jähriger auf den Komponisten aufmerksam geworden. Es ist eine sehr engagiert und liebevoll geschriebene Schumann-Biographie, geschrieben von dem Franzosen André Boucourechliev, reich illustriert mit vielen Bildern und Notenbeispielen. Es ist gut lesbar und überfordert mit seinen 150 Seiten auch Leser nicht, denen nur wenig Freizeit zur Verfügung steht. Die Erstausgabe ist von 1958, d.h. daß sicher die eine oder andere Angabe inzwischen nicht mehr ganz aktuell ist. Beim großen Urwaldfluß ist das Taschenbuch für 1 Cent + Porto erhältlich!

Nun aber zu Schumanns Musik: Durch die Lektüre war mein Interesse geweckt, und da ich um 1960 nur über wenig Taschengeld verfügte, habe ich mir zunächst einmal folgende 25 cm-LP gekauft:



Walter Gieseking (Klavier), Aufnahme: ca. 1950.
Das war natürlich ein bescheidener Anfang, kurz darauf kam das Klavierkonzert hinzu, in dieser legendären Aufnahme (ebenfalls auf einer 25 cm-LP):

Dinu Lipatti (Klavier) und das Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Herbert von Karajan (Aufnahme: London, April 1948).

Natürlich gibt es heute weit besser klingende Aufnahmen, aber diese hier ist musikalisch noch immer traumhaft schön und beispielhaft. Als Einstieg sehr empfehlenswert; wer aber auf gutes Stereo Wert legt, dem sei eher diese empfohlen:

Géza Anda (Klavier) mit den Berliner Philharmonikern, Dirigent: Rafael Kubelik (Aufnahme: Berlin, Jesus-Christus-Kirche, September 1963).

Da zu dieser Zeit mein Hauptinteresse sinfonischer Musik galt, kaufte ich mir bald darauf noch folgende Aufnahme (damals auf einer 25 cm-LP):

Berliner Philharmoniker, Dirigent: Wilhelm Furtwängler (Aufnahme: Berlin, Jesus-Christus-Kirche, Mai 1953). Eine Aufnahme, die musikalisch bis heute unübertroffen ist (ich kenne jedenfalls keine bessere, obwohl ich von der Vierten mindestens ein Dutzend im Regal habe). Leider gab es damals noch kein Stereo, aber der Klang ist trotzdem erstaunlich gut.

Ich war hellauf begeistert, und wenig später kamen die übrigen drei Sinfonien hinzu, Nr. 2 & Nr. 3 mit Carl Schuricht und dem Conservatoire-Orchester Paris und die "Frühlingssinfonie" mit Ernest Ansermet und dem Orchestre de la Suisse Romande. Auch diese Aufnahmen sind alle auf CD erhältlich, doch aus klanglichen Gründen würde ich sie heute nicht als 1. Wahl empfehlen, eher eine preiswerte GA mit George Szell und dem Cleveland Orchestra (Sony/CBS) oder Wolfgang Sawallisch mit der Staatskapelle Dresden (EMI). Auch Bernstein ist hervorragend, sowohl mit den New Yorkern (Sony/CBS) als auch den Wiener Philharmonikern (DGG).

Bestens als Einstieg (wenn man lieber nicht gleich mit Orchesteraufnahmen beginnen möchte) sind auch der Carnaval op. 9, die Kinderszenen op. 15 oder die Papillons op. 2 geeignet. Und für Freunde des Liedes würde ich zunächst den Eichendorff-Liederkreis op. 39 vorschlagen.

Die wenigen jetzt genannten Werke haben mich süchtig nach Schumanns Musik gemacht. Wer sich einmal darauf einläßt, den wird sie wohl nie mehr loslassen. Mir ging es jedenfalls so.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

dr.pingel

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Mittwoch, 22. August 2018, 21:04

Der vierte Satz der Rheinischen (ein Klangbild über den Kölner Dom) ist in seiner Mischung von Bläsern und Streichern einer der schönsten sinfonischen Sätze, die je geschrieben wurden. Daneben empfehle ich auch die 4., aber nur unter Furtwängler.
Daneben gibt es wunderbare Chöre (gemischt-Frauen-Männer), die ich jetzt nicht einzeln aufzählen kann.
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)