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nemorino

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  • »nemorino« ist männlich

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Registrierungsdatum: 31. Dezember 2017

61

Mittwoch, 13. Juni 2018, 12:03

Nennt mir doch einen Sänger, der "Cielo e mar" mit solcher tenoralen Strahlkraft singen kann wie er !!! Ich lege schon Wert auf Schöngesang, aber ein Tenor muß vor Allem glänzen, nicht nur bei Ponchielli!

Lieber La Roche,

Deine Lanza-Begeisterung in Ehren, aber da fallen mir auf Anhieb zwei Sänger ein, die Mario Lanza mühelos vom Feld kicken:

und ganz sicher auch:
obwohl Franco Corelli nicht zu meinen Lieblingstenören zählt! Doch er ist gegen Lanza fast ein Traumsänger, und erst recht besitzt Jussi Björling die tenorale Strahlkraft, vereint mit einer Stimmkultur, die ihn praktisch zum schier idealen Enzo Grimaldo macht. Leider gibt es keine GA der La Gioconda mit ihm, aber auf dem Decca-Recital zeigt er, wie diese Partie gesungen werden soll, während Lanza m.E. nur demonstriert, wie sie gesungen werden kann.

Ich muß gestehen, daß ich noch nie zu den Verehrern des Sängers Lanza gehört habe. Meine erste Bekanntschaft mit seiner Stimme vermittelte eine 17 cm-EP, auf der er u.a. Schuberts berühmtes "Ave Maria" vortrug und dieses schlichte Gebet für eine Sopranstimme IMO schier in eine Kriegserklärung verwandelte und mich an den Nietzsche-Satz "Mit einer sehr lauten Stimme im Halse ist man fast außerstande, feine Sachen zu denken" erinnerte. Zweifellos hatte Lanza eine prachtvolle Naturstimme mit einem "klangsinnlichen Überrumpelungseffekt", aber wie grob ging er mit seinen Talenten um, von der mangelhaften Stimmtechnik ganz zu schweigen! Da ziehe ich aber sogar Carlo Bergonzi und Nicolai Gedda, wenn es um "Cielo e mar" geht (und nicht nur da), um Meilen vor, die zwar nicht über Lanzas Strahlkraft, dafür aber über eine Gesangskultur verfügten, von denen Lanza noch nicht einmal träumen konnte …… :no:

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. April 2010

62

Mittwoch, 13. Juni 2018, 12:56

Ich weiß nicht, was das soll? Es geht hier um die Erinnerung an diesen Sänger, damit er nicht in Vergessenheit gerät. Natürlich könnte ich noch dutzende andere oder "bessere" Tenöre aufzählen. Aber darum geht es hier nicht.
W.S.

nemorino

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  • »nemorino« ist männlich

Beiträge: 725

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2017

63

Mittwoch, 13. Juni 2018, 13:14

Nennt mir doch einen Sänger, der "Cielo e mar" mit solcher tenoralen Strahlkraft singen kann wie er !!!

Genau darum geht es hier, oder wie soll man diesen Satz von La Roche anders verstehen, lieber Wolfgang? Statt eines nenne ich gleich zwei Sänger, und dann fragst Du, was das soll? Ehrlich gesagt, da komme ich jetzt nicht ganz mit.

Gruß, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

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Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

64

Mittwoch, 13. Juni 2018, 13:42

Deine Lanza-Begeisterung in Ehren, aber da fallen mir auf Anhieb zwei Sänger ein, die Mario Lanza mühelos vom Feld kicken:

Lieber Nemorino,
mit keinem Ton habe ich gesagt, daß Mario Lanza der beste Tenor aller Zeiten wäre. Ich hatte die La Gioconda-Arie angeführt, in welcher Lanza derart strahlt, insbesondere bei den Schlußtönen, daß es mir schwerfällt, dazu einen ernsthaften Konkurrenten zu benennen. Und wie immer ist es der persönlichen Empfindung zuzuweisen, wem was besonders und wem was weniger gefällt!! Auch ich höre bei manchen seiner Arien auf der Platte nicht nur Glanz, sondern auch Töne, die eine "Gaumigkeit" haben, Töne, die gepreßt klingen, nicht frei. Aber eben nicht beim Enzo!

Übrigens möchte ich mich als ausgesprochener Corelli-Fan outen, dessen "a te o cara" für mich in der Spitzenliste aller Tenorarien ganz vorne steht, genau wie ich Björling sehr, sehr hoch einschätze und sein "che gelida manina" sogar unangefochten als Nummer 1 in dieser Arie benennen würde. Dabei weiß ich und akzeptiere, daß andere anders empfinden können (mir gefällt auch Gianni Raimondi, auch Big P). Ich habe von Lanza nur diese eine Platte, auch bei YT ist nicht die Vielfalt, die Corelli, Björling oder auch Monaco (für mich der beste Othello, ich beneide jeden, der diese Oper mit Monaco/Tebaldi live erlebt hat) präsent macht. Leider, denn mit 38 zu sterben, ohne richtig zeigen zu können was er wirklich kann, das ist tragisch, genau wie bei Wunderlich, Anders, Anheisser uva., die früh, viel zu früh von uns gegangen sind. Lanza hat es nicht verdient, vergessen zu werden. Und das mit der Strahlkraft bei "cielo e mar", das muß ja sogar nemorino zugeben. Aber wenn er richtig gelesen hat, dann wäre ihm sicher aufgefallen, daß nach meiner Meinung Strahlkraft bei einem Tenor eines der charakteristischen Merkmale ist und den Wiedererkennungswert fördert. Und jeder, der Stimmen erkennen möchte, der wird bei Lanza sofort fündig. Nochmals - schade, daß er aus seinem Riesentalent nicht mehr gemacht hat.
Hätte ich mich zu Mario Lanza geäußert - und ich hatte es erwogen, nahm aber aus einer gewissen Verschämtheit Abstand davon - es wäre genau das herausgekommen, was Du hier schreibst, lieber La Roche.
Lieber Helmut, danke für diesen Satz. Lanza gehört wohl für uns beide zu den Jugenderinnerungen, die entscheidend für unseren musikalischen passiven Lebenslauf waren. Das lassen wir uns nicht nehmen.
Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 039

Registrierungsdatum: 9. August 2004

65

Mittwoch, 13. Juni 2018, 14:04

Bei Wikipedia finden wir:

Zitat

Lanza galt dank seiner Hollywood-Filme in den 1950er-Jahren als der bekannteste Opernsänger der Welt.


Hier haben wir schon die Einschränkung:

"Dank seiner Hollywood Filme" So etwas ist natürlich gut für die Popularität,wird aber von der "Fachwelt" immer mit Skepsis, von den Kollegen mit Neid und von "Kennern" mit Ablehnung bestraft.
Die Launenhaftigkeit, der Alkoholismus und der Mangel an Ausbildung machte aus ihm für die Gegner ein "gefundesnes Fressen"
Und bevor seine Opernkarriere noch richtig begonnen hatte, war sie auch schon vorbei, Lanza sang (von Ausnahmen abgesehen) hauptsächlich "Schmachtfetztenrepertoire", was an sich keine Schande ist, denn kaum ein Tenor konnte sich diesem Genre entziehen. Bei Lanza ist es aber so, daß er vorzugsweisen mit diesem in erinnerung geblieben ist.
Dennoch - es gibt "ganz große" Opernsänger der Vergangenheit, deren Name heute weniger bekannt ist, als jene von Mario Lanza. Ei früger Tod fördert die Legendenbildung.....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 726

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

66

Mittwoch, 13. Juni 2018, 17:06


Bei Wikipedia finden wir:

Lanza galt dank seiner Hollywood-Filme in den 1950er-Jahren als der bekannteste Opernsänger der Welt.

Hier haben wir schon die Einschränkung:

"Dank seiner Hollywood Filme" So etwas ist natürlich gut für die Popularität,
mfg aus Wien
Alfred

So ist es. Auch ich kenne einige seiner Filme, die früher öfter mal im TV liefen. Und ich meine, er hatte schon eine bemerkenswerte Stimme.
Aber er war, wie es so schön heißt, "ein ungeschliffener Diamant" und hat sich für den schnellen Erfolg mit eben diesen Filmen vermarkten lassen.
Darunter litt natürlich eine echte Opernsängerkarriere, bzw. es kam ja nicht dazu. So weit ich weiß, hat er wohl nur ganz wenige Male auf einer Opernbühne gestanden.

Zitat

Hätte ich mich zu Mario Lanza geäußert - und ich hatte es erwogen, nahm aber aus einer gewissen Verschämtheit Abstand davon - es wäre genau das herausgekommen,
was Du hier schreibst, lieber La Roche.
Ich lernte ihn ihm Kino kennen,und war von der Art und Weise, wie er mit viel Pathos und einem geradezu strahlenden Tenor populäre italienische Arien sang, derart hingerissen,
dass ich - bitte nicht lachen- selber anfing, diese Musik zu schmettern, - im Wald allerdings, wohl wissend, dass man das keinem anderen Menschen
als Hörer zumuten kann.
Lieber Helmut,
kein Grund darüber zu lachen! Ich finde Dein persönliches Bekenntnis großartig, kann das absolut verstehen und habe mich, im positiven Sinne, darüber köstlich amüsiert.
Und möchte aus aktuellem Anlaß dazu etwas von mir ergänzen:
Gestern abend waren wir wieder zu einer beglückenden Theatervorstellung von "Rigoletto" in Liberec /Reichenberg.
Rigoletto ist ja eine meiner Lieblingsopern und die kenne ich natürlich in - und auswendig. Und voller Vorfreude habe ich über den Tag verteilt, immer mal das eine oder andere
Tenorstück daraus vor mich "hingesungen". Und als ich zum wiederholten mal bei "E il sol dell`anima..." war, meinte meine Frau - nun könntest Du aber langsam mal aufhören!
Darauf ich - singe, wem Gesang gegeben! Darauf sie - Dir ist aber keiner mehr gegeben! Womit sie ja wohl (im Gegensatz zu früheren Zeiten) nicht ganz Unrecht hat.

Und der wirkliche, echte Tenor gestern Abend, war dann auch tatsächlich wesentlich besser als ich.
Herzliche Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. April 2010

67

Mittwoch, 13. Juni 2018, 18:09

Zitat

Und der wirkliche, echte Tenor gestern Abend, war dann auch tatsächlich wesentlich besser als ich.

Kaum zu glauben! 8o
W.S.

nemorino

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  • »nemorino« ist männlich

Beiträge: 725

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2017

68

Mittwoch, 13. Juni 2018, 18:17

mit keinem Ton habe ich gesagt, daß Mario Lanza der beste Tenor aller Zeiten wäre.

Lieber La Roche,

das habe ich auch gar nicht so verstanden. "Bester Tenor (oder sonstwas) aller Zeiten" gibt es sowieso nicht, vor solchen Pauschalurteilen sollte man sich immer hüten.

Eigentlich hatte ich zum Lanza-Thread gar nichts sagen wollen, aber Deiner Aufforderung, Sänger zu nennen, die mit gleicher Strahlkraft wie Mario Lanza singen können, konnte ich nicht widerstehen. Da fielen mir ganz spontan Björling und Corelli ein, die IMO mindestens die gleiche Strahlkraft, aber bedeutend mehr Stilgefühl als Lanza haben. Dass Lanza eine glänzende Naturstimme hatte, wird niemand ernsthaft bestreiten wollen, aber man darf doch bedauern, dass er so wenig daraus gemacht hat. Mit Fleiß und Ausdauer hätte sicher ein guter Opernsänger aus ihm werden können. Aber diese Eigenschaften besaß er leider nur in sehr begrenztem Maße. Er ist wohl zu schnell bekannt und berühmt geworden, und das ist ihm nicht gut bekommen ….. Ein "ungeschliffener Diamant" ist wohl die treffende Bezeichnung für den früh verstorbenen Sänger.

schade, daß er aus seinem Riesentalent nicht mehr gemacht hat.
Genau so ist es! Wenn er nicht so sehr mit seinen Pfunden (damit ist nicht sein Körpergewicht gemeint :D ) gewuchert und vor allem mehr Selbstdisziplin gehabt hätte, würde die Nachwelt wahrscheinlich ganz anders von ihm sprechen. Doch das muß Spekulation bleiben.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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