Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich
  • »Rheingold1876« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 640

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

1

Montag, 2. April 2018, 20:29

Friedelind Wagner - streitbare Tochter


Das Foto zeigt Friedelind Wagner gemeinsam mit Hanne-Lore Kuhse in der Garderobe des Opernhaues von Philadelphia, der Academy of Music, vor einer Vorstellung von "Tristan und Isolde" 1967.

Friedelind Wagner war eine Tochter von Siegfried und Winifred Wagner und damit eine Urenkelin von Richard und Cosima Wagner. Sie wurde am 29. März 1918 in Bayreuth geboren und starb am 8. Mai 1991 in Herdecke (Nordrhein-Westfalen). Anlässlich ihres 100. Geburtstages, der weitgehend unbeachtet blieb, findet noch bis zum 27. Mai 2018 im Siegfried-Wagner-Haus, also in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wahnfried eine kleine Gedenkausstellung statt. Ihr Motto "Ich lasse mich nicht zermahlen!!!" greift ein Zitat aus einem Brief an ihre Tante Daniela Thode vom 6. November 1939 auf. Wie das Museum zur Ausstellung herausstellt, habe Friedelind von Jugend an das "schwarze Schaf" in der Familie gegeben und sei nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 im Alter von erst 21 Jahren ins entbehrungsreiche amerikanische Exil gegangen. "Es ist indessen schwer zu beurteilen, ob der endgültige Bruch mit Wahnfried vor allem politischen Überzeugungen entsprang oder in höherem Maße ihrer notorischen Daueropposition gegen die Mutter und ihrer Außenseiterrolle in der Familie", heißt es weiter im offiziellen Text zu der Ausstellung des Richard-Wagner-Museums. In jedem Fall sei Friedelind Wagner, die die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen habe, nach ihrer Rückkehr nach Bayreuth 1953 als "Verräterin" beschimpft worden. Ihr Erinnerungsbuch "Nacht über Bayreuth", das auch den Bruch mit der Familie thematisiert, bleibt lesenswert.


Von der Leitung der Festspiele blieb sie ausgesperrt. Eines ihrer größten Verdienste besteht darin, ihren Vater Siegfried als Komponist wieder stärker ins Gespräch gebracht zu haben. Ihr Mutter Winifred sah das mit großem Argwohn. In London organisierte sie viel beachtete konzertante Aufführungen der Opern "Der Friedensengel" und "Der Kobold", in denen auch die Berliner Sopranistin Hanne-Lore Kuhse mitwirkte.


Beider Frauen waren eng befreundet. Es fand sich, dass ich Friedelind in Berlin vorgestellt wurde. Ich empfand sie als außerordentlich charmant und freundlich. Die Ähnlichkeit mit dem Großvater war verblüffend. Zwei relativ neue Biographien sind nach wie vor auf dem Markt:
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."