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dr.pingel

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Donnerstag, 7. November 2013, 21:08

Tombeaux - musikalische Epitaphe: musikalische Grabmale

Angeregt wurde ich zu diesem Thema natürlich durch die Seite "Der Musiker Gräber". Dort werden reale, hier musikalische Grabmale beschrieben, die Musiker für ihre verstorbenen Kollegen geschrieben haben.
In der Alten Musik ist das berühmteste "Nymphes des bois - la déploration de Johannes Ockeghem" von Josquin, auf den Tod von Ockeghem (1497). Die Komposition verwendet zwei Texte gleichzeitig: ein Gedicht von Jean Molinet und den Text des Requiem als cantus firmus.



Auf den Tod von Josquin schrieben einige Komponisten Werke, die die King´s Singers 2012 zusammengestellt und veröffentlicht haben. Dies ist eine der schönsten CDs mit alter Musik, die ich habe, und diese Musik ist durchweg von Komponisten, von denen ich noch nie gehört hatte. Jetzt habe ich es, und zwar bestimmt schon 30 mal. Die Ausführung durch die King´s Singers ist makellos. Auf die Idee zu dieser CD bin ich hier durch das Forum gekommen, leider habe ich vergessen, wer diese Musik empfohlen hat, ich möchte ihm außerordentlich danken.

Ein Vergehen gegen den Stil der Bachschen Musik ist schon, dass wir sie mit Massenorchestern und Massenchören aufführen... Bachs Orchester begleitet den Chor nicht, sondern ist ihm gleichgestellt. Ein orchestrales Äquivalent zu einem Chor von 150 Stimmen gibt es nicht (Albert Schweitzer).

dr.pingel

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2

Donnerstag, 7. November 2013, 21:15

Heinrich Schütz Musikalische Exequien

In einem anderen Thema hier im Forum wird verwiesen auf "politische" Kantaten und Lobhudeleien. Diese Epoche beginnt aber erst ab 1750. Hier will ich zeigen, dass politische Kantaten die wunderbarste Musik hervorgebracht haben.
Schütz´ Landesherr Heinrich Posthumus Reuß hatte vor seinem Tode die Texte zusammengestellt, mit denen sein Sarg beschriftet werden sollte. Schütz komponierte dazu die Musik, die 1636 veröffentlicht wurde. Wir haben in meinem früheren Essener Vokalensemble dieses Werk oft gesungen ( es ist für Solisten, Doppelchor und Orgel); alle Solisten kamen aus dem Chor, sodass eine große Geschlossenheit erreicht wurde. Herreweghe macht es in seinen Aufnahmen ähnlich.

Ein Vergehen gegen den Stil der Bachschen Musik ist schon, dass wir sie mit Massenorchestern und Massenchören aufführen... Bachs Orchester begleitet den Chor nicht, sondern ist ihm gleichgestellt. Ein orchestrales Äquivalent zu einem Chor von 150 Stimmen gibt es nicht (Albert Schweitzer).

dr.pingel

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3

Donnerstag, 7. November 2013, 21:26

Johann Sebastian Bach Die Trauerode

Diese Kantate (Nr. 198) ist meine Lieblingskantate von Bach, und ich bin da nicht der einzige. Es ist der Epitaph von der Königin Christiane Eberhardine, der Frau von Friedrich August, dem König von Sachsen, der 1697 katholisch wurde, um die Krone von Polen anzunehmen. Seine Frau folgte ihm darin nicht, blieb protestantisch und trennte sich von ihm, ohne sich scheiden zu lassen. Sie war unglaublich beliebt in Sachsen, und die Trauer der Bevölkerung wird in dieser Kantate tatsächlich hörbar. Sie starb 1727.
Der Text ist von Picander und gilt als einer der besten, den Bach vertont hat.



Diese CD kenne ich nicht, aber meine Aufnahme, die mit John Eliot Gardiner und seinen Ensembles, ist wohl einzeln nicht zu haben.
Ein Vergehen gegen den Stil der Bachschen Musik ist schon, dass wir sie mit Massenorchestern und Massenchören aufführen... Bachs Orchester begleitet den Chor nicht, sondern ist ihm gleichgestellt. Ein orchestrales Äquivalent zu einem Chor von 150 Stimmen gibt es nicht (Albert Schweitzer).

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4

Donnerstag, 7. November 2013, 21:30

Telemann Der letzte Schwahnen-Gesang

Der Hamburger Bürgermeister Garlieb Sillem (1676 - 1732) hatte die Texte zu seiner Leichenfeier selbst gedichtet; Telemann hat sie vertont. Die vorliegende Aufnahme ist ausgezeichnet und sehr preiswert.

Ein Vergehen gegen den Stil der Bachschen Musik ist schon, dass wir sie mit Massenorchestern und Massenchören aufführen... Bachs Orchester begleitet den Chor nicht, sondern ist ihm gleichgestellt. Ein orchestrales Äquivalent zu einem Chor von 150 Stimmen gibt es nicht (Albert Schweitzer).

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5

Donnerstag, 7. November 2013, 21:33

Tombeaux von Francois Couperin und Ravel

Es gibt noch Tombeaux von Couperin auf Corelli und Lully, und in der Neuzeit ein Tombeau de Couperin von Ravel.
Da ich diese Werke nur dem Namen nach kenne, sollte vielleicht ein Kundigerer sie hier vorstellen.
Ein Vergehen gegen den Stil der Bachschen Musik ist schon, dass wir sie mit Massenorchestern und Massenchören aufführen... Bachs Orchester begleitet den Chor nicht, sondern ist ihm gleichgestellt. Ein orchestrales Äquivalent zu einem Chor von 150 Stimmen gibt es nicht (Albert Schweitzer).

JLang

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6

Freitag, 8. November 2013, 00:08

Zitat dr. pingel

Zitat

in der Neuzeit ein Tombeau de Couperin von Ravel.

Soweit ich es im Kopf habe, ist das keinem Kollegen gewidmet, sondern im Krieg gefallenen Freunden.

Mir fiele noch der Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung“ – Erinnerungen an Viktor Hartmann von Modest Mussorgski ein (entstanden 1874), der allerdings ebenfalls keinem Musiker gewidmet ist. Der Maler Hartmann war ein Freund Mussorgskis (verstorben 1873), der Zyklus erinnert an seine Gemälde bzw. Zeichnungen. Es ist allerdings noch für jedes der Stücke auch eine reale Bildvorlage zu ermitteln. Die Einspielung Jandós ist eine preiswerte und imO sehr gute Wahl.



Mit besten Grüßen
JLang
Gute Opern zu hören, versäume nie
(R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

zweiterbass

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7

Freitag, 8. November 2013, 00:26

Tombeau de Couperin von Ravel.

Lieber dr.pingel,

das habe ich bei der Bachwoche Ansbach gehört - Beitrag im Thread "Bachwoche Ansbach" in "Nebenthemen, Gestern im Konzert"

https://www.youtube.com/watch?v=lGvMvocR_Nc

Das ist zwar nicht Angela Hewitt, aber Alexandre Tharaud ist sehr, sehr, gut und als Franzose u. U. noch näher dran.

LG
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

JLang

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8

Freitag, 8. November 2013, 00:28

Um nicht ganz am Thema vorbeizuschreiben. Eingefallen ist mir, daß Bruckner einen Teil, exakter das Adagio seiner 7. Sinfonie als Trauermusik dem verstorbenen Richard Wagner widmete. Bruckner schrieb dazu brieflich:

"Vom Enthusiasmus über meine 7. Sinfonie in München werden wohl Fräulein Eva durch Herrn Baron von Wollzogen in Kenntniß
gesetzt worden sein. Nach der Walküre wurde mit den neuen vier Tuben der CBT und den Hörnern
im Dunkel des Hoftheaters dreimal die Trauermusik aus dem zweiten Satze meiner 7. Sinfonie, die
ich zum Andenken meines unerreichbaren Ideals unmittelbar in jener so bitteren Trauerzeit schrieb,
aufgeführt, und zwar zum Andenken an den Heißgeliebten, Unsterblichen Meister aller Meister!
Wie ergriffen waren wir Alle!"

Ich habe bisher nur eine Aufnahme der 7. Bruckners, die von Herbert Blomstedt mit dem Gewandhausorchester Leipzig.


Mit herzlichem Gruß
JLang
Gute Opern zu hören, versäume nie
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dr.pingel

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9

Freitag, 8. November 2013, 09:18

Arvo Pärt: Cantus in Memory of Benjamin Britten

Das ist ein wunderbares stilles Werk, ein ganz typischer Pärt.
Diese Aufnahme, die noch andere Werke von Pärt enthält, ist empfehlenswert.

Ein Vergehen gegen den Stil der Bachschen Musik ist schon, dass wir sie mit Massenorchestern und Massenchören aufführen... Bachs Orchester begleitet den Chor nicht, sondern ist ihm gleichgestellt. Ein orchestrales Äquivalent zu einem Chor von 150 Stimmen gibt es nicht (Albert Schweitzer).

Schneewittchen

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10

Freitag, 8. November 2013, 10:01

Messa per Rossini

Die Totenmesse von Verdi und 14 weiteren Komponisten ist ein Gemeinschaftswerk,dass am 1.Jahrestag von Rossinis Tod am 13.11.1869 aufgeführt werden sollte.Dazu kam es aber nicht und das Requiem geriet in Vergessenheit.
Erst 1970 wurde es wiederentdeckt und 1988 von Helmut Rilling uraufgeführt.
Verdi komponierte für Rossini das "Libera me",das er später überarbeitet auch in seinem Requiem verwendete.
mfG
Michael

operus

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11

Freitag, 8. November 2013, 14:19

Dies ist eine sinnvolle Ergänzung des bereichernden Threads der "Musiker Gräber". Eines der gelungendsten Beipiele für bleibendes musikalisches Gedenken ist sicherlich das Violinkonzert von Alban Berg, das auch die Titel : "Dem Andenken eines Engel" und "Requiem für Manon." trägt. Berg schuf es zum Andenken der früh verstorbenen Manon Gropius, der Tochter Alma Werfel-Mahler aus der Ehe mit dem Architekten Walter Gropius.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

MSchenk

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12

Sonntag, 17. November 2013, 00:08

Von einem sehr berühmten Komponisten für einen sehr berühmten Komponisten:

An Weber's Grabe für Männerchor a capella von Richard Wagner.

Soweit ich weiß, hat Wagner den Anlaß seines Werkes, nämlich die Umbettung der Gebeine C.M.Webers von London nach Dresden selbst initiiert.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Dr. Holger Kaletha

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13

Sonntag, 17. November 2013, 00:24

Le Tombeau de Couperin von Maurice Ravel - eines meiner absoluten Lieblingsstücke. Musik, mit der ich mich wirklich voll identifizieren kann! :)

Dr. Holger Kaletha

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14

Sonntag, 17. November 2013, 08:51

Franz Liszt: Il penseroso (nach Michelangelos Grabmal) (in: Annees de Pelerinage (Italien Heft 1))



Franz Liszt: Vision (Napoleons Grabmal), Etudes d´execution transzendente Nr. 6



Ein wirklich abstoßend häßliches Ding für meinen Geschmack (... die Farbe, ich sage lieber nicht, woran mich das erinnert) - wenn man in Paris davorsteht, sieht es noch schlimmer aus!

Schöne Grüße
Holger

tuonela

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15

Sonntag, 17. November 2013, 09:40

Silvius Leopold Weiss: Tombeau sur le mort de Comte Logy (Laute)

Josquin Desprez: Nymphes des Bois (Déploration sur le mort d'Ockeghem)
"Waaaas, noch lauter?" - "Nein, ein wenig lauter."

dr.pingel

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16

Sonntag, 17. November 2013, 18:58

Ich sehe gerade, dass in WDR 3 am Samstag, den 23.11., zwischen 11 und 12 Uhr das "Tombeau pour Marais le Cadet" von Marin Marais gespielt wird.
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seicento

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17

Montag, 18. November 2013, 19:08


Edward Collier (fl1662-1705)
Miscellany of Musical Instruments
with portrait of Henry Purcell
Odes on the death of Henry Purcell
Musik von Jeremiah Clarke, Gottfried Finger, Henry Hall, Thomas Morgan und John Blow. Fünf Gedichte zur Erinnerung an den jung verstorbenen Henry Purcell wurden vertont. Nur drei sind erhalten. (Von Gottfried Finger hat man statt des verlorenen Stückes einfach ein andrers Stück mit dem Titel 'Farewell' verwendet. Mr Henry Purcell's Farewell Tune von Thomas Morgen ist auch keine Ode sondern ein Satz aus einer Suite).

moderato

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18

Montag, 18. November 2013, 20:49

Paul Dessau (1894-1979) hat zwei Werke komponiert, die je an einen Freund sowie an einen verehrten Musiker erinnern:

In memoriam Berthold Brecht (Lamento, Marcia, Epitaph)

Schneidend scharf ist der Komponist in der Aussage. Schmerz, der für mich schwer auszuhalten ist. Dessau lotet die Möglichkeiten der Tonalität bis hin zur Dodekaphonie aus.

Eine ausführliche Analyse findet sich in: Komponieren für und wider den Staat: Paul Dessau in der DDR
von Matthias Tischer (Seite 104-123), Böhler Verlag, Weimar 2009

In memorian Anton Webern (1970/71)
5 instrumentierte Kanons aus Bachs "Musikalisches Opfer" BWV 1079
.
Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer

Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
.

dr.pingel

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Freitag, 10. Januar 2014, 23:02

Codex Chantilly - Tombeau sur Guillaume de Machaut

Der Codex Chantilly entstand Ende des 14. Jahrhunderts und vereinigt verschiedene Komponisten. Das Ensemble "Organum" unter Marcel Peres hat daraus für den WDR einige Stücke aufgenommen. Einer der dort vertretenen Komponisten schrieb ein Tombeau auf den Tod von Guillaume de Machaut (den Namen konnte ich aus der Radioansage nicht rekonstruieren). Interessant ist, dass der Name Machaut nicht wie Macho, sondern wie Machaut (analog zu Haut) ausgesprochen wird.
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Freitag, 11. April 2014, 23:01

Messa per Rossini

Eine Messe verschiedener Komponisten, u.a. Verdi, auf Rossini.
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21

Samstag, 12. April 2014, 09:38

Witold Lutoslawski - Musique Funebre


Witold Lutoslawski

komponierte 1958 seine erste zwölftonale Komposition "Trauermusik für Streicher" zum Gedenken Bartoks, die an dessen 10. Todestag uraufgeführt wurde.
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22

Freitag, 18. Dezember 2015, 16:34

F.Andrieu

Der Komponist des Tombeau auf Machaut (Beitrag 19) heißt F. Andrieu, die Aufnahme stammt aus dieser CD hier, die man sowieso empfehlen kann, aber auch deswegen, weil Marcel Pérès selber da nicht singt.

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23

Montag, 29. August 2016, 20:33

In Beitrag 1 habe ich das Requiem auf Josquin von Jean Richafort in der Aufnahme der King´s Singers vorgestellt. Heute habe ich die Aufnahme des Huelgas-Ensembles gehört; sie steht der der King´s Singers nicht nach.

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Dieter Stockert

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Montag, 29. August 2016, 21:11

Gewidmet hat der in New York lebende Spanier Leonardo Balada (geb. 1933), die beiden Werke »Homage to Sarasate« und »Homage to Casals«, mit denen er den Internationalen Preis für Orchesterwerke der Stadt Barcelona gewonnen hat, zwar seinem Vater, aber erstere verarbeitet eine Komposition des Landsmanns Pablo de Sarasate aus dem 19. Jahrhundert und die zweite greift ein Stück auf, das Pablo Casals am Schluss seiner Konzerte gespielt hat. Die Überblendung von alt und modern in der Tonsprache lässt, laut Booklet, an den früheren Wohnort von Balada, Barcelona, denken, wo alte enge Gässchen in moderne Avenuen ausmünden.

»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

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25

Mittwoch, 31. August 2016, 16:07

Diese Musik komponierte der schwedische Hofkapellmeister Joseph Martin Kraus für die Beisetzungs-Zeremonien des ermordeten schwedischen Königs Gustav III. Sie orientiert sich klar an Glucks Musiksprache und hat mich tief bewegt. Dabei ging mir die Trauersinfonie noch mehr unter die Haut als die Begräbniskantate. Die ist nämlich eine nicht enden wollende Eloge auf den Verblichenen - ohne Bibelzitate. Ich habe sie zunächst auf Schwedisch gehört, ohne die deutsche Übersetzung mitzulesen; dadurch konnte ich mich der Musik doch unbefangener widmen (der deutsche Text ist für mich fast ungenießbar, wie ich hinterher feststellte).
Die Trauersinfonie hingegen, bestehend aus drei klagenden Sätzen und dem Begräbnischoral „Låt oß thenna kropp begrafwa“ (nach dem deutschen „Nun lasset uns den Leib begraben“ von Michael Weiße) als drittem Satz (der möglicherweise bei der Gedenkaufführung mitgesungen wurde) geht wirklich unter die Haut. Schon der Begin mit wenigen dumpfen Paukenschlägen, ohne weitere Instrumente, dann aber, wenn auch nur kurz, wie ein Trauermarsch wirkend, evoziert Trauerstimmung. Kraus fordert für die Hörner und Trompeten Dämpfer und „Timpani coperti“ (mit Tuch bedeckte Pauken); nirgends ein Lichtstrahl, einfach nur tiefe Trauer. Beeindruckend, ergreifend!
.

MUSIKWANDERER

dr.pingel

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Dienstag, 20. Dezember 2016, 20:16

Ockeghem auf den Tod von Gilles Binchois

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Sonntag, 1. April 2018, 20:38

In einem Kirchenkonzert in unserer Gemeinde zum Karfreitag spielten jetzt Instrumentalisten des Ensembles "Nel dolce" (Blockflöte, Violine, B.c.) aus Köln das Stück "Tombeau de M.Lully" von Jean-Féry Rebel (1666-1747).
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La Roche

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28

Montag, 2. April 2018, 14:12

Josef Suk Asrael-Sinfonie

Josef Suk war verheiratet mit der Tochter von Antonin Dvorak. Dieser starb 1904, und Josef Suk schrieb zum Gedenken an seinen Schwiegervater seine o.g. Sinfonie. Aber das Schicksal war unbarmherzig. Noch während der Komposition starb seine Frau, Dvoraks Tochter. Suk änderte seine Konzeption, schrieb einen 4. und 5. Satz, und diese widmete er seiner Frau. Die Sinfonie, die so voller Trauer wie kaum ein anderes Werk der Musikliteratur ist, widmete er damit sowohl seinem Schwiegervater und Komponisten als auch seiner Ehefrau.

Wie ihn der Tod zweier lieber Menschen kurz hintereinander traf, geht aus seiner Aussage hervor: "Ich kann mit niemanden sprechen, meine ungeheure Qual treibt mich von Ort zu Ort - und je länger sie dauert, desto stärker schmerzt mich mein Herz - mein Leiden ist mehr, als ein Mensch ertragen kann."

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer