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Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist männlich
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31

Sonntag, 4. Februar 2018, 13:47



wobei die formidable Schubert-GA sicherlich zu seinen letzten Aufnahmen gehören dürfte!

Das Erscheinungsdatum der Box (2013) würde es zwar nahelegen, tatsächlich wurde der Zyklus allerdings bereits 2001 eingespielt. Ich finde ihn auch sehr gut. Mit dem BRSO hat Maazel mehrere symphonische Zyklen aufgenommen, von denen bis dato allerdings nur der Schubert und der Bruckner offiziell erschienen sind. Es gibt daneben mindestens noch einen von Beethoven, Brahms und Mahler.

Bzgl. der ganz späten Aufnahmen wird man noch diese beiden hinzufügen müssen:



Das Verdi-Requiem datiert auf Februar 2014, wenige Monate vor Maazels Tod.

Um zum allgemeinen Thema des Thread zurückzukommen:

Es scheint ja allgemein Einigkeit darüber zu herrschen, dass besonders die frühen Einspielungen Maazels erstklassig sind. Zwar ist es nicht von der Hand zu weisen, dass sich später oft eine gewisse Routine einschlich, aber Perlen gibt es in seiner Diskographie m. E. bis zuletzt. Nicht alles davon, was mir jetzt in den Sinn kommt, ist auf CD erschienen.



Diese CD mit den Wiener Philharmonikern von 1996 enthält eine der aufregendsten Aufnahmen des Boléro von Ravel, die ich je gehört habe. Die gewagte Agogik zum Ende hin versetzt mich immer wieder in Erstaunen, wie auch die phänomenale Orchesterleistung.



Hier (wieder mit den Wienern) ist eines der überzeugendsten "Meistersinger"-Vorspiele enthalten, das ich kenne. Maazel hat den langem Atem und schafft es wie Knappertsbusch und Celibidache, die gewonnene Zeit mit Leben zu füllen. Große Klasse.

Zumindest erwähnen möchte ich einen Rundfunkmitschnitt von 1993 (nochmal aus Wien), wo er die "Reformationssymphonie" von Mendelssohn dirigiert. Eine solche Opulenz muss man erstmal zustande bringen. Maazels Konzeption ist grundverschieden von seiner über 30 Jahre älteren Aufnahme aus Berlin, die auf ihre Art genauso genial ist. Er braucht etwa 7 Minuten länger und kommt auf 34 Minuten. Die Schlussapotheose mit pathetischer Zurücknahme des Tempos kann man nicht gewaltiger interpretieren. Hier wäre ein Label wie Orfeo gefragt.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • »nemorino« ist männlich

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32

Sonntag, 4. Februar 2018, 16:42

Besonders die Interpretation des KK Nr.2, die Gilels/Maazel auch in der weit angenehmeren im 2.Satz gekürzten Siloti-Fassung spielen, sticht besonders heraus.

Stimmt, teleton,

und genau deshalb habe ich mir seinerzeit die Einzel-CD aus der Serie "eminence" zugelegt:

Die gab's bei SATURN in Köln (das waren noch Zeiten!) für wenig Geld.
Tschaikowskys erstes Klavierkonzert habe ich von Gilels mit dem Dirigenten Fritz Reiner, eine RCA-Aufnahme von 1955. Die fand ich so toll, daß ich mir keine zweite Gilels-Version des verschlissenen Werks gekauft habe.
Aus Maazels Spätzeit hat mir vor allem diese Aufnahme imponiert:

da ist er ganz in seinem Element. Aber auch die ist schon über 30 Jahre alt, wurde im Februar 1985 in der Berliner Philharmonie aufgezeichnet. Eine orchestral opulente und farbige Darstellung, in der Leon Spierer, der Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, den Violinpart spielt.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

Justin

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33

Sonntag, 4. Februar 2018, 17:53



Bei dieser CD sind nur Könner am Werk, was ich sehr schätze.

VG
Justin

Justin

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  • »Justin« ist männlich

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34

Montag, 5. Februar 2018, 08:46



Die Aufnahme des Klavierkonzertes Nr 3 von Prokofiev mit Israela Margalit gilt als etwas Besonderes. Die junge Margalit soll damals mit Maazel verheiratet gewesen sein.


Morgendliche Grüße
Justin

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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35

Montag, 5. Februar 2018, 09:32

Margalit war ab 1969 mit Maazel verheiratet. Es war seine zweite Ehe. Seine dritte Ehefrau und nun Witwe ist die deutsche Schauspielerin Dietlinde Urban.

Fiesco

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36

Montag, 5. Februar 2018, 10:37

Margalit war ab 1969 mit Maazel verheiratet. Es war seine zweite Ehe. Seine dritte Ehefrau und nun Witwe ist die deutsche Schauspielerin Dietlinde Urban.

Dietlinde Turban-Maazel

LG Fiesco
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.

Justin

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  • »Justin« ist männlich

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37

Montag, 5. Februar 2018, 10:50

Zitat

Zitat





Zitat von »Johannes Roehl«





Margalit war ab 1969 mit Maazel verheiratet. Es war seine zweite Ehe.
Seine dritte Ehefrau und nun Witwe ist die deutsche Schauspielerin
Dietlinde Urban.

Dietlinde Turban-Maazel

Liebe Taminos

das Forum ist ja ein unerschöpfliches Reservoir an Wissen nicht nur über die Musik selbst, auch über die Akteure. Ich hwerde an meine Jugendzeit erinnnert. als ich die Lebensdaten der wichtiigsten Komponisten mit ihren Werke auswendig aufzählen konnte,. was ich mittlerwiele
nicht mehr intus habe.

VG
Justin

teleton

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38

Montag, 5. Februar 2018, 12:27

RE: Maazel mit Schubert

Zu meinen Lieblingsaufnahmen gehören zweifellos diese:


wobei die formidable Schubert-GA sicherlich zu seinen letzten Aufnahmen gehören dürfte!


Hallo Willi, Josef und alle die diese GA kennen,

eigentlich wollte ich mir ja keine Schubert - Sinfonien mehr kaufen, weil ich damit zufrieden eingedeckt bin.
Aber für 10,99€ für diese Maazel-GA wäre es vermessen, wenn man das nicht ausprobieren würde = und dann in aktueller K-technik AD 2001 !

:?: Nun meine Frage: Sind die Sinfonie Nr. 1 - 6 so spritzig wie unter Harnoncourt und die Sinfonie Nr.9 so packend in Richtung Szell ... ich wage ja schon gar nicht mehr Karajan zu erwähnen :D .
Maazels Spielzeiten sehen bei der Sinfonie Nr.9 schon einmal gut aus; offenbar ohne den Heckmeck mit lästigen Wdh ( ;) :hello: sorry Willi, aber Du bist einer der Wenigen, die alle Wdh unbedingt auf Teufel komm rauss haben wollen) in den Sätzen 3 und 4. Natürlich immer wichtig für mich: Wie sind die Pauken klanglich ?

:!: Ihr kennt meine Favoriten: Lohnt sich die Maazel-Schubert-GA für mich ?
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Uranus

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39

Montag, 5. Februar 2018, 15:34

Och Mann, gerade hatte ich das Thema Kauf einer Schubert-GA erfolgreich verdrängt...! :cursing:
Herzliche Grüße
Uranus

Joseph II.

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40

Montag, 5. Februar 2018, 18:00

Zu meinen Lieblingsaufnahmen gehören zweifellos diese:


wobei die formidable Schubert-GA sicherlich zu seinen letzten Aufnahmen gehören dürfte!


Hallo Willi, Josef und alle die diese GA kennen,

eigentlich wollte ich mir ja keine Schubert - Sinfonien mehr kaufen, weil ich damit zufrieden eingedeckt bin.
Aber für 10,99€ für diese Maazel-GA wäre es vermessen, wenn man das nicht ausprobieren würde = und dann in aktueller K-technik AD 2001 !

:?: Nun meine Frage: Sind die Sinfonie Nr. 1 - 6 so spritzig wie unter Harnoncourt und die Sinfonie Nr.9 so packend in Richtung Szell ... ich wage ja schon gar nicht mehr Karajan zu erwähnen :D .
Maazels Spielzeiten sehen bei der Sinfonie Nr.9 schon einmal gut aus; offenbar ohne den Heckmeck mit lästigen Wdh ( ;) :hello: sorry Willi, aber Du bist einer der Wenigen, die alle Wdh unbedingt auf Teufel komm rauss haben wollen) in den Sätzen 3 und 4. Natürlich immer wichtig für mich: Wie sind die Pauken klanglich ?

:!: Ihr kennt meine Favoriten: Lohnt sich die Maazel-Schubert-GA für mich ?

Hallo Wolfgang,

also ich fand diesen Zyklus, als ich ihn vor einigen Jahren entdeckte, sehr gelungen. Ich habe heute noch einmal kurz in die 2. (mein Favorit unter den frühen) und 9. hineingehört. Maazel ist tempomäßig tendenziell sogar flotter als in seinen 60er-Jahre-Aufnahmen für DG (Nr. 2-8). Tontechnisch gibt es m. E. nichts auszusetzen. Die Pauken gehen nicht unter. Sollte Dir insofern theoretisch durchaus liegen. Für den Preis kann man aber auch wenig falsch machen. Sicherlich wird es noch überzeugendere Einzelaufnahmen geben, aber als Zyklus schon weit oben anzusiedeln. Hier findet man eine insgesamt auch sehr positive Rezension.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Dr. Holger Kaletha

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41

Montag, 5. Februar 2018, 20:08

Maazels Spielzeiten sehen bei der Sinfonie Nr.9 schon einmal gut aus; offenbar ohne den Heckmeck mit lästigen Wdh ( ;) :hello: sorry Willi, aber Du bist einer der Wenigen, die alle Wdh unbedingt auf Teufel komm rauss haben wollen) in den Sätzen 3 und 4. Natürlich immer wichtig für mich: Wie sind die Pauken klanglich ?
Ich habe die Hörschnipsel bei jpc gehört. Im Andante klingen die Streicher zu Beginn ziemlich schlapp und das Ganze doch reichlich spannungsarm - kein Vergleich mit Abbado, der ist gerade hier straff, ungemein präzise und viel spannender. Im Scherzo ist Maazel dann wieder gut. Knallende Pauken muss ich in der 9. Schubert nun wirklich nicht hören. In Dvoraks 9. zu Beginn ist das freilich anders. Und Wiederholungen stehen nun mal in der Partitur. Ich finde zwar grundsätzlich, dass man über ihren Sinn diskutieren kann und meine durchaus nicht, dass es sich hier um "Vorschriften" in der Art eines "kategorischen Imperativs" handelt :D , aber besonders bei Schubert, Bruckner oder Mahler finde ich es problematisch, sie wegzulassen. Wer meint, auf sie verzichten zu können, trägt also die Beweislast. :hello:

Schöne Grüße
Holger

Christian B.

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42

Montag, 5. Februar 2018, 20:15

Sehr überzeugend im Sinne einer schlüssigen intellektuellen Durchdringung, die manchem vielleicht ein wenig kühl erscheinen mag, finde ich Maazels Aufnahme von Bruckners 5. Symphonie mit dem BR-Orchester.
Maazel nimmt sich im letzten Satz Zeit (27 Minuten!), aber dadurch gelingt es ihm in der Fuge, wenn sich die unterschiedlichen Schichten übereinander türmen, dass man auch wirklich alles hören kann! Und das ist faszinierend und so sonst nicht ohne weiteres zu hören.



Viele Grüße,
Christian

43

Montag, 5. Februar 2018, 22:45

Zu meinen Lieblingsaufnahmen gehören zweifellos diese beiden:

[...]


Wersins Kritik dazu ist zweifellos ein hundertprozentiger Verriss, dem ich (nicht ganz so heftig) zustimmen würde.

http://www.rondomagazin.de/kritiken.php?kritiken_id=6492

Joseph II.

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44

Montag, 5. Februar 2018, 22:52

Die ganz späte Aufnahme scheint da unbedingt vorzuziehen zu sein:



Michael Cookson nennt sie in seiner Besprechung gar "ehrfurchtgebietend".
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid