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Joseph II.

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1

Mittwoch, 9. Februar 2011, 21:17

Maria Müller – Eine große Wagnersängerin aus Böhmen



Maria Müller (geb. 29.01.1898 Theresienstadt, gest. 15.03.1958 Bayreuth), tschechische Sopranistin; Kernrepertoire: Wagner.

Vita:

- Ausbildung am Prager Konservatorium und in Wien bei Erik Schmedes
- 1919 Debüt am Linzer Opernhaus als Elsa in "Lohengrin"
- Engagements in Brünn, am Deutschen Theater Prag und an der Bayerischen Staatsoper in München
- 21.01.1925 Debüt an der MET als Sieglinde in der "Walküre"; am nächsten Tag schrieb der Musikkritiker Olin Downes in der New York Times: "young check soprano .. was warmly welcomed. She has a fresh and youthful voice, a little small for the demands of her role, much grace and sincerity as an actress. Not often is the figure of Sieglinde so human, so tender and so appealing to the beholder." (junge tschechische Sopranistin ... wurde herzlich genommen. Sie hat eine frische und jugendliche Stimme, ein wenig klein für die Rolle, aber mit viel Grazie und Aufrichtigkeit in ihrer Vorstellung. Nicht oft ist die Figur von Sieglinde so menschlich, so zart und ansprechend anzuschauen)
- 1925 Donna Elvira in "Don Giovanni"
- 1925-1935 an der MET, 196 Vorstellungen; Ur- und Erstaufführungen von: "Madonna imperia" von Franco Alfano (8. Februar 1928), "Fra Gherardo" von Ildebrando Pizzetti (29. März 1929), "Schwanda, der Dudelsackpfeifer" des tschechisch-amerikanischen Komponisten Jaromir Weinberger (7. November 1931) und "Simon Boccanegra" (29. Januar 1932)
- 1926 von Bruno Walter an die Städtische Oper Berlin verpflichtet; später Wechsel zur Staatsoper Unter den Linden
- 1930 Debüt in Bayreuth unter Toscanini in "Tannhäuser"
- 1933/34 und 1943/44 Eva in den "Meistersingern"
- 1936 Sieglinde in der "Walküre", Elsa in "Lohengrin"
- desweiteren bei den Salzburger Festspielen 1931, 1933 und 1934; in Covent Garden 1934
- weitere Rollen in "Die ägyptische Helena", "Jenufa", "phigenie in "Iphigénie en Tauride", Djula in "Ero der Schelm" von Jakov Gotovac, Pamina in der "Zauberflöte", "Tosca" und Marguerite in "Faust" von Gounod
- als Liedinterpretin trat Müller gemeinsam mit dem Pianisten Sebastian Peschko häufig auf
- 1950 noch einmal Rückkehr an die Berliner Staatsoper für eine Saison
- letzte Lebensjahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayreuth verlebt

Aufnahmen (Auswahl):

- Wagner: "Der fliegende Holländer" (Kraus 1942 live/Berglund, Hofmann, Völker), Preiser
- Wagner: "Lohengrin" (Heger 1941 live/Völker, Hofmann, Klose, Prohaska), Preiser
- Wagner: "Die Meistersinger von Nürnberg" (Furtwängler 1943 live/ Prohaska, Lorenz, Greindl, Fuchs), Walhall, LYS
- Wagner: "Tannhäuser" (Elmendorff 1930/Pilinsky, Jost-Arden, Janssen, Andresen), Malibran, Pearl
- Wagner: "Die Walküre" (Furtwängler 1937 live/Bockelmann, Flagstad), Myto
- Wagner: "Die Walküre" (Friscay 1951 live/Hermann, Suthhaus, Buchner, Klose), Myto
- Bayreuth 1936 (Auszüge aus "Lohengrin" und "Die Walküre"/Tietjen), Teldec
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

9079wolfgang

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2

Mittwoch, 9. Februar 2011, 21:46

Hallo. Joseph II.!

Maria Müller war eine wundervolle Sängerin, nicht nur in Wagner-Partien. Ich habe noch einige Schellacks mit ihr. Unvergessen ihre Sieglinde mit Franz Völker bei den Bayreuther Festspielen 1936. Diese Aufnahmen sind für mich der Maßstab für diese Partien.



Gruß Wolfgang
W.S.

Joseph II.

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3

Mittwoch, 9. Februar 2011, 21:57

Hallo Wolfgang,

danke für den Zuspruch.
Ihre Eva darf ja auch durchaus als referenzträchtig gelten.
Da sie sich laut meiner Internet-Quellen hauptsächlich mit Wagner befaßte, erfolgte daher der Thread-Titel. Freilich sang sie auch andere Partien, wie ich ja auch im Eingangsbeitrag erwähnte.

LG
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Rheingold1876

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4

Montag, 29. Januar 2018, 22:06

Grab von Maria Müller eingeebnet

Heute, an ihrem Geburtstag - Maria Müller am 29. Januar 1898 geboren - lese ich zufällig in dem ihr gewidmeten Wikipedia-Eintrag, dass das Grab der Sängerin nicht mehr existiert. Es befand sich auf dem Bayreuther Stadtfriedhof. 2005 habe ich es noch besucht und auf einem Foto festgehalten:



Das ist wohl der Lauf der Welt. In Eröffnungsbeitrag hat Joseph II. ihre wichtigsten Tondokumente aufgezählt in denen sie - Grab hin oder her - weiterlebt. Eine schöne Zusammenstellung ihrer Gesangskunst stellt diese Box dar:

Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Stimmenliebhaber

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5

Montag, 29. Januar 2018, 23:23

Natürlich lebt sie (oder zumindest ihre Stimme) in ihren Aufnahmen weiter, trotzdem empfinde ich eine solche Grabeinebnung gerade bei einer solch bedeutenden Künstlerin als eine Barbarei, als einen kulturellen Spurenverlust, ja beinahe als einen zweiten Tod! :(

Vielleicht sollte man sich in solchen Fällen zusammentun und rechtzeitig eine Spendenaktion organisieren, um eine solche Barbarei zumindest in anderen Fällen noch zu verhindern?
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

9079wolfgang

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6

Dienstag, 30. Januar 2018, 18:38

Zitat

... lese ich zufällig in dem ihr gewidmeten Wikipedia-Eintrag, dass das Grab der Sängerin nicht mehr existiert.


Das ärgert auch mich sehr, da ich gerade das Nutzungsrecht des Doppel-Grabes meiner Eltern verlängere. Maria Müller gehört zu meinen Lieblingssängerinnen ihrer Ära. Ich besitze noch einige Schellacks aus dieser Zeit, auch zusammen mit Franz Völker. An der Einebnung des Grabes von Maria Müller wird man leider nichts mehr ändern können.
W.S.

Rheingold1876

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7

Dienstag, 30. Januar 2018, 20:51

Gräber sind ein spannendes Thema. Was bleibt, was verschwindet? Wer entscheidet darüber? Zunächst sind es Ämter. Die verwalten und prüfen Liegezeiten. Sonst nichts. Wer da wo liegt, interessiert kaum. Deshalb konnte es ja auch passieren, dass auf dem Berliner Friedhof an der Heerstraße just zu der Zeit, als die Öffentlichkeit jener von den Nazis verfolgten Musiker und Sänger mit einer Ausstellung gedachte, das Grab von Leo Blech beseitigt wurde. Blech hatte in jener Ausstellung seinen Platz. Während sich das offizielle Berlin mit der üblichen Grabesmine vor den Gedenktafeln verneigte, lag der Grabstein Blechs wie nach einer Schändung umgestoßen im Gras. Inzwischen wurde er nach heftigen Protesten wenigsten in der Nähe seiner letzte Ruhestätte wieder aufgestellt. Am Weg so aufgestellt, das keine gesonderten Pfegekosten anfallen. Diese Kosten sind es übrigens, die es privaten Initaitiven schwer machen, bestimmte Gräber zu erhalten.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der Friedhofsnachbarschaft von Maria Müller der hoch umstrittene Houston Stewart Chamberlain verschwindet, obwohl nach dem Zweiten Weltkrieg selbst in Bayreuth eine nach ihm benannte Straße eine neuen Namen erhielt. Meineswegen kann er bleiben, wenn denn auch die Müller hätte bleiben dürfen. Chamberlain abar gehört durch die Heitrat mit Eva zur Familie Wagner.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."