Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Caruso41

Prägender Forenuser

  • »Caruso41« ist männlich
  • »Caruso41« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 3 490

Registrierungsdatum: 19. November 2010

571

Dienstag, 16. Januar 2018, 21:20

Lieber Orsini,
Ich bin gerade unterwegs und kann Dir leider erst Donnerstag antworten. Ich wollte aber wenigstens kurz Dank sagen, dass Du Deine Eindrücke von Chest beigesteuert hast. Darüber habe ich mich richtig gefreut!

Beste Grüße
Caruso41

———————————————-
Von meinem iPhone gesendet
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Caruso41

Prägender Forenuser

  • »Caruso41« ist männlich
  • »Caruso41« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 3 490

Registrierungsdatum: 19. November 2010

572

Mittwoch, 17. Januar 2018, 18:08

Lieber Orsini,

es hat mich gefreut, dass Du auch Gelegenheit hattest, John Chest zu hören und einen guten Eindruck von ihm gewonnen hast!
Ich hatte ja gesagt, dass er natürlich noch nicht am Ende seiner Entwicklung ist. Aber für welchen guten Künstler wäre denn die Entwicklung je zu Ende?
Also: Einiges zu lernen hat er sicher noch, wenn er wirklich groß rauskommen will!

Den youtube Ausschnitt vom Cardiff-Singer-of-the-World-Wettbewerb finde ich am wenigsten überzeugend. Ich habe das Gefühl, dass die Stimme hier ein paar zu sehr nach hinten in die Kehle rutscht und der Klang dadurch etwas knödelig wird.

Mit Recht weist du darauf hin, dass ihm der Ton gelegentlich zu weit nach hinter rutscht! Ich habe das allerdings nur beim Singen von Liedern bemerkt. Er macht ja den Resonanzräume eigentlich nach oben hin voll auf. Darum hat die Stimme auch manchmal einen hellen strahlenden Klang ohne dass er schmettert oder vulgär klingt. Linienführung und Stütze sind im Grunde gut. Aber bei geringerer Dynamik gelingt es ihm nicht immer, den Atem genügend frei durch den Kehlkopf strömen zu lassen. Da entstehen dann Töne, die Du moniert hast. Das ist übrigens leider ein Problem, das in der einen oder anderen Form viele Opernsänger haben, wenn sie Lieder singen. Allerdings auch Sänger, die wir als Liedersänger hoch schätzen!

Die beiden Strauss-Lieder finde ich eigentlich prächtig frei herausgesungen. Die 'Heimliche Aufforderung' vielleicht gar zu frei. Das macht schon Effekt! Trotzdem: einen Lieder-Sänger sehe ich nicht in ihm. Sein Ding dürfte wohl die Oper sein! Nach den Baritönern, die ich zuletzt vorgestellt habe, war es für mich auch ein wenig erfrischend, mich intensiver mit einem Bariton zu beschäftigen, der nicht jede Phrase fein ziseliert und tönt sondern mit breitem Pinsel und satten Farben malt.

Liebe Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

orsini

Schüler

  • »orsini« ist männlich

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 9. Juli 2017

573

Donnerstag, 18. Januar 2018, 22:01

lieber Caruso41,

ich muß gestehen, beim ersten Hören nur die Ausschnitte mit den Schumann-Liedern gehört zu haben, nicht aber den Wettbewerbsbeitrag selber. Das habe ich jetzt nachgeholt, nachdem ich von den beiden Strauss-Liedern gelesen habe.

Verglichen mit der Korngold- (die ich sehr gelungen finde) oder der Mozart-Arie fallen die Lieder etwas oder manches auch etwas mehr ab. "Heimliche Aufforderung" überzeugt noch am ehesten, weil er dort mit viel Emphase für sich einnehmen kann. In den langsameren Liedern merkt man dann aber doch, daß er teilweise noch nur Noten singt, aber nicht wirklich ein Lied interpretiert. "Nacht und Träume" und einige der Schumann-Lieder leiden unter der extrem langsamen Klavierbegleitung. Hier habe ich den Eindruck, der Sänger "sonnt" sich in seinen schönen Tönen und möchte diese möglichst lange genießen.

Insofern bin ich völlig bei Dir, in John Chest zur Zeit vorrangig einen eindrucksvollen jungen Opernsänger zu sehen - und hoffentlich häufiger zu hören.

viele Grüße,
orsini
Man soll nicht lügen. Es sei denn, daß man mit der Wahrheit noch schlechter führe.
Curt Goetz

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 784

Registrierungsdatum: 24. April 2014

574

Gestern, 16:30

Marianne Crebassa

Zudem wurde bei Sony jetzt ein zweites Soloalbum mit ihr veröffentlich, das ich besonders empfehlen möchte. Begleitet von dem Pianisten und Komponisten Fazıl Say singt sie Lieder von Debussy, Ravel, Fauré, Duparc und eine Komposition von Fazıl Say. Das sind alles Lieder, die voll sind von Sehnsucht und erotischem Verlangen. Geheimnisvoll, bezaubernd und verlockend! Eine so sinnliche CD hat es lange nicht gegeben! Wer eine Antenne für französische Verführungskunst hat, sollte sie sich nicht entgehen lassen!




Lieber Caruso,

ich habe gerade diese CD gehört und bin hin und weg - großartig! :jubel: Wunderschöne Lieder, bei denen einige Neuentdeckungen für mich dabei waren, und wirklich phantastisch interpretiert von Marianne Crebassa, deren verschatteter Mezzo perfekt für diese verträumt-traurigen Stücke ist. :love: (Diese Stimme - weil wir an anderer Stelle darüber sprachen - hat für mich sehr viel Erotik. ;) )

Einzig Ravels "Shéhérazade" höre ich lieber in der Orchesterfassung, weil das Klavier die raffiniert-exotischen Klangfarben nun doch nicht so transportieren kann. Ansonsten eine der schönsten Lied-Platten, die ich seit langem gehört habe.

Ich war schon drauf und dran, einen eigenen Thread zu Marianne Crebassa zu eröffnen, aber das gebührt natürlich einzig Dir als "Entdecker" dieser neuen Stimme. :hello: