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teleton

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  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 5 263

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

31

Donnerstag, 18. Januar 2018, 15:39

oder willst du allen Ernstes Schumanns C-dur-Symphonie über die Schubertsche stellen wollen?

Auch wenn es an Wolfgang gerichtet war: Persönlich würde ich die von Schumann noch vorziehen. Leonard Bernstein sah es ähnlich.
Zudem würde es ja gewissermaßen das Vorurteil bestätigen, wenn man eine Symphonie aus den 1820er Jahren, vermutlich noch zu Lebzeiten Beethovens geschrieben, als die wichtigste nach Beethovens Neunter ansähe. Schumanns Zweite liegt mit dem Entstehungsjahr 1846 in etwa in der Mitte des veranschlagten halben Jahrhunderts und kann insofern auch als gutes Beispiel für eine Symphonie der Hochromantik gelten.

Lieber Willi,

Doch ! Josef hat Deine Frage schon in meinem Sinne beantwortet.
Für mich sind die "himmlischen Längen" in der Schubert 9 (für mich bleibt sie trotz den Forschungsergenbnissen ebenfalls die hochgeschätze Nr.9 !!!) einfach des Guten zuviel. Da schliesse ich mich Josef und Bernstein an. Wegen diesen Längen schätze ich auch Karajans DG-Aufnahme der Schubert 9 am Höchsten ...
:!: Ich bin schon gespannt auf meine Levine-Aufnahme (DG), die mir jetzt auch noch ungehört vorliegt !!!

*** Habe übrigens die fantastische Doku Bernstein Pacific Festival 1990 mit Schumanns 2ter gesehen - Bernstein in voller Extase - Fantastic :hail: ! - - - Dank an Josef für diesen YT-LINK, den man sonst gar nicht so einfach findet ! :thumbup: Man konnte diese DoKu sogar in 1080 downloaden.


*** Mir fällt aus der Liste noch eine Sinfonie eines Autodidakten ein, die ich ebenfalls ganz oben sehe = Borodin: Sinfonie Nr.1
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Joseph II.

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Registrierungsdatum: 29. März 2005

32

Donnerstag, 18. Januar 2018, 16:16

Da Leute hier - warum auch immer- mehrere Symphonien nannten [...]

Auch wenn es im Eröffnungsbeitrag nicht ausdrücklich erwähnt war, dürfen natürlich mehr als eine Symphonie genannt werden. Das macht die Sache ja gerade erst spannend.

Meine oben gepostete Liste war a) chronologisch zu verstehen und b) der Versuch, überhaupt möglichst alle Symphonien zwischen 1824 und 1876 zu erfassen.
Öh, da hättest Du wohl einige tausend Stück nennen müssen, oder? So wenige Komponisten gab es ja damals auch nicht.

Hofmeister XIX liefert für 1829 - 1875 "Symphonie" (andere Schreibweisen spielen keine Rolle) 400 Treffer. Darin sind aber zahlreiche Bearbeitungen aller Art sowie Neuauflagen älterere Kompositionen (Haydn, Mozart) enthalten.

Die Frage ist, wem hätte eine solch lange Liste überhaupt genützt? Würde man wirklich alle 400 aufführen, wären mindestens 350 davon wohl kaum relevant. Bereits in der jetzige Auflistung scheint es sich ja auf vielleicht ein Dutzend Werke zu konzentrieren, die in die engere Auswahl kommen.

Tatsächlich scheint ja durchaus einiges gerade für die Symphonie fantastique von Berlioz zu sprechen, die völlig neue Wege beschritt. La Roche hat hier sehr treffend angeführt, dass es indes auch hier gewisse Vorbilder gab, denkt man an einige Haydn-Symphonien und besonders an Beethovens "Pastorale". Wieso wird nicht gerade auch diese schon als Programmsymphonie angesehen? Berlioz geht sicherlich noch viel weiter. Auch ich hätte das Werk beim ersten Kontakt kaum auf 1830 geschätzt.

Bei Schubert ist die Sache wohl klar. Es kommt ja in diesem Thread schon per definitionem nur die Große C-Dur in Frage. Die "Unvollendete" ist zeitlich noch vor Beethovens Neunter einzuordnen. Damit sei natürlich nichts gegen die Großartigkeit des Werkes gesagt.

Bei Mendelssohn haben wir ja gerade eine spannende Diskussion laufen. Ich pflichte Stimmenliebhaber bei, dass die "Italienische" mit ihrem genialen Beginn Erwartungen weckt, die in der Folge nur bedingt eingelöst werden. Jahrelang kannte ich praktisch nur diesen ohrwurmartigen Kopfsatz. Die "Schottische" hat sich mir lange nicht recht erschlossen und es dauerte, bis ich ihre Bedeutung wirklich erkannte.

Am spannendsten ist es wohl bei Schumann. Keine der vier Symphonien hat ein solches Übergewicht, dass man sagen könnte, sie stelle die anderen drei komplett in den Schatten. Am gewichtigsten ist wohl die Zweite, die indes schon immer umstritten war und auch hier im Forum nur vereinzelt Bewunderer hat. Trotzdem gab es schon früher Dirigenten, die sie besonders schätzten (etwa Stokowski, Schuricht, Mitropoulos, Bernstein). Die Vierte ist am geschlossensten, fast wie eine Phantasie in vier Teilen, und dominierte Jahrzehnte lang die Konzertsäle in Sachen Schumanns Symphonik eindeutig. Die "Rheinische" sticht durch ihre Fünfsätzigkeit heraus. Die stärksten Sätze sind da für mich der erste und der vierte. Und schließlich die "Frühlingssymphonie", wo mich gerade der Kopfsatz sehr anspricht.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 808

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

33

Donnerstag, 18. Januar 2018, 16:22

Die Frage ist, wem hätte eine solch lange Liste überhaupt genützt?
Natürlich niemandem - ganz abgesehen davon, dass es gar nicht möglich ist, ALLE Sinfonien der Zeit aufzulisten. Ich wundere mich nur immer wieder, wie sehr die Leute die Breite der Produktion unterschätzen. Wenn ich sage, ich liste jetzt alle Rock-Alben seit 1960 auf, und mache dann eine Liste mit 100 Einträgen, werde ich wohl auch (zu Recht) ausgelacht.