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31

Sonntag, 30. September 2007, 11:41

PS

mitten in der Nacht wollte ich eigentlich keine Tastatur mehr bemühen :O
schlimmstenfalls entfleucht mir wüstes Kauderwelsch, bestenfalls vergesse ich die Hälfte...

@FelipeII. "es handelt sich um ... Studio, oder?" ...ist wohl bzgl. Leinsdorf noch nicht beantwortet
Lt. Booklet ist`s in der Tat keine LIVE-Aufnahme - die gesamte Mannschaft dürfte aber recht identisch sein mit derj. der damaligen Aufführungsserie an der MET.
(by the way:
Meines Wissens seinerzeit die dortige EA dieses Werkes - grademal 104 Jahre nach der UA.......)

feinen sonntag wünscht
piet
Bleiben wir fragwürdig !

a.d.Grußwort d.Intendanten d."MainfrankenTheaters" zur akt.Spielzeit

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oper337

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32

Freitag, 20. Juni 2008, 04:38

RE: Verdis Macbeth

Zitat

Original von Herbert Henn
Bei dieser Aufnahme ( Böhm1943 )feht leider,aus mir unerklärlichen
Gründen das Vorspiel.


Lieber Herbert!

Das kann aber nur bei den der CDs Gesamtaufnahme sein, denn auf der alten LPs Gesamtaufnahme ist das Vorspiel sehr wohl drin.

Liebe Grüße Peter. aus Wien

Harald Kral

Erleuchteter

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33

Dienstag, 25. August 2009, 10:50

Verdis Macbeth aus Macerata

Jetzt ist endlich die CD-Gesamtaufnahme des "Macbetto" aus Macerata auf CD erschienen - ich weiß nicht, warum Naxos immer 2 Jahre braucht, wofür andere Plattenfirmen gerade mal ein paar Wochen benötigen:



Giuseppe VERDI (1813–1901)
Macbeth

Macbeth . . . . . . . . . . . . Giuseppe Altomare
Lady Macbeth . . . . . . . . Olha Zhuravel
Banco . . . . . . .. . . . . . . . Pavel Kudinov
Macduff . . . . . . . . . . . . . Rubens Pelizzari
Malcolm . . . . . . . . . . . . . Marco Voleri
Il medico . . . . . . . . . . . . Luca Dall’Amico
Un domestico di
Macbeth / I apparizione . William Corrò
Il sicario . . . . . . . . . . . . . .Andrea Pistolesi
II e III apparizione . . .Velia Moretti de Angelis, Valeria Cazacu
Ecate . . . . . . . . . . . . . . . Anbeta Toromani
Fleanzio . . . . . . . . . . . . . Dario Vinciguerra
FORM – Orchestra Filarmonica Marchigiana
Coro Lirico Marchigiano
Daniele Callegari

Label: Naxos , DDD, 2007

Hörproben gibt es bei jpc.

Zitat

Verdi war ein Verehrer Shakespeares. Es war daher kein Wunder, dass er während seiner Schaffenszeit wiederholt Stücke des großen englischen Autors, unter anderem auch Macbeth, musikalisch verarbeitete.
Macbeth, Verdis zehnte Oper, war für ihn der Favorit unter seinen frühen Werken. Die vorliegende Produktion basiert auf Verdis überarbeiteter Partitur, die 18 Jahre nach der Urfassung entstand. Interpretatorisch atemberaubend und musikalisch auf höchstem Niveau gelingt diese Macbeth-Inszenierung als musikalisch-realistische Charakterisierung der Personen.
Giuseppe Altomare überzeugt in der Titelrolle als politisches Tier, das zum blutigen Königsmord getrieben und trotz seines Erfolgs dem Untergang geweiht ist. Olha Zhuravel, die als Lady Macbeth im Zentrum von Verdis Oper steht, setzt ihr ganzes musikalisches und schauspielerisches Können ein, um Obsession, Machtgier, Verdammnis und den Wahnsinn durch eigene
Schuld eindrucksvoll auf die Bühne zu bringen.


LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

La Gioconda

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34

Dienstag, 10. November 2009, 11:52

Zitat

Original von Michael_Flaschberger
Mir persönlich gefällt die DVD-Aufnahme aus dem Züricher-Opernhaus mit Welser-Möst, Hampson, Marrocu, Scandiuzzi, Lima etc. sehr gut. Sowohl musikalisch, als auch von der Inszenierung ( zwar relativ modern, aber unheimlich ergreifend mMn ) her.


Diese Produktion habe ich auch gesehen. Kann mich erinnern, daß ich von Hampson positiv überrascht war (Zürich ist aber auch ein eher kleines Haus, weiß nicht wie das woanders klingen würde...) und entsetzt über die stimmliche Verfassung von Luis Lima war.
"Man muß nicht fliegen können um ein guter Ornithologe zu sein."

"Stimm´ brauchst kane, SINGEN muasst können!!" Julius Patzak

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La Gioconda

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35

Dienstag, 10. November 2009, 11:56

Wer seine Macbeth Sammlung noch um eine Rarität ergänzen will, dem sei dieser live-Mitschnitt vom Maggio Musicale 1951 empfohlen:

Dirigent Vittorio Gui
Ivan Petrov (Baritone - Macbeth)
Astrid Varnay (Soprano - Lady Macbeth)
Italo Tajo (Bass - Banquo)
Gino Penno (Tenor - Macduff)
Gino Sarri (Tenor - Malcolm)

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SchallundWahn

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Dienstag, 10. Juli 2012, 18:42

Diese Verdi-Oper hat mir lange Zeit Schwierigkeiten bereitet, ohne das ich recht wusste warum. Obwohl kein genuiner Verdi-Fan wollte ich es nicht an meinem mangelnden Vermögen festmachen und habe es immer mal wieder probiert, dann aber schließlich ruhen lassen, weil nichts rauszuholen war.
Vor Kurzem habe ich durch das Forum eine Opern-Verfilmung dieses Werkes entdeckt, mit Leo Nucci und Shirley Verrett unter Riccardo Chailly, und weil die Bilder dazu mein Interesse weckten und ich dachte es wäre mal wieder Zeit es zu probieren, habe ich die DVD gekauft.
Gestern nun habe ich sie mir angesehen...rein filmisch fand ich das wirklich toll. Die düstere Burg, das immer in blau-grau getauchte Bild, die Kostüme (Nuccis Samurai-Frisur :D ), überhaupt, dass alles etwas düster-dreckig wirkte, passt für mich da sehr gut. Auch musikalisch war ich rein technisch zufrieden, sowohl mit den Sängern als auch mit dem Orchester. (Gibt es eigentlich einen trifftigen Grund, warum Samuel Ramey und Veriano Luchetti im Film gedoublet werden? Keine Zeit? So schlechte Schauspieler? Optische Zenzur?)
Aber gerade dieser Film hat mir endlich gezeigt, was ich beim bisherigen Hören immer unbewusst verspürt, aber nie klar äußern konnte und was mir stets bei dieser Oper im Weg stand. Im Film wurde das für mich so richtig augenfällig.
Nämlich, dass Verdis Musik absolut unpassend für die Geschichte ist.
Von der Musik her ist das Macbeth-Drama darin kaum zu erkennen. Ich will gleich sagen, ich will hier keinen Verdi-Fan beleidigen oder Verdis Musik generell schlecht reden (ich mag auch einige seiner Opern), die Musik an sich mit der habe ich so gesehen kein Problem, nur sie passt eben, meiner Meinung nach, nicht zum Geschehen, zu Shakespeares Stück. Die Düsternis, das Schwere, Drückende, Drohende, Dämonische kommt in Verdis Musik eigentlich nie zum Tragen (und er hat das schon besser gelöst zB in Rigoletto oder Don Carlos). Der Macbeth-Stoff ist genuin dunkel, Verdis Musik klingt aber nicht danach, sie klingt teilweise beschwingt, zu freundlich - am Anfang der Bankett-Szene oder dem Einzug von Duncan mag das noch angehen, aber im Rest...ganz platt ausgedrückt, würde ich sagen : Thema verfehlt, setzen 6!
Wer weiß, wie das geklungen hätte, wenn er die Oper in seiner Spätphase geschrieben hätte...oder den Lear (wenn's wie bei Macbeth gelaufen wäre, kann ich nur sagen, na zum Glück ist er gescheitert). Teilweise fehlt es mir dann da auch an Tiefgründigkeit.
"Die Glücklichen sind neugierig."
(Friedrich Nietzsche)

Herbert Henn

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37

Dienstag, 10. Juli 2012, 19:15

Liebe Schalli
ich finde schon, daß Verdi den düsteren, shakespearhaften Ton getroffen hat.
Höre Dir nur die Hexenszenen, das Duett Macbeth Lady, die Arien der Lady, den düsteren Chor der schottischen
Flüchtlinge und vor allem, die Nachwandelszene der Lady an. Das ist echter Verdi und echter Shakespeare.
Es müssen natürlich auch immer die richigen Interpreten sein


:hello: Herbert
Tutto nel mondo è burla.

Milletre

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38

Dienstag, 10. Juli 2012, 20:36

Ganz meine Meinung, lieber Herbert!

Auch ich habe schon Werke erlebt, die mich nicht sonderlich berührt haben, bis dann eine Besetzung zustande kam, die dem Ganzen Glut und Leben verlieh. Diesen Umstand, dass es die Besetzung (natürlich mit Dirigent und Orchester) ausmacht, wird gelegentlich ignoriert, wenn jemand sagt, mir geht es "nur" ums Werk. Aber gerade eine aufregende, spannende, hinreißende Interpretation eines Werkes macht den Opernbesuch zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

So muß man auch den jugendlich-genialen "Macbeth" Verdis sehen!
Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

SchallundWahn

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39

Dienstag, 10. Juli 2012, 20:51

Liebe Schalli
ich finde schon, daß Verdi den düsteren, shakespearhaften Ton getroffen hat.
Höre Dir nur die Hexenszenen, das Duett Macbeth Lady, die Arien der Lady, den düsteren Chor der schottischen
Flüchtlinge und vor allem, die Nachwandelszene der Lady an. Das ist echter Verdi und echter Shakespeare.
Ich habe diese Szenen ja nun schon des Öfteren gehört (und nicht nur in der DVD-Version) und für mich haben zB die Hexen-Szenen nur sehr wenig düsteres, es könnte genauso gut ein Frauen-Chor zu einem anderen Thema sein, auch die Duette zwischen Lady und Macbeth (wenn ich nicht wüsste worum es geht, kommt da nicht viel von der Stimmung des Stücks rüber), selbst die Nachwandelszene...damit mich hier keiner falsch versteht, es geht nicht darum, dass das schlechte Musik ist. Herbert hat Recht, wenn er meint das ist echter Verdi, aber für mich ist das kein echter Shakespeare...der Geist des Stückes geht für mich größtenteils verloren. Stimmung und Atmosphäre des Stückes und Musik verbinden sich für mich nicht organisch.
Aber das mag auch daran liegen, wie man zu Shakespeares Stück steht.


!Auch ich habe schon Werke erlebt, die mich nicht sonderlich berührt haben, bis dann eine Besetzung zustande kam, die dem Ganzen Glut und Leben verlieh. Diesen Umstand, dass es die Besetzung (natürlich mit Dirigent und Orchester) ausmacht, wird gelegentlich ignoriert, wenn jemand sagt, mir geht es "nur" ums Werk. Aber gerade eine aufregende, spannende, hinreißende Interpretation eines Werkes macht den Opernbesuch zu einem unvergeßlichen Erlebnis.So muß man auch den jugendlich-genialen "Macbeth" Verdis sehen!
Wie ich oben geschrieben habe, war ich zB von mit Interpretation als solche nie unzufrieden, ganz im Gegenteil, aber was nützt mir die beste Interpretation, wenn ich die Musik grundsätzlich für unpassend halte? Gar nichts. Düsterkeit ist Verdi musikalisch, finde ich, in anderen Opern besser gelungen.
Vielleicht ist es das, was du sagst, der jugendliche Macbeth-Verdi...er war zu jugendlich-frisch für dieses Stück.
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(Friedrich Nietzsche)

9079wolfgang

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40

Dienstag, 10. Juli 2012, 21:40

Zitat

Liebe Schalli
ich finde schon, daß Verdi den düsteren, shakespearhaften Ton getroffen hat.
Höre Dir nur die Hexenszenen, das Duett Macbeth Lady, die Arien der Lady, den düsteren Chor der schottischen
Flüchtlinge und vor allem, die Nachwandelszene der Lady an. Das ist echter Verdi und echter Shakespeare.
Es müssen natürlich auch immer die richigen Interpreten sein.

Ja, mein lieber Herbert!

Da sind wir mal wieder einer Meinung! Abgesehen davon, daß die Oper MACBETH bei mir bei den Verdi-Opern ganz obenan steht, finde ich die Musik ungemein treffend. Besser kann man z. Bsp. die "Hexenchöre" kaum schildern. Und das Eintreffen des Königs mit Gefolge auf der Burg läßt schon düstere Vorahnung aufkommen. Die Szene der Lady Macbeth mit blutverschmierten Händen "Dieser Flecken kommt immer wieder" und im Hintergrund Arzt und Zofe mit entsetzten Blicken und singend "Wie mir graut, Gott vergebe ihr", das Alles ist doch musikalisch kaum besser zu schildern. Ein Meisterwerk von Verdi!
W.S.

SchallundWahn

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41

Dienstag, 10. Juli 2012, 21:52

Würde ich die Oper hören, ohne sie zu kennen, ohne direkt Bescheid zu wissen, eine düstere Atmosphärik ergäbe sich für mich da einfach nicht, bis auf ein paar Stellen wie zB Bancos Ermordung, aber auch gerade die Szene davor mit der Mörderbande, das könnte auch eine Horde Betrunkener in der Schenke sein.
Das blutrünstige dieses Stückes kommt, für mich eben einfach nicht richtig zur Geltung (Antonio Bibalo kommt dem schon eher nahe). Bei Verdi hört es sich eher wie eines der weniger bizarren Königsdramen von Shakespeare an, nicht aber wie Macbeth.
Das Düster-Fahle ist, meiner Meinung nach, Ernest Bloch besser gelungen.
Wie schon gesagt, ist es wohl auch eine Frage, wie man Shakespeares Stück sieht (ich sehe es eher so wie Orson Welles oder Roman Polanski).
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La Gioconda

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42

Mittwoch, 11. Juli 2012, 08:38

Ich finde eigentlich auch, dass der Shakespeare Ton und die Atmosphäre gut getroffen sind. Und - natürlich steht und fällt alles mit den Interpreten. Die Lady kam für Callas etwa haargenau zum richtigen Zeitpunkt - eine ihrer allerbesten Rollen, in einigen Szenen läßt sie einem wirklich die Haare zu Berge stehen. Und De Sabatas Dirigat ist ein Ereignis. Wenn ich Mascherini allerdings auswechseln dürfte... Der ist mir ein bisl zu vordergründig.
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Klaus 2

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43

Donnerstag, 9. August 2012, 10:07

ich mag die Oper sehr (ich kenne nur die DVD von 2001), liebe auch Verdi.
Gerade, dass nicht alles so düster ist, macht für mich einen Reiz aus. Immerhin, dass was da als Parabel erzählt wird, ist ja irgendwie auch alltäglich. Machtgier, Strohmänner ausnutzen, Verzweiflung. All das erleben wir ja auch heutzutage und eben gar nciht in so düsterem Umfeld. Insofern fehlt mir das Düstere gar nicht. Und das Entstehen und Wachsen des Wahnsinns wird genau durch diese Musik auf eine Art erzählt, die mir wirklich unter die Haut geht. Anders gesagt: Es geht mir nahe! und das ist schon viel.

Und jetzt rufe ich bestmmt eine Menge Ärger hervor: Genau das, das hinergründig Alltägliche in diesem Sujet würde mich reizen in einer modernen Inszenierung zu sehen. Und da könnte Macbeth vielleicht ein Bankmanager sein.
Aber das nur am Rande
Tschö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

rodolfo39

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44

Donnerstag, 9. August 2012, 10:18

Hallo Klaus,

ich schreibe dir mal wenn Machbeth wieder an der Rheinoper gespielt wird. Dort besteht die Inszenierung aus einer leeren Bühne und einem großen Kronleuchter, an dem Schweinehälften hängen. Warum die da hängen, keine Ahnung. Macbeth ist von Verdi eine meiner Lieblingsopern. Aber leider auch eine Oper wo sich die Regisseure austoben können.

9079wolfgang

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45

Donnerstag, 9. August 2012, 10:23

Zitat

Und jetzt rufe ich bestmmt eine Menge Ärger hervor: Genau das, das hinergründig Alltägliche in diesem Sujet würde mich reizen in einer modernen Inszenierung zu sehen. Und da könnte Macbeth vielleicht ein Bankmanager sein.


Um Gottes Willen!!!
W.S.

Klaus 2

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46

Donnerstag, 9. August 2012, 10:23

Lieber Rodolfo!
Ich fühle mich missverstanden! Ich mag keine Schweinehälften sehen. Mir geht es nciht um sinnlose Provokation.
Leere Bühnen allerdings könnnen sehr wohl eine Verdichtung bewirken. In der Aachener Boheme waren nur die wichtigsten Utensilien auf der Bühne und es war so toll, dass es in der nächsten Spielzeit wieder im Programm war.
Tschö
Klaus
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Rheingold1876

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47

Donnerstag, 9. August 2012, 10:35

Das Düster-Fahle ist, meiner Meinung nach, Ernest Bloch besser gelungen.

Ganz einfach die Lösung - dann musst Du eben Bloch hören, liebe SuW.

Ich denke, dass man keine nicht zwei Werke vergleichen, die in ihrer Entstehungszeit fast 70 Jahre und damit eine Epoche auseinander liegen. Verdi ist in seinem Macbeth außerordentlich subtil und mordern. Solche Musik hat es vor ihm nicht gegeben. Da muss man sich schon hinein versenken und auch einen Blick auf das Umfeld werfen. Erst dann - so habe ich es empfunden - wird es richtig spannend, wird Verdi immer interessanter. Die schon erwähnten Hexenchöre suchen ihresgleichen an Finsternis und Geheimnis. Wo diese geniale Musik freundlich und beschwingt klingen soll, habe ich bisher noch nicht herausgehört. Und was für Charaktere! Das ist Shakespeare pur! Ich halte Verdi für den größten Musikdaramtiker der Oper. Weil er immer menschlich ist.

Es grüßt Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

wega

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48

Donnerstag, 9. August 2012, 11:17

Mödl und Varnay

Zitat

Original von Rienzi
Böhm-Aufnahme: wunderbare Lady, zerrissener Macbeth, herrliches Orchester (deutsch gesungen - sehr pathetisch = für mich Nachteil)

Das bezieht sich auf die 1943er Aufnahme, oder geh' ich da fehl in der Annahme?



Deutsch ist - finde ich - nicht unbedingt ein Nachteil, die Oper klingt dadurch ganz anders als auf Italienisch.

An dieser Stelle möchte ich mal auf 2 - auch bei cantus erschienene - deutsche Macbeth-Aufnahmen aus den frühen 50er-Jahren hinweisen. In beiden Aufnahmen singt Josef Metternich den Macbeth. Die Ladys sind Martha Mödl und Astrid Varnay. Zwei hochinteressante Vergleichseinspielungen, wobei mir Martha Mödl besser gefällt.

Schöne Grüße
wega

SchallundWahn

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49

Donnerstag, 9. August 2012, 17:04

Wo diese geniale Musik freundlich und beschwingt klingen soll, habe ich bisher noch nicht herausgehört.
Wie gesagt, habe ich auch nicht gesagt, die Musik wäre als solche schlecht...aber was nun die Stimmung angeht, so muss es dann letztlich anscheinend an mir liegen oder gar an den Aufnahmen, die ich habe?


Ich halte Verdi für den größten Musikdaramtiker der Oper. Weil er immer menschlich ist.
Vielleicht liegt der Hase bei mir ja da im Pfeffer, ich tue das nämlich nicht (aber um das gleich zu sagen, ich will damit deine Haltung nicht negieren, sie sei dir unbenommen und ich respektiere sie, aber es ist einfach nicht meine Auffassung...außer evtl. speziell bei Otello und Falstaff).
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Milletre

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Donnerstag, 9. August 2012, 17:48

Würde ich die Oper hören, ohne sie zu kennen, ohne direkt Bescheid zu wissen, eine düstere Atmosphärik ergäbe sich für mich da einfach nicht, bis auf ein paar Stellen wie zB Bancos Ermordung, aber auch gerade die Szene davor mit der Mörderbande, das könnte auch eine Horde Betrunkener in der Schenke sein.
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Liebe SchallundWahn!

Ich würde gern wissen, welche Aufnahme(n) Du von diesem Werk hast. Ich hab' insgesamt acht Gesamtaufnahmen, davon eine DVD aus Berlin unter Sinopoli mit Mara Zampieri, Renato Bruson, James Morris und Dennis O'Neill, die ich sehr gut finde, da sie die morbide Stimmung großartig wiedergibt.

Ich kann Dir nur empfehlen, Dich der einzigartigen Stimmung dieses Meisterwerks hinzugeben und entspannt zu hören oder zu sehen. Ich bin überzeugt, dass auch Du dann von dieser Oper begeistert sein wirst.
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SchallundWahn

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Donnerstag, 9. August 2012, 18:09

Hallo Milletre,
das sind die beiden Versionen, die ich habe :



Dazu muss ich sagen, dass auf die zwei bezogen mir musikalisch natürlich die CD unter Muti noch etwas mehr zusagt als die DVD unter Chailly.
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Herbert Henn

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Donnerstag, 9. August 2012, 18:40

Bei der historischen Aufnahme unter Karl Böhm, fehlt, für mich unerklärlich, die großartige Sinfonia.

:hello: Herbert
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Theophilus

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53

Donnerstag, 9. August 2012, 18:46

Bei der historischen Aufnahme unter Karl Böhm, fehlt, für mich unerklärlich, die großartige Sinfonia.

Dafür kann es viele Gründe geben, auch ganz banale. So sind z.B. bei Böhms Gesamtaufnahme der Meistersinger in den Kriegswirren zwei Matrizen verloren gegangen. In der heute erhältlichen Einspielung sind die fehlenden Stücke aus der Abendroth-Aufnahme übernommen worden.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Marnie

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Donnerstag, 16. August 2012, 21:59

Ich habe zwei Aufnahmen von Verdis Macbeth, die ich beide immer wieder gerne höre.

Diese hier habe ich gerade heute erst gehört:



Und das ist meine andere Aufnahme:



Ich finde, beide Aufnahmen sind sehr zu empfehlen.
Viele Grüße,

Marnie

Milletre

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Donnerstag, 16. August 2012, 23:36

Da kann ich mich Marnie nur anschließen. Tolle, spannende, ja aufregende Interpretationen in beiden Aufnahmen.
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Fiesco

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56

Dienstag, 24. Oktober 2017, 13:43

Diese Aufnahme aus Tokyo ....*

hier
Live Suntory Hall Tokyo 24.u.27.3.1992

Als erstes sollte man Renato Bruson als Macbeth nennen, ein Macbeth voller Saft und Kraft, der hier sein ganzes Können auspielt das ist grandios! :hail: Die Triebfeder seiner Macht und seines Untergangs ist seine machtbesessene dem Wahnsinn verfallende Lady, hier Gwyneth Jones mit einer großartigen Ausdruckspalette, aber auch mit ihren Unarten, was jedoch hier als Lady überhaupt nicht ins Gewicht fällt, man bekommt berührende Momente wie auch Vulkanausbrüche zu hören, erinnert mich an die ebenfalls ungezügelte Leidenschaft einer Rysanek!
Ebenfalls erwähnen sollte man den tollen Banco von Roberto Scandiuzzi, wer für mich eher enttäuschend ist, ist Alberto Cupido als Macduff er passt überhaupt nicht in dieses hervorragende Ensemble, seine Arie singt er völlig teilnahmslos!
Was man hier zu hören bekommt ist schlichtweg überwältigend, woran auch das großartige Orchester unter der Leitung von Gustav Kuhn einen nicht geringen Anteil hat.
*.... ist eine dicke Empfehlung wert!

LG Fiesco
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.

SenaJurinac

Anfänger

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Registrierungsdatum: 4. Dezember 2017

57

Mittwoch, 6. Dezember 2017, 15:14

Hier ist auch eine wunderschöne Aufnahme aus dem Jahr 2011, ROH Covent Garden in London, mit Sir Antonio Pappano als Dirigent. Besetzung: Macbeth - Simon Keenlyside, Lady Macbeth - Liudmyla Monastyrska, Banco - Raymond Aceto, Macduff - Dimitri Pitta.

http://klassikundopern.web.tv/video/macb…11__h0jefyx9vhk

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