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Melomane

Anfänger

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241

Gestern, 14:32

Gerhard Hüsch

Dankenswerterweise hat "William B.A." heute auf den 33. Todestag von Gerhard Hüsch hingewiesen, der - zumindest in der heutigen Wahrnehmung - vor allem als bedeutender Liedinterpret in die Geschichte eingegangen ist. Dass das etwas ungerecht ist, beweist nicht nur sein wundervoller Papageno auf der legendären Beecham-Aufnahme, sondern auch die zahlreichen Opernpartien, die er - vornehmlich während seines Engagements an den beiden Berliner Häusern (erst dem Deutschen Opernhaus Charlottenburg, dann der Staatsoper) gesungen hat. Freilich hat er sich mit fortlaufender Dauer der Karriere auf Liederabende und Konzerte beschränkt. Auf "Youtube" findet man vor allem Beispiele für den Liedsänger Hüsch - ein Vergleich seiner Interpretation des "Erlkönigs" mit der Elisabeth Söderströms hätte sich durchaus angeboten, aber ich finde es interessanter, sich mit dem unbekannten Hüsch, dem Opernsänger, ein wenig zu beschäftigen: Neben den großen beiden Arabella-Mandryka-Szenen an der Seite von Tiana Lemnitz und "Papageno"-Auschnitten, gelangt man bei "Youtube" auf diese Weise relativ schnell zu einigen wenigen Wolfram-Ausschnitten, eine Partie, die er Anfang der 30er Jahre auch unter Arturo Toscanini in Bayreuth verkörpert hat.



In diesem Ausschnitt aus dem Beginn des 3. Aktes "Tannhäuser" begegnet man einer sehr weichen, warm timbrierten Stimme, die gleichzeitig über eine erstaunliche Fülle verfügt. Eine mangelnde Stimmgröße kann es also kaum gewesen sein, die ihn zum Abschied von der Opernbühne bewogen hat. Bereits die erste Phrase "Wohl wusst' ich hier sie im Gebet zu finden" ist vokallastig, die Konsonanten werden zwar geformt, die Textverständlichkeit ist gewährleistet, doch Wolframs Feststellung wird mit den Mitteln eines Sängers, nicht eines Redners getroffen.
Der kleine Ausbruch bei "Der Tod, den er ihr gab im Herzen..." wird auch weniger durch eine dynamische Steigerung als durch unmerklich mehr Spannung bei der Tonproduktion erzeugt - "dahingestreckt in brünst'gen Schmerzen" ertönt wieder mit beeindruckender Sonorität, allerdings ist hier gleichzeitig das starke Abdunkeln der Vokale zu konstatieren - das betrifft besonders die "e"s. Beeindruckend ist das lange legato und der lange Atem auf der Phrase "Fleht für sein Heil sie Tag und Nacht: o heil'ger Liebe e'wge Macht!", eine sängerische Demonstration der Stärke, die gleichzeitig etwas paradox erscheint, da Wolfram dieser bedingungslosen Liebe zu Tannhäuser ja doch zumindest zwiespältig gegenüber steht.
Der Aufbau der nächsten Sinneinheit ist durchaus logisch, die Feststellung, dass sie die Pilger aus Rom erwartet baut sich dynamisch kontinuierlich auf, um sich bei "ihr heil'gen, lasst erfüllt es sehen" mit ungeheurer Intensität seinen Höhepunkt zu erreichen - eine Bitte, die mit höchster Autorität vorgebracht wird. Das einmal wiederholte "o, wird ihr Lindrung nur erteilt!" klingt für meinen Geschmack etwas zu einförmig, zu sehr um den rechten Ton bemüht, hier verpasst es Hüsch der Wiederholung entgegengesetzte Farben zu geben, wie zum Beispiel eine skeptische und eine hoffnungsvolle.
Unter dem Strich für mich eine stimmlich beeindruckende Interpretation der Stelle, jedoch bleibt Hüsch als Wolfram immer in erster Linie Sänger. Fast hat man den Eindruck, er habe nicht gemerkt, dass der Sängerkrieg bereits vorüber ist und dass ihm niemand mehr zuhört. Ein paar innigere Töne, auch eine größere dynamische Abstufung der einzelnen Phrasen hätten seiner Interpretation aus meiner Sicht nicht geschadet - trotzdem ist er ein Sänger, mit dem die Beschäftigung auch heute noch sehr lohnt.

Melomane

Anfänger

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Registrierungsdatum: 8. November 2017

242

Gestern, 14:59

zu René Kollo

Noch ein paar Sätze zu Kollos Interpretation des "Preisliedes", damit der arme "Stimmenliebhaber" nicht völlig frustriert ist:
Über das Timbre Kollos ist bereits sehr viel geschrieben worden, die Bewertungen gehen dabei deutlich auseinander, einige finden die Stimme überaus schön, viele andere belanglos. Ich sehe diese Frage relativ emotionslos, ich finde, dass Kollo - das hört man auch auf dieser Aufnahme - eine sehr unverwechselbare, durchaus angenehme Stimme sein Eigen nennt, ohne dass er über den verschwenderischen Schmelz beispielsweise eines Peter Seifferts verfügen würde.
Bei dieser Interpretation des "Preisliedes" fällt der verhaltene Beginn auf, es wirkt fast, als ergreife sein Walther von Stolzing etwas widerwillig die Gelegenheit, sein Lied zu präsentieren - was ob der bösen Abfuhr, die er sich schon einmal von den Meistern geholt hat, nicht wirklich verwundert -
jedoch hat mir sein piano hier zu wenig Klangqualität. "Von aller Wonnen, nie ersonnen" blüht an sich durchaus schön auf, auch wenn mich das etwas gestemmte "ersonnen" ein bisschen stört. Die Beschreibung des "Wunderbaumes" gelingt - auch aufgrund er lobenswerten Textdeutlichkeit - sehr plastisch, wenn auch die einzelnen Phrasen durch eine gewisse Kurzatmigkeit etwas zerfasert wirken. Das "Weib" wird mit etwas zu viel Druck produziert, ein deutlich hörbares Tremolo ist hier die Folge. Der zweite Stollen klingt zwar präsenter als die erste, wenn auch die dynamischen Abstufungen für meinen Geschmack vokal zu unausgeglichen sind: der beinahe manieriert gefistelte "Lorbeerbaum" hat wenig von der Sinnlichkeit, die die Erzählung von Walthers Traum an dieser Stelle wiedergeben müsste. "Die Muse des Parnass" lässt zwar durchaus Begeisterung erahnen, aber hier wird aus meiner Sicht zu wenig runder Stimmklang beigemischt, um wirklich zu überzeugen. Der "Abgesang" gefällt mir am besten, weil Kollo hier vokal voll aufblühen darf, offenbar hatte ihn Karajan zuvor stets zur Zurückhaltung gemahnt, Kollos Stimme erreicht hier ihre volle Klangentfaltung (auch wenn "so heilig ernst als mild" etwas in die Hose geht), aber das abschließende, verschwenderische "Parnass und Paradies" hat schon große klangliche Klasse.
Aus meiner Sicht eine Aufnahme mit Höhen und Tiefen, die man sich sicher gut anhören kann, wo aber in puncto vokale Schönheit an der einen oder anderen Stelle - besonders in den piano-Passagen - durchaus Wünsche offen bleiben.

Stimmenliebhaber

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243

Gestern, 15:13

Lieber "Melomane",

ich danke dir zuerst sehr herzlich, dass du dich doch noch zum Preislied von René Kollo geäußert hast und dabei - trotz unterschiedlicher Akzentuierungen - zu einer ganz ähnlichen Einschätzung kommst wie ich: dass nämlich der Vortrag einerseits zwar nicht perfekt ist, sich andererseits aber permanent steigert und an gleich einigen Stellen doch sehr für sich einnimmt. :jubel: :jubel: :jubel:

Dann danke ich dir auch für das neue Beispielvideo zu Gerhard Hüsch - ich werde es mir gleich noch ein zweites Mal anhören und mich dann dazu äußern. :hello:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Hosenrolle1

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244

Gestern, 15:26

Lieber operus,

Liebe Hosenrolle, Du verstärkst den Einwand von Rheingold noch. Ich wollte mit meiner offensichtlich in die Hose gegangene Formulierung doch gerade ein Plädoyer für so grundsätzliche Beiträge, wie sie Helmut Hofmann gestaltet ausdrücken. Offenbar wurde gerade das Gegenteil herausgelesen. :untertauch:

Ich verstand deinen Einwand so, dass längere, mehr ins Detail gehende Beiträge eher unerwünscht und oberflächlich sind, was mich ziemlich ratlos zurückgelassen hat.

ich danke dir zuerst sehr herzlich, dass du dich doch noch zum Preislied von René Kollo geäuért hast

Na schau, wenigstens dir antwortet Melomane :D



LG,
Hosenrolle1
„Begreifen wir endlich, dass der emotionale Kult der Tradition nur eine Form unserer geistigen Faulheit ist.“ (Stanislaw Brzozowski)

Stimmenliebhaber

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Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

245

Gestern, 15:32

Dankenswerterweise hat "William B.A." heute auf den 33. Todestag von Gerhard Hüsch hingewiesen, der - zumindest in der heutigen Wahrnehmung - vor allem als bedeutender Liedinterpret in die Geschichte eingegangen ist. Dass das etwas ungerecht ist, beweist nicht nur sein wundervoller Papageno auf der legendären Beecham-Aufnahme, sondern auch die zahlreichen Opernpartien, die er - vornehmlich während seines Engagements an den beiden Berliner Häusern (erst dem Deutschen Opernhaus Charlottenburg, dann der Staatsoper) gesungen hat. Freilich hat er sich mit fortlaufender Dauer der Karriere auf Liederabende und Konzerte beschränkt. Auf "Youtube" findet man vor allem Beispiele für den Liedsänger Hüsch - ein Vergleich seiner Interpretation des "Erlkönigs" hätte sich durchaus angeboten, aber ich finde es interessanter, sich mit dem unbekannten Hüsch, dem Opernsänger, ein wenig zu beschäftigen: Neben den großen beiden Arabella-Mandryka-Szenen an der Seite von Tiana Lemnitz und "Papageno"-Auschnitten, gelangt man bei "Youtube" auf diese Weise relativ schnell zu einigen wenigen Wolfram-Aufnahmen, eine Partie, die er Anfang der 30er Jahre auch in Bayreuth verkörpert hat.



In diesem Ausschnitt aus dem Beginn des 3. Aktes "Tannhäuser" begegnet man einer sehr weichen, warm timbrierten Stimme, die gleichzeitig über eine erstaunliche Fülle verfügt. Die Stimmgröße kann es also kaum gewesen sein, die ihn zum Abschied von der Opernbühne bewogen hat. Bereits die erste Phrase "Wohl wusst' ich hier sie im Gebet zu finden" ist vokallastig, die Konsonanten werden zwar geformt, die Textverständlichkeit ist gewährleistet, doch Wolframs Feststellung wird mit den Mitteln eines Sängers, nicht eines Redners getroffen.
Der kleine Ausbruch bei "Der Tod, den er ihr gab im Herzen..." wird auch weniger durch eine dynamische Steigerung als durch unmerklich mehr Spannung bei der Tonproduktion erzeugt - "dahingestreckt in brünst'gen Schmerzen" ertönt wieder mit beeindruckender Sonorität, allerdings ist hier gleichzeitig das starke Abdunkeln der Vokale zu konstatieren - das betrifft besonders die "e"s. Beeindruckend ist das lange legato und der lange Atem auf der Phrase "Fleht für sein Heil sie Tag und Nacht: o heil'ger Liebe e'wge Macht!", eine sängerische Demonstration der Stärke, die gleichzeitig etwas paradox erscheint, da Wolfram dieser bedingungslosen Liebe zu Tannhäuser ja doch zumindest zwiespältig gegenüber steht.
Der Aufbau der nächsten Sinneinheit ist durchaus logisch, die Feststellung, dass sie die Pilger aus Rom erwartet baut sich dynamisch kontinuierlich auf, um sich bei "ihr heil'gen, lasst erfüllt es sehen" mit ungeheurer Intensität seinen Höhepunkt zu erreichen - eine Bitte, die mit höchster Autorität vorgebracht wird. Das einmal wiederholte "o, wird ihr Lindrung nur erteilt!" klingt für meinen Geschmack etwas zu einförmig, zu sehr um den rechten Ton bemüht, hier verpasst es Hüsch der Wiederholung entgegengesetzte Farben zu geben, wie zum Beispiel eine skeptische und eine hoffnungsvolle.
Unter dem Strich für mich eine stimmlich beeindruckende Interpretation der Stelle, jedoch bleibt Hüsch als Wolfram immer in erster Linie Sänger. Fast hat man den Eindruck, er habe nicht gemerkt, dass der Sängerkrieg bereits vorüber ist und dass ihm niemand mehr zuhört. Ein paar innigere Töne, auch eine größere dynamische Abstufung der einzelnen Phrasen hätten seiner Interpretation aus meiner Sicht nicht geschadet - trotzdem ist er ein Sänger, mit dem die Beschäftigung auch heute noch sehr lohnt.
Die Stimme von Gerhard Hüsch klingt hier in der Tat volltönend und warm, darin seinem großen Bayreuther Rollenvorgänger Herbert Janssen sehr ähnlich (auch in der dunklen Färbung des Vokals "a", die etwas zu sehr in Richtung "o" geht), allerdings gestalterisch einförmiger und unemotionaler als dieser. Trotzdem ist Hüschs Vortrag gesanglich zweifellos eindrucksvoll, insbesondere die langen und zugleich satten Legatobögen, auf die der "Melomane" schon hingewiesen hat.
Die Textverständlichkeit ist gut, die Behandlung des Konsonanten "r" gefällt mir bei ihm außerordentlich gut, nur die Vokal(-ver-)färbungen machen mich mitunter nicht glücklich.

Nach diesem allgemeinen Eindruck noch zu einigen ausgewählten Stellen:

"Wohl wusst ich" - klingt mir eigentlich zu kernig kraftvoll und gesund und damit nicht der "zarten" Situation angemessen: Wolfram kommt auf diese Waldlichtung, sieht Elisabeth im Gebet versunken am Kreuze kauernd und spricht zu sich selbst, ohne dass sie ihn hören kann und soll. Da wäre etwas mehr Piano und eine hellere, zartere Stimmfarbe doch sehr wünschenswert gewesen, mehr als diese stimmliche Robustheit.

"so oft" - bei "oft" ist mir das "o" entschieden zu geschlossen, das "i" von "ich" und "mich" und "in" ebenfalls zu geschlossen. Die "a" sind fast alle zu dunkel, das habe ich aber schon gesagt.

"Den Tod, den er ihr gab im Herzen" - diese Tonwiederholung ist wunderbar sonor aneinandergereiht.

"fleht für sein Heil sie Tag und Nacht" - in der Tat wäre es schöner gewesen, wenn dieser fragende Halbschluss bei "Nacht" zarter, offener, fragender, zweifelnder klingen würde, dann würde auch der Kontrast zum folgenden Ausruf "O heil'ger Liebe ew'ge Macht" größer und stärker sein. (bei der Verzierung bei "heil'ger" schläft er fast ein...)

"Von Rom zurück erwartet sie die Pilger" - das hat für mich mehr erzählenden Rezitativ-Charakter als die Phrasen davor und würde eher einen Parlando-Stil verlangen, den er aber nicht anbietet, er bleibt mir hier im Ausdruck zu gleichförmig, obgleich seine stimmliche Sonorität zutiefst beeindruckend ist.

"Dies ist ihr Fragen, dies ihr Flehen" - wunderbar ebenmäßig gesungen, "Ihr Heilgen" schon im Ansatz zu ebenmäßig, das ist für mich beinahe ein Schmerzensschrei!

"Belibt auch die Wunde ungeheilt" - ist mir wieder nicht zart und zweifelnd genug gesungen.

Dass die Wiederholung von "O würd ihr Lindrung nur erteilt" sich nicht so sehr unterscheidet vom Mal davor, dass klar wird, warum Wagner diese Textpassage wiederholt hat, darauf hat der "Melomane" bereits hingewiesen.

Lieber "Melomane", wir sind uns hier völlig einig: eine stimmlich großartige, zutiefst sonore, technisch vorbildliche Interpretation, die freilich deutlich mehr stimmliches Differenzierungsvermögen zugunsten einer größeren Ausdruckspalette vertragen könnte. Der von mit schon erwähnte Herbert Janssen klingt an manchen Stellen bewusst schwach und zerbrechlich und erreicht mich mit dieser größeren Gestaltungspalette weit mehr als der sehr souveräne, aber irgendwie doch wesentlich einförmigere Gerhard Hüsch - wobei es mir trotzdem ein wohliges Gefühl gibt, ihm zuzuhören. :yes: :jubel: :hello:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Caruso41

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246

Gestern, 16:00

Lieber Operus!

Helmut Hofmann fragen und man bekommt einen intensiv analytisch durchgearbeiteten Beitrag mit ausgezeichneten, treffenden Schlussfolgerungen. So sollten Tamino-Diskussionen sein. :jubel: :jubel: :jubel: Das ist auch ausgesprochene Anerkennung für die Tamino-Kollegen, die diese Diskussion initiert und mit befruchtet haben.

Wie schön, in das Verteilen von Lobkärtchen mit einbezogen zu sein! Allerdings würde ich das eher würdigen können, wenn Du Dich auch selber an solche inhaltlichen Diskussionen beteiligt hättest. Wenn Du nur Lobkärtchen verteilst, wirkt das - mit Verlaub - fast schrullig auf mich.

Lieber Melomane, lieber Stimmenliebhaber!

Nun wenigstens ein Satz zu Gerhard Hüsch!
Lieber "Melomane", wir sind uns hier völlig einig: eine stimmlich großartige, zutiefst sonore, technisch vorbildliche Interpretation, die freilich deutlich mehr stimmliches Differenzierungsvermögen zugunsten einer größeren Ausdruckspalette vertragen könnte.

Da kann ich Euch beiden ganz und gar zustimmen!
Auf mich wirkt die Art zu singen merkwürdig altmodisch aber ich mag ihm gerne zuhören!

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Caruso41

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247

Gestern, 16:29

Ninon Vallin mit der Briefszene der Charlotte aus "Werther"

Stimmenliebhaber hat mich gedrängt, etwas zu Ninon Vallin beizutragen! Sie hatte gestern ihren 66. Todestag!
Das tue ich gerne, weil ich diese Sängerin sehr schätze.
Ich hätte auch zu Sena Jurinac etwas geschrieben, weil ich auch sie sehr schätze.
Meine Zeit erlaubt es im Augenblick aber leider nicht, täglich zu allen Jubilaren etwas beizutragen.
Ich will doch wenigstens zweimal das eingestellte Video (Oder besser: die Aufnahme von der CD) hören, ehe ich etwas dazu sage. Das Formulieren braucht dann ja leider auch noch ziemlich Zeit. Und wenn man auf Vergleiche mit anderen Aufnahmen kommt, muss man die ja auch noch mal anhören!

Nun also Ninon Vallin mit der Briedszene der Charlotte aus Werther von Massenet!
Ich habe auf Youtube nur die Gesamtaufnahme gefunden!
Die Briefszene beginnt etwa bei 1:14

https://www.youtube.com/watch?v=NwLESlqENw8



Ninon Vallin ist eine französische Sängerin, wie man sie idealtypischer nicht finden kann. Die Stimme entspricht ganz dem Ideal der "clarté" : sie ist "clair", "lumineux", "limpide" und "transparent". Mit anderen Worten hell, rein und quellklar!
Das Vibrato ist sehr dosiert eingesetzt und perfekt beherrscht. Das Timbre vermittelt eine Ahnung davon, was man früher unter "noblesse" verstand. Vokal-Beckmesser hätten bei ihr keine Mühen: alle Vokale und die verschiedenen Nasale sind perfekt geformt. Für die typische französische Führung von Gesangslinien hat sie ein untrügliches Gespür. Ihre Phrasierung zeichnet sich durch Delikatesse und vortrefflichen Geschmack aus. Erstaunlich ist für eine so helle und klare Stimme der Klang- und Farbenreichntum der Tiefe.

Das alles kann man in der Briefszene der Charlotte im Werther hören und vor allem, wie sie die musikalischen Linien ganz aus den Worten und ihrem Klang entwickelt.

Dem "Werther! Werther!" des Beginns gibt sei keinen sinnlichen oder klagenden Nachdruck.

"Qui m'aurait dit la place...." ist sehr beherrscht, gleichsam mit Contenance gesungen, aber sie legt auf die Gesangslinie ein leicht gefühlvollen Schleier, der vielleicht mehr vermittelt als eine Obraszowa, Resnik oder Norman mit ihren Klagelauten je konnten!

Zumal im "Et mon âme est pleine de lui" erreicht sie die Wikung ganz durch die Spannung des Bogens zum Höhepunkt "âme" und hinunter zum betont zurückgenommenen "lui".

Das "Ces lettre" singt sie nicht als Aufschrei sondern als einen ganz fein sentimental kolorierten Ton.

Wenn sie dann liest, klingt etwas von der Unbeschwertheit und Reinheit der Liebe durch, die sie nicht zugelassen hat.

Das "Non, Werther, dans leurs souvenir votre image reste vivance...." ist erneut bemerkenswert beherrscht gesungen.

Im Lesen des letzten Briefes wird mehr innere Beteiligung hörbar. Da erkennt man in den so gar nicht expressiv geformten Linien auch den Druck der Gefühle und die Leidenschaft, aber sie brechen nicht aus! Dem Orchester bleibt überlassen, was die die junge Frau sich nicht einmal gestattet, wenn sie allein ist!

Gesanglich ist das alles vollkommen!
Entspricht es auch der Figur der Charlotte?

Ulrich Schreiber hat ja von der Charlotte gesagt, sie würde ihrer eigenen Emotionalität ein Requiem singen! Ist es das?
Wir sind heute andere Interpretationen gewohnt in dieser Partie. Brigitte Fassbaender, Maria Ewing, Elena Obraztsova, Tatiana Troyanos, Agnes Baltsa, Veselina Kasarova, Susan Graham - keine Sängerin, die ich erlebt habe, war wie Ninon Vallin. Aber es war auch keine Französin darunter!

Ich hätte es mir und Euch einfachen machen können, und sie als Massenets Manon vorstellen. Das ist meiner Meinung nach ein rundum überzeugendes Portrait. Aber vielleicht ist es spannender, der französischen Gesangskultur auf die Spur zu kommen, wenn man Zweifel hat, ob das so richtig ist.
Ich werde immer wieder gerne Sängerinnen in der Partie der Charlotte hören, die es nicht mit der Selbstdiszíplin übertreiben und zumindest in den großen Momenten auch mehr Emotion rauslassen! Aber es lohnt auch, von Zeit zu Zeit Ninon Vallin zu hören. Dass mich Stimmenliebhaber dazu aus Anlaß ihres Todestages gedrängt hat, war ein Gewinn für mich!

Ich bin gespannt, ob die Diskussion wieder so kontrovers wir wie über Elisabeth Söderströms "Erlkönig".

Beste Grüße allen die sich Ninon Vallin anhören mögen!

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Stimmenliebhaber

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248

Gestern, 17:22

Gesanglich ist das alles vollkommen!
Lieber "Caruso41",

so habe ich das gestern auch gehört, als ich in einige Youtube-Schnipsel von Ninon Vallin hineinhörte, sonst hätte ich meinen Vorschlag an dich gar nicht gemacht. :yes:

Insofern danke ich dir sehr für deinen fundierten Beitrag über sie mit der detailreichen Beschreibung deiner Höreindrücke. :jubel: :jubel: :jubel:

Ich will gar keine eigene detaillierte Beschreibung meine Höreindrücke dagegensetzen, das hätte ich gestern schon machen können, außerdem gebe ich den "Vokal-Beckmesser" nicht bei Aufführungssprachen, in denen ich mich nicht heimisch fühle. ;)

Da auch die ganze Oper, also Massenets "Werther", nicht zu meinen bevorzugten Opern gehört, überlasse ich die Wertung, ob das nun eine ideale Charlotte ist oder nicht, lieber anderen. Ich habe jedenfalls ihre leuchtende, in der Mittellage dunkle (und insofern auch etwas an die Jurinac erinnernde), in der Tiefe nichts vermissen lassende und in der Höhe erstaunlich hell leuchtende Stimme sowohl gestern als auch heute in der Briefszene der Charlotte sehr gerne gehört, "vollkommen" trifft es meines Erachtens wirklich völlig! :hail: :hail: :hail:

Vielleicht nimmt sie Willi ja nach deinem flammenden Plädoyer für sie, was ich akustisch sehr gut nachvollziehen kann, in seine Gedenkrubrik auf? :hello:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Dr. Holger Kaletha

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249

Gestern, 19:50

Denkbar ist vieles, die konkrete Frage bleibt aber reine Spekulation. Viel spannender finde ich die Beantwortung der Frage, warum sich diese Art der Interpretation nicht durchgesetzt hat, warum Frau Söderström mit dieser Interpretation nur wenig bis keine Nachfolger gefunden hat und warum nachfolgende Sängerinnen und Sänger diese expressionistische bzw. veristische Art der Interpretation offenbar als einen Irrweg begriffen haben, auf dem sie nicht folgen wollten? Dass das so ist, ist nämlich mehr als nur reine Spekulation, sonst würden ja fast alle den "Erlkönig" heute so oder so ähnlich singen - tun sie aber nicht. Haben die alle keine Ahnung, wie man richtig Lied singt? So wird's wohl sein...
Erst einmal darf man ganz unspekulativ unterstellen, dass sich zwei seriöse Künstler wie Elisabeth Söderström und Paul Badura-Skoda eine solche ungewöhnliche, von der Aufführungstradition abweichende Interpretation nicht einfach in eine Bierlaune ausgedacht haben. Das wäre "Spekulation". Bevor man meint, durch eine "Analyse" ihnen vorrechnen zu können, dass sie naiv sind in Sachen Schubert und Schubertinterpretation, wäre es doch angebracht, sie als Künstler erst einmal Ernst zu nehmen und in Erfahrung zu bringen, was sie denn zu einem solchen Interpretationsansatz bewogen hat. So etwas könnte z. B. im Booklet stehen, das keiner der von uns Beteiligten kennt. Die Wahl des Instruments (ein Hammerflügel) zeigt, dass es sich hier offensichtlich um eine HIP-Interpretation handelt. Wenn man unterstellt, dass die beiden Künstler bei Verstand sind, darf man eigentlich erwarten, dass sie sich damit beschäftigt haben, was die "historische Aufführungspraxis" zur Zeit der Romantik war. Caruso hat schon Liszt und Berlioz erwähnt (s.u.!). Offenbar hat man Schuberts "Erlkönig" so "dramatisch" rezipiert. Wenn man nur ein bisschen etwas von der Epoche der Romantik versteht, dann weiß man zudem, dass die Grenze von "Interpretation" und "Bearbeitung" bei den Romantikern fließend war, das Kriterium "Werktreue" nicht existierte, vielmehr die Qualität einer Aufführung letztlich daran bemessen wurde, ob sie "poetisch" war. Dass Söderström und Badura-Skoda mit ihrer Rhetorisierung nicht "poetisch" wären, kann man ihnen glaube ich nun wirklich nicht unterstellen. Insofern darf man dann auch feststellen, dass der Versuch, durch eine Notentextanalyse eine solche Interpretation als nicht werkgrecht darzustellen, nicht nur völlig unhistorisch ist, sondern einfach an den Intentionen komplett vorbeisieht, um die es bei HIP geht. Aus diesem Grund überzeugen mich genauso wenig wie Caruso die Ausführungen von Helmut Hofmann.
Bekanntlich hat ja Berlioz auch eine Orchestrierung des "Erlkönig" von Schubert vorgenommen!
Ich fürchte, dass Helmut grausen würde, wenn er die hört!
Da gibt es auch viele Aufnahmen bei Youtube!
Unter anderen von Thomas Allen, Anne Sophie von Otter, Hermann Prey und anderen!
Prey hat übrigens auch den Erlkönig in der Orchestrierung von Franz Liszt gesungen! Gibt es auch bei Youtube!
Eben! :)
Einen Klappentext zu der CD habe ich nicht. Meine CD ist auch nur eine Kopie. Da kann ich Dir also nicht weiterhelfen!
Sehr schade, lieber Caruso! Vielleicht schaffe ich es ja doch, da dran zu kommen, wenn auch mit fremder Hilfe! ;)

Schöne Grüße
Holger

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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Beiträge: 4 712

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

250

Gestern, 20:20

Wie schön, in das Verteilen von Lobkärtchen mit einbezogen zu sein! Allerdings würde ich das eher würdigen können, wenn Du Dich auch selber an solche inhaltlichen Diskussionen beteiligt hättest. Wenn Du nur Lobkärtchen verteilst, wirkt das - mit Verlaub - fast schrullig auf mich
" Jeder sollte seine Schrullen haben, Schrullen sind ein hervorragender Schutz gegen Vermassung! (Salvador Dali)
Lieber Caruso,
im Sinne dieses Zitats danke für die Blumen und die Exklusivität, die Du mir durch eine solche Etikettierung liebenswürdiger Weise bestätigst.
Herzlichst
Operus

Melomane

Anfänger

  • »Melomane« ist männlich

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Registrierungsdatum: 8. November 2017

251

Gestern, 23:08

zu Ninon Vallin

Dank "Caruso41" bin ich mal wieder dazu gekommen, diese wohl berühmteste Gesamtaufnahme von Massenets Meisterwerk zu hören und einige vor längerer Zeit gefällte Urteile mal wieder auf die Probe zu stellen. Über die von den Exegeten viel gerühmte "clarté" von Ninon Vallin hat "Caruso41" bereits geschrieben. Gemeint ist damit allerdings nicht nur die Klarheit in der Tonproduktion, sondern auch eine gedankliche Nüchternheit im dahinterstehenden Gedanken.
Und damit kommen wir auch gleich zu meinem Haupteinwand gegen Ninon Vallins Charlotte-Interpretation: Sie ist den ganzen Abend über beherrscht, vokal wie emotional. Und damit bleibt sie der Partie aus meiner Sicht eine ganz wesentliche Facette schuldig - natürlich gibt sie sich nicht so ausgelassen ihren Leidenschaften hin wie Werther das tut, aber dass Werthers Schwärmen, seine exzessive Leidenschaft sie so gar nicht ins Wanken bringt, tut der Binnedynamik des Werkes aus meiner Sicht nur bedingt gut, insbesondere, weil auch Thill in dieser Aufnahme den letzten Rest an vokaler Verausgabung schuldig bleibt und für meinen Geschmack viel zu sehr Herr seiner Emotionen ist.
Aber nun zur Briefszene selbst:
Vallins Stimme entzieht sich einer einfachen Charakterisierung - sie ist weder besonders hell noch besonders dunkel, allerdings ist sie sehr stark fokussiert. Diese Charlotte, das merkt man gleich, hat kein Geheimnis, sie macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube, sondern spricht beinahe rational, über das, was sie bewegt.
Bereits die beiden "Werther"s am Anfang sind zu laut angesetzt, p und mf sind notiert, Vallin singt mf und f und bleibt so den geheimnisvollen, mystischen Beginn der Szene schuldig. Die nachfolgenden Sätze, in der Charlotte schildert, wie schlecht es ihr geht, seit Werther abgereist ist, sind mit leichtem parlando-Ton und sorgfältiger Aussprache sehr glaubhaft. "Et mon ame est pleine de lui" klingt sehr beiläufig, als würde sie es selbst nicht glauben. Völlig verschenkt sind aus meiner Sicht die beiden "Ces lettres", insbesondere das zweite, das Massenet sehr bewusst im pp notiert hat - Vallin wiederholt die Phrase beinahe teilnahmslos, dabei ist die vom Komponisten intendierte dynamische Abstufung für die Situation von essentieller Bedeutung, das fast unhörbare zweite "Ces lettres" verdeutlicht, wie ungeheuerlich der Inhalt der Briefe ist und wie sehr sie Charlotte erschüttert haben. Das zu geringe dynamische Gefälle setzt sich auch in den folgenden Sätzen fort: "Je devrais les detriure" (eigentlich più f) und "je ne puis" (eigentlich pp!) sind sich zu ähnlich. Beim Vorlesen des Briefes gibt sie der Stimme Werthers einen schwärmerischen Ton, das finde ich sehr überzeugend, ebenso das wunderbar ersterbende letzte "seul". Der nächste Einschub ("Ah! personne auprès de lui...) klingt wieder sehr beherrscht, interessant der eigene dynamische Akzent den sie setzt: das f beginnt nicht wie notiert auf "Dieu!", sondern erst auf "comment m'est venu", als wolle sie den Aufschrei ersticken - ungewöhnlich, aber interessant. Der Briefstelle über die Kinder wird ein warmer Ton der Stimme beigemischt, auch das überzeugt mich sehr.
Wenn sie Werther imaginär anspricht, fehlt es mir persönlich an dem von Massenet vorgeschriebenen Ausdruck "avec expression". Sie steigert zwar die Dynamik, bleibt aber sehr kühl, beinahe belehrend, ein weiblicher Onegin könnte man fast sagen. "Ah! ces dernier billet me glace et m'épouvante" ist zwar von beeindruckender Eloquenz, auch ist es hochmusikalisch wie sie den Tonartwechsel im Orchester auf "m'épouvante" antizipiert, insgesamt ist mir die Phrase aber zu beherrscht, um den von Massenet geforderten "effroi" zu beglaubigen.
Das Widerspiel zwischen "Noel" und "jamais" hat in dem aufblühenden forte großes tragödisches Format, auch machen ihr die beiden ges', die vielen Mezzi in dieser Partie regelmäßig zu tief geraten, überhaupt keine Probleme. Das erste "ne m'accuse pas, pleure mas" ist im forte sehr überzeugend, das zweite wiederum ist leider kein pp und damit bleibt sie hier leider den unglaublichen, von Massenet beabsichtigten Effekt schuldig, nämlich, dass Charlotte Werthers Bitte so sehr verinnerlicht hat, dass sie nach dem Zitieren gewissermaßen aus ihrem Inneren entspringt. Darüber hinaus klingt die Phrase, der Massenet mit "effroi" und "craignant de compendre" existentielle Attribute zuschreibt, zu gesund, fast locker.
Auch die finale Ermahnung an sich selbst ("Oh Charlotte, et tu frémiras!") klingt zwar beeindruckend stechend, aber doch frei von jeden Selbstzweifeln. Das letzte "tu fremiras!" wiederum wird ein brustiger Ton beigemischt, es hat nichts vom zarten pp, das Massenet an dieser Stelle geschrieben hat.
Wer eine Charlotte hören will, die zu jedem Zeitpunkt absolut alles unter Kontrolle hat, ist bei Ninon Vallins beinahe femme-fatalehafter Interpretation richtig aufgehoben. Von einem in inneren Zwiespälten gefangenen Mädchen (wem außer sich selbst soll sie in dieser Szene etwas vorspielen?), das Massenet durch zahlreiche Ausdrucksbezeichnungen charakterisiert und der er große dynamische Gefälle zuschreibt, hört man hingegen sehr wenig. Eine vokal Leistung auf allerhöchstem Niveau, die mich aber völlig kalt lässt.

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