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Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 6 820

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

31

Samstag, 21. Oktober 2017, 23:11

Aber etwas zwei Jahrzehnte früher - also in den späten 40er und frühen 50er Jahren - war Hotter irgendwie der Gott der Götter!
Gibts nicht die ersten Wotan-Aufnahmen von Hotter schon von 1938? Und ein früher Münchner Holländer von Anfang der 1940er Jahre, da gefällt er mir auch ziemlich gut, und vor allem ein Mandryka aus den 1940er Jahren (?), zumindest war Hann noch als umwerfender Waldner dabei, in Aufnahmen nach 1955 gefällt mir Hotter eigentlich nicht mehr, nur noch im Charakterfach (Morosus, La Roche), und das nicht wegen, sondern trotz seiner Stimme, wegen seiner großen Gestaltungskraft und Authentizität.

Adams trockene Stimme und sein ungepflegtes Vibato mochte ich nie.
Ich kann das so pauschal nicht unterschreiben, auch wenn Adam lange überhaut nicht mein Lieblingssänger war. Aber es gibt sehr unterschiedliche Adams, den grobschlächtig forcierenden ebenso wie den feinsinnig phrasierenden und edel timbrierten. Wenn er nicht übermäßig forcierte, hatte er schon eine beeindruckend intakte und samtige Stimme, und da sbis ins hohe Alter (da fast mehr als zwischendurch, weil er da dann ncht mehr so forcierte beim Singen).
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 6 863

Registrierungsdatum: 15. April 2010

32

Samstag, 21. Oktober 2017, 23:48

Zitat

Fiesco: Hallo 9079wolfgang, gestern war da noch eine CD zu haben, ansonsten hätte ich das natürlich gesagt, tut mir jetzt leid !

Mir war doch so, daß ich diese CD schon gehört habe, und ich bin fündig geworden. Ein guter Tamino-Freund hat mir diese CD gebrannt. Leider kann ich sie nicht auf einem CD-Player abspielen sondern nur auf dem Computer. Gottseidank habe ich dort zwei 2-Wege-Boxen von Quadral angeschlossen, sodass ich mich an einem recht guten Klang erfreuen kann. Doch sobald die von Dir eingestellte CD wieder lieferbar ist, werde ich zugreifen.

Gruß Wolfgang
W.S.

  • »Hans Heukenkamp« ist männlich
  • »Hans Heukenkamp« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 54

Registrierungsdatum: 28. Mai 2017

33

Gestern, 16:51

Marek Janowski, Siegfried, Berlin, 2013



Es ist immer reizvoll, Aufnahmen zu hören, deren Ausführende man selbst schon auf der Bühne gehört und gesehen hat.
Stephen Gould habe ich oft als Tannhäuser in Berlin, einmal als Lohengrin in Hamburg und einmal als Tristan in Berlin erlebt, ebenso Anna Larsson als Erda und Jochen Schmeckenbecher als Alberich 2016 im Ring an der Berliner Staatsoper. Dort sang Matti Salminen den Fasolt im Rheingold.
Den Dirigenten hörte ich im Bayreuther Siegfried 2016 bei der Arbeit.

  • Siegfried: Stephen Gould
  • Mime: Christian Elsner
  • Wanderer: Tomasz Konieczny
  • Alberich: Jochen Schmeckenbecher
  • Fafner: Matti Salminen
  • Waldvöglein: Sophie Klußmann
  • Erda: Anna Larsson
  • Brünnhilde: Violeta Urmana


Von der 82-er Janowski-Einspielung des Siegfried ist Matti Salminen noch dabei und seiner Rolle treu geblieben. Fafner ist - auch wenn der Komponist anderes vorschreibt - offenbar unverwüstlich.

Ein kurzer Eindruck des Ersthörers muß heute genügen. Konzertante Opernaufnahmen sind ein wenig unentschieden: Die Perfektion einer Studioaufnahme können sie nicht erreichen, die Stimmung einer echten Opernaufführung nicht einfangen.

Marek Janowski gewichtet die Steicher gegen das Blech etwas stärker. Dadurch hört man Überraschendes im Vorspiel zum dritten Akt, muß aber - wie ich finde - deutliche atmosphärische Einbußen beim Vorspiel zum zweiten hinnehmen.
Stephen Gould, körperlich und stimmlich ein Recke, meistert die Titelpartie souverän, ohne Verschleißerscheinungen. Die Stimme Christian Elsners, seines Widerparts, bleibt mir als trocken, angestrengt, etwas rauh in Erinnerung. Kein Mime, dem man grinsend und nicht ohne Sympathie zuhört.
Tomasz Koniecznys Wanderer kultiviert die Knurrigkeit und Rauheit. Er wirkt involvierter, als das "Zu schauen kam ich, nicht zu schaffen." nahelegt. Bei der Wissenswette aber erzeugt die Beschränktheit des Ausdrucks beider Protagonisten einen Anflug von Langweile bei mir.
Jochen Schmeckenbecher gefällt mir in dieser Aufnahme am besten und dominiert die Szene vor der Neidhöhle.
Violeta Urmanas Brünnhilde klingt heldisch, reif und etwas überscharf. Kein Gran Sanftheit des Mädchens ist der Erwachenden geblieben. Sie regt nicht dazu an, das herrliche Liebesduett erneut zu hören.
..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
-- Aydan Özoğuz

Stimmenliebhaber

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Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

34

Gestern, 19:07

Ich war in dieser konzertanten Aufführung in der Berliner Philharmonie 2013, die hier verewigt wurde. Eine der unerquicklichsten "Siegfried"-Aufführungen meines Lebens, natürlich bin ich nach dem 2. Akt gegangen, allerdings wirklich arg enttäuscht.
Die Orchesterleistung und fand ich bestenfalls solide und die dirigentische Interpretation grobschlächtig, an Thielemann oder Horst Stein durfte man nicht denken.

Herr Gould mag die Partie (einigermaßen) souverän gesungen haben (der Spitzenton beim ersten Aufschwung kam damals nicht), ansonsten blieb er dieser Rolle interpretatorisch beinahe alles schuldig, sprachlich und auch im stimmlichen Differnzierungsvermögen, außerdem sah er fast genauso aus wie Mime und saß bei dessen längeren Passagen einfach unbeteiligt dabei.
Christian Elsner, der ja eigentlich mehr als eine Mime-Stimme hat und kurz zuvor bei Rattle am gleichen Ort den Siegmund gesungen hatte, war kein Mime, versucht diesen besonders stimmkarikierend zu zeichnen und das war einfach nur unschön.
Herr Koniecny klang mehr wie ein Alberich als wie ein Wanderer, während Herr Schmeckenbecher live im Saal auf mich stimmlich überfordert wirkte. Ja, und dann die lebende Legende Matti Salminen, endlich mal live als Fafner (in der Deutschen Oper hatte er immer nur Fasolt, Hunding und Hagen gesungen, nie den Fafner): was für eine Enttäuschung! Am Anfang mit einem Trichter ausgestattet, versuchte er noch auf das Volumen zu kommen, dass er eigentlich nicht mehr hatte- und präsentierte in der Folge leider nur noch schüttere Reste seiner einstigen Prachtstimme.
Selten haben ich eine (konzertante) Opernaufführung so frustriert (vorzeitig) verlassen - und von denen, die blieben, habe ich hinterher gehört, dass ich im 3. Akt (Stichwort: Urmana als Brünnhilde!) auch nichts Positives mehr verpasst habe...

Was waren das in der Deutschen Oper Berlin für Sternstunden, wenn Kollo (an guten Abenden) als Siegfried, Horst Hiestermann als Mime und Robert Hale als Wanderer den 1. Akt im Friedrich-Tunnel-"Ring" rockten, und wenn im 2. Akt beim Waldweben Witz und Poesie sich wunderbar vereinten. Aber in der Philharmonie? Keine Magie, kein Zauber, Null!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Joseph II.

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Registrierungsdatum: 29. März 2005

35

Gestern, 19:16

Ja, und dann die lebende Legende Matti Salminen, endlich mal live als Fafner (in der Deutschen Oper hatte er immer nur Fasolt, Hunding und Hagen gesungen, nie den Fafner): was für eine Enttäuschung! Am Anfang mit einem Trichter ausgestattet, versuchte er noch auf das Volumen zu kommen, dass er eigentlich nicht mehr hatte- und präsentierte in der Folge leider nur noch schüttere Reste seiner einstigen Prachtstimme.

Ich habe Salminen vor knapp zehn Jahren an der Semperoper als Fasolt (also im "Rheingold") erlebt, wusste das damals als relativer Einsteiger im Wagnerfach gar nicht voll zu würdigen. Ich wunderte mich aber schon damals, dass er nicht den Fafner sang, als den ich in in den Met-Aufnahmen unter Levine dann so schätzen lernte. Für die Bösen war Salminen m. E. prädestiniert.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

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36

Gestern, 19:26

Ja, und dann die lebende Legende Matti Salminen, endlich mal live als Fafner (in der Deutschen Oper hatte er immer nur Fasolt, Hunding und Hagen gesungen, nie den Fafner): was für eine Enttäuschung! Am Anfang mit einem Trichter ausgestattet, versuchte er noch auf das Volumen zu kommen, dass er eigentlich nicht mehr hatte- und präsentierte in der Folge leider nur noch schüttere Reste seiner einstigen Prachtstimme.

Ich habe Salminen vor knapp zehn Jahren an der Semperoper als Fasolt (also im "Rheingold") erlebt, wusste das damals als relativer Einsteiger im Wagnerfach gar nicht voll zu würdigen. Ich wunderte mich aber schon damals, dass er nicht den Fafner sang, als den ich in in den Met-Aufnahmen unter Levine dann so schätzen lernte. Für die Bösen war Salminen m. E. prädestiniert.
Aber er war auch ein ganz wunderbarer Fasolt, häufig in Berlin erlebt, auch 2008 in Dresden, da war's dann schon nicht mehr so gut wie in den Neunzigern in Berlin, aber in Chereau-"Ring" hat er ja auch den Fasolt gesungen. In meiner ersten "Rheingold"-Aufnahme, Janowski 1983, war er ein markerschütternder Fafner, das hat mich ungemein beeindruckt und ich wollte ihn daher immer mal live als Fafner erleben - im "Rheingold" hat sich dieser Wunsch leider nie für mich erfüllt und von der Enttäuschung besagter "Siegfried"-Auffhrung hatte ich ja oben berichtet.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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  • »Hans Heukenkamp« ist männlich
  • »Hans Heukenkamp« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 54

Registrierungsdatum: 28. Mai 2017

37

Gestern, 22:28

Was waren das in der Deutschen Oper Berlin für Sternstunden, wenn Kollo (an guten Abenden) als Siegfried, Horst Hiestermann als Mime und Robert Hale als Wanderer den 1. Akt im Friedrich-Tunnel-"Ring" rockten, und wenn im 2. Akt beim Waldweben Witz und Poesie sich wunderbar vereinten. Aber in der Philharmonie? Keine Magie, kein Zauber, Null!


Ich bin auf jeden ein bißchen neidisch, der René Kollo in der Deutschen Oper gehört und gesehen hat.
Wer hat bei Ihren Besuchen dort die Brünnhilde gesungen?
..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
-- Aydan Özoğuz

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