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Dr. Holger Kaletha

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91

Samstag, 20. September 2014, 00:25

Ich habe gerade entdeckt:



... es gibt sie auch als "HQCD" (nie gehört, was das ist) - zu erwerben auf dieser Seite - aber nur für Asiaten benutzbar, die Bilderschrift lesen können! ?(

http://tower.jp/item/2330984/Live-in-Tok…pard-de-la-Nuit

Dort ist auch diese zu haben (in asiatischer Währung) - enthält außer dem auf dem Cover angegebenen Programm noch die Galuppi-Sonate:



Diese CD:



enthält Beethoven-Sonate op. 26, Schubert Sonate D 537, 3 Stücke aus den Images von Debussy, Chopin Sonate Nr. 2 op. 35. Gibts ziemlich teuer bei Amazon für 53 Euro (2 CDs). Mal schaun, ob sie irgendwo noch günstiger zu haben ist...

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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92

Donnerstag, 13. November 2014, 11:17



Die beiden Altus-CDs (Bild oben und unten) habe ich direkt aus Japan kommen lassen - und mußte prompt an der Tür dem Postboten noch 6 Euro Zoll zahlen, sonst hätte er mir die Sendung nicht übergeben.

Vom 5. Klavierkonzert von Beethoven gibt es unzählige Mitschnitte von ABM. Diese Rundfunkaufnahme (NHK) aus Tokyo (Bunka Kaikan 13.3.1965) ist eine der mitreißendsten. Es erfrischt immer wieder das Herz, wie ABM dieses 5. Beethoven-Konzert völlig entschlackt und ohne jeglichen mystifizierenden Weihrauch darbietet, glasklar, hochvirtuos und tonschön, dazu mit feurigem Temperament, so, als läge noch der Morgentau über der Beethoven-Welt, in dem sich die aufgehende Sonne spiegelt. Das japanische Orchester läßt sich davon mitreißen! Es gibt Details, die einem im Gedächtnis haften bleiben wie wenn er zum Ende der Kadenz des 1. Satzes beim auratischen Thema das Tempo rausnimmt - das Orchester setzt dann wieder ein mit Tempo A ein. Sehr intensiv! Das Mozart-Konzert KV 466 spare ich mir für später auf. Die Klangqualität ist sehr gut.

Sehr gespannt war ich auch auf folgenden Mitschnitt:



Meine AVM-Anlage schafft es ja, auch die problematischsten historischen Dokumente klar und sauber abzuspielen. Aber dieser semiprofessionelle Mitschnitt aus Frankreich, der offernbar aus dem Publikum heraus gemacht wurde (das Klatschen kommt vor dem Flügel aus der Box) ist was die Aufnahmetechnik angeht leider hart an der Grenze des Zumutbaren. Sehr schade - denn ABM spielt hier Beethovens op. 26, die Schubert-Sonate D 537, eine Auswahl aus den Images von Debussy und Chopins Sonate op. 35 wenn man dem Cover glauben darf (die Klappentexte sind ausnahmslos in japanischen Zeichen geschrieben von Japanern für Japaner und deshalb für arme Europäer unlesbar! :D ) auf einem Bechstein-Flügel - eine absolute Ausnahme, die es wohl kein zweites Mal gibt. Der Klang ist dermaßen topfig, dass mein Mitteltöner nur so scheppert, die Spule an die Trommel schlägt. :cursing: Man kann die singulären Qualitäten der Aufnahme deshalb nur erahnen, besonders schön finde ich den Schubert. Den Chopin habe ich noch nicht gehört.

Schöne Grüße
Holger

wok

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93

Donnerstag, 13. November 2014, 18:04

Zitat

Dr. Holger Kaletha: ABM spielt hier Beethovens op. 26, die Schubert-Sonate D 537, eine
Auswahl aus den Images von Debussy und Chopins Sonate op. 35 wenn man
dem Cover glauben darf (die Klappentexte sind ausnahmslos in japanischen
Zeichen geschrieben von Japanern für Japaner und deshalb für arme
Europäer unlesbar! :D
) auf einem Bechstein-Flügel - eine absolute Ausnahme, die es wohl kein
zweites Mal gibt. Der Klang ist dermaßen topfig, dass mein Mitteltöner
nur so scheppert, die Spule an die Trommel schlägt. :cursing:
Man kann die singulären Qualitäten der Aufnahme deshalb nur erahnen,
besonders schön finde ich den Schubert. Den Chopin habe ich noch nicht
gehört.

Hallo Dr. Kaletha,

Wie kann das sein? "topfiger Klang", "scheppern"?? Das sind aber keine typischen Merkmale für den BECHSTEIN-Flügel!
Da muß ich aber BECHSTEIN einmal beispringen :) - ich besitze selbst einen Bechstein-Flügel und da ist der Klang alles andere als topfig. Der BECHSTEIN--Klang gilt allgemein als weich bis silbern, klar, und die Mechanik wird z. B. von dem Klavierexperten Jörg Demus als "wunderbar sensibel" beschrieben. Und ABM galt als schon fast übertrieben instrumenten-krtisch. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er auf einem solchen Instrument spielte! Das kann doch nur an der Aufnahme-Technik liegen!

Ob ABM wirklich nur dieses eine Mal auf BECHSTEIN gespielt hat, wage ich auch zu bezweifeln, denn in der großen BECHSTEIN-Firmenbroschüre ist unter vielen anderen auch ARTURO BENEDETTI MICHELANGELI als BECHSTEIN-Interpret genannt und abgebildet, macht also damit für den BECHSTEIN auch indirekt Werbung, auch wenn er offenbar nur gelegentlich darauf spielte. Als der bekannteste BECHSTEIN-Interpret darf wohl JORGE BOLET gelten, der wohl ausschließlich auf BECHSTEIN spielte, und der sich sehr zur Freude dieses Klavierbauers äußerte: "Nach meiner Meinung ist der BECHSTEIN von so überlegener Qualität, daß er keinen Konkurrenten hat. Die Mächtigkeit des Klanges gibt dem Pianisten ein unbegrenztes Reservoir für die größten Konzertsäle. Die Möglichkeit, den Ton des Instruments zu variieren, macht es zu dem idealen Instrument für Konzerte der gesamten Klavierliteratur". Auch andere Musiker bekannten sich übrigens in dieser Firmenbroschüre zu BECHSTEIN, bzw. lobten dessen Qualitäten, wie z. B. FURTWÄNGLER, BACKHAUS, GIESEKING, KEMPFF, GODOLSKY, ARRAU, CELIBIDACHE, NIKOLAJEWA, RUBINSTEIN, DEMUS, BERNSTEIN, PENDERECKI, S. RICHTER, FRANTZ, KATSARIS, u. a.

Nun aber zurück zu ABM: Mir ist bekannt, wie hoch Du diesen Pianisten zu Recht einschätzt und Dich für ihn begeistern kannst.
So hoffe ich für Dich, daß Du auch seine EMI-Einspielung von HAYDN's Klavierkonzerten Nr. 4 und Nr. 11 mit dem vorzüglichen ZÜRCHER KAMMERORCHESTER unter EDMOND DE STOUTZ kennst, vielleicht auch besitzt, eine Aufnahme, für die man sich wahrlich begeistern kann. Ich habe diese beiden wunderschönen Konzerte nie wieder so großartig gespielt und mit fantastisch plastischem Klang gehört.







Viele Grüße
wok

Dr. Holger Kaletha

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94

Donnerstag, 13. November 2014, 21:07

Wie kann das sein? "topfiger Klang", "scheppern"?? Das sind aber keine typischen Merkmale für den BECHSTEIN-Flügel!
Lieber Wok,

da hast Du mich aber gründlich mißverstanden! Ich meinte die Aufnahmetechnik! So einen Bechstein-Flügel wie Du hätte ich auch gerne! :) Der Flügel klingt von dem was man bei dieser Aufnahme hört ausgezeichnet - klingt ganz nach ABM, was zeigt, wie gut und flexibel der Bechstein auch den ABM-Ton produzieren kann! :D Der Saal dort muß so ein umgebauter Stall oder eine Scheune sein, wo sie irgend ein Bandgerät aufgetrieben haben und mäßige Mikros. Oder es waren keine Profi-Techniker da, welche die Mikros vernünftig platziert hätten. Die Tonqualität ist einfach grottenschlecht - "Scheunenqualität"!

Vor dem Krieg war Bechstein ja der meistverkaufte Flügel weltweit. Als dann 1945 alle Werkshallen zerbombt waren, ist Steinway in die Bresche gesprungen und hat die Marktanteile übernommen.

So hoffe ich für Dich, daß Du auch seine EMI-Einspielung von HAYDN's Klavierkonzerten Nr. 4 und Nr. 11 mit dem vorzüglichen ZÜRCHER KAMMERORCHESTER unter EDMOND DE STOUTZ kennst, vielleicht auch besitzt, eine Aufnahme, für die man sich wahrlich begeistern kann. Ich habe diese beiden wunderschönen Konzerte nie wieder so großartig gespielt und mit fantastisch plastischem Klang gehört.
Natürlich habe ich die Aufnahme (von ABM sammle ich alles, was für mich zu bekommen war und ist! :) ) Das ist "die" Aufnahme der Haydn-Konzerte schlechthin. Wirklich ärgerlich sind manche Kritiken. Da wurde etwa geschrieben: ABM nimmt Haydn Ernst. Das sei aber Einsatz am falschen Ort! Wieder mal das "Papa-Haydn-Klischee", was nicht totzukriegen ist. Das ist zum Mäusemelken... :D :hello:

Beste Grüße
Holger

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95

Freitag, 14. November 2014, 12:27



Das Mozart-Konzert KV 466 ist eine von ABMs olympischen Höchstleistungen. Eine unfaßbare Pianistik. Das Bleibende daran ist die Emanzipation von Mozart, der wirklich Beethoven gleichgestellt wird: Klarheit, Kraft, messerscharfe Kontraste, dazu ABMs metaphysischer, reiner Ton und leidenschaftliche, dramatische Intensität (vor allem in den unglaublich gespielten Kadenzen). Keine Sentimentalitäten und sensualistischen Verzärtelungen werden zugelassen - Mozart als erwachsen gewordener Klassiker. Davon läßt sich auch das vorzüglich engagiert spielende japanische Orchester unter Jindrich Rohan mitreißen. Es stimmt also alles auch von dieser Seite her. Die Aufnahmequalität ist hervorragend - glasklares Mono, so durchsichtig, dass es fast Stereo-Qualitäten hat. :)

Schöne Grüße
Holger

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96

Sonntag, 19. Juli 2015, 14:43

Gestern entdecke ich diesen unfaßbaren Mitschnitt von 1968. Ein in jeder Hinsicht magisches Klavierspiel - mit der Mazurka op. 59, 3, die es nur hier zu hören gibt. Ich hoffe nur, dieses wirklich große Konzertereignis wird doch bald einmal veröffentlicht. Im Konzert, gerade, wenn er sich offenbar wie hier absolut wohl fühlt, ist ABM (nicht anders als Gilels etwa) eben doch ein anderer als im Studio. Da folgt er der Inspiration des Moments ohne jeden Zwang, eine Bestandsgarantie in der Reproduzierbarkeit geben zu müssen.



Schöne Grüße
Holger

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97

Mittwoch, 29. Juli 2015, 23:45



Zitat von »Christian B.«

sind die Aufnahmen denn klanglich verbessert/verändert worden? Sonst lohnt die Anschaffung ja nicht, da alles - soweit ich sehe - bereits auf dem Markt war (bis auf einige Faschingsschwank-Sätze). Gerade die Teldec-Aufnahmen habe ich klanglich sehr bescheiden in Erinnerung.
Lieber Christian,

die digitalen Masterings mit neuester Technik sind wirklich hervorragend! Bei den Teldec Aufnahmen (gehört habe ich Grieg "Erotik" und Chopin Berceuse) ist der Klang noch etwas klarer und sauberer als auf der alten Teldec-CD (Digitaltechnik von 1994). Beim Chopin ist der Flügel nicht so wunderbar präsent wie beim Grieg. Die Telefunken-Aufnahmetechnik für diese Zeit ist wirklich ausgezeichnet, weiträumig, klar und sauber, eindeutig besser jedenfalls als bei EMI-Italiana. Allerdings - das wirst Du in Erinnerung behalten haben - sind das wohl (Aufnahmedatum 1942) Matrizen und keine Bandaufnahmen. Deswegen hört man einen sehr hohen Rauschanteil im Hintergrund (Abspielgeräusche) - es hört sich an wie von der Platte abgespielt. Bei Chopin haben sie wahrscheinlich sogar eine Schellackplatte benutzen müssen, weil die Originalmatrize verloren gegangen ist, was den etwas weniger präsenten Klang und den höheren Rauschpegel erklären würde. Das kann man natürlich durch kein noch so gutes Remastering wegbekommen - in dieser Hinsicht sind die EMI-Italiana-Aufnahmen weniger belastet, frei von solchen Nebengeräuschen, weil es offenbar schon Bandaufnahmen sind und es die Originalbänder noch gibt.

Kaum zu fassen: Meine schlechte Meinung von der Kompetenz bei EMI (jetzt Warner) wird auch hier mal wieder bestätigt. In der EMI Icon-Box sind alle EMI-Aufnahmen drin - nur Marescotti "Fantasque" hatten sie "vergessen". Die ist nun in der Warner-Box enthalten. Das hat mich natürlich gefreut. Dafür gibt es aber einen neuen Fauxpas. Sie haben offenbar die Lizenz von Fonitcetra erworben und die Rundfunkaufnahmen der RAI mit aufgenommen. Aber von wegen "Complete... "! Da ist das 1. Klavierkonzert von Liszt mit Rafael Kubelik dabei - schön, aber den Totentanz (auch mit Kubelik, das ist derselbe von der RAI aufgenommene Konzertabend, ABM hat beides hintereinander gespielt!) haben sie doch glatt wieder "vergessen". Das vermeintlich Komplette ist also wieder mal nicht komplett - zum Ärger des Sammlers. Bei Lipatti hatten sie sich auch so ein Ding geleistet. Nach der EMI-Box kam eine Einzel-CD heraus mit dem Bartok-Konzert Nr. 3 und Liszt Nr. 1. Dann haben sie die Box neu aufgelegt und diese zwischenzeitlich erschienene Einzel-CD vergessen, da mit aufzunehmen. Solcher Murks hat in diesem Laden offenbar "Tradition". ?(

Schöne Grüße
Holger

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98

Donnerstag, 30. Juli 2015, 11:47

Datenfälschung in der aktuellen Warner-Box

Exklusivrechte verjähren im Verlagswesen. Z.B. hat der Fischer-Verlag die Rechte für Franz Kafka längst nicht mehr - d.h. jeder andere Verlag kann nach dem Verfallsdatum Kafka-Texte herausbringen ohne irgend etwas an Fischer zu zahlen. Genau das ist offensichtlich bei den frühen EMI-Aufnahmen der Fall. Naxos hat die folgende CD bereits 2008 herausgebracht:


Im Booklet steht:

Release editor´s note: Although it is konwn that Michelangeli´s war-time recordings for Telefunken and Voice del Padrone Italia (Italian HMV) were made between 1939 and 1945. It is difficult to establish precise recording dates and venues. It is knwon that that the VdP recordings were made in Milan, either in thwe Conservatorio Verdi (the more likely venue) or in a studio especially set up inside La Scala by VdP. Some of Michelangeli´s Telefunken recordings - but which? - were made in the home of private individuals, including the residence of the Counts Bonzi-Lentati in Milan. The four Telefunken recordings included on this disc were made in Januar 1943. Research by courtesy of Angelo Scottini, in collaboration with the Documentazione Arturo Benedetti Michelangeli, Brescia, www.centromichelangeli.com

Das ist also vorbildlich dokumentiert (anhand des ABM-Document-Center in seiner Geburtsstadt Brescia) und für ein Billiglabel wie Naxos um so bemerkenswerter. Konkret steht dann bei Frederico Mompou, Cancion i danza Nr. 1:

Recorded in Milan, probably beetween December 1941 and February 1942 Mat OBA 4870 Cat HMV DA 5432

Nun zum Vergleich Warner:


Das dünne Booklet enthält außer einem schmalen Begleittext in mehrfachen Übersetzungen keinerlei Angaben zu den Aufnahmen. Die stehen jeweils kleingedruckt auf dem Pappcover - als Beispiel wähle ich ebenfalls den Mompou:

Recorded: 1942 Milan
Producer: Unknown
Balance Engeneer: Unknown
Publisher: Union Musical Ediciones SL (p) 1943 Warner Music Italia Srl. Mono Digital Remastering (p) 1992 Polyphone Records Limited, a Warner Music Group Company

Was Warner hier macht, finde ich wirklich skandalös. Was Naxos kann, das kann Warner schließlich auch. Dass es dafür irgendwelche juristischen Gründe geben soll, ist also völlig unplausibel. Und es gibt auch so etwas wie ein Verlagsethos, dass nämlich Quellenangaben (und darum handelt es sich hier, und nicht um die Positionierung des Labels auf dem Cover) wie allgemein üblich korrekt sein müssen. Hier wird statt dessen ziemlich perfide - mit pseudokorrekter, ausführlicher Nennung von Daten wie Toningenieur und Produzent - der Eindruck erzeugt, als sei die Warner Group der "Publisher" von 1943. Das ist glatte Datenfälschung und ungefähr so, wie wenn die Tschechen nach der Vertreibung der Sudetendeutschen die deutschen Inschriften an Gebäuden aus dem 17 Jhd. durch tschechische ersetzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die italienischen Mitarbeiter des ABM-Document-Center darüber entweder sehr verwundert oder aber ziemlich erbost sein werden.

"Schlampigkeit" ist für dieses Verhalten für mich keine plausible Erklärung - man hätte die vermeintlich problematischen Angaben ja z.B. einfach weglassen können, wie das in der Vergangenheit bei den so vielen von ABM kursierenden Raubkopien reichlich praktiziert wurde. Das Motto der Box "The Complete Warner Recordings..." ist an sich schon befremdlich hochtrabend, wenn es um eine bloße Sammlung von Aufnahmen geht, welche von der EMI, von Telefunken und der RAI gemacht worden. Für mich spricht alles dafür, dass da eine ziemlich plumpe Marketingstrategie am Werk ist, wo sich der Aufkäufer ins gemachte Nest setzt und anhand eines großen Interpreten-Namens eine Labelidentität konstruieren will. Dazu werden dann kurzerhand die Quellen umgefälscht, um den Anspruch "Complete Warner Recordings" einzulösen. Mehr als peinlich!

Schöne Grüße
Holger

Hüb'

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99

Donnerstag, 30. Juli 2015, 12:06

Hallo Holger,

wie schon an anderer Stelle angedeutet, bin ich der Ansicht, dass Du das Thema viel zu prominent aufhängst... :untertauch:

Grüße
Frank

Dr. Holger Kaletha

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Donnerstag, 30. Juli 2015, 14:04

Nachtrag: Die Abspielgeräusche (von einer Matrize oder Schellackplatte) sind bei den HMV-Italia-Aufnahmen auch zu hören - mehr oder weniger je nach Aufnahme. Ich hatte gestern den Marescotti gehört, und da sind sie sehr im Hintergrund. :D

Dieser (unten abgebildete) ABM-Mitschnitt mit Beethovens 5. Konzert ist Top - eine im Vergleich mit anderen Dokumenten eher entspannte Virtuosität - typisch für seinen Vortragsstil von 1970. Auch die sehr sorgfältige, durchsichtige und unaufdringliche Orchesterbegleitung von Jean Martinon ist vorzüglich wie auch die Aufnahmetechnik. Manchmal klirrt allerdings der Obertonbereich des Steinway-Flügels etwas - das sind wohl Verzerrung in der Aufnahme oder vielleicht entstanden durch die Digitalisierung (ich habe das Download):



Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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101

Sonntag, 16. August 2015, 09:54

Gestern kam folgender Mitschnitt nach gut vier Wochen endlich aus Japan bei mir an:



Es klingelt die Post und ich muß 5.96 Euro passend (!) Zoll zahlen. Gezahlt habe ich dann 6 Euro (drei Cent unfreiwilliges Trinkgeld für den Postboten ohne passendes Wechselgeld :D ). Im sorgsam verpackten Brief drinnen befindet sich eine ausführliche Zollerklärung. Die CD für 30 Euro ging demnach erst einmal nach Bad Hersfeld zum bundesrepublikanischen Zoll, bevor sie sie nach Münster weitergeleitet haben. Einfuhrabgaben von 5.77 Euro sind mit deutscher Gründlichkeit vermerkt. Die deutsche Post hat dann noch einmal 19 Cent draufgeschlagen. Nun habe ich glaube ich alle japanischen Altus-CDs (Mitschnitte aus dem japanischen Rundfunk) komplett. Ich bin schon gespannt auf das Hören - wofür ich wohl aber erst Zeit in etwa einer Woche finden werde. :thumbsup:

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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102

Freitag, 28. August 2015, 20:00



ABMs Mitschnitt von Beethovens Sonate op. 7 vom 20.10.1973 aus Tokyo wurde mir erst kürzlich zugänglich: Was sich hier offenbart, ist ein wahres Klassizitäts-Wunder: ein immer noch moderner, „klassischer“ Beethoven in der Vermeidung jeglicher affektiver Einmischung, berührend gerade nicht durch Kraftakte oder Sentimentalität, vielmehr seine Unbestechlichkeit und grandiose Schlichtheit.

Interpretatorisch liegt dieser Mitschnitt auf der Linie der DGG-Studioaufnahme von 1971 (München, Plenarsaal der Akademie der Wissenschaften August 1971) – doch wirkt sie plastischer, noch schärfer in der Zeichnung nicht zuletzt der sehr guten Aufnahmetechnik aus Tokyo wegen. Bei der DGG steht das Klavier nicht nur allzu sehr im Hintergrund, vor allem sind die Bässe aufnahmetechnisch reichlich schlank eingefangen. So kommen der „Biss“ und das zupackend Zuschlagende von ABMs Zugriff, seine „Akkordschleudern“, einfach nicht genug heraus: Schönheit heißt bei ihm nämlich niemals Beschönigung und Verharmlosung, zum Gleichgewicht gehören bei einem Beethoven eben auch die Donnerschläge, die Energieausbrüche in ihrer Grimmigkeit. Die „Widerhaken“ von Beethovens Musik, sie arbeitet ABM mit schonungsloser Offenheit heraus. Dieses nachvollziehen zu können, dafür kann man diesem Mitschnitt aus Tokyo nur dankbar sein.

Auch die hier dokumentierte Aufnahme von Schumanns Carnaval op. 9 aus Tokyo ist exemplarisch. Wenn man den Notentext mitverfolgt, merkt man erst, wie genau und ehrlich das gespielt ist. Er verzichtet auf jeden virtuosen Tastenzirkus und präsentiert diese „intellektuellste“ Schumann-Klavierkomposition als ein Denken in und mit den Tönen: Musik als tönendes Denken. „Chopin“ ist hinreißend und der Marsch der Davidsbündler gegen die Philister meisterhaft charakterisiert. Die Aufnahmetechnik ist hervorragend – weil nicht so puritanisch-trocken wie die etwas spätere EMI Studioaufnahme aus der Schweiz. :) :) :)

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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103

Mittwoch, 9. November 2016, 22:50

Das Rätsel um die Aufnahme des 4. Beethoven-Klavierkonzerts.

Bei der Aktualisierung meiner ABM-Discographie stoße ich auf die Problematik der Zravkovic-Aufnahme aus Belgrad vom 7.10.1973. Hier bei Youtube wird sie fälschlich mit 1974 datiert und immer noch ABM zugeschrieben:



Ich selbst besitze schon lange eine CD-R-Kopie der CD, die einst erschienen war und unter ABM-Freunden und Verehrern, gerade auch unter den Pianisten, heiß gehandelt wurde. Es ist aber schon lange bekannt, dass dies der einzige Mitschnitt ist, wo ABM selbst die Urheberschaft energisch bestritt. Und das Rätsel ist auch längst gelöst - nur die Rätsels-Lösung wohl offenbar noch immer nicht allgemein bekannt: Hier spielt nicht ABM sondern Maria Tipo!!!


http://rec.music.classical.recordings.na…m-beethoven-pc4

ABM simply wasn't around... The concert took place that day (October 7, 1973) with Maria Tipo replacing ABM. Tipo (as well as Signora Giuliana Benedetti Michelangeli) confirmed that to researcher Stefano Biosa from the Centrodi Documentazione »Arturo Benedetti Michelangeli« in Brescia.

ABM hat also definitiv nur die Beethoven-Konterte Nr. 1, 3 und 5 gespielt, wovon es auch diverse Mitschnitte gibt.

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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104

Mittwoch, 30. August 2017, 19:53

Arturo Benedetti Michelangeli und der Coro Della SAT



Aus der Begegnung mit dem Coro Della SAT in den 40iger Jahren enstanden diese Bearbeitungen des Chorsatzes von italienischen Volksliedern, die den Stil des Chores, worüber die Chorleiter Auskunft gibt, entscheidend mit geprägt haben. Ich habe diese CD gestern wirklich mit großem Vergnügen gehört. Das ist wirklich in jeder Hinsicht einfach schön, zeugt von der großen Kunst aber auch Einfühlsamkeit für das Schlichte, die ABM auszeichnet. Er war einer, der sich demütig vor der Musik zurücknehmen und zugleich mit äußerster Kunstfertigkeit ihr zu wirklicher Größe verhelfen konnte. :) :) :)

Schöne Grüße
Holger

William B.A.

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105

Mittwoch, 30. August 2017, 23:25

Über diese CD haben wir vor einigen Jahren schon gesprochen, lieber Holger. ^^

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Dr. Holger Kaletha

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106

Donnerstag, 31. August 2017, 16:08

Über diese CD haben wir vor einigen Jahren schon gesprochen, lieber Holger. ^^
Das ist mir dann aber komplett durchgegangen, lieber Willi! :D

Herzlich grüßend
Holger

Dr. Holger Kaletha

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107

Samstag, 21. Oktober 2017, 19:56

ABM in Salzburg 1965



Des Rätsels Lösung der Veröffentlichung dieses "Schrumpfprogramms" von ABMs erstem und letzten Auftritt in Salzburg: Der Meister untersagte die Rundfunkübertragung des 2. Teils des Programms mit Debussy Images I u. II, der Chopin-Sonate b-moll op. 35 sowie der Berceuse. Sehr schade!

Man erlebt ABM in seiner puristisch-eidetischen Phase, wo kein Fünkchen Sentimentalität zugelassen wird. Das ist atemberaubend klar und "analytisch", abenteuerlich virtuos und pianistisch perfekt. Sehr subtil, wie er die großen Emotionen im langsamen Satz der Beethoven-Sonate wohldosiert durchbrechen lässt mit einer leichten Tempo-Verlangsamung und hochdramatische Bewegung entstehen lässt statt romantische Stimmungsmalerei zu betreiben - Expressivität als "tönend-bewegte Form". Es ist natürlich spannend, dieses Dokument mit den anderen aus seinen verschiedenen Lebensphasen zu vergleichen. Das werde ich mal in einer Mußestunde tun! :)

Schöne Grüße
Holger